KW4 – Hans’ Neue und DIY

Die Bonner Riegels haben die Welt mit einem neuen Nachwerk versorgt, dass von großen Ambitionen in Richtung Nachhaltigkeit spricht. Immerhin haben sie die Pressformen für die Cola-Flaschen-Vorlagen jetzt für ein weiteres Produkt genutzt. Statt des ungesunden Softdrinks nahm man sich hier ein anderen Flaschenprodukt zum Vorbild: Kakao, vermutlich auf Sojadrink-Basis. Neumodisches Zeuch also. Der süße Süßschaumträger kommt in zwei Farben daher und enthält immerhin 0,9% entöltes Kakaopulver. Da braucht man sich nicht wundern, dass die kleinen Gemeinheiten mal wieder etwas überaromatisiert schmecken. Eine typische Aktionsware: Produziert, damit es interessierte Kunden einmal zum Ausprobieren kaufen und dann wieder in der Versenkung verschwinden lassen.

Kommt ein Reh mit Fellproblemen zum Hausarzt. Wohin wird es überwiesen?
In eine Reha(ar)klinik.

Der Witz stellt eine Überleitung zum eigentlich wichtigen dar, dem heutigen Sonntagsessen. Da Vattern zur Zeit in einer Rehaklinik weilt, die ein strenges Corona-Management fährt, gibt es dort weder ein Rein noch ein Raus. Er ist dort also gut versorgt (es gab wohl sowas wie eine griechische Roulade/Boulette – also sowas mit Feta-Füllung – heute). Als er es mir erzählte, hatte ich den Eindruck: Begeisterung klingt anders. 😉
Damit war ich auf selbstständige Möglichkeiten zurückgeworfen. Ich überlegte im Vorfeld bereits auf Burgerbraterei oder Pizzaservice, aber dann habe ich mich doch anders entschieden.
Gebratenes Welsfilet an Rosenkohl und Kartoffelbrei mit RöstzwiebelnIn Anlehnung an andere Bratfisch-mit-Stampfkartoffel-Gerichte der jüngsten Vergangenheit ließ ich zwei Welsfilets nach Packungsaufdruck auftauen (genauer: antauen), putzte eine handvoll Rosenkohl und schälte ein paar Kartoffeln, die dann auch noch gewürfelt wurden.
Der Rosenkohl wurde in wenig Wasser mit Salz und Kümmel al dente blanchiert und dann beiseite gestellt. In einem Topf wurde in reichlich Butter eine gewürfelte Zwiebel angeschwitzt und leicht angebräunt. In der Mikrowelle garten unterdessen die Kartoffelwürfel und das gesalzene und gepfefferte Welsfilet briet in der Pfanne. Als ich den Fisch, gut angebräunt, einmal umdrehte, kamen noch die Rosenköhler mit in die Pfanne. Die Zwiebeln in der Butter wurden mit etwas Milch abgelöscht und die gegarten Kartoffelwürfel dazu gegeben und gestampft. Mit weiterer Milch erhielten sie die perfekte Konsistenz.
Gebratenes Welsfilet an Rosenkohl und Kartoffelbrei mit RöstzwiebelnEin wenig fehlte der kleine Klecks Krautsalat, aber man kann nicht alles haben. Vielleicht denke ich am kommenden Sonntag daran, mir welchen zu kaufen.

10 Gedanken zu „KW4 – Hans’ Neue und DIY“

  1. Ich vermute du beziehst dich mit deiner kryptischen Ausführung am Beginn des Artikels auf Haribo Hey Kakao, irgenwelche Zuckerschaum-Fläschchen mit Kakao-Aroma welche der Bonner Süßwarenhersteller neuerdings im Sortiment anbietet.
    Keine Ahnung ob sich das durchsetzt, aber wie bei allen Süßware gilt hier sowieso: Wenn überhaupt, dann bitte nur im Maßen genießen. Aber der geringe Kakaogehalt spricht ja nicht gerade für das Produkt. Augenwischerei, wie so oft…

    1. Bingo. Wobei ich den geringen Kakaogehalt nur mittelbar schlecht finde. Der Ausgleich über Aromastoffe und dann ein zuviel davon finde ich viel schlimmer. Vor allem, wenn die Bonner da eigentlich nur dezent auffällig sind. Andere Hersteller überaromatisieren viel heftiger.

      1. Tja, Aromastoffe sind halt billiger als echte Zutaten. Und fast unbeschränkt verfügbar. Das ist in der Lebensmittelindustrie aber doch eher normal. Leider…
        Aber wenn man – rein theoretisch – die Hersteller dazu verpflichten würde nur noch biologische Zutaten ohne Aromastoffe und Geschmacksverstärker zu verwenden, würden die Produkte wahrscheinlich so teuer dass sie sich nur noch die wenigsten leisten könnten. 😕
        Oder man würde sie nicht mehr kaufen, weil der Geschmack der originalen Produkte nicht mit dem deckt was der Verbraucher erwartet. Ein gutes Beispiel hier ist Waldmeister, der Geschmack von echtem Waldmeister hat kaum etwas mit dem zu tun was die Industrie unter diesem Namen verkauft. 🤷‍♂️

        1. Waldmeister ist wirklich ein herausragender Fall, aber bei weitem nicht der einzige. Eigentlich schmeckt doch kein Aroma wie das jeweils namensgebende Original. Erdbeere, Wassermelone, selbst Cola! Aber sie bilden einen Quasistandard.
          Wie sagte doch neulich ein 5jähriger: “Mama! Der Apfel schmeckt voll nach Eistee.” Frage: Was aß er wirklich? 😉

          1. Ja, wenn man einen Fruchtjoghurt-/Quark blind verkostet kann heute keiner mehr sagen um welche Geschmacksrichtung es sich handelt. Außer vielleicht noch bei Zitrone… 😉
            Eistee kenn ich aber jetzt eher mit Pfirsich, aber es mag ihn auch mit Apfel geben.

          2. Du bist sc hon auf dem richtigen Weg. Offensichtlich aß der 5jährige das erste mal einen Aprikose, vermutlich noch etwas fest, aber schon geachtelt und vom Stein entfernt, so dass von de4r Form her eine Verwechslung mit dem Apfel möglich war, aber geschmacklich eher an den Eistee/Pfirsich erinnerte.
            Einmal fand ich einen Eistee Erdbeer/Kiwi … Fand ich interessant. Als ich auf die Zutatenliste guckte und weder Erdbeere noch Kiwi in dieser entdeckte, habe ich ihn wieder ins Regal zurückgestellt …

          3. Es gab mal eine Serie von Terra X Folgen mit Sebastian Lege. Der hat in diesem Rahmen viele Tricks der Lebensmittelindustrie vorgestellt.
            Dabei kam auch vor dass man z.B. Erdbeergeschmack mit Sägespänen simulieren kann. Und der hat auch den Test mit der Blindverkostung von Fruchtjoghurt durchgeführt wo die Leute die Früchte nicht erkannten. Und er hat den Konsumenten echten Waldmeister serviert, was kaum jemanden gemocht hat weil sie den Geschmack gar nicht kannten.
            Darin kam auch eine Episode vor in der er fleischgefüllte Ravioli ohne Fleisch mit Tomatensauce ohne echte Tomaten hergestellt hat und sie den Leuten auf der Straße serviert hat. Und das schmeckte ihnen besser als echte Ravioli, da es genau das war was sie von den berühmten Dosenravioli her kannten.
            Es ist also letztlich eher eine Frage der Konditionierung – wen man den Menschen nur lange genug eine Lüge serviert halten sie es für die Wahrheit – und das trifft ja nicht nur bei Lebensmitteln zu… 🤷‍♂️😋

          4. Die Folge habe ich auch gesehen. Ist schon spannend, das mit der Konditionierung. Es soll ja auch Leute geben, die immer in die gleiche Gaststätte gehen (wenn sie denn mal ausgehen) und dort immer das gleiche Gericht essen. Könnte ich nicht.

          5. Na ja, wenn ich DAS Restaurant mit dem absolut perfekten Essen finden würde, würde ich so etwas vielleicht in Betracht ziehen. 😉 Aber es könnte ja noch immer etwas besseres geben, daher endet die Suche eigentlich nie solange noch Alternativen existieren.
            Sind die Möglichkeiten für Neuerungen allerdings erschöpft, könnte man sich natürlich für seinen Favoriten unter den Restaurants entscheiden und dabei bleiben. Aber ich geh außerhalb von Urlaubsreisen eh so selten in Restaurants, ich nehme da alles was kommt. Bin für jeden Besuch in einer solchen Location dankbar, daher trifft das für mich eh nicht zu. 😁 Aber bei dir samt deinem Vatter wäre es evtl. denkbar. Aber ihr seid ja scheinbar auch eher für Abwechslung…

          6. Vorstellbar ist es natürlich schon, dass, wenn man eher selten essen geht, dass man sich dann auf ein Lieblingsessen konzentriert, vor allem, wenn man es selbst nicht so hinbekommt oder es schwierig oder aufwendig herzustellen ist. Aber welcher Convenience-Aufwärmer hat heutzutage noch sowas.

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