Man guckt ja manchmal nicht ungestraft Fernsehen. So auch ich. Immerhin brachte es ein leckeres, wenn auch ausbaufähiges Mittagessen am Sonntag ein. Wenn man frei Schnauze kocht, lernt man doch auch immer noch dazu. Die Sendung im Fernsehen war übrigens keine Kochshow oder ein vergleichbares kulinarisches Format. Eigentlich war es auch nur eine Randmerkung, die mich aufhorchen ließ und die Idee für’s Essen im Verlaufe der Zeit destillierte.
Mir ist auch mittlerweile der Zusammenhang entfallen, wie es zur auslösenden Äußerung kam, wobei es nachsehbar wäre. Den neugierigen Lesenden empfehle ich die Mediathek des ORF und die Sendung „Was gibt es Neues?!“ vom letzten Freitag (25.09.2026). Der Kabarettist Viktor Gernot war irgendwie beteiligt und der Begriff war „Proleten Surf ’n‘ Turf“. Klassisch ist S’n’T ein schönes Steak, auf dem sich ein Hummerschwanz rekelt. Allgemein verwendet man den Begriff gern für Kombinationen aus Fleisch und Meeresfrüchten. Auch ich habe mich schon auf dem Gebiet probiert. Die österreichische „Proleten“-Version sind offenbar Ćevapčići mit Fischstäbchen.
Sonntagmittag
Nun mach mal was draus. Da ich noch „Riesenfischstäbchen“ im Tiefkühler hatte, überlegte ich mir eine Variante für den Fleischanteil. Und eine Beilage wäre auch noch schön, vielleicht ohne Stampfkartoffeln. 😉 Einfach und schnell wäre auch noch schön. Naja, und was einem sonst noch alles, wenn man eigentlich auch auf anderen Gebieten ein wenig was zu tun hat, durch den Kopf geht.
So sah dann das Ergebnis aus. Fazit vorneweg: Etwas mehr Zeit hätte ich schon investieren können. Aber erstmal zur Erläuterung, was wir da sehen. Das Riesenfischstäbchen und eine Fertigboulette sind einfach identifizierbar. Erstes vom Hersteller mit den guten Zutaten, letztere ist keine 40 km von mir entfernt gefertigt worden (lt. Packungsaufdruck). Leider teilte sie das Leid aller Fertigbouletten: Keine Konsistenz und komischer Geschmack. Wobei Boulette an sich sowieso nicht zu meinen Lieblingsgerichten zählt.
Kartoffeln und Sellerie-Möhren-Durcheinander kamen aus dem Ofen, letzteres hätte aber entweder eine Vorbehandlung (Blanchieren) oder mehr Zeit im Ofen verdient. Das Gemüse erwies sich nach 35 Minuten bei 180°C noch als bissfest. Die Kartoffeln waren aber gar. Beides war vor dem Weg in den Ofen gesalzen und gepfeffert sowie in ein wenig Rapsöl gewälzt worden.
Alles rausgerissen hat übrigens das Sößchen. Eine rote Zwiebel wurde recht fein gewürfelt und in einer Butter-Öl-Mischung sanft etwas geschmort. Salz und Pfeffer gaben noch etwas Würze mit und ein wenig Mehl zum Bestäuben bereitete die weitere Verarbeitung vor. Dann kam ein Becher Sahne drüber und ich fand in den Tiefen meines Vorratsschrankes auch noch einen kleinen Brühwürfel. Das wurde aufgekocht und solange gerührt, bis ein wenig Bindung auftrat. Die Konsistenz hatte ich getroffen (Mehlmenge zum Bestäuben der Zwiebel war etwa ein halber Esslöffel). Also drehte ich die Hitze ab und gab noch je einen Esslöffel Dijon- und mittelscharfen Senf dazu. Fertig. Das Gemüse zusammen mit der Soße war wirklich genial.
Das Fischstäbchen war knusprig (stand auch so auf der Packung), die Boulette sehr weich, das Gemüse al dente und die Kartoffeln super. Das nennt sich dann komplexer Geschmack und Tiefe. 😉











