KW25 – Jubiläum(?), neue Moden, interessante Büffetts, Rechnerprobleme u.a.

Ist die 25. Kalenderwoche eigentlich irgendwas besonderes? Also so ganz allgemein. Die aktuell zu Ende gehende für mich irgendwie schon. Eine kleine Dienstreise am Mittwoch, die für den Rest der Arbeitswoche meinen Schlafrhythmus durcheinanderbrachte, die Hitze, die durch die (Gewitter-)Niederschläge auch nicht unbedingt gemildert wurde, die vielen kleinen nervigen Kleinigkeiten, die zur Essenz gereichen, dass die ganze Welt eigentlich nur dafür da ist, mich zu nerven. Mit mittlerweile abgekühltem Verstand (trotz des warmen Sonntagabends) lasst sich beim nervigen in der Woche zusammenfassen, dass eigentlich jedes für sich nicht wirklich nervig gewesen wäre, die Konglomaratbildung schon das Gefühl etwas verstärkte und das nervigste von allen war, dass mich die ganzen Kleinigkeiten überhaupt genervt haben. Aber die Woche ist jetzt durch und ich blicke auf die kommende.
Positive Höhepunkte (natürlich auch nur kleine) gab es aber auch. Mein Rechner zu Hause hatte die unangenehme Eigenheit entwickelt, von allein herunter zu fahren. In der letzten Zeit hatte ich einmal die Vorwarnung daran bemerkt, aber gerade auch am Sonnabend, wo das spontane Herunterfahren immer passierte, steht er auch mal einige Zeit angeschaltet herum, weil ich zwischendurch mal etwas anderes mache. Da ist es passiert, dass der Rechner, als ich wieder zu ihm kam, ausgeschaltet war. Es irritierte mich zumindest, aber da sonst alles uneingetrübt funktionierte, vermutete ich mal nichts sooo schlimmes. Wobei ich über Fremdeinwirkung von außen schon zumindest nachdachte. Ich durchforstete auch die Windows Aufgabenplanung nach eventuellen Auslösern, fand es etwas erschreckend, was da alles automatisch in Hintergrund gestartet wurde, aber nichts deutete auf die Abschaltung am Samstag hin.
Nun habe ich vom positiven Höhepunkt geschrieben, heißt, ich habe das Problem gelöst. Wie ich dann doch irgendwie herausfand, hatte ich einem FTP-Clienten, den ich nutze, mal bei einem größeren Download “beigebracht”, dass er nach diesem nach einer gewissen Zeit herunterfahren sollte (ca. halbe Stunde). Das hatte ich wohl vergessen, und weil ich Sonnabends immer eine Textdatei auf meinen Webserver hochlade (Titelliste von RundumGenuss), hatte der Rechner nach dem Abschluss des Vorgangs die Info, nach einer halben Stunden runter zu fahren … Was mir aber keiner anzeigte. Also beendete ich den FTP-Client, aber der Countdown lief, ohne, dass ich ihn sah … Jetzt bimmelt das Programm wieder, wenn das Dateihoch- oder -runterladen fertig ist.
KaktusMein Kaktus – ich hatte mich letzte Woche ein wenig über ihn ausgelassen – blüht offensichtlich noch nicht. Die Blütenstiele haben sich von der Länge her aber verdoppelt. Also, nächste Woche, nächstes Update.
Büffett (1/2)Samstag war ich bei einer Familienfeierlichkeit mit Büfett. Es gab zwar auch eine schöne Tomatensuppe und ein paar andere warme Speisen, aber es gab eben auch einen kalten Anteil. Also anfangs kalten Anteil. Auch kalte Speisen erwärmen sich so langsam ein wenig, wenn sie in unklimatisierten Räumen stehen. War aber ganz lecker und die leicht säuerlich marinierten kalten Grillgemüse mundeten wirklich. Interessantestes Gericht war ein grüner Kartoffelsalat. Hier hatten Frühlingszwiebeln und sicher auch andere grüne Kräuter die Marinade (die Majo u.ä.-freie Variante) sattgrün gefärbt, dass auch die Kartoffeln etwas beeindruckte. Büffett (2/2)Gemüse, Tüften, Reis, Gratin, (Hähnchen?-)Schnitzel und gefüllte Hähnchenbrüste bildeten den hitzeunterstützenden Teil des Büffetts. Wirklich alles sehr gut, kann man machen. Nur die Teller waren, wie immer, zu groß. Aber auf die Idee, sich zum Essen direkt ans Büffett zu setzen kam dann erfreulicherweise doch keiner. Potenzielle Ideenhaber waren aber Teil der Veranstaltung. 😉
Sauerfleisch mit BratkartoffelnSonntagmittag wurde es dann wieder rustikaler. Ich habe mich aus Gründen für Bratkartoffeln mit Sauerfleisch entschieden.

Es gibt ja immer wieder mal neue Moden auch in der Küche. Die machen auch vor der Gastronomie nicht halt und so bekommt man zu jedem Essen ein Doppel kalter Grilltomate. Oder überall wird etwas Balsamicocremé über den Teller geträufelt, ob es zum Essen passt oder nicht. Zur Zeit scheint eine neue Variante der Kartoffelzubereitung immer mehr Verbreitung zu finden: Gegarte Kartoffeln werden in Scheiben oder Würfel geschnitten, vermutlich auch so eingelagert, und dann mit gefälligen Gewürzen und etwas Fett in einer Pfanne nur erwärmt. Dabei wird darauf geachtet, möglichst wenig Bratspuren zu erzeugen. Vielleicht sind ja auch krebserregende Stoffe in den gebräunten Stellen. Zur Irritation des Gastes wird das dann aber unter dem Namen “Bratkartoffel” verkauft, wobei es wenig damit gemeinsam hat.
Früher hat es mal geheißen, wenn ein Koch Bratkartoffeln kann, dann kann er auch kochen. Das scheint heute nicht mehr zu sein. Das liegt aber vermutlich auch an den um sich greifenden Gewohnheiten, dass die Küchenkräfte nur noch vorbereitetes Convenience aufwärmen und dem Gast auf den Teller legen. Bratkartoffeln funktionieren aber im Kochbeutel nicht! Die brät man, bis sie knusprig werden. Ansonsten sind es eben nur in der Pfanne erwärmte Kartoffelscheiben.

Wer jetzt etwas irritiert auf das Bild geguckt hat, dem kann ich nur bestätigend zunicken. Ja, das sind Erdbeeren auf dem Sauerfleisch.
Erdbeeren auf dem Sauerfleisch?Das passt übrigens erstaunlich gut. Außer, dass das Stück Sauerfleisch zu groß war (nicht nur wegen der herrschenden Temperaturen), war wenig an ihm auszusetzen. Aber die Gastronomie arbeitet ja permanent an dem Ziel, der Warnung von Ernährungswissenschaftlern zu entsprechen, dass man weniger oft dort hingehen sollte, wenn man auf sein Gewicht achten muss/sollte. Und wer sollte das nicht? Gastronomische Ausnahmen bestätigen die Regel. Es geht also. Es empfiehlt sich dann aber, gut und selbst kochen zu können.

Sammelsurium am Sonntag

Die einfachen Sachen …
Wurstbrot nach J.M.Sehr frei nach Jochen Malmsheimer ein Wurstbrot. Wer nicht weiß, auf was ich anspiele, suche beim Videospeicherer der Wahl nach “Jochen Malmsheimer Wurstbrot” und genieße dieses Kabinettstück der Kleinkunst.
Wurstbrot nach J.M.Mein Wurstbrot ist nicht ganz Original Malmsheimer. Die fingerdicke Butter habe ich mal etwas reduziert, das “Graubrot” ist “Mischbrot” (was wohl fast synonym ist) und das Cervelat ist Wacholdersalami. Das beigefügte “Klarwasser” ist eine leichte Schorle. Aber sonst ist es fast wie das Original. 😉
Dieses rustikale Abendbrot folgte einer ungewohnten Kaffeepause am Nachmittag, die erstmals seit langer Zeit ohne meine geliebtes Stück Himbeer-Buttermilchcreme-Schnitte stattfand. Beim Sonntagsbäcker wurden vor meiner Nase 4 Stück davon gekauft. Die letzten vier. Nunja. Dafür war das Mittag davor heute mal wieder richtig schön.
Zu Anfang gab es ein Süppchen.
Fischsuppe, leckerEine wundervoll leckere Fischsuppe, die nichts für diejenigen ist, die keinen Dill mögen. Krabben, Muscheln (klein und groß), Fisch, Fenchel (knackig) und Garnelen muss man auch mögen. Wenn das der Fall ist, bekommt man ein fast schon Hauptgericht köstlichster Speise. Ich habe sie wirklich sehr genossen.
Da ich die Suppengröße kannte (bei einem Familiengeburtstag im gleichen Lokal hatte sie ein Anverwandter), gab es als eigentliches Hauptgericht nur eine Kleinigkeit, die sich beim ersten Anblick als riesig herausstellte.
Mediterraner FlammkuchenDer Teig war aber hauchdünn und so war dieser mediterrane Flammkuchen weit weniger mächtig als es anfangs wirkte. Jetzt kenne ich auch den Unterschied zwischen mediterranem Flammkuchen und Pizza, aber das erschließt sich auch aus dem Bild. Das Ding war wunderbar knusprig, die Tomaten saftig (und anfangs etwas heiß), der Rucola – auf meinen Wunsch hin – etwas übersichtlicher als wohl üblich. Super. Ein rundum gelungenes Mittag. Die Qualität hätte ich gern öfter.
Apropos. Nachzutragen bleibt noch der Sonntag vor einer Woche. Ich sage nur “Tortenplatte”.
Groooße FischplatteDer Hauptteller war mal wieder groß wie eine Tortenplatte, nur, dass diesmal die begleitenden Bratkartoffeln sogar in einer extra Schüssel nebenher serviert werden mussten. Der Fisch war nicht mal schlecht. Lachs, Wels und noch ein Stück, dessen ich mich nicht mehr erinnere (Zander oder Rotbarsch), dazu die leidige Zitrone und auf dem fettesten Fisch noch die Kräuterbutter … Der Salat war interessant. Eine Mischung aus grünem Salat mit etwas Dressing und fertigem Krautsalat. Die Idee ist gar nicht mal so schlecht. Die Bratkartoffeln waren nicht schlecht, die habe ich in den letzten Wochen anderswo schon schlechter gehabt. Aber auch besser. Der Service war anfangs ein wenig unkoordiniert, man könnte auch sagen: verpeilt. Aber das gab sich im Verlauf des Essens.

Sonntag (20.09.2020)

Das war doch schon mal ein schöner Sonntag. Das Wetter war prächtig, sonnig, aber nicht zu warm. Die Leute sind nett und höflich, manchmal wirken sie nur etwas überfordert. Und das, obwohl die Gaststätte noch nicht mal richtig voll war. Ich habe sie schon voller erlebt bei nicht ganz so überfordertem Personal. Wer aber die alte Serviceregel nicht beachtet, keine unnötigen oder leeren Gänge zu machen, bringt sich selber Mehrarbeit oder zumindest mehr Laufweg, wenn er/sie auf dem Rückweg vom Servieren nicht von anderen Tischen schon das leere Geschirr mitnimmt.
Pfiffig, wie ich ja manchmal bin, nehme ich in der Pfifferlingszeit gern mal ein Gericht mit Pfifferlingen. Frisch aus der Pfanne mit etwas Zwiebelchen und einer Spur Knofi sind die Pilze immer wieder ein Genuss. Dazu vielleicht ein paar knusprige Bratkartoffeln, ein leckeres Schnitzel und fürs gute Gewissen noch etwas frischen Salat. Es ist Spätsommer, da strotzen die Gärten doch voll Grünzeug.
Schnitzel mit Pfifferlingen und Bratkartoffeln (soll es sein)Leider kam dann das auf den Tisch. Das beste war dabei noch das Schnitzel und das Salatdressing aus dem 5-Liter-Kanister. Ich möchte nicht sagen, dass die Kartoffelscheiben nicht in der Pfanne aufgewärmt wurden, mehr aber auch nicht. Und dafür dann in einer Menge, die für 3 Gäste gereicht hätte.
In der Pfanne aufgewärmte KartoffelscheibenImmerhin waren frisch aussehende Frühlingszwiebeln drauf. Knackig, aber es machte die Kartoffeln nicht knuspriger.
Der Salat sah auch so aus, als ob er bereits vor längerer Zeit frisch geschnitten wurde.
Vor längerer Zeit frisch geschnittener SalatDie braunen Kanten drängten sich sogar durchs Dressing. Und apropos braun: braune Pfifferlinge? Sind die nicht eigentlich eher orange? Selbst in anderen Gaststätten kamen sie so auf den Teller. Und kommenden Sonntag macht die Gaststätte großes Pfifferlingsessen. Eine Werbung dafür war der heutige Mittagsteller definitiv nicht.

Sonntag (Tag 90, 19.01.2020)

Klischees und Vorurteile – immer gern genutzt, sollen sie doch das Leben erleichtern. Nur zu fest manifestieren darf man sie nicht, muss man sie doch immer mal wieder umarbeiten; teils, weil sie nicht mehr stimmen, teils, weil man feststellt, dass sie noch nie gestimmt haben. Als empirisches Beispiel – doppelt hält besser – sei das heutige Mittagessen angeführt. Es gab gutbürgerliche, Mecklenburger Küche.Die Speisekarte bot allerlei an, Salate und Gemüse als Beilage inklusive. Wenn ich da im Vergleich an den letzten Sonntag denke, einige Klassen besser. Jahreszeitlich bedingt war es zwar meist Rotkohl, aber immerhin. Ich griff zu.Da der Kohl etwas höher aufgetürmt war als das Wildgulasch drumrum, sieht es nach recht wenig Gemüse aus, es war aber mehr, als es den Anschein hatte. Die Klöße waren Fabrikware – nobody is perfect.Parallel zum á la carte Geschäft gab es auch Büfett-Essen als Aktion. Aufgebaut war das große Eisbein-und-Haxen-Büfett und fand auch regen Zuspruch. Praktisch war, dass die Service-Kräfte beim Büfettaufbau an unserem Tisch vorbei mussten und ich sehen konnte, was geboten wurde. Und das war durchaus interessant. Wider eventueller Erwartungen fiel Vatterns Vorschlag, beim nächsten EuH-Büfett mitzumachen bei mir auf wohlwollenden Boden, um mal zwei Floskeln durcheinanderzubringen. Es stellte sich heraus, dass ich meine Ernährungs-Richtlinien wunderbar werde einhalten können. Und das an einem Eisbein-Büfett! Wenn das mal kein Widerspruch ist, zumindest, wenn die Klischees stimmen würden. Natürlich lagen auf dem Büfett Stücke herrlich fettem Eisbeins, aber da kann man ja drumrum essen und sich nur ein paar magere Fleischstücke raussuchen. Das gleiche gilt für die Haxen (ich konnte nicht genau erkennen, ob die wirklich gegrillt oder “nur” gebacken oder geschmort waren). Die liegen zwar im flüssigen Fett, dass aus ihnen ausgetreten ist, aber dadurch sind sie, wenn man sie abtropfen lässt, etwas angenehmer. Aber, was ganz wichtig war, waren die großen Warmhaltebehälter voller Mischgemüse, Rosenkohl und Sauerkraut, die ich sehr positiv bemerkt habe. So kann ich mir also, wenn es denn zum Termin kommen sollte, den Teller wunderbar voll Rosenkohl und Sauerkraut hauen, ein paar magere Fleischstückchen dazu und eine Kartoffel, um die Soßenreste vom Teller zu bekommen. Top.
Das Sonntagsabendbrot war eine Variante des Mittags am Sonnabend. Jedenfalls wurden im wesentlichen die gleichen Grundzutaten verwendet, nur anders zubereitet. In der nachfolgenden Schüssel befinden sich halbierte Datteltomaten, eine klein geschnittene Biotomate, je eine rote und weiße Spitzpaprika. Dazu eine kleingeschnittene Schalotte und in dem Fall etwas Knoblauchpulver. Salz und Pfeffer sind auch schon mit dabei. Die Gemüse sind alle etwas kleiner geschnitten als gestern.

Fehlt ein passendes Dressing. Dafür habe ich immer ein gut abschließendes Schraubglas im Hause.

Was hier noch etwas komisch aussieht ist Olivenöl, eine Mischung aus Raps-, Sonnenblumen- und Leinöl, Balsamicoessig, Senf, Salz, Pfeffer und eine Prise Zucker sowie etwas Wasser. Ist alles im Glas wird der Deckel geschlossen, dann überprüft, ob er auch wirklich noch dicht ist und dann kräftig geschüttelt.

Die fertige Emulsion sah dann so aus und schäumte auch ein wenig und fein. Das kommt dann über den Salat.

Und damit das ordentlich durchziehen kann, wird alles gut durchmischt.

Die Zeit, die dann die Kasslerhähnchenkeule im Heißluftofen rotiert (16 min. bei 170°C) hat dann der Salat zum Durchziehen.

Und so sah dann das Abendbrot aus. Keule mediterran. Eher was sommerliches. Aber die Sonne hat heute so ein bisschen geschienen. In der sommerlichen Variante würde ich kein Balsamicoessig nehmen. Da sind die Tomaten aromatischer und werden nur mit Salz, Pfeffer und Schalotte angemacht. Natürlich hätte man auch Mozzarella klein schneiden und in den Salat mischen können (also den mit Balsamico), dann wäre die Keule entbehrlich gewesen, aber einerseits musste die weg, andererseits möchte ich den sehen, der hier in der Provinz Sonntagabend nach 18:30 Uhr irgendwo Mozzarella kaufen kann … 😉 Im Hause hatte ich keinen.
Ein großes Problem hat übrigens meine Verpflegung von diesem Wochenende. Ich habe nichts für die Woche, was ich zum Mittag mitnehmen kann … Aber ich muss Montag sowieso einkaufen. Dann bin ich vermutlich ab Dienstag wieder auf Kurs.