Erfrischend anders

Der Begriff „Frozen Yoghurt“ geisterte schon mehrfach durch von mir gelesene kulinarische Artikel, als neuster Modetrend auf dem Food-Markt aus den U.S.A. Da ich nun seit ein paar Tagen auch ein kleine Eismaschine mein Eigen nenne, probiere ich sie doch einfach mal aus.
Das Rezept ist denkbar einfach. Die Eismaschine sollte nach Vorschrift vorbereitet sein.

Kalt ist es in dem Behälter. Der Joghurt ist auch kalt und wird einfach hinein gegeben. Es ist ein 1,8%-iger.

Und dann heißt es rühren, rühren, rühren. Gut, dass so eine Eismaschine ein Rührwerk dafür hat.

Irgendwann wird die Joghurtmasse fest. Oder fester. Wie man auch will. Es sieht jedenfalls schon wie Eis aus.

Ein kleine fruchtige Note dazu kann nicht schaden. Himbeeren oder Brombeeren kann man gut zwischendurch direkt hinein geben, man kann aber auch ein paar Preiselbeeren zum Schluss oben rauf die Sache krönen lassen.

Hm. Erfrischend, säuerlich, fruchtig. Dieses Eis in den Tiefkühler zu stellen zum Nachkühlen, ist keine gute Idee; es wird dann ein Block. Frisch aus der Eismaschine und dann schnell verzehrt ist viel besser. Wer es doch süßen möchte, sollte es mit Läuterzucker probieren (Wasser und Zucker 1:1 mischen, aufkochen und abkühlen lassen) oder vielleicht mit einem Fruchtsirup.

Schlaues Strecken

Was tun, wenn man kurzfristig Besuch zum Mittagessen bekommt, aber nur einen kleinen Rest, der zwar gut für einen, aber nicht für zwei reicht, Gulasch im Kühlschrank hat? Brühwürfel in heißem Wasser auflösen und damit den Gulasch strecken entfiel auf Grund meiner Abneigung gegenüber Brühwürfeln und anderen „Zaubermitteln“, die die Arbeit in der Küche vereinfachen sollen, aber eher den Geschmackssinn abstumpfen und globalisieren.
Wie es der Zufall wollte, fanden sich noch zwei Paprikaschoten im Gemüsefach meines Kühlschrankes, die ich erstmal zu kleinen Würfeln verarbeitete. In etwas heißem Ölivenöl und unter Hinzufügung von Salz und Pfeffer wurde sie dann angeschwitzt.

Das lassen wir jetzt zugedeckt so lange schmurgeln, bis der Paprika fast gar ist (oder eben fast die Konsistenz erreicht hat, in der man ihn zu verspeisen wünscht).

Dann kommt der gelagerte Gulasch dazu.

Alles wird gut durchgerührt, so dass sich alle Aromen gut verteilen können.

Das darf jetzt noch ein wenig vor sich hin köcheln/ziehen.

Jetzt ist die Zeit, die Sättigungsbeilage zuzubereiten (falls man das nicht schon nebenher getan hat. Salz- oder Stampfkartoffeln, Reis, Pasta, Polenta – der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt.

Auch wenn es nicht so aussieht, ich habe mich für Pasta entschieden. Zum Essen wurde sie natürlich ordentlich mit der Soße vermischt. Ist es nicht immer wieder erstaunlich, was man mit so einem Dekoring alles anstellen kann. 😉 Die Nudel heißt übrigens Risone und ist reisförmig. Zum Kochen behalf ich mich mit der alten Pasta-Koch-Regel: Pro hungrigem Magen 100 g Pasta, 10 g Salz, 1 l kochendes Wasser. Da ist dann ggf. auch noch Platz für ein kleines Dessert.
 

Wenn das Innerste zum Gulasch wird

Dass man nicht immer nur das Fleisch für einen Gulasch nehmen muss, was einem der Handel dafür unterschieben möchte, haben wir hier schön öfter erläutert (Tomate, Herzen, Beinscheibe (auch: EiTV)). Nur hätte ich mal in die alten Geschichten reinschauen können, sonst hätte ich das fleischliche als ersten Schritt in der Pfanne angebraten. So sieht die Pfanne noch sehr jungfräulich aus, als die Zwiebeln zum Anschwitzen hingekommen sind.

Das Ergebnis zum Schluss zeigt aber, dass man auch nicht unbedingt das Fleisch anbraten muss. So werden eben die Zwiebeln (drei bis vier Stück) mit etwas Knoblauch (eine viertel bis halbe Knolle) ordentlich angeschwitzt, bis alles glasig geworden ist. Die eine oder andere Bräunung schadet dabei nicht. Der Pfanneninhalt wird etwas beiseite geschoben, damit das Tomatenmark sowie scharfer und edelsüßer Paprika platz finden, um leicht angeröstet zu werden.

Aber aufpassen, dass nichts verbrennt. Lieber etwas früher als zu spät den gesamten Pfanneninhalt miteinander vermischen und ein wenig Wasser dazu geben.

Mit etwas Wasser aufgegossen werden die Zwiebeln ein paar Minuten weiter gegart.

Je nachdem, wie schnell das für das Gulasch geplante Fleisch gar wird, desto weiter muss diese Mischung gegart sein, ergibt sie doch nicht nur würze, sondern auch Bindung, wozu aber am Ende die Zwiebeln fast völlig zerfallen sein sollten. Da das heute genutzte Fleisch gern etwas länger schmoren kann, wird zügig weiter gearbeitet.

Für den Geschmack geben wir etwas geräucherten Speck an die Mischung. Der dann auch gut untergerührt wird.

Dann wird das geputzte und mundgerecht vorbereitete Fleisch dazu getan. Wichtig ist, die grünlichen Stellen abzuschneiden, die würden das Essen verderben.

Etwas Thymian, Rosmarin und eine Chilischote ergänzen die Aromen, hier kann nach eigenem Geschmack oder eigenen Vorlieben gearbeitet werden. Alles gut durchrühren und mit Wasser auffüllen, so dass es eine Weile still vor sich hin schmurgeln kann.

Wie lange das ganze kochen muss, hängt am Fleisch. Die Konsistenz der Soße lässt sich wunderbar steuern, in dem man entweder Wasser dazu gibt oder – wenn es doch zu viel Wasser war – eine Weile mit offenem Deckel köcheln und damit wieder reduzieren lässt.

Schön schlonzig ist das Ergebnis am besten. Zum Schluss wird noch mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt, auch ein Spritzer Zitronensaft oder nochmal Paprika oder Cayennepfeffer helfen der Vollendung, sind aber dem jeweiligen persönlichen Geschmack verpflichtet.

Ich habe mir dann ein paar Nudeln dazu gemacht, die eine oder andere Salzkartoffel oder Polenta wären auch eine Idee. Eine zweite Portion steht jetzt noch im Kühlschrank (natürlich ohne Beilage), die gibt es dann die nächsten Tage.
Achja, ein kleines Rätsel muss ich ja noch auflösen: Was für ein Fleisch habe ich verwendet? Vor allem, wenn es auch grünlich sein kann, was aber wegzuschneiden ist. Wer es auf dem Bild nicht erkannt hat: Es sind frische Hähnchenmägen, die hier ins Gulasch wanderten. An denen befindet sich manchmal etwas Galle, was bitter schmeckt (auch nach dem Garen) und demzufolge entsorgt werden sollte.