Mit viel Liebe gekocht …

Kennt ihr das? Man schaut in seinen Resourcen und alles, was man daraus bauen könnte, hatte man schon. So hätte es beinahe mal wieder Stampfkartoffeln und Bohnengemüse als Beilage gegeben. Hatten wir aber schon mal. Also muss man einiges durcheinander bringen. Immerhin stimmte zum Ende die Optik, nur muss der Koch in mir noch herausfinden, in wen er gerade unglücklich verliebt ist. Vielleicht in Milchkaffee?

Als zu großer Freund von kaltem Milchkaffee kann man sich auch mal vergreifen. Dass ich dabei die zutatenarmen Hausmarken den großen Namen vorziehe, hatte ich schon früher erwähnt (Kaffee statt Kaffeeextrakt und ohne Aromastoffe, außer bei den aromatisierten Varianten Vanille und Karamell). Neulich war ich aber bei einem seltener genutzten Discounter, griff ins entsprechende Regalfach und erwischte mangels Aufmerksamkeit eine Abart. Ich hatte wohl nur auf Hausmarke und „Caffé Latte“ geschaut, hatte dabei aber das andere NoGo- bzw. besser NoBuy-Schlüsselwort übersehen. Und so sah ich mich im Moment des Verzehrs einem „Kaffee-Getränk mit Milcheiweiß und Magermilch“ gegenüber statt dem „Milchmischgetränk“. Hauptbestandteil war hier eben keine Milch (die kam als Magermilch erst auf Platz 3 mit 19%), sondern ein Milcheiweißerzeugnis. Das kommt eben davon, wenn man das „High Protein“ auf dem Deckel übersieht und das Produkt trotzdem kauft.

Nebenbei irritierte auch noch die Angabe zum Koffeingehalt. Während ein Vergleichsgetränk bei „18% Arabica-Kaffee“ auf der Zutatenliste 52 mg/100ml enthielt, waren es hier bei „20% Kaffee“ nur 47. Da gehen einem schon ein paar Unterstellungen durch den Kopf. Vielleicht legte sich auch mit der zutatenlistegespeisten Erkenntnis Süßstoff statt Zucker das eine oder andere Vorurteil über die Zunge, aber geschmacklich war das Ding nicht der große Bringer. Erfreulich war, dass die bei Light- und Zero-Getränken übliche Süßstoffspitze hier nicht so stark ausgeprägt war. Statt der sonst üblichen ca. 3% Protein waren 8% im Becher. Immerhin: „High Protein“ stimmte wenigstens im Typenvergleich. So hatte ich damit schon zum Frühstück 20g Proteine zu mir genommen. Ähm, okay, 27,5g. Ich trank hinterher noch einen kalten Espresso Latte, klassisch, aus gleichem Hause. Auch zur Geschmacksverbesserung.

Sonntagmittag

Heute mal wieder nur mit den End-Bildern. Aber ich glaube, die Zubereitung ist sooo einfach, das kriegt ihr auch ohne Zwischenbilder hin. Bei Nachkochinteresse. Das eingangs erwähnte Dilemma „Bohnengemüse/Stampfkartoffeln“ löste ich mit Bohnenstampf und Backkartoffelecken.

Rib-Eye-Steak mit Kartoffelecken und BohnenpüreeSieht das Rib-Eye-Steak nicht super aus? War auch lecker. Eines extra Steakmessers hätte es auch nicht bedarft. Schön rosa und saftig mit Kruste drumrum. Perfekt.

Wie es sich gehört, nahm ich das Fleisch noch vor den anderen Vorbereitungen aus dem Kühlschrank. Dann wandte ich mich den Kartoffeln zu. Schälen, Vierteln und in einer Rapsöl-Salz-Rosmarin-Mischung ein wenig marinieren. Dann kommt das in den Ofen auf Backpapier und wird bei Umluft 180°C ca. 30 min. gebacken. Dann wird die Pfanne erwärmt. Nebenbei löste ich das Steak aus seiner Verpackung, tupfte es etwas trocken. Als die Pfanne heiß war, salzte ich die Oberseite, gab auch ein paar Tropfen Öl darauf und legte das Steak mit der behandelten Seite nach unten auf den Pfannenboden. Gut zielen! Man sollte es erstmal nicht mehr anfassen. In einem kleinen Topf, der ebenfalls erwärmt wurde, kam etwas Butter und dann die Tk-Bohnen. Um dem Bohnenmus eine gewisse Konsistenz zu geben, gab ich auch noch eine sehr klein geschnittene rohe Kartoffel dazu. Ebenfalls dazu kamen Salz, Pfeffer, Bohnenkraut, eine Spur Wasser und ein Deckel obendrauf. So konnte alles auftauen (Bohnen) und garen (Bohnen und Kartoffel).

Ein Auge lag natürlich immer mal auf dem Steak. Irgendwann löste es sich bei leichtem Rütteln von der Pfanne, so dass ein kurzer Blick auf die Unterseite möglich wurde. Als diese gut aussah, wurde die noch rohe Oberseite gesalzen und mit ein paar Tropfen Öl versehen und dann das ganze Stück umgedreht. Auch hier sollte gut gezielt werden, denn nach dem Umdrehen ist physische Ruhe in der Pfanne.

Als die Kartoffelwürfel bei den Bohnen weich waren, kam im Topf der Pürierstab zum Einsatz, abgeschmeckt wurde mit ein wenig von der Flüssigkeit, die sich in der Pfanne ansammelte. Als die Kartoffelecken fertig waren, konnte angerichtet werden.

Rib-Eye-Steak mit Kartoffelecken und BohnenpüreeDas grüne Bohnenpüree hatte wohl eine Spur zu viel Salz abbekommen. Sieht man aber nicht. 😉 Und Getränkevorräte waren hinreichend viele im Haus. Bei den Kartoffeln bin ich mir nicht so ganz sicher, ob ich sie länger hätte marinieren lassen oder während des Backprozesses vielleicht mal mit dem Rest der Marinade bepinseln sollen. Geschmeckt haben sie aber. Nur die Optik …

Rib-Eye-Steak mit Kartoffelecken und BohnenpüreeDas Steak wurde final übrigens noch ein wenig mit Butter bedacht (noch in der Pfanne) und etwas frisch gemahlener Pfeffer kam auch drauf. Ich war mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Man gönnt sich ja nicht oft sowas, aber das war wieder richtig gut.

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