Gute Idee – schlechte Lösung

Cornichons sind lecker. Diese kleinen gewürzt und gesäuert eingelegten Gürkchen sind, hat man das richtige Produkt erwischt, eine sehr angenehme Garnitur oder Füllung (z. Bsp. für Rolladen). Aber auch einfach nur so zum Wegknappern sind sie wunderbar geeignet. Das funktioniert bei den kleinen Silberzwiebeln nicht so gut, was ihrem Wohlgeschmack aber keinen Abbruch tut. Als Knabbersnack bedarf es hier einer gewissen Vorbereitung (Stichwort: Zahnstocher), gern dann auch kombiniert mit anderen Schmeckhappen.

Beide Sauerkonserven sind natürlich im Lebensmitteleinzelhandel erhältlich. Dortselbst fiel mir neulich ein interessantes Produkt in die Hand, dass beide Leckereien aufs Ideale miteinander verband. Sicher, die Cornichons sind hier nur kleine Gewürzgurken, und die Silberzwiebeln nur kleine Zwiebeln, aber das war nicht der Nachteil dieser Glasware (sorry, aber ich hatte schon ein wenig genascht, bevor ich das Foto schießen konnte):

Die Idee fand ich Spitze, nur: lag es an der Ausführung oder am Prinzip, das Ergebnis entsprach leider nicht den Erwartungen. Die Gürkchen schmeckten relativ stark nach den Zwiebeln, wohingegen diese sozusagen nach den Gurken, also nach relativ wenig schmeckten. Entweder, beide Hauptingredienzien kamen zu früh zueinander, oder das alles ausgleichende (= platt machende) Aroma ist doch wieder mal Schuld an dem Dilemma. Ein Blick auf die Zutatenliste belegt eine entsprechende Präsenz.

Apropos Zutatenliste: Die war übrigens ganz lustig und muss sicher mal korrigiert werden (wenn ich die Regularien mal richtig verstanden habe). Aber wenn zwei Zutaten zusammen schon 100% des Inhaltes aus machen, bleibt für Essig, Gewürze, Aromen, und Zucker nicht mehr soooo viel Platz im Glas, oder?

Schön ist ja die Erkenntnis, dass Gurken und Zwiebeln zu gleichen Teilen im Glas enthalten sind, aber selbst beim Abtropfgewicht geben beide zusammen nicht 100%.

Wilde Fischsuppe

Der 3-Sterne-Tiefkühlschrank ist schon eine klasse Erfindung. Man kann selber etwas einfrieren oder das eine oder andere käuflich erworbene Tiefkühlprodukt lagern. Hier gelten vor allem die möglichst unverarbeiteten als positiv zu bewerten. Frisch vom Feld eingefrorenes Gemüse oder Obst zählen  dazu wie auch höchstens geschnittenes Fleisch oder filetierter Fisch.

Machen wir mal eine wilde Mischung. Im Eisschrank fand sich der Würfelfisch und die Garnelen, außerdem selber eingefrorene Gemüsebrühe und käuflich erworbene Julienne. Eine Gemüsezwiebel, ein paar Tomaten und ein Topf mit etwas Wasser komplettieren die Zutatenliste:

Die Zwiebel und die Tomaten werden grob geschnitten und mit dem Wasser im Topf erwärmt. Dazu geben wir zum Auftauen den Suppenzylinder.

Ist die Brühe aufgetaut und alles aufgekocht, kommen die Gemüsejulienne hinzu, damit sie auch auftauen können.

Sind die aufgetaut und kocht wieder alles, kommen die Fischwürfel hinzu.

Jetzt gilt es, die Suppe wieder schnell kurz vor den Siedepunkt zu bekommen, wild kochen sollte sie nicht mehr, sonst könnte der Fisch zerfallen oder trocken werden. Nach ein paar wenigen Minuten, folgen die Garnelen.

Die müssen nur noch einen rosa Farbton annehmen und schon kann serviert werden. Etwas Grünzeug oben rauf und auch das Auge ist noch mit.

Hmm, lecker. Beim Leeren dieser Suppentasse fiel mir allerdings auf, dass irgendetwas fehlte. Gesalzen hatte ich zwar zwischendurch alles, aber an Säure mangelte es. Also presste ich eine Zitrone und ein paar Mandarinen aus und gab den Saft in die Suppe. Und es wurde besser.

Wer sich jetzt über die Mandarinen wundert, dem sei gesagt, dass  ich ein paar selten saure Exemplare erwischt hatte. Deswegen bot sich ihre Verwendung an. Ansonsten wäre ein Ansatz mit trockenem Weißwein statt des Wassers natürlich eine standardgemäße Alternative gewesen.

Schnelle Fischsuppe

Vorgestern gab es, Leser des Blogs werden sich erinnern, Fischfilets, die im Dampf gegart wurde. Den Dampf erzeugte eine heiße Gemüsebrühe aus frischen Zutaten. Da das Dünsten der Dorade recht zügig ging, war auch noch der entstandene Fond (mit leichtem Fischaroma) nicht unendlich verkocht und konnte zur Speisenzubereitung genutzt werden. Das passierte heute.

Eine Handvoll Cocktailtomaten, ein paar noch gefundene Tiefkühlerbsen, die Brühe und zwei Fischfilets bildeten die konzeptionelle Basis des Abendbrots. Nachdem die beteiligten abgelichtet worden sind, ergab die Detailplanung, dass eine grob geteilte Zwiebel, die mit etwas Öl und einer Knoblauchzehe im abgebildeten Topf angeschwitzt wird, das Rezept sinnvoll ergänzen würden. Auch die halbierten Tomaten landeten in dem Ansatz.

Ist alles etwas angegangen, wird mit der Brühe abgelöscht und der in Häppchen geteilte Fisch sowie die Erbsen dazu gegeben.

Deckel drauf, Hitze runter. Die nächsten ca 15 Minuten köchelt (nicht wirklich) das ganze ganz leise vor sich hin. Es sollte eher ein ziehen lassen als ein kochen sein. Dann sieht es im Topf etwa so aus:

Im konkreten Fall wurde Dorade genutzt, sie war nur soweit aufgetaut, dass man sie mit einem guten Messer in die Häppchen teilen konnte. Natürlich geht auch jeder andere festkochende Fisch. Der Fischhändler Eures Vertrauens berät Euch sicher gern.

Die Erbsen sind sicher verzichtbar, geben aber hier mangels frischer Kräuter den grünen Kick. Etwas Petersilie oder auch Dill wären eine alternative Idee gewesen. Ein paar Croutons oder eine geröstete Baguette-Scheibe, je nach Belieben mit Knoblauch eingerieben oder mit einem Klecks Aioli versehen ist, sind Garniturvorschläge.

Guten Appetit.

Sugo TM

So muss ein Teller aussehen, wenn es vorher geschmeckt haben soll. ;-) Es gab Pasta mit Sugo. Das allein wäre natürlich keiner Erwähnung wert, gibt es das doch häufiger und wurde nicht auch schon häufiger darüber berichtet. Aber diesmal gab es das Gericht unter Beteiligung einer neuen Küchenmaschine. So ging das recht einfache Gericht noch einfacher. Sugo TM weiterlesen

Gulasch – vegan und püriert

Die Überschrift schreckt ein bisschen ab, aber das soll sie nicht. Letztendlich kam auch „nur“ wieder eine Tomatensoße für Pasta dabei heraus. Diesmal war der Ansatz aber der vom Gulasch (EiTV), nur eben nicht mit Fleisch, sondern mit Tomaten.

Zwei gleich große Haufen Zwiebelwürfel und Tomatenviertel werden vorbereitet. Im konkreten Fall waren es eine Gemüsezwiebel, zwei Schalotten und die entsprechende Menge Tomaten. Die Zwiebeln werden in Olivenöl angeschwitzt, bis sie glasig und etwas gebräunt sind. Dann werden sie in der Pfanne beiseite geschoben und auf dem frei werdenden Platz Tomatenmark, Paprika (edelsüß/scharf in beliebiger, gewünschter Mischung) etwas angeröstet. Anschließend kommen die Tomatenviertel in die Pfanne, alles wird etwas schmurgeln gelassen, gesalzen, gepfeffert und sieht dann so aus:

Hätte man die Tomaten vor dem Vierteln gepellt, könnte nach einer Köchelzeit von 20-30 Minuten das Produkt, so wie es jetzt aussieht, als Tomatengulasch über eine geeignete Pasta verteilen. Ein Reisrand wäre sicher auch eine Idee.

Da die Tomaten nicht geschält waren, kam der Pürierstab zum Einsatz, der das Aussehen wie auf dem folgenden Bild veränderte:

Sollte die Soße dann zu dickflüssig sein, hatten die Tomaten nicht genug Wasser drin. Hier hilft entsprechender Nachschub an Flüssigkeit, nach Belieben als Wasser, Gemüsebrühe, Tomaten- oder Gemüsesaft u.ä. Die fertige Soße wurde noch mit etwas Balsamico-Essig bzw. Crema di balsamico abgeschmeckt, etwas Zucker rundet ggf. den Geschmack zusätzlich ab.

Dazu wird es irgendwann Nudeln, Gnocchi, Reis, Tortellini u.ä. geben, vorerst landete alles abgefüllt und portioniert im Tiefkühler. Vor dem Servieren machen sich ein paar Blätter grünes (Basilikum, Petersilie, Schnitt- oder Frühlingslauch) sehr gut auf der Soße auf der Pasta auf dem Teller auf der Tischdecke auf dem Tisch im Esszimmer.