Mischen possible (1 & 2) (aktualisiert)

Was leckeres zum Essen kommt meist aus dem Kochgeschirr, wenn man ein paar wohlschmeckende Zutaten schwungvoll und passend miteinander kombiniert, sie (i.w.S.) kochend veredelt und zum Schluss noch schön abrundet. Ein paar grüne Kräuter obendrauf wirken auch appetitanregend. Und man kann fast alles mit Käse überbacken und es wird noch besser. 😉
Schalotte, Kartoffel, Fenchel, Spitzkoch
Darf ich vorstellen: Die Zutaten. Es fanden sich ein paar Kartoffeln und ein paar Schalotten, dazu ein Spitzkohlrest und eine Fenchelknolle. Das wird was.
Kartoffeln anbraten
Als ersten werden die Kartoffeln angebraten. Optik und Geschmack werden es danken. Ein wenig Salz kann man ihnen schon mitgeben.
Kartoffeln schön gebräunt, aber noch fast roh
Schöne Kartoffelbratstücke. Die sind aber noch so gut wie roh, was aber nicht schlimm ist. Vom Fenchel habe ich erst die oben rausstehenden Stiele klein geschnitten.
geschnittene Fenchelstengel dazu
Den Rest der Knolle habe ich dann auch klein geschnitten. Das feine Grün von eben legte ich aber beiseite.
die Fenchelknolle grob zerteilt
Da später auch noch etwas Kohl in die Pfanne kommt, kann man die schon mal wappnen und für die gute Verdauung (und den guten Geschmack) etwas Kümmel mit dazu geben.
Der Kohl wird kommen, also Kümmel dazu
Die Schalotte soll auch nicht vergessen werden. Sie hätte etwas mehr Bratspuren abbekommen können (aber nicht müssen).
Die Schalotte könnte sicher auch früher
Der Kohl soll auch nicht vergessen werden.
Der Kohl in mundgerechten Stücken
Fast spontan fiel mir noch etwas Schinkenspeck in die Hand. Der wurde klein gewürfelt und auch noch der Pfanne übergeben.
Noch ein paar Schinkenwürfel
Zur besonderen Würze fand sich noch etwas geräucherter Paprika.
Paprika
Alles wird zwischendurch immer mal wieder durchgeschwenkt und dann mit einem Deckel versehen. Nun darf eine Weile kleine Hitze auf die Pfanne einwirken, bis die Kartoffeln gar sind. Wer dem Pfanneninhalt nicht genug Feuchtigkeit zutraut, darf ein bisschen Wasser vor der Bedeckelung zugeben. Aber nicht mehr als eine Espresso-Tasse voll.
Deckel drauf
Die Kartoffeln sind gar, alles andere auch. Aber ich habe da noch etwas Mozzarella rumliegen.
Die Kartoffeln sind gar
Als wird der gut durchgeschwenkte und durchgerührte Pfanneninhalt in eine Auflaufform gegeben und mit zerzupftem Mozzarella abgedeckt. Im Nachhinein könnte man auch weniger nehmen oder anderen Käse oder eine Mischung …
In eine Auflaufform umgefüllt und mit zerrupftem Mozzarella abgedeckt
Aber wenn es dann nach einer knappen Viertelstunde aus dem 180°C heißen Umluftofen kommt, sieht es doch recht ansprechend aus. Die Zeit richtet sich nach dem gewünschten Bräunungsgrad.
Nach dem Überbacken
Allerdings gibt der Mozzarella doch sehr viel Flüssigkeit von sich. Deswegen könnte man auch gut einen anderen Käse probieren. Oder noch etwas mit dem Pfanneninhalt anstellen, dass er in der Auflaufform noch gut Feuchtigkeit aufnehmen kann.
Das Grünzeug ist das Fenchelgrün, also am Anfang beiseite legen
Das Grüne obendrauf kommt vom Fenchel. Lecker. Und so einfach. Man muss sich nur trauen. Und wohlschmeckende Sachen wohlschmeckend miteinander verbinden und wohlschmeckend zubereitet. So einfach ist Kochen. 😉
Ergänzendes Update
Ihr glaubt doch nicht, dass ich den ganzen Pfanneninhalt in eine einzige kleine Auflaufform gepresst habe? Da war noch was übrig. Außerdem muss man ja solche Überbackungen nicht immer nur in einer solchen Form machen. Hitzebeständige Tassen tun es auch.
2 Tassen für den Auflauf
Jetzt könnte man das Gericht anders benennen (Warum eigentlich „anders“? Bisher hatte es noch keinen Namen. – Der Server). Irgendwas mit Schafskäse-Cappuccino einer Kartoffel-Spitzkohl-Fenchel-Pfanne. Oder so.
Pfanneninhalt in die Tassen
Die ausgekühlten Reste aus der Pfanne kommen in die Tassen.
Schafskäsebrösel oben drauf
Obendrauf brösele ich etwas Schafskäse. Im Nachhinein würde ich eine Mischung aus Schafskäse und Mozzarella empfehlen. Wie man sowas auch immer mischt …
Nach dem Aufenthalt im Heißluftofen
Weil der Pfanneninhalt mittlerweile kalt war, waren die beiden Tassen ca. 20 Minuten bei 180°C im Umluftofen. Ich könnte mir einen kleinen(!) Klecks Honig auf dem Schafskäse – also wirklich nur ein paar Tropfen – ganz lecker vorstellen.
Nach dem Aufenthalt im Heißluftofen
Das grüne Zeug lag offensichtlich zu lange einfach so in der Küche. Ist es auch leicht angewelkt, immerhin ist es noch grün. Und etwas nach Fenchel schmeckte es auch noch.

Erdapfel gerührt, nicht geschüttelt

Das eigentümliche an der Experimentalküche: Man steht am Herd und will nur mal was ausprobieren, mal sehen, was sich entwickelt. Und irgendwann mittendrin merkt man: ‚Oups, das wird gar nicht so schlecht. Schade, dass man nicht von Anfang an Fotos gemacht hat.‘ So fängt auch diese Fotokochstory mittendrin an.
Karoffeln, Butter, Milch, Wurst, Würze
Zur Erklärung. Ich habe zwei kleine Kartoffeln ziemlich klein gewürfelt. Im Nachhinein würde ich sagen: Da hätte ich mir etwas mehr Mühe geben können und sie noch kleiner schneiden können. Aber so gehts auch, es wird eben nur etwas rustikaler. Ein Würstchen (hier: Debreziner) wurde in Scheiben geschnitten, aber nicht von Anfang an mitgegart. Eine Schalotte wurde noch gewürfelt und dann gings los.
In einem kleinen Topf wurde reichlich Butter geschmolzen und darin die Zwiebel angeschwitzt. Sehr schnell kamen die Kartoffelwürfel dazu. Und ein Deckel drauf. Die Kartoffeln waren schließlich noch roh. Bei sanfter Hitze schmurgelte das vor sich hin. Dabei dürfen ruhig ein paar Röstaromen entstehen. Damit die nicht die Oberhand gewinnen, sollte der Topfinhalt gelegentlich gerührt werden.
Nach ca. 10 Minuten kommt der Deckel vom Topf und der Inhalt wird mit etwas Milch abgelöscht. Nun geht das Rühren los. Es ähnelt ein wenig der Risotto-Zubereitung, wobei die Milch die Brühe ersetzt, aber nicht unbedingt heiß sein muss. Die Kartoffelwürfel werden solange in der leicht köchelnden Milch gerührt, bis sie schön schlotzig werden. Dabei wird immer mal wieder etwas Milch dazu gegeben und solange gerührt, bis sie fast weg ist. Irgendwann zwischendurch kommen die Wurstscheiben dazu, ich habe auch noch etwas (wenig!) Salz und Rosmarin (getrocknet) hinzu gegeben. Und rühren, rühren, rühren.
Schlotzig
Es ist dabei durchaus angedacht, dass sich die Kartoffelwürfel an den Kanten anfangen aufzulösen. Das gelingt mit mehlig kochenden Kartoffeln vermutlich schneller als bei meinen festkochenden. Bei letzteren muss eben etwas kräftiger gerührt werden. Irgendwann wird alles schön schlotzig.
Kartoffelrisotto mit Sauerkraut
Das Sauerkraut, was hier mit auf dem Teller ist, hatte ich noch über, es ist zubereitet gewesen und musste nur warm gemacht werden. Eine leckere Kombination.
Kartoffelrisotto
Schöne Gemengelage. Man könnte es als Kartoffelrisotto mit Wursteinlage und Sauerkraut bezeichnen. Man was anderes. Vermutlich wäre es noch eine Idee gewesen, in die Kartoffelmasse etwas Käse einzuarbeiten. Oder alles in eine Auflaufform zu geben und mit Käse zu überbacken. Viel Spaß beim Ausprobieren.

Horizontal – vertikal

Warum muss man eigentlich die Bestandteile eines Essens immer nebeneinander auf einen Teller legen? Zugegeben, der Beiguss (vulgo: Soße) wird doch auch gern mal partiell über das Essen gegeben, sollte sich nicht auf dem Teller ein Soßenspiegel befinden. Aber Soße gibt es dieses mal nicht so wirklich, also bleibt die Kreation aus Bratfleisch, Sauerkraut und Kartoffeln frei in der Gestaltung. Wie wäre es mal mit übereinander?
Vorweg: Steak mit Auflage
Und bevor das große Rätselraten los geht: Eigentlich ist die Zubereitung wie beinahe immer recht einfach, es muss einem eben nur mal einfallen.
PFanne mit Butter - heiß
Wie häufig wird erstmal etwas Fett in der Pfanne erhitzt. In dem Fall ist es Butter mit einem Schuss Rapsöl. Das muss nicht besonders heiß sein, geht ja bei Butter sowieso nicht.
Kartoffelmus
Diese Matschegatsche besteht im wesentlichen aus einer rohen Kartoffel, die ich durch meien Parmesanreibe gehobelt habe. Etwas gröber hätte es ruhig sein können, aber ein Rösti soll es nicht gleich werden (Warum eigentlich nicht?). Die Masse habe ich mit Salz und Pfeffer und einen Hauch Muskat gewürzt. Sicher hätte man eine sehr fein gehackte Schalotte oder eine Knoblauchzehe mit verarbeiten können. Da ich nur eine festkochende Kartoffel hatte, habe ich sicherheitshalber einen halben Teelöffel Kartoffelstärke unter gemischt – wegen der Bindung. Bei mehlig kochenden Kartoffeln ist das sicher verzichtbar.
Die Form des Matschhaufens ist nicht ganz unbedacht gewählt. Man orientiert sich am Fleischstück. Es ist nicht ganz so einfach, die Masse in Form in die Pfanne zu bekommen, aber es geht. Irgendwie kann man es immer vom Brettchen schieben und in der Pfanne schnell das Aussehen korrigieren.
Kartoffelmasse braten
Nun wird eine zweite Pfanne heiß gemacht. Die Empfehlung geht in Richtung Eisenpfanne, weil mit heiß richtig dolle heiß gemeint ist. Ich war beim Braten sehr froh über deutsche Gesetzesgründlichkeit: Kein Rauchmelder in der Küche. Das qualmte ordentlich aus der Pfanne, als ich das Fleisch rein tat.
Fleisch anbraten
Wichtig ist dabei, ein hoch erhitzbares Öl zu nehmen. Kaltgepresstes Olivenöl scheidet damit aus. Aber Butterschmalz wäre eine Idee. Oder Erdnussöl. Oder raffiniertes Sonnenblumenöl. Heiß, heiß, heiß. Es geht einzig und allein darum, die Fleischoberfläche zu bräunen. Mehr soll gar nicht passieren.
Kartoffelfladen umdrehen
Beim Fleisch anbraten und dem Rauch in der Küche darf man aber auch nicht den Kartoffelfladen vergessen. Auch der sollte rechtzeitig umgedreht werden.
Fleisch umgedreht
Nach weniger als einer Minute wird dann auch das Rumpsteak umgedreht und auch die zweite Seite schnell und hartnäckig angebraten. Anschließend kommt das Fleischstück bei 80°C zum Nachgaren in den Ofen. Das kann dann dort noch etwas dauern.
Bratspuren mit Sauerkraut aufnehmen
Um die Bratspuren aufzunehmen, habe ich das Sauerkraut in der Steakbratpfanne erwärmt und gut über den Boden geschleift. Das Kraut war vorher schon gegart und musste nur aufgewärmt werden. Rohen Sauerkraut braucht etwas länger.
Kraut auf Fleisch
Nun kann auch schon aufgetürmt werden. Das Kraut wird auf dem Fleisch drappiert und dann kommt das knusprige Kartoffelstück oben drauf.
Fleisch mit Auflage.
Sollte das Fleisch vorher noch nicht den richtigen Garpunkt haben (Druckprobe), kann man auch den ganzen Turm nochmal in den Ofen schieben. Dann wird aber der Kartoffeldeckel sehr knusprig. Aber zu hart soll er nicht werden, denn dann wird es schwierig mit dem schneiden beim Essen.
Aufschnitt
Herrlich rosa und saftig. Auch wenn es vielleicht so aussieht, aber das Fleisch ist medium und nicht rare. Kein Wunder bei guten 20 Minuten im Ofen. Guten Appetit.

Suppe aus der Pfanne

So ein schönes Süppchen ist doch immer mal was feines. In Anlehnung an das Jägerschnitzel (West) habe ich mich mal mit einer zugegeben sehr einfachen Jägersuppe probiert. Ohne Schnitzel, aber mit Wild. Im Gegensatz zum Jägerschnitzel (Ost), was ja bekannterweise eine panierte und gebratene Scheibe Jagdwurst an Tomatensoße ist, ist das Jägerschnitzel (West) ein Schnitzel mit Jägersoße. Wesentlicher Bestandteil sind Pilze.
Die braunen Champignons sahen einfach zu köstlich aus. Die habe ich geputzt, geviertelt und in einer nicht zu heißen Pfanne mit Butter (und einem Schuss Öl) sowie in Anwesenheit von Salz, Pfeffer, Knoblauch und Schalottenwürfeln/-scheiben angebraten.
Champignonviertel in der Pfanne
Sie können ruhig etwas zusammen gehen und anbraten. Andere großartige Geschmacksgeber braucht es nämlich nicht.
Kartoffel, Pfanne, Reibe
Auf der Parmesanreibe liegt hier eine rohe junge Kartoffel. Damit das eine sinnvolle Kombination wird, habe ich die Kartoffel in die Pfanne gerieben.
Geriebene Kartoffel zum Binden
Geriebene rohe Kartoffel ist ein hervorragender Soßenbinder, allerdings ist in der Pfanne noch sehr wenig Soße. Das gleichen wir aber zügig dadurch aus, dass ein guter Schuss Brühe mit hinein kommt.
Brühe wurde dazu gegeben.
Nun wird alles gut durchgerührt. Und gerührt. Und zum Kochen gebracht. Und gerührt. Stellt sich dabei heraus, dass die Suppe doch etwas fest wird, kann gern noch mit Brühe nachgeholfen werden.
Die Suppe ist fertig
Und schon hat man eine leckere Pilzsuppe (weil: das geht auch mit anderen Pilzen). Ist sie noch nicht ganz so lecker, hilft sicher abschmecken und nachwürzen. Die Kartoffel nimmt doch etwas Salz weg. Vermutlich könnte man auch noch einen Schuss Sahne an die Suppe machen. Oder man macht sich eine Sättigungsbeilage dazu und nimmt die Suppe als Soße.
2 Suppentassen mit Pilzsuppe und Hirschknackerscheiben
Als Garnitur dienen ein paar Scheiben aus einer Hirschknacker, die ich vor etwa 2 Wochen zum Trocknen aufgehängt hatte. Das kann man übrigens sehr empfehlen. Einige Wurstsorten gewinnen durch das freie Rumhängen im Raum doch einiges.
Pilzsuppe mit Hirschknacker
Wenn ich nur frische Hirschknacker gehabt hätte, hätte ich die Scheiben vermutlich früher mit in die Suppe gegeben. Aber bei der getrockneten Varianten passte das als Garnitur besser.
Gute Sachen können so einfach sein. Guten Appetit.

Mal ein Nudel-Einpfann

In verschiedensten Kochblogs geistert immer mal wieder die Idee herum, dass man Nudeln vor der Verwendung zum Beispiel für ein leckeres Pastagericht oder eine Nudelpfanne nicht unbedingt vorkochen muss. Wichtig ist nur, dass das Rezept und der Garweg es zulassen, dass die Teigware trotzdem richtig gart. Also sollte die Kochzeit ab der Hineingabe der Pasta noch etwa ihrer Garzeit entsprechen und es sollte nicht zu trocken in Topf oder Pfanne sein.
Fangen wir also mal einfach an.
Speck und Möhre in Pfanne
Zuerst habe ich etwas Speck in der Pfanne ausgelassen und in dem austretenden Fett die Möhrenschnitze sanft angebraten. Wer möchte, kann auch gern Joulienne schneiden. Wichtig ist nur, dass die Stifte nicht zu lang sind (wie ich am Ende feststellte), es wird ein Löffelgericht, und so sollten sich die Gemüseteile auch auf einem Löffel halten.
Zuckerschoten dazu
Auch die Zuckerschoten habe ich in löffelfähige Größen zerteilt. Wobei mal ganz grundsätzlich zu erwähnen wäre, dass die Auswahl der Gemüse eher zufällig oder genauer gesagt nach Kühlschrankinhalt erfolgte. Der Varianz ist also keine Grenze gesetzt, aber die Gemüse, die am langsamsten Garen (hier die Möhren) kommen als erstes in die Pfanne (und/oder werden am kleinsten geschnitten).
ein geviertelter Chicorée kommt dazu
Den Chicorée habe ich geviertelt und auch leicht mit angebraten. Im Nachhinein wäre eine zusätzliche Halbierung der Länge nach durchaus sinnvoll gewesen. Löffelfähig eben.
Nudeln dazu
Ja genau, das sind trockene Spirellis. Die müssen nicht angebraten oder vergleichbares werden, also kommt auch gleich noch ein schöner Schuss Brühe dazu.
Mit Brühe ablöschen
Nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig. Ein bisschen verkocht noch, ein bisschen wird durch die Nudeln aufgenommen. Und ein bisschen soll auch noch in der Pfanne bleiben.
Danach wird alles nochmal gut durchgeschwenkt und dann bedeckelt.
Deckel drauf
Die Nudeln brauchen etwa 8 Minuten; ab und an macht es sich ganz gut, alles durchzuschwenken oder schnell mal durchzurühren. Wichtig ist nur, dass der Deckel drauf bleibt, damit die heraus schauenden Spirellis im Dampf garen. Sozusagen.
Fast fertig
Wenn die Pasta den nötigen Gargrad erreicht hat, ist das Essen auch schon fertig. Je nach persönlichem Vorlieben wird noch abgeschmeckt und die Flüssigkeit evtl. etwas gebunden. Ich habe mich für eine Parmesangabe entschieden.
Parmesan drüber
Das ganze kann man natürlich direkt aus der Pfanne essen, oder man füllt es noch in einen Suppenteller um. Dann kommt der Parmesan natürlich erst drüber, wenn das Essen auf dem Teller ist. Oder es kommt dann nochmal Parmesan drüber. 😉

Ente auf vier Uhr

Mal sehen, ob ihr drauf kommt, warum ich diese Überschrift gewählt habe. Ok, „Ente“ klärt sich schnell. 😉 Steigen wir also ein in eine neue Episode des Kochens und fragen uns, warum Induktionsplatten die Möglichkeit bieten, neben einer Kochstufe/-leistung auch eine Temperatur einzugeben. Normale Ceranfelder können das nicht. (Oder doch?) Wie sollte auch der Wert einfach nur so aus dem Herd heraus gemessen werden?
Seinerzeit beim EiTV-Dreh mit der Entenbrust lagen diese – zwei an der Zahl – ziemlich lange in der Pfanne. Das haben die Dreharbeiten so an sich. Damit sie nicht übergaren, hatte ich die Hitze ganz weit nach unten gedreht. 45 Minuten lagen die Brüste in der Pfanne, letztendlich frittiert im eigenen Fett. Und sie waren sooo super gegart, so zart und so rosa, das hatte ich vorher nicht hinbekommen. Daran kann man sich orientieren.
Diesmal war nur eine Entenbrust mit dabei. Irgendwo im Fernsehen hatte ich mal gesehen, dass irgendwer Pommes in Enten- (oder war es Gänse-) Fett frittiert. Also stellte ich die Pfanne auf die Platte, legte die Entenbrust mit der eingeschnittenen Hautseite nach unten in die Pfanne und würfelte ein paar neue Kartoffeln, die ich dann mit in die Pfanne gab, als das Fett sich gebildet hatte.
Entenbrust und Kartoffelwürfel in Pfanne
Stellt sich die Frage nach Hitze und Zeit. Die Induktionsplatte stellte ich auf 120°C ein.
120°C
Und so ließ ich die Pfanne stehen. Nur ein wenig Salz gab ich hauptsächlich über die Kartoffeln. Die Entenbrust hatte ich vor dem Legen in die Pfanne auf der Hautseite auch gesalzen. Beim sehr gelegentlichen Kartoffelwürfelbewegen prüfte ich immer mal wieder, wie die Hautseite aussah (nur kurz anheben und drunter gucken). Die Kartoffeln deuteten irgendwann an, dass eine beschichtete Pfanne vielleicht die bessere Idee gewesen wäre. Aber vielleicht soll man hier auch nicht so viel drin rühren.
Umgedreht
Bis die Haut diese Farbe bekam, dauerte es gut 20 Minuten. Es kann durchaus auch länger dauern. Da muss eben jeder sehen, wie er es am liebsten mag. Nun ließ ich die Fleischseite auch ein wenig anbraten und legte die Brust dann noch bei 120°C in den Ofen.
Schalotten an die Kartoffel
In die Kartoffeln hab ich noch eine gewürfelte Schalotte und brut sie mit an. Dann konnte ans Anrichten gedacht werden.
Entenbrust an im Entenfett gebratenen Kartoffeln
Saftige Entenbrust mit knuspriger Haut an ebensolchen Bratkartoffeln. Lecker. Etwas Schnittlauch kam vor dem Verzehr noch darüber, aber irgendwie habe ich das nicht mehr fotografiert.
P.S.: 120° (als Winkel) wird auch gern als „4 Uhr“ bezeichnet, liegt doch 4 Uhr in einem Winkel von 120° zu 12 Uhr.

Drei Monate voraus

Wie sagte doch mal ein bekannter Ex-Fussballer so schön, als er seine Suppe ausgelöffelt hatte und ans Telefonieren denken konnte: „Ja, ist denn schon Weihnachten?“ Nein, ist es natürlich noch nicht, obwohl man manchmal schon an die Zeit denkt, der Einzelhandel tut sein übriges. Der hatte übrigens mit diesem „kleinen“ Abendbrot weniger zu tun.
Karpfentranche
Dieses Stück Fisch ist das Teil eines Karpfens. Der kam am Sonntag in Form eines über 5 kg schweren, ausgenommenen Exemplares eines Spiegelkarpfens über meine Eltern, wo er in drei Mahlzeiten geteilt und kurz- wie mittelfristig eingelagert wurde. Mein hier sichtbarer Anteil wog 700 g.
Karpfentranche
Was macht man nun mit einem solchen Stück Fisch? Essen, das ist klar. Aber nicht so, wie er da auf dem Brett liegt. Die Kühlkette, obwohl doch der Fisch sehr frisch war, war nicht ganz ununterbrochen, so dass sich eine fernöstliche Zubereitung in roher Form nicht anbot. Außerdem hatte ich gerade heute nicht den speziellen Essig für den Sushi-Reis im Haus …
Was ist wohl eine der einfachsten Zubereitungsformen? Genau: Salzen, Pfeffern, Buttern und dann ab in den Ofen.
Karpfen gebuttert
Gebuttert war übrigens nicht nur der Fisch, sondern auch die kleine Auflaufform unten drunter. Man kann sowas auch einfach auf Backpapier aufs Ofenblech stellen. Wenn man etwas fetten Speck im Haus hat, kann man den auch unterlegen, damit nix anbackt. Salz und Pfeffer sind Pflicht. Die Butter hätte auch gern flüssig sein können, um die Tranche zu bepinseln.
Gewürzt
Im Gewürzregal fand sich noch eine Mühle mit Rosmarin und Lemongras, davon habe ich auch etwas über den Fisch gegeben. Und, wie wir sehen (unterer Bildrand), habe ich diesmal den Fotoapparat für die Bilder genommen, im Gegensatz zu den letzten Beiträgen hier. Aber beim dort genutzten Smartphone waren gerade die Akkus leer …
So kam der Fisch bei 170°C in den Umluftofen. 30-40 Minuten braucht es schon, dann sieht er so aus:
Fisch ist fertig
Mit der Flüssigkeit unten in der Auslaufform habe ich den Fisch zwischendurch einmal bepinselt, damit sich die Würze gut verteilt.
KarpfenBauchLappen
Es roch nicht wie Weihnachten, aber es roch lecker nach Fisch aus dem Ofen, als er fertig war. Die Kräuter taten ein übriges. Der Vorteil an dem großen Fisch war, dass alles groß war, auch die fiesen dreiendigen Gräten im oberen Teil. Die konnte man gut rausfischen, wenn man etwas von dem köstlichen Fischfleisch auf der Gabel hatte. Die langen „Rippengräten“ waren sowieso nicht zu übersehen, ich überlege noch die Weiterverwendung als Rouladennadeln … Nicht wirklich, aber die Größe haben sie. Und selbst die Fischhaut, im rohen Zustand sehr an Leder erinnernd, war nach dem Backen knusprig und überhaupt nicht ledern.
In Anlehnung an einen alten Bugs-Bunny-Cartoon würde ich ins Streitgespräch mit Duffy Duck einbringen: „Es ist Karpfen-Zeit!“ Was übrigens wirklich so ist, wie ich den Medien unlängst entnahm. Es muss ja nicht immer ein selbst geangelter Oschi wie dieser hier sein. So bei anderthalb Kilogramm sind sie wohl am besten. Sagt man.

Altes Gericht auf dicke Hose

Da gibt es einen schönen Bekleidungstipp, der die Frage beantwortet, was man zu einem guten Essen anzieht: „Weiß passt zu jeder Soße.“ Damit ist alles gesagt. 😉
Um mal zwischendurch ein kleines Lebenszeichen von mir zu geben, ein kleines schnelles Gericht, mit dem man u. U. ein bisschen auf dicke Hose machen kann. Es ist die leicht veredelte Version eines alten Klassikers, der vom Namen her etwas aufgebauscht ist. Aber das haben edle Gerichte nunmal so an sich.
Für die Zubereitung salzt man zuerst einen beölten Teller … Klingt komisch, ist aber so. Im Rezeptdeutsch geschrieben heißt das: Man nehme einen hitzebeständigen flachen Teller, bestreiche ihn dünn mit Rapsöl und streue etwas Salz darüber. Auf diesen Ölspiegel kommen dünn geschnittene (rohe) Kartoffelscheiben, die auf der Oberfläche auch noch ein wenig beölt und gesalzen werden. Dieser Teller kommt dann unter den Grill. Dazu braucht man natürlich einen Ofen oder ein Kombigerät, das Grillhitze von oben liefern kann.
In meiner Kombi-Mikrowelle mit Grill und Heißluft kam der Teller ca. 20 Minuten unter den reinen Grill. Damit der Abstand zwischen Teller und Grill nicht zu groß ist, habe ich unter den Teller eine Schüssel gestellt, so dass zwischen Hitzequelle und Kartoffelebene nur etwa 5-10 cm Platz war.
Als das Gerät „Pling!“ machte, entnahm ich mit einem Topflappen den sehr, sehr, sehr heißen Teller und platzierte ihn auf dem kalten Herd.
Kartoffelcarpaccio gegrillt
Vorsicht, der Teller ist wirklich sehr heiß. Nebenher schneidet man von seiner Lieblingssülze ein paar möglichst dünne Scheiben ab. Die Kartoffelscheiben kann man noch mit Pfeffer und gemahlenem Rosmarin ein bisschen Würze geben.
Gewürztes Kartoffelcarpaccio
Darauf kommt dann die Sülze. Ab jetzt muss es aber zügig weiter gehen.
Sülze auf dem Kartoffelgrillcarpaccio
Wer mag, kann das noch mit ein paar Klecksen Remouladensoße verzieren.
Ein paar Kleckse Remoulade
Ein paar separat angebratene Zwiebelringe und/oder Schinkenwürfel würden noch mehr Nähe zum Original erzeugen, sind aber, wie der Verzehr der hier zu sehenden Tellerauflage erbrachte, verzichtbar.
Grillkartoffelcarpaccio mit zart schmelzender Sülze an Sauce remoulade
Und so ist aus dem simplen „Bratkartoffel mit Sülze“ ein „Grillkartoffelcarpaccio mit zart schmelzender Sülze an Sauce remoulade“ geworden. Und es schmeckt herrlich …
Wer die Kartoffel dünner hobelt, kann sie auch überlappend auf den Teller legen. Das kommt dem Carpaccio noch etwas näher, vor allem, wenn man große Kartoffeln dafür nimmt.

Curry mit viel Herz zubereitet – und Sellerie, Schalotten sowie Tomaten

Nicht immer ist dem Koch gegeben, alle Zutaten für eine bestimmte Zubereitungsform im Haus zu haben. Für klassische Curry-Gerichte – laut Dosenaufschrift – scheint zwingend Kokosmilch zur Verwendung zu kommen. Aber, wer sagt denn, dass ich ein klassisches Curry-Gericht zubereiten will, nur weil ich die Curry-Paste, die seit einiger Zeit meine Küche verziert, endlich mal verwenden möchte.
Auch diesmal kommt wieder eine bedeckelte Pfanne zum Einsatz. Vermutlich würde auch ein Topf diese Aufgabe erfüllen, aber da müsste man zumindest den ersten Schritt in zwei Schichten absolvieren: das Anbraten des Fleisches:
Herzwürfel anbraten
Dazu kam in die sehr heiße Pfanne ein passend hitzebeständiges Öl und dann das gewürfelte Fleisch. Wenn der Kollege Maillard hinreichend intensiv gewirkt hat, geht’s mit ein bisschen weniger Hitze weiter. Diesmal habe ich die Schalotten nicht vergessen.
Schalotten hinzu geben
Die werden schön durchgeschwenkt und dürfen auch ein wenig Farbe annehmen. Zur weiteren Entwicklung des Gerichtes habe ich mir für ein paar gewürfelte Wurzeln der Petersilie entschieden.
Wurzelpetersilie mit anbraten
Durchschwenken ist auch hier angesagt, etwas anbraten können die Wurzelpetersilienwürfel schon. Anschließend kommt die Currypaste zum Einsatz.
die Chilipaste
Das sollen etwa 50 g sein. Oder ein Achtel des Doseninhalts. Ich fürchte, die nächsten sieben Gerichte, die ich esse und dann auch hier veröffentliche, werden Curry-Gerichte sein. 😉
Da mir das ganze doch etwas trocken erschien und noch keine ausreichende Flüssigkeitsquelle in Sicht war (Kokosmilch hatte ich ja keine im Haus), entschloss ich mich, auf eine in dem Zusammenhang bewährte Zutat zurückzugreifen:
Gewürfelte Tomaten statt Kokosmilch, Wasser oder Brühe
Ein paar gewürfelte Tomaten wurden mit ins Gericht geschwenkt, dass sich alles auf’s vortrefflichste mische und auch etwas Flüssigkeit ergebe. Das geht natürlich nicht ohne Deckel, einer Spur Salz und geringer Hitze unter der Pfanne.
Deckel drauf und köcheln lassen
Das könnte dann so aussehen. Nun heißt es mal wieder abwarten und gucken. Man kann aber auch was anderes nebenher machen. Reis kochen zum Beispiel. Oder den  Geschirrspüler ausräumen.
Schön suppig, ein Schuss Wasser machts möglich (nach Bedarf)
Ta taaa. Wobei ich zugeben muss, mit einer Espresso-Tasse voll Wasser nachgeholfen zu haben. Was aber auch nicht weiter stört, da alles sehr aromatisch ist. Ein wenig verkochte sich das auch noch im weiteren Verlauf.
Curry voller Herz, Sellerie, Schalotten und Tomaten
Mal im fertigen Curry tief in die Pfanne gekrochen. 😉 Schön schlotzig, wie ich es mag. Da kann man dann ein Brot zu essen oder den weiter oben erwähnten Reis. Für diejenigen, die lieber Pasta als Reis essen noch ein Tipp: Risi oder Risoni. Manchmal werden sie auch als Kritharaki bezeichnet.
Stellt sich abschließend noch die Frage, welche Art von Fleisch verträgt das Curry und die recht vage zu planende Zubereitungszeit, ohne fest oder trocken oder fasrig oder mürbe zu werden? Es ist mager, gut durchtrainiert und war für das Schwein, das es trug, lebensnotwendig: Das Herz. Gerade auch für Anfänger auf dem Schmorgerichtegebiet ist das Schweineherz ein sehr dankbares Fleisch, weil es sehr unterschiedliche Gar- und Warmhaltezeiten wunderbar verträgt. Das gilt übrigens auch für Geflügelherzen. Bei Rinderherz habe ich noch keine Erfahrung.

Fast food – che serve cibi pronti

Pastagerichte sind immer wieder schnell gemacht. Und dabei meine ich natürlich nix aus der Tüte oder dem Pappkarton, sondern aus frischen Zutaten. Wobei hier mal gekaufte Spaghetti in Trockenform als „frisch“ akzeptiert werden. 😉 Sehr viel länger, als die Nudeln zum Kochen brauchen, braucht auch die Zubereitung des ganzen Gerichtes nicht. So soll es sein.
Das Prinzip der Gerichte ist so simple wie einfach. Ein Topf, eine Pfanne, eine Schneidunterlage, ein Messer. Während im Topf das Wasser für die Pasta warm wird, erhitzt sich in der Pfanne etwas Fett, in das man dann mehr oder weniger klein geschnittene Gemüse und Fleisch hinein gibt. Ist die Pasta al dente und der Pfanneninhalt (vorher) bereit, kommt die Teigware in die Pfanne, wird durchgeschwenkt und fertig ist’s.
Probieren wir es an einem praktischen Beispiel: Von meinem Carbonara-Versuch hatte ich noch von dem herrlichen Speck (eigentlich: Schweinebacke), von dem ich eine dicke Scheibe würfelte und in eine sich erwärmende Pfanne verbrachte.
Speck auslassen
Nebenher habe ich zwei Schalotten (sie waren wirklich klein) und die Stiele von vier braunen Champignons klein gewürfelt. Die Stiele kleiner als die Schalotten.
Schalotte und Pilzstiele gewürfelt
Beides kommt dann zum ausgelassenen Speck in die Pfanne.
Schalotte und Pilzstiele anbraten
Nebenbei darf man auch die Pasta nicht vergessen. Wenn das Wasser kocht, wird es gesalzen und mit den Teigwaren bestückt (pro Person: 1l Wasser, 10g Salz, 100g Trockenpasta).
Pasta nicht vergessen!
Die Pilzköpfe sind geviertelt oder anderweitig grob geteilt. Sie werden in der Pfanne schon noch kleiner.
Champignon-Viertel in die Pfanne
Die Mischung wird gewürzt mit Salz und Pfeffer, Knoblauch wäre auch eine schöne Idee, oder eine Spur Chili (nicht, dass es scharf wird, aber so ein bisschen unterschwelliges Feuer).
Gebratene Pilze
Die Pilze garen schnell. Nach einigen Minuten kann man alles schon ablöschen. Ich habe diesmal etwas Milch genommen.
Mit Milch ablöschen
Die köchelte noch ein paar Minuten ein, anschließend – weil immer noch zu dünn – behalf ich mich mit etwas Stärke zum Andicken.
Einreduziert und etwas gebunden
Sollte es dabei zu dickflüssig werden, ist das überhaupt kein Problem. Eher im Gegenteil. Die Pasta (al dente) kommt sowieso tropfnass dazu, das verflüssigt wieder ein wenig. Und zur Not gibt es ja noch mehr Nudelwasser, mit dem man verdünnen kann.
Pasta dazu
Alles wird gut durchgeschwenkt.
durchgeschwenkt
Zum Schluss kann man dann noch Parmesan oder Kräuter oder Bananenlikör darüber geben, je nach Verfügbarkeit und eigenen Vorlieben. Guten Appetit.