Mit der Groben: Schneller Gemüsegulasch

Sommerzeit ist Gemüsezeit und da erreichte mich der Hilferuf aus dem elterlichen Garten: Die Zucchini überschwemmen uns! Also nix wie her mit einem Exemplar, etwas aufgehübscht und ansprechend ergänzt. Aber vor den Genuss hat der liebe Gott das Schnippeln gestellt.

Gelbe Paprika, rote Paprika, ein paar Cocktailtomaten vom Balkon, die Zucchini und unten noch etwas Zwiebel aus gleicher Quelle. Wie es sich für was leckeres gehört, kommen erst die Zwiebeln in erhitztes Olivenöl.

Da ich vor habe, hier den Gulasch-Ansatz zu nutzen, kommen, als die Zwiebeln glasig und leicht gebräunt sind, Paprikapulver (Mischung aus edelsüß und scharf nach Belieben) und Tomatenmark zum Anrösten mit in die Pfanne.

Das wird dann auch, bevor Pulver und Mark anbrennen, mit den Zwiebeln vermischt. Anschließend kommt das Gemüse hinzu, wird mit angebraten und dann unter einem Deckel etwas schmurgeln gelassen. Ggf. tut die Zugabe von etwas Wasser (höchstens Espressotassengröße) ganz gut.

Vom Fleischer meines Vertrauens erwarb ich ein paar grobe Bratwürste, die ich in mundgerechte Stücke schnitt.

Eine Variante wäre es gewesen, die Wurst völlig zu häuten und kleine Klößchen aus der Masse zu formen. Die werden dann in der zweiten Pfanne angebraten.

Hat das Gemüse seinen Garpunkt erreicht und sind die Wurststückchen schön braun, kann alles in eine Pfanne, gut umgerührt und mit ein paar Kräutern verziert werden.

Nun wird als zivilisierter Mensch nicht aus der Pfanne gegessen, vor allem dann nicht, wenn auch Besuch da ist. Also wird auch noch nett angerichtet.

Der weiße Klecks ist übrigens türkischer Joghurt. Oder war es griechischer? Auf jeden Fall der 10%ige. Guten Appetit.

Schnelles Paprikagulasch

Nicht nur Tomaten kann man nach dem Gulasch-Prinzip zubereiten, auch bei Paprika misslingt das Rezept nicht. Und wer sich jetzt fragt, was das Gulasch-Prinzip ist, dem sei es erklärt.

Klein gewürfelte Zwiebeln werden in ein wenig Fett angeschwitzt.

Die Zwiebeln sollten umso garer sein, je kürzer die nachfolgenden Zutaten brauchen. Anschließend werden noch Tomatenmark sowie scharfer und edelsüßer Paprika mit angeröstet. Die geben Geschmack, Farbe und Bindung. Die Mischung entspricht persönlicher Vorlieben.

Alles wird gut verrührt und etwas angebraten. Soweit das Gulaschprinzip. Hier kommen nun im konkreten Fall klein geschnittener Paprika hinzu. Salz, Pfeffer, eine Prise Zucker und etwas Wasser ergänzen die Speise.

Da kommt dann ein Deckel drauf. Ab und zu wird umgerührt und alles so lange leise vor sich hin köcheln gelassen, bis es die gewünschte Bissfestigkeit erreicht hat. Rechtzeitig vor der Vollendung sollte man auch an die Beilage denken. Diesmal sind es zwei Lamm-Steaks.

Irgendwann seht das Paprikagulasch dann so aus.

Dann wird es abgeschmeckt und ggf. auch noch ohne Deckel etwas einkochen gelassen. Die Bindung ergibt sich aus den Zwiebeln und dem Tomatenmark. Fehlt nur noch das Anrichten.

Guten Appetit.

Schlaues Strecken

Was tun, wenn man kurzfristig Besuch zum Mittagessen bekommt, aber nur einen kleinen Rest, der zwar gut für einen, aber nicht für zwei reicht, Gulasch im Kühlschrank hat? Brühwürfel in heißem Wasser auflösen und damit den Gulasch strecken entfiel auf Grund meiner Abneigung gegenüber Brühwürfeln und anderen „Zaubermitteln“, die die Arbeit in der Küche vereinfachen sollen, aber eher den Geschmackssinn abstumpfen und globalisieren.

Wie es der Zufall wollte, fanden sich noch zwei Paprikaschoten im Gemüsefach meines Kühlschrankes, die ich erstmal zu kleinen Würfeln verarbeitete. In etwas heißem Ölivenöl und unter Hinzufügung von Salz und Pfeffer wurde sie dann angeschwitzt.

Das lassen wir jetzt zugedeckt so lange schmurgeln, bis der Paprika fast gar ist (oder eben fast die Konsistenz erreicht hat, in der man ihn zu verspeisen wünscht).

Dann kommt der gelagerte Gulasch dazu.

Alles wird gut durchgerührt, so dass sich alle Aromen gut verteilen können.

Das darf jetzt noch ein wenig vor sich hin köcheln/ziehen.

Jetzt ist die Zeit, die Sättigungsbeilage zuzubereiten (falls man das nicht schon nebenher getan hat. Salz- oder Stampfkartoffeln, Reis, Pasta, Polenta – der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt.

Auch wenn es nicht so aussieht, ich habe mich für Pasta entschieden. Zum Essen wurde sie natürlich ordentlich mit der Soße vermischt. Ist es nicht immer wieder erstaunlich, was man mit so einem Dekoring alles anstellen kann. 😉 Die Nudel heißt übrigens Risone und ist reisförmig. Zum Kochen behalf ich mich mit der alten Pasta-Koch-Regel: Pro hungrigem Magen 100 g Pasta, 10 g Salz, 1 l kochendes Wasser. Da ist dann ggf. auch noch Platz für ein kleines Dessert.

 

Wenn das Innerste zum Gulasch wird

Dass man nicht immer nur das Fleisch für einen Gulasch nehmen muss, was einem der Handel dafür unterschieben möchte, haben wir hier schön öfter erläutert (Tomate, Herzen, Beinscheibe (auch: EiTV)). Nur hätte ich mal in die alten Geschichten reinschauen können, sonst hätte ich das fleischliche als ersten Schritt in der Pfanne angebraten. So sieht die Pfanne noch sehr jungfräulich aus, als die Zwiebeln zum Anschwitzen hingekommen sind.

Das Ergebnis zum Schluss zeigt aber, dass man auch nicht unbedingt das Fleisch anbraten muss. So werden eben die Zwiebeln (drei bis vier Stück) mit etwas Knoblauch (eine viertel bis halbe Knolle) ordentlich angeschwitzt, bis alles glasig geworden ist. Die eine oder andere Bräunung schadet dabei nicht. Der Pfanneninhalt wird etwas beiseite geschoben, damit das Tomatenmark sowie scharfer und edelsüßer Paprika platz finden, um leicht angeröstet zu werden.

Aber aufpassen, dass nichts verbrennt. Lieber etwas früher als zu spät den gesamten Pfanneninhalt miteinander vermischen und ein wenig Wasser dazu geben.

Mit etwas Wasser aufgegossen werden die Zwiebeln ein paar Minuten weiter gegart.

Je nachdem, wie schnell das für das Gulasch geplante Fleisch gar wird, desto weiter muss diese Mischung gegart sein, ergibt sie doch nicht nur würze, sondern auch Bindung, wozu aber am Ende die Zwiebeln fast völlig zerfallen sein sollten. Da das heute genutzte Fleisch gern etwas länger schmoren kann, wird zügig weiter gearbeitet.

Für den Geschmack geben wir etwas geräucherten Speck an die Mischung. Der dann auch gut untergerührt wird.

Dann wird das geputzte und mundgerecht vorbereitete Fleisch dazu getan. Wichtig ist, die grünlichen Stellen abzuschneiden, die würden das Essen verderben.

Etwas Thymian, Rosmarin und eine Chilischote ergänzen die Aromen, hier kann nach eigenem Geschmack oder eigenen Vorlieben gearbeitet werden. Alles gut durchrühren und mit Wasser auffüllen, so dass es eine Weile still vor sich hin schmurgeln kann.

Wie lange das ganze kochen muss, hängt am Fleisch. Die Konsistenz der Soße lässt sich wunderbar steuern, in dem man entweder Wasser dazu gibt oder – wenn es doch zu viel Wasser war – eine Weile mit offenem Deckel köcheln und damit wieder reduzieren lässt.

Schön schlonzig ist das Ergebnis am besten. Zum Schluss wird noch mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt, auch ein Spritzer Zitronensaft oder nochmal Paprika oder Cayennepfeffer helfen der Vollendung, sind aber dem jeweiligen persönlichen Geschmack verpflichtet.

Ich habe mir dann ein paar Nudeln dazu gemacht, die eine oder andere Salzkartoffel oder Polenta wären auch eine Idee. Eine zweite Portion steht jetzt noch im Kühlschrank (natürlich ohne Beilage), die gibt es dann die nächsten Tage.

Achja, ein kleines Rätsel muss ich ja noch auflösen: Was für ein Fleisch habe ich verwendet? Vor allem, wenn es auch grünlich sein kann, was aber wegzuschneiden ist. Wer es auf dem Bild nicht erkannt hat: Es sind frische Hähnchenmägen, die hier ins Gulasch wanderten. An denen befindet sich manchmal etwas Galle, was bitter schmeckt (auch nach dem Garen) und demzufolge entsorgt werden sollte.

Soulfood mit Herz

Beim Wetter der letzten Tage braucht man mal was für die Seele, etwas richtiges, was einen wieder aufbaut. Eine gehaltvolle Suppe wäre sowas, oder ein schönes Schmorgericht. Es sollte was richtig schönes für die Seele mit Herz werden. Also kochen wir. Die Zutaten sind nicht so schwer zu besorgen. Soulfood mit Herz weiterlesen