Manchmal hat man ja so seine Ideen. Warum muss man zum Beispiel immer so viel Wasser an eine Brühe machen, wenn man sie kocht? Ok, wenn man wirklich einen Fond oder eine Brühe haben will, ist es schon sinnvoll, aber wenn man nur irgendwas zum Essen will …
Also nehmen wir die Standardzutaten für eine schöne Brühe: Rindersuppenfleisch, ein paar Gewürze und die heilige Viereinigkeit aus Möhre, Zwiebel, Lauch und Sellerie.

Das Gemüse habe ich klein geschnippelt, in eine Pfanne geschichtet, ein wenig Gewürze dazu gegeben und dann das gesalzene Fleisch oben drauf gelegt.

Ein paar Tropfen Öl habe ich noch über das Gemüse gegeben.
Die Pfanne bekam ihren Deckel oben drauf und alles verschwand im Heißluftofen, der allerdings seinem Namen nicht so ganz gerecht wurde. 100-120°C, mehr war da nicht drin los. Eher 100 als 120°C. Und nun hieß es warten. Warten. Warten. Und Warten.
Irgendwie hoffte ich, dass das Fleisch irgendwann weich werden würde, Der Kenner wird ahnen, von welchem (Grill-/Barbeque-)Klassiker ich inspiriert war. Das Fleisch wurde und wurde irgendwie nicht weich. Aber dann, nach stundenlangem Warten, die ersten Anzeichen. Die Sehne, die sich im Fleisch befand, fing auch an zu schmelzen. Und ich wunderte mich bei jedem Festigkeitstest, wieviel Feuchtigkeit sich doch im Kochgeschirr gesammelt hatte.
Die Zeit war fortgeschritten, und weil ich keine Nachtsession einlegen wollte, stellte ich, die Pfanne vom Deckel befreiend, den Herd auf 180°C Umluft, die ich auf beide Seiten des Fleisches einwirken ließ, bis es eine schöne Farbe bekommen hatte.

Natürlich habe ich vergessen, auf die Uhr zu schauen, wie lange das Fleisch jetzt im Ofen war, aber die 100°C-Garung dürfte durchaus 3 Stunden oder mehr gedauert haben. Das Bräunen bei 180°C gelang dann schneller, ich schätze mal 10 Minuten pro Seite.

Das Fleisch entnahm ich dann der Pfanne, die ich noch auf eine heiße Herdplatte stellte, um aus dem Gemüse eine Beilage/Soße herzustellen. Was auf dem Bild vielleicht nicht so ganz rüber kommt: Das Suppenfleisch war zart und aromatisch, die Sehne in der Mitte existierte praktisch nicht mehr, sie war geschmolzen und gab Saft ins Fleisch.

Das Gemüse wurde etwas zerstampft und einreduziert sowie mit etwas weißem Essig abgeschmeckt (durch das Wurzelgemüse war es doch sehr süß, das musste ausgeglichen werden). Ein trockener Weißwein wäre vielleicht auch eine Idee gewesen. Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer gaben ihr übriges. Man könnte die Masse auch pürieren, aber ich habe nur gestampft.

Mit etwas Tafelmeerrettich habe ich alles angerichtet und verspeist. Wenn man überlegt, dass Suppenfleisch doch auch eher günstig zu haben ist, ein erstaunlich wohlschmeckendes Gericht. Die lange Garzeit macht den Vorteil sicher teilweise zunichte, aber da kann man noch optimieren. So zart, so geschmackvoll …
Wässer fehlen – und das Bild hängt schief
„Ein Ring, sie zu leiten, sie alle zu finden,
ins Labsal zu treiben und lecker zu binden.“
Für diesen Reim scheint es irgendeine Vorlage gegeben zu haben, aber da schweigt des Autors Höflichkeit, den Leser zu bevormunden mit Wissen, dass er sicher selber hat. Aber dafür deuten die zwei Zeilen auf einfach zu erreichende Atzung hin, die wohl auch nicht schlecht gewesen sein kann.
Der gute Ruf eilte dem Restaurant schon ein wenig voraus. Obwohl wir mit solchen Einrichtungen schon einige Male eine Bauchlandung erlebten, versuchten wir es mal wieder im Guten. Vielleicht haben wir ja Glück. Eine Bekannte bestätigte noch den guten Ruf, warnte aber vor der einen bestimmten Servicekraft. Nachdem wir am Tisch Platz genommen hatten, konnte erleichtert deren Ab- und eine alternative Anwesenheit festgestellt werden. Der Abend konnte beginnen.
Die Karte teilt sich in zwei Teile: Der eine weiß und schwarz beschriftet, papieren in der Anmutung. Der andere schwarz mit weißer Schrift, eher an eine alte Schultafel erinnernd. Geduldig das Papier mit Speisen, die länger im Programm sind, die Tafel mit aktuellen Angeboten, wenn auch ohne Preise, worüber man nachdenken sollte. Alles in allem ist die Auswahl übersichtlich: sieben kalte und warme Vorspeisen, neun Hauptgerichte, zwei Desserts und Milchreis. Das verspricht gute Handarbeitsküche und keinen Convenience. Wir waren gespannt.
Nachdem die Getränke bestellt und ausgeliefert waren, ging es an die Bestellung. Und wenn drei Leute sich ein Menü zusammenstellen, dann sind das neun Gerichte. Der Service ließ es drauf ankommen, zumal die Gäste nur acht bestellte, er aber nichts notierte. Um das Ergebnis vorweg zu nehmen: Es kamen die richtigen Gerichte, nur bei der personellen Zuordnung haperte es. Jammern auf hohem Niveau. Bis das Essen kam, blieb ein wenig Zeit, die Bilder aus der deutschen Geschichte ein wenig in Augenschein zu nehmen, die die Nägel in den Wänden zierten. Gute Handarbeitsküche kann schon mal ein paar Minuten länger dauern, wenn auch andere Gäste anwesend sind.
Zarte, saftige Hähnchenspieße mit einer Erdnusssoße und Salat kamen auf einem wunderschön ausgestalteten Teller daher, und man möchte das Wort perfekt benutzen, wenn man sich nicht noch ein wenig Bewertungsrahmen nach oben offen halten möchte. Ähnliches gilt für die Rote-Bete-Suppe mit Kokos und Gans, die ebenfalls mit sehr viel Genuss verspeist wurde. Außerdem kam da noch eine „Kalbsleber mit mariniertem Kürbis und Graupen“ auf’s Essmöbel. Es ist wirklich sehr schade, dass im Restaurant nicht genug Licht war, um mit dem Smartphone ein schnelles, unauffälligs Bild zu machen! Das Auge schlemmte mit, der in hauchdünne Scheiben geschnittene Kürbis, mit einer Vigniegrette, türmte auf zwei Leberstreifen, die wiederum auf einem kleinen Häufchen Graupen lagerte, umgeben von einem Arrangement kleiner, bunter Salatblätter, Brombeeren und Scheiben der Drachenfrucht. Man wollte dieses Kunstwerk beinahe nicht zerstören. Es wäre aber schade gewesen, es einfach nur so auf dem Teller liegen zu lassen, war der Kürbis in einer Form, der auch Kürbishassern geschmeckt hätte, und die Leber so zart und saftig auf den Punkt gegart, dass nur der Schluss zu ziehen ist, dass in der Küche eine sehr gute Arbeit geleistet wird.
Kleine Pause für die Esser – Auftritt Service. Die Essplätze waren anfangs mit Platzsets, auf denen eine Serviette und einmal Messer und Gabel angeordnet waren, ausgestattet. Zur Suppe kam ein Löffel dazu, der mit dem Geschirr auch wieder abgeräumt wurde. Die Leber wurde mit dem vorhandenen Besteck gegessen und ebenfalls abgeräumt. Und auch zum Hähnchenspieß gab es ein extra Besteckteil, trotzdem wurden Messer und Gabel genutzt, obwohl das sicher ursprünglich mal nicht so geplant war. Aber auch ein Gast macht mal Fehler. Deswegen wurde das Besteck auf der Serviette abgelegt, bevor das Geschirr abgeräumt wurde. Was dann folgte, war einer der Lichtblicke im Service: Nachdem das abgetragene Besteck wieder nachgelegt wurde, wurde ebenfalls noch das benutzte, aber zurückbehaltene Besteck inklusive der drunter liegenden Serviette ebenfalls ausgetauscht. Das muss man erst mal sehen.
Dann kamen die Hauptgerichte. Der Zander war leider aus, wurde aber durch seinen Kollegen Wels würdig vertreten, der sich dann den Teller mit einer risottogefüllten Spitzpaprika und Graupen sowie einiger essbarer Verzier teilten. Der Teller ging nach einer angemessenen Zeit zusammen mit den anderen aber absolut leer in die Küche zurück. Mehr muss man eigentlich nicht sagen. Der Pastateller mit Rinderstreifen, Tomaten, Rucola, Champignons und Soße – vielleicht etwas umfangreich geraten, war ebenso nahe an der Perfektionsgrenze angesiedelt wie die anderen Speisen, die es über den Gaumen in den Magen geschafft hatten. Die zarten Kalbsbäckchen in eigener Soße mit Möhren-Sellerie-Gemüse (Karte: Wintergemüse) und einer Kartoffel-Kräuter-Rolle, die ebenfalls ihren Genießer fanden, waren „Gebt-mir-einen-Löffel-was-soll-ich-mit-dem-Messer“-zart. Ein klassisches Schmorgericht, sehr anmutig interpretiert, dass man seine gute Erziehung und die gesellschaftlichen Konventionen verteufelt hat, weil man den Teller nicht ablecken durfte.
Für die im Dessertgang georderte Crème brûlée hatten wir den Fachmann am Tisch, und auch das Winterdessert, eine Panna Cotta mit einem winterlichen (Zimt u.a.) Eis, wurden bestellt und geliefert. Crème brûlée gab es schon einige Male und wenn man es mit anderen Präsentationen vergleicht, kam es selten aufgeräumt auf den Tisch. Die Creme in einer flachen Schale, die knusprige Karamellschicht oben drauf, dazu eine halbe Feige, eine rote Johannisbeere und eine Brombeere. Was lernen wir daraus? Wenn die Küche eine gute Crème brûlée auf den Tisch bringt, dann braucht es kein Chi Chi wie ein Basilikum-Minz-Sorbet oder ein Ananasragout daneben, dass sich beim Verzehr außerdem noch als Apfelkompott herausstellte. Aber das ist eine andere, ältere Geschichte.
Der Rest ist schnell erzählt. Espresso und Cappuccino waren gut, aber begleiterlos, was den Gedanken in den Raum warf, ob die Geschichte mit dem kleinen Wasserglas zum Espresso wirklich vom Espresso, also aus Italien, kommt oder doch eher eine österreichische Erfindung ist. Der Service an dem Abend war angenehm, höflich, wenngleich trotz oben erwähnter Highlights auch nicht ganz aufmerksam. Während die Leere des einzigen Bierglases bemerkt und der Wunsch nach Nachfüllung konkret abgefragt wurde, ging die Versorgung der alkoholfreien Trinker in einem „Alles in Ordnung?“ irgendwie unter. Aber auch hier wird wieder auf hohem Niveau gejammert.
Dieses – also das hohe Niveau – wird hauptsächlich durch die Küche repräsentiert. Auch die nicht probierten Gerichte der Karte versprechen lukullische Genüsse. Die Preise sind angenehm. Und wer ein echtes „Wiener Schnitzel“ mit Kartoffelsalat für knapp 17 Euro als zu teuer ansieht, sollte beachten, das man mit einem niedrigeren Preis kein handgemachtes, frisch zubereitetes, selbst paniertes Schnitzel aus der Kalbsoberschale auf den Teller zaubern kann. Deutlich billigeres ist entweder kein „Wiener Schnitzel“ oder Industriefraß. Oder beides.
Das gibt es aber im „berlin – Restaurant|Bar|Café“ nicht. Da hört man noch den Fleischklopfer aus der Küche. Vielleicht sollte man etwas vom Haloumikäse (ebenfalls auf der Karte) darunter legen, dass dämpft die Schläge etwas. Kleiner Scherz. Seien wir also servicetolerant, fordern unser Recht auf Essen und Trinken ein, und genießen diese leckeren Speisen im Neubrandenburger „berlin“. Es liegt direkt am Ring (kleine Anspielung an das Zitat ganz oben), obwohl es keinen Friedrich Engels in der Adresse trägt, sondern Fritz Reuter. Eine Webseite gibt es auch, zum Zeitpunkt der Niederschrift dieses Artikels ist dort leider keine Speisekarte enthalten, bei den wechselnden Gerichten vielleicht doch noch eine schöne Idee.
Auf der nicht genauer definierten, geschweige denn irgendwo niedergeschriebenen Liste der besten Ess-Orte in der Region, die ich bisher besucht habe, liefert sich das berlin ein hartes Kopf-an-Kopf-Rennen an der Spitze. Ärgster Konkurrent dabei ist das Leddermann in Waren, der bisherige Spitzenreiter. Beim Essen und gaaaaaanz knapp in der Gesamtwertung liegt jetzt das berlin vorn, im Service bleibt das Leddermann ungeschlagen.
Das Auge isst nicht mit, Gaumen, Seele und Zunge trotzdem begeistert
Zur bekannten Floskel „Das Auge isst mit.“ gibt es diverse Varianten und Ergänzungen, die meistens aber das Gegenteil des Original-Spruches aussagen. „Die Augen isst man mit.“ wird genauso kolportiert wie „Das Auge isst mit; das Auge hat sich schon übergeben.“ Beim letzten Testessen war das Auge auf Diät; was aber am Ambiente fehlte, wurde durch Herzlichkeit beim Service wieder gut gemacht.
Einen ausführlichen Text gibt es diesmal nicht. Aber dafür die Audio-Version. Viel Spaß beim Anhören.
Hurz!
Passend zur Jahreszeit – in Kürze ist ja Ostern – gab es Lamm. Was in dem Zusammenhang natürlich auch an das titelgebende „Lamm, auf der grünen Wiese“ eines gewissen Hans-Peter Kerkeling verweist. Es gilt also, irgendwie das Bild zu rekonstruieren.
Bunt muss es sein (Ostern) und eine grüne Wiese soll es geben (HPK). Und Lamm auch. Auch wenn es vielleicht noch kein Osterlamm ist. Vielleicht hilft uns ja der gute alte Goethe, der an tiefgekühlte Lammbeinscheiben (Chops) dachte, als er – wann auch immer – die Worte aufs Papier warf: „Vorm Eise befreit …“
Scheiben einer rohen Kartoffel werden in Rapsöl in einer Pfanne mit Deckel angebraten. Sind hier erste Bratspuren zu bemerken, kommt der Deckel runter und dafür Scheiben von Süßkartoffel (ebenfalls roh) mit hinzu, die ebenfalls angebraten werden. Salz, Pfeffer und kurz, bevor die Kartoffelscheiben gar sind, auch die Würfel einer roten Zwiebel dazu. In einer zweiten Pfanne werden Zuckerschoten mit etwas Salz und Pfeffer erwärmt.

Zum fertig Garen kommen die Schoten mit in die Kartoffelpfanne, die nur noch warm gehalten wird. In der anderen Pfanne braten die Lammchops, die man in etwa wie gleich große Steaks zubereitet.

Das geht recht fix, so dass dann auch schon angerichtet werden kann.

Und schon haben wir das Lamm auf der grünen Wiese mit den bunten Eiern … ähm … Kartoffeln. Hurz! Oder auch: Guten Appetit.
Katerfrühstück
Wobei man über den Begriff „Frühstück“ auch mal philosophieren kann. Was ist Frühstück, bzw. woran macht man es fest, welche Mahlzeit man Frühstück nennt. Ich sehe da mindestens 3 Kriterien:
- erste Mahlzeit nach dem Erwachen und Aufstehen
- Mahlzeit, die man zwischen 6 und 10 Uhr einnimmt
- Mahlzeit mit Frühstücks-typischen Zutaten (Brötchen, Flakes, Marmelade, Honig, …)
Wobei es Leute geben soll, bei denen alle drei Kriterien auf das Frühstück zutreffen … Leute gibt’s. 😉
Wichtig bei einem Katerfrühstück ist sicher auch eine einfache, konzentrationsirrelevante Zubereitung ohne viel Vorbereitung, aber die Lebensgeister soll es trotzdem wecken. Bereits vor einigen Tagen hatte ich ein vakuumiertes Rib-Eye-Steak käuflich erworben, dass ich im Kühlschrank auf der Platte über dem Gemüsefach lagerte. Das müsste der kälteste Ort im Kühlschrank sein. Im Gemüsefach lagerten einige Zuckererbsenschoten.
Noch etwas frühblind tabberte ich in die Küche, befreite das Fleisch aus seiner Umhüllung, verbrachte es in den kalten Heißluftofen aufs Rost. Einmal die Konzentration gesammelt: 80°C, 30 Minuten, automatische Ausschaltung, fertig. Sowas nennt man wohl umgekehrte Steakzubereitung, irgendwo hier im Blog hatte ich das schonmal beschrieben. Der Vorteil dieser Behandlung: Auch wenn das Fleisch im sich langsam auskühlenden Ofen verbleibt, es verändert sich nicht mehr, ist praktisch gar und braucht nur noch Geschmack und Kruste. Ob man also zum weiteren wachwerden diese 30 Minuten braucht oder 45 oder 60 ist eigentlich egal, wenn sich der Ofen wirklich abgeschaltet hat.
Der Rest geht eigentlich recht schnell. Wobei man sich bei einem Punkt durchaus etwas Zeit lassen sollte: Pfanne vorheizen. Die kann eigentlich nicht heiß genug sein. Während sie aufheizt, wird das Fleisch etwas mit Öl bepinselt. Ist die Pfanne heiß, heißt es nochmal, die Konzentration zusammen zu nehmen: Fleisch hinein, auf der einen Seite gut bräunen lassen, Fleisch einmal umdrehen, die andere Seite auch bräunen lassen und ab auf den idealerweise warmen Teller (kann man anfangs gleich mit in den Ofen stellen.
Kurz, bevor man das Fleisch aus der Pfanne nimmt, kann dort die Hitze schon reduziert werden. Der Fleischsatz in der Pfanne wird mit etwas Butter abgelöst, in die dann auch noch die Schoten geworfen und mehrfach gut durchgeschwenkt werden. Salzen, pfeffern, anrichten, fertig.

Wobei sich das Pfeffern und Salzen natürlich auf die Schoten (noch in der Pfanne beim Durchschwenken) und das Fleisch bezieht. Sich bildender Fleischsaft kann gern noch auf die Schoten in der Pfanne gegeben und etwas reduziert werden.

Dazu gibt es als Dessert noch ein halbes Glas Salz-Dill-Gurken und das neue Jahr kann starten. 😉 Prost Neujahr.
Was für die Seele als Basis
An Silvester gehts meist mit einer schönen Party ins neue Jahr. So eine Feier muss auch gut vorbereitet sein. Immerhin hat so mancher Körper einiges zu tun. 😉 Da hilft eine gute Grundlage, die auch gleich noch stimmungsaufhellend, wärmend usw. wirkt.
In memorian an den Weberglockenmarkt wird als erstes eine Rauchwurst (gibts ja das ganze Jahr im Plasteknast) klein geschnitten und in einer heißen Pfanne angeröstet.

Wenn die etwas Farbe genommen haben, kommt noch etwas Ordnung, Butter und ein paar Schupfnudeln mit in die Pfanne.

Alles wird schön von allen Seiten angebraten, dabei bleibt es unvermeidlich, dass wieder etwas Unordnung in die Pfanne kommt.

Wenn sich die Bratspuren gut am Bratgut verteilt haben, kommt noch ein selbst gemachtes Halbzeug hinzu: Die immer gern auf Vorrat eingefrorene Tomaten-Paprika-Soße.

Alles wird gut durchgerührt, so dass die Soße gut den Pfanneninhalt benetzt. Abgeschmeckt wird auch noch und ggf. mit Kräutern verfeinert. Fertig.

Ok, die Schupfnudeln hätte man auch selber machen können … Bei der Rauchwurst wird das aber schon schwieriger. Einfacher ist da die passende Auswahl, empfohlen sind die eingeschweißten aus Anklam. Das sind nämlich auch die, die auf dem Weberglockenmarkt an den guten Ständen direkt im Rauch erwärmt wurden und nicht auf dem Grill. Guten Appetit.
Spam-Problem – Wer kann helfen?
Tja, nun hat es auch mich erwischt, ich habe ein Spam-Problem.
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Vielfalt hat ihren Preis
Es ist schon eine Weile her, dass ich mal eine Speisekarte eines Essenbringdienstes „auseinander genommen“ habe. Das mag an der steigenden Qualität dieser Druckprodukte liegen … *prust* … oder doch auch daran, dass lange nichts mehr ins Haus flatterte. Aber, der geneigte Leser wird es schon erahnen, es kam mal wieder was. Wobei: Was auf den ersten Blick wie ein Menü- und Bestellzettel aussieht, entpuppt sich als reines Menü, wird man doch gleich auf der Titelseite ins Grillrestaurant eingeladen. Es liegt beinahe um die Ecke.
Das Angebot dreht sich viel um drehendes Fleisch, dass mit einigen Standards und interessanten Kreationen aufwartet, frei nach dem Motto: Man kombiniere vorhandene Grundzutaten mal zu was völlig neuem. Und es ist doch manchmal erstaunlich, was man mit Dönerfleisch alles kombinieren kann: Döner Hawaii (da wundert es mich, dass noch niemand Döner Florida anbietet: statt Ananas kommt Pfirsich hinein), Nudeln mit Dönerfleisch, Baguettes mit Dönerfleisch, Spaghetti mit Dönerfleisch und Sahnesoße, Dönerschnitzel mit Metaxa-Soße, Dönercalzone und natürlich auch Pizza mit Döner.
Es gibt sogar eine Gyros-Calzone, und da sie das einzige Gyrosgericht ist, stellt sich mir (eigentlich nicht) die Frage nach der Qualität des Gyros: auch vom Drehgrill oder doch nur das sogenannte Pfannengyros als Simulation? Außerdem sollte man wohl sicherheitshalber nach den aufgedruckten Nummern bestellen, zu leicht ist das Dönerschnitzel mit einem Schnitzeldöner verwechselt und man hat das falsche Gericht im Bauch.
Apropos Schnitzel. Hier gilt es bei der Bestellung doppelt aufzupassen. Unter der Überschrift „Schnitzelgerichte“ und der Bestellnummer 32 kann man ein Schnitzel mit Pommes und Salat für 6,50 Euro erwerben. Hat man nicht so viel Geld dabei, sei die Kategorie „Fleischgerichte“ und die Bestellnummer 43 empfohlen. Dort gibt es ein Schnitzel mit Pommes und Salat für 5,50 Euro. Wahrscheinlich muss man wirklich mal in den Laden gehen, um hier den Unterschied zwischen den beiden Gerichten zu erfahren.
Wer wirklich hungrig ist und wirklich satt werden möchte, der ist hier im Grill auch besonders richtig. Wozu gibt es schließlich Sättigungsbeilagen. Und wenn eine nicht reicht, nimmt man eben zwei. So sind die Nummern 14 („Nudeln mit Dönerfleisch und Pommes“) und 16 („Nudeln mit Dönerfleisch, Pommes und Salat“) sehr empfohlen. Das erinnert mich doch ein wenig an einen hiesigen Pizzaservice, der mal eine Pizza Pommes mit Schnitzel und Sauce Hollandaise anbot.
Ein paar Kleinigkeiten wären noch zu bemerken – die gemischte Orthografie-Platte mit viel Tunfisch und Cheeseburgern sowie die folgende Unlogik: Hamburger 2,80, Cheeseburger 3,00, aber beide mit Cola und Pommes ergänzt 5,50 Euro – aber da niemand perfekt ist, soll hier mal geschwiegen werden. Montag bis Samstag ist von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Ein großer Parkplatz begleitet den Grill, so dass man sich sein Essen auch gut vom Aspendos-Grill in der Burgholzstraße am roten Netto mit nach Hause nehmen kann.
Ausgewogene Mischung
Irgendwie gab es von allem etwas, manches ist aber nur schwer zuzuordnen, vor allem geografisch. Nordafrika (exemplarisch Tunesien), Deutschland, Österreich, Griechenland, USA, Frankreich, Skandinavien (exemplarisch Finnland) usw. Ich hoffe, dass ich nichts vergessen habe. Und dabei waren nur drei hungrige Männer in einem Nationalitätenrestaurant essen. Wobei die Menge Essens, die auf den Tellern an den Tisch kam, auch gut 4 oder 5 Leute hätte satt bekommen. Augenscheinlich wurde mal wieder gehofft, dass sich Quantität in Qualität umschlägt, was nur sehr bedingt gelungen ist.
Aber wir sollten milde gestimmt werden: Insgesamt drei Runden (Finnland) eines milden, sehr milden Ouzos erreichten unbestellt den Tisch während des Essens. Ebenfalls inklusive, also unbezahlt, erreichte den auch jeweils ein kleiner Vorspeisensalat: Eisbergsalat, eine halbe Tomatenscheibe, eine Gurkenscheibe, ein Klecks Cocktailsoße (Thomy oder Kraft?) und zuunterst noch etwas Wasser vom Salatwaschen (hoffentlich). Was nichts kostet, ist auch nichts …
Dazwischen gab es aber noch bestellte Speisen. Da saßen wir aber zu weit von der Küche weg. Da der Service eine begrenzte Tragkraft zu haben schien, erreichten uns die drei Vorspeisen wie auch die drei Hauptgerichte nicht gleichzeitig, sondern individuell durchaus verschieden. Bei zwei kalten und einer heißen Vorspeise ist das vielleicht eher zu verschmerzen, wenn die heiße einzeln als letztes kommt. Aber wenn sie dann so heiß ist, dass man sich beinahe die Zunge daran verbrennt, gilt es, das Zeitmanagement zu überdenken.
Apropos: Wie lange darf es dauern zwischen dem Betreten eines Restaurants, dem Erhalt der Speisekarten und der Aufgabe einer Bestellung? Kommt sicher auch immer auf die Füllung der gastlichen Stätte an. Aber bei drei besetzten Tischen, von denen einer wir waren und zwei sich eher dem Ende des kulinarischen Ausfluges näherten, sollte das in weniger als 15 Minuten vonstatten gehen. Sollte. Und wenn dann nichtmal alle Getränke der Karte vorrätig sind …
Die Vorspeisen waren dann aber in Ordnung. Wobei natürlich an einem Tsatsiki aus Quark und einer (selbst gemachten oder industriellen) Würzmischung nicht wirklich viel verkehrt zu machen ist. Und wenn das noch durch etwas fertigen Oktopus-Salat ergänzt wird, ist das auch nicht weiter schwierig. Anspruchsvoller sind dann schon die gebackenen (=im Backteig ausgebackenen) Auberginenscheiben, wobei ich da sicher im Katalog eines Tiefkühlzulieferers eine passende Vorlage zu finde.
Käse kann man reden (oder schreiben), Käse kann man aber auch essen. Und welchen Käse verbindet man mit Griechenland (immerhin waren wir „griechisch essen“)? Genau. Deswegen gibt es dort ein Suflaki mit einem nicht näher definierten Schnittkäse überbacken. Sah aus wie Gouda oder so. Aber immerhin hatte man in der Küche mitgedacht. Weil zum Überbacken des Suflakis nicht nur der Käse sondern auch eine Soße verwendet wurde, war der Spieß aus dem Suflaki bereits entfernt wurden. Das wäre ja am Tisch eine große Schweinerei geworden. Mich würde nur der Unterschied zwischen diesem Gericht und dem ebenfalls auf der Karte vorhandenen mit Schnittkäse überbackenen Schnitzel interessieren.
Zwischendurch vielleicht mal was positives: Das Gyros war besser als jedes bisher probierte Pfannengyros auf dem Planeten. Und es soll auch nicht behauptet werden, dass das Gyros nicht auch mal einen Drehgrill gesehen hat. Über die letzte halbe Stunde vor dem Servieren spekuliere ich mal nicht, die Konsistenz ließ aber den Schluss zu, dass der Abstand doch eher größer war und das „gesehen“ eher wörtlich als bildlich zu sehen ist. Frisch vom Drehgrill war es nicht. Eher frisch schien das Suflaki auf dem anderen Teller zu sein, ohne Käse drüber, aber auch mit Gyros drunter. Wobei ich manchmal bei solchen Gerichten den Eindruck habe, dass die Grillstreifen schon auf dem Fleisch sind, bevor sie in der Gaststätte in die Pfanne gelegt werden.
Das Dessert hatten wir der Üppigkeit der Hauptgerichte wegen schon mal gleich weggelassen. Wer sich noch an seine M-L-Lehrstunden* erinnert, wird sich auch an dieses Gesetz vom Umschlagen der Quantität in Qualität und umgekehrt erinnern. Zumindest, was das Gyros betrifft, wurde auf jeden Fall noch auf den Wandel von Quantität auf Qualität gewartet. Ein Dessert gab es übrigens trotzdem. Unbestellt und zu aller Überraschung war es genauso einfach wie lecker: eine Halbkugel griechischer Joghurt(?), übergossen mit ein wenig Himbeersoße. Das erfrischte und gab Kraft, an den Schlusstest zu gehen. Nur, wie macht man den, wenn es keinen Espresso auf der Karte gab, aber Cappuccino auf der Karte stand? Man sucht vergleichbares, warum also nicht mal einen „griechischen Mocca“?
Der Mocca wurde in einer Espressotasse serviert, und wie es sich für einen richtigen Mocca gehört, hatte er Grund. Wasser oder Zucker gab es nicht dazu. Beides befand sich schließlich schon in der Tasse. Für den Cappuccino bot sich eine Rechtschreibkorrektur in Kapputschino an. Lange wurde er nicht mehr gesehen, der deutscheste aller Cappuccini: gesüßter Kaffee mit Sahnehaube oben drauf. Wenn der Kaffee ein Milchkaffee gewesen wäre, hätte der Wiener Franziskaner dazu gesagt, aber das nur nebenbei. So passte aber alles irgendwie ins Gesamtkonzept dieses Restaurants. Aber immerhin. Beim Verlassen – und das hatten wir auch noch nicht erlebt – wurde uns vom Service sogar die Tür aufgehalten. Und das nicht nur, weil zufällig gerade in der Gegend, sondern ganz bewusst. Einer der leider wenigen Pluspunkte beim griechischen Restaurant Kreta, Woldegker Straße 12 in Neubrandenburg.
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* M-L = Marxismus-Leninismus, heute nach der Umbenamsung eher Chemnitzismus-Sankt-Peterburgismus, während es zwischendurch mal kurz der Marxismus-Senilismus war.
Verliebtes Krustentier
Nachdem ich in einem anderen Blog aus der Region schon öfter leckere Braten gesehen habe, dachte ich mir, dass ich es doch auch mal probieren sollte. Das Gericht war schnell geplant: Ich hatte noch einige Zuckererbsen als Beilage im Kühlschrank und hatte ein paar von den guten Schupfnudeln gekauft. Immerhin gibt so ein Braten, wenn man es richtig anfängt, auch immer gut leckere Soße.
Soweit der Plan. Aber was sind schon Pläne?! Zum Mittag kann man sowas ja essen, aber zum Abendbrot? Das wäre doch zu mächtig. Also lassen wir die Erbsen mal weg. Und die natürlich auch die Schupfnudeln. Aber den Krustenbraten, den sollte es dann doch noch geben. Aber wie machte man den doch nochmal? Müsste man mal recherchieren. Oder doch einfach irgendwas mit dem machen. Neulich gab es doch mal ganz leckere Entenbrust. Das ist doch so ähnlich. Also habe ich den Krustenbraten – genauer dessen Schwarte – rautenförmig eingeschnitten, mit Salz bestreute, dieses einmassierte und mit der Hautseite zuerst in die heiße Pfanne gegeben. Da da nicht so viel Fett ausfloss, habe ich mit etwas Pflanzenöl nachgeholfen.
Nach der gut angebratenen Fettschicht habe ich auch die anderen Seiten des Krustenbratens zwecks geschmacksbildener Reaktionen angebraten. Da das immer etwas dauert und es mir in der Zeit nicht langweilig wird, zerteilte ich ein Bund Suppengrün in Julienne. Als alle Seiten des Bratens gebräunt waren, füllte ich den freien Bereich der Pfanne mit dem Gemüse auf, ließ es auch leicht anbraten und verbrachte dann die bedeckelte Pfanne bei 120°C in den Ofen.
Nach einer halben Stunde rührte ich Honig, Paprika, Pfeffer, Öl und etwas hellen Essig zu einer nicht zu flüssigen Masse zusammen und bestrich damit die bereits die ganze Zeit oben liegende Krustenschicht des Bratens. Das wiederholte ich noch ein paar Mal alle halbe Stunde, wobei ich gleich beim ersten Mal soviel Streichmasse herstellte, dass es für alle Einpinselungen reichte.
Nach ca. anderthalb Stunden ließ ich dann den Deckel weg und erhöhte die Hitze im Ofen auf 180°C, bis die Kruste schön krustig wurde. Wenn das Gemüse bei dem ganzen Vorgang zu trocken zu werden drohte, gab ich noch etwas Wasser hinzu. Mit etwas Augenschein und einem Messer, dass ich bis in den Kern des Bratens bohrte, einen Moment verweilen ließ, wieder extrahierte und zur Temperaturfeststellung an die Lippe hielt, holte ich das Fleischstück schließlich aus dem Ofen.

Die Pfanne mit dem Gemüse und der Soße stellte ich auf eine heiße Herdplatte.

Ein Karfoffelstampfer generierte in der Pfanne eine samige Soße und eine wichtige Erkenntnis: Wenn Du gepökeltes Fleisch für einen Braten verwendest, sei vorsichtig mit dem Salzen. Da eine weitere Konzentration der Soße kontraproduktiv erschien, habe noch etwas Wasser dazu gegeben, um eine gewisse Dünne zu erzeugen, die mit einer geriebenen Kartoffel wieder eingedickt und vor allem auch etwas salzgemildert war.

Dazu muss aber alles noch etwas Kochen, damit die Stärke in der Kartoffel die Soße bindet. In der Zeit kann mit dem Aufschneiden des Fleisches begonnen werden.

Das wurde dann noch mit etwas gehaltvoller Soße, die eher eine Pflanzenfasercremé war, belegt.

Ein Pürierstap hätte der Soße vermutlich noch etwas mehr Sämigkeit gegeben, sieht sie zwar nicht gut aus, schmeckte sie doch hinreichend gut.
