KW7 – Einfach besser als die Alternative

Wenn die eingefahrenen Wege ein wenig durcheinander kommen, kann das ja durchaus auch erfrischend sein, aber manchmal ist der einfache Weg doch auch der bessere, weil bequemere, und die neuen Wege nerven nur ein wenig. Immerhin hat die Versorgung von mehreren Haushalten und das daraus folgende häufigere Einkaufen dazu geführt, dass ich dieser Tage schon wieder an meinem Lieblingsfleischer vorbei kam und Leckereien einkaufen konnte. Die marinierten Nackensteaks sind aber auch zu gut. Und so anders, was man unter vergleichbaren Namen eingeschweißt anderswo erstehen kann. Ich glaube, ich habe sowas sogar schon mal im Kassenbereich eines Baumarktes gesehen … Wie wenig wertschätzen kann man das eigentlich? Und dann halbiert sich die Menge auf dem Grill oder in der Pfanne auch noch, wenn man es erhitzt.

Ganz das Gegenteil bei meinem Lieblingsfleischer. Da schrumpft nichts in der Pfanne, oder eben nur das, was mit Fettauslassen erklärt werden kann. Und das Fleisch bewahrt seinen guten Charakter. Wenn man die Zubereitungszeit mal netto betrachtet, kann so auch mal ein gutes Fastfood beim Kochen rauskommen.

Nur einen Punkt muss ich vorher noch ansprechen: In Social Media heißt es ganz klischeeesk, dass es wohl keinem gelingt, genau die Menge Nudeln zuzubereiten, wie man zum Essen braucht. Ich habe damit eigentlich noch nie ein Problem gehabt. Wo ich Probleme habe, ist, die richtige Menge von Kartoffeln vor dem Schälen abzuschätzen … Da mache ich doch meistens zu viel. Gibts da auch einen Trick oder ein Maß?

Apropos Kartoffel. Damit fing alles an. Die Kartoffeln wurden geschält, grob zerteilt und kamen in ein mikrowellengeeignetes Gefäß mit Deckel, wurden einmal mit kalten Wasser gut abgespült, danach etwas gut abtropfen lassen und dann in der Mikrowelle gegart. Normalerweise rechne ich pro Portion ca. 5 Minuten volle Leistung.

In der Zeit heizte ich meine Pfanne auf und übergab ihr das schöne Stück Kamm.

Nackensteak bratenDas ruhte jetzt einige Zeit bei etwas mehr als mittlerer Hitze in der Pfanne. Ohne es zu bewegen. Einfach nur vor sich hin braten lassen … Nach einigen Minuten linste ich mal drunter. Das Bild, das sich mir bot, und der Blick auf die Seitenkanten des Fleischstücks empfahlen dann ein Umdrehen. Ich verband das mit der Zugabe von etwas Ölbutter auf der freien Pfannenseite und dem Nachfolgen der Kartoffelstücke.

Kartoffeln parallel anbratenWährend das Fleisch unberührt blieb und ich die Hitze etwas verringert habe, beobachtete ich die Kartoffelstücke. Auch diese ließ ich erstmal unberührt, bis ich eine Bräunung an den Unterseiten bemerkte. Dann fing ich an, sie umzudrehen.

Röstkartoffeln in der SteakpfanneDer Trick ist wirklich, sie erst umzudrehen, wenn sie diese braune Färbung erreicht haben. Wer mag, kann jetzt auch noch Zwiebeln oder Speckwürfel dazugeben. In einem Anflug von Aktivität gab ich etwas Salz über die Kartoffeln.

Als das Fleisch gar war, drappierte ich es schonmal auf dem Teller. Die Kartoffeln wurden nochmal schön durch die Pfanne gejagd, um allen vorhandenen Geschmack anzunehmen, und landeten dann ebenfalls auf dem Teller.

Erbsen durch die heiße PfanneReste aus einer Tk-Erbsenpackung kamen in die noch heiße Pfanne und wurden kurz durchgeschwenkt. Das Wasser verdampfte zügig, etwas Salz kam auch noch auf die Erbsen. Manchmal kann es so einfach sein.

Nackensteak mit Röstkartoffeln und ErbsenNatürlich kamen dann auch die Erbsen auf den Teller. Und schon ist das Essen fertig. Etwas Soße wäre noch eine Idee gewesen, aber das Fleisch war auch ohne diese so saftig, dass es eigentlich nichts weiter dazu brauchte.

Nackensteak mit Röstkartoffeln und ErbsenIn dem Zusammenhang fällt mir der große Vorteil der großen Röstkartoffelstücke ein. Sie waren außen schön knusprig, innen aber angenehm weich, und man konnte sie auch noch etwas quetschen, so dass sie ideal dafür waren, die auf dem Teller verbliebenen Fleischsäfte aufzunehmen. Besser als jede Standardpommes oder – noch schlimmer – Krokette. Diese Art der Bratkartoffel bietet das beste aus beiden Welten: Knusprige Röstaromen und die Fähigkeit der Soßenaufnahme. Frisch gegarte Kartoffelstücke kamen ausgedämpft und noch gut heiß in die Pfanne zum Aufknuspern. Es geht. Lecker.

Gefühlt habe ich für die Zubereitung dieses Tellers keine 15 Minuten gebraucht. Würde ich mal schätzen. Der längste, nicht mitgezählte Einzelschritt war das Schälen der Kartoffeln. 7 Minuten (ich hatte ja mehr als 1 Portion) Kartoffeln in der Mikrowelle, dabei 1. Seite des Stecks braten. Zweite Seite ähnlich lange, nur mit den Kartoffeln in der Pfanne, und die Erbsen waren keine Minute in der Pfanne.

6 Gedanken zu „KW7 – Einfach besser als die Alternative“

  1. Also ich rechne mit 150-200g Kartoffeln pro Person wenn sie als Beilage zu z.B. Fleisch serviert werden. Plus kleinen “Angstbonus” für die Schalen die man abschält. 😋
    Ansonsten schönes Gericht, das hätte mir auch geschmeckt – auch wenn ich glaube ich noch eine Sauce dazu gemacht hätte. Obwohl das bei einer Portion gar nicht so einfach ist. Notfalls hilft da aber immer Ketchup… 😁

    1. Da ich quasi nie Ketchup im Hause habe, verschließt sich mir dieser Weg. Die vorhandene süße Chilisauce wäre noch eine Idee gewesen. Oder profan: Senf. Was ich zu Grillfleisch immer ganz gern mache. Und so weit weg war das Stück auch nicht. Was ich draußen schon erlebt habe, ist ein Klecks Pseudo-Hollandaise auf den Erbsen. Aber dann wäre die Mitnahme der letzte Röstaromen aus der Pfanne durchs Gemüse sinnlos gewesen.
      Das mit der Kartoffelmenge muss ich mal probieren.

      1. Die Kartoffelmenge ist natürlich für den durchschnittlichen Hunger bezogen, aber für mich war das bisher immer ein guter Orientierungswert. 😊
        Aber wie kann man keinen Ketchup zu Hause haben??? 😳 Das ist doch nach Butter/Margarine und Brot so ziemlich das wichtigste überhaupt. 😋 Senf wäre nicht gewesen, der passt vielleicht zu Bratwurst aber weniger zu Steaks, Koteletts und Co. – so zumindest meine Meinung. Aber süße Chilisauce geht natürlich auch fast immer….
        Alternativ könnte man selbstverständlich auch eine Mini-Menge Sauce Hollandaise kochen, aber ob der Aufwand sich für eine Portion lohnt sei mal so dahin gestellt.

        1. Wenn die Hollandaise gut ist, lohnt sich jeder Aufwand, zumal die Kombination Hollandaise Kartoffeln immer geht. Da braucht es keine Erbsen. ;-)
          Bei der Kartoffelmenge muss ich mal gucken, wieviel das optisch ist. Wenn ich das nächste mal was mit Kartoffeln mache.
          Bei Ketchup fehlt mir einfach der Bedarf. Bei nur gesalzenen Pommes nehme ich ihn ganz gern. Aber zu Hause mache ich keine. Bei gewürzten Pommes ziehe ich eine leichte Majonäse vor. Und Senf geht doch eigentlich zu allem, vor allem nicht panierten Fleisch und natürlich Würsten. Leider gibt es den regionalen Hersteller nicht mehr, aber der Senf war auch etwas anders als der der großen Marken, mit denen ich es mir auch nicht so vorstellen kann. Aber meine erste Begegnung mit denen lief eher suboptimal. Und ist laaaaaange her. Vielleicht sollte ich ihnen doch mal eine 2. Chance geben.

          1. Immerhin hattest du noch ein nettes Haar in den Erbsen (unten am Rand)… 😁 Mit Senf habe persönlich gar keine Erfahrung, da ich ihn nur als Würzmittel nutze und nie pur esse. Beim Ketchup hat sich aber gezeigt dass hier die Hausmarken der Discounter nicht schlechter ist als Markenware – zumindest war den Geschmack angeht. Ganz anders bei Mayo, aber die Diskussion hatten wir ja schon mal in meinem Blog, die fangen wir jetzt nicht noch mal an. 😉

          2. Da hat doch einer das Haar in den Erbsen gefunden … Allein: Es kann kein Haar sein. Zumindest nicht von mir, was die Sache aber auch nicht besser macht … Auf dem höher aufgelösten Originalbild sieht es eher nach Plastik aus … Bleibt zu hoffen, dass ich das vor dem Essen noch entdeckt hatte. Erinnern kann ich mich nicht.
            Ketchup ist eine Marmelade aus Tomaten. Oder Konfitüre. Oder Fruchtaufstrich. Das hat bei dem hohen Zuckeranteil nix mehr mit Gemüse und Herzhaft zu tun. Ich wüsste ehrlich nicht, wozu ich das Essen sollte. Da fällt mir bei Senf mehr ein. Seit es den hiesigen Regionalsenf nicht mehr gibt, esse ich zwar auch keinen mehr direkt mit Löffeln. Aber als geschmacksverbesserndem zwischen Brötchen und Leberwurst oder als Verdauungsförderung bei fettigem nehme ich ihn immer wieder gern. Ketchup hat da im Essen wirklich keine Funktion, außer als tomatige Süßspeise.

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