Sperling, Spargel, Späternachtest

Naja, fast. 😉 Manchmal muss sich die Orthografie auch mal ein wenig den Wünschen des Autors beugen. Es sollte eigentlich “späterer Nachtest” heißen, was allerdings auch ein wenig tautologisch ist, weil Nachtests sowieso immer später sind als die Ersttests. Ich habe auch nie behauptet, ein guter Autor zu sein. 😉

Der Nachtest bezieht sich auf eine Zweitprüfung der vegetarischen McPlant Nuggets. Beim ersten Mal war ich ja im Rahmen meiner Möglichkeiten begeistert. Sie übertrafen in einigen Bewertungsaspekten sogar das Original. Unlängst habe ich sie nochmal probiert. Sagen wir mal so: Es gibt offensichtlich einen großen Unterschied zwischen frischen McPlant Nuggets und denen, die schon etwas auf ihren verzehrenden Einsatz gewartet haben. Erstaunlicherweise wirkt sich das Abwarten nur wenig auf die Knusprigkeit aus, aber das Innere zeigt doch sehr deutlich, dass es schon vor längerer Zeit erwärmt wurde. Insofern haben sie dann das Niveau aller anderer Produkte aus dem Haus erreicht, was kein Kompliment ist.

Die Woche kam ich zweimal dazu, mir echtes Convenience-Food selbst zuzubereiten. Basis waren beide Male diese doppelzipfelförmigen Spätzle in der frisch eingelagerten Form. Die kann man einfach in die Pfanne hauen und sie schmecken leicht angebräunt auch einfach so. Beim ersten Gericht habe ich vorher ein paar Speckwürfel in der Pfanne ausgelassen, in deren Fett ich die Spätzle briet. Zum Schluss kam noch ein guter Schuss aus der Ketchupflasche dazu … Kann man wirklich essen. Die zweite Hälfte der Spätzle wurde in Butter gebraten und ich gab etwas gewürfelten Schafskäse dazu, der in einer Kräutermischung gewälzt war. Kann man auch essen … aber die Optik, da scheute jede Kamera und es kam kein Bild zustande. Ganz im Gegensatz beim Sonntagsmahl.

Sonntagmittag

Der Sonntagsmittagsausflug führte uns diesmal mal wieder an einen bewährten Ort. Ich hatte vorher mal im Internet geschaut, was zur Zeit so auf der Karte stand, und setzte dann alle Hoffnung auf Tagesgerichte, die sich dort nicht fanden. Diesen Gedanken aber bitte nicht falsch verstehen! Es stehen tolle Gerichte auf der Karte und die, die mich interessieren, habe ich auch alle schon gegessen, und ich fand sie gut. Ich gehöre eben leider zu den Leuten, die nicht jedes mal das gleiche Essen, wenn sie in eine Gaststätte gehen.

Aber alles wurde gut. Es gab 6 Tagesgerichte (letztendlich eins in 6 Variationen, wenn mich meine Mathekenntnisse nicht enttäuschen) und sie lagen in dem Bereich, auf den ich Lust hatte. Es gab mein erstes Spargelessen dieses Jahr.

Spargel, Hollandaise, Schwenkkartoffeln, SchnitzelWie unschwer zu erkennen ist, habe ich die gaaaanz klassische Variante mit Sauce Hollandaise und Schnitzel gewählt. Mehr Klischee geht nicht. 😉 Spargel, Kartoffeln Schnitzel, Soße, … alles auf den Punkt und so, wie es sein soll. Was will man mehr?! Soulfood.

Und da ich trotz angenehmer Portionsgröße doch zwei Kartoffeln drauf gelassen habe (vielleicht wären sie weg gewesen, aber die Soße ging für den Spargel drauf) 😉 war noch Platz für die x-te Fassung von:

Crème Brûlée, Rhabarbar, Eis, leckerDiesmal mit Rhabarbar. Hatte ich noch nicht. Zumindest nicht hier im Blog dokumentiert. Es war mindestens so lecker wie es aussieht. Schön, dass mich das immer noch begeistert.

P.S.: Vor einiger Zeit las ich einen Tweet, in dem sich eine Selbsterkenntnis widerspiegelte. Die Autorin stellte wohl mit Mitte 30 fest, dass ein kleiner Aufreger aus ihrer Kindheit eigentlich keiner war: Sie war wohl sehr verwundert, dass es den Spatz nicht in ihrem Buch über Singvögel gab. Im Erwachsenen-Alter lernte sie dann, dass der Spatz nur der Spitzname des Sperlings ist, der sich natürlich in dem Buch befand.
Nur so als kleiner Hinweis, warum das Wort Sperling in der Überschrift vorkam: Spätzle -> Spatz -> Sperling

Zweimal Erbsen (denaturiert und natur)

Vergleiche bei Speisen sind immer schwierig. Spätestens, wenn man sich nicht vorher auch noch irgendwelche Kriterien festlegt, wirds komplex und man kann nicht mehr so einfach sagen, was besser und was schlechter ist. Zumal die vielen Aspekte, die da hineinspielen, sehr unterschiedlich ausgerichtet sein können. Und das selbst bei einfachen Beispielen.

Einfaches Beispiel: McD hat seit einiger Zeit “McPlant”-Produkte im Sortiment. Der echte Veggie-Burger ist zwar Geschichte, aber dafür gibt es ein bisschen mehr Varianten. Ich habe mich mal vorsichtig herangetastet und die Nuggets probiert.
Es ist übrigens eine sehr urbane Legende, dass McD-Produkte in jeder Filiale gleich schmecken. Weltweit schon mal gar nicht, aber selbst auf regionaler Ebene habe ich das aus eigenem Erleben heraus immer für ein Gerücht gehalten. Ich weiß nicht, warum und weshalb, aber in all meinen Stichproben der letzten 20 Jahre waren die ChickenNuggets aus McD Greifswald Süd besser als die von McD Neubrandenburg Nord.
Bei den McPlantNuggets fehlen mir die vergleichswerte aus anderen Filialen, aber die habe ich beim McD NB Nord in richtig gut bekommen. Wunderbar knusprig und würzig, die (Standard-)Soßen passten auch gut dazu, waren aber auch sinnvoll, da den Nuggets naturbedingt der zarte Hühnchengeschmack abgeht und sie außer nach knusprig und würzig eigentlich nach nichts schmecken. Aber genau in der Kombi sind sie richtig gut und besser als die ChickenNuggets. Aber auch die isst man ja eigentlich nicht, weil man was vom Hähnchen möchte, oder? Das ist Fingerfood zum Dippen und da sind die pflanzlichen Dinger besser als die tierischen.

Neulich war ich mal wieder – außer der Reihe – in meinem Lieblingsrestaurant. Doradenfilet auf Fenchel und Stampfkartoffeln* … Hmmm. Soulfood vom feinsten. Aber das nur nebenbei.

Sonntagsessen

Der Weg der Nahrungsaufnahme führt uns diesmal etwas hinaus und so fanden wir uns in einer benachbarten (i.w.S.) Kleinstadt ein, wo wir schon ein paar Mal das Restaurant frequentiert hatten, aber dies wohl immer im Sommerhalbjahr. Bisher haben wir immer nur draußen gesessen, schön, es auch mal von innen kennenzulernen. Auch dort wurden wir gut umsorgt und aßen auch recht anständig.

Kartoffelpüree, Hähnchenleber in Rotweissoße, ErbsenDa gilt es zu befürchten, dass es langsam rauskommt, dass ich ein großer Fan von Kartoffelbrei bin. Die drei Röschen Erdapfelstampf begleiteten ein paar Erbsen mit Hollandaise und Hähnchenleber in Rotweinsoße. Alles in allem sehr lecker, wenngleich die Leber natürlich drüber war. Also den Garpunkt gemäß. Aber das ist bei der Anlage des Gerichts sozusagen unvermeidbar. Hähnchenleber ist als Produkt so zart, dass man sie nicht mal zu heiß ansehen darf, weil sie dann schon übergart ist. Als “Schmorgericht” kann man da nur verlieren, aber unter Berücksichtigung dieses Gesichtspunkts war sie doch recht schmackhaft.

Erst im Nachhinein fiel mir die besondere Form des Tellers auf. Auf dem Bild ist – gerade so – zu sehen, was ich meine: die bauchnahe Einbuchtung am Tellerrand. Finde ich gut. Dadurch kann man sich den Teller mehr ranziehen und kleckert im Idealfall nicht auf den Tisch, sondern auf den Teller. Starke Idee. Bei der allgemeinen Adipositas-Verbreitung darf aber auch nicht auf halbem Wege stehen geblieben werden. Wo bleiben die entsprechenden Einbuchtungen an den Tischplatten?

Kartoffelpüree, Hähnchenleber in Rotweissoße, ErbsenNun hatte das Gericht allerdings eine vernünftige Größe, so dass hier eine diesbezügliche Weiterführung der Kritik nicht angebracht ist, aber ich bin “optimistisch”, in naher Zukunft an anderen Orten einen Verweis auf diese Teller anbringen zu können.

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*) hieß irgendwie anders, aufwendiger, aber so in der Art.