Intermezzo: Ausgelassen mit Ursula und Artemis

Die FFV schien magische Kräfte gehabt zu haben. Aber beginnen wir kurz davor. Gelegentlich kaufe ich mir ein Stückchen durchwachsenen Speck, meist zum Snacken, pur oder auf frischem Backwerk. Mein Lieblingsfleischer bietet ihn in der gewohnten Form oder auf doppelt geräucherte und zusätzlich gewürzte Art an. Letztere ist zum Snacken fast zu intensiv, aber als Ergänzung zur Suppeneinlage für Würze und Geschmack ist’s super.

Neulich war ich bei ihm und fand beides hinterm Tresen vor, so dass zwei Stückchen Speck mitkommen sollten. Erst das Stück doppelt Geräuchertem, dann deutete ich auf ein Stück durchwachsenem in angenehmer Größe. Aus dem Augenwinkel heraus sah ich, wie die FFV (Fleischereifachverkäuferin) es auch einpackte. Ein paar Tage später sollte es dann sein, das Paket wurde eröffnet. Aber statt des durchwachsenen fand ich fetten Speck vor … Hm. Watt Nu?! Zum Snacken ungeeignet.

Wegwerfen ist keine Option, also gab’s was feistes. Der deutsche „Lardo“ wurde in Würfel geschnitten und kam in eine sich erhitzende Pfanne. Als das erste Fett ausgelassen war, kam eine ebenfalls gewürfelte rote Zwiebel dazu. Beides schmurgelte eine ganze Weile sanft vor sich hin, bis sich Zwiebel und Speck bräunte. Nebenbei garte ich Kartoffeln und vereinigte die drei Hauptzutaten stampfend in einem Topf unter Zugabe von Salz, Pfeffer, Muskat. Dann konnte angerichtet werden.

Speckig, zwieblige Stampfkartoffeln mit Rotkrautsalat

Der Rotkrautsalat war ein Fertigprodukt, dem der Hersteller einen Namen gegeben hat. Schade, dass die Zwiebeln keinen Namen hatten. Was wäre das für eine Überschrift geworden …

Speckig, zwieblige Stampfkartoffeln mit Rotkrautsalat

P.S. für die Blitzmerker: Ausgelassen war der Speck und die Kartoffeln hießen Artemis.

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