Urlaub 2026 (1/3)

Aus Anlass eines Anlasses wurde mir eine Chilipflanze übereignet. Nein, das war kein Geburtstag und auch der Bloggeburtstag liegt zeitlich irgendwann anders. Aber nun hatte ich sie und mit ihr die Frage: Was nun?! Und solche Fragen setzen Gedanken in Gang, die vielleicht nicht immer die besten sind. Meiner war, sich dem klassischen Chili con carne anzunähern. Also dem ganz klassischen. Das besteht quasi aus 2 bis 3 Zutaten, je nachdem, ob man Wasser als Zutat mitzählt.

Augen auf beim Waffelriegelkauf! Ein bekannter Waffelriegelherstellender hat eine „Sommer Edition“ auf den Markt geworfen. Auf der Packung stellt übrigens „inspiriert von Vanilla Ice Cream“. Eine Geschmacksprobe ergab, dass es auch heißen könnte „inspiriert von Grünkohl mit Pinkel“ oder „inspiriert von norddeutschem Appelkorn“. Mir kommen auch beim Essen manchmal die blödestens Ideen, was ich mal zusammenrühren könnte. Das muss nix mit der gerade genossenen Speise zu tun haben. Einen derartigen Zusammenhang vermute ich beim Waffelriegel mit der „Vanilla Ice Cream“ (schön, dass sie „Vanilla“ schreiben, was den Einsatz von Vanillin in- und Vanille excludiert).

Aber zurück zu den Pfefferschoten mit Fleisch. Sehr viel mehr soll wohl nicht drin gewesen sein. Stellt sich nur die Frage, wo der hungrige Cowboy eine portionierbare Portion Fleisch her bekam, ohne sich eine Scheibe von den zu beaufsichtigen Rindern abzuschneiden. Die Lösung ist im Original wohl Dörrfleisch, dass unter dem Sattel weich geritten wurde. Nun besitze ich leider keinen Sattel, die Verfügbarkeit von Dörrfleisch (naturell) ist auch eher unzureichend. Also habe ich Rinderhack in etwas ausgelassenem Speck ordentlich angebraten und mit 4 Chilischoten (nicht vollständig von den Kernen befreit) versetzt und köcheln gelassen. Salz kam auch noch dazu. Und etwas Wasser. Das (Zwischen-)Ergebnis überzeugte nicht. Es schmeckt zwar recht gut, aber die Optik widersprach irgendwie noch dem Gefühl der Richtigkeit. Naja, wir wissen ja, was aus gefühlten Wahrheiten gern mal wird. Vielleicht muss ich doch noch etwas schummeln. Das „Halbzeug“ landete erstmal eingebechert im Kühlschrank.

„Zwei Seelen …“ hatte ich neulich mal geschwärmt. Am letzten Samstag war wieder Grünmarkt und ich habe den Bäcker nicht nur wiedergefunden. Die kümmelige Version Seele gab es zwar nicht, aber die andere. Und dazu zwei „Ciabatta“, eins mit Zwiebeln und eins mit Oliven drin. Es gab auch noch andere. Schade, dass der Bäcker nicht auch zwischendurch mal in der Stadt ist. Oder vielleicht ist es auch gut so, ich könnte mich an dem Brot überfressen, so lecker ist es. Dieses Mal habe ich auch herausbekommen, welcher Bäcker das ist. Den darf man im Auge behalten. Ein guter Grund, samstags früh aufzustehen.

Das halbfertige Chili con carne mahnte aus dem Kühlschrank heraus der Finalisierung, ich wusste aber, dass das, was da rief, bei weitem nicht das Bild bot, was mir vorschwebte. Geschmacklich war es übrigens super. Aber eben die Optik … In eine Pfanne gab ich noch etwas (Kaffeetasse?) Wasser und rieb eine mehligkochende Kartoffel hinein, wohl wissend, dass ich damit zumindest nicht den Großkontinent verlasse, allerdings von nördlicher Mitte in den südlichen Bereich komme. Als sich die Flüssigkeit leicht band, kam das halbfertige Chili con carne dazu und wurde vermischt und erwärmt. Und voilà! Dazu wärmte ich noch fix das zwiebelige Ciabatta auf, dass ich auf dem Grünmarkt gekauft hatte.

Chili con carne (rustikal), mit CiabattaIn der Schale befindet sich in etwas ausgelassenem Speck gebratenes Hackfleisch (Rind, Bio), dass nur mit Chili und Salz gewürzt war, etwas Wasser war auch drin und zur Bindung eine geriebene rohe Kartoffel (nicht so sehr groß). Mehr nicht. Und es war köstlich. Fast ursprünglich.

Chili con carne (rustikal)Wobei mir bei der Betrachtung des Bildes einfällt, dass auch noch zwei Frühlingszwiebeln dabei sind, fein gehackt; sie sollten sich auflösen und es war mein erster Versuch von Flüssigkeit und Bindung.

Chili con carne (rustikal), mit CiabattaLuftiges Ciabatta mit geschmorter Zwiebel drin. Zugegeben, das mit Oliven war besser, aber es war auch nicht schlecht. Allerdings habe ich beim Kauf nicht beachtet, möglichst helle Backwaren einzukaufen (was ich sonst immer tue), aber: Bestellen, Bäcker merken und dann auch noch darauf achten … Das sind ja gleich drei Sachen auf einmal. Das geht nun wirklich nicht … 😉

Sonntagmittag

Fiel aus. Ich hatte an den Vortagen zu viel Brot gegessen, das lag noch irgendwo im Verdauungstrakt. Aber, Urlaub sei dank, nahm ich mir vor, das eigentlich für Sonntag geplante dann am Montag zu machen.

Montagmittag

Im Kühlschrank lagerte noch eine Fischkonserve. Die wollte ich verbrauchen. Wie auch schon am letzten Sonntag wären auch hier Bratkartoffeln eine wunderbare Beilage gewesen. Ich hatte nur mehligkochende im Haus. Aber schon wieder Stampfkartoffeln? Was kann man eigentlich noch so aus dieser Art von Kartoffeln aufwandarmes machen? Genau!

Rösti mit SahneheringsröllchenRösti. Die brauchen da wenigstens nur etwas Würzung und eine Pfanne. Weitere Zutaten sind entbehrlich. So habe ich zwei Kartoffeln gerieben und in der Pfanne schön langsam, anfangs kontaktbedeckelt (also: der Deckel hatte Kontakt mit dem Rösti, heißt: Deckel kleiner als Pfanne) gebraten. Zeit gegenüber anderen Garmethoden spart man nicht, denn wenn die Kartoffeln gar werden sollen, braucht es schon seine Zeit. Deswegen auch der Deckel darüber, dass es anfangs mehr oder weniger nur gart; knusprig kommt später. Etwas Salz und Pfeffer hatte ich in die geraspelte Kartoffel noch eingebracht, Butter war in der Pfanne. Dann gilt es nur, das perfekte Ende abzuwarten und irgendwann zwischendurch einmal zu wenden. Auch hier leistet der (randlose) Deckel eine wertvolle Hilfe. Die zweite Seite wurde dann komplett ohne Deckel, aber mit der gleichen niedrigen Hitze gebraten.

Rösti mit SahneheringsröllchenMmmh. Nicht ganz so mmmmh war der Sahnehering mit den kleinen Röllchen an Fischfilets. Irgendwie ging mir beim Verzehr der Gedanke an eine Resteverwertung nicht aus dem Kopf. Die zu kleinen Fische, die für Brathering u.ä. nicht taugen, müssen ja auch verarbeitet werden. Die Filets waren nur unwesentlich größer als Sardellenfilets.

Rösti mit SahneheringsröllchenUnd für „Sahnehering“ war es recht sauer. Einen Anteil daran werden die Gewürzgurken gehabt haben, die mit verarbeitet wurden. Naja, ich hoffe, ich behalte, dass ich das Produkt nicht nochmal kaufe. Im Idealfall war es Aktionsware, die so nie wieder kommt …