KW6 – Schon wieder

Hatte ich den eigentlich schon?

“Herr Ober, was machen die ganzen Leute an meinem Tisch?”
“Mein Herr, Sie hatten doch einen Auflauf bestellt …”

Eigentlich wäre ja heute der letzte Sonntag gewesen, wo ich mich selbst verpflegen musste. Eigentlich. Nicht, dass Vatterns Reha verlängert worden wäre, eher im Gegenteil. Er kam aus Gründen früher nach Hause, um sich dort zwei Wochen lang einschließen zu müssen.

Manchmal habe ich den Verdacht, doch ein wenig ein “Stress-Esser” zu sein. Am Freitag gönnte ich mir dann ein schnelles, feines, kleines Extra. Auslöser war die Passage meines Lieblingsfleischers beim freitäglichen Einkauf und der damit verbundene Anblick zweier schöner Kamm-Stücke.

Brötchen anrösten, Fleisch bratenDie kamen in die heiße Pfanne, und da dann noch Platz war, röstete ich gleich noch ein aufgeschnittenes Brötchen ein wenig an.

Steakbrötchen in macheAls ich das gleich umdrehte, kam auch die Unterseite des Brötchens zum Vorschein. Das kam dann raus und machte einem zweiten seiner Art Platz, um die gleiche Behandlung zu erfahren.

SteakbrötchenMit ein wenig Senf veredelt verschnabulierte ich die beiden Steakbrötchen dann als Abendbrot. Da das Mittag an dem Tag eher mau ausfiel, eine lässliche kleine Sünde.

Der Samstag war kulinarisch eher uninteressant und auch dem Sonntag drohte vergleichbares, da ich den Tagesablauf etwas entspannen wollte. Also schob ich das Mittag etwas nach hinten, unterließ damit aber meine geliebte Sonntagskaffeepause (bzw. den dazugehörigen Kuchen) und so gab es das Heißgetränk nach folgendem Auflauf. In den sind ein paar Ideen eingeflossen, die ich die Woche über aufschnappte.

Erbsen dazu gebenIn der Auflaufform sehen wir unten vorgegarte Kartoffelscheiben, klein geschnittenen Landjäger (luftgetrocknet, von mir) und ein paar Tk-Erbsen. Unter den Kartoffeln ist als Ansetzschutz noch etwas Öl drunter, das ich auch gewürzt hatte.

Ein Ei und etwas Milch wurden verquirlt und auch noch etwas gewürzt (Standard).

Eiermilch drüberWo hatte ich eigentlich die schönen geschnittenen Kartoffelscheiben her? Ganz einfach: Eine rohe Kartoffel passender Größe hatte ich geschält und dann – im rohen Zustand – in Scheiben geschnitten. Geht am einfachsten. Ggf. lohnt auch, das gleiche mit einer zweiten Kartoffeln zu wiederholen, hängt aber von der Größe der Kartoffeln und der Auflaufform ab. Eine weitere große Kartoffel würfelte ich noch und gab dann alles in ein mikrowellengeeignetes Gefäß mit Deckel. Das spülte ich inkl. der Kartoffeln einmal mit kaltem Wasser aus, ließ das aber nur grob abtropfen. Dann kam alles mit Deckel und Dampfabzug in die Mikrowelle. Klappt wunderbar.

Die gewürfelten Kartoffeln wollte ich in eine Art Kartoffelbrei verarbeiten. Leider hatte ich die Kartoffeln etwas zu kurz gegart, dass das mit dem Brei nicht wirklich was werden wollte.

Kartoffelbrei verteilenAber mit etwas Milch und einem Schneebesen rührte ich so lange darin rum, bis es sich über den Auflauf schütten ließ. Dann kam noch Käse drüber.

Käse drüber hobelnWas mir wieder in Erinnerung rief, dass ich mir eine grobe Reibe besorgen wollte. Diesmal war es Gouda. Danach kam alles in den Ofen, 200°C Umluft, bis die Kruste schön ist.

Kartoffelauflauf mit Gouda, Erbsen, LandjägerDer Gouda bräunte etwas komisch, aber was soll’s?! Kann ja auch an meiner “Reibe”-Methode mit einem Sparschäler liegen.

Kartoffelauflauf mit Gouda, Erbsen, LandjägerDie Eiermilch war gestockt, die Kruste war krustig. Soweit, so gut.

Auflauf, nackendMit einem metallenen Pfannenwender hätte ich vermutlich die Kruste besser durchstechen können. Hab ich aber nicht. Deswegen ist die eine Ecke leider etwas misslungen.

Auflauf, DetailAber der Auflauf ist recht gut gelungen. Die Wurst gab eine schöne Würze ab, die Erbsen sorgten für die gemüsige Süße. Die Kartoffeln waren dann jetzt auch gar, aber sie zerfielen nicht, da sie wohl doch noch sehr al dente in die Auflaufform gekommen waren. Der Kartoffelbrei sorgte noch für eine erdäpfelige Cremigkeit im inneren. Naja, und der Käse war eben der Käse, mit dem alles überbacken war.

Noch ein Wort zu den Landjägern. Ihr kennt die von Supermärkten und Discountern feilgebotenen, meist plastikverschweißten Dauerwurstdinger, die dieses Gericht hätte man sie sicher auch sehr gut direkt aus der Packung nehmen können. Ich hatte meine aber bereits vor über einer Woche gekauft und dann in der Küche zum Trocknen/Reifen aufgehangen (natürlich ohne Plasteumhüllung). Man muss meiner Erfahrung nach ein wenig aufpassen, dass man die richtigen erwischt, die das sinnvoll mit sich machen lassen. Meine jetzigen fingen irgendwann an zu tropfen (was ein gutes Zeichen ist). Ich hatte auch schon welche, da passierte selbst in 2 Wochen gar nichts. Das hängt von der verwendeten Wursthülle ab. Man kann sowas also immer mal machen. Meist gewinnen die Dinger geschmacklich. Allerdings sollte man nicht so viel beim Aufhängen an ihnen rumtatschen. Und Haustiere, die irgendwie dran kommen könnten, verbieten sich auch. Aber sonst ist das wirklich mal zu empfehlen. Auch mit Mettenden, (groben) Knackern und Salami sowieso.

Ein aufgeschobenes Experiment

Wahrscheinlich ist es besser, für das Gericht bei der Zubereitung etwas beim Bauernfrühstück abzukupfern. Zumindest bei der Variante, wie ich sie bei einem Imbiss mal gesehen habe: Die Bratkartoffeln wurden frisch zubereitet, in einer anderen Pfanne wurden die verklepperten Eier zum Stocken gebracht und beinahe zu einem Omelett gebraten, allerdings nicht umgedreht, sondern halbseitig mit den Bratkartoffeln belegt und dann umgeklappt.

So ist nachfolgendes Gericht also nicht entstanden. Es fing aber mit klein geschnibbelten Schalotten und einem Teller mit zwei Eiern an.

Zwiebeln gehackt

2 Eier

Die Eier werden zerschlagen.

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Und dann gewürzt.

Gewürze im Ei

Zu sehen sind Senf und Pfeffer, dazwischen nicht zu sehen ist eine Prise Salz. Auch das wird verrührt.

Zwiebeln hinzu

Dort hinein kommen dann auch noch die Zwiebeln.

Auf diesem Antik aussehenden Teller sollte sich Mehl befinden.

Kartoffelmehl auf einem Teller

Es ist aber “nur” Kartoffelmehl. Geht auch. Ihr ahnt, was hier passieren soll und das tut es dann auch. Die Scheibe Fleisch wird mit dem Mehl bestäubt …

Kamm im Mehl

… und anschließend im Ei gewälzt.

Im Ei wälzen

Nebenbei ist auf dem Herd eine Pfanne mit etwas Öl heiß geworden. In das kommt dann das von beiden Seiten mit der Eimasse umgebene Fleisch. Man kann die Reste des Eis auch noch in der Pfanne dazu geben.

In der Pfanne

Die Kunst ist nur das Umdrehen.

Umgedreht

Die Hitze unter der Pfanne ist übrigens nur sehr sanft eingestellt. Das Fleisch muss ja auch garen, bevor das Ei verbrennt. Es zischte und schmurgelte also kaum.

Bei der Beilagenwahl lasse ich Euch mal freie Wahl.

Strindberg-Versuch

Der kundig Kochende wird eine Anlehnung an die Strindberg-Zubereitung erkannt haben. Ich fand die Idee, das so zu machen, nicht schlecht. Allerdings scheint der Senf die Zubereitung in der Pfanne nicht so lange zu überstehen, wie das Fleisch braucht, um zu garen. Ich kann mich auch erinnern, in anderen Rezepten etwas von Senfpulver gelesen zu haben. Oder, man macht es eben wie oben angedeutet: Fleisch mit Salz und Pfeffer würzen, ggf. bemehlen und in der Pfanne nach eigenem Wunsch braten. Eier mit Salz, Pfeffer und Schalottenwürfel mischen, in einer hinreichend großen Pfanne braten. Fleisch mit Senf bestreichen, auf die eine Hälfte des Omelettes legen und die andere Hälfte rüberklappen. Fertig.

P.S.: Gerade unlängst fand ich “Bauernfrühstück” auch in der Speisekarte eines Pizza&Co.-Lieferers. Dort hieß es allerdings “Omelette Bauer”.

P.S. II: Schöne Grüße nach Hamburg. (Das versteht jetzt nur einer.)

Schwester! Pinzette, Kanüle, Spritze!

Ich gebe zu, die Überschrift ist für einen Kochblog nicht wirklich eindeutig. Aber mit eindeutigen Überschriften habe ich es ja nicht so. Das erste Bild bringt aber auch nicht mehr Aufklärung. Auf dem Teller liegen ein Milchaufschäumer und eine Spritze …

Als Beilagen finden sich im OP dann noch Ananassaft, Salz, Pfeffer, Olivenöl, Paprika und ganz weit rechts im Hintergrund Sweet-Chili-Soße.

So erklärt sich zumindest der Milchaufschäumer. Mit dem wird alles in dem Glas gut durchgemixt.

Anschließend wird es in die Spritze gefüllt oder aufgesogen. Das wichtige Ergebnis ist, dass es irgendwann innen drin ist.

Aber keine Angst. Der Koch haut sich das jetzt nicht in den Allerwertesten oder wo man es noch gern haben kann. Im konkreten Fall kommt es eher in den Schweinenacken, der eher so aussieht wie ein zu dick geschnittenes Nackenkotelett.

Mit etwas Feingefühl bekommt man einen Großteil des Spritzeninhalts intramuskulär ins Innere des Fleischstücks, etwas geht natürlich immer daneben. Wichtig ist, nicht mit zu großem Druck zu arbeiten, da sonst die Flüssigkeit unkontrolliert irgendwo herausspritzen kann.

Damit wäre dann fast alles vorbereitet. Von außen wird das Fleischstück noch mit Salz, Pfeffer, Öl und Paprika gewürzt.

Danach kommt es bei ca. 150°C Umluft in den Ofen.

Nicht wundern, dass meiner wie eine Mikrowelle aus sieht. Das ist eine, allerdings mit Heißluftfunktion, die ich hier nutzte.

Nach rund 30 Minuten sieht das Stück so aus.

Jetzt wird es noch mit etwas Honig bepinselt und nochmal gesalzen.

Dann gehts für ein Paar Minuten noch ab untern Grill.

Danach etwas Nachruhe und dann der Anschnitt.

Sehr saftig, auch innen würzig und sowas von saftig und zart. Das macht der Ananassaft. Guten Appetit.

Schnelles aus der Grillpfanne

Wenn das Pfanne vorheizen noch fast am längsten dauert.

Man nehme eine schöne grillfähige Scheibe Fleisch und würze sie nach Belieben. Außerdem putze man einen Chicorée und halbiere ihn. Der Strunk wird entweder geschickt entfernt oder mit ein wenig Zucker bestreut, i9st er doch etwas bitterer.

An die Stelle in der Pfanne, die für das Gemüse bestimmt ist, gibt man etwas Öl, darauf das Gemüse und daneben das Fleisch. Insgesamt wird alles dreimal gewendet, damit es ein schönes Grillmuster bekommt. Fertig sieht es dann so aus:

Vergessen habe ich natürlich, zum Schluss alles mit gehackter Petersilie zu bestreuen.

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