Mein Fehler ist ja, dass ich häufig zu gut von anderen Menschen denke. Das betrifft abstrakte Leute wie Wursthersteller aus dem Sachsen-Anhaltinischen genauso wie ganz konkrete 100-Euro-Schuldner aus dem Brandenburgischen. Und immer mal wieder falle ich eben auf diese Menschen herein.
Bei einer bekannten Firma aus der Nähe von Blankenburg (Harz), Quedlinburg und Oschersleben – bekannt für ihre Wurstspezialitäten – entdeckte ich neulich für mich neu eine glasverhüllte und wurstwasseraufgegossene Krakauerquadriga. Die Neugierde spüle schnell die Skepsis ob der Verpackung hinweg und ließ mich das Glas in den Einkaufswagen legen. Heute kam es dann endlich zur Verkostung.
Als ob ich es nicht hätte besser wissen müssen: Die Wurst schmeckte genau so wie jede andere glas- oder dosenverpackte ihrer oder einer anderen Art. Ich bin ein großer Freund der Krakauer, speziell zwar eher der Aufschnitt-Variante, aber auch die kleine Zwischendurchversion lehne ich nicht ab. Nur stellt sich auch heute mal wieder die Frage: Warum verderben die Hersteller diese leckere Köstlichkeit?
Meine Frage an die Leser: Habt ihr eine Variante gefunden, Dosen- oder Glaswurst, egal ob Bockwurst, Wiener oder eben auch Krakauer irgendwie in eine Köstlichkeit zu verwandeln, wie sie die frischen Varianten bei geeigneter Herstellung sind? Aber bitte nicht nach dem Prinzip: Eine Dosenbockwurst mundet besonders, wenn man sie vor dem Verzehr gegen eine frische austauscht.
Ein Punkt sei noch erwähnt, frei nach dem Motto: „Ehre, wem Ehre gebührt“: Das Würstchen war relativ knackig. Vielleicht ein Produktionsfehler … 😉
Abendbrot, nicht ganz nach Frank
Angeregt durch eine Ernährungsberatung habe ich mich heute mal schöpferisch betätigt und mir ein Abendbrot gebaut, was Frank, meinen Ernährungsberater, sicher glücklich gemacht hätte. Wobei es in dem Rezept eine große Kleinigkeit gibt, die laut Frank gar nicht geht, zumindest nicht zum Abendbrot. Damit ihr gut suchen könnt, gibt es das fertige Essen in zwei Ansichten.


Der Fisch (Kap-Seehecht) ist mit einem Hauch Olivenöl und etwas Rosmarin in der Grillpfanne gewesen. Das Grünzeug ist ein „SalaRico“-Salat, genauer: ein paar Blätter davon, eine knackige Kreuzung aus Römer- und Eisbergsalat. Die rote Vinaigrette besteht aus einer Handvoll Cocktailtomaten, Salz, Pfeffer, Schalotte, Knoblauchzehe, Balsamicoessig und Olivenöl, alles miteinander püriert. Guten Appetit.
Achja, hier nochmal die Frage: Welche der Zutaten gehört eigentlich nicht in das Abendbrot nach Frank?
Der Auflauf als was kleines für Zwischendurch
Schnell gemacht, schmackhaft und variabel: Der Auflauf. Auch als Möglichkeit der Resteverwertung. Man nehme ein geeignetes Geschirr, eine Wurst der Wahl (im konkreten Fall waren es kleine Krakauer mit Käse) und etwas Sauerkraut. Der Käse fand sich dann auch noch oben drauf. Hier ist auch wieder persönlicher Geschmack bei der Käseauswahl und -vorbereitung gefordert. Er sollte eben nur bei Hitze schmelzen. Ob nun in Scheiben, in groben Raspeln, in Hobelspänen oder frisch gerieben … ad libitum.

Dann kommt alles in den auf 170°C vorgeheizten Ofen (Umluft), 200°C Ober- und Unterhitze sollten auch genügen, und wen man sich überlegt, dass eigentlich nur der Käse schmelzen und bräunen soll, der Rest braucht sich nur zu erwärmen, geht vermutlich auch eine Grillbehandlung.
20 Minuten bei 170°C Umluft brachten dann das zu Tage:

Gegessen wird alles aus der Schale heraus. Man kann es natürlich auch irgendwie vorher auf einen Teller fabrizieren. Zum Hauptgericht wird alles, wenn man einen Klecks Kartoffelbrei dazu reicht. Nur so als Vorschlag.
Aromatisch rustikal
Gedünstete und gedämpfte Speisen gelten gemeinhin als eher lasch und langweilig. Das muss nicht sein, wie folgender kleiner Rezeptvorschlag zeigt. Er bestätigte übrigens wieder mein Verwundern über die Aromatik gedämpfter Kartoffeln, aber das nur nebenher.
Die Kartoffeln (gewürftelt) und der Porree (gescheibt) kommen in eine beschichtete Pfanne mit einem Hauch an Olivenöl. Es muss nicht unbedingt eine Grillpfanne sein. Hauptsache, sie nehmen etwas Farbe.

In der Zeit wird klein gehackte Zwiebel und ebenfalls klein gehackter Knoblauch mit Wasser auf gesetzt und zum Kochen gebracht. Sie dienen als Dampfquelle.

Die Kartoffel-Lauch-Mischung kommt zusammen mit dem Fisch (in diesem Fall Kap-Seehecht mit Olivenöl und Rosmarin) in den Dämpfaufsatz über die Knoblauchdampfwolke und bleibt da, bis der Fisch gar ist.

Deckel nicht vergessen, damit der Dampf und das Aroma da bleiben, wo sie hin sollen.

Je nach Frostzustand kann das 15 bsi 25 Minuten dauern.

Dann wird alles nett angerichtet und anschließend gegessen.

Guten Appetit.
P.S.: Ach ja, irgendwann, zwischendurch, sollte man das ganze dann doch etwas salzen und pfeffern, sonst wird es wirklich fad. Aber ansonsten: Aromatische Kartoffeln, lecker Fisch und schmackhafter Lauch. Was will man mehr?!
Exotische Rosenkohlsuppe á la Frank
Da das Endprodukt nicht so ganz den optischen Kriterien eines guten Bildes entsprach, gibt es heute mal einen Kochbericht ohne Bilder. Außerdem war es ein „thinking by cooking“-Prozess, so dass anfänglich zugegebene Zutaten hinterher doch einen etwas verkochten Eindruck hinterließen. Deren zügiger Zusammengabe sollte die Suppe auch optischen Kriterien entsprechen.
Man nehme: 1 l Gemüsebrühe (schnell zubereitet nach dem unten auf dieser Seite beschriebenen Prinzip), Rosenkohl (geputzt und geviertelt), eine Mango, klein geschnippelte Fleischreste (Kasseler, auch Huhn), Gewürze. Die Gemüsebrühe wird zum Kochen gebracht und nebenher der Rosenkohl geputzt sowie die Mango gewürfelt. Rosenkohl und Mango kommen in die Brühe, bis sie fast gar sind. Dann kommt das Fleisch dazu und wird eigentlich nur noch angewärmt. Für den Geschmack kommen Salz, Pfeffer, ggf. eine angequetschte Knoblauchzehe, gehackter Kümmel, Muskat u.ä hinzu, teils schon zum Anfang.
Die Suppe enthält kaum Fett, wenn man Kasselerlachs und Kasslerhuhn ohne Haut und sichtbares Fett nimmt. Zusätzlich hinzugefügte Kohlenhydrate sind auch nicht drin. Trotzdem ist das ganze recht wohlschmeckend. Frank würde sich freuen.
Abendbrot nach Frank
An anderer Stelle habe ich mich ein wenig über die Ernährungstipps ausgelassen, die mir in einer entsprechenden Beratung seit einiger Zeit angeboten werden. Hier mal eine Umsetzung der erlernten Informationen.
Bei Fisch sollte der Schwerpunkt auf Salzwasserfisch liegen. Nun ist der Bodensee kein Salzsee, aber die Felchen sollen doch mal als gesund und lecker dastehen. Die orange Paprika wurde in kleine Streifen geschnitten und alles in der mittelheißen Grillpfanne – zuvor von einer einzelnen Olive mit kalt gepresstem Öl angehaucht – gesalzen, gepfeffert und kurz vor dem Ende mit ein paar Tropfen Zitrone beträufelt (vor allem der Fisch).

Auf dem Bild sind die Fischfilets schon einmal gewendet. Da der Mecklenburger laut Frank nicht ohne Soße auskommt, habe ich etwas Magerquark mit Schwung und aus dem Handgelenk solange gerührt, bis er fast sahnig wirkt. Dabei helfen Salz, Pfeffer, ein guter Spritzer Olivenöl und für den Geschmack ein Teelöffel gefriergetrocknete Dillspitzen. Je nach Viskositätswünschen der Soße kann diese auch noch mit Milch verdünnt werden.

Für die Farbe und ein wenig auch für die Menge hätte es noch eine zweite Paprika – eine gelbe und eine rote hätten noch zur Verfügung gestanden- mit verarbeiten sollen, aber der Platz in der Pfanne war auch beschränkt. Guten Appetit.
Auf Rosen gebettet
Wobei, Rosen waren es wohl nicht. Eher Rosenkohl. Aber, da stecken ja auch Rosen drin, zumindest im Namen. Ich hatte einen Beutel dieses köstlichen Gemüses erworben und noch zwei Doradenfilets in der Tiefkühltruhe. Die Aufgabe: Mach mal was daraus. Und das so einfach und schmackhaft wie möglich. Also habe ich es mal wieder mit Dünsten probiert.

Der Rosenkohl wurde gewaschen, die äußeren Blätter entfernt, der Strunk dicht am Röschen abge- und dann noch über Kreuz eingeschnitten, damit er schneller gart. Ein Teil des Kohls wurde dann auch noch geviertelt. In ein geeignetes Gefäß kommt etwas Gemüsebrühe*, darüber der passende Dünsteinsatz.

Das Fischfilet wird auf den geviertelten Rosenkohl gebettet und alles mit etwas Salz und Pfeffer bestreut. Die ganzen Rosenköhler sind in einem Dünsteinsatz unter dem Dünstaufsatz (wer das Gerät kennt, weiß, was ich meine). Wer es nicht kennt, legt die Rosenkohl in ein passendes Sieb in einen Topf mit Brühe und legt den Fisch oben drauf. Der Rosenkohl sollte aber nicht mit der Brühe in Berührung kommen. Dann Wärme drunter und nach 15 bis 25 Minuten (je nach Festigkeit des Rosenkohls und Auftauzustand des Fischs) ist beides fertig und wird warm gestellt.
In einem kleinen Topf wird eine Schalotte in etwas Butter oder/und Öl angeschwitzt.

Wenn die Zwiebel glasig ist, wird alles mit einem Teil der Gemüsebrühe aus dem Dämpfer abgelöscht, mit einem Schuss Sahne verfeinert und etwas einkochen gelassen. Dann kann man eine kleine rohe Kartoffel hinein reiben, alles pürieren oder eine andere Variante nutzen, um der Soße die gewünschte Dickflüssigkeit zu geben. Ein paar Dillspitzen geben hier dieser Soße das gewisse etwas.

Jetzt kann angerichtet werden, eine Kunst, die ich augenscheinlich noch nicht so ganz beherrsche. Drückt man aber ein Auge zu, ist die ganze Angelegenheit recht schmackhaft und es überrascht einmal mehr das Aroma der gedünsteten Speise, sowohl des Fischs als auch des Rosenkohls, was ein Abschmecken mit etwas Salz und Pfeffer aber nicht ganz überflüssig macht.

Guten Appetit. Wer’s braucht, kann sich natürlich noch eine Salzkartoffel dazu machen.
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*) Gemüsebrühe: Es lohnt eigentlich immer, eine Möhre, eine Zwiebel, eine Stange Bleichsellerie und eine Stange Porree im Haus zu haben. Man kann auch regelmäßig größere Mengen kochen und einlagern. Aber es gibt auch einfachere Varianten. Zum Beispiel: Die rohen Wurzelgemüse fein würfeln (ganz fein!) und mit Salz mischen. Das, in Gläser abgefüllt, hält sich lange im Kühlschrank und man kann immer wieder ein paar Löffel von entnehmen, mit heißem Wasser auffüllen und hat eine Brühe. Der Gewürzhändler Eures Vertrauens bietet aber auch getrocknete Suppengemüse fertig gemischt an. Hier sollte man allerdings vorsichtig in der Dosierung sein, speziell der getrocknete Sellerie entwickelt ein sehr starkes eigenes Aroma. Aber ansonsten genau wie die frische Variante bzw. wie loser Tee: Ein oder zwei Esslöffel voll in einen Topf, ein halber Liter Wasser drauf und aufkochen. Fertig.
Gute Butter – schlechte Butter
Die gute Butter – ein naturbelassenes Produkt unserer Landwirtschaft – steht als Brotaufstrich und auch als Koch- und Backzutat in einem nicht so positiven Ruf. Die Frage ist: Warum? An den gesundheitlichen Wirkungen kann es nicht liegen. Aber das soll hier nicht Thema sein.
Die Butter hat im wesentlichen nur einen Nachteil: Frisch aus dem Kühlschrank schmeckt sie zwar am besten, ist aber auch am wenigstens streichfähig. Aber da waren die Molkereien erfinderisch: Sie rühren etwas Rapsöl mit in die Butter. Das wiederum ist aus mehreren Gründen praktisch: Die Butter kommt streichfähig aus dem Kühlschrank. Außerdem kann man sich beim Braten den Schuss Öl in die Butter sparen, um ein vorzeitiges Anbrennen derselben zu vermeiden, denn es ist ja schon drin.
Unter den Marken einer dänischen Molkerei und einer irischen Butter gibt es seit einiger Zeit dieses Produkt im Markt. 70% Butter wird mit 19% Rapsöl, etwas Wasser und Milchsäurekulturen versetzt und abgefüllt. Etwas teuerer als normale Butter ist es dann schon, wobei der Preis sicher der Verarbeitung und Verpackung geschuldet ist. Das Wasser und das Öl, beides preiswerter als Butter, sollten das Produkt eigentlich verbilligen.
Deutschlands Discounter Nr. 1 hat jetzt auch eine Butter mit Rapsöl herausgebracht: Mælkebøtte®. Die teuere Zutat Butter ist hier aber auf knapp 46% runtergefahren, das Rapsöl liegt auch bei knapp 19%. Wasser und Milchsäurekulturen sind auch hier enthalten, Den wesentlichen Fehlanteil bildet ein undefiniertes pflanzliches Fett zu fast 19%. Da wird dann der Verbraucher wieder über die Ladentheke gezogen, ist das neue Produkt auch nicht preiswerter als die Markenprodukte, bei den anderen Discountern angeboten.
Der hohe Ölanteil wirkt sich natürlich auch auf den Geschmack aus, der sich damit immer mehr den öligen Aromen billiger Margarinen annähert. So werden hier eine Überteuerung mit einem schlecht gemachten Produkt vereinigt, was eigentlich gar nicht zum anbietenden Discounter passt. Naja, jedem Einkäufer passiert mal ein Fehler, bleibt zu hoffen, dass das Produkt schnell wieder aus den Regalen verschwindet.
Was lernen wir also auch wieder hier: Immer auf die Zutatenliste gucken. Es steht zwar nicht immer alles drauf, aber das, was drauf steht, lässt meist auch schon tief blicken, manchmal auch das, was nicht drauf steht.
Kleiner Hinweis
Der Herdnerd ist ja nicht der einzige Kochblog im Netz, es gibt da einige andere. Eine kleine Auswahl sehr ihr hier auf dieser Seite. Bisher nutzte ich für das Füllen dieser Seite Dienste des Google Readers, von denen ich aber nicht mehr weiß, wie lange sie noch zur Verfügung stehen. Deswegen habe ich heute die Seite googlefrei umgebaut. Ich hoffe mal, dass das jetzt möglichst lange möglichst feherfrei läuft.
Bunt – Es schmeckt schön
Da freut sich der Diätberater und der Aboleser wundert sich. Mein Abendbrot. Und ja: Es ist die große Pfanne, die da als Schüssel herhalten muss.

Ein Dressing war auch dabei aus weißem Balsamico, Honig, Senf, Salz, Pfeffer, einem Spritzer Chili-Limetten-Öl und einen größeren Schuss Olivenöl. Und ein paar Grisinis lagen plötzlich auch auf dem Tisch.
