Mit dem DDR-Label muss man heute sehr vorsichtig sein, gerade auch im kulinarischen Bereich. Mittlerweile ermächtigt sich mir der Eindruck, dass der einzige, allereinzigste Grund dafür, es zu verwenden, reines Marketing ist. In einem der nächsten Beiträge werde ich dafür ein entsprechendes Produkt auseinandernehmen und genau das zeigen. Man mag zwar für ein Produkt ein Rezept verwendet haben, wie es schon zu DDR-Zeiten genutzt wurde, trotzdem wird daraus noch lange kein „wie damals“-Produkt, spätestens, weil es die Zutaten mit den damaligen Eigenschaften nicht mehr gibt. Nur, um mal zu spoilern. Aber selbst das Rezept darf angezweifelt werden.
Sonntagmittag
Dieser Tage habe ich in einem anderen Kochblog ein Rezept für einen Kartoffelsalat mit Vignaigrette gesehen, und hätte am liebsten ein wenig pinschieterig kommentiert. Wobei ich keinesfalls das Rezept schlecht machen möchte, im Gegenteil! Es ist eine schöne Anregung und ich werde es ähnlich mal probieren. Aber in dem Rezept wurde keine Vignaigrette an die Kartoffeln gegeben, sondern nur deren Zutaten. Ein kleiner, aber feiner Unterschied, wie ich finde. Aber, worauf ich eigentlich hinaus wollte: Der Blog hat die wunderbare Eigenschaft, ausführliche Zubereitungsbilder zu zeigen. Finde ich super. Habe ich früher™ auch gemacht. Vielleicht fange ich auch wieder damit an.
Zwiebeln klein schneiden, Knoblauch hacken, Öl und Butter in einer Pfanne erhitzen, dabei salzen. Die Zwiebeln dazu geben und weich schmoren lassen. Nach 5 Minuten auch den Knoblauch dazu geben. Dann kommen die Erbsen dazu. Der wichtige Hinweis an dieser Stelle aus dramaturgischem Sinn: Es waren die letzten Erbsen aus der Tk-Tüte, es darf sich also in den nächsten Blogbeiträgen auf ein anderes Gemüse gefreut werden. Vermutlich auch grün und aus dem Tiefkühlschrank. Oder was frisches.
Ersichtlich: Es war eine rote Zwiebel. Dadurch wurde es auch etwas viel Zwiebel, aber durch das Schmoren bevor die Erbsen dazu kamen, wurde sie sanft. Kurz hatte ich auch noch über eine dezente Speckzugabe nachgedacht, es aber dann doch gelassen. Als die Erbsen so gerade aufgetaut und warm waren, habe ich die Pfanne bedeckelt beiseite gestellt und ein lange nicht mehr genutztes Kochgeschirr rausgekramt.
Meine Grillplatte, die sich wunderbar mit meiner Induktionskochplatte kombinieren lässt. Man kann sie aber auch auf die Ceranplatte des Herdes legen. Aber dann hätte ich die Induktionsplatte erst wegräumen müssen … Die wurde schon mal ein wenig angeheizt.
Da ich – wie oft – nur mehligkochende Kartoffeln im Haus hatte … Ja ja. Aber man kann auch das variieren. Aber erstmal 3 Kartoffeln schälen und in kleine Stücke schneiden.
Die kommen tropfnass in ein mikrowellengeeignetes Gefäß, das anschließend bedeckelt, aber nicht fest geschlossen wird. Der Dampf muss schon raus können. Die Menge war dann 5:30 min. bei volle Pulle Mikrowelle in selbiger und dann gar.
Dann kamen Butter, Salz und Muskat dazu. Und alles wurde durchgerührt und gequetscht.
Noch ein wenig stückig, aber sollte so. Kann man auch mit Milch, Sahne oder weiteren Flüssigkeiten cremiger machen. Ich tat den erbsigen Pfanneninhalt dazu und rührte kräftig durch.
Aber zurück zu Grillplatte (mittlerweile heiß) und zwei Servierringen (oder wie die Dinger heißen).
Darin wurde dann der Becherinhalt verteilt und gut angedrückt.
Als Beilage hatte ich beim Wochenendeinkauf Nacken gekauft. Eingelegt. Aber nicht so was 08/15. Aber doch auch in Folie eingeschweißt. Mit Marinade. Ein Fehler.
Anfangs sah es noch ganz harmlos aus, außer vielleicht, dass die Scheiben dünner waren als gedacht. Zu dünn aus meiner Sicht. Aber das Elend nahm seinen Lauf.
Nie wieder. Ich möchte öfter mal Zeit und Muße haben, bei meinem Lieblingsfleischer vorbei zu schauen. Sowas wäre mit seinen Produkten nicht passiert. Aber: Das war nicht das einzige Pech.
Beim Versuch, das Kartoffel-Erbsen-Ding (ohne Ring) zu wenden, bröselte es natürlich auseinander. Aber schön angebräunt war es schon …
Mit ein wenig Trick17 und der Lehre aus den Fehlern hab ich zum Ende hin doch noch einen halbwegs ansehnlichen Teller hinbekommen.
Den zweiten Ring habe ich mit Ring umgedreht, was zwar auch beinahe schief ging, aber eben nur beinahe. 😉 Das Fleischstück sah auch ein wenig verloren auf dem Teller aus, irgendwie scheint es geschrumpft zu sein.
Die halbwegs schöne Optik ist geschönt. Noch auf der Grillplatte kam ein wenig Sojasoße zum Einsatz.
Das Kartoffel-Erbsen-Ding hat’s bis auf’s Foto geschafft. Das wichtigste Zeit ist erfüllt und im Magen kommt dann sowieso alles durcheinander. Lecker war’s. Über das „Fleisch“ decken wir den Mantel des Schweigens.
