Urlaub – Amerika – Fastfood

Gelegentlich freue ich mich doch mal darüber, dass man bei Imbissbuden mit DriveIn recht zügig warmes Essen holen kann, das sich dann zu Hause in aller Gemütlichkeit verzehren lässt. Leider war der Parkplatz vor dem freitäglich frequentierten Supermarktchen bei beiden Gelegenheiten, als ich vorbei fuhr, sooo voll, dass ich meine ursprüngliche Planung für den Abend über Bord warf und besagten DriveIn ansteuerte. Gern würde ich auch mal den anderen Anbieter für ähnlich gelagertes Essen ansteuern, eine Filiale haben wir auch in der Stadt, aber bezogen auf das umgebende Straßenniveau befindet der sich im 2. Stock, was einen DriveIn erschwert. Eine Filiale mit DriveIn ist ca. 60 km weit weg, aber über die Entfernung bekomme ich das Essen ja nicht warm bis nach Hause …

Der Blick in die App verhieß Neuheiten bzw. neue Varianten alter Sachen, die soo schlecht nicht wahren, als es damals mal gab bzw. in meine Tüte wanderten. Der neue McChicken ist nicht mehr länglich, sondern rund(-lich), die Chicken Wings heißen Signature McWings und auch der Big Chicken Salad hieß früher mal anders. Meine Zusammenfassung in den SoMe:

Die neuen Chicken-Produkte von McD kannste voll vergessen. Wenn ich mein eben Erlebtes verallgemeine: Wings, McChicken und Chickensalat 👎👎👎 Qualität ging abwärts, Preise hoch. Hat das Potenzial, Kunden zu vertreiben.

Diplomatisch ausgedrückt: Ich war nicht begeistert. Das Salat beim Big Chicken Salad war noch das Beste an dieser Dreieinigkeit des schlechten Geschmacks. Während früher™ ein vorgeschnittenes Hähnchenschnitzel auf dem „Grünzeug“ lag, waren jetzt ein paar verstreute Schnitzelstückchen ohne Konsistenz im Salat. Auch die früher gern genutzte Soße gab es nicht mehr.

Apropos „ohne Konsistenz“: Diese Eigenschaft zeichnete auch den Paddy im McChicken aus. Ohne Geschmack kam noch dazu, und irgendwas hatte sich auch an der Rezeptur der Soße getan. Ich würde vermuten, sie ist süßer geworden. Und dünner. Die Chicken Wings … – also, wenn das „Signature“ dafür sowas wie ein Einzigkeitsmerkmal bei McD sein soll, dann sind diese Wings vor allem durch die „Panade“ ein Grund, sich woanders was zu essen zu holen. Mehlig, zerwürzt, teilweise nach Hustenbonbon schmeckend (vermutlich nicht gut untergemischtes Thymianextrakt) und alles andere als knusprig. Vermutlich sind sie ein Versuch, die cornflakespanierten Hähnchenteile eines Mitbewerbers zu kopieren, die ich (lang, lang ist’s her) noch recht angenehm in Erinnerung habe. Ein „back to the roots!“ und unpanierte Wings wie früher™ sei hier den Verantwortlichen entgegengerufen! Grieß ersetzt keine Flakes, da liegt die Kunst im weglassen.

Übrigens: Ich verallgemeinere hier die Produkte „meines“ McDs auf alle, was natürlich unstatthaft ist. Die Mär, dass die Produkte in allen McDs gleich sind, habe ich irgendwo schon mal vor vielen Jahren widersprochen, damals an den Chicken McNuggets festgemacht, die in einer ca. 60 km entfernten Filiale anders (=besser) schmeckten als bei „meiner“. Und es schien eher an der Filiale als am Betreiber zu liegen, da der hierorts schon mindestens einmal gewechselt (inkl. Personal), sich die Qualität der Aufarbeitung aber nicht geändert, sondern höchstens verschlechtert hat. Das einzige, was sich hebt, ist das Preisniveau und die Produkte sind immer weniger den Preis wert, die da aufgerufen werden. Von den ernährungsphysiologischen Bedenken mal ganz abgesehen. Meine Produktnutzungspause wird recht lang werden …

Sonntagmittag

Das die amerikanische Küche auch schöne Sachen hinbekommt, sieht man bspw. an ihrer Steakkultur. Und weil ich Urlaub habe (irgendeinen Grund muss man ja postulieren) habe ich mir mal wieder ein Entrecôte gegönnt. Okayyy, für den amerikanischen Bezug muss ich es Rib-Eye-Steak nennen. Dazu Coleslaw und ein Klecks Kartoffelbrei.

Rib-Eye-Steak mit Kartoffelbrei und falschem Coleslaw (leicht angegarte Möhren- und Kohlrabistifte)

Okay, der Coleslaw ist keiner, aber pssssttt! Kohlrabi und Möhre habe ich gestiftelt, in wenig Butter mit  Salz gegart und mit etwas Sahne vercremet.

Rib-Eye-Steak mit Kartoffelbrei und falschem Coleslaw (leicht angegarte Möhren- und Kohlrabistifte)

Der Rest der Sahne ging in den Kartoffelbrei.

Rib-Eye-Steak mit Kartoffelbrei und falschem Coleslaw (leicht angegarte Möhren- und Kohlrabistifte)

Sehr lecker. Rosa gebraten, schön aromatisch alles, was auf dem Teller war. Beim Kartoffelbrei habe ich es mal wieder klassisch probiert. Ist doch auch besser. Also in Salzwasser gekocht und dann mit Sahne, Muskat und Schnittlauch gestampft. Die leichte Verfärbung ins Bräunliche kommt durch die Zugabe der Pfannenflüssigkeiten aus der Steakpfanne.