Was tun, wenn man kurzfristig Besuch zum Mittagessen bekommt, aber nur einen kleinen Rest, der zwar gut für einen, aber nicht für zwei reicht, Gulasch im Kühlschrank hat? Brühwürfel in heißem Wasser auflösen und damit den Gulasch strecken entfiel auf Grund meiner Abneigung gegenüber Brühwürfeln und anderen „Zaubermitteln“, die die Arbeit in der Küche vereinfachen sollen, aber eher den Geschmackssinn abstumpfen und globalisieren.
Wie es der Zufall wollte, fanden sich noch zwei Paprikaschoten im Gemüsefach meines Kühlschrankes, die ich erstmal zu kleinen Würfeln verarbeitete. In etwas heißem Ölivenöl und unter Hinzufügung von Salz und Pfeffer wurde sie dann angeschwitzt.

Das lassen wir jetzt zugedeckt so lange schmurgeln, bis der Paprika fast gar ist (oder eben fast die Konsistenz erreicht hat, in der man ihn zu verspeisen wünscht).

Dann kommt der gelagerte Gulasch dazu.

Alles wird gut durchgerührt, so dass sich alle Aromen gut verteilen können.

Das darf jetzt noch ein wenig vor sich hin köcheln/ziehen.

Jetzt ist die Zeit, die Sättigungsbeilage zuzubereiten (falls man das nicht schon nebenher getan hat. Salz- oder Stampfkartoffeln, Reis, Pasta, Polenta – der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt.

Auch wenn es nicht so aussieht, ich habe mich für Pasta entschieden. Zum Essen wurde sie natürlich ordentlich mit der Soße vermischt. Ist es nicht immer wieder erstaunlich, was man mit so einem Dekoring alles anstellen kann. 😉 Die Nudel heißt übrigens Risone und ist reisförmig. Zum Kochen behalf ich mich mit der alten Pasta-Koch-Regel: Pro hungrigem Magen 100 g Pasta, 10 g Salz, 1 l kochendes Wasser. Da ist dann ggf. auch noch Platz für ein kleines Dessert.
Schlagwort: Paprika
Der Pizza
Eigentlich war bei der Namensauswahl für das folgende Gericht eine Anspielung auf den Inspirator angedacht, aber irgendwie hat der Google-Translator die Floskel „Sieger über Goliath“ nicht sinnvoll ins italienische oder lateinische übersetzt. Und Pizza á la Gonorcock fand ich als Wortspiel viel zu schlecht, um es nehmen zu wollen. Also wurde, des Charakters des Essens gedacht, das ganze „der Pizza“ genannt.
Wie bei jeder guten Pizza fängt das ganze mit einer richtig heißen Pfanne an.

Nun, ich gebe zu, normalerweise braucht es wohl nicht unbedingt einer Pfanne, um eine Pizza zuzubereiten. In diesem Fall schon. Damit aus einer einfachen Pizza „der Pizza“ wird, kommt erstmal ein ordentlich Rumsteak, Roastbeaf oder etwas vergleichbares in diese sehr heiße Pfanne.

Bei diesem Vorgang geht es nicht darum, das Fleisch in welchem Grad auch immer zu garen, sondern es nur von außen schön und vor allem geschmacksgebend zu bräunen.

So sollte es nach wenigen Sekunden des Pfannenaufenthalts aussehen, nachdem es einmal umgedreht wurde. Danach wird auch die andere Seite genauso angebraten und das Fleisch dann aus der Pfanne genommen. In diese kommt jetzt etwas Öl, in dem Frühlingszwiebeln, Schalotten, Knoblauch und Chili angedünstet werden.

Auch eine klein gewürfelte rote Paprikaschote findet den Weg in die Pfanne.

Zur weiteren Geschmacksgebung ergänzen etwas Tomatenmark und eine Mischung aus scharfem und edelsüßem Paprikapulver den Pfanneninhalt und werden anschließend mit angeröstet.

Tja, da muss man schon mal mit in die Pfanne steigen, um das richtig abbilden zu können. 😉 Wenn das alles gut angebraten ist, kommt die meist zum fertigen Pizzateig mitgelieferte Soße dazu.

Hat man den Pizzateig selbst hergestellt (sehr löblich!) können an der Stelle auch Tomaten (frisch oder aus der Dose) den Pfanneninhalt bereichern. Im Endeffekt sollte aber eben die Soße dabei herauskommen, die auf den Teig verteilt wird.

Wenn die Soße gut durchgekocht ist, sich ggf. die Paprika etwas verkocht hat, kann die Pfanne vom Herd und die Soße etwas ankühlen. Nun wird das Fleisch weiter vorbereitet.

Es wird in nicht zu dünne, aber auch nicht zu dicke Scheiben geschnitten. Zwei Scheiben zusammen sollen etwa so dick sein, wie das ganze Fleischstück hoch ist. Außerdem bereiten wir noch eine orange Paprika und etwas Thymian vor.

Die Vorbereitungen sind damit abgeschlossen. Für die Zubereitung der Pizza gibt es noch einen kleinen Trick, der sie aber schön knusprig werden lässt. Für den, der öfter mal Pizza im Ofen selber macht, lohnt sich vielleicht auch der Erwerb eines sogenannten Grillsteins, eines Brotbacksteins oder eines Pizzasteins, eine kuchenblechgroße und ca. 2 cm dicken „Fliese“, die die Ofenhitze aufnimmt und auf der direkt gebacken wird. Da ich mich mit etwas anderem behelfen musste, schnitt ich vorher etwas von meinem Pizzateig ab, was sonst überstehen würde. Dann legte ich ihn auf ein Brett, um ihn belegen zu können.

Darauf kommt die Soße …

… und das Fleisch.

Darauf kommt ein wenig Thymian, nach Geschmack sind auch andere Kräuter möglich (klassisch: Oregano oder Majoran).

In die Zwischenräume zwischen den Fleischstücken werden jetzt die Paprikastücke platziert.

Das ganze wird jetzt mit Parmesan bestreut.

Wer sich jetzt fragt, wie diese Parmesanspäne entstanden sind, dem empfehle ich, mal ein Stück guten Parmigiano-Reggiano in die eine und einen Sparschäler in die andere Hand zu nehmen und zu gucken, was passiert, wenn man beides zusammenführt.
Der Ofen wird auf 220°C Ober- und Unterhitze vorgeheizt, das Blech für die Pizza sollte schon mit drin liegen. Wer den o.g. Pizzastein hat, der natürlich auch. Ich habe einfach mal meine Grillplatte hinein gestellt und sie mit aufheizen lassen.

Darauf wird zielgenau die Pizza samt Backpapier gelegt, der Ofen schnell wieder geschlossen und ca. 15 Minuten sich selber überlassen. Was vorher so aussah …

… kommt dann so wieder ans Licht des Tages.

Die Kunst ist jetzt, alles irgendwie serviert zu bekommen. Aber ihr schafft das!

Der Anschnitt sah dann so aus.

Ich habe mal versucht, genau durch ein Fleischstück zu schneiden. Guten Appetit.
Natur auf dem Grill, oder auch doch nicht?
Wirklich eins der einfachsten und wertvollsten Lebensmittel ist ein Stück Fleisch, auf dem Grill gegart, mit etwas Gemüse dazu. Und wenn man durch die Fleischabteilungen der Supermärkte geht oder an der Auslage seines Lieblingsfleischers stehen bleibt, fällt einem ab und an mal so ein schieres, pures, Genuss verheißendes Stück ins Auge. Da möchte man meinen: Natur pur! Und so gut aussehend.

Sieht das nicht gut aus? Da läuft einem ob des späteren Verzehrs schon beim Kauf das Wasser im Munde zusammen. Aber davon sollte man sich nicht leiten lassen! Ich habs allerdings trotzdem getan. Erst zu Hause wurde ich stutzig. Was macht eigentlich eine mehrteilige Zutatenliste(!) auf einem Stück Fleisch, dem Ausdruck purer Natur?
Nicht ganz normgerecht, aber doch vorhanden:

Was macht ein Verdickungsmittel am/im rohen Fleisch, von Salz und Milcheiweiß ganz zu schweigen??? Bei nächsten Einkäufen werde ich auch hier verstärkt auf Zutatenlisten gucken müssen. Das passiert mir nicht noch einmal! Überall wird man nur beschissen.Ich vermute mal: Salz entzieht dem Fleisch etwas Feuchtigkeit, das Guarkernmehl bindet es wieder. Nebeneffekt: Das ganze Stück wird mürber, zarter. Der Sinn des Milcheiweiß erschließt sich mir nicht. Gibt es hier einen Lebensmitteltechnologen, der mir das erklären kann?
Aber, wo wir das Stück schon mal da haben, kommts auch auf die Grillplatte. Da es recht dick ist, wird die Temperatur nicht zu hoch gewählt.

Wann umgewendet werden sollte, entscheidet wieder der Blick auf die Seitenfläche des Fleischstückes.

Das muss noch etwas liegen bleiben. Knapp bis zur Hälfte hoch sollte es sich verfärbt haben.
Nebenher kann man auch an die Beilage denken. Wir wäre es mal mit gegrilltem Paprika. Auch lecker. Der kommt einfach halbiert mit auf den Grill.

Wer mag, kann die halben Früchte auch noch vorher etwas einölen. Das Fleisch ist dann irgendwann gut und kann umgedreht werden.

Natürlich sollte man auch die Paprikaschoten gelegentlich mal wenden. Zur Feststellung des Garpunktes des Fleischs wird es mit leichtem Druck betastet.

Wie sich das Fleisch bei welcher Garstufe anfühlen muss, habe ich beim EiTV – Grillen schon mal erklärt. Das Fleisch kommt dann runter und darf noch etwas ruhen, bis auch der Paprika den gewünschten Garzustand erreicht hat.

Man kann ihn dann noch klein schneiden und dann alles anrichten.

Guten Appetit.
Essen, Anthony und schlimme Worte
Neulich gab es mal wieder Pasta. Die Nudeln habe ich mal geschenkt bekommen, deswegen bleibt eine Bemerkung hier mal aus („Einem geschenkten Gaul, …“). Ein paar Rispentomaten und eine fleischige rote Paprika waren mit Charlotte Schalotte und Knoblauch, Olivenöl, Salz und Pfeffer in einen Topf gewandert, sind ordentlich durchgeschmort und püriert und hinterher mit in Tomatensoße eingeweckten Muscheln und einem Spritzer Balsamico aufgepeppt worden. Das Ergebnis zeigte sich dann so:

Neulich las ich mal einen Blogartikel, in dem mir bewusst das erste mal der Begriff „Foodporn“ unterkam. Gibt man den Begriff in die Suchmaschine seiner Wahl ein, gibt es viele (englischsprachige) Findstellen im Netz. Letztendlich bezeichnet Foodporn das Abbilden von leckerem – auch das Auge isst mit – Essen im Netz, also das, was ich hier mit der Fotokochstory auch gern mache.
Der von mir recht geschätzte Anthony Bourdain hat den Begriff in einer seiner Sendungen auch schon geprägt und entsprechend umgesetzt. So kann man es auch sehen. Die deutsche Fassung seiner Sendungen gibt es zur Zeit dienstagabends 23:15 Uhr bei DMAX (zzgl. Wiederholungen).
Apropos eindeutschen. Ich war mal so frech, mit foodporno.de zu reservieren. 😉
Buntes für’s Auge
Hat schon mal jemand Mandarinen bzw. Clementinen filetiert? Ich fand die Idee ganz lustig. Immerhin bringen sie die fruchtige Note in den Salat des Abends. Die Grundmischung habe ich so im Supermarkt meines Vertrauens käuflich erworben, grüne, rote und grünrote Blätter in vielfacher Form sind in der Mischung gewesen und wurden unter „Minisalate“, vielleicht auch als Babysalate verkauft. Die roten Punkte sollten ursprünglich vom Granatapfel kommen, der erwies sich allerdings als weit jenseits seiner besten Zeiten. Also wurde eine halbe Schote roten Paprikas fein gewürfelt.

Für das Dressing habe ich die Reste der Mandarine, die übrig gebliebene halbe Paprikaschote, einen Teelöffel Honig, Salz, Pfeffer, einen halben Teelöffel Senf, etwas Limettenöl, etwas Olivenöl, einen ordentlichen Schuss weißen Balsamico, und einen guten Esslöffel fettarmen Frischkäse in einen Mixer gegeben und fein püriert. Da ist nicht nur das Auge mit.

P.S.: Um kurz noch auf die Eingangs gestellte Frage zurückzukommen. Ich habe die Mandarine nicht filetiert, aber der Länge nach halbiert und dann mit der Schnittfläche nach oben auf den Salat gelegt. 😉
Abendbrot nach Frank
An anderer Stelle habe ich mich ein wenig über die Ernährungstipps ausgelassen, die mir in einer entsprechenden Beratung seit einiger Zeit angeboten werden. Hier mal eine Umsetzung der erlernten Informationen.
Bei Fisch sollte der Schwerpunkt auf Salzwasserfisch liegen. Nun ist der Bodensee kein Salzsee, aber die Felchen sollen doch mal als gesund und lecker dastehen. Die orange Paprika wurde in kleine Streifen geschnitten und alles in der mittelheißen Grillpfanne – zuvor von einer einzelnen Olive mit kalt gepresstem Öl angehaucht – gesalzen, gepfeffert und kurz vor dem Ende mit ein paar Tropfen Zitrone beträufelt (vor allem der Fisch).

Auf dem Bild sind die Fischfilets schon einmal gewendet. Da der Mecklenburger laut Frank nicht ohne Soße auskommt, habe ich etwas Magerquark mit Schwung und aus dem Handgelenk solange gerührt, bis er fast sahnig wirkt. Dabei helfen Salz, Pfeffer, ein guter Spritzer Olivenöl und für den Geschmack ein Teelöffel gefriergetrocknete Dillspitzen. Je nach Viskositätswünschen der Soße kann diese auch noch mit Milch verdünnt werden.

Für die Farbe und ein wenig auch für die Menge hätte es noch eine zweite Paprika – eine gelbe und eine rote hätten noch zur Verfügung gestanden- mit verarbeiten sollen, aber der Platz in der Pfanne war auch beschränkt. Guten Appetit.
Reste essen exotisch
Heute gab es Resteessen, und weil einer der Reste, der mal langsam verbraucht werden musste, eine halbe Dose Kokosmilch war, wird es also etwas exotisch. Was lag noch rum? Spitzpaprika, Chinakohl, eine halbe Knackwurst; Gewürze kamen auch noch mit dazu.
Die Knackwurst, so eine weiche im Ring, wurde der dünnen Haut beraubt und das Innere in die heiße Pfanne gebröselt. Dann kam die klein geschnittenen härteren Teile der Chinakohlblätter dazu und die in ähnliche Form geschnittene Paprika. Nachdem alles ein wenig vor sich hin geschmurgelt ist und leicht Farbe bekommen hat (gelegentlich umrühren und ggf. noch etwas Olivenöl dazu geben, wenn die Knackwurst zu fettarm ist), kommen die klein gezupften Chinakohlblätter dazu und zur Würze etwas Kümmel. Deckel drauf und ein paar Minuten bei kleiner Hitze garen lassen.
Das Ergebnis sah dann so aus:
Dann wurde die Hitze wieder erhöht und alles mit der halben Dose Kokosmilch abgelöscht. Nachdem diese etwas eingekocht war, wurde mit etwas Rosenpaprika abgeschmeckt. Curry wäre auch eine schöne Idee gewesen, hatte ich aber nicht im Haus.

Hmm. Ein guter Schuss Sahne (statt Kokosmilch) wäre natürlich auch eine Idee gewesen. Zum Schluss etwas Kräuter drüber oder eine klein gehackte Zwiebel am Anfang mit dazu gegeben sind Varianten. Alles einfach mal ausprobieren.
Dilemma im Etikett
Die Nahrungsmittelindustrie steht schon vor einem Problem: Da werden zum Beispiel auf Joghurts oder Getränken Früchte abgebildet, die letztendlich höchstens als nicht aus diesen Früchten hergestellten Aromastoffe darin enthalten sind. Und wenn dann doch mal was drin ist, was abgebildet und im Namen vorkommt, dann muss es natürlich auch noch betont werden.

Denken wir das Prinzip mal weiter: Wenn zum Beispiel auf Erdbeerjoghurt nicht noch mal extra drauf steht, dass es mit Erdbeeren gemacht ist, kann man davon aus gehen, dass keine drin sind?
P.S.: In der Zutatenliste kommt Paprika übrigens sogar zweimal vor: Als eins der Gewürze (neben Geschmacksverstärkern) und als Färbemittel.
