Sonntag (13.09.2020)

Da wäre es doch beinahe wieder Fisch zum Mittag geworden. Aber ich konnte es doch noch verhindern, indem ich mir das Bild des gestrigen Abendbrots nochmal vors geistige und physische Auge holt, so wählte ich anders.

Meist esse ich ja recht gesittet, zugegeben nicht immer formvollendet, vor allem, wenn dann doch mal etwas auf dem Weg zwischen Teller und Mund von Gabel oder Löffel fällt. Aber manchmal esse ich auch gerne Wild. Und so entschied ich mich für die Damwildroulade von der Speisekarte, dem im Original zwar ein “d” fehlte, aber das stört ja nicht weiter.

Dammwildroulade, Rotkohl, KartoffelklößeDas Essen kam recht ansprechend auf den Tisch und die Rouladen waren superzart, eigentlich bräuchte man für sie kein Messer. Das war dann leider doch für die Klöße nötig, wobei man die ja eher zerreißen denn zerschneiden soll, damit die Oberfläche rauher und damit soßenaufnahmefähiger wird. Die beiden Gummibälle aus irgendeiner Industrieproduktion jenseits des großen Flusses minderten ein wenig den Genuss, aber ihrer Aufgabe der Soßenaufnahme wurden sie dann doch gereicht, weniger aufsaugend, aber dafür mehr abziehend. Und Soße gab es viel und lecker. Das Salatbouquet lockerte angenehm auf und der Rotkohl war, da nicht nelkenverseucht, recht lecker.

Und Kultur gab es auch am Tisch …

Blüte im LokalSehr schön.

Gegenüber gab es übrigens Fisch – genauer Zander an Kartoffelbrei, schön mit etwas brauner Butter, was auch sehr lecker aussah. Dazu gab es dann noch ein paar Getränke und ein kleines Dessert. Die nachfolgende Rechnung erwies sich als Punktlandung.

RechnungDas hatten wir so auch noch nicht. ;-) Aber drauf angelegt hatten wir es auch nicht.

Ein wildes Kotelett, ein schlechter Witz und Kultur am Sonntag (21.07.2019)

“Essen Sie gern Wild, mein Herr?”
“Nein, lieber ruhig und gesittet.”

Sorry, der musste sein. Deswegen auch gleich die Kultur am Sonntag hinterher, als Ausgleich.

Wer jetzt meint, die Blüte hatten wir schonmal: Mitnichten!! Die andere war rosa/pink und gaaanz woanders. Ca. 50 cm neben der heutigen Blüte. 😉

Die Tageskarte des besuchten Restaurants offenbarte zwei Wildgerichte “aus eigener Jagd” und da ich gestern schon was in Aspik hatte, habe ich statt des wilden Sauerfleisches das wilde Kotelett erwählt, genauer: Damwildkotelett mit Pfifferlingen und Stampfkartoffeln. Wobei sich hier die Frage aufdrängt: Wie lautet die Mehrzahl von Kotelett?

Wenn es nämlich überhaupt etwas zu bemäkeln gab, war es die Portionsgröße. Nicht ein, nicht zwei, nicht drei Koteletts lagen auf dem Teller, sondern vier. Nun ist das Damwildkotelett nicht sehr groß, der Fleischanteil entspricht etwa dem eines großen Schweinemedaillons. Aber vier?

Andererseits war es dann auch wieder nicht so übertrieben viel, wie ich es schon anderswo erlebt habe. Und da es weder Vorspeise noch Dessert geben sollte, war es dann doch eher gut. Und diese kleinen, safttriefenden Damwildkoteletts waren wirklich gut. Und die Mischung aus Stampfkartoffeln, Pfifferlingen und dem Fleischsaft ergab eine exquisite Beilage. So ließ ich es mir auch nicht nehmen, die Knöchelchen in die Hand zu nehmen und final abzunagen.

Wirklich lecker. Und wild.