Zur Freude alle Kunden müssen eine Reihe von Zutaten von abgepackten Lebensmitteln auf der Verpackung angegeben werden. Dass es zwischen der Abbildung auf der „Schauseite“ des Etikettes und den wirklichen Bestandteilen manchmal leichte Diskrepanzen gibt, ist allgemein bekannt. Der Blick auf die Zutatenliste hilft da meisten, auch wenn diese manchmal doch etwas klein gedruckt ist.
Für die Interessen der Verbraucher auch in diesem Lebensbereich treten die Verbraucherzentralen ein. Was die Kennzeichnung von Lebensmitteln u.a. betrifft, gibt es das Internetportal lebensmittelklarheit.de, über dessen Ambitionen es unter anderem auf der Webseite heißt:
Die Umsetzung des Projekts erfolgt durch den Verbraucherzentrale Bundesverband und die Verbraucherzentrale Hessen. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft im Rahmen der Initiative „Mehr Klarheit und Wahrheit bei der Kennzeichnung und Aufmachung von Lebensmitteln“ finanziell gefördert.
Aber, wenn man die Artikel verfolgt, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass so manches mal doch etwas über das Ziel hinausgeschossen wird. Nichts gegen eine exakte Beschriftung der Verpackungen, aber bei manchen Forderungen … Naja.
Unter der Überschrift „Bier, alkoholfrei“ wird u.a. die Forderung aufgemacht, dass alkoholfreies Bier auch wirklich alkoholfrei zu sein hat. Dazu muss man wissen, dass große Teile dieser Bierart bis zu 0,5% Alkohol enthalten können. So fordert lebensmittelklarheit.de entsprechend seiner Ideale:
Daher sollte der tatsächliche Alkoholgehalt deutlich aus Sicht der Verbraucherzentrale im Sichtfeld erkennbar sein.
Wenn, dann aber bitte konsequent! Die Forderung sollte nicht nur für Bier, sondern für ALLE Lebensmittel aufgemacht werden, egal, wie hoch der Alkoholgehalt ist und ob er bei der Herstellung oder Lagerung entstanden ist oder bewusst als Zutat zugegeben wurde. Mancher Verbraucher würde sich dann über den Alkoholgehalt mancher Lebensmittel wundern, der z.T. weit über dem von <0,5%-alkoholfreiem Bier liegt.
Eigentlich wollten wir uns ja mehr auf die Stadt und das nähere Umfeld Neubrandenburgs konzentrieren, wenn wir über kulinarische Erlebnisse berichten, aber äußere Umstände trieben uns doch wieder über Land und durch unsere schöne mecklenburgische und vorpommersche Landschaft. Es ging nordwärts mit einem leichten Schwenker in östlicher Richtung.
Es gibt schon schöne Hotels und Restaurants in der Gegend, und wenn dann auch noch was frisches draus gemacht wird, dazu ein touristisches Konzept, eine besondere Küche, dann werden auch aus alten Gutshäusern schöne kulinarische Einrichtungen, in die man gern einkehrt, vielleicht auch nicht nur einmal. Sicher gibt es auf diesem Gebiet schon eine Reihe etablierter Häuser, aber man findet immer wieder auch was neues. Unsere aktuelle Entdeckung war aber wohl noch zu neu. Was zu dieser Äußerung führte, steht ursächlich nicht genau fest. Vielleicht war es der ungewohnte Zeitpunkt oder die Vorsaison oder der Wochentag, aber wer täglich von Mittag bis Abend durchgehend mit warmer Küche offen hat, muss auch mit Gästen rechnen.
Der Service war mecklenburgisch angenehm (Ja, ich weiß, dass wir in Vorpommern waren.), soll heißen: aufmerksam, aber zurückhaltend unaufdringlich. Es gab sogar zwei Speisekarten, die beide (Standardkarte und Tageskarte) das eine oder andere lukullische versprachen. Vorspeisen, Salate, Fleisch- und Fischgerichte und sogar eine Dessertauswahl waren vorhanden, dazu allerlei zum Trinken. Das Preisniveau war etwas erhöht, aber wenn die Qualität stimmt, sei es eben so.
Schon mal einen guten Schuss Johannisbeersaft mit Tonic aufgegossen? Das ist richtig lecker. Jetzt gilt es nur noch, das richtige Mischungsverhältnis raus zu bekommen … Aber auch sonst wurden die kleinen Sonderwünsche vom Service schnell erfüllt, und so kam auch eine gut gekühlte Saftschorle auf den Tisch, die so nicht auf der Karte stand. Und um es vorweg zu nehmen: Leer gewordene Gläser wurden vorbildlich bemerkt und auf Wunsch durch volle ersetzt.
Soljanka stand nicht auf der Karte, so konnte aus den anderen Vorspeisen ungezwungen gewählt werden. Die der Tageskarte entnommene Spargelcremesuppe mit Bärlauchschaum hatte vielleicht etwas viel vom aromatischen Schaum, war aber durchaus essbar, auch wenn hier noch versucht wurde, dass die Quantität in Qualität umschlägt. Die andere Vorspeise – ein aromatisches weißes Mousse mit konfierten Kirschtomaten (interessante Aromatik), Ruccola und Parmesan – ließ eher etwas von dem erwarteten Niveau erahnen. Allein: Die beim Namen „Tomatenmousse“ zu erwartende Geschmacksrichtung stellte sich nicht ein. Man könnte hier das Klischee der wohl verwendeten holländischen Tomate bemühen, die sind aber mittlerweile auch entschieden besser als ihr Ruf.
Allzuhäufig habe ich Tunfisch als Steak gebraten noch nicht auf Speisekarten entdeckt, und weil mich das drumrum auch interessierte, gab es dijonsenfgratinierten Fisch an Spargel/Hollandaise und Polenta. Gegenüber landet nach langem Sprung das Ragout vom australischen Beuteltier (Sorry, Marc-Uwe) mit „Neuen Kartoffeln“ und ebenfalls mit Spargel/Hollandaise auf dem Teller. Ein paar essbare Blüten vervollständigten das Tellerbild, dass dann noch von einem kleinen Salatbouquet umkreist wurde. Das Dressing war nicht schlecht.
Wie mögt ihr weißen Spargel? Da gibt es ja mindestens zwei Philosophien, wenn man mal nur die gekochte Version als Basis nimmt. Die klassische geht wohl davon aus, dass Spargel weich gekocht werden müsse, die „modernere“ nimmt sich hier andere Gemüse zum Vorbild, die vitaminschonend auch gern mal al dente angeboten werden. Es ist vermutlich Geschmackssache, was man hier bevorzugt, der knackige Spargel kam aber doch etwas überraschend, so dass mir die Herkunft der Hollandaise aus der RGW-Verbundleitung erst gar nicht auffiel.
Der Tunfisch war gut zubereitet, leider merkte man vom Dijonsenf aus der Kruste recht wenig. Aber das glich sich beim Känguru-Ragout wieder etwas aus. Das Fleisch war im guten Zustand, nur war hier die Soße etwas überwürzt. Überrascht hat dann auch die Polenta. Wir sind ja nur kulinarische Laien, aber wenn man es nicht besser gewusst hätte, hätte man die Polenta doch glatt für „Neue Kartoffeln“ halten können. Aber mittels der Molekularküche ist sicher einiges möglich.
Natürlich habe ich nichts dagegen, wenn bei einem aus mehreren Einzelteilen zusammengesetzten Gericht ein Teil durch einen anderen ausgetauscht wird. Aber einerseits sollte sowas bei einer Tageskarte eigentlich nicht nötig sein, die kann man auf vorhandene Zutaten abstimmen, und andererseits hätte eine Information durch den Service bei der Bestellung oder kurz danach spätere Irritationen durchaus verhindern können. Aber ein Gericht dem Gast zu präsentieren, wie es nicht auf der Karte steht, das geht nicht.
Basilikum-Minz-Sorbet, Ananasragout und eine Crème brûlée krönten das Menü. Sie sollten es jedenfalls. Aber auch hier schlug die Quantität nicht in Qualität um. Zum einen waren alle drei zusammen ein Dessert, zum anderen ging das Sorbet unter der gehackten Minze unter; dafür kam man durch die dicke Karamellschicht nicht so einfach an die Unmengen Vanillecreme unten drunter. Und (Vorsicht! Wortspielalarm!) die Ananas war halb verzehrt. Nun hat da keiner aus der Küche zugeschlagen. Aber wenn man vom englischen Begriff Pineapple das pine als Verb, also „to pine – sich verzehren“ nimmt, war schon was verzehrt, präsentierte sich in dem Gläschen eher ein Apfelkompott als die versprochene Ananas.
Dass der Espresso-Test in die Hose ging, sei hier nur noch am Rande erwähnt. Als Getränk waren er und der Cappuccino automatenbedingt standardisiert gut, kamen aber zwar in Tassen, aber sonst nackig auf den Tisch. So endete dieser kulinarische Ausflug ins „Hotel & Restaurant Am Peenetal“ in Liepen an der B 110 zwischen Jarmen und Anklam doch mit einer Enttäuschung. Aber irgendwie blieb auch der Eindruck, dass hier noch etwas im Aufbau ist, so dass sicher in einiger Zeit ein weiterer Besuch angeraten ist. Die Ansätze und das Ambiente sind vielversprechend, da kann noch was draus werden.
P.S.: Bitte nicht auf die Webseite gehen. Oder nur, wenn die Lautsprecher vorher ausgeschaltet sind!
Bei den Außentemperaturen isst man gern etwas leichter. Die Anregung zu nachfolgendem Gericht habe ich mal irgendwo im Fernsehen gesehen. Ich hatte allerdings nur noch das Grundprinzip im Hinterkopf, die Würzung kam frei Schnauze hinzu.
So eine bunte Tomatenmischung findet man gelegentlich mal im Supermarkt. Die beiden kleinen Paprika ebenso. Und ein paar der roten Tomätchen stammen schon von meiner Pflanze auf dem Balkon.
Sieht doch so schon richtig lecker aus. Aber wir wollen ja kochen. Wobei diese Früchte nicht mal wirklich erhitzt werden. Nur ein wenig. Erst einmal wird alles schön klein geschnitten. Es empfiehlt sich die Verwendung eines möglichst scharfen Messers, damit man die Tomaten nicht auspresst, sondern wirklich klein schneidet.
Dazu kommt auch noch eine ebenso fein gewürfelte Schalotte.
Alles wird auf dem Teller gut vermischt und dann mit Salz, Pfeffer, Olivenöl, ein paar Tropfen Crema di Balsamico (oder Balsamico-Essig und etwas Zucker) gewürzt. Ich habe auch noch etwas Chayenne-Pfeffer dazu gegeben.
Nun wird die Pasta gekocht. Dazu setzen wir pro Portion 1 l Wasser auf.
Wenn das Wasser kocht, kommt ebenfalls pro Person 10 g Salz dazu.
100 g Pasta, im aktuellen Fall Muschelnudeln, kommen auch noch hinzu.
Jetzt stellt man den Teller auf den Topf als eine Art Deckel, muss aber ein wenig aufpassen, dass a) die Nudeln durchaus etwas sprudeln, aber b) nicht überkochen.
Der Tellerinhalt wird auch etwas durchmengt, während er sich langsam erwärmt. Irgendwann (Packungsbeschriftung und Garprobe) sind die Nudeln al dente.
Das Wasser wird abgeschüttet.
Nun geben wir den Tellerinhalt kurz mit in den Topf und mengen alles gut, aber schonend durch.
Dann kann auch schon angerichtet werden.
Etwas Schnittlauch ergänzen das Gericht sehr gut. Man könnte es vermutlich auch mit Parmesan probieren. Erfrischend, lecker, würzig. Guten Appetit.
Gibt es eigentlich etwas, was man nicht mit Käse überbacken kann und es dann lecker ist? Ok, Schwarzwälder Kirschtorte. Aber sonst? 😉 Manchmal hat man nicht wirklich Lust, etwas aufwändiges zu kochen, dann schaut man in den Kühlschrank oder in den Tiefkühler und hofft, ein paar Sachen zu finden, die irgendwie zusammen passen. Als Basis dient eine Auflaufform.
In diese füllen wir etwas des neulich gekochten Tomaten-Paprika-Sugos (Zwiebel in Öl anschwitzen, Tomaten, Tomatenmark, Paprika (die Früchte zerkleinert), Salz, Pfeffer, Zucker dazu geben, alles bei geschlossenen Deckel eine halbe Stunde köcheln lassen und dann noch pürieren – oder auch nicht – oder auch nur die Hälfte … Abschmecken nicht vergessen).
Darauf kommen ein paar frische Tortelloni, hier mit Spinat-Ricotta-Füllung, aber die mit Käse sind auch lecker.
Noch ein paar Tomatenhälften (Cocktailtomaten oder was anderes kleines) als Geschmackshighlights dazwischen.
Dann noch etwas Soße oben drauf.
Beim Käse hat man wieder eine freie Wahl. Er sollte natürlich im Ofen schmelzen, ggf. etwas bräunen und auch geschmacklich etwas beitragen. Ich fand einen geräucherten Schnittkäse im Kühlschrank.
Und nun muss das ganze nur noch in den Ofen. 200°C, 20 bis 30 Minuten, je nachdem, wie heiß man die Tomatenhälften und wie braun man den Käse mag.
Der Auflauf war letztendlich doch noch etwas blond, da ich vergessen hatten, bei der Zeit die Aufheizzeit zu berücksichtigen. Nachdem ich innen noch eine gewisse kühle bemerkte, kam dieser wieder in den Ofen. Das fertige, wenn auch schon angeknabberte Essen habe ich dann nicht mehr fotografiert. Die o.g. Zeit berücksichtig dies schon. Guten Appetit.
Es gibt da eine kleine Seite in diesem Webangebot, die sich mit empfehlenswerten Restaurants der Region befasst. Eigentlich listet die Rubrik „Herdfluchtziele“ nur ein paar Highlights auf, die so bei meinen kulinarischen Rundreisen positiv aufgefallen sind.
Nun war ich mal wieder in einer dieser Örtlichkeiten essen – voll Vorfreude. Der Service war freundlich, die kalten Getränke waren gut, wenn auch nicht uneingeschränkt. Der Keks zum abschließenden Espresso/Cappuccino-Gang war lecker, aber zugekauft. Der Rest war grausam: verölt, versalzen, schal, pampig, totgebraten trocken, bitter, alt, farblich eigentümlich usw. usf.
So musste ich die Lokalität leider von der Liste streichen. Zur Zeit nicht mehr empfehlenswert. Schade.
Damit sind auch meine Beiträge über das Lokal hier und hier nicht mehr aktuell und überholt.
Man kann auf kulinarischem Gebiet immer mal wieder experimentieren, aber dass die Fachleute doch meist recht mit dem haben, was sie sagen, vor allem, wenn es durch andere auch noch bestätigt wird, darauf sollten man sich gelegentlich mal besinnen. Schwarmintelligenz ist wohl das dazugehörige Modewort. Ich sehe diese Eigenschaft größerer Massen eher skeptisch und halte es da eher mit Heiner Müller, der mal gesagt haben soll: „Zehn Deutsche sind natürlich dümmer als fünf Deutsche.“ Vermutlich ist dies nicht auf einzelne Länder beschränkt.
Heute mal wieder ein richtiges Stück Rind auf den Teller, genauer: Erstmal in die Pfanne. Diesmal sollte es ganz fachkundig zubereitet werden. Also erstmal die Pfanne richtig heiß machen.
Das Öl sollte hoch erhitzbar sein. Auch gegen Butterschmalz wäre nichts einzuwenden, im konkreten Fall war es dann aber doch Erdnussöl. In dieses kommt dann das Fleischstück und wird schnell und heiß angebräunt.
Wichtig bei dieser Art der Zubereitung sind folgende Punkte:
– sehr heiße Pfanne
– Fettrand eingeschnitten (sonst wölbt sich das Stück)
– nebenbei den Ofen auf 80-100°C vorheizen.
Wenn die Unterseite gut gebräunt ist, darf das Fleischstück umgedreht werden.
Dabei darf es ruhig aus der Pfanne etwas rauchen. Alles ist nämlich so heiß, dass dieses Anbräunen nicht sehr viel mehr als 2-3 Minuten gedauert hat.
Der Ofen ist vorgeheizt, es sollen aber noch weitere Vorbereitungen folgen.
Ein Zweiglein Rosmarin lege ich auf den Rost. Darauf kommt das Fleischstück.
Damit der Zeitpunkt der richtigen Garung nicht verpasst wird, wird das Steak noch mit einem Thermometer gespickt.
Dabei sollte man aufpassen, dass die Spitze wirklich irgendwo mitten im Fleisch steckt und keine Berührungen mit dem Knochen hat.
Nun heißt es warten, bis die richtige Fleischtemperatur erreicht ist.
Die linke Zahl ist die relevante. Nun bleibt Zeit, sich um die Beilagen zu kümmen. In der Pfanne befindet sich neben überflüssigem Bratfett auch noch etwas Bratensatz, den man seiner kulinarischen Bestimmung zuführen könnte. Da es keine Soße geben soll, halbiere ich einige Cocktailtomaten und lege sie mit den Schnittflächen auf den Bratensatz.
Und da ich noch ein wenig von dem Sauerkraut von neulich hatte, nahm auch dieses noch seine Aufgabe wahr.
Das ganze schiebt man ein wenig durch die Pfanne, bis die Tomaten schöne Röstspuren an der Schnittfläche haben und das Kraut auch wieder etwas gebräunter aussieht.
Ist die Zieltemperatur erreicht (es hätten auch ruhig nur 54°C sein können), ist das Steak fast fertig. In der Ruhe des Anrichtens kann es noch etwas ruhen.
Der Teller steht übrigens nicht zufällig auf der zwar ausgeschalteten, aber noch warmen Herdstelle, wo vorher die Pfanne stand. Dadurch wird auch er noch etwas angewärmt. So, wie es sein soll.
Das T-Bone-Steak wird dem Ofen entnommen und von der Messsonde befreit. Es kann während des Anrichtens noch etwas ruhen.
Auf dem Teller werden neben dem Fleisch die Tomatenhälften und das Kraut verteilt.
Fleisch und Tomaten werden noch mit etwas Salz und Pfeffer gewürzt. Das Kraut kam verzehrfertig aus dem Glas. Man hätte vor dem Anrichten auch das Rinderfett noch abschneiden können, man kann es aber auch dem Esser überlassen.
Rosa, saftig und unheimlich gut. Auch die Filetseite sah so schön rosa aus. Herrlich.
Manchmal sollte man doch einfach mal die Klappe bzw. im Sinne des Bloggens die Finger still halten. Da schreibe ich doch in einen Kommentar, dass es heute marinierte Rinderhüfte geben soll. Warum mach ich das? Nun muss ich auch das Gericht nachreichen.
Das Marinieren hätte der Fleischer meines Vertrauens schon für mich erledigt, irgendwas mit Kräutern. Ich hatte das schon öfter mal gekauft. An den „Scheiben“ (nicht ohne Grund in Anführungszeichen) ist nichts besonderes, sie scheinen weder über das Mindestmaß hinaus gereift noch besonders gut geschnitten zu sein. Dafür hat man was zu beißen.
Aber irgendwie war ich uninspiriert. Steakburger hatte ich ja schon einige gemacht, da wollte ich nicht schon wieder einen bauen. Ich hatte zwar eine Idee für eine originelle Zwischenebene, aber das hebe ich mir mal für was aufwendigeres auf; vermutlich wird das eher ein süddeutsches Gericht. Heute fand ich ein Glas Sauerkraut im Vorratsschrank, dass nicht mehr nur Sauerkraut war. Die Fleischstücke kamen in die vorgeheizte Grillpfanne. Als sie diese zum Ausruhen wieder verließen, kam die Sauerkrautzubereitung zum Aufwärmen in die Pfanne. Hintergedanke war, damit auch die zahlreich vorhandenen Bratspuren des Fleisches aufzunehmen, was auch gelang.
Als das Kraut aus dem Glas kam, war es noch entschieden heller, es hat schön die Pfanne geputzt und den Bratensatz aufgenommen. Der Feldsalat war nur Zierde, den gab es separat. Durch die sehr unterschiedlichen Dicken der Fleischstücke hatte man alle Gargrade in einem Stück, von „well-done“ über „medium“ bis „rare“. 😉
Manchmal braucht es nur 5 Minuten Zeit und etwas Salz, dann ist was leckeres gezaubert. Allerdings gilt das nur, wenn vorher, teils lange vorher, schon etwas Zeit investiert wurde. Das könnte jetzt nach Fastfood oder Fertigspeise klingen, tut es aber nicht. Frei nach dem Motto „Man gönnt sich ja sonst nichts“ und „Schließlich habe ich Urlaub“ kam mal was edleres und besseres auf die Grillplatte.
Dry Aged Côte de Boeuf vom Hereford-Rind aus irischer Züchtung, 28 Tage gereift, 450 g (mit Knochen). Da wird die Grillplatte ganz von allein heiß, wenn sie merkt, was man gutes auf ihr Braten will. Und dann noch diese feine, saftigen Wohlgeschmack verheißende zarte Marmorierung, an der man sich gar nicht genug erfreuen kann.
Das muss einfach gut werden. Ordentlich Hitze auf den Grill und dann etwas Geduld, bis sich die Bräunung eingestellt hat.
Und dann wird genau ein mal gewendet. Die zweite Seite bedarf dann auch noch ein wenig Bratzeit und schon ist der Genuss reif. Nur noch etwas Salz (darf auch etwas edler sein) drauf und alles ist perfekt. Wenn man es richtig macht.
Der kundige Fleischbeschauer wird bemerken, dass das Stück doch etwas zu lang auf der Grillplatte war. Ich hatte leider nicht mit der richtig hohen Temperatur angefangen, da ich den Beginn des Kochens kaum abwarten konnte. Fürs nächste mal weiß ich also dann bescheid: Heißer anfangen, dafür länger ruhen.
Toll was das Fleisch übrigens trotzdem. Ein Messer wäre eigentlich gar nicht nötig gewesen, zwei Gabeln oder ggf. auch ein Löffel hätten fürs – zugegeben – unelegante Esse gereicht. Aber wir sind ja wohlerzogen und neben auch dann ein Messer, wenn es gar nicht nötig wäre.
Gönnt Euch mal was. Wie heißt es doch schon immer: Weniger, aber dafür besser. Es lohnt sich. Dieses „Kotelett vom Rind“, wie ich es mal bezeichnen würde, ist m.E. auch etwas preiswerter als die edleren Teile, die aber auch nicht zu verachten sind.
Auch, wenn es komisch aussieht, Kaffeeeextrakt schreibt sich wirklich mit drei „e“. Genau wie Teeei. Letzteres liest sich mit einem erläuternden Bindestrich sicher besser: Tee-Ei. Freunde losen Tees werden sich diesen Küchengerätes noch erinnern.
Kaffee gehört für viele zu einem guten Start in den Tag. Dabei sind die bevorzugten Zubereitungen vielfältig wie die Menschen selber – im Rahmen der Möglichkeiten. Was dem einen sein Tässchen Filterkaffee (Maschine oder sogar handgefiltert), ist dem anderen sein Espresso, Latte Macchiato, Cappuccino oder was das südeuropäische Kaffeegeschirr noch so hergibt. Kapuziner, großer Brauner, russischer Kaffee, irischer Kaffee, Eiskaffee, Mokka, türkischer Kaffee usw. usw., da findet jeder etwas heraus.
Zu meiner Schande(?) muss ich gestehen, dass ich eher ein Freund der kalten Kaffeegetränke bin, die diverse Läden unter den unterschiedlichsten Namen und Bezeichnungen anbieten. Gern genutzt werden Beschriftungen, die an die oben schon erwähnten Kaffeeklassiker erinnern, mit diesen aber im allgemeinen nicht viel zu tun haben. Es ist eben eine eigene Kategorie, die sich dem auf Aufmunterung hoffenden bietet.
Beim Einkauf entdeckte ich eine Variante, die ich bisher noch nicht kannte. Unter dem Namen eines, wenn nicht des größten deutschen Kaffeerösters standen mehrere Geschmacksrichtungen neu kalte Kaffeegetränke im Kühlregal, die mich zugreifen ließen. Unter dem Markennamen pranken die Buchstaben „latte macchiato“ sowie die Unterscheidungen „classico“ und „caramel“ auf dem 230-ml-Becher. Die landeten dann erstmal im Kühlschrank zur wohligen Temperierung.
Karamell mag ich sehr gern. Aber nur, wenn er aus Zucker und (im Idealfall gesalzener) Butter hergestellt wurde. Aber dieses Getränk zeigte sich so penetrant aromatisiert, dass ich diese Geschmacksrichtung wohl nicht nochmal kaufen werde. Aber auch das unaromatisierte Getränk hinterließ eher einen lauen Geschmackseindruck. Ein Blick auf die Zutatenliste löste das Rätsel aber schnell auf: Es stand kein Aroma drauf. Aber nicht nur das: Da war nicht mal richtiger Kaffee drin, sondern eine „Kaffeezubereitung“, die lt. Audruck aus Wasser und Kaffeeextrakt bestand. Das geht besser.
Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie Markenhersteller minderwertigen Kaffeeextrakt verwenden, während Produzenten, die auch zum Beispiel Discounter beliefern, direkt aufgebrühten Kaffee in ihre Portionsfläschchen fließen lassen. „Einmal zurück in die Produktentwicklung, das geht besser“, würde ich da mal sagen. Aber was kümmert die schon das Geschriebsel eines kleinen Bloggers.
Fein gewiegte Schalotten, dazu eine Vinaigrette aus dem guten Tutower Senf, einem leckeren Balsamico-Essig und guten Olivenöl. Das ist, mit ein paar Kräutern und Gewürzen versehen, durchaus eine leckere Angelegenheit.
Und um es sich möglichst einfach zu machen, kann man die Vignaigrette-Zutaten auch in einen Mixbecher werfen und mit einem Pürierstab verarbeiten. Das geht schnell und die Mischung wird perfekt.
Allerdings sollte man die fein gewiegte Schalotte nicht mit hinein tun. Das ergibt zwar ein schönes cremiges Dressing, durch den Balsamico-Essig sieht es aber aus wie Kinderkacke. Wohlschmeckend, aber optisch nicht der Bringer. Merken!