Wichtigstes Kochutensil: Die Pfanne (mit Deckel)

Beim Schnibbeln und beim Ziehenlassen kann der Geist durch die Gegend schweifen und kommt dann auch mal gern zum Philosophieren. Gedankenfetzen, die man irgendwann angedacht wurden, kommen und verbinden sich zu ganzen Gedanken oder auch zu Meinungen. Natürlich spielt dabei das Kochen und das Bloggen darüber eine gewisse Rolle, sonst würde ich es nicht hier schreiben.
Wenn man so eine paar scharfe, dünne Knacker, eine rote Paprika und zwei Kartoffeln in kleine Ringe oder Würfel schneidet und dabei resümiert, was man so in den letzten Tagen, Wochen und Monaten so auf diversen Kochblogs und dazu gehörigen Twitter-Accounts gelesen hat, kann man sich des Eindrucks nicht erwähren,  dass der Gedanke, dass Essen immer mehr eine Modeerscheinung, eine neue Pop-Kultur oder etwas ähnliches ist, den ich neulich mal irgendwo las. Dagegen ist zwar grundsätzlich nicht viel zu sagen, aber es gibt doch ein paar Entwicklungen, die bedenklich stimmen.
Während die Pfanne auf einer Herdplatte gut erhitzt wird (heiß, aber nicht zu heiß), fallen einem ein paar Beispiel ein. Dazu gehört die unreflektierte Präsentation von Produkten aus großtechnischer Herstellung (um mal das Wort „Lebensmittelindustrie“ zu vermeiden), die vor allem durch diverse Hilfs- und Zusatzstoffen auffallen, die die Produktion einfacher und billiger machen, die aber für den Esser überflüssig sind und nicht ins Essen gehörten, wenn man es vernünftig hergestellt hätte. Oder die Superfrüchte, denen irgendwelche Superwirkungen unterstellt werden, und deren Vertreiber ihren Modehype ausnutzen und überteuert verkaufen. So sinnlos.
Genau wie die Verquickung von Werbung und Blog. Nichts gegen die Werbung als Finanzierungsmöglichkeit für sein Internetangebot, aber wenn der Blogger nicht sauber zwischen Werbung und Beiträgen trennt, weil er teilweise selbst nicht mitbekommen hat, dass er zu Werbezwecken missbraucht wurde, finde ich die Kommerzialisierung doch eher kritisch. Sicher genießen es manche auch, missbraucht zu werden, wie anders sind sogenannte „Kooperationen“ sonst zu verstehen. Der Begriff „commercially launched posts“ geht mir durch den Kopf, als ich die Wurstschnibbel in die Pfanne gebe und leicht auslasse. Okay, mir ging eher „kommerziell initiierte Beiträge“ durch den Kopf, mein Englisch ist ja nicht so groß (My english is very small.). Den Rest erledigte ein Online-Übersetzer.
Wenn sich etwas Fett in der Pfanne zeigt, kommen die Paprika- und die Kartoffelwürfel hinzu. Alles wird gut durchgeschwenkt und dann mit Deckel eine gute Viertelstunde auf die schwach erwärmte Herdplatte gestellt. Beide Gemüse sollen fast gar ziehen. Ab und zu kann zwischendurch alles mal durchgerührt oder -geschwenkt werden. Nebenher philosophiere ich weiter. Sicher kann nicht jeder Blog einfach nur „Berichte aus der Küche“ liefern. Damit wäre die Vielfalt der Foodblogs doch recht eingeschränkt (eine kleine Auswahl). Jeder muss sein eigenes Konzept finden und weiter entwickeln. Und es wird immer Sachen geben, die einem weniger oder mehr gefallen als andere.
Der Pfanneninhalt bleibt trotz Deckel eher trocken. Also nehme ich zwei Tomaten, schneide sie in kleine Würfel und gebe sie mit in die Pfanne (unterrühren oder -schwenken). Ein bisschen Salz ergänzt die Beigabe. Der Deckel kommt wieder rauf. Irgendwie entwickelt sich das Gericht so, wie ich es mag: Einfach, natürliche Zutaten bilden die Mehrheit, je höher Lebensmittel verarbeitet wurden, desto weniger kommen sie beim Essen oder Kochen vor. Einfache, aromatische Küche. Wenn ich was kompliziertes auf dem Teller haben will, gehe ich essen. Zumindest versuche ich es. 😉 Das ist meine Philosophie. Und deswegen brauche ich für ein leckeres Essen manchmal auch nur eine Pfanne mit Deckel.
Die Tomaten haben etwas Soße in die Pfanne gebracht, die Kartoffeln sind weich, also kann abgeschmeckt und finalisiert werden. Salz, Pfeffer, Paprika, eine Spur Zucker runden den Geschmack ab.
Paprika, scharfe Knacker, Kartoffeln, Tomaten
Und weil mir alles doch nun etwas zu fl+üssig geworden ist, freue ich mich darüber, dass ich mehlig kochende Kartoffeln für das Gericht verwendet habe. Also wird die Hitze unter der Pfanne etwas intensiviert und der Pfanneninhalt mit ein wenig Nachdruck umgerührt. Nach ein wenig Zeit bindet die Stärke der sich leicht auflösenden Kartoffeln die Soße.
Etwas mehr Bindung allein aus den Kartoffeln.
Den Vorgang kann man so lange weiter treiben, bis die gewünschte Schlotzigkeit erreicht ist. Entweder flüssiger lassen oder eben cremiger. Etwas Grünzeug obendrauf macht den Blick auf den Teller noch Appetit anregender.
Da das Essen vor der Moral kommt, wird jetzt erstmal gegessen. Die Gedankenfetzen landen wieder im Vorratsspeicher. Vielleicht mache ich irgendwann mal einen ausführlichen Artikel draus. Guten Appetit.

Schnell und gut

Beim Bearbeiten der „drögen“ Bilder fallen mir noch ein paar weitere auf, zu denen ich noch keinen Blogbeitrag geschrieben habe. Es geht eigentlich um Fast Food, aber mal wieder im besten Sinne. Auch gutes Essen kann so schnell vorbereitet sein und alles dauert nicht länger wie Nudeln kochen.
Das Prinzip ist einfach und eigentlich viel zu oft beschrieben: Wasser aufsetzen, zum Kochen bringen, Salz hinein und dann die Pasta al dente garen. Dazu nimmt man 100 g Trockenpasta, 10 g Salz und 1 l Wasser pro Person. Während sich das Wasser erwärmt, stellt man schon mal gleich eine Pfanne mit auf und gibt dort etwas Olivenöl hinein, dass man langsam, aber nachhaltig erwärmt (nicht zu heiß!). Mit einem Auge auf dem Topf mit dem Nudelwasser greifen wir uns einige Cocktailtomaten, vielleicht auch ein paar Snackpaprika, auch ein Rest Salatgurke darf es sein, oder was man sonst noch so mag und was vorhanden ist. Hier nutzen wir nur Cocktailtomaten.
Und eine Schalotte pro Nase. Die wird geschält, klein gewürfelt und ins erwärmte Olivenöl gegeben, damit sie glasig werden kann. Nebenher kocht vielleicht auch das Nudelwasser, so dass wir das Salz und danach die Pasta hinzu geben können. Sprudelnd kochen lassen. Nebenher Schneiden wir die Tomaten kleiner. Cocktail- und ähnlich große werden nur halbiert, größere geviertelt und noch größere auch vorher noch gepellt. Alles kommt dann gleich in die Pfanne mit dem Olivenöl und den Schalotten und wird etwas durchgeschwenkt.
Ist die Pasta al dente, wird sie mit einem Schaumlöffel oder ähnlichem Küchenutensil direkt aus dem Kochwasser in die Pfanne gegeben.
Pasta in der Pfanne mit den angeschwitzen Tomaten
Alles wird gut durchgeschwenkt und mit wenig Salz, Pfeffer, Paprika, Chili, … gewürzt. Weniger ist hier manchmal auch mehr. Dann kommt noch etwas Parmesan üben drüber. Parmesan auf die PastaWie auf dem Bild zu sehen ist, muss er dafür nicht gerieben werden. Und schon mal gar nicht muss fertig gerieben gekaufter genutzt werden! Diese Parmesanspäne entstanden beim Bearbeiten eines Stückes Käses mit einem Sparschäler. Einfach mal austesten! Die Späne (auch von anderen Hartkäsen) kann man auch gut zum Garnieren u.ä. nutzen.
Zum Schluss kommt noch etwas Grünes in Form einiger – leicht zerzupfter – Basilikum-Blätter mit in die Pfanne. Durchschwenken und essen. So schnell ist gutes Essen fertig. Kleine Anfangsbedingung: Die Qualität der Ausgangsmaterialien muss stimmen. Aber dann gehts schnell und einfach. Wie die Ungarn schon lange sagen: „Gute Zutaten, halbe Arbeit.“ Oder so ähnlich.
Pasta mit Tomaten und Basilikum
Und die Varianten sind so vielfältig. Guten Appetit.

Was macht man mit einer heißen Pfanne?

Manchmal steht man ja vor einem Problem. Vor einem steht eine heiße Pfanne und man hat noch etwas Zeit. Was macht man dann? Da habe ich doch neulich diese Bratpaprika entdeckt. Oder hießen sie Bratchilies? So genau weiß ich es nicht mehr. Aber die Zubereitung ist denkbar einfach.
Bratpaprika in die Pfanne
Die Bratpaprika werden in eine heiße Pfanne geworfen. Es schadet nicht, wenn darin noch etwas Fett oder/und andere Röstaromen enthalten sind. Große Hitze ist in dem Fall durchaus von Vorteil, man sollte aber nicht zu viel Zeit verstreichen lassen.
Salzen und wenden
Über die Paprika wird etwas Salz gestreut und alles in der heißen Pfanne gut durchgeschwenkt. Die Bratpaprika eignet sich übrigens auch für den Grill. Wenn sie gut gebräunt ist, ist sie fertig (was sehr schnell geht). Zum Verspeisen ergreift man sie am Stiel und beißt einfach direkt unter der Blüte ab. Kerne (so überhaupt vorhanden) und andere „Innereien“ können mitgegessen werden. Aber Vorsicht! Das Verspeisen ist so ein bisschen ein Lotteriespiel. Der Schärfegrad der einzelnen Schoten schwankt sehr stark. 😉
Zwiebel, Chili, Olivenöl
Nachdem die Schoten die Pfanne verlassen haben und diese immer noch schön heiß ist, kommt eine kleingeschnittene Zwiebel und gehackter Chili sowie noch ein guter Schuss Olivenöl dazu. Genießer einfacher mediterraner Küche werden vielleicht die Anlehnung erkennen, aber ich hatte keinen Knoblauch im Haus …
Geschmorte Zwiebel, Chili, Olivenöl
Sind die Zwiebeln weich und hat sich die Schärfe des Chilis mit dem Olivenöl gut verteilt, kommen nebenbei gekochte Spaghetti dazu.
Spaghetti cipolla olio arrabiata
Das sind dann zwar keine Spaghetti aglio olio, nennen wir sie also Spaghetti cipolla olio arrabiata. Und dann fielen mir noch ein paar Tomaten in die Hände.
... und pomodori
Die wurden geviertelt und noch mit erwärmt.
Spaghetti cipolla olio arrabiata pomodori
Damit wäre das eigentlich fertig. Es kann also angerichtet werden.
Da fehlt noch was?
Wobei sich an dieser Stelle vielleicht die Frage stellt: Warum ist da noch Platz auf dem Teller? Die Frage möchte ich leicht abwandeln und an den Anfang der Geschichte zurückblicken: Wo kommen die heiße Pfanne und die Zeit her? Regelmäßige Leser dieses Blogs werden eine Vermutung haben …
Filetsteak anbraten
In der Pfanne befand sich ganz zum Anfang ein schönes Filetsteak, das wurde unter Anwendung von viel Hitze nur sehr zügig angebraten – von allen Seiten. Soll heißen: Da es sehr dick war, wurden auch die Seitenflächen angebräunt. Nur so kommt ein Maximum an Geschmack dabei heraus.
In der Pfanne nur die Kruste bräunen
Also nicht nur einmal umwenden, wie auf diesem Bild, sondern auch noch mit der Zange oder auf andere geeignete Art und Weise auf die Kante in die Pfanne stellen. Der Vorgang dauert insgesamt nicht allzu lange. Wie gesagt: Sehr heiße Pfanne! Danach kam das Fleischstück bei etwas über 80°C in den Ofen, bis es dem Fingerdrucktest bestand, was eine gute halbe Stunde dauerte. Genug Zeit, den Rest des Gerichtes zuzubereiten.
Spaghetti cipolla olio arrabiata pomodori mit Bratpaprika und Filetsteak
Die Spaghetti waren mir wirklich gut gelungen, ich war selbst erstaunt. An den Bratpaprika ist nicht viel falsch zu machen (außer zu lange zu wenig Hitze). Naja, und das Steak braten … Zum Schluss kam nur noch etwas Salz darauf. Gutes Fleisch braucht keine übermotivierte Würze.
Guten Appetit.

Heiß und Kalt – Ohne Eis und Kirschen/Himbeeren

Lecker ist es schon: Ein kaltes Vanille-Eis (bitte wirklich Vanille-Eis, kein Vanillin-Eis), auf dem eine Handvoll heißer Kirschen für einen schmelzenden Genusshöhepunkt sorgen. Und als alter Himbären-Fän explodieren die Geschmackspapillen in voller Wollust, sollten sie die Kirschen bestens ersetzt haben.
Aber kommen wir wieder zurück auf den Boden der Wirklichkeit. Auch Salate können sowohl heiß als auch kalt auf den Teller gebracht werden. Letzteres bietet sich vor allem für Blattsalate an, in der heißen (oder zumindest lauwarmen) Version werden gern Gemüse verarbeitet. Eine heiße Pfanne ist für die Zubereitung schon mal eine gute Vorbereitung. Geschmacklich von Vorteil ist, enthält diese ein paar schöne Bratspuren.
Die werden mit etwas Butter gelöst, in die dann eine klein gewiegte Schalotte weitere Würze gibt. Ein paar kleine Tomaten, in Scheiben geschnittene weiße und rote Spitzpaprika, Salz, Pfeffer, Paprikapulver werden leicht angeschwitzt und unter dem Deckel ein paar Minuten gegart. Zum Abschluss wird alles abgeschmeckt und mit Schnittlauchröllchen nicht nur optisch verbessert. Zuvor wäscht man Feldsalat gut in kalten Wasser durch. Den brauchen wir auch noch.
Alles in allem hat das ganze knapp 10 Minute gedauert. Das ist genau die Zeit, in der ein schönes Stück Kalbsrückensteak in 130°C heißer Luft seiner Vollendung entgegenreifte. Wenn man nicht genau gewusst hätte, dass es Kalb wäre, hätte man die Stücke für Rumpsteaks halten können – mit ihrem Fettrand. Das Fleisch war es übrigens auch, das beim schnellen Anbraten in der Pfanne die Röstaromen hinterließ.
Kalter und warmer Salat mit Kalbsrückensteak
Der Feldsalat wird mit ein paar Tropfen Crema di Balsamico gewürzt. Wenn davon auch das Tomaten-Paprika-Gemüse etwas abbekommt, ist das auch nicht weiter schlimm, eher löblich.
Kalter und warmer Salat mit Kalbsrückensteak
Mehr braucht es eigentlich nicht, um ein schönes Abendbrot zu genießen. Drei Spitzpaprika, 6 kleine Tomaten, eine Schalotte, etwas Feldsalat und ein Kalbssteak. Und das war sooo schön zart und rosa …
Kalter und warmer Salat mit rosa Kalbsrückensteak
Immer mal was anderes. Und lecker. Man sollte durchaus mal zugreifen, auch wenn es der Fleischer des Nichtvertrauens ist, um etwas anderes zuzubereiten als wie sonst. Und wenn es das beim Fleischer des Vertrauens gibt, umso besser. Guten Appetit.

Fastfood / Slowfood

Wenn man mal schnell was zum Essen braucht, sollte man sich irgendwann vorher mal etwas Zeit – ganz prophylaktisch – investiert haben. Auch wenn es nur am Vortag war. Eine Variation zum Thema.
Kochendes Nudelwasser
Beginnen wir aber mit dem schnellen Teil, also dem zweiten. Hier kochen bereits ein paar Spirelli-Nudeln in hinreichend heißem und salzigem Wasser, was die beilagige Basis des kleinen schnellen Essens werden soll.
Pfanne mit Paprika-Salami
In der Pfanne werden Scheiben von Paprika-Salami nachhaltig erwärmt. Ob das eine gute spanische (Chorizo) oder italienische oder ungarische oder … ist, bleibt dem persönlichen Geschmack und dem Gehalt des Kühlschrankes überlassen. Im konkreten Fall zerläuft eine ungarische.
Anbraten
Die Salami wird ein wenig angeröstet, wer möchte, kann das sich bildende flüssige Fett auch vor der weiteren Verarbeitung entsorgen.
Soße.
In dem Topf befindet sich eine Tomatensoße, die ich am Vortag mit wenig Hitze und viel Zeit zubereitet habe. Ganz Slow und gemütlich wurde dazu eine gewürfelte Schalotte in etwas Olivenöl angeschwitzt. Die eine oder andere Stelle als Quelle der Röstaromen ist durchaus gewünscht. Dann wurden die Zwiebeln etwas beseite geschoben und auf dem gleichen Topfboden ein Esslöffel Tomatenmark angeröstet. Etwas Paprikapulver darf auch dabei sein. Dann wird der gesamte Topfinhalt gut durchgemischt. Ergänzt wird alles mit einer guten Handvoll (halbierter) kleiner Tomaten (Cocktail, Dattel, …), einer Chilischote nach Wahl und Form und einer Espresso-Tasse voll Ananassaft. Deckel drauf, kleine Hitze an und dann ignorieren. Vielleicht gelegentlich mal umrühren. Wichtig ist, dass die Hitze so klein ist, dass nichts anbrennt. Nach mindestens einer Stunde freundlicher Abgeschiedenheit (ich habe ein angenehmes Nickerchen gemacht) wird alles kräftig durchgerührt, wer möchte, püriert alles. Davor sollte man aber die Chili-Schote rausnehmen, außer, man möchte es sehr scharf. Abgeschmeckt wird mit Salz, Pfeffer, Zucker und ggf. ein paar Tropfen Balsamico-Essig (mag man es etwas saurer, wird hier der weiße empfohlen, oder man nimmt eine nicht so schöne Farbe in Kauf). Fertig. Kann man einfrieren, kann man sich aufs Brot streichen. Kann man aber auch in die Pfanne mit den Wurststücken geben.
Wurst in Soße
Alles wird durchmischt und kann dann schon angerichtet werden.
Pasta mit Soße und Käse
Der Parmesan wurde diesmal gehobelt. Ein Sparschäler leistet dabei gute Dienste. Die Soße ist der aromatisch, auch ohne die Paprikawurst. Die kleinen Tomaten haben außerhalb der Saison doch das meiste Aroma. Und das Tomatenmark hilft da sicher auch. Gerade auch für die Bindung ist es ebenfalls wichtig.

Geschmorter Erdapfel mit Kohl und Lachs

Ursprünglich wollte ich nur das Endbild, eventuell mit einer Rezeptbeschreibung verbloggen, aber dann fand ich die Zwischenbilder doch wichtig, weil es sich irgendwie gut entwickelte. Ich habe mal wieder frei Schnauze gekocht. Aber es ging.
Drei Kartoffeln habe ich gewürfelt, mit Deckel in einer Pfanne mit etwas Rapsöl gelegt und bei kleiner bis mittlerer Hitze garen lassen. Nennen wir es mal „schmoren“. Es sollte wirklich nur sanft vor sich hin braten, immerhin waren die Kartoffeln roh und müssen erst mal garen. Dabei dürfen sie auch leicht bräunen, also nicht zu oft umrühren.
Kartoffeln schmoren
Nebenbei wird eine Zwiebel gewürfelt und dann zusammen mit den Kartoffeln in der Pfanne gegart. Sowohl die Kartoffeln wie auch die Zwiebeln solten noch nicht gar sein nach diesem Vorgang.
Zwiebeln dazu
Wer jetzt denkt, dass das so ein wenig nach Bratkartoffeln aussieht, die man aus rohen Kartoffeln macht, liegt nicht völlig falsch. Durch die weitere Verwendung des Deckels der Pfanne bleibt die bratkartoffeltypische Knusprigkeit ein wenig auf der Strecke. Also nennen wir sie Schmorkartoffeln.
Es könnten auch Bratkartoffeln werden
Die Zwiebeln, wenn sie etwas glasig geworden sind, werden mit untergeschwenkt. Zwischendurch wird auch noch etwas mit Salz, Pfeffer und …
Kümmel auf den Kartoffeln
… Kümmel gewürzt. Den habe ich zusammen mit dem Salz im Mörser bearbeitet, alleridngs nicht ganz klein gerieben. Wer es mag, auf Kümmelkörnern rumzubeißen, kann das Mörsern auch gern weglassen.
Spitzkohlblätter dazu
Der Kümmel passt übrigens nicht nur gut zu den Kartoffeln, sondern auch zum Kohl. Ein paar Blätter vom Spitzkohl habe ich klein geschnitten – wie für Krautflecke – und mit in die Pfanne gegeben. Ein paar Minuten den Deckel drauf hilft beim garen. Danach wird alles gut durchgeschwenkt.
Durchgeschwenkt
Jetzt könnte man es einfach nur so offen braten, man kann aber auch Lachswürfel in die Mitte geben und Mitbraten. Diese kommen aus einer dieser im Tiefkühl-Bereich erwerbbaren Lachsstücke, die nur im noch nicht ganz aufgetauten Zustand geschnitten und dann in die Pfanne gelegt wurden.
Lachswürfel anbraten
Für den Geschmack kommt jetzt etwas Butter dazu.
etwas Butter für den Geschmack
Der Lachs wird gebraten, die Würfel einmal gewendet.
Angebraten
Anschließend kann alles nochmal durchgeschwenkt oder durchgerührt werden, Etwas mehr Hitze zum abschließenden Braten ohne Deckel kann auch empfohlen werden. Dazu wird alles auch noch mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt.
gute Durchgeschwenkt oder durchgerührt
Und so ist es dann auch schon fertig. Kräuter, so vorhanden, wären sicher auch nicht schlecht gewesen.
Abgeschmeckt und gewürzt
Drei Dattel-Tomaten halbiert, nur mit Crema de Balsamico beträuftelt, ergibt die Beilage. Wahrscheinlich hätte man die Tomaten auch am Ende der Zubereitung halbiert oder geviertelt auch direkt unter den Pfanneninhalt schwenken können, wäre auch schön gewesen.
Geschmorte Kartoffel-Kohl-Pfanne mit Lachs und 3-Tomaten-Salat
Guten Appetit und einfach immer mal was anderes ausprobieren.

Tiefkühl-Roulette

Manchmal schaut man in den Kühlschrank (=leer) oder in den Tiefkühler und dann stellt sich die Aufgabe: Mach was draus. Frei nach dem Fliegermotto: „Oben geblieben ist noch keiner.“ also jetzt: „Irgendwas geht immer.“
Dicke Bohnen, Lachs und Tomatensoße
Dicke Bohnen, Lachs und selbstgemachte Tomatenhalbsoße. Da kann man was draus machen! Bohnen im kochenenden Wasser nach Vorschrift garen, entwässern und mit der Tomatensoße mischen, würzen. Lachs fast auftauen lassen und braten und ein paar Kartöffelchen für die Pfanne finden sich auch noch irgendwo.
Gebratener Lachs auf Dicke-Bohnen-Tomaten-Gemüse mit Bratkartoffeln.
Die Bratkartoffeln kamen ca. 15 Minuten roh in die Pfanne und dabei unter einen Deckel, damit sie auch garen. Dann werden sie noch ein paar Minuten bei größerer Hitze, dafür ohne Deckel fertig gebraten. Eine gewürfelte Zwiebel, es muss keine rote sein wie im abgebildeten Fall, Salz und Pfeffer verfeinern die Erdäpfel aufs vortrefflichste.
Lachs auf Gemüse mit Bratkartoffeln
Zum Schluss kommt noch etwas grobes Salz über alles und das Essen kann munden. Gut immer was zum Essen im Tiefkühler zu haben.

Pasta con burro salmone pomodori arrabiata

Sieht so Fast Food aus?
Pasta con burro salmone pomodori arrabiata
Irgendwie nicht. Aber es ist Fast Food. Zwischen Kopf und Magen, also Idee und Fertigstellung, lagen keine 15 Minuten. Und es hätten 10 sein können, wenn das Fotografieren nicht gewesen wäre.
Lachs, Chili, Tomaten
Warum sieht der Lachs so wachsig aus? Er ist noch tiefgefroren und nur seiner Plastehülle entrissen. Das ist aber auch völlig okay. Dazu eine handvoll Datteltomaten und Chili nach Geschmack. Auch Knofi oder eine Schalotte wären Ideen gewesen, blieben es aber auch, da ich keine im Haus hatte.
Pfanne und Topf
Der Topf bringt das Wasser zum Kochen; und auch wenn es nicht so aussieht, die Pfanne ist schon gut heiß. Es kann also los gehen.
Lachs anbraten
In die Pfanne kommt der Lachs. Er mag sich darin noch etwas verloren vorkommen, aber das ändert sich bis zum Ende der Zubereitung. Zuvor wurde der Pfannenboden noch mit etwas Öl benetzt (Olive o.a.).
Pasta kochen
Die Pasta kommt ins kochende Salzwasser. Auch wenn es mehr aussieht, aber es sind knapp 100 g Pasta, 10 g Salz und 1 l Wasser für eine Person. Der Topf ist fast etwas zu klein für Pasta zum Kochen.
Tomaten und Chili schnippern
Die Tomaten werden in Scheiben geschnitten, der Chili fein gehackt.
Lachs braten
Der Lachs ist von außen schön gebräunt. Innen ist er sicher noch roh und gefroren, aber das macht nichts.
Tomaten, Chili in die Pfanne
Die Tomaten und der Chili kommen mit in die Pfanne, wenn es sie gegeben hätte, auch die gewürfelte Schalotte und/oder der Knofi.
Butter dazu
Nicht nur für den Geschmack kommt jetzt noch ein Klecks Butter dazu. Das ist ein gut gehäufter Teelöffel. Salz und Pfeffer sind auch gern gesehene Gewürze.
Lachs zerpflücken
In der Mischung wird jetzt der Lachs zerpflückt, Jetzt werden auch die letzten Teile des Fisches gegart und mit der würzigen Butter in der Pfanne benetzt.
Pasta dazu
Mit der großen Pastazange (oder etwas ähnlichem) wird nun die al dente gegarte Teigware aus dem Salzwasser direkt in die Pfanne gehoben. Es kann ruhig etwas Kochflüssigkeit mitkommen.
Durchgeschwenkt
Dann wird alles gut in der Pfanne durchgeschwenkt und abgeschmeckt. Jetzt ist auch eine Kräuterzugabe möglich.
Pasta con burro salmone pomodori arrabiata
Hier wurden noch ein paar frische Tomatenscheiben dazu gegeben. Guten Appetit.

Aufgepeppte Bratkartoffeln

Flüchtige Betrachter würden das, was da in der Pfanne schmurgelt, als Bratkartoffeln identifizieren.
Aufgepeppte Bratkartoffeln
Das ist im wesentlichen auch richtig, aber man muss sie ja auch nicht immer so machen, wei man sie immer macht, sondern variieren. Deswegen blicken wir mal genauer hin. Aber Vorsicht! Nicht mit der Nase an den Monitor stoßen!
Zutaten

  1. Bratkartoffel
  2. viele Zwiebelwürfel
  3. gewürfelte gelbe/orange Paprika
  4. Chilischote (rechtzeitig wieder raus nehmen!)
  5. gehackte gelbe Tomate

Das gibt dem ganzen mal eine feurige, fruchtige Note. Natürlich wird das Gericht traditionell vollendet:
Fruchtig-feurige Bratkartoffel mit Spiegelei
Das macht Spaß, ist mal was anderes und man freut sich wieder auf „normale“ Bratkartoffeln. 😉

Brennende Liebe – Etwas gelöscht und die Sache mit der Nudel

Dass der Gott des (herzhaften) Kochens vor den Genuss immer das Zwiebelschneiden gesetzt hat, ist auch nicht immer verständlich. Aber immerhin hilft es. Dies sind übrigens drei normale Zwiebeln, die grob in Würfel geschnitten wurden. Das muss nicht schick sein, da sie sich im Laufe der Zubereitung sowieso auflösen soll. Die Paprika ist schon nur optional, gern auch in gelb oder Orange oder auch gar nicht.
Zutaten für was mit Feuer
Und ob man wirklich zwei Chilischoten verwenden muss, bleibt auch dem Koch und vor allem dem späteren Esser überlassen. Aber sie sind ja relativ groß, also nicht so scharf – eine Einschätzung, die sich später als falsch herausstellte.
Zutaten für was mit Feuer
Während des Schneidens der Zwiebel erhitzt sich auf dem Herd schon mal ein Topf, der dann zügig hintereinander mit Öl (raffiniertes Rapsöl) und den Hähnchenherzen befüllt wird. Sie sollten möglichst schnell etwas Farbe bekommen, also viel Hitze und wenig umrühren.
Herzen anschmoren
Haben die Herzen (das funktioniert übrigens auch mit Fleischwürfeln oder anderen bratfähigen Sachen) etwas Farbe bekommen und Bratspuren auf dem Topfboden hinterlassen, werden sie dem Kochgefäß entnommen.
 
Geschmack im Bodensatz
In diesen Bratensatz kommen nun bei unveränderter Hitzezufuhr die gewürfelten Zwiebeln. Sollte kaum noch Öl im Topf sein, hilft vorher ein wenig Nachschub.
Zwiebeln anschmoren
Sind die Zwiebeln gut angeschmort und leicht gebräunt, schiebt man sie etwas beiseite und gibt Tomatenmark sowie Paprika (je nach Vorliebe edelsüßen oder scharfen oder eine Mischung aus beiden) hinzu und röstet die leicht an, bevor man alles mit den Zwiebeln vermischt.
Tomatenmark und 2x Paprika anrösten
Zum Ablöschen reicht etwas Wasser, vielleicht eine kleine Tasse voll. Rotwein wäre auch eine Maßnahme, oder Gemüse-/Tomatensaft. Von Bananenlikör sei abgeraten.
Mit etwas Wasser ablöschen
Dann wird alles gut durchgerührt und aufgekocht. Das ist ein guter Zeitpunkt für die Zugabe der Gemüse und würzenden Schoten.
Paprika und Chili dazu geben
Jetzt dürfen auch die Herzen wieder mit dazu.
Die Herzen auch wieder in den Topf
Nochmal alles gut durchrühren und dann auf geringer Hitze und unter einem Deckel in aller Ruhe vor sich hin köcheln lassen. Das kann, je nach verwendetem Fleisch, durchaus ein wenig dauern. Und auch die Hähnchenherzen verlieren irgendwann von ihrer Gnubbligkeit und werden zart und weich.
Gut umrühren und dann schmurgeln lassen
Wem das ganze noch zu unflüssig ist oder zu wenig fruchtig, kann übrigens auch noch ein paar klein geschnittene Cocktail-Tomaten dazu gehen. Größere Tomaten würde ich schälen.Auch Gewürze wie etwas Majoran und/oder Thymian sind gern gesehen. Wer genau hinguckt, entdeckt auch das Lorbeerblatt, dass ich mitgekocht habe.
Wer will und es dünner mag: Tomaten hinzu
Irgendwann sind auch die Zwiebeln verkocht und zerschmolzen. Kräftiges Umrühren unterstützt den Prozess. Auch wenn es so aussieht, aber in der nachfolgend abgebildeten sämigen Soße ist nichts weiter drin als bisher beschrieben. Die Bindung kommt wohl vor allem durch die Zwiebeln und das angeröstete Tomatenmark.
Fertig zum Abschmecken
Wem jetzt doch beim Abschmecken (Salz, Pfeffer, Paprika, Chili usw.) auffällt, dass anfangs die Peperoni-Menge doch zu groß war, kann die Schärfe mit der Zugabe von Frischkäse oder gewürfeltem Gouda (o.ä.) mildern. Beides sollte sich natürlich auch noch auflösen.
Mit Frischkäse oder gewürfeltem Käse die Schärfe etwas bändigen
Dann kann auch schon angerichtet werden. Etwas Pasta hat man ja meist im Hause.
Angerichtet: Feuriges Herz auf Nudel
Feurige Liebe (wenn man die Herzen mal als Symbole dafür nimmt und mit der Chili etwas übertrieben hat).
Angerichtet: Feuriges Herz auf Nudel
Guten Appetit.