Warum ich zu der Ideevorlage immer Szegediner Gulasch sagen möchte, weiß ich auch nicht. Es könnte an der frühen Kindheit liegen (damit lässt sich ja einiges begründen), da wurde mir in der Schulspeisung Schichtkohl als Szegediner Gulasch „verkauft“ (für 55 Pfennig). Vielleicht ist es auch nur eine gewachsene Erinnerung und es war gar nicht so. Aber heute kenne ich natürlich den wesentlichen Unterschied: Das eine wird mit Weißkohl gemacht, das andere mit Sauerkraut.
Insofern ist das heute (vermutlich) für die Woche vorgekochte Gericht eigentlich keines von beiden, da weder Weißkohl noch Sauerkraut enthalten ist. Dafür Spitzkohl. Der ist meistens etwas lockerer als Weißkohl, was seine verwertbare Größe erfreulich verkleinert (im Vergleich zum gleich großen Weißkohl). Und ich wollte ja auch nicht 2 Wochen nur Kohlgerichte essen.
Angefangen hat es wie oftmals mit Öl im Topf, das langsam heiß wurde.
In selbiges kam dann gemischtes Hack. Ich könnte jetzt geschmackliche oder saftige Gründe anführen, warum es gemischtes Hack sein muss. Der eigentliche Grund ist, dass es das einzige Hack war, was in Bioqualität vorlag.
Zur Hebung der Aromatik kommt eine große, kleingeschnittene Schalotte und eine zerquetschte und gehackte Knoblauchzehe hinzu.
Nicht zu vergessen der Weiß-/Spitzkohl. Gewichtsmäßig habe ich wohl etwa 1:1 zwischen Kohl und Hack.
Das Würzen darf auch nicht vergessen werden. Salz und Pfeffer sind selbstverständlich, genau wie – bei Kohlgerichten – etwas Kümmel. Majoran fiel wohl auch noch hinein und Pretzelreste*.
Ein paar Kartoffeln habe ich auch noch gewürfelt und dem Topfinhalt beigegeben.
Alles wurde bedeckelt, einmal aufgekocht und dann ca. 20-25 Minuten simmern gelassen. Ein oder zweimal kann man in der Zeit auch alles gut durchrühren.
Was ich bisher vergessen habe anzugeben ist das Wasser, was ich dazugab. Die Flüssigkeit kam nicht allen aus dem Topfinhalt. Und es könnte auch ein Glas Geflügelbrühe mit dabei gewesen sein. Auch eher so aus dem Grund der spontanen Verfügbarkeit. So ein Gericht bzw. sein Rezept entwickelt sich ja auch beim Kochen …
Irgendwann sieht es dann wie eine gute Kohlsuppe aus, hat als Basis zwar Schichtkohl als Idee gehabt, aber was soll’s?! Abschmecken hilft, vor allem eine Salzgabe ist meist hilfreich, da die Kartoffeln doch etwas Salz verschwinden lassen.
Auf dem Teller angerichtet kann ich die Suppe diesmal nicht präsentieren, da ich noch nicht von ihr aß. Dafür ein anderes angerichtetes Bild:
Hier finden sich zwei saftig gebratene Stücke Zander auf unsichtbaren Pfifferlingen und ein paar Schwenkkartoffeln dazu. Kann man auch sehr gut essen; das gab es heute Mittag. Sehr angenehm. In vielerlei Hinsicht.
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*) Apropos Pretzelreste. Ihr kennt Pretzel? Es gibt da offensichtlich einen Herrn/eine Frau Schneider aus Hannover, die irgendwann mal über den großen Teich ausgewandert sind und die dort Bretzel gebacken haben. Dabei gab es aber eine Reihe Abfälle und Bruchstücke und man überlegte, was man damit machen könnte. Letztendlich kam man auf die Idee, diese mit Senf und Honig, Cheddar oder Jalapeños zu würzen, in kleine goldene Tüten zu verpacken und zu verkaufen.
Nun sind aber die Bruchstücke in diesen Tüten unterschiedlich groß. Einen Großteil kann man einfach wegsnacken, aber was passiert dann mit dem kleingeschroteten Rest, der ja meist ein gutes Fünftel des Tüteninhalts ausmacht? Im konkreten Fall habe ich den Kram als würzende Zutat mit in die Suppe gemengt, und da es die Jalapeño-Variante war, hat diese einen gewissen Pfiff bekommen (den man ansonsten auch mit Rosenpaprika oder Chili gut erreichen kann).
Schlagwort: Hackfleisch
Schnelles Süppchen
Noch ein Nachzügler. Das Homeoffice zieht doch langsam ein wenig die Lust, am Rechner zu sitzen, von mir ab. Vor allem, wenn es immer nur der gleiche ist. Wobei: Er ist es nicht. Wenn ich die Verbindung zum Büro habe, arbeiten ich wie an meinem Dienstrechner, sitze aber trotzdem zu Hause. Offensichtlich ist es also nicht der Rechner als solches, sondern auch die Umgebung. Immerhin ist man im Büro sogar etwas mehr in Bewegung. Zwischen PC, Klo und (Tee-)Küche sind zu Hause die Wege doch etwas kürzer als auf Arbeit. Und dann das „komm‘ mal rüber!“ von Vorgesetzten oder das „Kannste mal helfen?“ von Kollegen und Kunden … Fällt im Moment auch alles weg.
Da überlegt man, ob man nicht auch mal eine schnelle Brühe machen kann. Ich weiß, dass sich Brühe und schnell eigentlich gegenseitig ausschließen. Das Auskochen von Suppenfleisch dauert eben seine Zeit und das ist auch gut so. Aber man kann ja auch mal Alternativen testen und bewerten. In dem Sinn sei das folgende gedacht.
In meinen beheizbaren Mixbecher habe ich eine Schale Suppengemüse grob zerkleinert gegeben. Zwiebel (deutlich sichtbar), Sellerie, weiter unten dann Möhren und Lauch.

Als erstes nutzte ich die Mixerfunktion. Gar nicht mal so lang und so stark. Ich würde mal irgendwas im 10-Sekunden-Bereich vermuten. Das lag auch daran, dass ich ja keinen Brei wollte.

Zum Gemüsegehäckselten kommen dann die üblichen Verdächtigen wie Lorbeerblatt, Salz, Pfeffer, Piment, etwas Cayennepfeffer …

Diese komischen „Würmer“ sind gemischtes BioHack. Langsam traue ich mich an das Zeug.

Dann wird der Becher soweit aufgegossen, dass alles knapp mit Wasser bedeckt ist.

Den Mixer auf kleinste Stufe („Umrühren“) und Hitze auf 100°C. Sobald es kocht, habe ich noch eine knappe halbe Stunde auf 90°C laufen lassen. Fertig.

Ok, nicht ganz fertig. Nach oben hin wurde es ganz schön fettig. Kann man mal sehen, was in dem Hackfleisch an Fett so drin ist.

Der Inhalt wurde abgeschmeckt und nach dem Abkühlen in Vorratdosen abgefüllt. Ich habe den Eindruck, dass das Abkühlen lassen auch ein wenig zur Aromenbildung beiträgt. Am nächsten Tag gab es dann die erste Portion pur aufgewärmt und es war gar nicht so schlecht.
Update
Noch einen Tag später habe ich mir dann 100g Nudeln normal, aber doch noch sehr al dente gekocht. Als ich das Kochwasser entsorgt hatte, kam dann die Suppe dazu. Die wurde auch zum Kochen gebracht und dann einen Moment ruhen gelassen.

So gab es eine schöne Nudelsuppe. Kann man auch nur empfehlen. Ist was für die Seele.
Update 2

Was hier so ein bisschen pampig aussieht, ist auch wieder die Suppe, diesmal mit Perlgraupen aufgehübscht. Und es sind immer noch welche in der Tüte! 😉 Aber nicht nur die spielen dem unattraktiven Aussehen in die Hände, auch die zwei rohen Eier, die ich noch mit einrührte, sind als Fezzen-Ei vertreten. Optik 5-, Geschmack 2+. Besser als das Original.
Mettbrötchen (27.09.2019)
Dies lief heute so ein kleines bisschen unter Abschiedsessen. In der Form wird es das vermutlich vorläufig nicht mehr geben. Wobei das in der Absolutheit eigentlich auch wieder nicht stimmt. Aber so solo geht’s nach meinen neuen Ernährungsrichtlinien nicht mehr: zu viel Brötchen und als gute Gemüseportion gehen die paar Zwiebeln auch nicht durch.

Wenn ich davor aber eine schöne reichhaltige Gemüsesuppe mit Eierstich oder einen Linseneintopf esse, sollte auch ein Mettbrötchen als Beigabe gehen. 😉
Kohlroulade (26.09.2019)
Da habe ich doch glatt vergessen, mein gestriges Mittag zu veröffentlichen. Tja, viel zu tun. Aber das müsst ihr gesehen haben. Zumal es durchaus unter den Aspekten meiner neuen Ernährung auf der Speisekarte bleibt, nur mit weniger Kartoffeln. 😉

Hättet ihr sie als Kohlroulade erkannt? Farbe und Oberfläche sprechen dafür, die sonstige Geometrie weniger. Und sie sah auch schon vor dem Einpacken so aus.
Aber die Roulade war für einen Fleischerimbiss nicht schlecht. Was mir immer ein bisschen fehlt war auch hier ein Arbeitsschritte, den Muttern selig immer noch gemacht hat: Sie hat die Fleischmasse, den Klops innen, vor dem Einwickeln einmal kurz angebraten. Das gab noch das gewisse Extra an Konsistenz und Geschmack.
Apropos: Es mag an meiner aufziehenden Erkältung gelegen haben (wobei die Nase aber noch frei ist), aber Soße und Kartoffeln haben quasi nach nix geschmeckt. Das muss man auch erstmal hinbekommen bei einem Schmorgericht.
Hau drauf Suppe (03.07.2019)
Die Suppe heißt offiziell Bud Spencer & Terence Hill Topf, da passt die Kurzbezeichnung. Mehrere Bohnensorten, Hackfleisch und allerlei Gewürze verbanden sich zur Leckerness.

Wenn man mit dem Löffel das innerste nach oben rührt, wird’s anschaulicher.

Kartoffeln waren wohl auch mit drin.
Schichtkohl mit Kartoffelstampf (09.04.2019)
Immer wieder lecker. Mehr muss man gar nicht dazu sagen. Vor allem, wenn es die Bedienung sehr gut mit einem meint.

Was wie Schichtkohl pur aussieht verbirgt unumrührbar verborgen noch vorgequetschte Kartoffeln mit ein paar rehydrierten Kräutern, einem Klecks Quark und Röstzwiebeln.

Wenn man aber ein wenig abgegessen hat – unter aller Vorsicht -kommt der Becherinhalt in einen Zustand der Umrührbarkeit, was der Leckerness nur dienlich ist, auch wenn das Auge manchmal beim Mitessen aufgibt. Viel Struktur ist auch nicht mehr dabei, aber wer braucht bei der Aromatik schon Struktur!? Zumal sich der Kohl ein wenig Knackigkeit bewahrt hat, bleibt doch auch noch was zum Kauen.
Schichtkohl mit Kartoffeln (28.03.2019)
Essen, für dessen Verzehr nur ein Löffel reicht, habe ich eigentlich ganz gern. Selbst dann, wenn der wohlerzogene Mensch eigentlich Messer und Gabel nehmen würde. Gulasch mit Nudeln, Hühnerfrikassee mit Reis, aber auch ganzer Blumenkohl gegart gehören dazu, große Stücke kann man auch mit dem Löffel teilen. Selbst Spaghetti/Tomatensauce mit seinen Varianten nehme ich am liebsten mit dem Löffel zu mir. Da wird mit der Gabel in der Tellerkrümmung etwas aufgewickelt und dann zum Essen auf den Löffel geschoben.

Das Bild zeigt den Schichtkohl von heute Mittag. Wem das zu puristisch erscheint: unten drunter sind noch Kartoffeln und ein paar Beigaben. Wer die Kunst des vorsichtigen Umrührens beherrscht, mischt den Becherinhalt vor dem Verzehr ein wenig durch.

Was gar nicht so einfach ist. Dann verbindet sich aber alles zu köstlicher Speise. Mir hat’s geschmeckt.
Gnocchi mit Bologneser Soße (22.03.2019)
Gestern Abend grübelte ich nachweislich darüber nach, wo ich mal ein sachgerechtes Mac&Cheese herbekommen könnte. Das wird gar nicht so einfach, vor allem als Mittagsspeise. Aber es gibt da einen Laden, dem würde ich das ggf. zutrauen, also ging ich da heute Mittag mal hin.

Nudeln im Eimer. 😉 Nein, Gnocchi (die Pasta) in einer Soße in Anlehnung an Ragú Bolognese, also in einer Tomaten-Hackfleisch-Soße. Ich weiß, ich bin da manchmal etwas empfindlich, was die Verwendung der Namen von Standard-Gerichten betrifft, wenn höchstens „in Anlehnung an“ oder ähnliches gekocht wird.
Das sagt nichts über die Qualität der Speisen aus. Die Gnocchi in Tomaten-Hackfleisch-Soße waren und sind lecker. Ich werde sie auch in Zukunft kaufen und habe sie auch schon in der Vergangenheit mehrfach mit Genuss verspeist. Aber es ist keine Bolognese. Es gibt übrigens auch eine schöne Schinken-Sahne-Soße. Dreimal dürft ihr raten, unter welchem Namen die verkauft wird und mit welchem Standard sie nichts gemeinsam hat.

Wenn man etwas umrührt, kommt zutage, was man so isst. Der Trick mit den frischen Kräutern und den Tomatenwürfeln oben drauf ist gut und verbessert alles auch, aber wichtig ist, was im Magen ankommt. 😉 Als Soßenfreund wäre zwar manchmal etwas mehr auch schön, kann man auch bekommen, wenn man berechtigt einen Aufschlag zahlt, aber wenn genug Platz zum Umrühren ist, reicht’s dann doch.
Nochmal zurück zum Mac&Cheese. Wie es der Zufall wollte, stand heute der Koch des Hauses mit hinterm Tresen (was ich zwar anfangs nicht wusste, sich aber schnell herausstellte), und als ich der Verkäuferin meine Mac&Cheese-Idee nahebrachte, mischte er sich praktischerweise mit ein.
Vielleicht habe da das Saatkorn einer Produktidee gepflanzt. Aber es wird wohl nicht so einfach. Als frische Zusammenstellung wird’s sowieso nix, aber auch – mein Gedanke – als fertig gemischtes „Tagesgericht“ ist es auch schwierig, der durch den Käse das Gericht nicht lange genug warmgehalten werden kann.
Schauen wir also mal. Vielleicht kriegen sie das Problem doch mal gelöst. Oder ich nehme das Angebot der Individual-Bestellung doch an. Dann brauche ich aber ein paar Mitesser, als Einzelportion lohnt sich das ja nicht …
Zweischneidiges in Rot
Stichwort: Zusatzstoffe im Essen. Die Meinungen darüber gehen bekannterweise durchaus auseinander. Mein Standpunkt ist da eher der, dass eigentlich nichts davon hinein gehört. Sollte doch was drin sein, muss das wirklich sehr gut begründet sein. Gewinnmaximierung, bei den meisten Zusatzstoffen ein Hauptgrund, gilt da natürlich nicht.
Seit einiger Zeit fällt mir ein Stoff auf, der grundsätzlich von einigen Zweifeln erhaben scheint. Ein Extrakt aus Roter Bete kann imho nicht schlechtes sein, bei dem Image, dass die Herkunftsfrucht so hat. Aber vielleicht müssen wir da unterscheiden zwischen der Qualität des Zusatzstoffes und dem Zweck seiner Verwendung.
Wer kennt sie nicht: Knacker, Mettenden, Zwiebelmett, Pfefferbeißer und die weiteren Vertreter aus der Reihe der Fleischwaren, die aus Hackfleisch unterschiedlichster Quellen (meint: Schwein, Rind, Pute, …) bestehen und mehr oder weniger stark geräuchert, gepökelt oder/und gereift sind. Zwiebelmett kommt dem rohen Hackfleisch noch am nächsten, die klassischen Mettenden haben dann schon ordentlich Pökel und Rauch abbekommen. Alles andere liegt dazwischen. Und wenn man es nicht so genau nimmt und Dauerwürste mit in die Reihe aufnimmt, gehören Salamis u.ä. auch noch mit dazu.

Hier haben wir mal eine handelsübliche „Frühstücksknacker“ als ein Beispiel von vielen als Demonstrationsobjekt genommen. Warum man zum Frühstück schon sowas essen soll (und dann auch noch kalt – s.u.) bleibt Geheimnis des Herstellers. Mit etwas Geschick bekommt man sie auch ohne gefährliches Werkzeug (Messer, zweischneidig) geteilt.

Entgegen der Erwartung zu einem solchen Produkt und ebenfalls auch entgegen des äußeren Anscheins bringt das Bild, vor allem sichtbar an der linken Bruchstelle, doch eine kleine Überraschung: Das Würstchen scheint erstaunlich mager zu sein. Der erwartete, meist sehr gut sichtbare Fettgehalt ist hier (und wenn man an anderen Stellen guckt, wiederholt sich der Eindruck) doch recht gering. Der Gechmacks- oder besser der Mundgefühlstest deutet aber doch einen unverändert hohen Fettanteil an. Haben hier Lebensmitteltechnologen gewirkt?
Letztere Frage ist mit Sicherheit mit „Ja“ zu beantworten. Die Frage ist nur wie und wo. Der Blick auf die Zutatenliste, die immer eine Pflichtübung sein sollte, hilft vielleicht.

Lösen wir der Vollständigkeit halber die E-Nummern auf: E301 ist Natriumascorbat (Vitamin C), E412 Guarkernmehl, E415 Xanthan, E325 Natriumlactat, E270 Milchsäure und E250 Natriumnitrit, was Bestandteil des Pökelsalzes ist. Schade ist nur immer, dass man am „Rauch“ nicht wirklich erkennt, ob die Würstchen wirklich geräuchert oder mit Flüssigrauch behandelt sind. Die Konsistenz spricht allerdings gegen den echten Rauch.
Notwendigkeit hin oder her, die Aufgaben der Stoffe kann man sich ableiten. Antioxidationsmittel und Konservierungsstoff für Haltbarkeit und Aussehen, Verdickungsmittel für Konsistenz und Mundgefühl, der Rest ist Trägermaterial für die Zusatzstoffe (meint: das Fleisch) oder Geschmacksgeber. Nur: Welche Aufgabe hat das Rote-Bete-Extrakt?
Positive Antwort: Die Verwendung von Natriumnitrit im Pökelsalz ist nicht unumstritten, vor allem, wenn zu viel verwendet wird. Theoretisch könnte man es ganz weglassen, wenn dann nicht alle Fleischwaren in diversen Graustufen in den Regalen liegen würden statt im angenehmer anzusehenden Rot. Vielleicht wird ja in den Produkten weniger Pökelsalz verwendet und der höhere Grauanteil durch das doch sicher gut färbende Rote-Bete-Extrakt aufgefangen.
Negative Antwort: Färben ist gut. Und wenn man Teile des im Produkt enthaltenen Fettes mit dem Extrakt färbt, sieht es wie mageres Fleisch aus …
Im Idealfall liegt die Antwort wahrscheinlich irgendwo dazwischen. Deswegen ist es wichtig, nicht nur die Zutatenliste zu lesen, sondern auch die Nährwerte. Knapp ein Viertel des Wurstgewichtes kommt vom Fett, Eins der Würstchen (50g) liefert schon 7% der täglich benötigten Energiemenge. Aber morgens kann man ja entsprechend eines alten Ernährungsklischees reinhauen: Morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König, abends wie ein Bettler.
Wie gesagt: Das arme Würstchen diente nur als Beispiel. Guckt mal auf die Zutatenlisten und staunt, wo überall Rote-Bete-Extrakt drin ist. Es scheint das Zuckerkulör der Fleischwirtschaft zu sein.
Gute Zutaten, ein wenig Zeit, lecker
Manche Sachen sind eigentlich zu einfach, um sie hier zu verbloggen, aber manchmal ist ein Basisrezept, dass sich in einige Variationen auch schon hier im Blog findet, doch immer wieder lecker. Und man kann es eben so einfach variieren. Aber, wie immer bei einfachen Gerichten, es kommt auf die Qualität der Zutaten an. Davon lebt das Gericht.

Wobei das mit den „guten Zutaten“ eigentlich schon beim Kochgeschirr anfängt. Häufige Leser diesen Blogs werden schon die eine oder andere Pfanne gesehen haben, aber letztendlich ist die gute alte Edelstahlpfanne für viele Sachen doch das beste. Selbst Keramik- oder Steinpfannen können mir da gestohlen bleiben. Beschichtete brauche ich eigentlich nur für zarte Brataufgaben, wenn ich kein Fettbad veranstalten möchte.

In der Pfanne wird gut erhitzbares Öl erhitzt.

Dann kommt Hackfleisch dazu, hier Mischhack in Bioqualität, meine Alternative für den Fleischer, dessen Tiere hinterm Haus äsen. 😉 Das Hack wird kräftig angebraten.

Bräunen und krümeln sollte es. Dann ist es gut.

Die Gurkenstücke (Salatgurke, wer mag, kann die Schale auch teilweise oder ganz entfernen. Ich empfehle aber, das vor dem Kleinschneiden zu machen.) werden in den Bratresten angeschmort, können ruhig etwas Farbe nehmen.

Gurke, leicht angeschmort. Aber ich mag ja bei Schmorgurke ein wenig Tomate mit dran.

Also kommen noch geviertelte Cocktailtomaten mit dran. Für Anhänger der feinen Küche: Tomaten vor dem Vierteln enthäuten.

Der Pfanneninhalt wird gesalzen und gepfeffert.

Etwas Paprika als Gewürz schadet auch nicht.

Da ich noch eine angefangene Packung meiner Tomatensoße hatte, habe ich davon noch etwas hinzu gegeben. Alternativ würde ich etwas Tomatenmark mit anrösten und dann untermischen.

Die Soße gibt die Feuchtigkeit, bei der Verwendung von Tomatenmark kann man mit ein wenig Wasser ablöschen, damit es nicht anbrennt.

Dann wird alles gut durchgemengt. Die Gurke ist aber noch recht knackig. Also:

Deckel drauf und alles bei kleiner Hitze vor sich hin schmurgeln lassen. Ab und zu umrühren. Je nach gewünschtem Verkochungsgrad von Gurke und Tomate kann das gut 20 oder 30 Minuten dauern.

Man serviert das Schmorgemüse mit Kartoffeln oder auch Gnocchi. Zur Not gibt’s Brot. 😉
Die Varianten sind vielfältig, aber es ist so einfach: reines Rinder- oder Schweinehack, vielleicht auch mal Lammhack, Zucchini statt Gurke, zum Schluss noch ein paar Feta-Würfel, oder nur Tomatenmark statt Tomaten, oder kleingehackte Zwiebeln vor der Gurke hinzu geben, …
