Es sind noch ca. 50 Stunden, dann wird es entschieden sein: Das Duell, wie es eigentlich unfairer nicht sein kann. Aber wenn der eine Gegner gleichzeitig auch die Jury ist …
Aber ich werde fair sein. Eigentlich könnte ich den Kampfbericht fast jetzt schon schreiben. Form, Aussehen und eine Reihe anderer Einzelheiten sind vorhersagbar.
In 50 Stunden, also am sehr frühen Mittwochnachmittag sind wir schlauer, ob die Königinnen oder der Nerd gewinnen.
Kategorie: Einfach lecker
Kochen: Spontan und kreativ
Wenn man sich mal spontan an den Herd stellt und aus vorhandenen Zutaten etwas kochen will, ist es immer wieder geraten, sich erst ein paar Gedanken zu machen und dann anzufangen. Das ist bei folgender kleiner Kochgeschichte nicht passiert, aber letztendlich mit ein paar Tricks und Kniffen doch geglückt.
Nachdem der Blick in den Kühlschrank einen Fenchel und einen Chicorée offenbarte, wurden die nach dem Putzen (Chicorée: äußere Blätter entfernen, Fenchel: grünes Kraut abschneiden, aufheben(!), äußere Schicht entfernen) in nicht zu dünne Scheiben gehobelt, wobei es nicht auf die Schönheit oder Gleichmäßigkeit ankam. In einer Pfanne wurde etwas Butter in etwas Olivenöl geschmolzen und das Fenchel-Chicorée-Gemetzel dazugegeben.

Nun stellte sich die Frage: Was damit tun? Der suchende Blick streifte ein paar Cocktailtomaten und eine rohe Kartoffel. Ok, die Tomaten waren nicht das Problem: Sie wurden gewaschen, halbiert, der Strunk entfernt und mit den Schnittflächen auf den Pfannenboden gelegt. Aber die Kartoffel: die würde in der Pfanne nicht gar werden. Wenn sie gekocht wäre …
Wie das nächste Bild zeigt, hat die Kartoffel trotzdem den Weg in die Pfanne gefunden. In gekochter Form wurde sie grob gewürfelt, der bisherige Pfanneninhalt etwas an den Rand geschoben, damit der Erdapfel auch garantiert Kontakt mit dem Pfannenboden bekommt und leicht anröstet.

Der Pfanneninhalt wurde gut durchgeschwenkt, mit dem klein gehackten Fenchelgrün, etwas gehackter Petersilie sowieso Salz und Pfeffer gewürzt. Vom Chicorée hatte ich die Blattspitzen beim Hobel unversehrt gelassen, sie kamen zum Schluss auch noch mit in die Pfanne.
Kurz vorm Anrichten beim Abschmecken kam mir die Idee, dass man die Fruchtigkeit der Tomate und des Fenchels noch etwas aufwerten kann. Zwar nicht zu sehen, aber trotzdem eine gute Idee auf dem Teller: über das gebratene Gemüse habe ich noch ein paar Spritzer helle Crema di Balsamico verteilt. Die süße Fruchtigkeit tut dem Gericht sehr gut.

Guten Appetit.
Nachtrag: Der geneigte Leser wird sich fragen, wo auf einmal die gekochte Kartoffel her kam. Wenn ich die wirklich nebenbei noch zubereitet hätte, wäre der Pfanneninhalt sicher in sich zusammengefallen. Stimmt. Wobei: Ein wenig Reduzierung der Wärmezufuhr zum Brateisen spielte schon eine Rolle, aber nur für ca. 5 Minuten. In diesen habe ich die rohe Kartoffel gewaschen, gebürstet und waschfeucht in ein mikrowellengeeignetes Gefäß mit Abdeckung gelegt. Der Rest dürfte fast klar sein: Ab in den Schnellerhitzer damit und ca. 4-5 Minuten bei höchster Leistung drehend garen. Danach die Kartoffel aus der Verpackung nehmen, in Stücke schneiden und dabei die Finger nicht verbrennen. Auf die Art und Weise kommt man schnell mal zu einer gegarten Kartoffel.
Exotik auf dem Tisch
Hier das Suchbild:

Wo ist die Exotik auf dem Bild? Ist es die Tomate mit Eigengeschmack? Oder ist der Feldsalat, der selbst auf dem Balkon geerntet wurde? Oder ist es das Dressing, dass exotische Aromen mit einander vereint(e)?
Nein. Nein. Nein. Nein. Das Dressing habe ich schon einmal gemacht. Ist zwar lecker, aber exotisch würde ich es nicht nennen. Die Tomaten kamen zwar aus Mecklenburg-Vorpommern, aber genau wie der Feldsalat aus dem Supermarkt. Nur das Fleisch, zart, saftig, quasi fettfrei, war dann doch etwas tiefgekühlt und kam von weit her: Springbock.
Da ich tiefgekühltes Fleisch nicht so sehr mag, wird’s wohl das einzige Mal gewesen sein, dass ich sowas aß. Es ist schon was besonderes, aber ökologisch vermutlich völlig verwerflich. Aber Prinzipien sind ja auch dafür da, ab und zu mal gebrochen zu werden.
Schnelles aus der Grillpfanne
Wenn das Pfanne vorheizen noch fast am längsten dauert.
Man nehme eine schöne grillfähige Scheibe Fleisch und würze sie nach Belieben. Außerdem putze man einen Chicorée und halbiere ihn. Der Strunk wird entweder geschickt entfernt oder mit ein wenig Zucker bestreut, i9st er doch etwas bitterer.
An die Stelle in der Pfanne, die für das Gemüse bestimmt ist, gibt man etwas Öl, darauf das Gemüse und daneben das Fleisch. Insgesamt wird alles dreimal gewendet, damit es ein schönes Grillmuster bekommt. Fertig sieht es dann so aus:

Vergessen habe ich natürlich, zum Schluss alles mit gehackter Petersilie zu bestreuen.
Ein Gurkenbrot
Es zeigt sich immer wieder, dass die einfachsten Dinge manchmal doch die besten sind, wenn denn die Grundzutaten stimmen. Hier sind es Roggenvollkornbrot, Gutebutter, eine Salatgurke und etwas Sole di snob … *räusper*… ähm … *hust* … Flor de sal.
Ohne Gorgonzola geht es auch
Wenn man abends noch richtig was vor, aber mittags trotzdem Hunger hat, hilft hier was leichtes, geschmackvolles. Gut, dass es diese bunten Salatmischungen gibt, wobei ich die bevorzuge, die von Natur aus aus kleinen Blättern bestehen und nicht die bereits klein geschnittenen. Rucola, Feldsalat, Pflücksalat u.a. gehören dazu. Meine Salatmischung hieß „Baby Salatmix“ und enthielt „Bull’s Blood, Tat Soi, Mizuna, Orange Chard, Rød Tat Soi, Rucola“. Für die Übersetzung wäre ich dankbar.
Der Salat wurde gründlich gewaschen, von den leicht angewelkten Blättern befreit und dann wieder getrocknet (Salatschleuder o. ä.). Eine Birne wurde ebenfalls geputzt und dann in Achtel geschnitten. Damit sie nicht braun werden, wurden die Spalten in etwas Zitronensaft mariniert. Für das Dressing (das war richtig lecker!) habe ich einen sehr guten Teelöffel Honig mit 4 Esslöffeln weißem Balsamico-Essig und – zur Abrundung – mit einem Teelöffel Crema Balsamico di Bianco (alternativ: ein Teelöffel brauner oder weißer Zucker) verrührt. Ein halber Teelöffel voll Senf trägt wenig zum Geschmack, umso mehr aber zur Emulgierung des Öls bei, das abschließend verquirlt wird. Das besteht aus einem Teelöffel Limonenöl (alternativ: Zitronensaft von der Birnenmarinade) und 8 bis 10 Esslöffeln Olivenöl. Alles wird sehr gut vermixt (Tipp: Elektroquirl oder Schraubglas mit dichtem Deckel und dann ordentlich schütteln).
Kurz vor dem Essen sieht es dann so aus:

Wer hat, bröselt noch etwas Gorgonzola dolce darüber, bevor alles mit dem Dressing versehen wird. Hmmmmmm.
Mittag, schneller als Nudeln kochen
Manchmal wundert man sich schon, was bei Wikipedia alles so drin steht. So auch das Nudelgericht, dass heute Mittag zumindest Pate gestanden hat, kommt es doch aus Süditalien. Mittels einiger weiterer Zutaten zwar verfälscht, aber aufgepeppt war es schneller fertig als gedacht, wenn die Spirelli nicht so lange gebraucht hätten.
Nudelwasser (1 l, und wenns kocht 10 g Salz, pro Person) und Pfanne gleichzeitig auf den Herd. Während beides heiß wird, eine Schalotte und eine kleine Knoblauchzehe klein schneiden und zwei Mini-Rispentomaten zweiundreißigsteln (für die Edelvariante vorher häuten). Idealer wären vermutlich die kleinen Kirschtomaten, die man nur halbiert oder viertelt.
In 2 Esslöffeln Olivenöl einen Esslöffel Butter zergehen lasse, darin die Schalotte und den Knoblauch leicht andünsten. Werden die glasig, die Tomatenstücke dazu geben. Hatte man keinen Knoblauch im Haus, wäre jetzt der Zeitpunkt, statt mit Salz mit Knoblauchsalz zu würzen. Etwas frisch gemahlener Pfeffer rundet das ganze ab.
Zwischendurch hatte das Nudelwasser gekocht, in das das Salz und pro Esser 100 g Pasta gegeben wurde. Ist diese al dente, wird sie abgegossen und mit in die Pfanne gegeben. Einmal kurz durchrühren und auf einem Teller anrichten.

Das grüne sind noch ein paar Schnittlauchröllchen. Guten Appetit.
„Ich hab doch nichts im Haus!“
Die Situation ist in der einen oder anderen Form wohl jedem schon mal passiert. Ich liege am ersten Tag meines Urlaubs so schön relaxt in der Wanne, der Badeschaum knistert leise, von irgendwo her dringt auch noch gute Musik ans Ohr (okay, auf dem Fernseher im Wohnzimmer lief Deluxe Music).
Plötzlich kündigt sich Besuch zum Mittag an. „Du hast ja Urlaub, ich komm‘ zu zwölfe mal vorbei.“ Was tun? Der Samstagseinkauf wurde unter anderem mit Blick auf die freien Tage auf den heutigen verschoben und ist, einem genüsslichem Ausschlafen geschuldet, noch nicht erledigt. Panik – nicht wirklich – macht sich breit: siehe Überschrift. „Bring was zu trinken mit!“, dafür reicht es in der Kommunikation mit dem Selbsteinlader noch.
Den hauseigenen Wellnesstempel verlassend, beginnt der Sturm auf Vorrats- und Kühlschrank. Manchmal ist es doch erstaunlich, was man alles im Haus hat, wenn man nichts im Haus hat. In den unergründlichen Tiefen des kalten Schrankes fand sich ein Glas Muscheln in Tomatensoße, der Tiefkühler steuerte noch etwas selbst gemachtes Sugo zum Verlängern bei (Was wäre ein Mecklenburger oder Vorpommer ohne Soße?). Dazu würden jetzt am besten Spaghetti passen, die wegen Abwesenheit durch Spirelli vertreten werden.

Muscheln und Soße kommen in einen Topf und werden erwärmt (das Sugo muss auch noch auftauen, aber das geht ja auch durch erwärmen), die Nudeln werden nach Vorschrift in kochendem Salzwasser (pro Portion 1 l Wasser, 100 g Teigwaren, 10 g Salz) gekocht.

Der Rest ist trivial – wie mein Matheprofessor immer zu sagen pflegte. Sind die Nudeln al dente und die Soße einmal (fast) aufgekocht, kann serviert werden. Warum nicht auch mal in einer kleinen weißen Schüssel mit etwas Grün oben drauf?

Mahlzeit! Und guten Appetit.
Ausgelassenes
Schon schlimm, wenn die Hand im Mund schneller ist als der Fotoapparat … So gibt es auch heute nichts zu sehen von einer kleinen Leckerei, die eine echte Sünde ist. Aber das Ausgangsprodukt kann ich noch zeigen. Es war dieser Speck – es gibt sicher auch andere, mit denen das geht – und allein die Bezeichnung, was ich mit ihm angestellt habe, treibt den Cholesterinspiegel in unmessbare Größen (oder eigentlich auch nicht). Gefühlt auf jeden Fall.
Profan ist es ein fetter, weißer Speck mit einer kleinen flachen Fleischkante, der nicht allzu stark gesalzen und auch nicht allzuheftig geräuchert ist. Die Rosmarinschicht kann man auch sehr gut mit eigenen, frischen Rosmarin simulieren, den man mit in die Pfanne legt. Wobei wir damit auch schon bei der Verarbeitung sind: Man schneide von diesem Stück Speck einige, nicht zu dünne Scheiben herunter (der Speck sollte ggf. gut gekühlt oder das Messer sehr scharf sein, sonst wird das schwierig) und lege diese in eine gut vorgeheizte, beschichtete, nicht zu dünne Pfanne. Immer dann, wenn sich die Scheiben anfängen zu wölben und die Mitten nach oben gehen, werden sie umgedreht.
Letztendlich sind die Scheiben nach einiger Zeit schön braun und nur noch etwa ein Drittel bis ein Viertel so groß wie vor ihrem Einzug in die Pfanne. Dann lässt man sie auf Küchenkrepp etwas abtropfen und kann sie als Speck-Chips weg knabbern. Aber Vorsicht! Nicht zu viele davon machen. Der Name des Gerichtes verheißt nichts gutes: Im Eigenfett frittierte Speckscheiben. Und nur fürs gute Gewissen sei erwähnt: Man kann damit auch wunderbar frische knackige Salate garnieren. Wichtig ist, dass das in der Pfanne zurückbleibende Speckfett auf geeignete Weise entsorgt werden sollte, von einer weiteren kulinarischen Verwendung würde ich aus gesundheitlichen Gründen abraten. 😉
Nicht sauer werden – oder doch?!
Manchmal muss man auch mal experimentieren. Und mein aktuelles kulinarisches Experiment sieht im Moment so aus:
Ob das was wird, wird sich zeigen, laut Gebrauchsanweisung mindestens in 14-21 Tagen.
