Wurscht, Milchkaffee und Sonntagsessen – inkl. Montags-P.S.

Manchmal wundert es mich doch, wenn ich bei bestimmten Discountern (meist) Fleischprodukte in den normalen Warenregalen finde, die ich gefühlt eher im Kühlregal verorten würde. Brühwürste sind so ein Beispiel. Nun bin ich aber zur Zeit auf einem Trip, dass ich gar nicht mehr so viel Wurst esse. Ausnahmen bestätigen die Regel. Zwei grobe Gedankenstränge führen zu dieser Einstellung: Einmal der hohe Anteil versteckter Fette, zum anderen das Vermindern von Nitriten und deren Ablegern (vulgo u.a. Pökelsalz). Beides nicht so gut für den Körper. Eine der Ausnahmen, die ich gelegentlich mal mache, ist Schinkenkrakauer, je gröber, desto besser. Der Fettgehalt ist nicht sooo groß (13% gegenüber 30%+x bei zwei anderen gerade im Haus befindlichen), dafür ist aber gut Pökelsalz drin. Am besten kaufe man die Wurst im Stück, und da gibt es zwei „Unterarten“, die einer Unterscheidung bedürfen (s.o.). Natürlich gibt es eine Vielzahl von Herstellern (vermutlich sind das gar nicht so viele) und demzufolge auch Rezepten. Aber mir ist, als ich neulich mal auf ein ungewohntes Produkt ausgewichen bin, etwas aufgefallen.

Krakauer (genauer: Schinkenkrakauer, lecker)Die echte polnische Krakauer gibt es in kühlpflichtig und in nicht kühlpflichtig. Die Optik bei beiden ist recht ähnlich, aber nach dem Verkosten kann ich von der nichtkühlpflichtigen nur abraten. Natürlich kann man sich die Frage stellen, warum sie einmal gekühlt gelagert werden muss und einmal nicht, allein am Einschweißen in Plastik kann es nicht liegen – das sind beide. Zutatenvergleich habe ich unterlassen bzw. müsste mir erst die schlechtere von beiden neu kaufen, was ich nicht tue. Aber die Variante aus dem normalen Warenregal war bei weitem nicht so lecker wie die Kühlvariante. Sehr viel dröger im Biss und im Mundgefühl, man hatte das Gefühl, da noch ordentlich Majonäse raufschmieren zu müssen. Das ist mir bei der gekühlt verkauften Variante noch nie passiert. Also: In Zukunft immer nur die gekühlte Variante. *KnotenindenEinkaufszettelmachen*

Milchkaffee

Das Thema hatte ich schon öfter. Grundtenor: Die Hausmarken der Discounter und Supermärkte (zumindest bei mir in der Region) sind besser als die kalten Milchkaffees von bekannten Markenherstellern bzw. unter bekannten Labeln. Kürzere Zutatenliste, rainforestalliancezertifiziert usw. Kommen ja alle auch aus der selben Molkerei und haben bei gleichen Typen auch gleiche Zutatenlisten.

Nun ist mir beim Rumspielen mit der Bestell-App eines Supermarktes aufgefallen, dass sie neben Marken-Milchkaffees auch Becher (250 ml) in der Discountmarke des Supermarktes und Plastikflaschen (330 ml) in der Hausmarke haben. Beide kommen aus der selben Molkerei und haben die selbe Zutatenliste (bei gleichem Typnamen). Da die Behältnisse unterschiedlich groß sind, vergleichen wir die Literpreise, dankenswerterweise in der App ersichtlich. Der Milchkaffee im Becher kostet demnach 3,00 €/l, der im Fläschchen 3,91 €/l, also fast ⅓ mehr. Nur wegen der anderen Marke? Oder der anderen Konfektionsgröße? Wobei, bei der Nachrecherche beim Schreiben dieser Zeilen ist mir doch ein Unterschied zwischen beiden Rezepturen aufgefallen: Der Discountbecher enthält mehr Kaffee als die Hausmarkenflasche. Prozentual. Aber ist der Milchanteil wirklich so teuer, dass das den Preisunterschied erklärt? Immerhin sind bei der Hausmarke zwei Prozentpunkte mehr drin. Von der fettarmen. Und es ist ein Hauch weniger Zucker drin. Rundungsfehler? Sollte ich doch mal in den Supermarkt gehen, kann ich ja mal den Geschmacksvergleichstest machen.

Sonntagmittag

Achja, das leidige Thema: „Was esse ich am Sonntag?“ Gekocht hatte ich schon am Sonnabend etwas, das gabs aber erst (planmäßig) Montagmittag auf Arbeit. Der Sonntagvormittag fand mich für Kühl- und Vorratsschrank (stehen erfreulicherweise gleich nebeneinander) und mit der grooooßen Denkblase über’m Schädel: „Watt nu?“

Schlemmerfilet, SpitzkohlkartoffelnDa braucht man sich nicht zu wundern, wenn dann auf den ersten Blick eigentümliche und ein wenig übervegetabile Gerichte dabei herauskommen. Aber es war recht schmackhaft, also gehts. Links ist ein klassisches Schlemmerfilet eines groooßen Tiefkühlherstellers. Irgendwas mit Spinat und Tomate-Mozzarella. Der Belag ist mir ein wenig beim Anrichten verrutscht, also kam das Fischfilet zum Vorschein. Rechts eine Mischung aus Spitzkohl und Kartoffeln.

Schlemmerfilet, SpitzkohlkartoffelnDie verrutschte Auflage schuf die Chance, doch mal das pure Fischfilet zu probieren. Und ich muss sagen: Es ist Fischfilet. Nunja. So erwartbar. Die Auflage war dann sehr spinatig, ein wenig tomatig und mozzarellabewürfelt, letzteres hatte eher Auswirkungen auf Konsistenz und Mundgefühl. Es ist ein wenig Schade, dass das sachgerechte Erwärmen den Eindruck der industriellen Herstellung, der sich im tiefgekühlten Zustand doch bot, nicht wirklich verwischen konnte. Die Auflageplatte zerfloss nicht und lag genauso am Ende auf dem Fisch wie am Anfang. Nur loser.

Schlemmerfilet, SpitzkohlkartoffelnWährend der Fisch im Öfchen wärmte und buk, kam in eine Pfanne etwas Butter, Bauchspeck, Knoblauch und Schalotte und wurde angeschmurgelt. Die letzten drei Sachen waren gewürfelt, was bei der Butter auch wenig sinnvoll ist, da sie in der Pfanne sowieso schmolz. In Streifen geschnittener Spitzkohl ergänzte den Pfanneninhalt, dazu kamen Salz, Pfeffer, Kümmel und eine Spur Chili für den Pfiff. Als der Kohl zusammen gefallen war, kamen die gekochten Kartoffelstücke dazu und wurden beim Einrühren auch noch ein wenig zermanscht. Ein wenig Flüssigkeit war nämlich in der Pfanne entstanden bzw. zugegeben. Letzteres in Form eines Schusses Apfelsaft (mit Birne).

Fazit: Ausbaufähig, aber lecker. Und für „keine Idee beim Wochenendeinkauf“ doch recht gut.

P.S.: Montagmittag

Noch vom vorhergehenden Wochenende war noch was über geblieben, genauer: gar nicht erst verarbeitet. Also kam das jetzt ran und wurde zu einem Mittag auf/für Arbeit. Irgendwas mit Gurke, Kartoffel, Tomatenmark, Knoblauch und Schalotte. Ein wenig Butter war auch hier dabei. Das gibts aber erst am morgigen Dienstagmittag.

Heute gab’s doch noch die Spitzkohlreste. Rezeptlich in der Idee von „Krautfleckerl“, nur ohne Fleckerl, andere, verfügbare Pasta tat es auch.

Pasta, Spitzkohl u.a.Die Nudeln wurden normal gekocht und dann in einer Pfanne mit dem Krautrest von Sonntag vermengt und schön angebraten. Dass da noch ein paar Stückchen Kartoffeln (rechts, fast oben) dabei waren, störte nicht. Die rötlichen Spirelle waren übrigens Linsennudeln. Hatte ich so noch nicht, waren aber gar nicht mal so schlecht. 100% rote Linse, die anderen Nudeln waren irgendwas mit Dinkel.

Pasta, Spitzkohl u.a.Ein gewisser Flüssiganteil wäre noch eine Idee gewesen, aber das Nudelwasser war schon im Ausguss und anderes stand in unserer Tee-Küche auf Arbeit leider nicht zur Verfügung. 😉

Soja, Butter, Ausblick

Es ist doch immer wieder verwunderlich, was manchmal so passiert. Da bringt man mal zwei Infos in einem Artikel unter und schon werden die von den Lesenden auch noch miteinander verknüpft. Nur, weil zwei Infos in einem physischen Kontext stehen, müssen sie nix miteinander zu tun haben. Zumal ich auch noch wesentliche Teilaspekte vorenthielt, deren Unkenntnis zu falschen Schlüssen verführte. Deswegen an dieser Stelle mal grundsätzlich zu Protokoll: Nur, weil ich etwas gern esse, heißt das noch lange nicht, dass ich es oft esse. Im Gegenteil. Die Erfahrung zeigt: Ständig nur Lieblingsessen stumpfen ab, machen die Ernährung langweilig. Ich „übersättige“ mich schnell an „Lieblingsessen“. Wobei: Ich „übersättige“ mich schnell an immer wieder dem gleichen Essen. Wer meine Essenberichte aus den Restaurants in den letzten Jahren verfolgt hat, wird das bestätigen können. Es gibt zwar wiederholte Besuche im gleichen Restaurant (die Auswahl hier in der Gegend ist nicht so sehr groß und wird auch immer kleiner), aber die Gerichte sind (meist) immer andere. Ausnahmen bestätigen die Regel und so manches „Tagesgericht“ zeigt, dass ich die Karten schon durch und Abwechslung erhoffte. Das heißt nicht, dass die gegessenen Gerichte schlecht waren! Okayyy, manche doch. Aber auch gute oder sehr gute Essen habe ich selten wiederholt.

Unter dem Aspekt habe ich auch mal wieder was – für mich – neues probiert. Eine Süßspeise aus Soja, von der ich nicht genau weiß, ob sie einen Pudding oder einem Joghurt nachempfunden ist. Die Konsistenz erinnert eher an Sahnepudding, der Geschmack (und die Zutatenliste) sprechen eher für die Joghurt-Variante. Was an den veganen Joghurtkulturen liegen könnte. Und an den zugesetzten Säuren. Interessant finde ich nur immer, wenn das – auch in anderen Produkten – auftaucht, die Zutat: gemahlene extrahierte Vanilleschoten. Letztendlich ein Abfallprodukt aus der Vanille-Extrakt-Herstellung, das wirklich nur wegen der Optik, und nur wegen der Optik, in den Produkten enthalten ist. Am Geschmack haben diese ausgelaugten Schoten, die früher vermutlich auf dem Kompost gelandet sind oder verheizt wurden, keinen Anteil. Die Aromastoffe aber auch nicht. Das Produkt, das ich da hatte, und auf dem „Vanille Geschmack“ drauf stand, wies keinen künstlich anmutenden Vanillin-Geschmack auf. Nicht, weil es nicht drin war, aber es war so wenig, dass doch ein anderes Aroma überwog.

Meine Erfahrungen mit Sojaprodukten sind dürftig, und mit „fermentierten Sojaprodukten mit Vanillegeschmack“ erst recht. Aber der Hülsenfruchtgeschmack kam doch deutlich durch und verflüchtigte sich auch bei zunehmender Leerung des Bechers nicht. Manchmal gewöhnt man sich ja an derartige leichte Fehlaromen und bemerkt sie dann nicht mehr. Es blieb. Insofern stellt man sich bei der Bewertung die immer wieder gern gestellte Frage: Macht man den Vergleich mit einem Original-Produkt (Naturjoghurt mit Vaniellegeschmack) oder sieht man es als eigenständiges Produkt. In letzterem Fall hätte es mehr Chancen als in der Funktion als „Ersatzprodukt“, weil es dann eben nicht auf die Unterschiede ankommt sondern eigene Qualitäten eher eine Rolle spielen. Das Marketing ist aber eher bei ersterer Situation. Schade. Einfacheres Marketing, schlechtere Produktbewertung.

Keks

Im erhaltenen Erbe fand ich noch 2 Packungen Kekse, genauer gesagt Butterspritzgebäck einer Supermarkthausmarke. Sie waren mal sehr geliebt, und wurden einzeln zur Kaffeezeit verziert mit ein paar Früchten (oder Konfitüre) und etwas Sprühsahne. Ich erinnerte mich an Zeiten, wo ich sie gern in Tee oder Kaffee tauchte und dann vollgesogen verzehrte. Lang ist’s her. Man musste immer aufpassen, dass man sie nicht zu lange eintauchte, sonst zerfielen sie bei dem Vorgang. Meist wurde nur ganz kurz geditscht.

Etikett ButterspritzgebäckDie Angabe „mit 35% Butter“ scheint ein Qualitätskriterium zu sein. Und ich unterstelle, dass in frühen Jahren auch wirklich diese 35% Butter im Gebäck enthalten sind. Heutzutage wird man aber beschissen. Aber auch aufgeklärt.

Zutatenliste ButterspritzgebäckButterreinfett irgendwie mit Butter zu vergleichen (kulinarisch und auch als Zutat) ist großzügige Augenwischerei. Die oben gemachte „Rechnung“ (29% Butterreinfett entspricht 35% Butter) bezieht sich allein und rein auf den Fettgehalt. Butter besteht zu ca. 82% aus reinem Fett, und wer nachrechnet, wird feststellen, dass 29 ziemlich genau 82% von 35 ist. Aber: Die restlichen 18% Butterbestandteile werden uns vorenthalten. Butterreinfett, auch als Ghee, Butterschmalz, Butaris u.a. bekannt, ist von den sonstigen Bestandteilen befreite Butter. Als Produkt ewig haltbar (im Ggs. zu Butter) und es wirkt sich auch negativ aufs Mundgefühl aus. Letzendlich kann man eine Aussage auf der Packung eigentlich nur so beantworten:

REWE Beste WahlNein, definitiv nicht.

Sonntag Mittag

Es gab sich mal wieder die Chance für einen Ausflug. Und wir haben einen schönen Tag erwischt. Wobei das „wir“ mittlerweile eine andere personelle Zusammensetzung hat. Essen mit Aussicht.

Blick über den KrüselinseeDabei stand ich am Rand der Terrasse, auf der ich zuvor lecker gespeist hatte. Also etwa dort:

Von der Terrasse zum KrüselinseeDas Wasser nennt sich übrigens Krüselinsee. Die Bäume stehen im brandenburgischen, das Wasser gehört noch zu Mecklenburg-Vorpommern.

Bauernfrühstück mit Gewürzgurke und "Salatbouquet" (Möhrensalat)Aus Gründen habe ich mich diesmal für das Bauernfrühstück entschieden. Es war eine gute Wahl. Alles recht übersichtlich, innen schöne Bratkartoffeln. Was will man mehr.

Bauernfrühstück mit Gewürzgurke und "Salatbouquet" (Möhrensalat)Zugegeben, ich hätte es vor dem Fotografieren des 2. Bildes ruhig anschneiden können. Es war übrigens, was auch fast zu erkennen ist, ein eher klassisches Bauernfrühstück. Das Omlette wurde separat gebraten und dann mit Bratkartoffeln „gefüllt“. Die moderne Variante erinnert eher an eine Fritatta, wo über die bratenden Kartoffeln eine Eiermasse gegeben wird, die dann zum Stocken gebracht wird.