KW2 – Es grünt so grün …

Es ist wohl Grünkohlzeit. Jedenfalls kam mein derzeitiges Lieblingsrestaurant mit einigen Grünkohlgerichten aus der Jahreswechselpause zurück und da musste ich gleich mal probieren. Ganz klassisch, aber auch recht fein zubereitet, kam es daher.
Grünkohl, Kassler, KnackwurstEine ordentliche Portion Grünkohl mit Dekotomaten, eine Knackwurst und etwas Kasseler. Ein Klecks Senf war auch noch mit dabei, der zwar wunderbar ergänzte, aber auch nicht unbedingt nötig gewesen wäre. Die Knackwurst war wirklich sehr gut, da hätten mich u.U. Bezugsmöglichkeiten und ehrlich gesagt auch die Erwärmmethode interessiert. Ich fand die Wurst – so wie sie auf dem Teller war – genial. Auch das Kasseler war handwerklich gut hergestellt, saftig, würzig und wunderbar passend zur nordischen Palme. Ich habe es wirklich sehr genossen.
Und, bevor noch einer kommt, dass das Gericht so doch sicher nicht vollständig war, dem sei recht gegeben. Da stand noch ein kleiner Teller daneben:
Grünkohl, Knackwurst, Kassler, BratkartoffelnEin paar schöne Bratkartoffeln gab es nämlich auch noch. Und, ganz ehrlich: zur Befriedigung lukullischer Genüsse hätten diese Bratkartoffeln auch völlig gereicht.
So muss BratkartoffelSo müssen Bratkartoffeln! Schön mit Röstaromen, ein paar Speckwürfeln und ordentlich Geschmack. Leider habe ich neulich mal in einem Kommentar den Eindruck erweckt, die im dortigen Artikel abgebildeten Bratkartoffeln sähen gut aus. Ich muss das korrigieren. Als Pfannengericht war das, was ich dort positiv kommentierte, wirklich nicht schlecht, als Bratkartoffelgericht eigentlich eine Katastrophe, da die dortigen Erdäpfel, wie auch alles andere, sowas von keine Bratspuren aufwiesen, dass das eigentlich nicht wirklich brattypisch geschmeckt haben kann. Wer die Kartoffelscheiben (oder auch Würfel oder anders geformte Teile) in der Pfanne nur erwärmt, aber nicht brät, erhält eben keine Bratkartoffeln. Aber es scheint Leute mit Vorlieben von in der Pfanne erwärmten, aber nicht gebratenen Gerichten zu geben.
So, ich beruhige mich wieder, genieße nochmal im Rückblick diese schönen Bratkartoffeln des heutigen Mittags und wünsche mir immer wieder solche leckeren, knusprigen, aromatischen, … Erdäpfel wie hier abgebildet. Amen.

Kohl mit Kohl ohne Kohl (26.01.2020)

Nach den letzte Sonntagen mit eher rustikalen Mittagessen, zumindest, wenn man den Charakter der besuchten Häuser zugrunde legt, gab es diesmal was feines. Zumindest, wenn man die Grundausrichtung des Restaurants berücksichtigt. Aber, es wäre ja zu langweilig, wenn Klischees immer stimmen würden. So gab es Grünkohl mit Kohlwurst und knackigen Bratkartoffeln – so stand es jedenfalls auf der Karte.

Viel Grünkohl und wirklich gute Bratkartoffeln fanden sich auf dem Teller. Letztere waren zwar blutdruckschonend gesalzen, aber das ließ sich einfach korrigieren. Und auch die Kohlwurst war von ausgesuchter Qualität, genau wie der Senf, so dass ich nicht nur vor, sondern auch noch nach dem Essen glücklich mit meiner Wahl war.
Dezente Salzung schien aber auch die 2. Überschrift unter anderen Gerichten des Tages gewesen zu sein. Das Essen gegenüber zeichnete sich auch dadurch aus, hier half dann ein wenig ein Senfrest bei der Aromaverstärkung. Aber ich jammere wieder auf hohem Niveau. Das Restaurant ist durchweg empfehlenswert.
Zum Abend kam das gestern fabrizierte Brot auf den Tisch. Etwas Butter und Schwarzwälder Schinken veredelten es aufs Angenehmste. Durch die Lagerung in einem geschlossenen Gefäß verlor die obere Kruste ein wenig von ihrer Härte und machte das Schneiden in Scheiben zu einem Vergnügen. Ein paar Gedanken mache ich mir aber noch um den Geschmack des Brotes. Weder Essig noch Salz sind irgendwie spürbar. Nun soll das Brot weder ausgesprochen sauer oder salzig schmecken, und wenn beides gar nicht dran wäre, würde das Aroma sicher auch anders sein, aber ich überlege, ob meine Löffel in ihrer Größe etwas unter der Norm liegen und ich beide Dosierungen etwas erhöhe.
Im Gegensatz dazu ist mir der Hefegeschmack zu intensiv. Nicht, dass er wirklich intensiv wäre, aber er ist spürbar, vor allem in der Nase*. Weniger Hefe zu nehmen geht vermutlich zu Lasten der Fluffigkeit. Da probiere ich wohl eher mal eine andere aus (was voraussetzt, dass es unterschiedliche gibt und nicht nur unterschiedliche Etiketten). Mal sehen, ob ich morgen welche beim Einkaufen finde.
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*) Natürlich weiß ich, dass wie quasi fast jedes Aroma, dass über salzig, süß, bitter, sauer und umami hinaus geht, mit der Nase wahrnehmen. Die Frage ist, ob der Träger sich zur Wahrnehmung vor dem oder im Mund befindet. Im Brot-Hefe-Fall ist es noch davor.