Variationen in bunt

Heute gab es eine Variation von gestern, erstaunlich aber eine, die ich dort nicht erwähnte. Beim Durchstreifen meines Tiefkühlers fand ich etwas, was zu einem ähnlichen Gericht verarbeitet werden konnte. Und ich tat das dann auch.
Um die Variantenvielfalt noch weiter zu vergrößern, habe ich diesmal etwas Butter in etwas Öl angeschwitzt.
Butter in Öl
In diese Mischung kommen dann drei gewürfelte Schalotten.
Schalotte anschwitzen
Sind die gut angeschmurgelt, kommen die Tomaten hinzu. Hier empfiehlt es sich, sie entweder schön klein zu schneiden oder so groß es geht zu lassen. Oder man pellt sie vorher. Aber dazu später mehr.
Tomate, Salz und Pfeffer dazu
Die Tomaten werden gut durchgerührt und dann die Pfanne mit dem Deckel verschlossen. So benötigen wir kein zusätzliches Wasser.
gut durchschmoren lassen
Ab und an sollte der Pfanneninhalt gut durchgerührt werden. Aber immer wieder schnell den Deckel rauf.
Tomate zerfällt
Wenn die Tomaten anfangen zu zerfallen, kräftig durchrühren und dann die Dicken Bohnen hinzugeben. Auf der Packung stand, dass sie 7 bis 10 Minuten zu garen wären. Das habe ich dann in der Tomatensoße getan.
Dicke Bohnen dazu
Natürlich schön mit Deckel zu und in der Zeit zwei- oder dreimal umrühren.
Umrühren und 7-10 Minuten mitziehen lassen
Bevor man die Kartoffeln in die Pfanne gibt, ist die die Chance, die groß gelassenen Tomatenschalen herauszufischen. Hat man sie vorher klein geschnitten oder gepellt, erübrigt sich das.
gegarte Kartoffeln dazu
Nachdem die Kartoffeln drin sind, wird nochmal kräftig umgerührt, alles einmal aufkochen und dann noch etwas ziehen gelassen.
Umrühren und ziehen lassen
Mit Hilfe eines Garnierrings kann man auch mal Turmbau auf dem Teller probieren.
Anrichten
Guten Appetit.

Bunte Pfanne

Die Zutaten
Man kann ja auch mal mit einem Bild anfangen. Zur Identifikation seien die Hauptzutaten auch noch erwähnt: Zwei mehlig kochende Kartoffeln, 9 Cocktailtomaten, zwei Schalotten und eine Salatgurke. Im weiteren Verlauf kamen auch noch Salz, Zucker, Pfeffer und ein Teelöffel Tomatenmark dazu. Und natürlich das Olivenöl zum anschmoren der klein geschnittenen Zwiebelchen.
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Wer schnell schnibbeln kann, zerkleinert die Gurke (der Länge nach halbieren und dann Halbmonde schneiden) sowie die Tomate (vierteln) während des Zwiebelanbratens. Stressärmer wird es, hat man das vorher erledigt. Sind die Schalotten glasig bis leicht bräunlich, kommen die beiden Gemüse mit dazu.
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Salz, Pfeffer, Zucker und ggf. etwas Tomatenmarkt aromatisieren auf das beste. Alles wird in der Pfanne gut durchgerührt und dann mit einem Deckel abgedeckt, damit die Flüssigkeit nicht entweicht. Zur Sicherheit kann man auch immer noch eine Espressotasse voll Wasser dazugeben.
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Die Hitze sollte dann reduziert werden, damit alles ganz leicht vor sich hin schmurgelt.
In der Zeit werden dann die beiden Kartoffeln geschält, in Würfel geschnitten und feucht in ein mikrowellengeeignetes Gefäß gegeben. Dann werden sie in ca. 3:30 Minuten bei maximaler Leistung gegart. Die Zeit kann von der Leistungsfähigkeit der Mikrowelle und der Größe der Kartoffeln abhängen. Also am Ende anpieken, ob die Stücke gar sind und ggf. noch etwas nachgaren.
Sind die Gurken gut angeschmort und die Tomaten zerfallen, kommen die Kartoffelstücke dazu.
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Alles wird gut durchgerührt und noch etwas unter dem Deckel ziehengelassen.  Zeit, um ein paar Kräuter vom Balkon zu holen und grob zu hacken.
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Die Kräuter, Petersilie und Schnittlauch kommen noch mit aufs Essen, dann nochmal durchrühren und servieren.
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Wenn man über Essen blogt und Teller abbildet, könnte man vor dem Fotografieren natürlich auch noch den Rand sauber machen. Gut, dass das hier keiner tut. 😉
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Guten Appetit.
Die Variationen sind vielfältig. Die Kartoffelstückchen könnte man á la Bratkartoffel noch etwas anbraten. Zucchini, Schmorgurke, Paprika, Aubergine u.a. wären noch Gemüse, die man sicher auf die gleiche Art verwenden kann.
Warum habe ich übrigens die Kartoffeln in der Mikrowelle gegart. Ich wusste einfach nicht, wie sich die rohe Kartoffel im Zusammenspiel der Zutaten verhält. Also habe ich sie separat gegart. Wer hat, kann natürlich auch fertig gegarte Kartoffeln vom Vortag oder selbst dampf- oder andersartig gegarte nehmen.

Der, die, das

Deutsch ist eine doch recht weitläufig benutzte Sprache. Je nach Definition und Zählung gibt es wohl weltweit knapp 100 Millionen Muttersprachler, die des deutschen mächtig sind. In sechs europäischen Ländern und in Südtirol ist es Amtssprache, genau wie es eine der Amtssprachen der EU ist. In weiteren Ländern ist es National- oder sonst auch anders bezeichnete offizielle Sprache. Bei dieser Verbreitung kann es gern mal regional unterschiedlich ausgebildete Wortformen und Grammatiken geben.
Nehmen wir zum Beispiel mal das österreichische und das deutsche Deutsch. Werden zum Beispiel Melanzani, Kiawas und Paradeiser, ggf. noch mit ein paar Paprika, verkocht, weiß der Österreicher, es gibt sowas ähnliches wie Ratatouille. Der Deutsche guckt erstmal „Hä?“ und lässt sich aufklären, dass da (in der gleichen Reihenfolge des Auftretens) Auberginen, Zucchini und Tomaten verwandt wurden. Aber auch nur das Geschlecht eines Wortes ist regional unterschiedlich üblich. Der Laptop oder das Laptop, der Blog oder das Blog, die Cola oder das Cola?
Womit wir endlich beim Thema wären. Eine bekannte österreichische Getränkefirma, die in ihren Werbespots auffällig „das Cola“ betont (was übrigens durchaus richtig ist, vor allem in südlichen Gefilden des deutschen Sprachraums), hat demzufolge auch eine entsprechende koffeinhaltige Limonade herausgebracht. Irgendwie scheint es gerade Mode zu sein, den etablierten Limo-Herstellern etwas entgegensetzen zu wollen. Positiv zu vermerken bei diesem Getränk ist u.a. die Nichtverwendung von Phosphorsäure, die sonst in Cola durchaus als üblich zu bezeichnen ist.
Der Hersteller dieses bestierten Getränks versucht, Cola als natürliches Getränk hinzustellen. Neben der üblichen Dreieinigkeit Wasser, Zucker, Kohlensäure sowie als färbender Zusatz Karamellzuckersirup kommt noch Geschmack in Form von Pflanzenextrakten dazu. Galgant, Vanille, Senfsamen, Koffein aus Kaffeebohnen, Limette, Kolanuss, Kakao, Süßholz, Zimt, Zitrone, Ingwer, Cocablatt, Orange, Ackerminze, Pinie, Kardamom, Muskatblüte, Nelke und Zitronensaftkonzentrat sind diesmal die Bestandteile, mit denen Colageschmack simuliert werden soll. Interessant sind ggf. die Unterschiede und die Gemeinsamkeiten zum Mitbewerber.
Die gute Mitteilung zuerst: Die Senfnote ist so dezent, dass man sie eigentlich nicht mitbekommt. Weitaus mehr machen sich die Zitrusfrüchte bemerkbar, und das sogar in mehrfacher Hinsicht. Zum einen wirkt das Getränk im Glas leicht gelblich-orange verfärbt, andererseits schmeckt es auch eher wie eine Mischung aus Cola, Cola-Orange-Mix und Zitrus-Cola. In der Nase bleibt dabei noch ein wenig Vanille-Cola hängen. Letztendlich gibt es zwar DEN Cola-Geschmack sowieso nicht, aber die Red Bull Cola kann man durchaus trinken, wenn man Wert auf die Zitronenscheibe im Glas legt und unbedingt viel Geld für ein Image ausgeben möchte. Zu viel sollte man aber auch davon nicht trinken. Auch, wenn das Cola ca. 10% weniger Energie enthält als vergleichbare Getränke, ist es immer noch recht viel.

Mehlig kochend ohne kochen

Gute Zutaten, halbe Arbeit. Das gilt auch und vor allem für Gerichte, die aus wenigen Bestandteilen bestehen und demzufolge von deren Qualität leben. Damit sind nicht nur ihre guten sondern auch ihre Eigenschaften im allgemeinen gemeint, zum Beispiel bei der Kartoffel. Hier gibt es fest kochende, vorwiegend fest kochende und mehlig kochende Sorten. So findet sich für jedes Erdapfelgericht die geeignete Sorte: festkochende für Bratkartoffeln oder Kartoffelsalat, mehlig kochende für Kartoffelbrei usw.
Einen Rösti kann man prinzipiell mit allen drei Sorten machen (wobei dann aber immer ein bisschen was anderes raus kommt). Am einfachsten wird es aber mit mehlig kochenden Kartoffeln.
mehlig kochende Kartoffeln
Diese werden geputzt, geschält und dann gerieben. Dafür gibt es das Gerät mit der Kurbel.
Geschälte Kartoffeln in der Reibe
Ein paar Umdrehungen mit der Kurbel, und die Kartofeln sind gerieben. Natürlich gibt es auch andere Möglichkeiten.
Geriebene Kartoffeln
Die Raspeln werden gewürzt, in diesem Fall mit Salz, Pfeffer und gehacktem frischem Rosmarin.
Rosmarin, Pfeffer, Salz auf Kartoffelraspel
Alles wird gut vermengt. Nebenher wird eine kleine Pfanne auf den Herd gestellt und gut, aber nicht zu heiß erhitzt. Dort hinein kommt etwas Butter.
Butter in die Pfanne
Dann werden die Kartoffelraspeln in die Pfanne gegeben.
Kartoffelraspeln hinzugeben
Die Masse wird dann in der Pfanne gut angedrückt. Eventuell angesammelte Flüssigkeit aus der Schüssel wird dann auch noch über den Rösti in der Pfanne verteilt.
Angedrückter Rösti
An dieser Stelle wird es wichtig, einen zur Pfanne passenden glatten Deckel zu haben. Zum einen empfiehlt es sich, anfangs diesen Deckel auf den Rösti zu geben, damit er auch gut durchgart. Zum anderen werden wir ihn zum Wenden benötigen.
Deckel auf den Rösti
Die Pfanne wird mit dem Decklen drauf gedreht, so dass der Rösti auf dem Deckel zu liegen kommt. Dann kann man ihn in die Pfanne zurückgleiten lassen.
Rösti auf dem Deckel, zurück in die Pfanne
Dann kann die andere Seite sanft bräunen. Jetzt bitte den Deckel nicht mehr auf den Rösti legen, er soll doch schön knusprig werden.
Rösti fast fertig
Für die Beilage ist wieder die Phantasie des Leser gefragt. Dieser doch recht dicke Rösti reicht trotz der Verwendung einer kleinen Pfanne für zwei. Da war es ein recht angenehmer Zufalle, dass in einer käuflich erworbenen Packung genau zwei Bratheringsfilets enthalten waren.
Brathering mit halbem Rösti und zu viel Petersilie
Guten Appetit.

Gut gemeint vs. gut gemacht

Meeresgetier ess ich ja ganz gern. Nicht alles und jedes habe ich bereits verzehrt, aber zumindest kosten würde ich, nach fachkundiger Zubereitung, schon noch das eine oder andere. Bei Scampi hat mich mal ein Schweriner Caterer „versaut“, bei einer Veranstaltung vor einigen Jahren aß ich so lecker zubereitete, dass sich jetzt jeder andere Koch daran messen muss. Selber habe ich sogar aufgegeben, dieses Meerestier zuzubereiten, scheiterte ich doch jedesmals.
Die kleinen Freunde der Scampi sind ja die Shrimps, der moderne Einzelhandel bietet sie in verschiedensten Variationen feil. Weil ich die Kombination mit einem Klecks Knoblauchsoße recht lecker finde, landete eine Packung „Shrimps in Knoblauchsoße“ in meinem Leinenbeutel (nachdem ich sie bezahlt hatte). Dass das Bild auf der Packung nichts mit dem Inhalt zu tun hat, war mir schon klar, aber ich fand die weitere Informationspolitik des Herstellers schon gut.
Nicht nur, dass ich augenscheinlich keine Shrimps, sondern Garnelen mit dem schönen lateinischen Namen Penaeidea zu mir nahm, fanden sich der Fangort und der Fangzeitraum auch auf der Schachtel. Und nicht nur das, auch die Zutatenliste war erfreulich übersichtlich. Sicher: Ob Stärke, Milchsäure oder Guarkernmehl unbedingt mit hätten dabei sein müssen, bleibt überlegenswert; aber ich war gnädig, fehlten doch die sonst üblichen Verdächtigen des Ungenusses.
Trotzdem bleibt wie bei vielen dieser Produkte zu konstatieren: Schade um jede Garnele, die dafür sterben musste. Es gilt wirklich, dass es die eindeutig bessere und nicht sehr viel aufwendigere Variante ist, die Knoblauchmajonäse (oder eine Soße der Wahl, auch Cocktailsoßen munden recht lecker) selbst herzustellen – vor allem in der benötigten Menge – und nicht wie in den Packungen als alles überflutende Masse einzusetzen.
Selbst käuflich zu erwerbende Knoblauchsoßen sind teilweise besser als das, was einem in den fertig  gemischten Salatpackungen entgegenschwappt. Und das will schon was heißen.

Ein Auge auf den frischen Salat geworfen

Die einfachsten Gerichte bedingen die besten Ausgangszutaten, lebt doch der Geschmack und der nachfolgende Genuss nur von ihnen. Das gilt vor allem bei den ganz einfachen Gerichten, aber wo soll schließlich der Geschmack kommen, wenn er in den Ausgangsmaterialien nicht schon drin ist. Die sind im konkreten Fall denkbar einfach: Pflückfrischer Salat aus dem elterlichen Garten, ein Rib-Eye-Steak, Salz und Pfeffer. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und bedarf keiner weiteren Erläuterung:
Rib-Eye-Steak auf Salat
Einfach. Natürlich. Lecker.

Bratwurst fernöstlich angehaucht

Wenn ich mich richtig erinnere, war es eine der Reiseessreportagen mit Anthony Bourdain, aus der ich die Idee für mein heutiges Mittag entlehnte. Er war in einem mir nicht mehr erinnerlichen fernöstlichen Land und man aß eine sehr eigene Art von Tortilla.
Diese Art des Anrichtens gibt es weltweit in unzähligen Varianten. Sei es der gerollte und gefüllte Maisteigfladen oder die Frühlingsrolle, sei es die Cannelloni der Italiener oder – im weitesten Sinn – das Sandwich der Engländer. Eins haben aber alle gemeinsam: Ein Teig umschließt eine Füllung. Aber muss es denn immer Teig sein. Tony zeigte eine Alternative und ich baute was aus der Idee.
Brawu im Schlafrock
Das im Original gezeigt Kopfsalatblatt wäre sicher ob seiner Art und seiner Flexibilität besser gewesen, aber es stand keins zur Verfügung. Wichtig ist nur, dass es groß genug und hinreichend weich ist, aber nicht schlabbrig, so ein bisschen frischer Knack ist schon recht angenehm. Dieses Salatblatt wird mit garer, durchaus auch warmer Speise gefüllt und dann sofort verspeist. Das ist gar nicht mal so unlecker.
In meinem Fall – und die Überschrift deutete es schon an – gab es Bratwurst. Der Fleischer meines Vertrauens bot frische Exemplare an, die auch sofort verspeist werden sollten. Also ab in die Pfanne damit.
Bratwurst in der Pfanne
Hier werden die Würste schön gebräunt. Die groben hier enthalten wohl sogar kleine Paprikastückchen. Zum Entfetten kann man sie auch leicht an mehreren Stellen einpieken. Rechtzeitiges umdrehen verhindert das Anbrennen.
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Nebenher wird schon mal der Salat gewaschen. Wer es ganz gut machen möchte, bereitet noch eine passende cremige Soße vor, die er anschließend noch auf die Bratwurst drappiert.
Bratwurst fertig
Ein Salatblatt wird auf eine Unterlage gelegt und je nach Größe eine Bratwurst, oder zumindest ein Teil, darauf.
Bratwurst auf Salatblatt
Dann kommt die Soße dazu, im aktuellen Fall ist es einfach nur Senf. Das Blatt wird vom Strunk befreit.
Soße/Senf dazu
Jetzt wird das geschickt zusammengerollt und kann auch sofort gegessen werden.
Bratwurst als Salatroulade
Guten Appetit. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, was man in das Salatblatt so alles hineintut. Gehobeltes Grillfleisch, Fischstücke, Hackfleischgedöns, Meeresfrüchte usw. usw. Viel Spaß beim Ausprobieren.

Noch ’ne Cola

Ceylonzimt, Bergamotte, Cardamom, Ingwer, Orangenblüte, Vanilleschote, Coriander, Limettenschale, Cassiazimt, bittere Pomeranze, Kalmus, Nelke, Zitwerwurzel, Lavendelblüte, Johannisbrot, Ysopkraut, Veilchenwurzel, Muskatnuss – Was man doch so alles braucht, um so ein bisschen Chemie nachzubilden. Nur wird sich der geneigte Leser fragen, was es da zu mischen gilt? Aus gegebenem Anlass habe ich erstmal nur die etikettierten pflanzlichen Extrakte aufgezählt.
Spätestens, wenn noch die Hauptzutaten dazu kommen, dürfte vielen das Ergebnis klar sein, auch wenn die o.g. Ingredienzien erst etwas irritieren: Wasser Glucose-Fruktose-Sirup, Zucker und Getränkegrundstoff. ‚Ah!‘, werden manche denken, es ist eine Limonade. Gibt es Chai jetzt auch als Limo? Mitnichten, schaut man sich den Getränkegrundstoff genauer an: Pflanzen-Extrakte, Koffein aus Colanuss, Tee und Kaffee, natürliches Aroma, Farbstoff E150d, Kohlensäure und – Trommel und Tusch – Phosphorsäure.
Nun sollte es klar sein, dass es sich um eine Cola zu handeln scheint. Das ist insofern ganz richtig, als dass das Wort auch vorn auf dem Etikett steht. Oben drüber steht auch noch Club-Mate. So dürfte das Getränk ausreichend beschrieben sein. Was leider nicht auf dem Etikett oder im Internetangebot des Herstellers steht, sind die Nährwerte, orientiert am Geschmackserlebnis dürften die einer normalen Cola entsprechen.
Die Süße ist aber auch der einzige Vergleich, den man mit „normaler“ Cola ziehen kann. ähnlich wie die neulich besprochene Bionade-Cola ist auch dieses Getränk nichts für denjenigen, der den originalen Geschmack sucht. Wer mal was anderes trinken möchte, der ist aber beim Mate-Exemplar eher zu Hause als anderswo, zumal man zur Geschmacksbeschreibung durchaus andere Cola’s zum Vergleich heranziehen kann. So erinnert mich das Aroma an eine Mischung aus Club-Cola mit einem gewissen, wenn auch nicht allzu großen Teil an Cherry-Cola. Die Dominanz der Kirsche tritt in den Hintergrund, zugunsten des Club-Cola (die nichts mit Club-Mate zu tun hat) eigenen Geschmacks.
Gut gekühlt ist sie wie alle guten koffeinhaltigen Limonaden lecker trinkbar, bei Zimmertemperatur ist sie wie die anderen einfach nur penetrant süß. Als Durstlöscher stellt sie also keine Alternative zu Wasser (ggf. mit einem Spritzer Fruchstsaft) da.

Verirrt zwischen den Spargelfeldern

Wer kennt das kleine Örtchen nicht, zumindest vom Namen her: Beelitz. BeelitzDie gefühlte Hauptstadt des brandenburgischen, wenn nicht des gesamten ostdeutschen Spargelanbaus liegt unweit Potsdams am Kreuzungspunkt der B2 und der B 246, die Autobahnen 9 und 10 sind auch nicht weit weg. Dem Kulinariker ist der Ort hauptsächlich wegen des edlen Gemüses bekannt, aber unter dessen Strahlkraft beherbergt es auch die deutsche Dependance eines niederländischen Eindosers ehemals gesunder und leckerer Grundzutaten.
Die Hauptstadt ist nicht weit, und so ist es kein wunder, dass man auf die Idee kam, zwei der wichtigsten berlintypischen Erzeugnisse zu einem zu verbinden: enerseits das Blech, was die Bundes- und Landespolitiker dort reden und zum anderen die Currywurst. Curry-Bockwurst in der DoseUnter einer Marke, die bisher eher für Dosensuppen und Fertiggerichte (vor einigen kann man kulinarisch nur warnen, der verwendete Kartoffelpamps ist eklig) bekannt ist, hat jetzt „Curry-Bockwurst mit Currysoße“ in zwei Varianten eingedost: klassisch und scharf.
Der kundige Esser fragt gleich zurück: Curry-Bockwurst? Ja, Curry-Bockwurst! Steht so auf der Dose. Der Wikipedia-Artikel klärt uns auch darüber auf, dass nicht nur Bratwürste sondern auch Brühwürste Basis für das Gericht sein können. Die Bockwurst gehört dazu. Aber Wikipedia schreibt auch, dass die Wurst gebraten oder frittiert werden soll, was mit Bock- wie auch anderen gepökelten (rötlichen) Würsten eher suboptimal ist, können doch dabei krebserregende Nitrosamine entstehen. Deswegen soll man ja auch Wiener, Bochwurst & Co. auch nicht grillen.
In den Dosen hat natürlich die Soße die absolute Oberhand (das Produkt kommt schließlich von einem Suppenhersteller). 37% des Inhaltes sind die Bockwurst. Bei den restlichen Zutaten (Tomatenmark, Wasser, Zucker, modifizierte Maisstärke, Branntweinessig, Apfelsaftkonzentrat, Speisesalz, Gewürze, Guarkenmehl, Bockshornklee und Paprikaextrakt). Der Sammelbegriff „Gewürze“ und die Stärke wären genauer zu hinterfragen, was sich dahinter verbirgt. Aber irgendwo sollte sich ja auch das Curry verbergen. 😉
Auf der Webseite zum Gericht wird die Lager- (April 2016) und Outdoorfähigkeit gelobt, dazu fehlt mir bei den Zubereitungsformen irgendwie das In-der-Dose-Erhitzen. Wer hat schon immer eine Mikrowelle und passendes Geschirr beim Camping dabei? Einen Kochtopf nehmen und rührendes Erhitzen geht aber auch. Ideal dafür auch wieder ein schon erwähnter Berliner Politiker – rumeiern und heiße Luft produzieren. In der Versuchsküche habe ich mal – der Übersichtlichkeit wegen – eine Pfanne zum sanften Erwärmen genutzt, auch, weil sie schon ungenutzt rum stand.
Erhitzen
Zum Geschmackserlebnis. Fangen wir mit der positiven Erkenntnis an. Der Klassik-Version – nur die habe ich erstmal getestet – ist eine tomatig-würzige Grundnote nicht abzusprechen, auch eine leichte, Curry angelehnte Schärfe ist angenehm spürbar. Punkt. Ansonsten ist die Soße – sicher auch der industriellen Herstellung geschuldet – ein charakter- und substanzloses etwas, das allerdings gut an den Bockwurstscheiben haftet. Was sie aber auch muss, denn ohne die Soße schmecken diese quasi nach nichts, auch das Mundgefühl einer Bockwurst will sich partout nicht einstellen, einzig der Hauch einer Zähigkeit bei der Pelle erinnert entfernt an die Knackigkeit des Vorbildes. Schade um jedes Tier, dass dafür sterben musste.
Bockwurstscheibe in Currysoße
Ein Endstück auf die ganzen Scheiben? Sooooo lange Bockwurst
Nicht ganz ohne Eigennutz möchte ich an dieser Stelle auf den Currywurstburger verweisen, dessen Rezept und Zubereitung, gerade auch von der Soße, aber auch von der Wurst, sicher auch Basis für eine entsprechende Konserve sein könnte. Das Grundproblem würde aber auch damit nicht gelöst: Durch die Dosenlagerung vermischen sich alle substanzgebenden Aromen im Laufe der Zeit miteinander, die Wurst laugt aus, so dass spätestens am Ende der Lagerfrist auch nur ein Einheitsbrei unter dem Blechdeckel zum Vorschein kommt.
 

Pasta eglefino pomodori i paprika

Hiermit entschuldige ich mich schon mal bei allen italienischen Muttersprachlern. Aber ich versuche nur, von Speisekarten zu lernen, die unter dem Label „italienisch“ allerlei mehr oder weniger leckeres anbieten. Mein Übersetzer brachte dabei für das deutsche „Paprika“ nur das italienische „paprika“ hervor, es soll aber noch mehr Entsprechungen geben.
Nudeln mit Schellfisch und Tomaten-Paprika-Soße
Die Zubereitung war denkbar einfach, aber nur, weil schon ein bisschen was vorbereitet war. Dem Tiefkühlschrank entnahm ich ein Schellfischfilet (es gehen natürlich auch andere festkochende Fischsorten), dass ich leicht antauen ließ, um es anschließend zu säubern und in mundgerechte Stücke zu zerschneiden. Nebenher wurde ein Liter Wasser zum Kochen gebracht, in dem 10 g Salz aufgelöst wurden. Dort hinein kamen dann 100 g getrocknete Pasta (alte Faustregel: 1l Wasser, 10 g Salt, 100 g Pasta pro Person), die nach Vorschrift leicht al dente gekocht wird.
In der Zeit wandern die Fischstücke in eine Pfanne mit etwas Butter und werden angebraten. Wer nur Kochfisch mag, aber keinen Bratfisch, lässt das. Hat der Fisch die gewünschte Bratintensität, wird die vorbereitet Soße in der gewünschten Menge darauf verteilt und mit erhitzt. In dieser zieht der Fisch dann gar. Ist Pfanne groß genug, kann die fertige Pasta auch noch mit dazugegeben werden, damit man sie nochmal schön durchschwenken kann. Wenn nicht, gibt man sie einfach auf einen Teller und entleert die Fisch-Soße-Pfanne darüber. Da das Auge auch mit isst, darf die Petersilie nicht fehlten.
Die Frage ist nur, wo kommt jetzt die fruchtig aromatische Soße her? Die fällt öfter mal als Halbfertigessen an: Das Problem, das es zu bewältigen gilt: Mal wieder zu viel eingekauft, vor allem Tomaten und Paprika. Also werden Schalotten klein gehackt und in Olivenöl angedünstet. Tomaten und Paprika werden auch zerkleinert und in den Topf mit den Schalotten gegeben. Alles wird bei geschlossenem Deckel etwas schmoren gelassen. Fängt das Gemüse an zu zerfallen, wird es mit einem Pürierstab oder auf andere Art und Weise zu einer Soße verarbeitet, mit etwas Tomatenmark aromatisiert und mit Salz, Pfeffer, Zucker sowie etwas Balsamico-Essig abgeschmeckt. Dann sollte man alles nochmal gut durchkochen lassen. Insgesamt steht die Soße eine knappe halbe Stunde auf dem Herd und köchelt. Sollte sie wider Erwarten zu dickflüssig werden, Wasser oder Tomatensaft dazu gehen. Dann in Vorratsgefäße anfüllen und gekühlt bzw. gefroren lagern.
Irgendwann mach ich das nochmal als Fotokochstory …