Nicht aus der Schüssel, aber lecker

Eine niveauvolle Gastwirtschaft vernünftig zu betreiben, so dass nicht nur die eigenen Ansprüche sondern auch die der Gästze erfüllt werden, ist nicht jedermann gegeben. Aber es gibt viele Hilfsmittel und Möglichkeiten, der Tätigkeit rund um die Bewirtung und Unterhaltung eine Struktur zu geben, so dass der Wirt Höchstleistungen vollbringen kann und die Gäste glücklich und satt am späten Abend gehen und am besten am nächsten Tag gleich wiederkommen.
Und so kommt es immer wieder neuen Formen der Organisation eines Restaurants. Klassisch natürlich die in sich geschlossene Küche mit ihren Arbeitsbereichen, der Gastraum, teilweise ergänzt durch eine Bar, und für das gute Wetter vielleicht auch noch eine Terrasse. Zur vollständigen Ausstattung gehören dann auch noch die sanitären Einrichtungen. Je nach Platzangebot im umhüllenden Gebäude kann es hier zu durchaus kurios zu nennenden Situationen kommen: Sanitärräume auf der anderen Wegseite, Küche eine oder mehrere Etagen unter dem Gastraum, mehrere Gasträume oder Restaurants, die aus der gleichen Küche bedient werden, Klo im Keller, offene Küche direkt im Gastraum usw. usf. Die Kunst des jeweiligen Betreibers ist es, die Servicefunktionen richtig zu beschriften, dass es zu keinen Irritationen kommt. Verwendete Abkürzungen sollten da eindeutig und allgemein gängig sein. Anglizismen oder denglische Ausdrücke sind zu überlegen.
Das hier zu besprechende Esserlebnis brachte gerade auf dem erwähntem Gebiet neue Erkenntnisse. Kommen wir aber erstmal zum wesentlichen: zum Essen. Salopp zusammengefasst lässt sich sagen: Es gab Fleisch. Das ist bei einem Steakhaus als üblich anzusehen. Die Größe des Gastraums ließ die Strategie des Kochs, eher weniger steakfähige Fleischsorten, dafür aber gute und gut zu vollendende, auf die Karte zu setzen, zumindest sinnvoll erscheinen. So fehlen exotische und damit meist auch nicht gut gehende Fleischsorten auf der Karte. Die verschiedenen Teile vom Rind, vom Schwein und vom Huhn kommen in einer sehr guter Qualität auf den Tisch, der man auch die sehr gute Rohware noch nachspüren kann. Wer selbst schon mal ein Entrecôte oder ein Rib Eye Steak vom Discounter – sowas gibt es manchmal wirklich – in der eigenen Küche zubereitet hat, der weiß, dass spätestens das Fettauge geschmacklich nach hinten losgehen und bei billligen Industrierindern gern mal talgig oder noch schlimmer schmecken kann.
Nicht so im erwähnten Steakhaus. Das Fleisch, dass die Essgesellschaft auf ihren Tellern hatte, fand allgemein Anerkennung. Die Beilagen, die im Baukastensystem jeweils zum Fleischstück dazu gewählt werden, boten auch kaum Anlass zur Kritik, wenn man mal von einer durch den Service „geografisch“ falsch zugeordneten Soße absieht, die irgendwie ihren Empfänger dadurch nicht erreichte, aber nur kurz vermisst wurde.
Wobei wir damit beim Thema Service wären. Das gute Bild, dass durch die richtige Dosis Aufmerksamkeit und Beflissenheit aufgebaut wurde, bekam zwischendurch ein paar kleine Fehlstellen, die zum sonstigen höheren Niveau des Hauses nicht ganz passen wollen. Nicht wissen könnend, was kommende Gäste alles zu sich nehmen werden, waren die Plätze mit jeweils einer Gabel und einem Messer eingedeckt. Die Frage stellt sich, wie der Service mit der Situation umgeht, wenn ein Gast eine Vorspeise nimmt. Variante 1 wäre, ein passendes Vorspeisenbesteck „mitzuliefern“ oder vor der Vorspeise nachzulegen. Da das nicht passierte, wurde Variante 2 umgesetzt. Der Gast nahm zur Vorspeise das bereitliegende Besteck und für das Hauptgericht kommt dann ein neues. Aber bitte nicht vom nebenstehenden, nicht genutzten, aber eingedeckten Tisch.
Der Service kommt übrigens mit den vollen Tellern immer aus einer Tür, die abgekürzt beschriftet ist, was vermutlich – ganz denglisch – Wirtschaftscenter heißt. Mit etwas Phantasie käme ich auch noch auf „well cooking“, was dann gutes Kochen heißen sollte. Da die Sprache der Küche ja eher das französische ist, versuche ich es mal mit „wallon cuisine“, bezogen auf die Küche der Wallonie, die für ihre Fleischzubereitungen auf dem Grill so berühmt ist. Aber alle Spekulation hilft nichts, das „WC“ an der Tür, aus der der Service mit dem guten Essen kommt, heißt doch water closet und bringt doch komische Gedanken mit sich. Da sollten die Betreiber des Cayenne noch dran arbeiten.

Buntes für’s Auge

Hat schon mal jemand Mandarinen bzw. Clementinen filetiert? Ich fand die Idee ganz lustig. Immerhin bringen sie die fruchtige Note in den Salat des Abends. Die Grundmischung habe ich so im Supermarkt meines Vertrauens käuflich erworben, grüne, rote und grünrote Blätter in vielfacher Form sind in der Mischung gewesen und wurden unter „Minisalate“, vielleicht auch als Babysalate verkauft. Die roten Punkte sollten ursprünglich vom Granatapfel kommen, der erwies sich allerdings als weit jenseits seiner besten Zeiten. Also wurde eine halbe Schote roten Paprikas fein gewürfelt.

Für das Dressing habe ich die Reste der Mandarine, die übrig gebliebene halbe Paprikaschote, einen Teelöffel Honig, Salz, Pfeffer, einen halben Teelöffel Senf, etwas Limettenöl, etwas Olivenöl, einen ordentlichen Schuss weißen Balsamico, und einen guten Esslöffel fettarmen Frischkäse in einen Mixer gegeben und fein püriert. Da ist nicht nur das Auge mit.

P.S.: Um kurz noch auf die Eingangs gestellte Frage zurückzukommen. Ich habe die Mandarine nicht filetiert, aber der Länge nach halbiert und dann mit der Schnittfläche nach oben auf den Salat gelegt. 😉

Sellerie-Lauch-Pfanne exotisch mit kleiner Kuh

Mein Fleischer des Tages bot Kalbsmedaillons an, zu Hause lag noch etwas Gemüse und Obst rum, so dass sich das ganze heute fast Frank-like vereinte. Der Obstanteil macht es zwar eher zu einem leckeren Mittag, aber abends schmeckt es auch, wobei man da ja ein wenig mehr auf die Kohlenhydrate aufpassen soll. Was ist passiert?

Vier klein geschnittene Stangen Staudensellerie (rechts) und eine Stange Porree kommen mit etwas Salz und etwas Olivenöl in eine Pfanne.

Da kommt dann der Deckel drauf und Feuer drunter, bis eine leichte Angarung zu verzeichnen ist. Dabei sollte gelegentlich umgerührt werden. Eine leichte Bräunung der Gemüse ist durchaus gewünscht. Nebenher wird eine Papaya halbiert, entkernt, geschält und in mundgerechte Würfel geschnitten.

Zusammen mit etwas scharfem Paprika kommen die Papaya-Stücke mit in die Pfanne, werden untergerührt und überdeckelt ein paar Minuten mitschmurgeln gelassen. Eine Prise Pfeffer aus der Mühle tut ihr eigenes zur Würzung.

Die Kalbsmedaillons werden mit Paprika, Pfeffer und Salz gewürzt, nachdem sie leicht plattiert wurden. Letzteres erreicht man meist schon, wenn man mit einem breiten Messer und etwas Druck über die Fleischscheiben streicht. In der sehr heißen Pfanne werden sie dann schnell gebraten.

So sollte es dann aussehen. Unterdessen wird in der anderen Pfanne nochmal schön gerührt, die Papaya sorgt für etwas Bindung. Zur Abrundung kann auch noch etwas fettarmer Frischkäse (auf folgendem Bild oben) untergerührt werden.

Wer hat, hackt passende Kräuter klein und streut sie drüber. Dann kann auch schon angerichtet werden.

Guten Appetit.
Schweinemedaillons oder Hühnerbrustscheiben sind als Draufgabe sicher auch eine Idee. Der Staudensellerie sollte auf dem Teller noch ein klein wenig Biss haben, dann ist es am besten. Reicht die Süße der Papaya nicht aus, ist ein Abschmecken mit Honig eine Idee, ggf. würde ich etwas mehr Paprika oder sogar Chili zugeben.

Fisch auf Sauerkraut – simpel

Es ist so ein bißchen Resteverwertung in Verbindung mit Einlösung eines Versprechens. Gestern blieb etwas Sauerkraut übrig, im Tiefkühler fand sich noch ein Fischfilet und ich wollte Dämpfen ohne meine tolle Küchenmaschine zeigen. Also fangen wir an: ein Topf, ein Sieb, ein Deckel:

Wie sich später zeigen wird, sind Glasdeckel wirklich sehr praktisch bei der Zubereitungsort, da man sehen kann, was passiert, ohne dass man den Deckel lüften muss.
In den Topf kommt etwas Wasser, das Sieb sollte nicht bis zur Wasseroberfläche reichen. Dann kommt das Sieb darüber und in das Sieb das Sauerkraut und oben drauf der Fisch, der noch etwas gesalzen wird.

Dann geben wir den Deckel drauf und Feuer unter die Herdplatte. Das Wasser fängt an zu kochen und sollte das auch so lange tun, bis der Fisch gar ist. Das geht je nach Dicke und Tiefkühlzustand in 15-20 Minuten.

Dampf darf schon etwas austreten, aber man sollte den Deckel nur äußerst selten lüften, da dann der Garprozess immer unterbrochen wird. Hat schon mal jemand versucht, Dampf über einem Topf zu fotografieren? Im wahren Leben war hier Wasserdampf zusehen:

Dann wird noch lecker angerichtet.

Zur Vollendung fehlen ein paar Kräuter. Guten Appetit.

Pasta gesucht

Vor längerer Zeit habe ich mal eine Pasta erworben, die ich ganz interessant fand und gern in Hühnerbrühe geworfen habe. Meine bisherige Bezugsquelle schweigt aber mittlerweile zu diesem Thema. Fabrikat und genauer Name ist leider aber auch schon verdrängt.
Wenn ich mir aber die Pasta-Seite bei Wikipedia so ansehe und die Fotos durchgehe, so könnte es eine Risi, Midolline oder Puntine. Hat jemand sowas schon mal im Supermarkt u.ä. gesehen? Am besten natürlich in der von mir bewohnten Region (östliches Mecklenburg, ggf. Vorpommern). Für Hinweise wäre ich dankbar.

Schnelles aus dem Limettendunst

Vermutlich gehe ich dem einen mit meinem gedünsteten Fisch langsam auf den Geist. Aber diesmal gibt es eine ganz schnell Variante, vor allem, was die Vorbereitung betrifft. Sie unterstellt, dass ich aber vorher gut die Tiefkühlabteilungen der verfügbaren Supermärkte durchforstet habt oder Kunde bei Tiefkühlbringdiensten seit.
Man nehme also: zwei tiefgefrorene Fischfilets natur (im konkreten Fall ist es Scholle) und etwas zu Julienne geschnittenes Garten- oder Wurzelgemüse. Letzteres kann man in der letzten Saison natürlich auch selber im Garten geerntet und tiefgefroren haben.

Aus den gefrorenen Julienne wird ein Bett für den Fisch im Dünsteinsatz gebaut, danach kommt der Fisch oben drauf.

Deckel drauf und schon ist die Seite vorbereitet. In den Topf mit der Dünstflüssigkeit kommen eine Zwiebel oder Schalotte, eine Limette und etwas Salz. Bis auf das Salz wird alles grob zerteilt.

Dazu kommen dann noch ca. 250 ml Wasser. Der Aufsatz kommt oben drauf und dann wird alles zum Kochen gebracht und dann leicht am köcheln gehalten. Alles in allem dauert dieser Vorgang 20 Minuten.

Zum Abschluss wird angerichtet. Dazu wird das Gemüse und der Fisch aber noch mit Salz und Pfeffer bestreut, sonst hätte er ja fast gar keine Würze.

Guten Appetit.
Und weil ich die Kritiker schon wieder höre, die da meinen, dass nicht alle diese Küchenmaschine haben, sei ihnen gesagt, dass man sowas auch mit Topf und Sieb machen kann. Das zeige ich dann beim nächsten Mal.

Erst die Theorie, dann die Praxis (nochmal aktualisiert)

Sechs Veranstaltungen Ernährungsberatung bei Frank habe ich mittlerweile hinter mir und habe einiges gelernt, was mein Wohlstandsgewölbe abschmelzen lassen soll. Grau ist aber alle Theorie (wenn auch viele leckere Häppchen gereicht wurden), die Praxis macht es. Und so habe ich mich mal in etwas versucht, was vielleicht etwas ungewöhnlich ist, aber weitestgehend nach Franks Ernährungsregeln passiert. Schmeißen wir also Gemüse, eiweißhaltige Speisen, möglichst kein Fett und keine Kohlenhydrate in einen Topf und machen Eintopf.
Zuerst schnibbeln wir die üblichen Verdächtigen klein und geben sie in einen Topf: Sellerie, Möhre, Lauch und sonstiges Suppengrün.

In einer sehr heißen Pfanne werden die klein geschnittenen Minutensteaks (400 g) sehr schnell angegrillt. Die Bräunung ist wichtig, wir wollen doch wenigstens etwas Geschmack in die Suppe bekommen.

In der gleichen Pfanne werden die halbierten Zwiebeln angebräunt. Aus dem gleichen Grund.

Alles kommt in den Topf zu den Wurzelgemüsen.

Um den Eiweißgehalt weiter zu steigern, kommen 250 g Linsen hinzu.

Für die weitere Geschmacksverbesserung und Eiweißgehaltssteigerung kommt noch etwas fein geschnittener Lachsschinken hinzu.

Nun wird Wasser aufgefüllt und alles zum Kochen gebracht.

Nach ca. 40 Minuten (Packung beachten!) sind die Linsen gar und weich. Die Idee, den Eintopf mit klein gewürfeltem Käse zum einen zu Binden und zum zweiten mit einer gewissen Cremigkeit zu versehen, war wohl nicht so gut. Aber ein schöner Klecks Frischkäse (natürlich auch hier die fettarme Variante), können auch für eine gewisse Bindung sorgen. Man kann auch einen Teil der Linsen herausfischen, fein quetschen, und aufkochend wieder unter rühren.
Mit den Käsewürfeln drin sieht das ganze dann so aus:

Achja: Etwas kleingehackter bunter Paprika frischt den Geschmack und die Optik etwas auf. Kräuter tun ihr übriges.
Die Fettbilanz: 3 g vom Lachsschinken, 16 g von den Minutensteaks sowie 15 g vom Käse sind alles, was drin ist. Da ich nur zum Abschluss noch gesalzen habe und gleich am Anfang eine Chilischote implementierte, sind nur gemüseeigene Kohlenhydrate enthalten. Die Eiweißzusammenrechnung erspare ich mir, aber Fleisch und Linsen sollten ausreichend vorhanden sein. Die Menge sieht nach mindestens 4 Hauptgerichtsportionen aus, also 5,5 g Fett pro Portion und man rollt hinter trotzdem durch die Gegend. 😉 Guten Appetit.
P.S.: Mal sehen, wie die Suppe in der Runde der Ernährungsberatungsgeschulten ankommt …
Update (I): Zu meiner allgemeinen Beruhigung ist die Suppe sowohl bei den Kollegen auf Arbeit als auch bei den Teilnehmern der Ernährungsberatung gut angekommen. Vielen Dank für den Zuspruch. Auch Frank war begeistert. Er meinte, dass der diese Kurse schon seit über 10 Jahren macht, aber sowas wäre wohl noch nicht passiert. 😉
Nachzutragen bleibt noch die Eiweiß-Bilanz, die kommt dann mit dem nächsten Update, ich muss noch einiges Zusammensuchen und addieren.
Update (II): Nachgetragen und aktualisiert seien ein paar Nährwerte. Unter der Berücksichtigung, dass auch die Linsen etwas Fett enthalten, erhöht sich der Gesamtfettgehalt auf  33 g, was bei einer Vierteilung knapp 9 g pro Portion ergibt. Bei den oben genannten 5,5 g habe ich mich wohl verrechnet. (3 + 16 + 15)/4 ergeben 8,5 g. Naja, die Linsen haben ja auch kaum Fett.
Anders sieht es bei den Eiweißen aus. Da komme ich auf eine gesamte Menge von ca. 200 g auf den Topf bzw. ca. 50 g pro guter Portion. Nicht berücksichtigt sind eventuelle Fett- und Eiweißgehalte der Wurzelgemüse und des fein gewürfelten Paprikas.

Wandelgang auf Messers Schneide

Schnell serviert und schnell gegessen, das sollte man mit Gerichten tun, die Kiwi und Milchprodukte kombinieren. Vor allem im Dessertbereich kann sowas passieren. Aber der Fruchtzauber, der mein heutiges Abendbrot sahnig krönte, war geschickt zusammengestellt. Die bunt zuckerbestreuselte Sprühsahne konnte die drei Eiskugeln darunter nur schwer ergänzen, deren eine Kugel, ein sehr leckeres aromatisches exotisches Fruchtsorbet, menüabschließend das Mahl vollendete. Darunter fand sich, abgetrennt durch eine Schicht Melonenstückchen die Kiwijulienne. So konnte nichts passieren, keine Bitternis trübte den Genuss.
Aber zäumen wir nicht das Pferd von hinten auf. Ein kleiner Tagesausflug durch die süd-mecklenburg-vorpommersche und nordbrandenburgische Landschaft mit kleinen Abschweifungen in die (Ost-)Vergangenheit zweier mittlerweile Anfangvierziger und der Beobachtung durch einen gegenwärtigen (West-)Endteen brachte drei hungrige Mägen ins Seehotel Heidehof in Klein Nemerow.  Man hört ja mittlerweile viel gutes aus der Einrichtung. Die Speisekarte erweist sich als übersichtlich, was die Auswahl der Gerichte trotzdem nicht vereinfacht. Auf der Webseite des Hauses gibt es Auszüge aus der Karte zu sehen. Da wünscht man sich ggf. volle Information und Aktualität.
Denn: Das Essen lohnt den Ausflug allemal. Der Hirsch war rosa, zart und saftig, die Kräutersaitlinge auf dem Punkt und das Kartoffel-Pastinaken-Püree eine Sünde wert (Hauptsache, Frank liest das hier nicht). Die Vorsuppe war ein Gedicht mit Biss, die Einlage brachte eine willkommene knackige Note hinein. So beendete ein beinahe vollkommenes Mahl, finalisiert mit fach- und sachgerechten Espressi und Cappuccini, einen ereignis- und erinnerungsreichen Tag.
Wieso kam im letzten Satz das Wort „beinahe“ vor? Der Facebookseite entnehme ich, dass das Restaurant gerade erst aus einem Betriebsurlaub erwacht ist. Ich vermute mal, dass in der Zeit die Heizung in den Räumen nach unten geregelt war, so dass alles im Haus etwas auskühlte. Das betraf vor allem auch die Teller, was zur Folge hatte, dass alles, was heiß auf dem Tisch zu sein hatte, zwar mundgerecht temperiert war, aber auch gern einen Hauch wärmer hätte sein können. Da machte sich der lange Weg von der Küche zum Gast doch bemerkbar, auch wenn er vom Restaurantleiter gekonnt und zügig zurückgelegt wurde. Aber es war auch ein kühler Abend, in den nächsten Wochen und Monaten wird es draußen auch wärmer.
P.S.: Ein technischer Gedanke zum Schluss. Das oben verwendete Wort Kiwijulienne kann die Rechtschreibüberprüfung meines Browsers nicht, ein Rechtsklick auf das Wort Ejakulieren als alternativen Wortvorschlag. Nur mal so. 😉

Warmer Rotkrautfleckerlsalat mit Tranchen grober Bratwurst an essigsauer gemahlener Senfsaat

Manchmal freue ich mich über die Fertigstellung solcher Überschriften, wobei diese eigentlich schon fast alles beschreibt.

Ein paar Blätter vom Rotkohl abwickeln. Dabei macht es nichts, wenn sie nicht im ganzen runter kommen. Sie werden anschließend sowieso in mundtaugliche Stücke gerissen. Dabei sollte man allerdings den Strunk entfernen. Darüber freuen sich sicher die hauseigenen Kleinnager oder es ist ein Leckerbissen für den vegetarischen Taschenköter als Kauknochenersatz.
Die Bratwurst, eine grobe ihrer Art, wird mit der Kabel etwas perforiert, damit das Fett aus dem Inneren im Bratprozess etwas austreten kann. In diesem werden dann die Rotkohlfetzen angeschmurgelt.

Eine weitere Zugabe von Fett ist eigentlich nicht erforderlich. Ist die Wurst gar und gut gebräunt sowie der Kohl angewärmt und etwas angegart, kann auch schon final gewürzt und angerichtet werden.
Die Rotkrautfleckerl kommen in zwei Schüsseln, werden gesalzt und gepfeffert sowie mit ein paar Tropfen Crema di Balsamico angemacht. Die Bratwurst wird in Scheiben geschnitten und darüber drappiert. Anschließend werden noch ein paar Senfkleckse verteilt.

Alternativ zum Senf und zum Balsamicosirup wäre auch ein hitzebeständiges Senfdressing denkbar. Guten Appetit.

Fehler, die man immer wieder macht

Mein Fehler ist ja, dass ich häufig zu gut von anderen Menschen denke. Das betrifft abstrakte Leute wie Wursthersteller aus dem Sachsen-Anhaltinischen genauso wie ganz konkrete 100-Euro-Schuldner aus dem Brandenburgischen. Und immer mal wieder falle ich eben auf diese Menschen herein.
Bei einer bekannten Firma aus der Nähe von Blankenburg (Harz), Quedlinburg und Oschersleben – bekannt für ihre Wurstspezialitäten – entdeckte ich neulich für mich neu eine glasverhüllte und wurstwasseraufgegossene Krakauerquadriga. Die Neugierde spüle schnell die Skepsis ob der Verpackung hinweg und ließ mich das Glas in den Einkaufswagen legen. Heute kam es dann endlich zur Verkostung.
Als ob ich es nicht hätte besser wissen müssen: Die Wurst schmeckte genau so wie jede andere glas- oder dosenverpackte ihrer oder einer anderen Art. Ich bin ein großer Freund der Krakauer, speziell zwar eher der Aufschnitt-Variante, aber auch die kleine Zwischendurchversion lehne ich nicht ab. Nur stellt sich auch heute mal wieder die Frage: Warum verderben die Hersteller diese leckere Köstlichkeit?
Meine Frage an die Leser: Habt ihr eine Variante gefunden, Dosen- oder Glaswurst, egal ob Bockwurst, Wiener oder eben auch Krakauer irgendwie in eine Köstlichkeit zu verwandeln, wie sie die frischen Varianten bei geeigneter Herstellung sind? Aber bitte nicht nach dem Prinzip: Eine Dosenbockwurst mundet besonders, wenn man sie vor dem Verzehr gegen eine frische austauscht.
Ein Punkt sei noch erwähnt, frei nach dem Motto: „Ehre, wem Ehre gebührt“: Das Würstchen war relativ knackig. Vielleicht ein Produktionsfehler … 😉