Da hatte ich doch irgendwann im Sommer einen Topf geschenkt bekommen. Darin befand sich eine Pflanze, die früher oder später Chilischoten tragen sollte. Bei meinem grünen Daumen sicherlich ein Kinderspiel. <ironie off> Immerhin kamen mit dem Topf eine Reihe Pflegetipps.
Über den Sommer kam die Pflanze auf den Balkon. Neben Rosmarin, Petersilie und Schnittlauch fühlte sie sich sichtlich wohl, auch wenn ich mal das geforderte regelmäßige Gießen etwas vernachlässigte. Blüten zeigten sich, auch erste Fruchtansätze. Dann wurde es kalt … Die Pflanze kam aufs Küchenfensterbrett, die Gesellschaft: ein Topf Basilikum. Die Früchte verharrten in ihrem Zustand: klein und grün. Nur die Blätter fielen ab, eins nach dem anderem. Aber ein Grundstock an Blättern blieb.
Eine Rückfrage ergab: Wenn die Schoten nicht binnen weniger Wochen rot werden, bleiben sie grün. Würzt aber auch. Ich warte ab. Und die Geduld wird belohnt, entdecke ich doch plötzlich an einer Chili einen leichten Rotton. Da der Basilikum neben der Chilipflanze sowieso ein Suffkopp ist, bekommst auch das scharfe Gewächs regelmäßig Wasser. Und dann folgen die anderen Früchte der einen, die schon rot wurde.
Es ist Zeit, die Pflanze zu erklimmen und die Früchte zu ernten.

Etwas zerstruppt sieht sie ja aus, so fast ohne Blätter. Aber die Chilischoten sind rot.

Jetzt wird geerntet.

Aber wie groß sind die Früchte? Das ist auf Fotos immer so schlecht zu erkennen, wenn der Größenvergleich mit etwas bekanntem fehlt. Also legen wir mal ein Streichholz daneben. Das kennt jeder.

Kleiner Scherz. Der Streichholz ist ein extra großes. 😉 Jetzt der Vergleich mit einem echten Holz.

Da bin ich ja ganz stolz auf mich. Immerhin habe ich gehört, dass von den ursprünglichen Chilipflanzen – meine war nicht die einzige der Zucht – nur wenige überhaupt Früchte trugen. Hurra!
Schlagwort: Chili
Der Pizza
Eigentlich war bei der Namensauswahl für das folgende Gericht eine Anspielung auf den Inspirator angedacht, aber irgendwie hat der Google-Translator die Floskel „Sieger über Goliath“ nicht sinnvoll ins italienische oder lateinische übersetzt. Und Pizza á la Gonorcock fand ich als Wortspiel viel zu schlecht, um es nehmen zu wollen. Also wurde, des Charakters des Essens gedacht, das ganze „der Pizza“ genannt.
Wie bei jeder guten Pizza fängt das ganze mit einer richtig heißen Pfanne an.

Nun, ich gebe zu, normalerweise braucht es wohl nicht unbedingt einer Pfanne, um eine Pizza zuzubereiten. In diesem Fall schon. Damit aus einer einfachen Pizza „der Pizza“ wird, kommt erstmal ein ordentlich Rumsteak, Roastbeaf oder etwas vergleichbares in diese sehr heiße Pfanne.

Bei diesem Vorgang geht es nicht darum, das Fleisch in welchem Grad auch immer zu garen, sondern es nur von außen schön und vor allem geschmacksgebend zu bräunen.

So sollte es nach wenigen Sekunden des Pfannenaufenthalts aussehen, nachdem es einmal umgedreht wurde. Danach wird auch die andere Seite genauso angebraten und das Fleisch dann aus der Pfanne genommen. In diese kommt jetzt etwas Öl, in dem Frühlingszwiebeln, Schalotten, Knoblauch und Chili angedünstet werden.

Auch eine klein gewürfelte rote Paprikaschote findet den Weg in die Pfanne.

Zur weiteren Geschmacksgebung ergänzen etwas Tomatenmark und eine Mischung aus scharfem und edelsüßem Paprikapulver den Pfanneninhalt und werden anschließend mit angeröstet.

Tja, da muss man schon mal mit in die Pfanne steigen, um das richtig abbilden zu können. 😉 Wenn das alles gut angebraten ist, kommt die meist zum fertigen Pizzateig mitgelieferte Soße dazu.

Hat man den Pizzateig selbst hergestellt (sehr löblich!) können an der Stelle auch Tomaten (frisch oder aus der Dose) den Pfanneninhalt bereichern. Im Endeffekt sollte aber eben die Soße dabei herauskommen, die auf den Teig verteilt wird.

Wenn die Soße gut durchgekocht ist, sich ggf. die Paprika etwas verkocht hat, kann die Pfanne vom Herd und die Soße etwas ankühlen. Nun wird das Fleisch weiter vorbereitet.

Es wird in nicht zu dünne, aber auch nicht zu dicke Scheiben geschnitten. Zwei Scheiben zusammen sollen etwa so dick sein, wie das ganze Fleischstück hoch ist. Außerdem bereiten wir noch eine orange Paprika und etwas Thymian vor.

Die Vorbereitungen sind damit abgeschlossen. Für die Zubereitung der Pizza gibt es noch einen kleinen Trick, der sie aber schön knusprig werden lässt. Für den, der öfter mal Pizza im Ofen selber macht, lohnt sich vielleicht auch der Erwerb eines sogenannten Grillsteins, eines Brotbacksteins oder eines Pizzasteins, eine kuchenblechgroße und ca. 2 cm dicken „Fliese“, die die Ofenhitze aufnimmt und auf der direkt gebacken wird. Da ich mich mit etwas anderem behelfen musste, schnitt ich vorher etwas von meinem Pizzateig ab, was sonst überstehen würde. Dann legte ich ihn auf ein Brett, um ihn belegen zu können.

Darauf kommt die Soße …

… und das Fleisch.

Darauf kommt ein wenig Thymian, nach Geschmack sind auch andere Kräuter möglich (klassisch: Oregano oder Majoran).

In die Zwischenräume zwischen den Fleischstücken werden jetzt die Paprikastücke platziert.

Das ganze wird jetzt mit Parmesan bestreut.

Wer sich jetzt fragt, wie diese Parmesanspäne entstanden sind, dem empfehle ich, mal ein Stück guten Parmigiano-Reggiano in die eine und einen Sparschäler in die andere Hand zu nehmen und zu gucken, was passiert, wenn man beides zusammenführt.
Der Ofen wird auf 220°C Ober- und Unterhitze vorgeheizt, das Blech für die Pizza sollte schon mit drin liegen. Wer den o.g. Pizzastein hat, der natürlich auch. Ich habe einfach mal meine Grillplatte hinein gestellt und sie mit aufheizen lassen.

Darauf wird zielgenau die Pizza samt Backpapier gelegt, der Ofen schnell wieder geschlossen und ca. 15 Minuten sich selber überlassen. Was vorher so aussah …

… kommt dann so wieder ans Licht des Tages.

Die Kunst ist jetzt, alles irgendwie serviert zu bekommen. Aber ihr schafft das!

Der Anschnitt sah dann so aus.

Ich habe mal versucht, genau durch ein Fleischstück zu schneiden. Guten Appetit.
Milch mit Geschmack – mehr als nur Kakao
Die einfache Flasche Kakao-Milch reicht dem Verbraucher schon längst nicht mehr aus. Glaubt die Industrie. Und wirft immer mehr neue und originelle Milchmischgetränke auf den Markt, von denen ich heute mal zwei teste. Sie kommen beide aus dem Mainfränkischen, zumindest, was den Hersteller betrifft, der „Markenname“ unterstellt vielleicht eher was südlicheres, wobei ich nicht glaube, dass südeuropäische Genießer sowas in der Form trinken wollten.
Das eine Kakao-Getränk ist mit Vanille angereichert, glaubt man der Vorderseite des Etiketts. Schokoladenpulver, dass zum größten Teil nur aus Zucker besteht, ist mit 2,0% Anteil angegeben, Kakaopulver noch weniger. Da wundert es nicht, wenn „natürliches Vanillearoma mit anderen natürlichen Aromen“ bei den Zutaten nachfolgt, der geringe Kakaoanteil kann ja nach nichts schmecken. Die Kriterien für den „ausgewählten Kakao“ waren eben so streng, dass nicht sehr viel davon in der Milch landete. Die „feine Vanille“ vermissen wir aber ganz, dass „natürliche Aromen“ nicht aus den ursprünglich Namensgebenden Früchten oder Pflanzen stammen müssen, ist hinlänglich bekannt. Vanille-Aroma wird gern mal aus Holzabfällen der Papierindustrie gewonnen. Aber das nur nebenher. So schmeckt das Getränk sehr spitz und unausgeglichen nach Schoko und untergehender Vanille, dass es einer weiteren Beschreibung gar nicht lohnt.
Wer schon mal ein Gericht mit etwas zu viel Chili gewürzt hat, der weiß, dass zum Löschen des brennenden Gefühls im Mund Wasser denkbar ungeeignet ist. Der geschmacks- und schmerzauslösende Stoff Capsaicin ist nicht wasser- aber fettlöslich, so dass ein Glas Milch eher Linderung verspricht, es helfen hier die Milchfette. Was aber – und damit kommen wir zum zweiten Kakao-Getränk – wenn Chili mit in die Kakao-Milch gegeben wird? Wir dürfen beruhigt sein, es ist keine Kakao-Milch. 2,5% fettarmes Kakaopulver ergeben normalerweise eine dünne Plörre. Es helfen hier natürliches Vanille- und Chili-Aroma. Von Chilifrüchten fehlt jede Spur. So ist dem Getränk eine gewisse Schärfe nicht abzusprechen, nach Chili schmeckt es aber nicht.
Die 60 Cent, die pro 250-ml-Karton zu bezahlen sind, kann man anderswo besser anlegen. Mehr ist auch mal weniger.
