KW50 – Konträres

Diese Woche gibt es einiges zu berichten, auch wenn es alles nur Kleinigkeiten sind. Aber manchmal ist man ja schon froh, wenn wenigstens das passiert … 😉 Und ich bin mir nicht so ganz sicher, womit ich anfangen soll und womit aufhören … Und eigentlich müsste ich auch noch etwas “nachrecherchieren” … ja, ich weiß, dass dieses Wort schwachsinnig ist. Aber auch schön. Also los.
Twitter. Da bin ich ja auch vertreten. Sogar doppelt. Einmal als ich und einmal als hiesiger Hausherr. Klingt komisch, ist aber so. Und als Leser dieses Nachrichtendienstes erfährt man auch viele Meinungen und auch ab und an was neues. So las ich etwas über einen Haferdrink, den ich so noch nicht kannte, und da ich ihn beim Wocheneinkauf plötzlich vor mir stehen sah, nahm ich ein Paket mit und testete ihn. Zimmerwarm schmeckt er übrigens nicht. Aber das muss nichts heißen. Zimmerwarm schmeckt mir auch keine Milch. Entweder kalt oder heiß. Und kalt gings, aber das ist nicht das einzige Kriterium.
Latte macchiatto á la HaferAls Milchkaffeebasis hatte ich die Produkte anderer Hersteller auch schon probiert und ohne grob pauschalisieren zu wollen, kann man die Ergebnisse – und da ordnete sich auch dieser Drink ein – zusammenfassen in: Wer Muckefuck mag, wird auch diese Mischung lieben. Zugegeben: von allen Haferdrinks, die ich bisher hatte, hat dieser den Kaffee am wenigsten vermuckefuckt. Allerdings werden die Zutatenlisten auch irgendwie immer länger.
Grundsätzlich bleibt die philosophische Frage, was eigentlich der perfekte Haferdrink ist: ein kernig schmeckendes Getränk, das seine Herkunft nicht verbirgt und ein eigenständiges Produkt ist, oder eine Milchalternative, die versucht, ihrem Vorbild in allerlei Eigenschaften immer näher zu kommen. Beide Wege werden beschritten, im breiten Consumerbereich hauptsächlich der zweite, im Bio- und Direktvertriebsmarkt auch der erste. Nur, welcher ist der bessere? Die Freunde der Milchalternative müssen vermutlich immer mit dem Makel leben, dass ihre Produkte immer industrieller und die Zutatenlisten immer länger werden. Die Liebhaber des echten Haferdrinks haben ein neues Grundprodukt für die Küche und fürs Leben in die Hand bekommen, was man daraus machen kann, wird sich noch zeigen (müssen).
Apropos Twitter und Empfehlung von Ersatzprodukten. Vor einiger Zeit las ich einen begeisterten Tweet von jemandem, der gerade ein veganes Cordon Bleu eines bekannten Herstellers probierte und hellauf begeistert war. Auch das fiel mir neulich schon bei einem Einkaufsbummel ins Auge und an diesem Wochenende habe ich es dann endlich probiert. Ganz nach Vorschrift.
Öl erhitzenZuerst wurde Rapsöl in einer Pfanne erhitzt. Dabei packte ich die beiden Cordon bleus auch gleich mal aus.
Cordon Bleu veg.Es mögen vielleicht laut Gesetz keine Geschmacksverstärker enthalten sein, aber der Duft nach gebratenem Geflügelfleisch, der mir nach dem Öffnen der Packung (und noch im kalten Zustand) entgegenschwappte, lässt einen intensiven Griff ins Aromastoff-Regal vermuten.
Cordon Bleu anbratenAb in die Pfanne mit den beiden Stücken (es ist übrigens – zur Größenorientierung – eine 20-cm-Pfanne) und laut Vorschrift bei mittlerer Hitze braten.
es brät*bratgeräusch*
Das Umdrehen sollte rechtzeitig erfolgen. Niemand mag angebratene Panade.
nach dem WendenAuch auf der zweiten Seite brieten die beiden Stücke eine Weile vor sich hin. Damit es beim Essen nicht zu fettig wurde, kamen sie dann erstmal auf Küchenkrepp.
Öl abtropfen lassenDas ganze verzierende Drumrum habe ich mir dann mal gespart und sie pur auf einen Teller verfrachtet.
Knusprig. Käsig. Nichtssagend.Die Optik war halbwegs stimmig. Vor allem hatten die beiden nicht den Nachteil des Originals, das nie so ebene Bratflächen hat wegen seiner gewachsenen Formen. Gepresste Formen sind da eindeutig im Vorteil. Schön gebräunt und auch schön knusprig. Also die Panade. Das Innere blieb unauffällig. Wer nur die ausgelaugten Fertigstücke von Cordon Bleu kennt, wird vermutlich recht zufrieden sein. Einen echten Kulinariker kann diese nichtssagende Füllmasse innerhalb der Panade nicht wirklich überzeugen. Konsistenz und Geschmack kommt über vergleichbar zubereitetes Formfleisch nicht hinaus, nur hat das auch nach der Erwärmung noch Geschmack, der hier durch das Braten größtenteils verflogen ist. Ein verwechselbares Industrieprodukt, dass keinen bleibenden Eindruck hinterlässt, weil es sich nur an seinesgleichen unter den fleischlichen Vorbildern orientiert und nicht an den ursprünglichen Originalen.
Da lob ich mir doch die Sonntagsroutine, die mit einem freundlichen Besuch im Testzentrum beginnt und dann das Aufsuchen einer kulinarischen Stätte nachfolgen lässt. Und auch, wenn sich die halbe Ente nicht nur auf der Speisekarte sondern auch verstärkt durch den Service förmlich aufdrängte, sprang mir – leicht Déjà-vu-esk – ein gebratenes Zanderfilet ins Auge, dessen üppiges Gemüsebett (lt. Ernährungsplan) den kleinen begleitenden Klecks Kartoffelpüree augenzwinkernd durchgehen ließ.
Zander auf Gemüsebett mit KartoffelbreiDie Kräuterbutter kam schnellstmöglich ins Püree, die Zitronenspalte ausgepresst ins Wasserglas. Und dann wurde es recht angenehm. Obwohl die Erbsen in der absoluten Mehrheit waren (ich mag sie), kamen auch Schoten … (ja, ich weiß), Möhren, Blumenkohl, Romanesco u.a. auf den Teller. Das kann man mal wieder essen. Aber …
Der nächste Sonntag ist der 2. Weihnachtsfeiertag. Da essen Vattern und ich zu hause bei ihm. Traditionell gibts Kochfisch (ich bin zuständig und habe noch nichts gefunden, was mir vorschwebte, da muss ich wohl noch improvisieren; und endlich was einkaufen). Der Plan für den 1. Feiertag und den Heiligabend davor steht eigentlich auch und ist gelebter, langjähriger Standard. Und so freue ich mich auf Spinat und Spiegelei am Mittag des 24., am Abend dann den gebackenen Karpfen, am 1. Feiertag gibts Ente mit Rotkraut udn Klößen. Im Kochbeutel. Also nicht nur die Klöße. Alles. Ich bin gespannt. Lasst Euch auch überraschen. Und am 26. dann den gekochten Fisch. Mögen die Einkäufe gelingen.

12 Gedanken zu „KW50 – Konträres“

  1. Da ich weder unter Laktoseintoleranz noch sonst irgend einer dieser “First-World-Diseases” leide, habe ich bisher nie die Notwendigkeit gesehen irgend einen Haferdrink zu probieren. Ich trinke Milch und ich stehe dazu. 🙂 Es gibt für mich keine Grund einen dieser Haferdrinks zu probieren. Einzige Ausnahmen wären: Alle Kühe sterben wegen einer Seuche aus oder ich entwickle doch noch – trotz meines methusalemischen Alters – eine Intoleranz. Aber das wird wohl nicht mehr passieren. 😜 Aber vielleicht probiere ich es ja irgend wann mal rein interessehalber.
    Zum Thema Cordon Bleu kann ich wiederum nur sagen: Ein echtes Cordon Bleu besteht aus Kalbsschnitzel!!!1eins. Nicht aus Hähnchen, Schwein oder irgend welchen Fleischersatzstoffen. Alles was nicht mit Kalb ist verdient maximal “nach Art Cordon Bleu”, aber nicht mehr. Genau wie bei Wiener Schnitzel. 😇 Ich vermisse leider wirkliche Nahaufnahmen der von dir getesteten Alternativen zu Cordon bleu. Leider sind gerade die Fotos welche die angeschnittenen fertig gebackenen Nicht-Cordon-Bleus etwas unscharf. 😞 Wenn ich so etwas testen würde, würde ich es wahrscheinlich nicht so “plain” machen wie du und noch zumindest eine Sättigungsbeilage und vielleicht sogar etwas Gemüse dazu kochen – vielleicht würde ich sogar ein “echtes” Cordon Bleu mit dem Derivat vergleichen (Kostenfaktor!) – aber das kann natürlich jeder so machen wie es ihm persönlich passt und gefällt.
    Etwas verwirrt war ich von deiner Aussage: “Kräuterbutter ins Kartoffelpüree und Zitrone ins Wasserglas”. Beides ist doch wunderbar geeignet um dem sonst eher geschmacksarmen Zander noch die zusätzliche Würze zu geben. Ich liebe Zander wie Fisch im allgemeinen, aber er zeichnet sich jetzt nicht durch ein besonders intensives Aroma wie z.B. Heilbutt oder Thunfisch oder so aus. Ist genau so ein Modefisch wie Pangasius – obwohl ich zugeben muss dass ich schon lange keinen Zander mehr gegessen habe. Aber ich lasse mich da gerne eines besseren belehren. Die Kartoffelpüree-Portion – da gebe ich dir recht – scheint aber tatsächlich eher etwas für den “hohlen Zahn”. ☺️
    Auf den Kochfisch zu Weihnachten bin ich aber auf jeden Fall gespannt und freue mich darauf, hier darüber zu lesen.

    1. Bei mir ist es auch eher die Neugier, die mich mal zu den Milchalternativen greifen ließ und – sehr pauschal – sie sind alle keine echten Milchalternativen. Wenn man der Werbung glauben schenken will, schmecken sie ja alle schon fast wie Milch, aber da muss man wirklich sehr stark dran glauben. Aber als eigenständige Getränke sind sie vermutlich noch weniger vermarktbar. Hier hätten sie aber mehr Berechtigung.
      Die Bilder vom Cordon bleu sind in ihrer Schärfe der geschmacklichen Qualität der Produkte angepasst. 😉 Außerdem war es ja auch nur ein Produkttest und keine Mahlzeit. Deswegen auch keine Beilagen. Einmal das Produkt unverfälscht. Wenn man es tief in Kartoffelbrei stippen würde, schmeckte es ja vielleicht noch. 😉
      Kräuterbutter und Zitrone mögen zum Fisch gehören. Sie gehören aber nicht auf die mühsam knusprig gebratene Haut, die dadurch nur wieder aufweichen würde. Außerdem hat sie die hervorragende Eigenschaft, dem Fisch Geschmack zu geben. Da braucht es keine nachträglichen Beigaben, die den guten, feinen Geschmack zerstören oder übertünchen. Also waren beide Beigaben in der von mir beschriebenen Form schon sehr viel besser verwendet. Ansonsten war die Portion schon sehr gut bemessen. Aber das sieht ja jeder anders. Du bist ja eher der Sättigungsbeilagentyp, ich nehme lieber mehr vom eigentlichen Gericht. Fast so ein bisschen Paleo, nur Fleisch/Fisch und Gemüse, nur keine Stärke; eben das, was man Jagen, Fischen und sammeln kann, ohne es vorher kultiviert haben zu müssen. 😉
      Freu Dich mal lieber nicht auf den Kochfisch. Ich werde zwar morgen nochmal versuchen, etwas zu jagen, aber überall gibt es nur noch den völlig überbewerteten Lachs. Ich fürchte, es gibt ein kleines Desaster. Und ob ich das dann blogge, weiß ich nicht.

      1. Ich finde weiterhin, dass gerade Zitrone jeglichen Fisch noch das gewisse etwas gibt. Ursprünglich war sie – zumindest meines Kenntnisstandes – dazu gedacht den üblen Geruch von ältere Fisch zu übertünchen. Aber das leichte Zitrusaroma – man muss den Fisch damit ja nicht “ertränken” gibt dem Gericht sozusagen noch den zusätzlichen Kick.
        Über die richtige Vorgehensweise bei einem Produkttest kann man natürlich streiten. Ich habe mir auch schon Häme verdient indem ich Ketchup auf einen Fertigburger gemacht habe und damit das Ergebnis verfälscht habe. Aber da stellt sich mir die Frage: Sind alle Fertiggerichte dazu gedacht in ihrer ursprünglichen Form genossen zu werden?? Gut, bei einem Fr**ta TK-Pfannengericht kann oder muss man nicht mehr viel hinzufügen – das ist einfach so fertig zum Verzehr wie es ist. Aber bei einem Teilprodukt wie dem Cordon Bleu Derivat würde ich es doch im Kontext eines kompletten Gerichts mit Sättigungsbeilage und evtl. Salat oder Gemüse präsentieren wollen um es vollumfänglich bewerten zu können. Außer du würdest es wirklich rein wissenschaftlich betrachten – aber da du weder Produktname, Hersteller, Preis, Herkunft oder irgend welche anderen Daten preis geben willst, gehe ich davon aus dass du es nur vorführen und nicht unter rationalen Prämissen präsentieren willst. 🤷‍♂️ Willst du zeigen dass sich ein Non-Meat-Produkt als Ersatz für Fleischprodukte eignet, dann setze es in den Kontext eines vollumfänglichen Gerichts. Willst du aber nur rein “wissenschaftlich” die Eigenschaften des Produktes bewerten, müsstest du mehr Daten angeben damit der Leser deine Ergebnisse bei Bedarf mit dem Produkt vergleichen kann. Geheimnisvoll irgend ein ominöses Fleischersatzprodukt zu testen ohne Herkunft, Preis oder irgend welche anderen Daten preis zu geben halte ich für recht sinnfrei. Entweder man geht zumindest grundsätzlich akademisch bei solchen Analysen vor oder man lässt es einfach, weil es dem Leser nicht wirklich einen Wissensvorsprung bringt. Das ist zumindest meine Meinung – aber wir leben ja in einem freien Land und jeder kann tun und lassen was er will so lange es nicht gegen bestehende Gesetze verstößt. Auch wenn es dem Leser keinen wirklichen Informationsvorsprung gibt… 😉
        Auf den Kochfisch wäre ich dennoch sehr gespannt – ich kann mir unter dem Begriff aktuell nicht wirklich etwas vorstellen und würde gerne sehen was euer favorisiertes Weihnachts-Gericht ist. Bei mir läuft es wohl wieder auf Geflügel mit Knödeln und Kohl hinaus, außer ich bekomme noch irgend eine Inspiration bis zum Weihnachtsabend….

        1. Mir ist meist schon ein Tropfen Zitrone auf dem Fisch zu viel. Wenn ich sauren Fisch essen will, nehme ich eingelegten Hering oder sowas. Bei auf der Hautseite kross gebratenen Filets ist mit ein wenig Salz vorher und vielleicht einem Bratkraut mit in der Pfanne (Rosmarin oder ähnliches) eigentlich der Würze genüge getan. Der Malliard-Effekt bringt schon genügend Aromen hinein. Das Problem ist nur, dass in vielen Küchen der “kross auf der Haut gebratene Fisch” eben nicht kross gebraten ist, entsprechend fehlen auch ein paar Aromen.
          Das von Dir angesprochene Säuern wegen übel ist das Säuern des rohen Fischs vor der eigentlichen Zubereitung – die berühmten 3 S: Säubern, Säuern, Salzen. Aber selbst hier wird in heutiger Zeit das Säuern durch die besseren Lagermöglichkeiten überflüssig gemacht und der Genießer kann sich wieder auf den puren Fischgeschmack konzentrieren.
          Etwas anders mag das übrigens bei Kochfisch oder Dämpffisch sein. Da gibt’s keine Maillard-Reaktion und es gilt, doch etwas mehr Geschmack in den Fisch zu bekommen. Aber selbst da sagt mir meine Erfahrung, ist Zitrone überflüssig.
          Bei Produkttests mache ich es wie im echten Leben: Wenn ich ein Produkt testen möchte, dann teste ich es erstmal pur und unverfälscht und ohne Ablenkung. So erspare ich mir bei einem negativ ausgefallenen Test die Arbeit des Drumrums und versaue das auch nicht. Fällt der Test positiv aus, denke ich mir was zum Umfeld auf dem Teller aus. Ich kann mich dunkel an Würstchentests erinnern (ich weiß allerdings nicht, ob ich die mal verbloggt habe), und wenn dann als Ergebnis dabei rauskommt, dass es schade um jeden Klecks Senf wäre, der mit einem derartig schlechten Würstchen in Berührung gekommen wäre, dann bin ich froh, es erstmal pur probiert zu haben. Genauso auch das Cordon bleu. Wenn es pur nicht gut ist, warum sollte ich die Qualität potenzieller Beilagen mit hinunterziehen. Oder: Ich könnte natürlich auch Beilagen auswählen, die genauso schlecht sind. Aber dann macht das Essen ja mit Ansage keinen Spaß. Muss also auch nicht sein.
          Bei komplexeren Produkten, die selbst eigentlich ein vollwertiges Gericht ausmachen (wie das erwähnte Pfannengericht) ist das ja etwas anderes. Aber selbst das kostest Du doch auch erstmal im Originalzustand, und überlegst dann, wie man es verbessern könnte (oder ob da jegliche Würzesmüh’ umsonst ist). Heißt: Vielleicht hätte ich das Cordon bleu auch mal schick mit abgestimmtem Umfeld präsentiert, wenn es beim ersten Test nicht durchgefallen wäre.
          Die – halbwegs – rationalen Prämissen darfst Du trotz fehlender Informationen aber trotzdem unterstellen. Ich habe nur keine Lust auf Stress, deswegen habe ich solche Angaben wie Preis, Herkunft, Marke … nicht mit Text. Aber es geht ja auch nicht unbedingt um ein bestimmtes Produkt sondern eigentlich um die gesamte Produktkategorie und den Aufruf, den Neuheiten aus den Chemieküchen der Nahrungsmittelindustrie nicht unkritisch hinterherzuhecheln. Außerdem, wenn Du den Artikel genau ansiehst, findest Du mit ein bisschen Hirnschmalz und der Eingabe von 4 naheliegenden Worten bei Google das Produkt sehr schnell selber. Ich hab’s getestet und es funtkioniert.
          Das mit dem Kochfisch ist eigentlich trivial (und ein recht leichtes Gericht für den 2. Feiertag). Früher hat Muttern in einem hinreichend großen Topf meist einen Zander oder einen anderen zum Kochen geeigneten Fisch (im ganzen) gekocht, etwas Würze und u.a. eine Zwiebel schwammen mit Wasser. Was es sonst noch alles war, weiß ich leider nicht, deswegen bin ich immer noch am Experimentieren. Aus dem Kochwasser wurde dann eine weiße Soße gezogen und dazu gab es Salzkartoffeln. Einen Versuch hatte ich vor Jahren schon mal verbloggt.

          1. Von den 3 S habe ich noch nie gehört, aber bei mir hat seit frühster Kindheit eben Zitrone zum Fisch gehört und Kräuter- oder Knoblauchbutter auf ein gegrilltes Steak. Da bin ich eben nicht so puristisch indoktriniert worden wie du, aber prinzipiell hast du natürlich recht: Pur ist hier eigentlich am besten. Wobei ich zugeben muss dass der Fischgenuss in meiner Kindheit primär aus Fischstäbchen und Co bestanden hat, daher ist es hier wohl eher egal ob man nun Zitrone drauf macht oder nicht. 🤷‍♂️
            Was die Produkttests angeht mag es richtig sein sie erst einmal pur zu testen – das steht gar nicht zur Diskussion. Aber wenn ich nicht weiß was du testest ist dein Produkttest etwa so relevant wie die Tatsache dass in China ein Sack Reis umgefallen ist. 😋 Keiner weiss was du getestet hast und kann sich also nicht daran orientieren oder gar lehren oder Schlüsse daraus ziehen. Das wäre wie wenn Stiftung Warentest 10 Waschmittel testet, sich aber weigert Hersteller und Produktnamen zu nennen. Ein Test sollte doch dazu dienen den Lesern eine Orientierungshilfe zu geben. Ob du nun Preis, Ort des Erwerbs oder so etwas nennst sei jedem selbst überlassen – Preise und Anbieter lassen sich im Netz schnell rechechieren – aber wenn ich nicht mal weiß wer das getestete Produkt hergestellt hat und wie es heißt wäre ein Lorem Ipsum Text genau so hilfreich. Das ist zumindest meine Meinung.
            Natürlich kann ich bei Google nach vegetarischen Cordon Bleu suchen und finde dort zuerst die “Platzhirsche” Rügenwalder Mühle und Garden Gourmet, sucht man aber etwas weiter findet man auch ähnliche Produkte von Herstellern wie Valess oder sogar als Rewe Hausmarke. Damit weiß ich aber immer noch nicht genau was du getestet hast – ich tippe aber mal auf Rügenwalder. 😉
            Ein Leser will aber keine Ratespiele spielen und lange in Google suchen wenn er einen Produkttest lesen möchte, er will eher einfach nur die Fakten und Eindrücke erfahren die ein Anwender mit dem Produkt gesammelt hat und vor allem welches Produkt es nun eigentlich ist. Aber das ist nur meine persönliche Meinung – ich halte es da wie der alte Fritz: Jeder soll nach seiner façon selig werden…
            Zum Thema Kochfisch: Ich habe Fisch eher selten gekocht – ich kann mich mal entsinnen dass ich geräucherten Heilbutt bzw. dessen Haut und Gräten gekocht habe um den Sud in einem Risotto zu verwenden, aber Fisch wurde in meiner Welt bisher primär gebraten oder gebacken aber selten gekocht. Das muss aber nicht heißen dass das schlecht ist, ich kenne die Zubereitungsart einfach nur noch nicht gut genug. Ich werde das mal weiter recherchieren und ggf. einen eigenen Artike dazu erstellen… 😁

          2. Sich irgendwo auf sein methusalemisches Alter berufen, aber noch die von der heiligen Dreieinigkeit der Fischzubereitung gehört. Nungut, bei Fischstäbchen als frühkindliches Referenzobjekt … Ich hoffe doch wenigstens mit einem schönen Klecks Remoulade. 😉 Das mit dem Purismus (was begrifflich nicht ganz stimmt, es müsste eher puriphil oder so heißen) habe ich mir selbst erarbeitet. So kenne ich bspw. Kinder, die beim Essen erstmal auf dem Teller alles auseinanderdividieren und dann jede sichtbare Zutat einzeln mit freuden verspeisen, aber die Mischung verabscheuen. So war ich nie. Aber es gibt eben Sachen, die pur auch schon gut sein müssen, um in einer kompletten Mahlzeit bestehen zu können. Anderes geht eine symbiotische Verbindung mit seinem Umfeld ein und ist allein eher nicht vorstellbar. Gorgonzola und Birnen beispielsweise. Geht auch nur zusammen, einzeln ist beides fast ungenießbar. 😉
            Die Kräuterbutter kenne ich auch eher vom Grillfleisch oder auf heißem Gemüse. In der Kombination mit Fisch ist sie mir erst in letzter Zeit auffällig geworden, vermutlich aber auch erst so richtig, als sie anfing, mich zu stören. Aber selbst bei einem schönen Grillsteak ist sie als Variantenerzeuger willkommen, damit der pure Fleischgenuss auf Dauer nicht zu langweilig wird. Aber auch hier gilt: Das Fleisch muss auch pur schmecken, dann ist es gut gegrillt.
            Stiftung Warentest hat auch ein paar mehr Anwälte unter Vertrag bzw. in Reichweite, die sie bei Widerspruch der übermächtigen Gegner auch wieder raushauen. Ein Luxus, den ich mir nicht leisten kann. Und, wie gesagt, es steht eigentlich alles geforderte (bis auf Preis- und Bezugsangaben, aber dass man dafür in einen Laden gehen und Geld ausgeben muss, dürfte klar sein) im Artikel. Man muss es nur sehen (wollen). Gucke dir nur genau den Artikel über den Kommentaren an und du wirst deine Vermutung bestätigt finden (oder auch nicht).
            Tja und da hast Du mir vermutlich was voraus. Dass man irgendwas vom geräucherten Fisch auch noch kochen könnte, auf die Idee wäre ich bspw. nie gekommen. Allerdings hättest Du den Sud vermutlich mit ein paar Tropfen Flüssigrauch in warmem Wasser ähnlich gut hinbekommen. Aber noch einen Hinweis zum Kochfisch. Fisch kochen geht nicht mit jeder Art. Auch hier sind “festkochende” Fische definiert, die eben beim Kochen nicht unkontrolliert zerfallen. Die Fischereifachverkäuferin deines Vertrauens hilft da mit Auskunft und Auswahl sicher gern weiter.

  2. Remoulade habe ich als Kind verabscheut so wie viele andere Dinge auch: Senf, Mayonaise, Leberwurst, Käse jeglicher Art, Blutwurst, rohe Tomaten, Salat im Allgemeinen und vieles mehr. Vieles habe ich erst zu schätzen gelernt als ich von zu Hause ausgezogen war und selbst zu kochen begonnen hatte. 😉 Aber du hast mich ertappt: Ich gehörte tatsächlich zu den Kindern die ihr Essen vor dem Verzehr erst mal sortiert haben und dann versucht haben alles in “gerechten” Portionen zu gleichen Teilen zu verzehren. Ein Tick den ich mir glücklicherweise schon lange abgewöhnt habe. 😁
    Senf pur mag ich aber bis heute nicht besonders gern, nutze diesen aber gerne als Würzmittel in Saucen aller Art. Bei Gorgonzola ist es ähnlich: Pur würde ich ihn heute auch nur in seiner jungen Form verzehren, aber gereifter Gorgonzola in einem Gericht als Würzkomponente mag ich sehr gerne. Auch in Kombination mit Birnen, z.b: hier. Kräuterbutter auf Fisch kenne ich wiederum aus meiner Kindheit weniger, die assoziiere ich eher mit Steaks.
    Und deine Angst vor Klagen wegen schlechten Testergebnissen ist vollkommen unbegründet. Schon mal was von Meinungsfreiheit gehört? Ist im Grundgesetz verankert und so lange du nicht beleidigend oder ausfällig wirst und keine falschen Tatsachen aufstellst kannst du alles schreiben was du willst solange es klar als deine persönliche Meinung zu erkennen ist. Zumal weder mein noch dein Blog die entsprechende Leserschaft besitzen sollte um von Konzernen überhaupt wahrgenommen zu werden. Außer du verlinkst deren Webseiten mit Pingbacks und selbst dann stellen sich solche Institutionen meiner Erfahrung nach eher konstruktiv anstatt dir gleich ihre Anwälte auf dich zu hetzen. Jeder Konzern hat heutzutage Social Media Beauftragte, die so etwas eher in einer sachlichen Diskussion anstatt mit Klagen regeln. Ich habe schon unzählige Artikel geschrieben und teilweise auch eher negativ über Produkte geurteilt, bin aber bis heute noch nie verklagt worden. Eher schreiben dich die Medienbeauftragten in den Kommentaren oder per email an und versuchen sich mit die zu verständigen. Wobei es natürlich auch Ausnahmen geben mag, aber ich glaube nicht dass sich z.B. die Rügenwalder Mühle einen Shitstorm erlauben könnte nur weil sie einen Foodblogger verklagt hat weil er nicht positiv über ihres veganes Cordon Bleu berichtet hat. Bei der Masse an Blogs zum Thema Essen geht so etwas doch eher unter.
    Das Thema Kochfisch will ich aber nicht weiter hier erläutern – ich werde mich diesbezüglich mal schlau machen und ggf. ein eigenes Gericht in dieser Richtung kochen und posten, dann können wir über das Für und Wieder von Kochfisch ja unter diesem Post weiter diskutieren. 😇

    1. Langsam fange ich langsam an zu grübeln, ob ich auch irgendwas als Kind nicht gegessen habe. Ich weiß eigentlich nur noch, dass ich mal eine “Käse-Phase” hatte, wo ich auf Brot fast nur alle Arten von Käse (inkl. Frischkäse) aß. Sicher nicht in der Auswahl wie heute, als gelernter DDR-Bürger “Wir hatten ja nichts” war die Auswahl sicher nicht so groß wie heute. Aber es gab sie. Aber vermutlich ist es auch mit den Essvorlieben damals wie heute gleich, nur dass man nicht mehr anfängt, bockig zu plärren, wenn einem etwas vorgesetzt wird, was man nicht so mag. Obwohl man es tief in sich spürt, dass man es eigentlich möchte. Aber das ist der Vorteil des Erwachsensein: Es gibt dann auch nur noch das, was einem schmeckt, da man auch selber einkauft.
      Wobei mir eins gerade einfällt: Kartoffelklöße. Die mochte ich als Kind nicht. Wobei: Eswaren auch keine echten Klöße, sondern solche aus Instant-Kartoffelkloß-Mehl. Sehr grau. Aber ich weiß auch noch, dass das sehr kurzfristig mal umschlug und ich sie dann sehr gern möchte. Auch noch als Kind.
      Bei den Klagen befürchte ich auch nicht, dass ich ggf. nicht Recht bekommen könnte. In solchen Fällen reicht es ja, einfach nur verklagt zu werden. Ob nun erfolgreich oder nicht ist völlig egal. Und das muss nicht sein. Und, wie gesagt – ich weiß, dass ich mich wiederhole – es steht alles drin im Artikel. Inkl. Hersteller.
      Beruflich habe ich mit der Meinungsfreiheit zu tun. Vermutlich bin ich da zwar grundsätzlich optimistisch, was das Thema betrifft, aber man lernt dann auch Beispiele kennen, die doch tief blicken lassen.

      1. Mein Vater hat mich als Kind sogar versucht mit Geld zu bestechen damit ich mal z.B. Blutwurst oder Handkäse probiere aber ich habe ich vehemend geweigert. Erst als ich zum Studium auszog habe ich mir selbst beigebracht immer mehr zu probieren und inzwischen esse ich fast alles. Außer Handkäse, der stinkt mir immer noch zu sehr. 😉
        Klöße habe ich schon immer gemocht, egal ob frisch oder aus dem Kochbeutel. Die gab es bei uns immer nur zu Weihnachten, Geburtstagsfeiern oder anderen besonderen Anlässen, daher assoziiere ich sie auch heute noch mit dem “Besonderen”. Ist auch eine Art von Konditionierung – obwohl ich sie rein theoretisch täglich essen könnte, sie sind ja weder besonders teuer noch aufwändig…
        Den Stress einer Klage will sich natürlich niemand antun, aber ich habe noch nie gehört dass ein kleiner Blogger wegen eines sachlichen aber negative Artikels verklagt oder abgemahnt wurde. Schreibt man beleidigend oder mit falschen Tatsachen ist das etwas anderes…

        1. Es gibt wohl eine gewisse Ähnlichkeit zwischen Handkäse und Harzer Käse, wie ich ihn kenne. Als Kind kam ich an den auch nicht ran. Geschmacklich zu intensiv und dann der Kümmel. Ist heute auch ganz anders. Allerdings hat das, was heute unter dem “Harzer” Label verkauft wird, nix mit Harzer aus meiner Kindheit zu tun. Bis auf die Grundidee vielleicht. Aber in der DDR war eben einiges anders. Auch der Harzer. 😉

          1. Ich glaube Harzer Käse und Hessischer Handkäse sind so ziemlich das selbe, zumindest was die Zubereitung angeht – von irgendwelchen Details in der Zubereitung mal abgesehen. Mit Kümmel habe ich aber keinerlei Problem, es ist eher der Geruch an den ich mich bis heute nicht gewöhnen konnte. Mein Vattern hatte ihn damals gerne gegessen, ob nun pur oder auf Brot – aber ich kann mich bis heute nicht dazu hinreißen, obwohl ich Käse heutzutage im Allgemeinen sehr schätze.
            Nun, ich habe ihn aber seit bestimmt zehn Jahren nicht mehr gerochen, vielleicht sollte ich ihm mal wieder eine Chance geben. Vielleicht kann ich ihn ja in einem Auflauf verarbeiten und den Geruch dadurch etwas abschwächen. 😋

          2. Wenn es früher in der kalten Jahreszeit mal Harzer zu Hause gab, hing der draußen neben dem Küchenfenster, damit er nicht den Kühlschrank vollstank. Im Sommer kam er mehrfach eingepackt und zum alsbaldigen Verbrauch ins Haus. 😉 Das, was heutzutage unter dem Namen in Supermärkten und bei Discountern verkauft wird, ist harmlos dagegen.
            Achja, einmal nur wieder ein Harzer wie damals …

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