Nicht jede Soße, die aus Hackfleisch und Tomaten besteht, ist auch gleich eine Bolognese. Deswegen lasse ich die Bezeichnung auch mal weg, wobei: Sehr viel mehr (außer Gewürze) war wirklich nicht drin. Aber das ganze Essen ist eher ein Gericht á la Rumfort, weil eigentlich alles irgendwie rum lag und fort musste. Geplant war, wie meistens, etwas anderes.
Ein paar Tomaten, solange sie noch Geschmack enthalten, habe ich eigentlich immer im Hause, ergänzt waren diese durch ein paar kleine Paprikaschoten. Die Verzehrung schon sich aber immer weiter nach hinten, so dass ein Blick auf die gelagerten Früchte irgendwann ergab: Also, entweder alles gleich verarbeiten oder morgen wegschmeißen. Ich habe mich für das Verarbeiten entschieden. Das mache ich ja nicht das erste mal, hier ist ein Rezept, dieses Mal habe ich zwei Schalotten genutzt und mir das Pürieren gespart.
In Vorbereitung auf den nächsten Dreh von EiTV wollte ich etwas mit Hackfleisch ausprobieren, und so erwarb ich eines Montags 250 g Thüringer Mett und ebensoviel Beefmett, natürlich vom Fleischer meines Vertrauens und nicht aus der Kühl- oder Tiefkühltheke. Es ist einfach besser. Zu Hause angekommen ließ allerdings die Lust der Verarbeitung nach, so dass ich das Projekt auf den nächsten Tag verschob. Nur fiel mir dann irgendwann später – ich lag wohl schon im Bett – ein, dass ich am Folgetag abends keine Zeit hatte, da mich eine Dienstreise erst sehr spät nach Hause kommen ließ … Was tun? Einfrieren wollte ich das Hackfleisch nicht. Also sah mich der frühe Morgen in der Küche stehen und eine große Pfanne erhitzen. Dort hinein kam erst etwas Öl und dann das zerbröselte Hack. Es gab übrigens kein Spritzen, ein Wasser ziehen, kein Kochen, sondern nur ein schönes Bratgeräusch mit ebenso schönen Bratspuren. Es lebe das gute Hackfleisch!
Die oben erwähnte Soße darüber zu schütten, alles nochmal gut durchkochen zu lassen, abzuschmecken und dann abzukühlen ist nicht wirklich kompliziert, so landete das Sößchen schnell im Tiefkühler. Schöne Gnocchi dazu, das war der Plan. Die kleinen Kartoffelklößchen sind schon lecker, wenn man sie selber macht (oder einen guten Hersteller erwischt). Ich habe mich für die zweite Variante entschieden. Und heute gabs dann Gnocchi in Tomaten-Hackfleisch-Soße. Mmmmhhh.

Zum Essen macht es sich übrigen gut, Gnocchi und Soße miteinander zu vermengen … Die Trennung erfolgte nur fürs Foto. 😉 Guten Appetit.
Kategorie: Fotokochstory
Variation de Pomme platté
Heute sollte es, da für die Kaffeezeit größere Kalorienmengen angezeigt wurden, nur ein kleines Mittag geben. Drei Kartoffeln, etwas Salz und Pfeffer ergeben auch einen Rösti … Den hatten wir aber schon ein paar mal.

Und wer jetzt meint, dass ist aber kein Rösti, der hat durchaus recht. Irgendwie. Statt der sonst üblichen Scheibe, mit der ich die Kartoffeln zerkleinere, habe ich die feine genommen.

Das ergab dann recht feine Pampe, die ich mit Salz und Pfeffer würzte und dann mit etwas Butter in der Pfanne buk.

Hier gelang mir auch das erste Mal das freihändige Wenden direkt aus der Pfanne ohne Hilfsmittel. Der Topfdeckel, den ich sonst immer nutzte, ist noch benutzt im Geschirrspüler, stand also nicht zur Verfügung.
Es ist etwas anderes als ein Rösti, was hier zubereitet wurde. Manchmal ist der Reibegrad doch von entscheidener Bedeutung. Das schloss aber nicht aus, dass es trotzdem schmeckte. für ein richtiges Hauptgericht fehlen die Beilagen, aber darüber kann ich mir später noch mal irgendwann Gedanken machen. Ein paar Kräuterquarkkleckse auf dem Fladen wären schon mal eine schöne Anfangsidee … Guten Appetit.
P.S.: Achja – nehmt nicht so viel Salz wie ich, das lief schon fast unter blinder Verliebtheit. 😉
P.S. II: Preisrätsel (1. Preis: etwas mehr Erkenntnis). Betrachtet man das mittlere Bild ganzheitlich, wird man eine leichte Farbtonverschiebung zu den sonst üblichen Bildern feststellen. Die gekonnte Mischung aus zwei 40-W-Glühbirnen hinter weißem Plastik und einer alten, schon leicht vergilbten Energiesparlampe (die sonst übliche Beleuchtung zzgl. etwas Tageslicht), die sonst immer einen warmen gelblichen Ton ergibt, scheint hier leicht ins rotpastellige abgewandert zu sein. Warum? Und warum steht die Reibescheibe so schief auf dem Bild? Zwei Fragen, eine Antwort.
Frittata Potpourri
Aus Anlass eines Anlasses war ich zu einer kleinen Feierlichkeit eingeladen. Jeder bringt was fürs Büfett mit. Ich habe mich mal in Prittata-Variationen versucht. Noch nie gemacht und kosten kann man’s vorher auch nicht, ohne, dass es angeknabbert aussieht. Man zweiter Vorname ist Risiko …

Auf dem Geburtstag wurden sie kalt serviert, warm hätten sie vermutlich auch geschmeckt, aber dann hätte man sie sicher etwas dezenter würzen können. In der Reihenfolge des Auftretens von links nach rechts:
- Frittata mit Schafskäse, Kaminwurz, Curry und Lauch
- Frittata mit Shrimps, Sellerie, Speck und Röstchiliflocken
- Frittata mit Putenbrustbraten und Zucchini
- Frittata Crazy Dog
- Frittata mit Hackfleisch und Lauch
- Frittata mit gelbem/orangem Paprika und scharfer Paprikasalami
Rechts oben (roter Teller, Nr. 5) war der erste Versuch.

Vielleicht sollte das Grundprinzip der Frittata kurz erläutert werden. Normalerweise ist es eine gute Art und Weise, reste vom Vortag oder wann auch immer zu verwerten. Diese werden geeignet kombiniert, klein geschnitten und dann in der Pfanne angebraten. Gewürzt wird nach Geschmack, hier habe ich neben Salz und Pfeffer noch etwas Rosen-Paprika verwendet. Dann werden je nach Pfannengröße Eier verquirlt und ebenfalls nach Gusto gewürzt. Für diese kleine ca. 20 cm große Pfanne nahm ich zwei Eier und ein Schuss Milch. Diese Masse wird dann über den Pfanneninhalt geschüttet und bei niedriger Hitze (oder auch im Ofen) stocken gelassen. Wer es hin bekommt, wendet die Frittata auch noch. Mein erster Versuch sah nicht ganz so gut aus:

Für die zweite habe ich Putenbrust und Zuccchini in der Pfanne angebraten, gewürzt und mit der Ei-Milch-Masse übergossen. Anschließend bei kleiner Hitze ggf. unter einem Deckeln stocken gelassen und dann auch noch gewendet.

Das Ergebnis konnte sich schon sehen lassen, obwohl die Hitze anfangs doch etwas heftig war. Man muss es ja nicht sichtbar machen, wozu hat die Frittata eine Unterseite.

😉
Die dritte Variante sieht im fertigen Zustand so ein bisschen nach Kürbis aus, ist aber mit orangem Paprika und scharfer Salami. Auch erst anbraten, würzen, Ei rauf und garen. Fertig.


Eine Edelversion für den Mann war auch angedacht. Dazu habe ich Sellerie in kleine Würfel geschnitten und angebraten.

Etwas Bacon sollte eine räucherische Note abgeben, unterstützt vom gerösteten Chiliflocken oder Röstchiliflocken oder so ähnlich (steht nur ausländisch auf dem Gläschen). Als alles schön angegangen war, kamen die Shrimps dazu.


Die brauchen keine große Garung, höchstens ein paar Röstspuren. Dann kam schon die Eimasse …

… und fertig. Selbst umgekehrt auf dem Teller sah das Ding gut aus.

So, jetzt wird es experimentell. Dazu werden erstmal Zwiebeln, genauer Schalotten, angeschwitzt. Sie können ruhig braun werden, aber natürlich nicht verbrennen.

Dazu kommen dann klein geschnittene Würstchen, auch die dürfen leicht anbräunen.

Ei, Milch, Salz und Pfeffer sind verquirlt, weil es jetzt mal kurz schnell gehen muss. Die Scheiben saurer Gurken sollen nicht wirklich mitbraten. Also die Scheiben in die Pfanne und danach gleich die Eimasse.


Wenn die unten angestockt, aber oben noch flüssig ist, werden darin Senf, Ketchup und Dänische(!!!) Remoulade(!) verteilt.

Dann abwarten, bis die Eimasse stockt. Hier empfiehlt sich wirklich der Deckel auf der Pfanne oder ein Ofen mit Oberhitze. Umdrehen ist ganz, ganz schwer.

Und fertig ist die Frittata Crazy Dog.
Bei der letzten Zubereitung habe ich vergessen, das Anfangsbild zu schießen. Aber klein geschnittene Kaminwurzen, Lauchringe, Currypulver und Schafskäsebrösel, die langsam vor sich hin schmelzen, kann sich jeder vorstellen. Das Endprodukt sah dann so aus:

Wahrscheinlich durch den Käse wurde der besonders fluffig.
Ihr seht also, Frittata ist sehr vielseitig und man kann das Omelette mit allerlei Sachen füllen: Gemüseschnipsel, Fleischreste, Pasta, Kartoffeln, Käse, Kräuter, div. Gewürze, Fisch (gekocht, gebraten, geräuchert) usw. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Es ist ein echtes Rumfort-Gericht. Da kann alles mit hinein, was rumliegt und fort muss. Nur zueinander passen sollten die Zutaten. Aber das ist ja Geschmackssache.
Burger nach HM mit Variation vom HN
Eins muss ich sagen: Es ist sicher irgendwo was besonderes, zumal ungewohntes und so auch delikates. Aber es gibt auch anderes, gewohntes, das mindestens genauso lecker ist, wenn es auch ganz anders schmeckt. Bei dieser Bemerkung geht es um den Inhalt eines Glases, von dem mal jemand schrieb, dass es das nur in England oder sehr teuer auf eBay gibt. Ich fand 3,50 € in einem Internetshop, der sich auf britische Produkte spezialisiert hatte, nicht als so hoch, so dass ich es mal probieren wollte.
Worum gehts eigentlich? Vor einiger Zeit wurde ich auf einen Artikel aufmerksam gemacht, in dem der Autor seine Vorstellungen eines perfekten Burgers beschrieb. Nachweislich habe ich zwar auch schon ein paar Burger zubereitet, aber es waren, wenn man es genau nimmt, immer nur Abarten. Aber warum nicht doch mal einen machen, wenn man schon so einen begeisterten Artikel gelesen hat? Brötchen und Rinderhack waren schnell gekauft, der Rest war im Haus.

300 g Rinderhack sollen zwei Burger ergeben. Zum Schluss wird es zwar nur einer und eine Boulette, aber man kann ja was planen. 😉 Das Hack wird gut durchgeknetet. Und durchgeknetet.

Dann wird er laut oben verlinktem Artikel gewürzt. Also nicht. 😉 Ich forme erstmal zwei Bouletten daraus.

Die werden dann flach gedrückt, möglichst gleichmäßig und in die Form des verwendeten Brötchens gebracht, zumindest so ungefähr.

Sie hätten ruhig noch etwas flacher ausfallen können, aber das weiß man dann hinterher besser.
Zwischendurch habe ich meine Grillplatte aufgeheißt und ein wenig eingeölt. Darauf kommen jetzt die Pattys.

Ist genug Platz auf der Grillplatte, lässt sich auch gleich das Brötchen an der Schnittfläche anrösten.

In aller Ruhe werden die Pattys gegrillt, hier, wie auch bei gutem Steak, wird nur einmal gewendet.

Das wird ein schöner saftiger Burger. Wetten, dass …?

Wenn das Brötchen im Randbereich nicht so richtig anrösten will, kann man es jetzt auch in die Mitte und dafür die Pattys zum Garen an den Rand ziehen.

Dann wird der Burger gebaut. Erst die Unterhälfte des Brötchens.

Im Hintergrund steht auch schon die oben erwähnte „Soße“. Die kommt dann aufs Brötchen.

Darauf kommt dann eine Handvoll Feldsalat.

Darauf kommt dann der Burger.

Empfohlen wird dann ein Klecks Ketchup. Da ich keinen im Haus hatte, nahm ich BBQ-Soße.

Und zur Krönung ganz oben dann die andere Brötchenhälfte.

Ich habe mal versucht, den Burger zu halbieren.

Im Original war der Patty nicht ganz so rosa, wie er sich hier darstellt. Aber alles in allem war es eine sehr saftige, würzige und leckere Angelegenheit. Vor allem schmeckte man auch das Fleisch mal richtig als Fleisch. Guten Appetit.
P.S.: Was habe ich jetzt mit dem anderen Patty gemacht? Noch ein ganzer Burger wäre zu viel gewesen, also habe ich ihn so gegessen. Nachdem ich einmal abgebissen und mich ein wenig mit dem Fleischsaft bekleckert habe, überlegte ich eine Verfeinerung. So halbierte ich ihn in halber Höhe.

Da der Patty doch etwas dick war, war das kein Problem. Bzgl. des Rosa-Tones gilt nach wie vor die Bemerkung von weiter oben: Im Original war das Fleisch nicht so rosa.
Durch einen Zufall, dem ich in absehbarer Zeit noch einen Artikel hier widmen werde, hatte ich ein interessantes Salz im Haus, aromatisiert mit Balsamico-Essig. Und das als Burger-Soße stand als Idee ja auch im oben verlinkten Artikel.

Davon streute ich was auf die Schnittfläche.

Und klappte den Patty wieder zu.

Eins muss ich sagen: Auch lecker.
Nackter Jäger auf Feld voller Korn
… und „Zwei nackte Jäger schwafeln Latein in einem Feld voller Korn“.
Da haben wir aber mal wieder genug gewortspielt heute. Das Essen selber ist so schwer nicht. Ich erwarb als erstes perfekt für diesen Zweck konfektionierte Jagdwurst: schöne große runde Scheiben in einer vernünftigen, also einer sehr viel größeren Dicke als Aufschnitt.
Für die Bilder nahm ich ausnahmsweise mal das Händy … Bitte bei der Qualität beachten.

Die Jagdwurstscheibe in der Pfanne. Bitte schön bräunen.

Eine Scheibe Vollkornbrot wird mit einer Soße der Wahl bekleckst, hier ist es eine edle BBQ-Soße.

Die Jagdwurst wird von beiden Seiten gut angebraten und kommt dann aufs Brot.

Nun wird eine Faust voll Feldsalat darauf drappiert und mit einer zweiten Soße eigener Wahl beträufelt.

Zu oberst kröhnt dann die zweite Scheibe Vollkornbrot den Schnittenburger.

Es kann also herzhaft hinein gebissen werden.

Jäger erzählen sich gern auch mal etwas Latein, was nicht unbedingt immer der Wahrheit entspricht. Nichtjäger wurden vielleicht sagen, dass da viel Käse gelabert wird.

So kann man also auf den gleichen Ansatz wie oben (Brot, Soße, Jagdwurstscheibe) auch etwas Käse zartschmelzend legen. Dann fehlt nur noch der zweite Jäger.

Und das Ende gestalten wir auch wie oben, also mit Feldsalat, Dressing und Brotscheibe.


Man kann ihn zum Zwecke des besseren Essens gern diagonal halbieren, ob es hilft, steht auf einem völlig anderen Blatt.

Schlechter gegessen habe ich auf jeden Fall schon mal, also geschmacklich. Von der Möglichkeit, diese beiden „Burger“ vernünftig zu essen, würde ich nicht reden. Nach dem Essen sah ich aus wie eine Sau. Und bekleckert hatte ich mich auch noch.
Wer mag, versucht sich daran, noch Tomatenscheiben, Gurkenscheiben, andere Salatblätter, verschiedenste Soßen unter zu bringen.
Weiß Google doch nicht alles?
Salsicciole klingt so ein bisschen wie Salsiccia, ist aber doch was anderes. Letzteres ist eine pikant gewürzte grobe Bratwurst aus Italien, erstes ist wirkt von der Größe her eher wie eine Nürnberger, ist aber auch grob, ohne Darm und ohne Pikanterie. Laut Packung kommt diese frische Bratwurst auch aus Italien, aber bis auf ein paar Fotodatenbanken schein kaum einer diese Form zu kennen.
Aber egal, aus frischen Bratwürsten, auch wenn sie aus Geflügelfleisch bestehen, kann man sicher einiges machen. Einfach braten war mir dann auch nichts. Also machen wir was anderes.

Nun will ich Euch aber nicht zeigen, wie man Wasser kocht. Aber trotzdem fängt das Gericht mal damit an. Es gibt nämlich Pasta und dafür brauchen wir kochendes Wasser. Das muss dann erstmal aus dem kalten Zustand heraus in einem Topf nachdrücklich erhitzt werden. Die Frage, die sich in dem Zusammenhang stellt, ist vermutlich die nach der Menge. Pro Pastaesser rechnet man 1 Liter Wasser, 10 g Salz und 100 g trockene Teigware. All dies kommt nach und nach – also, das Wasser ist ja schon drin – in diesen Topf.

Da Vorbereitung alles ist, sei auch noch die sich schon erwärmende aber noch leere Pfanne gezeigt. Ganz klassisch werden ja viele Pastasoßen nicht im Topf, sondern eher in der Pfanne zubereitet. Aber das wisst ihr sicher schon.

Hier haben wir übrigens die Auslöser für diesen Artikel. Vier süße kleine Salsicciole, augenscheinlich ohne Haut, ohne Darm und ohne tiefgreifende Würzung. Da wird uns aber sicher noch was zu einfallen. Zuerst werden die Würstchen vorbereitet.

Zuerst habe ich sie in Viertel zerteilt und dann zu kleinen Kugeln geformt. Soweit dieser schwere Schritt. Danach habe ich die auf der Verpackung vorgeschriebene körperliche Hygiene wieder hergestellt und mich mit dem nächsten Schritt befasst.

In die heiße Pfanne gab ich etwas Butter mit einem Schuss Öl. Da ich weiß, wie die Tomatensoße und die oben vorbereitete Einlage herkommt, habe ich mal eine Chilischote groß zerteilt und mit ins Bratfett geworfen. Gibt etwas Pep im Essen. Dann kommen die Klößchen dazu.

Die werden jetzt unter guter Hitzezugabe angebräunt. Gar werden müssen sie dabei nicht, zieht doch alles nachher noch ein wenig in der Soße. Aber erstmal kümmen wir uns um die Pasta, denn das Wasser kocht.

Ins kochende Wasser kommen erst das Salz und dann, nachdem es wieder aufgekocht hat die Pasta. Danach sollte es schön sprudelnd weiter kochen. Ab und an wird etwas umgerührt. Das sprudelnde Kochen dient unter anderem dazu, dass die Nudeln nicht aneinander oder am Topfboden kleben. Weitere Zutaten sind dann absolut nicht notwendig.

Mittlerweile sind die Klößchen gut angebräunt. Ich bin extra mal mit in die Pfanne gestiegen und habe mich auf eins der Klößchen gestellt, damit ich das Bild machen konnte. 😉

Kommen wir jetzt in die Convenience-Abteilung. In der blauen Dose seht ihr vorbereitete Tomaten-Soße. Die entstammt meinem Tiefkühler und wurde irgendwann mal von mir zubereitet. Außerdem birgt sie ein kleines Geheimnis, dazu aber später mehr.
Diese Soße ist natürlich steinhart. Das passiert häufiger mit Sachen, die aus dem Tiefkühlschrank kommen. So zum Beispiel auch mit Fonds oder Brühen. Und nicht immer braucht man so viel, wie in dem Becher oder der Schachtel drin sind. Warum hat die kochlöffelherstellende Industrie eigentlich noch nichts erfunden, um einfach von harten Fonds oder Soßen beliebige Teilmengen abzunehmen, ohne sie vorher auftauen zu müssen? Sowas wie eine Parmesanreibe oder so. Oder ein heizbares Messer? Im komnkreten Fall tat die Mikrowelle ihr bestes und taute den Soßenblock an, was dann für die weitere Verarbeitung ausreichte.

Diese Tomaten-Soße ist übrigens sowas, wie hier oder hier beschrieben, aus Tomate, Zwiebel, Paprika und Tomatenmark. Olivenöl oder ein Schuss Balsamico-Essig können auch dabei sein. Im konkreten Fall hatte die Soße auch noch eine schöne süße Note, der einer Rumfort-Birne (lag rum, musste fort) geschuldet war, die während des Püriervorgangs mit in den Mixbecher fiel. Eine Idee, deren Aufgriff sich lohnt für alle, die fruchtig süße Soßen mögen. Deswegen kam ja auch die Chilischote ran, um hier einen Ausgleich zu schaffen.

Die Mischung in der Pfanne köchelte zart vor sich hin, bis mir einfiel, dass eine gewisse frische Note auch nicht so schlecht wäre.

Ein paar halbierte Tomaten übernahmen dankenswerterweise diese Aufgabe. Damit war eigentlich alles soweit bereitet. Die Pasta ist noch etwas zu al dente, die Soße auf der Zielgeraden. Zeit, beides mit einander zu verbinden.

Die Pasta wird mit in die Pfanne geschüttet. Natürlich wurde vorher das Kochwasser entfernt.

Das kann man nun noch gut durchrühren und einen Moment ziehen lassen. Alles soll sich ja gut miteinander verbinden.

Wer ängstlich ist, fischt jetzt noch die Chilischotenstücke raus. Wer das Risiko mag, lässt sie drin. Dann kann angerichtet werden.

Guten Appetit.
Jetzt machen wir aus dem Franzosen einen Italiener
Den Franzosen hatten wir schon mal, das ist noch gar nicht so lange her: Ich meine das Omelette Bauér, dass auch nur ein frankophones Bauernfrühstück war. Jetzt wollen wir es mal auf italienisch probieren: Frittata di Bauér.
Eine Frittata ist, salopp gesprochen, Resteverwertung vom feinsten. Diese werden in kleine Stücke geschnitten, dann in einer Pfanne angewärmt und mittels verrührter Eier zu einer Art gefüllten Eierkuchen verarbeitet. Das Endprodukt ist warm, aber auch kalt ein Genuss (wenn man denn gut gewürzt und die Reste halbwegs passend ausgewählt hat.
Nun ja, die rohen Kartoffelwürfel waren keine Reste, sie kamen frisch aus dem Beutel. Als erstes wurden sie langsam und mit bedacht in der Pfanne angeröstet.

Die Kartoffeln werden gegart und gebräunt. Dabei werden sie auch noch gleich nach Wunsch gewürzt.

Nebenher ist die Zeit, ein paar Eier zu verrühren.

Die Eiermasse kommt über die fast garen Kartoffelwürfel. Idealerweise passen Kartoffelmenge und Pfannengröße besser zueinander.

Wer es hinbekommt, kann versuchen, das Ding auch noch zu wenden. Oder man wartet bei leiser Hitze solange, bis das Ei vollkommen gestockt ist. Auch eine Garung im Ofen ist denkbar.

Das mit dem Umdrehen muss ich noch üben …

Sieht es auch nicht besonders auch, lecker war es trotzdem. Guten Appetit.
Auf die Betonung kommt es an
Es gibt Gerichte, da hört man den Namen und weiß, was einen erwartet, zumindest prinzipiell. Aber eindeutig ist das nicht unbedingt. Das Wiener Schnitzel ist ein paniertes Kalbsschnitzel, meist mit Zitrone und Bratkartoffeln serviert, der rheinische Sauerbraten ist ein Stück Rindfleisch (früher auch mal Pferdefleisch) in wundervoller Soße, Gulasch ist ein Schmorgericht aus Rindfleisch und Jägerschnitzel sind panierte Schnitzel mit Pilzsoße (west) oder panierte Jagdwurstscheiben mit Tomatensoße (ost). Und wenn in einer Schankwirtschaft mit Bedienungen im feschen Dirndl der Gast sagt: „Ich bekomme einen Strammen Max.“, dann gibts ein Schinkenbrot im Spiegelei oder die Antwort der Kellnerin: „Dann gucken Sie doch woanders hin …“
Wirte sind aber auch kreativ im Benennen von Gerichten. Nach der Durchsicht der Menükarte eines neuen Pizza- und Speisenbringservice in Neubrandenburg musste ich doch über den neuen Namen eines alten Gerichtes ein wenig schmunzeln. Vor allem, wenn man versucht, den Namen auch noch französisch auszusprechen. Die Betonung liegt also auf dem letzten „é“: Omelette Bauér. Wobei der Lieferant es ohne das accent aigu schrieb. Hier die Nachbildung dieser Omelette-Kreation. Es geht los mit den Hauptzutaten, wobei der Schinkenspeck fehlt. Es war keiner im Haus.

Die rohen Kartoffeln werden geschält.

Anschließend werden sie in bratkartoffeldicke Scheiben geschnitten.

In einer mikrowellengeeigneten Schüssel werden die Scheiben gut abgespült.

Das Wasser wird wieder ausgeschüttet, die Scheiben bleiben aber feucht.

Dann werden die Kartoffelscheiben abgedeckt.

Die Schüssel kommt dann in die Mikrowelle.

4 Minuten bei voller Leistung bei der Menge der Kartoffeln.

Die Dauer hängt stark von der Mikrowelle und der Menge der Kartoffeln ab. Nach dem Garen kann man aber testen und ggf. noch ein paar Sekunden hinzu geben.
In der Zeit, wo die Kartoffeln garen, wird die Schalotte klein gechnitten.

Dann werden die Eier entleert.

Die Eier werden verkleppert und dann mit Salz, Pfeffer und nach weiteren Wünschen gewürzt.

Nun wird es Zeit, zwei Pfannen anzuheizen: die Eisenpfanne durchaus kräftig, die beschichtete geruhsamer.

Etwas Öl kommt in die Pfanne, bevorzugt wird Rapsöl, aber auch Ölivenöl ist denkbar. Ich habe Erdnussöl genommen.

Die gegarten Kartoffelscheiben, durchaus noch heiß durch die Mikrowelle, werden verteilt.

Auch hier wird mit Salz gewürzt. Aufpassen, dass die Kartoffelscheiben nicht verbrennen, sie sollen nur würzig und knusprig werden.

Sind die Bratkartoffeln fast fertig, kommt die Schalotte dazu.

Die wird gut unter gemischt. Sind Speckwürfel im Haus, wäre auch für sie jetzt der richtige Zeitpunkt.

In der beschichteten Pfanne schmilzt etwas Butter.

Dort hinein kommt so viel von der Eiermasse, dass ein schönes Omelette entsteht.

Das Omelette wird nicht gewendet, es gilt, einfach nut abzuwarten, bis die Masse fast gar ist.

Dann wird eine Hälfte mit den Bratkartoffeln belegt …

… und die andere Hälfte rübergeklappt.

Wenn man, so wie ich, zu viele Bratkartoffeln auf das Omelette gegeben hat, wird das mit dem Umklappen schwierig. Deswegen hier der Tipp für alle, die trotzdem einen auf dicke Hose machen wollen: Gelingt das überklappen nicht so gut, versucht man, es zumindest so halbwegs hinzubekommen und dreht anschließend das ganze Ding von unten nach oben. Soo liegt die mussglückte Seite unten und alles ist schick. Sonst wäre das Bild auch nicht so schön geworden. 😉

So könnte man alles anrichten. Klassisch gehört wohl auch eine gefächerte saure Gurke dazu.
Und fertig ist das Omelette Bauér – Dinner formerly known as Bauernfrühstück.
Resteverwertung – 3. und letzter Versuch
Montags gibts Fisch. 😉 Vor dessen Zubereitung hat der Gott der Küche aber die Vorbereitung – genannt Mist am Platz – gesetzt. Reste eines Risottos sollen verarbeitet werden. Angefangen wird mit einer backofenfesten Form.

Die muss natürlich ein wenig eingefettet werden.

Hier kam etwas Olivenöl zum Einsatz. Die Ölflecken sollten zum darauf zu legenden Fisch passen. Hier sind es zwei Schellfischfilets.

Nach dem Salzen der Filets kommt die Risottomasse darauf.

Der Ofen wird auf 170°C Umluft vorgeheizt.

Dort hinein gebe ich das kleine Blech ca. 10-12 Minuten, bis der Fisch gar und die Kruste ggf. krustig ist.

Das dauert natürlich einen Moment.

Fertig.

Natürlich isst das Auge auch mit. Deswegen wird noch etwas dekoriert.

Vermutlich wäre etwas Oberhitze zum Schluss oder die ganze Zeit auch keine Schlechte Idee gewesen, aber immerhin ist das Risotto auch warm und der Fisch gegart. Man kann es essen.
P.S.: So viel Basilikum wie in den letzten Tagen habe ich lange nicht verbraucht, also verbraucht, ohne auch Tomaten u.a. zu essen. 😉
Risotto Caprese Surprise
Die Idee ist schon etwas älter, das mal auszuprobieren, und ist seinerzeit am fehlenden Parmesan gescheitert. Parmesan ist zwar heute auch nicht dabei, aber irgendwie dachte ich mir, dass ein guter Mozzarella auch geht. Zumal ja auch Parmesan und Mozzarella vergleichbare Eigenschaften haben. Hä??? 😉
Wie jedes schmackhafte Gericht fängt dieses hier auch mit Zwiebelschneiden an.

Die beiden Schalotten werden klein gewürfelt und harren dann ihrer weiteren Verarbeitung.

Wie zu einem guten Risotto immer, so wird hier auch erstmal eine gute Brühe erhitzt. Köchelt die zart vor sich hin, kommt der Topf ins Spiel, der das Reisgericht aufnehmen soll, und wird aufgeheizt.

Ist der Topf betriebsbereit, kommen Öl und die Zwiebelwürfel in den Topf.

Die Zwiebeln werden etwas angeschwitzt, sollen aber hell bleiben. Gedacht waren die zu sehenden Mengen übrigens für eine Mahlzeit, es sind (mindestens) zwei draus geworden, was wohl mit den Eigenheiten der Brühe zusammen hing.
100 g Risotto-Reis habe ich abgewogen; der wird jetzt mit angeschwitzt.

Alles gut durchrühren und ggf. noch etwas Öl (hier Olivenöl) dazugeben.

Wird der Reis leicht glasig, sollte das ganze mit einem schönen Schuss (aber nicht zu viel) Weißwein abgelöscht werden.

Das kann dann durchaus auch mal etwas dampfen. Nun beginnt das rühren. 25 Minuten lang.

Erst wird solange gerührt, bis der Reis den Wein vollständig aufgenommen hat. Dann kommt die „Brühe“ dazu.

Diese Brühe ist eine Mischung aus der hier zubereiteten Soße und einem halben Liter Tomaten- oder Gemüsesaft. Die Soße allein hätte vermutlich zu viel Substanz gehabt.
Die Brühe ist heiß und wird jetzt nach und nach unter Rühren in das Risotto gearbeitet.

Immer schön kellenweise. Und dann einarbeiten.

Der Reis wird immer mehr im Topf, er saugt sich mit der Brühe voll.

Sollte die Brühe nicht reichen, oder auch nur einfach so: Man kann auch noch ein paar Tomaten (halbiert oder geviertelt, mit hinzu geben.

Nun ist es Zeit, den vor etwa einer Stunde in den Tiefkühler gelegten Mozzarella herauszuholen.

Der wird dann in möglichst kleine Würfel geteilt, was sich im angefrorenen Zustand besonders gut macht. Ist die Kugel fast durchgefroren, kann man auch probieren, den Mozzarella zu reiben.

Diese Dinger kommen auch ins Risotto und werden schwungvoll und mit Kraft untergerührt, fast, als ob man den Reis aufschlagen wollte.

Rühren, Rühren, Rühren.

Nun gehts ans Abschmecken und Verfeinern. Olivenöl und etwas Balsamico-Essig geben ein paar nette Aromen.

Natürlich sollen Salz und Pfeffer auch nicht vergessen sein.

Nochmal alles gut durchrühren.

Und schon kann angerichtet werden.

Vermutlich kann man vor dem Basilikum noch etwas Parmesan rüber reiben. Schmeckt aber auch ohne. Guten Appetit.
