Tag 31 (20.11.2019)

Langsam schleicht sich Routine ein, was nicht ganz ungefährlich ist, da sich damit auch nicht ganz korrekte Verhaltensweisen manifestieren können. Ich werde mich wohl in einer Mußestunde mal ans Infomaterial setzen und mein Verhalten überprüfen. Ist so ein kleines bisschen wie Religion, ab und an das jeweilige zentrale Dokument zur Hand zu nehmen, um sich wieder einzunorden. Der Vergleich hinkt nicht mal, da doch für viele ihre Ernährung zu einer Ersatzreligion geworden ist.

Das heutige Abendbrot wird Vollkornbrot mit Schwarzwälder Schinken Lachsrauchschinken und Entenbrustaufschnitt bringen, ein paar Physalis und Paranusskerne hinterher. Das Mittagessen war Teil 3 und Schluss der Möhren-Gemüse-Suppe, die ich mit etwas gebratenem Hühnerfleisch aufgepeppt hatte. Käffchen dazu.

Das Frühstück hatte ich in den letzten beiden Tagen schon geteast und es war so hervorragend wie vermutet, wenn auch trotzdem verbesserungsfähig. Tk-Erdbeeren wurden genauso schwung- wie kraftvoll mit Joghurt verrührt, der mit Haferflocken aufgehübscht war. Das nächste Mal werde ich die Erdbeeren vorher klein schneiden, nur das Umrühren verteilte sie nur ungenügend.

Aber der Erdbeerjoghurt war lecker. Wenn ich nicht schon vorher keinen fertigen Erdbeerjoghurt oder Joghurt mit Erdbeerfruchtzubereitung gekauft hätte, würde ich es ab jetzt nicht mehr tun. Richtige Erdbeeren und kein – ich betone: kein – zusätzlicher Zucker im Joghurt sind genial. Man muss natürlich beim Einkauf aufpassen: Es gibt Tiefkühlobst, das mit Zucker in irgendeiner Form versetzt ist. Lasst das Zeug in den Verkaufstruhen und guckt im nächsten Laden nach den zuckerfreien Varianten. Es lohnt sich.

Tag 29 (18.11.2019)

Manchmal ist eine Routine am Morgen schon was feines, vor allem, wenn es eine gute Routine ist. Also gabs heute morgen mal wieder Löffelfrühstück. Diesmal in der Quark-Erdbeeren-Haferflocken-Variante. Und dazu eine Erkenntnis, die ich heute früh schon via Twitter verblies: Ich freue mich schon auf übermorgen. Da ich heute die Quarkpackung anfing, gibts morgen nochmal Quark, aber mit anderer Frucht. Die restlichen Erdbeeren gibts dann am Mittwoch in Joghurt. Darauf bin ich schon gespannt, bzw. ich freue mich ein bisschen darauf. Was übrigens im wesentlichen daran liegt, dass ich keinen Erdbeerjoghurt esse.

Klingt komisch? Stimmt. An fertig gekauften Joghurts mit Fruchtzubereitung habe ich einiges durch, da war anfangs auch mal ein Erdbeerjoghurt dabei, aber den mochte ich nicht. Selbst den käuflich zu erwerbenden Erdbeerjoghurt (also wirklich nur Erdbeeren, Zucker und Joghurt) finde ich eher grenzwertig. Und ich wundere mich jedes Mal, dass das die beliebteste Sorte sein soll. Ich ziehe (beinahe) jeden anderen Joghurt mit Fruchtzubereitung der Erdbeer-Variante vor. Das könnte sich aber am Mittwoch ändern. Die Erdbeer-Quark-Variante war jedenfalls so lecker, dass ich das für die Erdbeer-Joghurt-Variante auch erwarte. Die hat mit dem fertig gekauften absolut nix gemein (außer vielleicht den Namen). Und schmeckt. Hoffentlich.

Kauft euch selber Tk-Früchte und rührt die in Joghurt oder Quark o.ä., dass schmeckt viel besser als jedes abgepacktes Zeuch. Aber wichtig! Achtet bei den Tk-Früchten darauf, dass in den Packungen wirklich nur die Früchte drin sind und nicht noch irgendwas, was mit -zucker oder -ose aufhört.

Das Mittag kennt ihr schon, wenngleicht die violetten Möhren noch mehr Farbe an die Suppe abgegeben haben.

Dafür hatte ich beim Abpacken mitgedacht. In der Mitte das unförmige Stückchen besteht im wesentlichen aus Hähnchen, fertig gebraten und gewürzt, dass ich beim Einfüllen in die Schüssel gleich mit hineingeworfen hatte. Es ist zwar, da ein Fertigprodukt, nicht der Weisheit letzter Schluss, wertete das Süppchen aber Eiweißtechnisch etwas auf.

Zum Abend gab es teilweise Resteverwertung und teilsweise Standard. Letzterer hieß Vollkornbrot und ersterer Ziegenfrischkäse mit Kräutern, den ich statt Butter zwischen Brot und Kassleraufschnitt verteilte. Nicht eine der schlechteren Ideen. Als gemüsigen Begleiter gab es Gemüse-Tomaten-Saft dazu.

Name einerseits, Inhalt andererseits

Sommer, Sonne, Sonnenbrand,
eisgekühltes in der Hand.

Die Griechen, zur Zeit eher mit ihrer Wirtschaft und ihren Geldsorgen in den Medien, zeichnen auch für eine Reihe kulinarischer Genüsse verantwortlich. Dazu gehört unter anderem der Frappé, eine eisgekühlte Kaffeespezialität, unter derem Namen die Nahrungsmittelindustrie diverse Getränke anbietet, die das Schicksal mit dem Cappuccino teile: Was als Pulver oder fertig gemischt verkauft wird, hat mit dem ursprünglichen Namensgeber nichts gemein.

Was allerdings nicht heißen soll, dass die Getränke von vornherein schlecht sind. Das abgebildete Triumvirat verspricht zum einen wegen der Marke, zum anderen wegen der Zutatenlisten durchaus genussvolles zu leisten. Damit der Schaum nach dem Schütteln auch stehen bleibt und das ganze Getränk einen cremigen Touch bekommt, beenden Pektin und Carrageen die erfreulich kurzen Listen.

Die Variante “Schweizer Schokolade mit 72% Cacao” im 7%igen Gesamtschokoanteil schmeckt auch ohne weitere Aromastoffe (außer Zucker) schokoladig. Nur noch Milch steht weiter als Hauptbestandteil auf der Zutatenliste, die, unterstellt man ihre Korrektheit, damit vorbildlich ist.

Wenn man heutzutage einen Vanille-Pudding oder eine Vanille-Milch oder dergleichen kauft, ist Vanille meist höchstens marginal enthalten und durch Vanillin oder andere Aromen ersetzt. Nicht so beim Milchmischgetränk mit Bourbon-Vanille-Zubereitung, die aus Bourbon-Vanille-Extrakt, Vanillepulver und etwas Beta-Carotin (Provitamin A) besteht. Nur noch Milch, Zucker und die o. g. Verdickungsmittel scheinen weitere Bestandteile zu sein, was sich dann auch in einem ungewohnt leckerem Vanillegeschmack ausdrückt.

Aus der Reihe fällt die Variante Erdbeere-Zitrone, wurde hier doch mit Aromastoffen nachgeholfen, was sich auch sofort auf das Geschmackserlebnis auswirkt (natürlich negativ). Wer außerhalb der Saison frische Erdbeeren zu sich nahm, kann vermutlich nachvollziehen, warum hier extern nachgeholfen wurde; die Kunst hätte hier aber vermutlich im Weglassen bestanden: entweder der Aromastoffe oder gleich der ganzen Sorte.

Es lohnt also immer, die Zutatenliste zu suchen und zu lesen. In der Kürze liegt auch hier die Würze. Und wenn Worte bzw. Wortbestandteile wie Aroma (auch wenn “natürlich” davor steht, das hat nichts zu sagen), Hefeextrakt, Glutamat, Würze, u.a. nicht drauf stehen, dann kann man beherzt zugreifen.