Alles schmeckt besser, wenn man es mit Käse überbackt

Ein altes Klischee? Ein stimmiges Klischee? Und dann auch noch das Wort „Alles“ in dem Satz in der Überschrift. Hmmm. Vermutlich muss man aber wenigstens Käse mögen, damit die Aussage überhaupt stimmen kann.
Käseschicht auf ...?Was hier wie eine große Schale mit Vanillepudding aussieht, ist eine Auflaufform, die zum einen noch ein paar Minütchen länger im Ofen hätte bleiben können und zum anderen einfach nur vorher mit ein paar Scheiben Käse abgedeckt wurde. Der stiftelne Einsatz eines Messers vorneweg wäre vermutlich eine gute Idee gewesen. So erweist sich die „Käsekruste“ als geschlossene Käsedecke, die das drunter aber gut verbirgt.
Käseschicht auf ...?Bei den Beulen bin ich mir nicht ganz sicher, wo die herkommen. Sicher spielte die Hitze im Ofen eine entscheidende Rolle, aber vielleicht auch die Löcher, die im kalten Zustand in den Käsescheiben enthalten waren. Oder es sind nur ein paar Abdrücke des leicht stückigen Untendrunters.
Da ist noch Suppe drunterDas Drunter ist übrigens eine leicht carnivorisierte Gemüsesuppe. Kartoffeln und Möhren – klein geschnitten – bildeten die Basis, auch etwas Lauch und eine Zwiebel sind anwesend. Das wurde alles in einen Topf geschnibbelt, mit Salz und Pfeffer versetzt, mit Majoran, Thymian, Cayennepfeffer, Knoblauch ergänzt und soweit mit Wasser aufgefüllt, dass es fast bedeckt war. Alles wurde einmal aufgekocht und dann so lange sanft simmern gelassen, bis die mehlig kochenden Kartoffeln anfingen zu zerfallen. Ein Kartoffelstampfer unterstützte den Vorgang der Bindung ebenso wie zwei Esslöffel Frischkäse mit Meerrettich, der dann auch geschmacklich noch was mitgab.
Apropos Geschmack: Die leichte Carnivorisierung bestand aus einer zerpflückten, gut geräucherten, groben Mettwurst, die so weich war, dass ein Scheibenschneiden nicht wirklich Ergebnisse zeigte. Beim Kochvorgang zerfiel die Wurst sowieso, verteilte sich und ihren Rauchgeschmack in der ganzen Suppe. So sollte es auch werden.
Schnittkäsescheiben auf einem Auflauf werden eine geschlossene Decke, die schlecht bräunt. Vermutlich wäre die Draufgabe von etwas Parmesan durchaus förderlich gewesen. Allein mit einem Löffel kommt man durch die Schicht gut durch. Durch die doch etwas flüssigere Unterlage war ein Schneiden auch nicht so einfach. Aber geschmeckt hat’s, und das ist das wichtigste. Wie man es sinnvoll in den Mund bekommt, kann jeder selber ausprobieren.

Bratkram

Dies ist auch wieder so eine Geschichte, die nur mal so anfing und dann zwischendurch doch besser aussah, als befürchtet. So fehlen die Anfangsbilder, aber wie gewürfelte Kartoffeln und geschnittener Lauch in der Pfanne beim Anbraten (erst nur die Kartoffeln, nach wenigen Minuten erst den Lauch) aussehen, wird sich wohl jeder denken können. Wenn alles ein paar schöne Bratspuren hat, kommt der vielgenutzte Deckel drauf und alles sieht dann so aus:

Da diese Porree-Kartoffel-Mischung kein Alleingericht, sondern eine Beilage werden sollten, hatte ich noch ein wenig damit vor.

Unter dem Deckel werden die Kartoffeln ja nicht knusprig, aber gar (Ausgangspunkt waren rohe, mehlig kochende Kartoffeln). Ich habe sie nicht nur mit Salz und Pfeffer, sondern auch noch mit etwas Kümmel gewürzt. Und dann ging ich mit einer Gabel durch die Pfanne, versucht, möglichst wenig Lauch beim Quetschen zu erwischen.

Jetzt noch ein Schuss Sahne dazu, das wäre eine Idee gewesen. Allein die Vorratshaltung wies keinen Bestand an Sahne aus.

Aber man kann auch mit dem „Frühstücks“-Skyr kochen. Den habe ich zum Zwecke der Cremigkeit mit eingerührt.

Dann war die Beilage auch schon fertig.

Auf dem Teller ergänzt wurde das Stampfkartoffel-Porree-Durcheinander durch sauer eingelegte Bratheringsfilets. Da gibt es käuflings aber auch solche und so’ne. Aber es gibt auch recht gute, auch wenn es nicht so aussieht. 😉

Die wunderbare Welt der Kartoffelsuppe

Kartoffelsuppe. Noch typischer geht’s nicht. Wobei dieses Gericht keinerlei Standards überliegt. Selbst unsere Kanzlerin hat ein eigenes Rezept dafür. Aber das soll nicht der Auslöser gewesen sein. Die vielen Kartoffeln in der Kartoffelschublade meiner Küche gelten dann schon eher als Ideengeber, sich doch mal an diesem Gericht zu probieren. Zu meiner Schande muss ich gestehen, bisher noch keine Kartoffelsuppe gekocht zu haben.

Diese Suppe wurde aber auch für mich etwas ungewohnt. Wenn ich mir den recht ähnlichen Wrukeneintopf ansehe, den ich bereits öfters zubereitet habe, würde ich auch bei der Kartoffelsuppe eigentlich mit einem Brühenansatz anfangen. Habe ich aber nicht. Man muss auch mal seine Prinzipien sprengen. So befinden sich im Topf Würfel von Möhre, Sellerie, Zwiebel, Kohlrabi und Lauch, wobei der Lauch natürlich in Ringe und nicht in Würfel geschnitten war. Zuunterst finden sich mit einem gewissen Hintergedanken noch kleingeschnittene Kartoffeln zur Hälfte von einer mehlig- und zur anderen Hälfte von einer festkochenden Sorte.
Die klein geschnittene Wurst oben drauf ist eine Rauchwurst. Ich hätte auch gern Speck genommen, aber der war schon wieder weg.

Hinzu kommt das übliche verdächtige: Salz, Pfeffer, Piment, Lorbeer und natürlich Wasser.

Deckel drauf und Feuer frei! Volle Pulle Energie unter und damit in den Topf, bis alles einmal aufgekocht hat. Dann wurde die Hitze runtergestellt und alles köchelte eine Weile vor sich hin.

Und mit jedem Umrühren passierte genau das, was passieren sollte. Die mehlig kochenden Kartoffeln zerfielen und gaben der Suppe ein wenig Bindung, aber die festkochenden Kartoffeln ließen auch noch was zum Beißen.

Pur gab es sie gleich, nach sie im ganzen etwas ausgekühlt war. Aber das schöne ist ja, dass man mit der Suppe wunderbar „spielen“ kann. In die zweite Portion rührte ich ein wenig Meerrettich ein, was der Suppe eine gewisse Schärfe und Aroma gab, was aber auch wunderbar mundete. Die dritte Portion wurde dann mit etwas Creme fraiche aufgehübscht. Auch eine gute Idee.
Als nächstes wird eine gewürfelte Zwiebel angebraten, leicht gebräunt, und in eine weitere Portion eingerührt. Und wenn dann immer noch Suppe da ist, lass ich mir sicher noch mehr einfallen. Ich habe da noch eine bratfähige Blutwurscht im Kühlschrank…

Pilz’n’Lauch aus dem Homeoffice

Auch die nachfolgenden Bilder liegen schon wieder ein paar Tage rum. Aber ich werde nicht wieder von HomeOffice und ähnlichem lamentieren. Aber es ist doch erstaunlich, wie unterschiedlich es ist, wenn man ansonsten 7 Stunden an einem und 3 Stunden an einem zweiten Rechner in unterschiedlicher Umgebung sitzt oder eben 10 Stunden an einem. Aber so gibt es eine wichtige Erkenntnis fürs Nerdtum: Doch immer mal den Monitor wechseln, auf den man guckt, und der alternative sollte auch in einem anderen Raum stehen. 😉

Beim Einkaufen hatte ich etwas durchwachsenen Speck von meinem Lieblingsfleischer erstanden und Teile davon leicht angewürfelt in etwas Sonnenblumenöl in der Pfanne ausgelassen. Das Stück Schwarte (oben) verließ noch rechtzeitig vor den weiteren Zutaten die Pfanne wieder.

An dieser Stelle fällt mir ein wunderbarer kleiner Textausschnitt von Jochen Malmsheimer ein, der in einem Stück über das Kochen im Radio das sinnliche Bild von – in einer „gusseichenen Pfanne“ – gebratenen Speck mit Zwiebeln und ihrem verzaubernden Duft malte. Nun ist dies eine keramikbeschichtete Alupfanne, aber duften tat es auch sehr angenehm.

Der Duft verstärkte sich noch nach der Zugabe zerquetschen Knoblauchs und den kleingehackten Stielen einiger dunkler Champignons.

Die geviertelten Köpfe der Pilze kamen später noch dazu. Eigentlich sollten es mehr sein und alles eine pure Pilzpfanne werden. Aber da ein Teil der Pilze aus Gründen an der Zubereitung nicht teilnahm, wurden diese massemäßig durch eine halbe Lauchstange ersetzt.

Wieso halbe Lauchstange? Na, den oberen grünen Teil nimmt man ja sowieso nicht und er taugt höchstens für Fond-Ansätze, wo er später rausgeangelt und entsorgt wird.

Nach dem anbratenden Durchschwenken des Pfanneninhalts (irgendwann hatte ich auch noch Salz und Pfeffer beigegeben) kam mal wieder der Deckel drauf und alles reifte bei schwacher Hitze seiner Vollendung entgegen.

Da der Lauch offensichtlich relativ wenig Feuchtigkeit abgab und die Pilze zu sowas auch nicht zu bewegen waren, kam noch eine erfrischende und cremige Komponente mit zum Pfanneninhalt.

Auf dem Löffel befindet sich Creme fresh, wie wir sagen.

Die wurde in der noch beheizten Pfanne mit untergerührt und ergab einen gar köstlichen Film auf den Pilzen und dem Lauch.

Finalisiert wurde alles mit etwas Kräutern. Und dann war lecker.

Schnelles Süppchen

Noch ein Nachzügler. Das Homeoffice zieht doch langsam ein wenig die Lust, am Rechner zu sitzen, von mir ab. Vor allem, wenn es immer nur der gleiche ist. Wobei: Er ist es nicht. Wenn ich die Verbindung zum Büro habe, arbeiten ich wie an meinem Dienstrechner, sitze aber trotzdem zu Hause. Offensichtlich ist es also nicht der Rechner als solches, sondern auch die Umgebung. Immerhin ist man im Büro sogar etwas mehr in Bewegung. Zwischen PC, Klo und (Tee-)Küche sind zu Hause die Wege doch etwas kürzer als auf Arbeit. Und dann das „komm‘ mal rüber!“ von Vorgesetzten oder das „Kannste mal helfen?“ von Kollegen und Kunden … Fällt im Moment auch alles weg.
Da überlegt man, ob man nicht auch mal eine schnelle Brühe machen kann. Ich weiß, dass sich Brühe und schnell eigentlich gegenseitig ausschließen. Das Auskochen von Suppenfleisch dauert eben seine Zeit und das ist auch gut so. Aber man kann ja auch mal Alternativen testen und bewerten. In dem Sinn sei das folgende gedacht.
In meinen beheizbaren Mixbecher habe ich eine Schale Suppengemüse grob zerkleinert gegeben. Zwiebel (deutlich sichtbar), Sellerie, weiter unten dann Möhren und Lauch.

Als erstes nutzte ich die Mixerfunktion. Gar nicht mal so lang und so stark. Ich würde mal irgendwas im 10-Sekunden-Bereich vermuten. Das lag auch daran, dass ich ja keinen Brei wollte.

Zum Gemüsegehäckselten kommen dann die üblichen Verdächtigen wie Lorbeerblatt, Salz, Pfeffer, Piment, etwas Cayennepfeffer …

Diese komischen „Würmer“ sind gemischtes BioHack. Langsam traue ich mich an das Zeug.

Dann wird der Becher soweit aufgegossen, dass alles knapp mit Wasser bedeckt ist.

Den Mixer auf kleinste Stufe („Umrühren“) und Hitze auf 100°C. Sobald es kocht, habe ich noch eine knappe halbe Stunde auf 90°C laufen lassen. Fertig.

Ok, nicht ganz fertig. Nach oben hin wurde es ganz schön fettig. Kann man mal sehen, was in dem Hackfleisch an Fett so drin ist.

Der Inhalt wurde abgeschmeckt und nach dem Abkühlen in Vorratdosen abgefüllt. Ich habe den Eindruck, dass das Abkühlen lassen auch ein wenig zur Aromenbildung beiträgt. Am nächsten Tag gab es dann die erste Portion pur aufgewärmt und es war gar nicht so schlecht.
Update
Noch einen Tag später habe ich mir dann 100g Nudeln normal, aber doch noch sehr al dente gekocht. Als ich das Kochwasser entsorgt hatte, kam dann die Suppe dazu. Die wurde auch zum Kochen gebracht und dann einen Moment ruhen gelassen.

So gab es eine schöne Nudelsuppe. Kann man auch nur empfehlen. Ist was für die Seele.
Update 2

Was hier so ein bisschen pampig aussieht, ist auch wieder die Suppe, diesmal mit Perlgraupen aufgehübscht. Und es sind immer noch welche in der Tüte! 😉 Aber nicht nur die spielen dem unattraktiven Aussehen in die Hände, auch die zwei rohen Eier, die ich noch mit einrührte, sind als Fezzen-Ei vertreten. Optik 5-, Geschmack 2+. Besser als das Original.

Tag 14.2 (03.11.2019)

Das heutige Kochen fing mit einem Topf Salzwasser an, in dem es schon ein wenig sprudelt. Ziel ist es, ein Reihe von Gemüse zu blanchieren und auch drei Eier hart zu kochen. Wobei der allererste Schritt schon am Vortag passierte: Da wurden einige Pellkartoffeln gekocht und dann über Nacht auskühlen gelassen.
Aber zurück zum heißen Wasser.

Das Ziel dieser Übung ist übrigens ein Kartoffelsalat – zumindest vom gedanklichen Ansatz her. Aber das wird so unregional, wie es nur geht, so dass der Name schon sehr unzutreffend ist. Der klassische Kartoffelsalat ist m.E. nicht sehr regelkonform, vor allem, wenn man ihn auf einfachste Art zubereitet. Spätestens die Majonäse, so sie nicht selbst zubereitet ist und damit aus bekannten Zutaten besteht, ist ein Ausschlusskriterium, bei gekauften Salaten auch das alles, was sonst noch so darin herumschwimmt. Also selber machen! Und mit Gemüse! Das muss aber blanchiert werden, wenn der Salat nicht zu knackig werden soll.

Hier schwimmen Würfel von Möhre und Kohlrabi im Salzwasser und garen al dente. Anschließend werden sie herausgefischt und zum Abkühlen beiseite gestellt.

Mit ein paar Rosenkohlröschen und einer gewürfelten Zucchini passiert das gleiche, wobei der Rosenkohl entweder einige Zeit vor der Zucchini in den Topf kommt, oder die Zucchini früher rausgefischt werden muss.

Bei der Aubergine dachte ich weniger ans Blanchieren, sondern briet sie mit etwas Olivenöl in einer kleinen Pfanne an.

Röstaromen tun einem Salat auch gut. Ich erinnere da an meinen Obstsalat mit gegrillten Früchten.

Im Wasser zieht mittlerweile der Lauch halbgar. Das geht recht fix.

Ist der Lauch rausgefischt, sollte man das Kochwasser nicht wegschütten. Es ist ja quasi eine Art Gemüsebrühe, die zumindest zum Teil später noch verwendet wird.

Die Eier kamen, auch wenn es nicht so aussieht, in frisches Wasser. Der Topf war wohl noch der gleiche wie beim Blanchieren, so dass das Ausspülen offensichtlich in paar Lauchfetzen überlebt hatten. 10 Minuten ins Kochende Wasser. Das sollte reichen.

Nach dem Abschrecken (*indenTopfguck: „Buh!“) und etwas Nachruhe kamen die Eier wieder in den trockenen Topf und der wurde abrupt mehrfach geschwenkt.

Fertig zum Pellen.

Die Kombination von Kartoffeln und Eiern führt dem Körper mit das hochwertigste Eiweiß zu, das man sich vorstellen kann. Natürlich sind die Knollen auch Träger von hinreichend viel Stärke und damit Kohlenhydrate, deren Verzehr ich gerade minimalisiere. Da hilft aber sehr, dass diese Kartoffeln bereits am Vortag gekocht wurden. Durch das Kochen und Abkühlen lassen wandelt sind ein Teil der Stärke, wie ich irgendwo gelesen habe, in was unverdauliches um und ist dann für die Energiezufuhr des Körpers irrelevant. Meine Ernährungsberatung hat auch ähnliches verkündet.

Eine Stange Bleichsellerie, fein geschnitten, kommt roh in den Salat.

Alle anderen Gemüse dann auch. Hatte ich schon erwähnt, dass man den Salat in einem Gefäß mit dichtschließendem Deckel zubereiten sollte? Noch nicht. Also jetzt. Es wird gleich wichtig.

Die Röhre, in die wir hier gerade schauen, ist ein Mixbecher, in dem sich ein Löffel Senf, Salz, Pfeffer, Knoblauch, heller Traubenessig und eine Mischung aus kaltgepresstem Raps-, Lein- und Sonnenblumenöl befindet. Sehr wertvoll.

Da sich Öl und Essig freiwillig nicht miteinander verbinden, schuf irgendein Vorfahr den Senf, der bei der Emulgation sehr hilfreich ist. Und irgendeine Firma schuf den Mixbecher.

Der Becherinhalt links ist das gleiche wie eben, nur einmal kräftig durchgeschüffelt. Danach kam noch ein ordentlicher Schuss der Gemüsebrühe dazu und alles wurde nochmals durchgeshakt.

Die entstehende Salatsoße kommt dann zu den Gemüsen in der Schüssel und dann wird diese dicht verschlossen.

Das hat den Vorteil, dass man nun den Salat ein wenig shaken kann. Hin und her und drehen und schütteln und rütteln, bis sich in der Box alles gut vermischt hat. Anschließend ab in den Kühlschrank zum Durchziehen.

Später am Tag gab es dann diesen Kartoffel-Gemüse-Salat mit Vignaigrette und Ei als Mahlzeit. Ein paar grüne Kräuter ergänzen nicht nur das Bild aufs trefflichste.

Tag 14.1 (03.11.2019)

Man kann zwei Tage in einem Beitrag zusammenfassen, man kann aber auch einen Tag in zwei Beiträge teilen. Die Länge dieses und des nächsten Artikels ist Grund genug für diese Teilung. In einer anderswo beheimateten Diskussion über den Zeitaufwand des Bloggens und der Erstellung aufwendigerer Gerichte schlug heute in gleich doppelter Intensität zu. Natürlich hätte ich auch alle Zutaten nur zu einem Gericht verarbeiten können, aber das wäre dann etwas viel geworden. So wurden viele Sachen halbiert und unterschiedlich verwendet. Die Artikelreihenfolge orientiert sich da her an der Essreihenfolge und nicht an der wirklichen Abfolge der Zubereitung. So entstand das erste Bild irgendwann mittendrin. Und ich hoffe, ich bringe ales in eine richtige Reihe. 😉

Pfannengerichte sind ja meist schnell zubereitet. Trotzdem bin ich doch immer wieder froh, etwas tiefere Pfannen mit Deckel zu haben, um einige Sachen auch mal etwas länger garziehen lassen zu können. Bei schmelzender Butter ist das aber noch überflüssig.

Kohlrabiwürfel von ½ Kohlrabi sind aber so ein Fall, der gern mal etwas bei schwacher Hitze ziehen kann, wenn man ihn am Ende nicht al dente haben möchte.

Die Bleichsellerie geht wiederum recht schnell mit der Garung. Ich hätte sie sicher besser später dazu getan, zumal ich sie recht fein geschnitten hatte. Nicht ohne Grund: So stören nicht gezogene Fäden nicht so stark.

Der Kohlrabi bräunt schon etwas, was im heißen Butterbad aber auch kein Wunder ist. Deswegen kommen so nach und nach alle anderen Gemüse dazu. Lauch …

… ½ Aubergine, …

… die noch etwas Olivenöl mitbekam.

Eine halbe Zucchini war auch noch mit dabei. Insgesamt war das dann aber auch schon wieder so viel, dass ich doch die Pfanne wechseln musste.

Die große hat einfach mehr Platz. Auch hier wurde etwas Olivenöl nachhaltig erwärmt, dass der Bratvorgang nicht unterbrochen wurde.

Das Gemüse bildet zarte Röststoffe.

Wirklich anrösten kann man eine Tomate zwar nicht, vor allem, wenn sie klein geschnitten wurde. Sie gibt den Frischekick zur nachfolgend zugegebenen Soße.

Die Tomatensoße kam aus dem Archiv (formly know as Tiefkühler), ich habe sie also auch selbst zubereitet, auch wenn das schon etwas her ist.

Was ich hier durch die Parmesanreibe rieb, war übrigens kein Käse. Wesentliche Teile einer mehlig kochenden rohen Kartoffel kamen mit in die Pfanne, damit die Soße das Gemüse gut umschließen kann. Dann wurde noch etwas gewürzt (Salz, Pfeffer, Majoran, Thymian, …) und alles mit einem Deckel versehen.

Bei kleiner Hitze hatten nun alle Ingredenzien die Chance, sich wohlig zu verbinden.

Nach ein paar Minuten wurde dann die Hälfte des Pfanneninhalbs abgefühlt und eingelagert. Das gibt es dann die nächsten Tag vermutlich auf Arbeit.

Der Rest wurde zeitnah serviert. Und ja, es ist Parmesan, der da über dem Gemüse thront; ich habe endlich dran gedacht, mir welchen zu kaufen.

Käsesuppe (29.04.2019)

Wenn man das Wort Käsesuppe mal sehr wörtlich nehmen würde, dürfte es eine Recht fadenziehende Angelegenheit werden. Da ist es gut, dass sich hinter dem Namen eigentlich ein alter Partyklassiker verbirgt: eine Käse-Hack-Lauch-Suppe.

Dabei kann spätestens jetzt bestätigt werden, dass sie auch in der Mittagspause auf Arbeit schmeckt. 😉
Was mich etwas irritierte, war die Eigenheit, dass die Suppe während des Verzehrs immer flüssiger wurde. Das lag nicht etwa daran, dass ich zuerst die festen Bestandteile verspeiste, es war die Flüssigkeit selber, die nach und nach ihre Bindung verlor. Ob das an der zunehmenden Kühle der Speise oder nur an ihrer Alterung lag, wage ich nicht mit Bestimmtheit zu sagen.
Ihrer Leckerness tat es aber keinen Abbruch.

Zwei Leute, zwei Pfannen, aber nur ein Gericht?

Manche Gerichte sehen, wenn man sie auf einem Teller drappiert, so aus, als ob man sie ganz allein essen könnte. Oder sie sind nur für einen gedacht. Dabei werden meist auch zwei Leute davon satt, zumal auf den Bildern ein Größenvergleich fehlt. Das heutige Gericht präsentieren ich zuletzt auf einem Pizzateller. Aus Gründen. Mein Präsentationsteller ist noch im Geschirrspüler und er könnte auch etwas klein sein. Aber manches gibt es eben auch nur in einer bestimmten Größe.
Angefangen hat alles relativ einfach:

3 Kartoffeln, in Scheiben geschnitten, etwas Öl und Butter zum Braten, etwas Rosmarin und ca. 7 cm Chorizo, so weit es geht in Würfel geschnitten. Die Wurst gibt der Sache etwas Pfiff und Pfarbe. 😉 Die Kartoffeln kamen zuerst ins sanft erhitzte Öl und bei mittlerer bis kleiner Hitzeeinwirkung wurden sie ohne viel in der Pfanne rumzurühren erhitzt und gegart. Wenn sie dabei ein wenig bräunen, ist das nur gut. Der Rosmarinzweig, etwas Salz und die Wurstwürfel kamen auch recht zügig dazu. Wer keine Chorizo bekommt, kann auch gern eine nicht zu harte Mettwurst nehmen und dann noch Paprika hinzugeben, je nach Geschmack und Vorlieben edelsüß oder scharf.

Die Kartoffeln sind noch nicht gar, dann kommt auch der Lauch mit dazu, auch der ist, soweit möglich, in Scheiben geschnitten.

Alles wird gut durchgeschwenkt und sanft vor sich hin brutzeln gelassen. Bei meiner Induktionsplatte habe ich 140° eingestellt. Das ist sanft.

Sieht das nicht auch so schon lecker aus?!
Apropos sanftes Erhitzen der Pfanne. Die zweite Pfanne wird so stark erhitzt, wie es nur irgend geht. Bei mir stand sie eine ganze Weile erstmal leer auf der heißen(!) Herdplatte. Dann kam ein hocherhitzbares Öl hinzu und dann DAS:

Sieht das nicht toll aus. Kein Wunder, dass ich es kaufen musste, als ich es im Laden sah. Und es mich sah. 😉 Da ist in der Pfanne ordentlich Hitze unter; das zischt und brutzelt auf das heftigste, auch wenn das auf dem Bild nicht so aussieht.

Nach 2 oder 3 Minuten guckt man mal vorsichtig auf die Bratfläche, und wenn sich eine gute Bräunung ergeben hat, wird das Fleischstück genau einmal umgedreht.

Anschließend kommt alles in den vorgeheizten Ofen. Der sollte auf 80-100°C eingestellt sein. Bei 80°C kann man es etwas länger drin lassen, bei 100°C weniger lang.

Zeit, um den Teller mit einer Garnitur zu versehen.

Meine Mikrowelle mit Heißluftfunktion stand auf 95°C Heißluft und das Fleisch ruhte 10 Minuten. Dann kann angerichtet werden.

Nach der Garnitur kommt das Fleisch auf den Teller, das wurde noch mit Salz und Pfeffer gewürzt.

Ein Teil des Pfanneninhalts (Kartoffel, Lauch, Chorizo) kommt auch noch auf die restliche Freifläche.

Mal der Probeschnitt nur für die Leser hier: Ist das nicht ein herrliches Rosa. Das Filetteil konnte man mit der Gabel zerreißen, der andere war mit angenehmen Biss. Blöd nur, wenn man das T-Bone-Steak vor dem Verzehr erst tranchieren muss, wenn zwei davon essen sollen/wollen. Aber alles wurde fein säuberlich und fast gerecht geteilt.
Guten Appetit.

Mal wieder einfach lecker

Es sind doch immer wieder die einfachen Dinge, die so lecker sind. Zumindest, wenn denn die Zutaten gut sind. Und nicht zu viele. Manches ist auch zu einfach, um schlecht zu sein.
Wer beim ersten Bild genau hinsieht, sie eigentlich alle Zutaten (bis auf eine), die drin sind. Und sieht es nicht lecker aus? Ich hätte mich reinlegen können.

Die Kartoffeln sind nur gut gewaschen und gebürstet. Dann wurden sie in sowas wie Scheiben und andere kleine Stücke geschnitten. Mit etwas Rapsöl und Butter kamen sie in die Pfanne, bei geringer Hitze. Immerhin waren die Kartoffeln roh und mussten erstmal auch garen. Da hilft es, wenn man ca. 10 Minuten einen Deckel auf die Pfanne tut, während die Kartoffeln sanft garziehen (bzw. sich in die Richtung entwickeln. Wirklich gar sollten sie noch nicht sein).
Die Zutat, die ihr vermutlich nicht seht, war etwas Salz, was schon auf die Kartoffeln kam. Die Kümmelkörner hingegen sind zu sehen, auch die wurden schon recht früh mit zu den Kartoffeln gegeben. Sind die etwas über halbgar, kommt der Deckel wieder von der Pfanne und die Hitze wird erhöht. Außerdem wird der geschnittene Lauch dazu gegeben. Wer den nicht hat, kann auch Porree nehmen. 😉 Das ganze wird jetzt so lange gebraten und immer wieder durchgeschwennkt, bis der Lauch und die Kartoffeln gar sind und sich auch ein paar Röstaromen gebildet haben (siehe Bild oben). Als Beilage eignen sich diese Lauchkartoffeln eigentlich zu allem, was man auch mit Bratkartoffeln essen kann.

Etwas sauerer, gebratener Hering zum Beispiel.

Ehrlich gesagt: Mir läuft gerade wieder das Wasser im Munde zusammen, wo ich die Bilder sehe … Das einfache Gericht war aber auch zu lecker.