Ok, die Pfanne war nicht das einzige Argument. Aber manchmal kauft man so Sachen, lagert sie im Kühlschrank, aber irgendwann müssen sie dann auch mal verarbeitet werden. Eigentlich hatte ich ja die Idee mit irgendeiner Füllung, aber das erübrigt sich schnell, wenn man das zu füllende „Schüsselchen“ viertelt.

Das braune sind die „Schüsselchen“, Champignons, die ich entstielt und zweimal halbiert habe. Die kamen mit etwas erhitztem Bratfett (in dem Fall Rapsöl) in die erhitzte Pfanne. Da des Fettes doch zu wenig war, habe ich noch ergänzend etwas gesalzene Butter dazu gegeben, was nebenher Teile der Würzung ersetzte. Kleine Teile. Nachdem die Pllze etwas angebraten waren, kamen zwei gewürftelte Zwiebeln und zwei kleine, in Halbmonde geschnittene Würstchen (in dem Fall Krakauer) hinzu. Salz, Pfeffer, Knoblauch und eine interessante Gewürzmischung (u.a. auch mit Knoblauch, Oregano, Thymian u.a.) ergänzen die Würzung.

Dann wird alles nur noch so lange erhitzt, bis Zwiebel und/oder Pilze die Konsistenz erreicht haben, wie man sie sich wünscht.

Vermutlich könnte man es mit einem guten Schuss Sahne noch richtig schlotzig machen. Es schmeckt aber auch sie, direkt aus der Pfanne und ggf. mit einer schönen Scheibe Brot dazu.
Aufgepeppte Bratkartoffeln
Flüchtige Betrachter würden das, was da in der Pfanne schmurgelt, als Bratkartoffeln identifizieren.

Das ist im wesentlichen auch richtig, aber man muss sie ja auch nicht immer so machen, wei man sie immer macht, sondern variieren. Deswegen blicken wir mal genauer hin. Aber Vorsicht! Nicht mit der Nase an den Monitor stoßen!

- Bratkartoffel
- viele Zwiebelwürfel
- gewürfelte gelbe/orange Paprika
- Chilischote (rechtzeitig wieder raus nehmen!)
- gehackte gelbe Tomate
Das gibt dem ganzen mal eine feurige, fruchtige Note. Natürlich wird das Gericht traditionell vollendet:

Das macht Spaß, ist mal was anderes und man freut sich wieder auf „normale“ Bratkartoffeln. 😉
Murphys Law – Lost On Monday
Die Gastronomie und der Ruhetag – hier ist das Thema zwar noch nie thematisiert worden, aber anderswo ist das manchmal durchaus ein Thema. Erstaunlich fnde ich nur, dass es selbst Gastronomen augenscheinlich sehr unterschiedlich sehen, wie sie mit Ruhetagen umgehen. Ausgehend von einer täglichen Öffnung mit durchgehend warmer Küche bis hin zu nur abends oder nur mittags geöffnet und dann noch ein oder zwei Ruhetage reicht das Spektrum. Letztendlich ist es die unternehmerische Entscheidung des Wirtes/der Wirtin, wie er/sie die Öffnungszeiten gestaltet, sicher immer abgestimmt auf die Kundschaft und das sonstige Umfeld. Aber manchmal fragt man sich, ob da immer die richtige Entscheidung getroffen wird. Ist es manchmal nicht einfach besser, einen Ruhetag einzuführen, als einen Tag (oder auch mehrere) nur mit einer Notbesetzung zu arbeiten und dann durch das minderwertige Angebot Gäste für die Zukunft zu verscheuchen.
Vielleicht ist es ja wirklich nicht die beste Idee, an einem Sonntag- oder Montagabend aushäusig etwas essen gehen zu wollen. Die Auswahl offener Gaststätten, gerade auch im kleinstädtischen Umfeld (inkl. der Gegend drumrum), ist eher eingeschränkt. Aber ein paar Standards gibt es doch. Zu einem solchen führte aber ein Umweg übers Umland auf der Suche nach einem warmen Abendbrot. Der Weg führte über Friedland, Sandhagen und Altentreptow wieder nach Neubrandenburg zurück und ließ uns in einem 7-Tage-offenen Gasthaus enden. Dort waren wir schon öfter und sind bisher immer gut bedient und verköstigt worden, so wollte wir dann auch mal ein Bewertungsessen veranstalten.
Das Restaurant empfing uns mit bewährter Gastlichkeit, es schienen einige Gruppenfeiern stattzufinden, aber wir fanden schnell einen Platz. Nur der Service war weit und breit nicht zu sehen. Vermutlich half er in der Küche. Die entsprechende Tür dorthin entließ dann auch die zu diesem Zwecke beschäftigte Fachkraft, die sich kurz hinter dem vorhandenen Tresen aufhielt und dann wieder in der Küche verschwand. Nachdem das noch einige Male passierte, mussten wir annehmen, doch einen ungünstigen Platz erwischt zu haben: Die Deko auf dem Tresen war so groß, dass der sicher sonst sehr umsichtige Service unserer nicht ansichtig wurde. Aber durch einen Schlitz direkt zwischen Tresen und Deko wurden wir dann doch als neue Gäste erkannt und mit Speisekarten versorgt.
Schnell war das gewünschte ausgewählt und dann begann die Gedächtnisübung. Können wir es uns bis zur Bestellung merken, zumal sich nicht irgendwelche Nummern waren – die gab es auf der Karte nicht. Es mussten ganze komplexe Namen der Gerichte behalten werden. Immerhin, die Servicekraft war jetzt häufiger im Gastraum zu sehen. Die Feierlichkeiten an den anderen Tischen neigten sich ihren Enden entgehen, es wurde abgeräumt und kassiert. Bezahlen wollten wir auch, aber erstmal dafür auch eine Grundlage bilden. ‚Wenn sie nach dem nächsten Abräumen nicht zu uns kommt, um eine Bestellung aufzunehmen, gehen wir woanders hin‘, waren die ausgehungerten Gedanken. Obwohl sich die Zeiger der Uhr schon der 20. Stunde näherten, wir hätten noch einen gemütlichen Ort gewusst, der uns freundlich empfangen und mit Atzung versorgt hätte. Und ich meine nicht irgendein Systemrestaurant.
War es Gedankenübertragung? War es einfach nur der normale Ablauf im Service? Kurz, bevor wir die Jacken ergreifen konnten, wurde dann doch unsere Bestellung aufgenommen. Soljanka (was sonst?), französische Zwiebelsuppe, Mecklenburger Schnitzel und Rumpsteak „Strindberg“ hieß die im Nachhinein sehr internationale Bestellung. Die georderten Getränke (nicht auf der Karte enthaltene Fruchtsaftschorle und Bier) kamen zügig. Wobei sich die Frage stellen lässt, ob man geschmacklich den Unterschied zwischen abgestandenem Mineralwasser und Leitungswasser erkennt, wenn es zu einer Schorle verwendet wurde. Ich habe da überhaupt kein Problem mit Leitungswasser, im Gegenteil. Aber etwas Kohlensäure in einer Schorle wäre schon schön gewesen.
Auf die Vorsuppen musste auch nicht lange gewartet werden. Die Soljanka war in ihrem Säurespiel sehr gut ausgependelt und schmeckte wie erwartet und schon lange bekannt gut. Die mit überbackener Matschepampe bedeckte Zwiebelsuppe mit Croutons und Käse überbacken überzeugte höchstens geschmacklich. Unter Croutons darf man ruhig etwas knuspriges verstehen, und wenn man sie auf eine Suppe legt und dann noch mit Käse überbackt, muss man sie vorher sehr(!) gut anrösten, damit sie sich nicht mit Suppe vollsaugen und eine schleimige Matsche ergeben. Vielleicht hilft ja auch, vernünftiges Weißbrot dafür zu nehmen und nicht diese aufgeblasene Feuerzeugwatte, die sich Toastbrot nennt. Aber manchmal hilft auch, Suppe und „Deckel“ getrennt zuzubereiten und erst ganz kurz vor dem Gast zu vereinen … Vorausschauend ist hier der Service zu nennen; auf die Frage, ob es denn geschmeckt hätte, mussten wir nicht lügen, da sie gar nicht erst gestellt wurde.
Die Qualitätsvorzeichen bei der Menüfolge wechselten dann die Besitzer, als die Hauptgerichte auf den Tisch kamen. Das Mecklenburger Schnitzel, ein in Eihülle gebratenes dünnes Schweinesteak kam zart und saftig auf den Tisch, die Bratkartoffeln waren genauso lecker, nur die Cremechampignons waren vielleicht etwas dunkel. Das Salatbukett kam knackig daher, ein paar Tropfen eines Dressings hätten den Teller zur Vollendung gebracht. Beim Rumpsteak „Strindberg“ – eine Hülle aus Ei, Zwiebel und Senf ist hier das besondere – war noch ein wenig vom bestellten Medium-Zustand entfernt, dafür hatten die Pommes zu viel oder zu lange oder zu oft Hitze bekommen. Die waren definitiv knusprig und hatten das zuviel, was den weiter oben erwähnten Croutons fehlte. Aber eins hatten sie wohl auch zu wenig: ein Abtropfen des Frittierfettes … Aber wollen wir mal nicht nörgeln. Timing ist eben nicht jedem gegeben, zumal Gäste ja auch unterschiedlich schnell essen.
Die abschließenden und Lebensgeister wecken sollenden Heißgetränke kamen in Minimalkonfiguration auf den Tisch: kein Wasser zum Espresso, keine Kekschen, übersichtliche Menge Milchschaum auf dem Cappuccino, und die geschmackliche Dichte der Kaffeegetränke ließ einen unverzögerten Nachtschlaf vermuten, was sich dann auch bestätigte. Leere Gläser auf dem Tisch wurden durch den Service auch nicht bemerkt, der Feierabend lockte dann wohl. Nach einer kleinen Verdauungsautorunde fuhren wir ca. eine halbe Stunde, nachdem wir das Gasthaus verlassen hatten, an einem lichtlos dunklem Gebäude vorbei, das von einem rechtzeitigen Betriebsschluss zeugte.
Unabhängig voneinander waren wir in der Vergangenheit schon mehrfach im Gasthaus Sandkrug zu Gast – bis hin zu eigenen Familienfeierlichkeiten. Dabei sind wir immer durch fachgerecht und gut zubereitete Speisen und einen umsichtigen Service positiv beeindruckt gewesen. Warum es nun an diesem „Bewertungsabend“ nicht so war, weiß nur die anwesende Crew. So bleiben wir bei einer historisch bedingten positiven Empfehlung. Zumal in den letzten Monaten und Jahren sehr viel am Haus innen und außen neu gemacht wurde und man dort wirklich auch gut essen kann. Nur vielleicht nicht Montags Abends, wenn andere Gaststätten erst gar nicht öffnen …
Nur fürs Protokoll
Wenn bei der heißen Liebe Pilze an die Nudel kommen, ist es auch schnell vorbei.

Vor einiger Zeit hatte ich mal ein Glas Pilze geschenkt bekommen, die habe ich als „Verlängerung“ zum scharfen Herzilein-Gulasch von vorgestern gegeben. Geht auch, aber lindert auch nicht die Schärfe. 😉
Die nebenstehende Pasta habe ich natürlich noch gekocht … Wie immer: Pro Person 1 l kochendes Wasser mit 10 g Salz und 100g Trockennudeln versehen und al dente kochen. Fertig. Die Reste sind vertilgt.
Brennende Liebe – Etwas gelöscht und die Sache mit der Nudel
Dass der Gott des (herzhaften) Kochens vor den Genuss immer das Zwiebelschneiden gesetzt hat, ist auch nicht immer verständlich. Aber immerhin hilft es. Dies sind übrigens drei normale Zwiebeln, die grob in Würfel geschnitten wurden. Das muss nicht schick sein, da sie sich im Laufe der Zubereitung sowieso auflösen soll. Die Paprika ist schon nur optional, gern auch in gelb oder Orange oder auch gar nicht.

Und ob man wirklich zwei Chilischoten verwenden muss, bleibt auch dem Koch und vor allem dem späteren Esser überlassen. Aber sie sind ja relativ groß, also nicht so scharf – eine Einschätzung, die sich später als falsch herausstellte.

Während des Schneidens der Zwiebel erhitzt sich auf dem Herd schon mal ein Topf, der dann zügig hintereinander mit Öl (raffiniertes Rapsöl) und den Hähnchenherzen befüllt wird. Sie sollten möglichst schnell etwas Farbe bekommen, also viel Hitze und wenig umrühren.

Haben die Herzen (das funktioniert übrigens auch mit Fleischwürfeln oder anderen bratfähigen Sachen) etwas Farbe bekommen und Bratspuren auf dem Topfboden hinterlassen, werden sie dem Kochgefäß entnommen.

In diesen Bratensatz kommen nun bei unveränderter Hitzezufuhr die gewürfelten Zwiebeln. Sollte kaum noch Öl im Topf sein, hilft vorher ein wenig Nachschub.

Sind die Zwiebeln gut angeschmort und leicht gebräunt, schiebt man sie etwas beiseite und gibt Tomatenmark sowie Paprika (je nach Vorliebe edelsüßen oder scharfen oder eine Mischung aus beiden) hinzu und röstet die leicht an, bevor man alles mit den Zwiebeln vermischt.

Zum Ablöschen reicht etwas Wasser, vielleicht eine kleine Tasse voll. Rotwein wäre auch eine Maßnahme, oder Gemüse-/Tomatensaft. Von Bananenlikör sei abgeraten.

Dann wird alles gut durchgerührt und aufgekocht. Das ist ein guter Zeitpunkt für die Zugabe der Gemüse und würzenden Schoten.

Jetzt dürfen auch die Herzen wieder mit dazu.

Nochmal alles gut durchrühren und dann auf geringer Hitze und unter einem Deckel in aller Ruhe vor sich hin köcheln lassen. Das kann, je nach verwendetem Fleisch, durchaus ein wenig dauern. Und auch die Hähnchenherzen verlieren irgendwann von ihrer Gnubbligkeit und werden zart und weich.

Wem das ganze noch zu unflüssig ist oder zu wenig fruchtig, kann übrigens auch noch ein paar klein geschnittene Cocktail-Tomaten dazu gehen. Größere Tomaten würde ich schälen.Auch Gewürze wie etwas Majoran und/oder Thymian sind gern gesehen. Wer genau hinguckt, entdeckt auch das Lorbeerblatt, dass ich mitgekocht habe.

Irgendwann sind auch die Zwiebeln verkocht und zerschmolzen. Kräftiges Umrühren unterstützt den Prozess. Auch wenn es so aussieht, aber in der nachfolgend abgebildeten sämigen Soße ist nichts weiter drin als bisher beschrieben. Die Bindung kommt wohl vor allem durch die Zwiebeln und das angeröstete Tomatenmark.

Wem jetzt doch beim Abschmecken (Salz, Pfeffer, Paprika, Chili usw.) auffällt, dass anfangs die Peperoni-Menge doch zu groß war, kann die Schärfe mit der Zugabe von Frischkäse oder gewürfeltem Gouda (o.ä.) mildern. Beides sollte sich natürlich auch noch auflösen.

Dann kann auch schon angerichtet werden. Etwas Pasta hat man ja meist im Hause.

Feurige Liebe (wenn man die Herzen mal als Symbole dafür nimmt und mit der Chili etwas übertrieben hat).

Guten Appetit.
Falscher Ansprechpartner
Putzen mit Recycling
Manchmal steht man vor dem Problem, wie bekommt man eine benutzte Pfanne wieder sauber. Man kann sie natürlich abwaschen, aber wenn die im guten unsauber ist, kann man das gute ja auch noch versuchen, irgendwie zu retten. Im aktuellen Fall habe ich eine halbe Gurke in Scheiben geschnitten (und sie vorher halb geschält) sowie 3 Cocktailtomaten dazugegeben. Salz und Deckel drauf und etwas vor sich hin schmoren lassen, gelegentlich etwas umrühren.

Nach 10-15 Minuten bei schwacher bis mittlerer Hitze sieht das dann so aus wie auf dem Bild. Die Tomaten sind zerfallen, die Gurken al dente gegart. Salz, Pfeffer, Paprika, gern auch ein paar Kräuter (so vorhanden) geben den letzten Pfiff für diesen warmen tomatisierten Gurkensalat. Und immer schön am Pfannenboden rumwischen, damit die Gurken den Geschmack auch gut aufnehmen.

Der Gurkensalat kann dann auf einem Teller anrichtet werden. Er schmeckt so, kann aber auch wunderbar als Beilage dienen. Immerhin muss es ja einen Grund geben, warum die Pfanne nicht sauber war. Und der Grund lag während der hier beschriebenen Zubereitung im 90°C-Ofen.

😉 Guten Appetit.
#fbcb14 – Es ist verdaut
Hashtags haben manchmal doch eigentümliche Abkürzungen, aber wenn’s hilft, die wichtigen Infos zu einem Ereignis zu bündeln und sie sich wenigstens auch noch vom Namen des Ereignisses ableiten, ist es gut. So verbirgt sich hinter der oben genannten Abkürzung das FoodBloggerCamp Berlin 2014, dass am 03. und 04. Oktober in der Bundeshauptstadt, Ortsteil Adlershof, stattfand. Ich weiß nicht, ob die alte DDR-Fernsehhochburg mittlerweile auch eine kulinarische Hochburg ist, es gibt aber eine schöne Kochschule, die für ein solches Treffen wie geschaffen ist. Ein großer Gemeinschaftsraum mit einer großzügigen Küche sowie noch zwei weitere Kochzeilen in einem Nebenraum bieten Raum für mehr. Seminarräume (genauer gesagt: Sessionräume) ergänzen die Lokalität. Was will man mehr?!
Wer mehr über das Camp erfahren möchte, kann sich hier einige Rückblicke durchlesen. Wer alles da war, und was es sonst noch so alles gab, könnt ihr auf der Webseite vom Foodbloggercamp nachlesen, eine schöne Bildershow gibt es auch. Auf einigen Bildern könnt ihr sogar mich entdecken. Viel Spaß beim Suchen.
Was die Veranstaltung selber betrifft, bin ich etwas zwiegespalten. Für mich war es die erste Veranstaltung dieser Art; wer weiß, ob mich die fehlenden Erwartungen in eine falsche Richtung gedrängt haben. So zählte es auf jeden Fall zu den positiven Seiten, auch mal andere Foodblogger kennenzulernen. In den Sessions habe ich auch noch neues Erfahren bzw. anderen (hoffentlich) helfen bzw. zumindest Informationen oder Erfahrungen weitergeben können. Und von diesen Sessions gab es viele. Gezählt habe ich sie nicht alle, aber fast 50 á 45 Minuten werden es gewesen sein, wenn auch nicht unbedingt 50 verschiedene. Über Wildkräuter ging zum Beispiel eine Doppelsession, die Messer wurden auch mehrfach geschärft. Aber ansonsten gab es viele Themen, die für einen Foodblogger eine Rolle spielen (können): Blogsoftware, sonstige Helferlein, Urheberrecht, Moneytarisierung, Verkostungen, Sushi, grüne Smoothies, Essen im Comic, buntes Superfood, Kochbücher usw. usw.
Dass so ein Event auch Geld kostet, ist klar. Die Kochschule musste gemietet werden, die Seminarräume auch, außerdem wollen natürlich die Organisatoren auch bezahlt werden. Hinzu kommen die Zutaten, ggf. das Geschirr usw. usw. 60 € kostete demzufolge der Eintritt für die 2 Tage. So weit, so gut. Obwohl ich in der selten glücklichen Lage war, diesen Eintritt nicht bezahlen zu müssen. Manchmal hat man eben doch Glück. 😉 Aber wenn etwa 60 Leute 60 € zahlen, kommen 3600 € dabei heraus. Das Budget ist eng. Deswegen gab es noch eine ganze Reihe Sponsoren, und es hätte sogar noch einer mehr sein können, wenn der nicht gerade negativ belastet gewesen wäre. Die Sponsoren sorgen für eine gewisse Grundausstattung an Zutaten, Geschirr, Messern, Pilzen, regionalen Spezialitäten u.a. So waren eine große Supermarktkette, ein bekannter Solinger Messerhersteller, eine Porzellanfirma, ein Regionalvermarkter, ein Verlagshaus u.a. als Geld- oder Materialgeber dabei.
Sicher: Die Sponsoren waren vermutlich wichtig, um das Camp zu finanzieren. Vielleicht kann mir auch mal einer schreiben, der weiß, was das Camp an Eintritt gekostet hätte, wenn es keine Sponsoren gegeben hätte. Ich habe irgendwie ein Problem mit deren Existenz, um es mal pauschal zu sagen. Und um die andauernde Aufforderung, um die Sponsoren wie ums goldene Kalb zu tanzen und sie zu lobpreisen. Dafür war mir der Anteil natürlich oder naturnah erzeugter Nahrungsmittel zu klein. Vielleicht wäre eine Bioladen-Kette oder ein großer Biobauernhof aus der Umgebung eine schönere Idee gewesen. Andererseits bestätigt das meinen Eindruck, bei den Foodbloggern ist der Anteil derer, die sich mit dem Thema natürlicher Ernährung befassen, eher unterrepräsentiert. Die Teilnehmerzahl an der Session über regionale Produkte sprach dementsprechend auch Bände.
Solche Themen würde ich mir mehr auf einem Foodbloggercamp wünschen. Theoretisch und praktisch. Wobei die Praxis von meinem Gefühl her auch etwas zu kurz kam. Die Kochstellen waren zwar mit Sessions immer belegt, aber „Basiskurse“ (was ich damit auch immer meine) waren selten: Buntes Superfood, grüne Smooties, Essenboxen, Pasta kochen (fürs Mittag), Frühstück ohne Milch, Obst und Gemüse mit Gewürzen, Verwendung von Spritztüllen, Herstellung von Birnenlikör, Sushi, … Das waren die sicher sinnvollen und interessanten Sessions, die es gab. Aber ich hoffe, mein Gedanke dazu ist auch aus dieser Liste heraus nachvollziehbar. Natürlich leben die Sessions von denen, die sie anbieten und ich hätte ja so einen wie auch immer gearteten „Basiskurs“ geben können. Aber dazu muss man ja auch erstmal wissen, wie so ein Foodbloggercamp funktioniert, aber ich war ja das erste Mal da …
Werde ich mir ein Foodbloggercamp nochmal antun? Jeder hat das Recht auf eine zweite Chance. 😉 Ich bin durchaus am Informations- und Erfahrungsaustausch interessiert, auch wenn mir die Runde eigentlich etwas zu groß war. Aber das ist eher eine persönliche Eigenheit. Ich weiß: Kleinere Runden hätte die vielfältigen Möglichkeiten überhaupt nicht bieten können. Deswegen werde ich mir das nächste Foodbloggercamp, das in erreichbarer Nähe stattfindet (also für mich als Reisemuffel), auch wieder mitnehmen, bei entsprechender Muße vorher werde ich mir auch eine Session ausdenken. Back to the roots. Foodblogger sollten sich fürs Essen, Kochen, Schreiben und Fotografieren in Theorie und Praxis interessieren. Das wäre dann mein Ansatz.
Nomen is omen
Naja, ich und fremde Sprachen. Da sollte ich mich doch lieber auf Deutsch konzentrieren tun. 😉 Oder auf’s Essen (machen). Graues Wetter draußen, absolut keine Lust, einzukaufen, aber eben auch nix besonderes vor, um den Samstag zu überleben. Und irgendwas hat man ja immer da, es ist nur eine Frage, wie man es benennt. In meinem Fall sind das
Jägerbratkartoffeln (Ost) mit ganz, ganz, ganz, ganz jungem Brathuhn
Zugegeben, so etwas als ganz junges Huhn zu bezeichnen, habe ich irgendwann irgendwo diese Woche aufgeschnappt. Leider weiß ich nicht mehr vor und wäre über einen Hinweis dankbar.
Aber nun soll Euch das Essensbild auch auch vorenthalten werden:
Nomen is omen weiterlesen
Low Carb Burger – Ein Versuch
Ja, es ist kein Burger. Ja, es ist komisch. Ja, es sieht zerschossen aus. Ja, es sieht auch blutig aus, es ist aber nur Fleischsaft! Und es ist ein Versuch. Und der wäre mit Kopfsalat-Blättern oder blanchierten Weißkohlblättern besser gelungen. Hatte ich aber nicht im Hause. So. Punkt. Es soll ja nur eine Anregung sein, mal was anderes zu probieren.
Eigentlich könnte man das ganze auch als Kalt-Warme-Kraut-/Salat-Roulade bezeichnen. Irgendwo im Reise-Koch-Fernsehen, ich glaube, bei Herrn Bourdain, habe ich sowas auch mal gesehen, irgendwo aus dem fernen Osten. Aber kommen wir zum hier und jetzt: in Scheiben geschnittenes Gemüse, in Tranchen geschnittenes Steakfleisch (frisch gebraten und noch warm), Salz, Pfeffer, Gewürze, Soßen. Und Blattsalat mit möglichst großen und nicht zu knackigen Blättern.

Tomaten, Gurken, Filetsteak, Salat, (Zwiebeln wären noch eine Idee gewesen). Alles wird zu einer schönen Portion auf das Salatblatt gehäuft, gewürzt und ggf. mit einer Soße der Wahl versehen.

Dann wird alles zusammen geklappt. Bei den flexibleren Kopfsalatblättern kann man versuchen, das Blatt wie bei einer Frühlingsrolle zu falten und um die Füllung herum zu bringen. Ich hatte jedenfalls gleich Appetit und einen guten Biss.

Diese länglichen großen Blätter eignen sich aber auch als essbare Servierlöffel. In dem Fall kommt unten etwas Pickels-Soße (oder was anderes nach Geschmack) hinein.

Darüber kommt das Fleisch. Oder was man sonst noch alles als Füllung machen möchte.

Das Ding kann man auch gut in der Hand halten und dann Abbeißen.

Lecker.
Es muss also nicht immer Salat als Beilage sein. Die großblättrigen Sorten eignen sich auch als direkte Unterlage oder sogar zum Einwickeln. Mal was anderes.
