Party-Ess-Idee 2018

Vor knapp zwei Jahren habe ich schon mal ĂŒber neue Party-Ess-Ideen philosophiert. Man muss ja auch mal rauskommen aus dem Raclette-Fondue-Grill-Einerlei. 😉 Die Bulette bietet sich gut an, sie indivuell von den PartygĂ€sten zu fĂŒllen und selber auf dem Tischgrill braten zu lassen. Das Rumgemansche ist zwar nicht jedermanns Sache; aber wer hat gesagt, dass die Idee perfekt ist?

Etwas weniger matschig wurde es ĂŒbrigens beim gerade vergangenen Jahreswechsel. Es muss ja nicht immer Hackfleisch sein. Auf der Suche nach abwandelbaren Gerichten, die dann fĂŒr so ein Partyessen taugen, bin ich in der mediteranen KĂŒche fĂŒndig geworden: Saltimbocca alla romana. Auf ein Kalbsschnitzel wird eine Scheibe Parmaschinken und ein Salbeiblatt gelegt, dann wird es umgeklappt und gebraten. Aus den Bratresten wird dann auch noch eine kleine Soße gezogen.

Das, was letztendlich bei der Party gebaut wird, hat mit dem Saltimbocca herzlich wenig zu tun. Aber die Grundidee ist nutzbar. Und Soßen werden nicht aus dem Braten heraus gebildet, die kommen aus der Flasche (Grillsoßen nach Wahl) oder werden auch selbst hergestellt. Wobei man nicht unbedingt was zum Dippen braucht. Aber der Reihe nach.

Je nach dem, in welcher Runde die Party stattfindet, nimmt man Schweine- oder Kalbfleisch fĂŒr die Schnitzel. Wobei ich jetzt eher Schnitzelchen sagen möchte, da die fertigen Happen meist spĂ€testens mit zwei Hapsen verschwunden sind. Das Fleisch wird in kleine Scheiben geschnitten und mit einem glatten Plattiereisen flach geklopft. Die Verwendung einer stabilien GefriertĂŒte sei eimpfohlen. Idealerweise ist das flachgeklopfte StĂŒck Schnitzel etwa so groß wie ein 10-Euro-Schein und hat auch in etwa das Format. Ich habe da mal was vorbereitet.

Am rechten Bildrand seht ihr den Tischgrill, im konkreten Fall eine Grillplatte auf einer Induktionsplatte. Die stand den ganzen Abend auf 180°C. Andere Sachen stehen auch schon auf dem Tisch, andere sind weiter rechts außerhalb des Bildes angeordnet. Der Phantasie sind wenig Grenzen gesetzt. Erlaubt ist, was gefĂ€llt. Experimentiert ruhig.

Hier muss ich kurz einen anderen Gedanken einschieben und Euch um Entschuldigung bitten, dass ich Euch in meinem Blog mit derart unprofessionellen Bildern belĂ€stige. Wirklich professionell kann man die nĂ€mlich nur machen, wenn man eine (digitale) Spiegelreflexkamera fĂŒr ihre Herstellung benutzt (hab ich gelesen). Aber ich sehe es einfach nicht ein, wozu das gut sein soll. Bei der analogen Fotografie habe ich es noch verstanden, bei der digitalen hat mir bisher niemand auch nur einen nachvollziehbaren Grund fĂŒr eine Spiegelreflexkamera nennen können. Zugegeben, wirklich gut kenne ich mich auf dem Gebiet nicht aus, aber ich unterstelle mal, dass das Feature „Objektivwechsel“ kein Alleinstellungsmerkmal einer DSLR ist. Wenn doch, dann wĂ€re das das Argument, was ich akzeptieren könnte. Der Spiegel vor dem Fotosensor ist es jedenfalls nicht.

Aber zurĂŒck zur Party. Die fand natĂŒrlich nicht bei hellstem Tageslicht, sondern im schummrigen Dunkel der Silvesternacht statt. Heißt: So hell, wie es auf den Bildern aussieht, war es eigentlich gar nicht. Ist es nicht manchmal erstaunlich, was geeignete Software manchmal noch aus Bildern rauskitzeln kann, vor allem, wenn sie „nur“ zur Veröffentlichung im Internetblog gedacht sind, es also nicht auf sooooo hohe Auflösung ankommt. Aber kommen wir zum Essen.

Hier sehen wir ein kleines, flach gekopftes StĂŒck Schweineschnitzel. Wer hĂ€tte das gedacht?!

Etwas FrischkĂ€se, vorher Salz und Pfeffer und ein paar Röllchen von der FrĂŒhlingszwiebel sollen als erster Versuch dienen. Der FrischkĂ€se enthielt noch etwas Knoblauch.

Überschlagen und zuheften. Das ist dann etwas frickelig. Aber es geht. Zahnstocher sollte man natĂŒrlich parat haben.

Etwas Fett auf die Grillplatte und dann gehts auch schon los. Wie bei jedem guten Fleischbraten soll man Ruhe und Geduld bewahren und nicht andauern dran rumspielen oder es auch noch andauern umdrehen. Da hilft am besten etwas Ablenkung. Man kann ja schon mal das nĂ€chste Schnitzelchen fĂŒllen.

Einfach nur etwas luftgetrocknete Salami geht auch. Zu viele Zutaten sollte man vermutlich gar nicht verwenden. Das Schöne bei der SalamifĂŒllung: Das Schnitzelchen ist so flach, da braucht man nichtmal einen Zahnstocher.

Das Schitzelchen kam einfach ohne HolzbewĂ€hrung auf die Platte. Das andere habe ich dann schon mal umgedreht. Einmal umdrehen sollte auch reichen, also nicht zu frĂŒh drehen.

Jetzt konnte man der Phantasie freien Lauf lassen. Die Salamie-KĂ€se-FĂŒllung (oben rechts) wurde im Nachhinein als eine der bessere Kombinationen gekĂŒrt. Aber auch der FrischkĂ€se mit der Lauchzwiebel war nicht schlecht. Naja, und gegrillte Cocktailtomaten gehen eigentlich immer. 😉

Was die LĂ€nge des Grillvorhangs betrifft, muss man etwas FingerspitzengefĂŒhl bewahren. Schnitzel werden ja auch gern mal trocken, wenn man sie zu lange brĂ€t.

FirschkĂ€se, Zwiebel, Paprika (roh) … auch eine Idee. Meerrettichquark ist auch schmackhaft, KĂ€se (Gouda, ButterkĂ€se) pur geht immer. Letztendlich kann man fast alles ausprobieren, was sich in dĂŒnne Scheiben schneiden lĂ€sst, was nicht unbedingt gegart werden muss, aber warm auch schmeckt. Obst, Zucchinischeiben, Pfirsich (als Schnitzelchen Florida), Ananas (als Schnitzelchen Hawaii), Kochschinken usw. Vermutlich kann man das gefĂŒllte und gefaltete Fleisch auch noch in Bacon einwickeln. Leider kam ich nicht mehr dazu, das zu testen. Auch der Versuch, innen Leberwurst zu schmieren, wurde nicht durchgefĂŒhrt. SĂ€ttigung und mangelndes Fleisch forderten ihren Respekt.

Aber der Platz 1 ging an Salami-KĂ€se, einfach, aber gut.

Viel Spaß beim Ausprobieren und beim Experimentieren. Und ein Frosneus!

 

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