Jetzt wird richtig übertrieben

Keine Angst, der Einführungstext wird jetzt nicht noch länger. Da habe ich letzte Woche wohl kein Absperrventil für den Wortfluss gefunden. Deswegen heute ganz kurz und nur der Hinweis: Das Thema von letzter Woche geht weiter.

Sonntagmittag

Normalerweise weiß ich Freitagfrüh, was es Sonntag zu Mittag geben soll. So kann ich nach Feierabend noch Zutaten einkaufen, wenn ich denn noch was brauche. Diesmal gab es noch keinen Plan, aber es schwebten mehrere Mosaikstücke im Hinterkopf herum. Hinzu kam dann ein Anblick im Kühlschrank der Einkaufsquelle (um diesen alten Begriff mal wiederzuverwenden). Alle neuen und alten Mosaikteilchen vereinigten sich zu einem Bild, das als Titel „Hamburger Jäger Medaillons“ trägt. Falls jetzt jemand denkt, ‚oh weh?!‘, den kann ich beruhigen. Dass mit dem OW (oder O-W) stimmt. Es wird eine O(st)-W(est)-Fusion, die auch noch low carb, high protein und auch ein wenig Fernost ist. Mit der Unterbringung des fernen Westens hatte ich ein wenig Probleme. Aber vielleicht trinke ich einen kalifornischen Chardonnay dazu.

Rückblick

Um die Spannung ein wenig aufrecht zu halten, noch einen kleinen Rückblick auf die Woche. Da war ich mal wieder zwangsweise ins HomeOffice geschickt worden, im Nachhinein grundlos. Also galt es, sich selbst zu versorgen. Irgendwo lag noch etwas Letscho im Tiefkühler, ich hatte noch Shrimps gekauft. Und ich hatte meinen guten alten Wok wieder entdeckt.

Shrimps im Wok, mit Letscho abgelöschtIm geölten Wok habe ich kleingeschnittene Zwiebeln, Knoblauch und eine Chili angeschwitzt und dann die Shrimps dazugegeben. Alles wurde klassisch gerührt und abschließend kam das Letscho oben drauf. Fertig.

Shrimps-Letscho mit ToastSchick angerichtet, lecker mit angenehmem Pfiff und kräftiger Note. Hmmmm.

Sonntag Mittag, nun aber

Es wirkt sich manchmal deutlich sichtbar aus, dass ich meine Blogtexte ohne Konzept schreibe und das in den Editor fließt, was mir gerade einfällt. Lust auf’s Umarbeiten habe ich nämlich auch nicht. Deswegen das kurze Intermezzo, weil ich die Bilder beim Hochladen der nachfolgenden noch fand, und ich sie gemacht hatte, um Euch die Variante nicht vorzuenthalten.

Das fernöstliche an dem Gericht ist die Zubereitung im Wok (wenn ich ihn schon mal draußen und im Betrieb habe). Das bedingt dann auch die Schnittform des Gemüses. Beim „Fleisch“ habe ich dann aber doch auf die klassische Pfanne zurückgegriffen, und bei der Hamburger Note auch. Wir haben also ein Dreipfannengericht.

Drei Pfannen und SchnibbelgemüseWie das Bild zeigt, ist das Gemüse schon geschnitten. In dem Falle eine Möhre, ein Kohlrabi und eine gelbe Spitzpaprika (letztere, weil sie weg musste). Außerhalb des Bildes liegt noch eine klein gewürfelte Zwiebel und drei entsprechende Knoblauchzehen.

Der fernöstliche Ansatz, der den Namen nicht verdientWir sehen den fernöstlichen Ansatz. Aber der ist so falsch, wie er nur sein könnte. Immerhin der Wok spricht dafür, ist aber auch allein in weiter Flur. Das Gemüse brutzelt da zwar im Fett, das ist aber Butter und alles wird nur dezent gedünstet und nicht schwungvoll in heißem Öl angeröstet. Zuvor kam übrigens für ein wenig Vorlauf die Zwiebel und der Knoblauch schon in die aufschäumende Butter. Naja, legen wir den Deckel des Schweigens darüber.

Deckel drauf und abwartenDas Stück Jagdwurst, was ich gekauft hatte, hatte nicht so den großen Durchmesser, den man einem „Jägerschnitzel“ zuordnen möchte, also hab ich das ganze mal Jägermedaillons genannt. Die Scheiben wurden in etwas (Vollkorn-)Mehl gewälzt und dann in der Pfanne schön braun gebraten. In der mittleren Pfanne kamen zwei Eier und wurden zum Spiegelei. Weil Schnitzel mit Spiegelei oben drauf, eben Hamburger Schnitzel heißt … Das Gemüse wurde noch etwas pikant gewürzt und mit Schmand eingecremet. Das Ergebnis wäre optisch perfekt, hätte ich noch Grünzeug da gehabt.

Hamburger Jäger Medaillons mit Möhren-Kohlrabi-Gemüse und KartoffelbutterAchja, irgendwo im Hintergrund garten auch noch Kartoffeln, die nur mit Butter zu einem Kartoffelbrei hochgestylet wurden.

Hamburger Jäger Medaillons mit Möhren-Kohlrabi-Gemüse und KartoffelbutterDie bemehlten Jagdwurstscheiben gerieten recht schön knusprig. Da fehlte es auch nicht an der sonst eigentlich nötigen Panade.

Hamburger Jäger Medaillons mit Möhren-Kohlrabi-Gemüse und KartoffelbutterNaja, und Gemüse in Schmand schmeckt doch eigentlich immer, und die kleine Prise geräuchertem Chili gab noch einen gewissen Pfiff.

P.S.: Montagmittag

Gleiche Zutaten, anderes Gericht, die übrig gebliebenen Gemüsestifte, der Rest Schmand, der Kartoffelbrei, ein paar Jagdwurststückchen, 4 Eier und eine Paste aus Knoblauch und Chili in den verquirlten Eiern ergab dann nach einiger Zeit im Ofen das hier:

Das gleiche Gericht, nur als FrittataWie es geschmeckt hat, gibts als P.S.II.

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