Kohlente

Vielleicht zum Eingang einen kleinen Schwank aus meinem Leben der letzten Woche, der nix mit Essen und Trinken zu tun hat. Dazu aber die Frage: Sagt Euch der 14.10.2025 noch was? Auch einer der sogenannten „versteckten“ „Feiertage“. 😉 Nein, nicht wirklich. Das war der Tag, als Microslop (so heißt das wohl jetzt, wenn man IN sein will, wobei ich ja noch das i durch ein a ersetzt hätte) seinen Support für Windows 10 einstellte resp. einstellen wollte. Windows 11 als Nachfolger stand ja bereit … Allerdings war ich schon soooo lange mit Win10 verbunden, dass meine Hardware (PC) sich weigerte, für Win11 bereit zu sein. Stellte sich die Frage nach einem neuen Rechner. Der alte war aber auch noch super funktional, so dass ich den Wechsel nicht wirklich einsah. Die angebotene einjährige Lizenzverlängerung wäre ja auch nur ein Aufschub des Problems gewesen. Also Plan C, genauer Plan L(inux). Und nun arbeite ich seit Mitte Oktober letzten Jahres im wesentlichen* auf Linux. Und es funktioniert super.

Nur in der letzten Woche habe ich mal einen Fehler gemacht. Wenn man sich nicht so richtig damit auskennt, sollte man „systemnah“ nicht rumpfuschen. Mein Linux ging offline. Nicht 100%-ig, aber doch funktional für Browser, Updates u.a. In mir stieg Panik auf. Müsste ich jetzt nur noch mit dem (nicht so ganz geliebten) Laptop arbeiten. Oder remote via Linux auf dem Laptop (das ging noch). Ein kundiger Mensch half in einer kleinen Nachtsitzung (danke nochmal dafür) und ich war wieder online. Da war nicht nur ein Stein, der mir vom Herzen fiel. Menschen mit ihrem gesamten Leben (Kommunikation, Banking, Shopping, …) auf dem Smartphone werden das nachvollziehen können, vor allem, wenn sie schon mal erlebt haben, dass das Ding nicht geht bzw. – schlimmer – weg ist. Aber ich bin glücklich und weiß, wovon ich die Finger zu lassen habe.

Kulinarisch war wenig los. Auf Arbeit gab es zweimal Fish’n’Chips … in Form von Pellkartoffeln mit Sahnehering und Stampfkartoffeln mit Brathering. Fish’n’Chips als Synonym für Kartoffeln und Fisch. 😉 Und am Sonntag gabs auch Stampfkartoffeln, allerdings war da dann ein Vogel vorbeistolziert …

Sonntagmittag

Die obigen Zeilen schrieb ich, als das Mittag in der Mache war. Bei „Schmorgerichten“ hat man ja die Zeit. Wobei es kein richtiges Schmorgericht war, aber auf der Packung fand ich eine Zubereitungsidee, der Rest ist auf Basis der Vorräte frei improvisiert.

Entenkeule, Stampfkartoffeln, KohlgemüseAuf der Packung der Keule (Barbarie-Ente) stand was von Anbraten, Angießen und dann Schmoren. So in der Art ist dann auch das Essen entstanden. Natrülich stand vorher das Auftauen an, an dass ich diesmal sogar rechtzeitig dachte und schon Samstagabend die Keule vom Tiefkühler in den Kühlschrank verfrachtete. Der später Sonntagvormittag sah mich dann, wie ich das Stück auspackte, ein wenig einritzte, salzte und dann in die gut gewärmte und leicht gebutterte Pfanne legte. Hautseite natürlich zuerst. Nebenbei schnibbelte ich ein paar Schalotten und ein paar Zehen Knoblauch klein, die ich dann mit anschmorte. Irgendwo im Vorratsschrank fand ich noch ein Glas Gemüsebrühe, von dem ich dann einen kleinen Teil mit angoss und danach die Pfanne zum einen bedeckelte, zum anderen die Hitze reduzierte. Glasdeckel sei dank konnte ich ohne dessen Lüften schauen konnte, dass die Flüssigkeit in der Pfanne gerade so köchelte. Nach etwa 20 Minuten (ca. 50 Minuten Schmorzeit war laut Packung vorgesehen) schnitt ich etwas Spitzkohl und ein paar Möhrenscheiben dazu und ergänzte alles mit Salz, Pfeffer und Kümmel. Etwas Wasser kam auch noch dabei. Der Pfanneninhalt wurde wieder zum Köcheln gebracht und dann auf minderer Hitze weiter gezogen. Als der Kurzzeitwecker klingelte, konnte auch schon angerichtet werden.

Entenkeule, Stampfkartoffeln, KohlgemüseNebenbei habe ich natürlich noch die Stampfkartoffeln zubereitet. „Grünzeug“ ist diesmal Schnittlauch (Tk). Ich bin mir ehrlicherweise nicht ganz sicher, ob ich mir nochmal Entenkeulen kaufen werde (wobei: eine hab ich noch im Tiefkühler). Zumindest so geschmort war sie nicht so mein Ding. Vielleicht war ich auch einfach nur zu zaghaft in der Würzung. Oder hätte sie länger bei kleinerer Hitze garen müssen. Wobei sie – technisch gesehen – vermutlich gar nicht mal so schlecht war. Noch saftig, aber durch, gut im Biss, aber ein wenig Kauen musste man schon. Mit der anderen Keule werde ich anders verfahren, mal sehen, was da passiert.

Entenkeule, Stampfkartoffeln, KohlgemüseLänger garen wäre in diesem Fall nicht so einfach gegangen. Der Kohl war weich, die Möhre al dente. Das wäre matschig geworden, bei weiterer Garung. Alles in allem nörgel‘ ich aber gerade auf hohem Niveau. Es war alles schon lecker, schlechter gegessen hatte ich auch schon. Also: Was will ich eigentlich mehr?

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*) im wesentlichen: Ich habe noch einen Laptop mit Win11, der ist aber meist eher Second Screen, und mein Win10 hat die Lizenzverlängerung bekommen. Und eine Leerräumung. Er läuft jetzt noch besser als vorher. Linux habe ich auf einem kleinen Behelfsrechner – Notlösungen halten am längsten. Es gibt noch eine – gelegentlich genutzte – Aufgabe, die ich noch nicht auf Linux habe, ansonsten alles.

Reset fürs Fest

Im Hinblick auf die kulinarisch sündigen Tage in naher Zukunft besinne ich mich mal wieder auf mein Ernährungskonzept, dass ich zugegeben in der letzten Zeit ein wenig schleifen ließ. Ich orientierte mich partiell lieber an dem, was mir Mitte des Jahres im Krankenhaus vorgesetzt wurde (als es mir schon wieder etwas besser ging). Zumindest beim Frühstück standen sich Ernährungskonzept und Krankenhausfrühstück konträh gegenüber. 😉
Dieser Tage frequentierte ich mal einen Supermarkt, der nicht zu den von mir regelmäßig besuchten gehört, und zog dort einen Entenschlegel aus der Kühltruhe. Die Zubereitung – in welcher Form auch immer – ist für mich neu, habe ich doch bisher entweder Entenbrüste oder dem ganzen Vogel (1x im Jahr) den Vorrag gegeben. Da sind natürlich auch Keulen dran, meist zwei. Aber so einzeln … Für mich jedenfalls noch ungewohnt. Ich darf aber schon mal eine alte Fernsehwerbung zitieren: „Das machen wir mal wieder.“
Beim ersten Mal gehe ich entweder streng nach Rezept vor oder – wenn ich keins habe – erstmal recht puristisch. Beim Schlegel bot sich der zweite Weg an. Auf der umgebenden Tüte fand sich zwar ein Hinweis auf mögliche sinnvolle Garung, die sich mir aber nicht wirklich erschloss. Laut Etikett sollte man das Fleischstück für 35-40 Minuten bei 200-225°C in den Ofen legen. Danach wurde darauf hingewiesen, dass die Garung ca. 45-55 Minuten dauert. Hä? Achso, nach der Zeit sollte das Vogelbein noch ein wenig im Ofen nachziehen … Ich war verwirrt.
Also ergriff ich eine Pfanne, für die ich auch einen Deckel habe, und erwärmte diese nachhaltig. Das ging recht fix und so konnte ich die Entenkeule mit der Hautseite nach unten in die heiße Pfanne legen. Bei mittlerer Hitze ließ ich erstmal das Entenfett aus der Haut aus (vorsichtiges Einschneiden derselben vor dem In-die-Pfanne-hauen soll helfen) und diese schön anbräunen. Das gleiche passierte auf der gegenüberliegenden Seite, die ich allerdings gleich nach dem einlegen der Keule in die Pfanne noch gesalzen und gepfeffert hatte.
Entenkeule angebratenIst auch die Unterseite angebräunt, kommt ein kleiner gewürfelter Kohlrabi dazu. Etwas Salz darüber hilft der Aromatik auf die Sprünge.
Kohlrabiwürfel dazugebenDann wird die Hitze unter der Pfanne weiter runter gedreht und alles überdeckelt vor sich hin garen zu lassen. Einmal(!) während des Umdrehens der Keule wird auch der Kohlrabi durcheinandergebracht.  Entenkeule und R.östkohlrabiNach ca. 30 Minuten mit dem Kohlrabi und dem Umdrehen der Keule in der Mitte der Zeit sieht alles dann so aus und kann angerichtet werden.  Entenkeule und R.östkohlrabiAuf den ersten Blick mag das Verhältnis zwischen Fleisch und Gemüse nicht stimmen. Wenn man aber bedenkt, dass ich keinen kleinen sondern nur einen großen Kohlrabi hatte und beim Schnippeln der Würfel knapp die Hälfte gleich weggesnackt wurde, stimmt auch wieder der Gemüseanteil.
Für Freunde des Erdapfels der Tipp, dass sie gern die Kohlrabi-Würfel mit Kartoffelwürfeln mischen können. Auch lecker. Aber es geht auch ohne.
Das Gericht ist recht einfach und lecker. Nur wirklich schnell ist es nicht. Eine gute Dreiviertelstunde stand die Pfanne schon auf dem Herd, die meiste Ziet bei recht geringer Hitze.