Pasta, Pasta und ein Riegel

Wenn man sich – diättechnisch und bildlich – beim Essen einen Riegel vor den Mund schieben sollte, darf der nicht aus Schokolade sein. 😉 Wobei, manchmal reicht auch ein Riegel, dann reicht’s auch wieder. Dieser Tage kaufte ich von einem bekannten Namen zwei unterschiedliche Schokoriegel, die mir beim Einkaufen ins Auge sprangen. Die Erkenntnis: Wie unterschiedlich doch die beiden Produkte sein können, trotz einiger Gemeinsamkeiten. So war der Schokoriegel mit Schichtnougatfüllung gar nicht mal schlecht.

Schokoriegel-SchichtnougatDrumrum war zwar nur Vollmilchschokolade, vermutlich eine Anspielung in Richtung Mainstream. Bei einem UVP von 3,20 für diese leicht aufgeblasene Praline darf man einiges an Qualität erwarten. Der andere Riegel kam als Toffee-Nougat daher und schmeckte nach …? Genau! Marzipan-Alkohol. Ich war so schockiert, dass ich das Bildmachen vergaß. Der Abbiss zeigte zwar auch eine bräunliche Füllung, die allerdings an drei Seiten vom unerwarteten Marzipan umgeben war. Immerhin machte mich die Nichtexistenz dieser Masse im Schicht-Nougat-Riegel sehr glücklich.

Gemeinsam war beiden Riegeln die Verbraucherverscheißerung, ließ doch die Verpackung einen wesentlich größeren (Volumen ca. doppelt so großen) Riegel erwarten.

Schoko-Riegel verpacktTransparenzhinweis: Der Riegel ist schon geöffnet. Deswegen sieht die rechte Seite so aus, wie sie aussieht.

Schoko-Riegel verpackt, ein wenig guckt er rausHuch, jetzt ist er schon ein wenig rausgerutscht. Naja, sehr beweglich in der Verpackung war er ja auch gelagert.

Schoko-Riegel verpackt, innen und außenSieht schon etwas unterschiedlich in den Größen aus. Und wundert Euch nicht, dass die Packung immer noch gefüllt aussieht. Das ist der Bescheißgrund:

Schoko-Riegel verpackt, innen und außen, der TrickSo ist der Riegel in der Packung verpackt. Wieder eine Marke, die auf meine No-Buy-Liste kommt.

Ein Toffee-Nougat-Riegel, der nach Marzipan schmeckt. Manchmal wünscht man sich bei kulinarischen Produkten eine gewisse Standardisierung. Für wenige, ausgewählte Sachen gibt’s das schon. Klassisches Beispiel ist das „Wiener Schnitzel“, bei dem der Essende ein dünnes Kalbsschnitzel in Panierung erwarten darf. Die Schweinefleisch- oder Geflügelvarianten heißen höchstens „nach Wiener Art“, dürfen aber nicht „Wiener Schnitzel“ heißen. Meine Idee, dass Sauce Hollandaise im wesentlichen aus Butter und Eigelb bestehen sollte, wird vermutlich nicht als Regel kommen, obwohl sinnvoll. Was sich in den Gläsern, Flaschen und Tetrapaks unter dem Namen verbirgt, sind eigentlich alles Majonäsen (Öl und Eigelb), die man erhitzen kann. Wobei: Eigentlich sind sie nicht mal mehr das. Das läuft eher unter Salatsoße, also verdünnte Majonäse, mit Bindemittel wieder eingedickt.

Die Carbonara ist ja auch eine Soße zu Pasta, die einer gewissen Standardisierung unterworfen werden sollte. Damit möchte ich nichts gegen die zahlreichen Schinken-Sahne-Soßen sagen, die meist unter dem Namen verkauft werden und die auch sehr lecker sein können. Aber Carbonara ist das alles eigentlich nicht. Speck, Eigelb und Parmesan (um es mal einfach zu formulieren) und die tropfnassen Nudeln erzeugen einen Traum mediterraner Kochkunst und sind mit den anderen Namensgleichen Gerichten mit Schinken und Sahne nicht zu vergleichen. Die Krone setzte sich aber bei mir dieser Tage ein Tiefkühlgericht auf, auf deren Verpackung ebenfalls das Wort „Carbonara“ prankte und das Wort „keine“ davor nicht vorkam.

Pasta Carbonara (TK)Lasst es mich so ausdrücken: Unter dem Namen ist jetzt also auch ein Pastagericht mit Erbsen-Käse-Sahne-Soße erhältlich.

Pasta CarbonaraJa, es gab auch ein paar „Speckwürfel“ als Spurenelemente: 3%. Erwartung und Ergebnis lagen mal wieder beliebig weit auseinander.

Sonntagmittag

Hackfleisch, braune Champignons, Zwiebel, Knoblauch, Sahne, Salz und Pfeffer vereinigten sich zu einer leckeren Soße, die, immerhin hatten wir Sonntag den Welt-Pasta-Tag, sich zu einer cremigen Soße verbanden.

Pasta mit Pilz-Hack-Sahne-SoßeIn einer Pfanne wurde zuerst das Hackfleisch angebraten, dann kamen die Zwiebel, Knoblauch und Salz dazu. Als die Schalottenwürfel glasig waren, kamen erst die fein gewürfelten Pilzstiele und später die in Scheiben geschnittenen Pilze dazu. Als auch sie in der Pfanne angegangen waren, wurde alles mit etwas Mehl bestäubt, nochmal gut durchgerührt und dann mit einem Becher Sahne aufgegossen. Alles wurde noch ein wenig köcheln gelassen, bis sich Mehl und Sahne zu einer cremigen Soße verbanden und die anderen Zutaten sich in der Soße aromatisch verteilten. Nebenbei wurde dann die Pasta gekocht.

Pasta mit Pilz-Hack-Sahne-SoßeDa es wieder mal eine Soße für mehrere Tage wurde, kamen zum Abschluss nicht die al dente gekochten Spirellies in die Pfanne, sondern ein Teil des Pfanneninhalts in den Topf mit den abgegossenen Nudeln. Einmal umrühren, anrichten und lecker.