Dorade im Dunst

Manchmal ist das mit den Fachbegriffen nicht so einfach. Dunst ist, wenn ich mich richtig erinnere, irgendeine Mehlsorte oder -art oder so. Ich meine es aber umgangssprachlich und hätte vermutlich auch Nebel sagen können, aber Nebel ist ja eher Kondensat, Dunst nicht unbedingt.

Aber das Eingangsgeplänkel mal beiseite. Der Teller ist leer, und das sagt doch alles:

Der sichtbare Rest ist nur die Cocktail-Soße, die zwar gut dazu passt (eine Hollandaise wäre auch eine Idee gewesen), aber bei der Aromatik auf dem Teller nicht unbedingt nötig gewesen wäre. Aber fangen wir von vorn an. Dorade im Dunst weiterlesen

Reste essen exotisch

Heute gab es Resteessen, und weil einer der Reste, der mal langsam verbraucht werden musste, eine halbe Dose Kokosmilch war, wird es also etwas exotisch. Was lag noch rum? Spitzpaprika, Chinakohl, eine halbe Knackwurst; Gewürze kamen auch noch mit dazu.

Die Knackwurst, so eine weiche im Ring, wurde der dünnen Haut beraubt und das Innere in die heiße Pfanne gebröselt. Dann kam die klein geschnittenen härteren Teile der Chinakohlblätter dazu und die in ähnliche Form geschnittene Paprika. Nachdem alles ein wenig vor sich hin geschmurgelt ist und leicht Farbe bekommen hat (gelegentlich umrühren und ggf. noch etwas Olivenöl dazu geben, wenn die Knackwurst zu fettarm ist), kommen die klein gezupften Chinakohlblätter dazu und zur Würze etwas Kümmel. Deckel drauf und ein paar Minuten bei kleiner Hitze garen lassen.

Das Ergebnis sah dann so aus:

Dann wurde die Hitze wieder erhöht und alles mit der halben Dose Kokosmilch abgelöscht. Nachdem diese etwas eingekocht war, wurde mit etwas Rosenpaprika abgeschmeckt. Curry wäre auch eine schöne Idee gewesen, hatte ich aber nicht im Haus.

Hmm. Ein guter Schuss Sahne (statt Kokosmilch) wäre natürlich auch eine Idee gewesen. Zum Schluss etwas Kräuter drüber oder eine klein gehackte Zwiebel am Anfang mit dazu gegeben sind Varianten. Alles einfach mal ausprobieren.

Früher war es nicht so schlecht

Sich Packungen von sogenannten Lebensmitteln anzusehen, sollte eigentlich jedermanns Hobby sein. Nur der informierte Kunde ist ein guter Kunde, zumindest aus Sicht des Kunden selber. Aber es gibt ja auch Lichtblicke, vor allem, wenn da noch alte Erinnerungen hochkommen.

Ostalgie pur versprach die Verpackung eines Softeises. Erinnert sich noch jemand an das Zeichen? Es spielt augenscheinlich auf ein DDR-Gütezeichen an, dass sehr gute Qualität versprach. Da darf man also einiges erwarten.Wer erinnert sich nicht wehmütig an das eine oder andere Produkt, dass man heute in der Qualität gar nicht mehr bekommt.

Auch die Herstellerfirma schmückt sich mit einem entsprechenden Spruch:

 

Hinter diesen Schildern verbarg sich übrigens ein Softeis. Cremig, sahnig, fruchtig, schokoladig und frisch in eine Waffel oder (zur Not) in einen Plastebecher abgefüllt und dann sofort gegessen. In unserer Region gibt es Softeis verkaufende Eiscafés, die jeden Sommer (und darüber hinaus) viele Menschen sogar dazu anregen, 20 bis 25 km mit dem Fahrrad zu fahren, um der Genüsse habhaft zu werden. Milch, Sahne, Zucker, Ei und die geschmacksgebenden Zutaten vereinigen sich zu einer beliebten Köstlichkeit.

Milch, Sahne, Zucker, Ei, Vanilleschote und Kakao hätte ich auf der Zutatenliste erwartet. Jeder Löffel der seltsamen Speise bestätigte die Erwartung, dass das, was da in dem Becher war, alles andere als ein Softeis war. Immerhin sind 1,5% kastriertes Kakao-Pulver enthalten, vermutlich im wesentlichen zu färbenden Zwecken.

Und sowas schmückt sich dann mit dem Qualitätssiegel. Da wird auch noch die letzte positive Erinnerung an die DDR in den Dreck gezogen. Schade, dass die DDR niemanden mehr wegen Rufschädigung verklagen kann. Lohnenswerte Verhandlungen gäbe es dann sicher zur Genüge.

Meine Stille Angst ist nur, dass diese Zutatenliste einfach nur zu ehrlich ist. Vielleicht ist es schon längst üblich, sozusagen der Sieg der Lebensmitteltechnologie über die natürliche Ernährung, Speise- und Softeis nicht mehr aus den klassischen Zutaten herzustellen, sondern solche Kunstmischungen zu verwenden. Die Moral dieser Geschichte ist also die immer wieder wiederholte: Achtet auf die Zutatenliste und kauft nicht, was Kram enthält.

Sugo TM

So muss ein Teller aussehen, wenn es vorher geschmeckt haben soll. 😉 Es gab Pasta mit Sugo. Das allein wäre natürlich keiner Erwähnung wert, gibt es das doch häufiger und wurde nicht auch schon häufiger darüber berichtet. Aber diesmal gab es das Gericht unter Beteiligung einer neuen Küchenmaschine. So ging das recht einfache Gericht noch einfacher. Sugo TM weiterlesen