Essen, Anthony und schlimme Worte

Neulich gab es mal wieder Pasta. Die Nudeln habe ich mal geschenkt bekommen, deswegen bleibt eine Bemerkung hier mal aus („Einem geschenkten Gaul, …“). Ein paar Rispentomaten und eine fleischige rote Paprika waren mit Charlotte Schalotte und Knoblauch, Olivenöl, Salz und Pfeffer in einen Topf gewandert, sind ordentlich durchgeschmort und püriert und hinterher mit in Tomatensoße eingeweckten Muscheln und einem Spritzer Balsamico aufgepeppt worden. Das Ergebnis zeigte sich dann so:

Neulich las ich mal einen Blogartikel, in dem mir bewusst das erste mal der Begriff „Foodporn“ unterkam. Gibt man den Begriff in die Suchmaschine seiner Wahl ein, gibt es viele (englischsprachige) Findstellen im Netz. Letztendlich bezeichnet Foodporn das Abbilden von leckerem – auch das Auge isst mit – Essen im Netz, also das, was ich hier mit der Fotokochstory auch gern mache.

Der von mir recht geschätzte Anthony Bourdain hat den Begriff in einer seiner Sendungen auch schon geprägt und entsprechend umgesetzt. So kann man es auch sehen. Die deutsche Fassung seiner Sendungen gibt es zur Zeit dienstagabends 23:15 Uhr bei DMAX (zzgl. Wiederholungen).

Apropos eindeutschen. Ich war mal so frech, mit foodporno.de zu reservieren. 😉

Buntes für’s Auge

Hat schon mal jemand Mandarinen bzw. Clementinen filetiert? Ich fand die Idee ganz lustig. Immerhin bringen sie die fruchtige Note in den Salat des Abends. Die Grundmischung habe ich so im Supermarkt meines Vertrauens käuflich erworben, grüne, rote und grünrote Blätter in vielfacher Form sind in der Mischung gewesen und wurden unter „Minisalate“, vielleicht auch als Babysalate verkauft. Die roten Punkte sollten ursprünglich vom Granatapfel kommen, der erwies sich allerdings als weit jenseits seiner besten Zeiten. Also wurde eine halbe Schote roten Paprikas fein gewürfelt.

Für das Dressing habe ich die Reste der Mandarine, die übrig gebliebene halbe Paprikaschote, einen Teelöffel Honig, Salz, Pfeffer, einen halben Teelöffel Senf, etwas Limettenöl, etwas Olivenöl, einen ordentlichen Schuss weißen Balsamico, und einen guten Esslöffel fettarmen Frischkäse in einen Mixer gegeben und fein püriert. Da ist nicht nur das Auge mit.

P.S.: Um kurz noch auf die Eingangs gestellte Frage zurückzukommen. Ich habe die Mandarine nicht filetiert, aber der Länge nach halbiert und dann mit der Schnittfläche nach oben auf den Salat gelegt. 😉

Abendbrot nach Frank

An anderer Stelle habe ich mich ein wenig über die Ernährungstipps ausgelassen, die mir in einer entsprechenden Beratung seit einiger Zeit angeboten werden. Hier mal eine Umsetzung der erlernten Informationen.

Bei Fisch sollte der Schwerpunkt auf Salzwasserfisch liegen. Nun ist der Bodensee kein Salzsee, aber die Felchen sollen doch mal als gesund und lecker dastehen. Die orange Paprika wurde in kleine Streifen geschnitten und alles in der mittelheißen Grillpfanne – zuvor von einer einzelnen Olive mit kalt gepresstem Öl angehaucht – gesalzen, gepfeffert und kurz vor dem Ende mit ein paar Tropfen Zitrone beträufelt (vor allem der Fisch).

Auf dem Bild sind die Fischfilets schon einmal gewendet. Da der Mecklenburger laut Frank nicht ohne Soße auskommt, habe ich etwas Magerquark mit Schwung und aus dem Handgelenk solange gerührt, bis er fast sahnig wirkt. Dabei helfen Salz, Pfeffer, ein guter Spritzer Olivenöl und für den Geschmack ein Teelöffel gefriergetrocknete Dillspitzen. Je nach Viskositätswünschen der Soße kann diese auch noch mit Milch verdünnt werden.

Für die Farbe und ein wenig auch für die Menge hätte es noch eine zweite Paprika – eine gelbe und eine rote hätten noch zur Verfügung gestanden- mit verarbeiten sollen, aber der Platz in der Pfanne war auch beschränkt. Guten Appetit.

Reste essen exotisch

Heute gab es Resteessen, und weil einer der Reste, der mal langsam verbraucht werden musste, eine halbe Dose Kokosmilch war, wird es also etwas exotisch. Was lag noch rum? Spitzpaprika, Chinakohl, eine halbe Knackwurst; Gewürze kamen auch noch mit dazu.

Die Knackwurst, so eine weiche im Ring, wurde der dünnen Haut beraubt und das Innere in die heiße Pfanne gebröselt. Dann kam die klein geschnittenen härteren Teile der Chinakohlblätter dazu und die in ähnliche Form geschnittene Paprika. Nachdem alles ein wenig vor sich hin geschmurgelt ist und leicht Farbe bekommen hat (gelegentlich umrühren und ggf. noch etwas Olivenöl dazu geben, wenn die Knackwurst zu fettarm ist), kommen die klein gezupften Chinakohlblätter dazu und zur Würze etwas Kümmel. Deckel drauf und ein paar Minuten bei kleiner Hitze garen lassen.

Das Ergebnis sah dann so aus:

Dann wurde die Hitze wieder erhöht und alles mit der halben Dose Kokosmilch abgelöscht. Nachdem diese etwas eingekocht war, wurde mit etwas Rosenpaprika abgeschmeckt. Curry wäre auch eine schöne Idee gewesen, hatte ich aber nicht im Haus.

Hmm. Ein guter Schuss Sahne (statt Kokosmilch) wäre natürlich auch eine Idee gewesen. Zum Schluss etwas Kräuter drüber oder eine klein gehackte Zwiebel am Anfang mit dazu gegeben sind Varianten. Alles einfach mal ausprobieren.

Dilemma im Etikett

Die Nahrungsmittelindustrie steht schon vor einem Problem: Da werden zum Beispiel auf Joghurts oder Getränken Früchte abgebildet, die letztendlich höchstens als nicht aus diesen Früchten hergestellten Aromastoffe darin enthalten sind. Und wenn dann doch mal was drin ist, was abgebildet und im Namen vorkommt, dann muss es natürlich auch noch betont werden.

Paprikapaprikapaprikaecken

Denken wir das Prinzip mal weiter: Wenn zum Beispiel auf Erdbeerjoghurt nicht noch mal extra drauf steht, dass es mit Erdbeeren gemacht ist, kann man davon aus gehen, dass keine drin sind?

P.S.: In der Zutatenliste kommt Paprika übrigens sogar zweimal vor: Als eins der Gewürze (neben Geschmacksverstärkern) und als Färbemittel.