Ein Mittag aus Dampf

Oder genauer: Mit Dampf. Volldampf könnte man sogar dazu sagen. Spätestens dafür finde ich die Thermomix immer wieder gut. Und man kann das sogar auf insgesamt drei Ebenen machen, wenn man die Brühe unten so anlegt, dass sie anschließend noch verwendet werden kann, sogar auf vier. Fisch, Tomate, Kartoffel und ein Experiment dienten als Vorlage.

Die Kartoffeln sind gewürfelt, die Tomaten in dicke Scheiben geschnitten. Der Fisch (in diesem Fall Dorade) ist noch gefroren. Die Erdäpfel bekommen eine Prise Salz, die Paradiesäpfel und die Filets Salz und Pfeffer mit auf den Weg.

In den Mixbecher kommen ein paar Kräuter und auch etwas Salz.

Mein Balkon gab noch etwas Thymian, Salbei und Rosmarin her. Dann kommt ein Viertel Liter Wasser dazu.

Es folgt der Dämpfkorb mit den Kartoffelwürfeln.

Da kommt der Deckel und auf den Deckel der Dämpfaufsatz. Die unterschlagene Ebene befindet sich unter dem Fisch und den Tomaten. Da dämpft etwas mit, von dem ich nicht ganz sicher war, ob es was wird.

Der aufmerksame Beobachter wird feststellen,d ass ich den Fisch noch durch ein paar Zitronenscheiben ergänzt habe. Jetzt aber den Deckel drauf und die Maschine angestellt.

Eingestellt werden das Kochen mit dem Dampfgarer und 20 Minuten Kochzeit (nachträglich betrachtet hätten es zwei Minuten weniger sein können).

Zwischendurch ein kleines Preisrätsel an die Thermomix-Fachleute: Wie habe ich bei den Vorgaben das Bild gemacht? 😉 Ein kleiner Tipp: Ich habe das Bild zwar aufgehellt und den Ausschnitt ausgewählt, aber inhaltlich habe ich nichts geändert. Bildbearbeitung ist also die falsche Antwort. 😉

In der Dämpfzeit kann man mit Muße einen kleinen Topf auf den Herd stellen, in dem man etwas Milch, eine Flcoke Butter und etwas Muskatnuss sanft erwärmt.

Dann heißt es warten und nicht auch ins Dampfen kommen.

Ist die Zeit rum, nimmt man den Dämpfeinsatz von der Maschine und deponiert ihn sicher (Vorsicht! Es tropft.) Vorher gucken ist erlaubt:

Wer mutig ist (oder Erfahrung hat) schüttet die Kartoffelwürfel in die erwärmte Milch, wer letztere vorsichtig dosieren möchte, tut die Kartoffeln in ein stampfgeeignetes Gefäß und gibt die Milch schubweise dazu.

Die Kartoffeln werden dann gestampft und noch mit etwas Schnittlauch verfeinert. Petersilie oder Röstzwiebeln tun es auch. Dann kann auch schon angerichtet werden.

Hier lösen sich gleich zwei Fragen auf: Wer ist der Hersteller meines Herdes und was war noch im Dämpfeinsatz. Fingerdick geschnittene Gurkenscheiben, leicht gesalzen und gepfeffert, haben mitsauniert und ergänzen das Menü durch ein leichtes Schmorgurkenaroma, wenn auch ohne Röstgeschmack. Man kann also auch Gurken dämpfen.

Übrigens: Wer die Schale von den Tomaten nicht mag, die ließ sich nach dem Dämpfen ganzh einfach auf dem Teller beiseite schieben. Aber nun: Guten Appetit.

Touristischer Irrtum

Einer der kulinarischen Standards, die es so gibt, ist das Wiener Schnitzel. Eine dünne Scheibe bestes Kalbfleisch wird mit Mehl, Ei und Semmelbrösel paniert und dann in Butterfett ausgebacken. Dazu gibt es knusprige Bratkartoffeln, etwas Zitrone und (Gurken-)Salat. Ein an sich einfaches Gericht, das sehr schwer so ganz richtig hinzukriegen ist. Es lebt von der Qualität seiner Zutaten, wenn es schmecken soll, und der richtigen Zubereitung. Deswegen habe ich auch noch nie ein richtiges Wiener Schnitzel gegessen. Ein paniertes Schweineschnitzel heißt im Ideal „Schnitzel Wiener Art“, es ist etwas robuster, aber in der Herstellung ähnlich filigran wie das namensgebende Vorbild mit Kalb.

Wenn man in unbekannter Gegend auf der Suche nach einer guten Quelle leckerer Speise ist, sollte man den Einheimischen hinterher gehen. Die wissen, was gut ist und wo es das gibt. In touristischen Gegend ist dieses Vorgehen schwierig, weiß man doch nicht, ob die Leute, denen man folgt, Einheimische oder Touristen sind. Und eigentlich hätten uns die Schilder mit den werbenden Hinweisen auf preisgünstige Cocktails, preisgünstiges Eis oder billiges Frühstück stutzig machen müssen. Auch las sich die aushängende Fischkarte eher nach Systemgastronomie als nach Kochkunst. Aber manchmal will man die Anzeichen ja auch nicht sehen. Der Blick über die Müritz, die angenehme Außenatmosphäre und der nicht zu hohe touristische Andrang brachten zwei Müßiggänger dazu, in dunkelgrauen Korbstühlen Platz zu nehmen und Atzung zu ordern.

Fangen wir mit dem positiven an: Der Präsentation. Bestellt war ein „Schnitzel Wiener Art mit Pommes“.

Und das nicht so positive: Alles andere. Dröges Schnitzel, dröge Pommes, dröger Krautsalat. Das Getränk war zur Bewältigung der Nahrungsaufnahme dringend notwendig, da die dezente Würzung der Speise auch keinen wirklichen Speichelfluss im Mund provozierte. Das schien aber Grundprinzip beim Warener Schnitzel-König zu sein, der panierte Fisch an Remoulade mit Pommes auf dem Nachbarteller wies die gleiche Eigenheit auf. Convenience-Essen zur Massenabspeisung. Über die Qualität scheint man nicht mehr an die Kunden zu kommen, also probiert man es über die Preise. Kein guter Weg.

Wilde Fischsuppe

Der 3-Sterne-Tiefkühlschrank ist schon eine klasse Erfindung. Man kann selber etwas einfrieren oder das eine oder andere käuflich erworbene Tiefkühlprodukt lagern. Hier gelten vor allem die möglichst unverarbeiteten als positiv zu bewerten. Frisch vom Feld eingefrorenes Gemüse oder Obst zählen  dazu wie auch höchstens geschnittenes Fleisch oder filetierter Fisch.

Machen wir mal eine wilde Mischung. Im Eisschrank fand sich der Würfelfisch und die Garnelen, außerdem selber eingefrorene Gemüsebrühe und käuflich erworbene Julienne. Eine Gemüsezwiebel, ein paar Tomaten und ein Topf mit etwas Wasser komplettieren die Zutatenliste:

Die Zwiebel und die Tomaten werden grob geschnitten und mit dem Wasser im Topf erwärmt. Dazu geben wir zum Auftauen den Suppenzylinder.

Ist die Brühe aufgetaut und alles aufgekocht, kommen die Gemüsejulienne hinzu, damit sie auch auftauen können.

Sind die aufgetaut und kocht wieder alles, kommen die Fischwürfel hinzu.

Jetzt gilt es, die Suppe wieder schnell kurz vor den Siedepunkt zu bekommen, wild kochen sollte sie nicht mehr, sonst könnte der Fisch zerfallen oder trocken werden. Nach ein paar wenigen Minuten, folgen die Garnelen.

Die müssen nur noch einen rosa Farbton annehmen und schon kann serviert werden. Etwas Grünzeug oben rauf und auch das Auge ist noch mit.

Hmm, lecker. Beim Leeren dieser Suppentasse fiel mir allerdings auf, dass irgendetwas fehlte. Gesalzen hatte ich zwar zwischendurch alles, aber an Säure mangelte es. Also presste ich eine Zitrone und ein paar Mandarinen aus und gab den Saft in die Suppe. Und es wurde besser.

Wer sich jetzt über die Mandarinen wundert, dem sei gesagt, dass  ich ein paar selten saure Exemplare erwischt hatte. Deswegen bot sich ihre Verwendung an. Ansonsten wäre ein Ansatz mit trockenem Weißwein statt des Wassers natürlich eine standardgemäße Alternative gewesen.

Schnelles aus dem Limettendunst

Vermutlich gehe ich dem einen mit meinem gedünsteten Fisch langsam auf den Geist. Aber diesmal gibt es eine ganz schnell Variante, vor allem, was die Vorbereitung betrifft. Sie unterstellt, dass ich aber vorher gut die Tiefkühlabteilungen der verfügbaren Supermärkte durchforstet habt oder Kunde bei Tiefkühlbringdiensten seit.

Man nehme also: zwei tiefgefrorene Fischfilets natur (im konkreten Fall ist es Scholle) und etwas zu Julienne geschnittenes Garten- oder Wurzelgemüse. Letzteres kann man in der letzten Saison natürlich auch selber im Garten geerntet und tiefgefroren haben.

Aus den gefrorenen Julienne wird ein Bett für den Fisch im Dünsteinsatz gebaut, danach kommt der Fisch oben drauf.

Deckel drauf und schon ist die Seite vorbereitet. In den Topf mit der Dünstflüssigkeit kommen eine Zwiebel oder Schalotte, eine Limette und etwas Salz. Bis auf das Salz wird alles grob zerteilt.

Dazu kommen dann noch ca. 250 ml Wasser. Der Aufsatz kommt oben drauf und dann wird alles zum Kochen gebracht und dann leicht am köcheln gehalten. Alles in allem dauert dieser Vorgang 20 Minuten.

Zum Abschluss wird angerichtet. Dazu wird das Gemüse und der Fisch aber noch mit Salz und Pfeffer bestreut, sonst hätte er ja fast gar keine Würze.

Guten Appetit.

Und weil ich die Kritiker schon wieder höre, die da meinen, dass nicht alle diese Küchenmaschine haben, sei ihnen gesagt, dass man sowas auch mit Topf und Sieb machen kann. Das zeige ich dann beim nächsten Mal.

Abendbrot, nicht ganz nach Frank

Angeregt durch eine Ernährungsberatung habe ich mich heute mal schöpferisch betätigt und mir ein Abendbrot gebaut, was Frank, meinen Ernährungsberater, sicher glücklich gemacht hätte. Wobei es in dem Rezept eine große Kleinigkeit gibt, die laut Frank gar nicht geht, zumindest nicht zum Abendbrot. Damit ihr gut suchen könnt, gibt es das fertige Essen in zwei Ansichten.

Der Fisch (Kap-Seehecht) ist mit einem Hauch Olivenöl und etwas Rosmarin in der Grillpfanne gewesen. Das Grünzeug ist ein „SalaRico“-Salat, genauer: ein paar Blätter davon, eine knackige Kreuzung aus Römer- und Eisbergsalat. Die rote Vinaigrette besteht aus einer Handvoll Cocktailtomaten, Salz, Pfeffer, Schalotte, Knoblauchzehe, Balsamicoessig und Olivenöl, alles miteinander püriert. Guten Appetit.

Achja, hier nochmal die Frage: Welche der Zutaten gehört eigentlich nicht in das Abendbrot nach Frank?