Ideen, Pläne und wenn man sich nicht dran hält

Nicht nur, um auch mal wieder etwas Selbsterkochtes abbilden zu können, heute ein kleiner Beitrag. Es war Zeit und Muße und Dinge, die verarbeitet werden mussten. Und so fand mich der Samstagvormittag bei einem guten Radioprogramm auf dem Sofa sitzend, drei Schüsseln um mich herum verteilt, ein kleines Messer in der Hand und eine Abfalltüte zwischen den Beinen … Rosenkohl putzen. Und Kartoffeln schneiden. Es war sehr erheiternd, was weniger am Putzen und Schneiden lag, sondern am Radioprogramm (WDR5, Satire Deluxe).

Die Idee war, meinen beheizbaren Mixbecher mal wieder zu nutzen. Erst in Brühe die Kartoffeln anzugaren und später den Rosenkohl dazuzugeben, da der vermutlich nicht so lange zum Garen braucht. Hätte ich das mal gemacht. Angefangen hat das Ganze aber ganz woanders und im Ansatz besonders gesund: mit Fett in Öl.

Ja, ihr seht richtig. In etwas gutem Rapsöl lasse ich etwas guten fetten Speck aus. Er hätte ruhig etwas durchwachsener sein können. Aber diesen Edelspeck verarbeite ich schon so lange, der muss endlich mal weg.

So lange dauert es nicht, bis die Speckwürfel leicht angebräunt sind. Man sollte schon etwas aufpassen und immer etwas umrühren. Dann bräunt alles schön gleichmäßig und die zwar gewürfelten, aber doch sehr eng aneinander haftenden Speckstücke gehen schön auseinander.

Fett und Würfel kommt zu den Kartoffeln in den Kocher. Es stellte sich heraus, dass der Rosenkohl etwas früh in die Zubereitung involviert wurde, aber jetzt ist das so und wird auch so beschrieben.

Mit einer schönen Gemüse- oder Geflügelbrühe wird alles aufgegossen und dann die Maschinerie in Betrieb gesetzt. 35 Minuten kochen und nur umrühren, ggf. auch in Gegenrichtung stehen auf dem Plan. Nach Geschmack bzw. für den Geschmack kommen auch noch etwas getrockneter Majoran, etwas gemörserter Kümmel (wer mag, auch ganzer), natürlich Pfeffer und andere Aromate hinzu.

Kurz vor dem Ende kommt noch etwas Frischkäse in die Suppe. Hier eine Sorte mit eingearbeitetem Merrettich. Abschmecken mit Salz wäre jetzt auch eine Idee, sollten Speck und Brühe noch nicht genug davon mitgebracht haben. Kartoffeln ziehen ja viel davon.

Trotz nur geringer Drehbewegungen haben sich sowohl die Kartoffeln (das war noch nach Plan) als auch der Rosenkohl (das sollte so eigentlich nicht) fast vollständig aufgelöst.

Zum Schluss (nicht nur für’s Auge) kommt noch etwas Grün auf die Suppe. Lecker. Wer ein paar Speckwürfel vom Anfang aufgehoben hat, kann auch die noch drüberstreuen.

Das Rezept ist natürlich auch in einem Topf möglich. Die Speckwürfel waren sowieso schon in einem, da hätte ich die Kartoffeln und die Brühe auch gleich hineingeben können. Der einzige wirkliche Nachteil der Topfgarung: Man muss selber umrühren. Der Vorteil: Man hat alles besser unter Kontrolle.

4 Gedanken zu „Ideen, Pläne und wenn man sich nicht dran hält“

  1. Na, das kannst Du nicht machen. Speckwürfel kannst Du auch ohne zusätzliches Fett anbraten, der Speck lässt genügend Fett im Topf aus, um darin schön knusprig gebraten zu werden. Also einfach die Speckwürfel in einen heißen Topf ohne Fett geben.

    1. Zeigt nicht allein die Tatsache, dass ich es gemacht habe, dass ich es doch kann? 😉

      1. Bei sehr fettem Speck (weißem oder grünem) magst Du recht haben, das ginge auch ohne. Nur muss man dann zum Anfang, wenn noch nicht so viel ausgelassen wurde, umso mehr aufpassen, dass nichts anbrät.
      2. Bei durchwachsenem Speck sehe ich da eher einen Fettmangel voraus, vor allem wenn man sowas wie den doppelt geräucherten Bauch meines Lieblingsfleischers nimmt. Das wird ohne zusätzliches Fett zu trocken und verbrennt eher.
      3. Am liebsten hätte ich sowas wie geräucherte Schweinebacke für das Rezept genommen. Zwar viel Fett und nur ein oder zwei Fleischschichten, aber auch sehr fest in der Konsistenz und vermutlich ohne etwas Hilfsfett auch nicht gut ausbratfähig.

      Außerdem wollte ich das Rapsöl sowieso mit in die Suppe geben. Ich finde, es passt (geschmacklich) gut zu Kartoffeln. Und bevor einer fragt: Rapsöl und Geschmack? Jaha!!! Kaltgepresstes Rapsöl hat auch Geschmack.

  2. Da hast Du recht lieber Dirk. Wenn man den Speck ganz ohne Öl in den Topf gibt brennt er , bevor sich das Fett gelöst hat gerne an. Und: Rapsöl ( kaltgepresst ) schmeckt tatsächlich nussig/speckig. Vor allem das Bio- Rapsöl. ich war erwundert als ich letztens einen Feldsalat von meinen Eltern serviert bekam, und darin die Speckwürfel suchte…und keine fand. Er schmeckte total nach Speck. War aber nicht so, der Geschmack kam vom nativen Bio- Rapsöl das sie im Reformhaus kauften.

    1. Da habe ich doch gleich nochmal an der Flasche gerochen. Nunja, bei der Sorte, die ich hier habe, rieche ich keinen Speck. Aber es ist auch kein reformiertes Rapsöl. 😉
      Fetten Speck kann man wirklich auch ohne zusätzliches Fett auslassen. Man muss nur sanft anfangen. Aber das zusätzliche Fett vereinfach die Angelegenheit doch enorm.

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