Es fällt schwer, im Rückblick auf die letzte Woche nicht aufs Wetter anzuspielen. Kurz hatte ich überlegt, eine grüne Gazpacho, die ich die Woche in einem anderen Kochblog gesehen hatte, in einer geeisten Version nachzumachen, aber ich hatte keine Gurke im Haus und keine frischen Kräuter … Nunja, aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben. Die rote Version hatte ich schon mal. Aber kommen wir mal zu etwas völlig anderem: weißes.
Bei vielen industriellen Lebensmitteln überwiegen die Aromastoffe vor den echten Geschmacksträgern, und wenn nicht drauf stände, wonach das jetzt schmeckt, wird es manchmal schwierig, genau das zu differenzieren. Schön ist, dass ein Milchproduktehersteller genau dies anerkennt und sich ehrlich macht:
Am besten überall „Mystery“ drauf schreiben, dann können auch am besten die Aromen weg, die das nächstgelegene MHD haben … Achnee, blöde Idee: Das Zeuch hält sich ja so ewig. Aber einen Vorteil hat die Idee noch: Man muss nix vom echten Geschmacksgeber mit dazu geben, weil der ja als Zutat nicht auf der Frontseite steht. Spart man wieder Geld. Auch das grüne Gefissel im Produkt entfällt. Win Win, würde ich sagen.
Bei den Temperaturen der letzten Tage stieg ich beim erhalten gebliebenen Kaffeegenuss von der heißen auf die kalte Variante um. Wesentlicher Unterschied bei der Zubereitung: Unter den Kaffeeausfluss der Maschine kommt keine schnöde Tasse, sondern eine mit Eiswürfeln.
Der Rest ist fast wie immer, zumindest beim Caffe.
Fertig. Die Milch schäume ich natürlich nicht mit der Dampfdüse auf. Die kommt kühlschrankkalt dazu.
Bzw. der Eis-Caffe kommt zur Milch. Fertig. Das Schweißtreibende an der Erstellung dieses Eiskaffees war übrigens das Kaffeemahlen … Vielleicht sollte ich mir doch endlich mal eine elektrische Kaffeemühle zulegen, aber dann habe ich ja gar keine Bewegung mehr.
Sonntagmittag
Nachdem es die Gazpacho nicht geworden ist, gabs was klassisches, einfaches. Ich hatte neulich mal beim Einkaufen eine „Krainer Wurst“ entdeckt. Darunter stand „seit 1898“, ich habe aber eine frische Version erworben. Zumindest überlebte ich den Verzehr. Da unten drunter war auch noch das Label „Geschützte geografische Angabe“, was mich im Zusammenhang mit Slowenien als Herkunft im Lexikon nachschlagen ließ. Und siehe da, die Krainer Region lag im ehemaligen Altösterreich, einer Gegend, die heute zu Slowenien gehört. Eher aus der österreichischen Küche bekannt ist eine Verwandte: die Käsekrainer, auch „Eitrige“.
Meine Krainer Wurst sieht übrigens der bei Wikipedia abgebildeten sehr ähnlich. Ich sach ma so: steht für Stimmigkeit.
Als Beilage gabs geerbsten Karotffelbrei, wobei ich die Tk-Erbsen zusammen mit der Wurst garte (das Wurstkochen war auf der Packung empfohlen). Nebenbei erstellte ich den Stampf.
Zitieren wir nochmal Wikipedia (sinngemäß): geräucherte Brühwurst aus grobem Brät, Schwein, Speck, Rind. Laut Zutatenliste kommt diese ohne Rind aus. Aber grobes Brät kann ich bestätigen. Find ich gut.
Am besten sieht man es wohl auf der linken Schnittfläche. Ein Klecks Senf kam auch noch dazu.
Wurstfreunde werden sich über die Abwechslung freuen. Allerdings weiß ich nicht mehr, wo ich sie gekauft habe. Irgendwie freue ich mich auf den kommenden Sonntag: Da ist es nicht mehr so heiß und man kann mal wieder was schönes, vielleicht etwas aufwendigeres kochen …



