Feiertage und davor (Freitags-/Feiertags-Extra)

Es gibt da eine Marke, die von sich behauptet, sie „macht das Würstchen“, zumindest, wenn man früher gesehene Werbung als Kriterium nimmt. Mittlerweile gibt es unter dem gleichen Label auch Eintöpfe u.ä., was man schnell in der Mikrowelle erhitzen kann. Die angebotenen Grünkohlvarianten sind durchaus essbar. Da ich davon unlängst eine hatte, entschied ich mich beim präarbeitsbeginn Supermarktbesuch für eine Eintopfvariante. In der Mittagspause sollte es also Kartoffelsuppe mit Wiener Würstchen geben. Nach dem Erhitzen sah das etwas plörrig aus, was ein herzhaftes Umrühren behob. Leider war das aber trotzdem das einzige herzhafte am Eintopf. Die Suppe war aromatisch etwas dünn und hätte auch etwas mehr Konsistenz vertragen. Aber für ein Großküchenprodukt ging’s letztendlich. Was gar nicht ging, waren die Wurststücken. Ausgelaugt (wobei die Frage besteht, ob da je was drin war), konsistenziell herausgefordert und geschmacksoriginell. Es kann an meiner grundsätzlichen Ablehnung von Dosen- und Glaswürstchen liegen, aber gegenüber dem, was da in der Suppe sublimierte, habe ich schon besseres aus einem Glas gegessen. Prädikat: Einmal kaufen reicht.

Apropos Würstchen. Seit unser Marktplatz dem Wochenmarkt saisonell nicht mehr zur Verfügung steht, nutzen eine Handvoll Verkaufswagen die Markttage in der Fußgängerzone, die zwischen einem Einkaufscenter und dem Gebäude, das meine Arbeitsstätte beherbergt. So kommen diese etwas näher in mein Blickfeld. Manchmal sind dann die Markttage – wie ich irgendwo schon mal sinngemäß äußerte – vegane Festtage. Wenn ich aus einem Arbeits-Fenster leicht erhöht auf den Restmarkt herabschaue, sehe ich (von Markttag zu Markttag in leicht wechselnder Reihenfolge): Wildfleischer, Rossschlächter, Landfleischer, Fleischer, Fischhändler, Obst&Gemüse (mit Verkauf von Butter, Käse u.a.), Nudelladen, Suppenauto, Bäcker, Bäcker(, Bäcker). Manchmal sind auch ein zweiter Wildfleischer oder Fischhändler dabei. Meist stehen auch 2-5 Hanseln vor den entsprechenden Verkaufsständen, eher wenig bei Ross und Wild, mehr bei den anderen. Nur der Landfleischer aus dem Umland fällt auf: Wenn ich da lang gehe, ist die Schlange laaaang. 30-50 Leute. Was die Frage nach dem „Warum?“ aufwirft. Sagen wir mal so: Der Ruf scheint wohl recht gut zu sein. Leider hat die Fleischerei nur einen Facebookaccount. Die Webseite unter dem Namen trägt nur ein Firmenschild. Genauere Informationen sind also Mangelware. Als ich mal bei einem Grünmarkt bei einem anderen Fleischer nach einem bestimmten Produkt fragte, und durch dessen dortige Abwesenheit andeutete, dass ich was ähnliches bei einem anderen Fleischstand gesehen hatte und es wohl dort holen werde, kam ein Satz, der sich nach „Aber bei uns wissen Sie wenigstens, wo das Fleisch her kommt.“ Mag sein, aber wenn das Teilstück nicht vorrätig ist und ich es kurzfristig brauchte … Aber der sachliche Gehalt der Aussage gibt doch zu denken, und ich denke mal, dass man sich in der Branche gegenseitig kennt.

Jetzt könnte ich die Geschichte von einem anderen hierorts ansässigen Handwerksfleischer erzählen, der auch einen guten Ruf hatte, bei dem man aber auch nicht so wusste, woher er das Fleisch bezog. Gelegentlich sah man mal einen Kühltransporter eines regionalen Schlachthofes stehen, aber das sagt auch nur recht wenig. Da lob ich mir doch meinen Lieblingsfleischer mit eigener Tierzucht (inkl. eigener Futtermittelerzeugung). Aber lassen wir das. Es geht um die Landfleischerei auf dem Wochenmarkt.

Als ich die Tage vor den Tagen meinem Arbeitsplatz zustrebte, kam ich auch wieder an den Verkaufswagen vorbei mit der größten Schlange vor dem Landfleischer, die ich je gesehen habe. Die Neugier war geweckt, die Lust, sich einzureihen nicht. Aber, jetzt, wo ich diese Worte niederschreibe, zerknatsche ich gerade eine von ihren Bockwürsten. Und das kam so: Irgendwann, kurz bei Mittag, schaute ich mal von der Arbeitsstelle aus dem Fenster und sah, dass nur 3 Leute vor dem Wagen standen. Ich warf mich in meine Jacke und sprintete (im Rahmen meiner Möglichkeiten) hin. Bockwurst, grobe Leberwurst und zwei weitere Leckereien wanderten in meinen Besitz. Wobei ich – ich hatte die Brille vergessen – die grobe Leberwurst nicht wirklich gut sah. Zu Hause, beim Verzehr, entsprach sie nicht dem, was ich unter „grob“ verstehe. Ein paar nicht ganz geschmolzene Fettstückchen und ein paar Kräuter machen zwar optisch ein wenig „Struktur“, aber der Mund hat nix davon. Das war diesbezüglich ein Fehlkauf. Geschmacklich ging’s, eine gepflegte Durchschnittsware, bei der man mit etwas Glück im Discounter – natürlich nur aus Versehen – auch mal was besseres erwischen kann.

Bei der Bockwurst bedauere ich inzwischen, dass ich zwei gekauft habe. Die „Pelle“ hat die Konsistenz wie bei Dosenbockwurst und dazu ist sie – ich will es mal positiv ausdrücken – ein wenig überwürzt. Von irgendeinem Kraut (oder auch mehreren, wobei es vermutlich kein Kraut ist – zu sehen ist nix – sondern eher feinstes Pulver oder Extrakt) ist da eindeutig zu viel drin. Die Konsistenz des Brät ist ganz in Ordnung. Das trifft auch auf den optischen Gesamteindruck zu. Aber hier isst offenbar nur das Auge mit Genuss.

Feiertage

Traditionen sind dazu da, dass man mit ihnen lebt, sie aber auch gern gestaltet und weiterentwickelt. Oder es sich einfach mal einfach macht. Sklavisch traditionelles Verhalten hat irgendwie immer schon zu nichts gutem geführt, flexible Anpassung ist angebracht. Alles entwickelt sich im Leben weiter, warum nicht auch die Traditionen. Ich erinnere an die Martinsgans am 4. Advent. 😉 So steht auch noch nicht ganz genau fest, wann es dieses Jahr den „Weihnachtskarpfen“ geben wird. Der war früher (apropos Tradition) mal in der Familie ein Silvesterkarpfen, wurde – aus Gründen – zum Weihnachtskarpfen und Heiligabendabend serviert. Das aktuelle Familienarrangement (in der Runde bin ich wohl der einzige, der Karpfen isst) lässt einen derartig zeitlich angeordneten Karpfen nicht zu, so dass ich kurz den 23.12. abends als Verzehrtermin (inkl. Zubereitung) andachte, aufgrund mannigfaltiger anderweitiger Einbindung und mangelnder Motivation und Energie am Vorabend des Heiligen aber erstmal verschob. Als Ideen stehen der 27. oder der 29.12. auf dem Plan. Vermutlich eher der 29., weil ich nicht einschätzen kann, ob ich am 27. überhaupt rausgehen möchte. Auch hier: aus Gründen.

Langjährige Familientradition am Mittag des heiligen Abends war Spinat mit Spiegelei auf Salzkartroffeln. In diesem Jahr habe ich es mal ein wenig „geändert“, bin aber der Grundidee fast treu geblieben.

Rührei, Kartoffeltaschen mit Spinat-Mozzarella-FüllungAus dem heimischen (und vorher dem ladenöffentlichen) Tiefkühler kamen drei Kartoffeltaschen, frisch aufgebacken, auf den Teller, die mit einer Mischung aus Spinat und Mozzarella (lt. Packungsaufdruck) gefüllt waren. Dazu verquirlte ich drei kleine Eier mit etwas Milch, Salz, Pfeffer und Kurkuma und briet daraus ein Rührei. Fertig.

Rührei, Kartoffeltaschen mit Spinat-Mozzarella-FüllungWenn man es genau nimmt, ist zur Tradition außer kleinen Veränderungen in der Art der Zubereitung nur der Mozzarella dazu gekommen. Und der war kaum spürbar. Das Spiegelei ist nur ein wenig durcheinander und die Salzkartoffeln sind quasi vorgekaut und haben eine Malliard-Reaktion erlebt.

Rührei, Kartoffeltaschen mit Spinat-Mozzarella-FüllungDer Rest der Feiertagsbespeisung lag nicht in meinen Einflussmöglichkeiten. Und zum Zeitpunkt der Niederschrift dieses Absatzes (Heiligabendnachmittag) weiß ich nicht, was kommt, und ob ich es fotografieren darf. Bleiben wir – in gewissem Sinne – gespannt, ob der Artikel hier endet oder weiter geht. Wobei ich über den 2. Feiertag eigentlich schon was schreiben könnte … Da kenne ich den (groben) Plan. Also, der Artikel wird weiter gehen …

Heiligabend

Irgendwie macht es eigentlich keinen Sinn, bei Artikeln, die sich nach und nach aufbauen, diese Dramaturgie rüberzubringen, die sich nur im direkten Leben, aber eben nicht beim Lesen erschließt. Außer, man baut dann solche Floskeln ein wie „zwei Tage später“. Wäre jetzt soweit. 😉

Heiligabendtafel mit 3 Salaten, Kaltem Braten, Getränken und lieben GastgebernDer heilige Abend gestaltete sich sehr angenehm, wobei man meinen „Anteil“, wenn man das dann so nennen möchte, hier auf dem Bild nicht sieht. Vermutlich sollte ich den auch nicht erwähnen, das „auslösende“ Kind kann schon lesen, vermutlich/hoffentlich aber nicht hier. Wer weiß?! Langer Rede kurzer Sinn: Ich spielte Christkind und drappierte während einer andachtsbedingten Abwesenheit der gesamten Familie die Geschenke unter dem Weihnachtsbaum und steckte selbigen an. Also genauer: Die Kerzen an ihm. Das Inferno blieb aus. Letztendlich platzierte ich mich versteckt in der dunklen Umgebung des Hauseingangs und läutete bei Ankunft der Familie das Glöckchen – was ein wenig im Läuten der weitaus größeren Glocke einer nahen Kirche unterging. Mein Versteck sorgt dabei immer wieder für ein wenig Amüsement bei den älteren Geschwistern des überraschten Kindes, die mich natürlich entdecken, aber der Rest war zielführend und fand – vermutlich – aber auch letztmalig statt. Ich unterstelle mal, dass das Kind im Laufe des Jahres von der physischen Nichtexistenz des Christkindes erfährt. Aber ein wenig hat das mit der Überraschung diesmal noch geklappt. 😉 Und falls es nächstes Jahr doch noch mal … Gern.

Auf dem Bild dann das Essen des Heiligabends, drei Salate (Eiersalat, Geflügelsalat, Kartoffelsalat), dazu kalter Braten als Aufschnitt, etwas Baguette und 7 leere Teller an 7 hungrigen Bäuchen. Dessert war übrigens noch ein selbstgemachter Apfelmus, der wie alles andere auch sehr lecker war. Danke nochmals für die Einladung …

1. Feiertag

Eine Cousine nebst Mann laden mich zusammen mit meiner „Heiligabendfamilie“ zum Festessen am 1. Weihnachtsfeiertag ein (Rangfolge eigentlich umgekehrt 😉 ). Eine schöne Geste, seit ich nicht nur horizontaler, sondern auch vertikaler Single bin. Da dort auch noch eine zweite Cousine mit Anhang dazustößt, erweitert sich die Runde auf 11 Menschen, wobei mir bei der Niederschrift dieser Worte einfällt, dass es sich dann doch gut gefügt hat, dass zwei weitere Familienangehörige aus anderen „Verpflichtungen“ heraus nicht dabei waren, dann wären wir ja 13 Leute gewesen … Zumindest für Zahlenabergläubige ein Problem. Das Essen orientierte sich an der Gästezahl.

Rinderroulade, Rotkohl, Salzkartoffeln, Krautsalat

Eine zarte, wohlschmeckende Rinderroulade, natürlich selbst gewickelt, wurde begleitet von selbst gemachtem Rotkraut, leckerer Soße und einem ebenfalls sehr schönen Krautsalat, Salzkartoffeln zur Aufnahme der Soße waren auch dabei. Wohlfühlessen in großer Runde, wobei an zwei Tischen in zwei Räumen gespeist wurde, den Gegebenheiten geschuldet. Das kann bei solchen Runden durchaus Vorteile haben. 4 Generationen – ich hoffe, ich habe mich nicht verzählt – an EINEM Tisch wären durchaus etwas hektischer/stressiger gewesen als an zwei in getrennten Räumen. 😉

Rinderroulade, Rotkohl, Salzkartoffeln, Krautsalat

Spitzkohl war wohl der Hauptbestandteil des Krautsalats, aber ein wenig roher Rotkohl ist wohl auch nicht zu verleugnen, dazu Apfel und vielleicht auch noch das eine oder andere, würzend und substanziell. Da ich gerade auch einen Spitzkohl hüte, überlege ich, den Salat in den nächsten Tagen nachzuempfinden. Wird sicher anders, aber die Idee zählt.

2. Feiertag

Einladung zum Feiertagskäffchen, dazu etwas passendes und schöne Gespräche. Eine Freundin der Familie nahm sich meiner an, was sich jetzt irgendwie dramatischer liest als es ist (ich schreibe es mit einem leichten ironischen Grinsen im Gesicht). Aber es ist schön und schönes kann man gern mitmachen. Liest dich jetzt auch wieder komisch. Also: Es ist schön und wir genießen es beide. Punkt.

P.S.: Irgendwann zwischendurch habe ich übrigens auch noch das zweite Exemplar der o.g. Bockwurst vertilgt, diesmal in erwärmt, um eventuelle Veränderungen herauszukitzeln. Außer „warm“ veränderte sich wenig. Ich verstehe also nach wie vor nicht den hohen Andrang an dem Marktstand.

Löffelgerichte ersparen Gefahren mit Messer und Gabel

Die Verletzungsgefahren mit Löffeln sind überschaubar. Vor Messer und Gabel warnt bereits ein altes Kindergedicht, wobei man das mit dem auch nicht zu genau nehmen sollte, sonst würden wir alle im Dunklen Essen. Das hätte zwar auch den Vorteil, dass man die Kalorien nicht so sieht, aber die Verletzungsgefahr steigt auch.

Zwischenmahlzeit (2)

In Anlehnung an die kleinen Ausflugsgerichte gehts hier erstmal weiter mit Unterwegsessen und der ganz wichtigen Erkenntnis: Dönerteller sollte man dort essen, wo sie hergestellt werden.

DönertellerDieser kleine Dönerteller (als solches hatte ich ihn bestellt und letztendlich auch bezahlt) erwies sich fleischlich als recht üppig. Sicher lag unter einem Teil auch noch ein Teil der Pommes, aber der Gemüseanteil hielt sich doch sehr in Grenzen (unterer Tellerrand). Durch den Heimtransport hatte so ziemlich alles auf dem Teller die gleiche Temperatur und damit auch die gleiche Konsistenz angenommen (mal etwas übertrieben formuliert). Daraus folgte dann die o. g. Erkenntnis, dass man dieses Gericht (wie viele andere übrigens auch, nichts ist wirklich transportfähig und behält seine Qualität) direkt vor Ort essen sollte, also dort, wo es zubereitet und aufgetellert wird.

DönertellerHier nochmal der Einstieg in den Salat. Apropos Salat, es führt vermutlich doch zu einer gewissen Kostenreduktion, wenn man Krautsalat durch Eisbergssalat ersetzt, es sieht dann aber auch nicht so toll aus, vor allem, wenn der Eissalat sich erwärmt und damit leicht verwelkt hat. Nur mit Weiß- und/oder Rotkraut wäre das nicht passiert. 2/5 des Tellerinhalts war Fleisch, 2/5 Pommes und nur 1/5 der Salat. An dem Mischungsverhältnis kann man arbeiten. Transportbedingt sahen die Pommes auch besser aus als sie waren, da alles dampfdicht verpackt war, kamen sie nur recht lapsch zu hause an. Dafür können die Hersteller nichts, aber der Gast sollte sowas nicht mitnehmen wollen. Außer er mag das kanadische Nationalgericht Poutine, das ja auch im wesentlichen aus durchgeweichten Pommes besteht. 😉

Kartoffelsalat "Frankfurter Art" mit gebackener RauchwurstIm Kühlschrank lungerte doch eine Packung Rauchwürste rum, von denen ich zwei mal mit Kartoffelsalat probierte. Wobei mir die Rauchwürste durchaus bekannt waren. Sie erwärmte ich im Heißluftofen (170°C, 8 min.). Da muss man ggf. ein wenig experimentieren: Man könnte die Zeit auch so angeben: 10 s bevor sie platzen.

Der Kartoffelsalat war eher eine Enttäuschung, aber das war abzusehen: beim Discounter gekauft. Aus ihm selbst heraus war nicht wirklich die „Franfurter Art“ heraus zu erkennen. Vermutlich stand die berühmte Frankfurter Grüne Soße Pate, aber weder Kräuter noch Ei waren merklich spürbar. Nur eine Art plörriger Salatcreme, die leicht begrünt war, verband die Kartoffelscheiben eher weniger als mehr.

Das bringt mich auf einen Gedanken, den ich entsprechenden Veröffentlichungen im Netz gern mal entgegensetzen möchte. Es mag stimmen, dass bekannte Markenhersteller auch Produkte für die Discounter herstellen, nur dann nicht unter ihrem Namen. Das heißt aber noch lange nicht, dass diese dann auch die gleichen Rezepturen wie die Original-Marken-Produkte haben! Nun mag es sein, dass sich mit zunehmendem Alter mein Geschmack auch weiterentwickelt, aber ich kann mich des Eindrucks nicht erwähren, dass viele Produkte im Einzelhandel immer schlechter werden. Dabei schließe ich Discounter-Eigenmarken genauso ein wie bekannte Marken der Lebensmittelindustrie (letztere sinken langsamer, aber sie sinken auch). Ausnahmen bestätigen die Regel.

Kartoffelsalat "Frankfurter Art" mit gebackener RauchwurstAuf dem Teller bestätigt sich die Aussage mit 2:1, wobei ich beim Kartoffelsalat keinen Vergleich zu früheren Produkten des gleichen Herstellers ziehen kann, und auch der Senfvergleich ist eher markenübergreifend. Bei letzterem hatte ich verpackungsbedingt zu einem ungewohnten Markenprodukt gegriffen, dass eher durch markante Säure und eindimensionale Senfigkeit auffällt. Der Kartoffelsalat war der komplette Fehlgriff (es gibt aus der gleichen Kühltruhe andere, die besser, wenngleich auch nicht gut sind). Einzig die heißlufterwärmte Rauchwurst entsprach voll und ganz den Erwartungen, war nur in ihrer doppelten Anwesenheit etwas mächtig. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Sonntagmittag

Als Liebhaber von Löffelgerichten hatte ich mich schon ab und zu mal geoutet. Diesmal gab es mal wieder eins. Ein Blumenkohl und zwei Rauchwürste wollten final verarbeitet werden. Zwei Kartoffeln kamen noch dazu, ein Rest aus der Milchtüte und ein paar Gewürze. Fertig.

Blumenkohl-Rauchwurst-Pfanne mit KartoffelnIn etwas Öl briet ich die kleingeschnittenen Rauchwürste sanft an, gab zwei klein geschnittene Kartoffeln dazu und zerbröselte dann einen kleinen Blumenkohl (nicht einen ganzen, aber fast, eine Stelle sah nicht mehr verzehrfreundlich aus) mit in die Pfanne. Dann kam noch Salz, Pfeffer, Muskat, Kümmel und abschließend ein Becher Milch dazu, alles wurde gut durchgerührt und dann ca. 20 Minuten sanft vor sich hin köcheln gelassen. Natürlich bedeckelt. Als die Kartoffeln und der Kohl weich waren, bin ich auch nochmal mit dem Kartoffelstampfer ein wenig durch die Pfanne gegangen und habe dann alles unter rühren nochmal schön zum köcheln gebracht, damit die Kartoffeln die Chance hatten, die Flüssigkeit ein wenig zu binden. Fertig. Zum Schluss wurde nochmal abgeschmeckt und fertig war das Löffelgericht.

Blumenkohl-Rauchwurst-Pfanne mit KartoffelnAuf dem Teller ist natürlich nur ein Teil. Ein weiterer ruht mittlerweile gut eingedost im Kühlschrank zur morgigen Verzehrung. Und, wo ich das Bild gerade sehe, ein paar Kräuter habe ich zum Schluss auch noch eingerührt.

KW9 – Das ist doch alles zu viel

Vielleicht hätte ich den heutigen Beitrag in mehrere aufteilen sollen. Es ist doch einiges passiert und wenn ich noch herausbekomme, wie man in WordPress Ankerlinks auf Zwischenüberschriften macht, ohne im Quelltext rumzuwerkeln, sollte ich zumindest das machen. Die Themen:

  • Schnelles Abendbrot mit Röhre vor der Röhre
  • Knappertest mit Polizeianekdote
  • Überschätztes am Sonntagmittag

Fangen wir vorne an. Bei einem kleinen Zwischeneinkauf unter der Woche fiel mir ein lange nicht mehr gegessenes Fleisch in die Hände, das ich natürlich gleich mal mitnahm, um mir ein schönes Abendbrot daraus zu bauen.
Lammbeinscheibe an Kartoffelsalat (süd)Der Schwerpunkt liegt hier auf der Lammkeulenscheibe, die man wunderbar kurzbraten oder grillen kann und dann sehr lecker daherkommt. Und da ich mein Abendbrot zumeist in Anwesenheit eines Fernsehers zu mir nehme, blieb am Ende auf dem Teller nur die Röhre (Knochen) vor der Röhre (TV). Und nein, ich habe bereits ein TV-Gerät, dessem Flachheit die Qualität vieler Programme widerspiegelt.

Lammbeinscheibe an Kartoffelsalat (süd)

Für den beiliegenden Kartoffelsalat hätte ich eine größere länglichere oder eben zwei kleine, nicht so lange Kartoffeln geschält, in Scheiben geschnitten und in der Mikrowelle schnell gegart. Nebenbei hätte ich eine Vinaigrette aus Essig, Öl, etwas Wasser/Brühe, Salz, Pfeffer, Senf, und kleiner Schalotte und ein paar Kräutern erschüttelt (im dichtschließenden! Glas) und dann über die noch warmen Kartoffeln gegeben, dass diese sich schön vollsaugen. Heißt, ein wenig ziehen lassen.
An dieser Stelle lernen wir mal wieder, dass es wichtig ist, Texte richtig zu lesen und zu schreiben. Manchmal ist es nur ein Komma, ein Punkt, ein falscher Buchstabe, oder eben – wie hier – zwei Punkte, die den Unterschied machen. Oder zweimal zwei Punkte. Beide sind je über einem „hätte“ im vorherigen Absatz und machen deutlich, wenn man es richtig liest, dass ich den Kartoffelsalat nicht selbst bereitet habe. Aber nach dem beschriebenen Prinzip wäre etwas sehr ähnliches herausgekommen.
Knabbertest mit Polizeianekdote
Ein Bekannter erzählte mal von einem Strafzettel, den er – aus mir nicht mehr erinnerlichen Grund – von der hiesigen Polizei erhalten hat. Diese Dokumente sind namentlich unterzeichnet und das konkrete kam von einem Polizeiobermeister Bär, den es wohl seinerzeit hier auf dem Revier gab. Nun ist „Polizeiobermeister“ ein bei öfterer Anwendung doch auffallend langes Wort, so dass nicht nur aus diesem Grund die Ränge bei der Polizei auch gern mal abgekürzt werden. Damit wird der Polizeiobermeister zum POM, was beim Lesen des Knöllchens doch zu ein wenig Heiterkeit führte.
Wir kennen sie alle: Erdnussflips, Käsebällchen, Zwiebelringe, u.ä. Diese luftig leichten Knappersnacks aus aufgeblasenem Mais in den unterschiedlichen Geschmacksrichtungen bzw. mit unterschiedlichen Beimengungen. Seit einiger Zeit sind mir aber derartige Maissnacks schon aufgefallen, die ohne jedwede Aromatik einherkommen. Eine Tüte davon fand unlängst auch den Weg an mein Fernsehsofa und so probierte ich das mal. Welchen Sinn das Zeuch hat, erschließt sich mir nicht wirklich, nichtssagend im Geschmack, sofort auflösende Konsistenz im Mund. Meine Skepsis gegenüber dem Produkt hat sich doch mal wieder bestätigt und so wird das neutrale Produkt nicht wieder mit zu mir nach Hause finden (höchstens als Füllmaterial in Versandpäckchen). Flips oder Käsebällchen aber schon, die haben schließlich einen Geschmack.
Das Sonntagsgericht
Kennt ihr sowas auch? Restaurant, die ob ihrer Lage oder Geschichte kulinarisch überbewertet sind? Ich kenne natürlich nicht die Gründe dafür, dass die Speisekarte gefühlt auf ein Viertel eingedampft wurde, dabei bin ich ja eigentlich Verfechter kurzer Karten, aber dann sollte sich der Eigenanteil an der Zubereitung der Speisen auch erhöhen. Und Tk-Pommes in die Friteuse hauen zählt nicht zum Eigenanteil. Genauso wie Tk-Gemüse aufwärmen. Soweit die allgemeine Bemerkung. Ergänzt sei auch nur, dass nicht immer das teuerste Fleisch auch das beste sein muss. Klassisches Beispiel ist hier das Filetsteak, das ich völlig überbewertet finde. Ein Rumpsteak oder – noch besser – ein Rib-Eye-Steak sind kulinarisch immer vorzuziehen. Wenn man die Wahl hat.
Filetsteak mit frischen Champignons und PommesUnd da ich mich erdreistete, das Bild schon zu machen, als noch nicht mal alles auf dem Tisch stand, gibt’s das Essen in zwei Bildern.
... und SalatDer Salatteller gehört mit dazu. Eine Scheibe Bauernbrot und eine gebratene Hühnerbrust, und er wäre allein schon eine vollwertige Mahlzeit. Wenn es da nicht noch den anderen Teller gäbe.
Filetsteak mit frischen Champignons und PommesLaut Speisekarte frische Champignons, 200 g Filetsteak und Pommes. In Summe gut durch und ausgewogen, in der Gesamtheit einfach nur schrecklich. Was den Pilzen an Würze fehlte – sie waren praktisch ungewürzt – waren die Pommes versalzen. Das Filetsteak – von Natur aus sowieso nicht sehr saftig, war gut trocken gebraten und fast durch, nur ein sehr sanfter rosa Schimmer zeigte sich auf einer Seite.
Medium ist andersBestellt hatte ich übrigens medium. Gut, dass wenigstens noch etwas Bratenfond auf dem Teller war.
Zusammenfassend kann man sagen, dass das Beste an dem Mittag der Salatteller war, und dass obwohl das Dressing schmeckte wie es in hunderten anderen gaststätten schmeckt. Aber die Mischung aus Frisee, Lollo Rosso, Eissalat, Gurken, Tomaten, Paprika- und Möhrenwürfel war wirklich gut. Ein wirklich netter Service konnte es leider dann auch nicht rausreißen. Den schönen Ausblick beim Mittag werde ich wohl eine Weile sehr vermissen.

Tag 15 und 16 (04./05.11.2019)

Die Arbeit hat mich wieder. Tagesabläufe bekommen eine von außen aufgezwängte Struktur 😉 Wie kollidiert das mit der zeitlichen Struktur, die meiner neuen Ernährungsdoktrin zugrunde liegt? Ein wenig.
Am Montag kam einiges durcheinander: frühes Aufstehen dank präarbeitszeitlichem Termin, wichtiger Termin gleich in der Arbeitszeit zur klassischen Mittagsszeit und ein wenig Nacharbeiten dessen, was während des Urlaubs aufgelaufen war. Aber so kam ich dann gg. 7 Uhr zu einem Frühstück (Quark mit Mangowürfeln und Haferflocken), etwas früh gg. 13 Uhr zu einem Mittag (Chinesiches Restaurant mit Büfett, alles mit Gemüse landete auf meinem Teller, inklusive eines kleinen Berges Sprossen, aber nur eine Kleinigkeit Reis zum Soßenresteaufnehmen und wenig paniertes) und dann gg. 20 Uhr Vollkornknäcke mit Kassler- und Räucherlingaufschnitt, nachfolgend ein Apfel.
Der Dienstag ist dann eher ein zukünftig normaler Tag. Gegen 9:30 Uhr gabs Joghurt mit Mangowürfeln und Haferflocken, um 15:30 Uhr eine leckere Kürbissuppe (die hauptsächlich deswegen lecker war, weil nicht nicht vordergründig wie eine Kürbissuppe geschmeckt hat) und um 21:00 Uhr eine Portion meines Kartoffel-Gemüse-Salates mit erwärmten Rindswienern. Auch hier der nachfolgende Apfel.
Für den morgigen Tag sehe ich einen ähnlichen Ablauf voraus, wobei ich noch nicht absehen kann, welches Mittagsgericht es gibt. Vielleicht die 3. und letzte Portion Kartoffelsalat oder die mediterrane Gemüsepfanne, die ich auch noch vorrätig habe. Oder ich fordere das erste mal das Einkaufszentrum heraus …

Kalt und gut

Den Rest der Woche erfolgt die Mittagsversorgung über einen kantinösen Bringversorger. Also: Essen in Alu.

Auch wenn das gewollt kalte Spiegelei etwas verunglückt aussieht, war das Essen überraschend nett angerichtet. Der Kartoffelsalat (o. l.) war frisch und kräuterig, er schwamm zwar ein wenig, aber es war keine schwere Mayo.
Der Weißkrautsalat war mit Ananasstücken aufgepeppt, passte also ins Essenskonzept des Lieferanten, der Möhrensalat (frühere Erfahrung) bspw. mit Mandarinen ergänzt.
Das Schnitzel war ein Industrieschnitzel. Aber was habe ich auch anderes erwartet.

Versuch mit Kartoffeln (aktualisiert)

Heute mal eine Fotokochstory, bei der ich nicht sagen kann, ob das Ergebnis schmeckt. Spätestens am Ende wird aber auch klar, warum. Der Geschmackstest wird zeitnah nachgetragen.
Kartoffelsalate gibt es viele, normalerweise bin ich nicht so der große Freund davon, aber einzelne Versuche gab es hier ja auch schon, wenn auch erst nach äußerer Anregung. So auch diesmal. Das heißt, dass die Grundidee nicht von mir ist, aber der Rest. Wobei das bei diesem Versuch auch nicht so ganz stimmt. Ein paar Fertigprodukte sind auch noch dabei.
Kartoffeln und Rosmarin
Zu Anfang wurden ein paar rohe Kartoffeln gestückelt. Je nach Größe wurden sie erst halbiert oder gedrittelt und die Stücke dann wie für Kartoffelspalten gesechstelt. Diese Stücke kamen in ein dicht schließenden Behälter.
Rosmarin grob gehackt
Das Rosmarin wurde grob gehackt und dann auch in den Behälter verbracht.
Zutaten im Behälter
Jetzt wird alles mit Salz und Pfeffer gewürzt.
Salzen und Pfeffern
Das Durchschwenken, dass sich die Gewürze gut verteilen, geht noch ohne den Deckel. Ein guter Schuss Olivenöl ergänzt den Behälterinhalt. Dann wird er dicht verschlossen und eine Weile gut gewendet, dass sich Salz, Pfeffer, Rosmarin und Öl gut auf den Kartoffeln verteilen.
Mit Öl benetzt
Auf einem Backblech wird etwas Backpapier verteilt, darauf kommen dann die gewürzten Kartoffelstücke.
Kartoffeln auf Backpapier
Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Stücke nicht übereinander liegen. Alles kommt dann für 25-30 Minuten bei 180°C in den Umluftofen, bis eine angenehme Bräune erreicht ist und ein leckerer Duft die Küche durchströmt.
Gegart.
Der eine oder andere wird es erkannt haben: Das sind eigentlich einfach nur mit Rosmarin gewürzte Kartoffelspalten, die an sich schon recht wohlschmeckend sind. Da muss man aufpassen, dass man sie nicht alle wegnascht, während man die Salatsoße zusammenrührt.
Soße rühren
In dieser Schale befinden sich ca. 2 EL Majonäse und ein Becher (200g) Quark der Geschmacksrichtung Tzatziki (wird natürlich später selber gemacht). Etwas Cayennepfeffer, ein paar Tropfen Zitrone und die öligen Rosmarinreste vom Backblech runden das ganze ab. Dann werden Soße und Kartoffeln miteinander verbunden.
Kartoffelsalat
Und schon ist der Kartoffelspaltensalat auch schon fertig und muss nur noch etwas durchziehen. Das macht er bei der Niederschrift dieser Zeilen gerade, deswegen kann ich noch nicht sagen, wie er schmeckt. Die Ergänzung gibt es dann später.
Aktualisierung: Das gebackene durch die Behandlung im Ofen kommt im fertigen Salat nicht mehr so deutlich zum Vorschein. Entweder, man muss die Kartoffelstücke intensiver bräunen, oder die Soße sollte eher zum Dressing oder zu einer Vinaigrette werden. Ansonsten schmeckt er eben wie Pellkartoffel mit Quark, was durchaus auch lecker, aber nur wenig besonders ist.

Typisch untypisch

Mecklenburg – Das Land der Seen und auch der Kartoffeln. Insofern ist das heute bebilderte Gericht doch eher typisch für die Region. Es gibt Kartoffelsalat. Aber nicht mit Majonäse, ohne Joghurt, auch keine Salatcreme oder irgendwelche Mischungen von diesen. Die Inspiration kommt eher aus dem süddeutschen Raum, was dann die untypische Variante an diesem Gericht ist.
Wie nicht anders zu erwarten, spielt die Kartoffel die Hauptrolle, eine Zwiebel wird dann auch noch benötigt.
Karoffeln und Zwiebel
Die Kartoffeln sind roh, die Zwiebel augenscheinlich auch. Die Erdäpfel werden geputzt, ggf. geschält und auf jeden Fall in Scheiben geschnitten. Eine festkochende Sorte ist von Vorteil. Für eine schnelle Zubereitung kommen die Scheiben in ein Mikrowellen geeignetes Geschirr.
Scheiben in Schüssel
Die Scheiben werden abgewaschen und dann tropffeucht, aber abgedeckt, in die Mikrowelle gestellt. In ca. 5 Minuten ist diese Menge gegart (was natürlich von der Leistung des Gerätes abhängt).
Kartoffeln in Mikrowelle
Und schon fahren die Kartoffelscheiben Karussel. Die Zwiebel wird gepellt, in akkurate Würfel zerkleinert und dann in etwas Fett in der Pfanne glasig bis leicht gebräunt angebraten.
Zwiebel in Fett in Pfanne
Das sollte dann am Ende so aussehen.
Gebratene Zwiebeln
Außerdem wird noch ca. 1/7 l Brühe benötigt. Die nehmen wir natürlich aus den eingefrorenen oder eingeweckten Vorräten und bringen sie zum Kochen.
Brühe aufkochen
Außerdem wird auch noch eine Vinaigrette benötigt. Dazu werden 3 EL Weißweinessig und 2 EL Rapsöl (kalt gepresst) in eine Schüssel gegeben.
Essig und Öl, unvereint
Dies wird mit einem Teelöffel Senf, etwas Salz und Pfeffer gewürzt.
Vignigrette vorbereitet
Alles wird mit einem Schneebesen oder einer Gabel schön zu einer homogenen Flüssigkeit verrührt.
Vignigrette fertig
Die noch heißen Kartoffelscheiben kommen in eine passende Schüssel.
Kartoffelscheiben in der Schüssel
Darüber werden die Zwiebeln gegeben.
Zwiebeln auf Kartoffelscheiben
Die Vinaigrette wird mit der Brühe vermischt und abgeschmeckt.
Vignigrette plus Brühe
Das wird dann über die Kartoffeln gegeben.
Soße über die Kartoffeln
Alles wird gut durchgerührt (aber nicht zu kräftig, die Kartoffelscheiben sollen ja erhalten bleiben) und eine Weile ziehen gelassen.
Fast fertig, nur noch durchziehen
Dann kann auch schon angerichtet werden (es macht nichts, wenn der Kartoffelsalat dabei noch lauwarm ist).
Anrichten
Wer hat, gibt vor dem Anrichten noch ein paar Schnittlauchröllchen unter den Salat. Was ihr auf die freie Hälfte des Tellers gebt, ist Eure Sache. Irgendwas passt sicher.
Kartoffelsalat
Mögliche Varianten: Zu den Zwiebeln könnte man vermutlich auch noch ein paar Speckwürfel auslassen. Natürlich kann man auch eine normalfarbige Zwiebel nehmen. Unter Umständen ergibt auch die Verwendung von Olivenöl statt dem Rapsöl eine angenehme Note. Gewürfelte Gemüse, ggf. etwas vorgegart ergänzt den Salat zu einer vollwertigen Mahlzeit. Wer etwas mehr Zeit hat, kann die Kartoffeln übrigens auch Dämpfen, statt sie in der Mikrowelle zu garen. Auch die klassische Pellkartoffel ist eine gute Basis für diesen Salat. Guten Appetit.

Deutsche Grillbeilage trifft indischen Subkontinent

Spontane Kochexperimente sollten besser geplant sein. Oder zumindest bei entsprechendem Entschluss besser protokolliert werden. Deswegen wird es mal wieder etwas schwierig mit der Zutatenliste, vor allem, was die Mengen betrifft.
image
Auf dem Bild zu sehen ist, man erkennt es sicher auf den ersten Blick, Kartoffelsalat. Dazu wurden gekochte Pellkartoffeln gepellt, in Scheiben geschnitten und in eine Schüssel gegeben. Als nächstes kam in eine Pfanne mit etwas Öl eine klein geschnittene Schalotte (ich ließ sie in Ringe, aber letztendlich ist es wohl irrelevant) und als diese glasig angeschmurgelt war noch das gewürfelte (5-10 mm) Fruchtfleisch von zwei Nektarinen. Als diese auch leicht karamellisiert waren, wurde der Pfanneninhalt mit 2 bis 3 guten Esslöffeln gelber Currypaste verrührt und ein paar Minuten gut durchgekocht. Die Pfanne wurde dann vom Herd genommen, die Masse mit ca. 100 g Naturjoghurt vermengt und anschließend über die Kartoffeln gegeben, wo alles vorsichtig, aber wirksam verrührt wurde (die Kartoffelscheiben sollten schon erkennbar bleiben). Zum Schluss wurde noch, weil das ganze eine leicht säuerliche Note hatte, mit etwas Zucker abgeschmeckt.
Dieser Kartoffelsalat schmeckt sowohl warm als auch kalt. In der letzteren Form wurde er u.a. einem Praktikanten als Versuchskaninchen angeboten, der Wohlgeschmack bestätigte. Allerdings ist er auch ein großer Curryfan.

Das Essen schmeckt schön

Kartoffelsalat gibt es in vielen verschiedenen Farben und Formen. Das einzig verbindende Element der scheinen wirklich die Kartoffeln zu sein. Was dann noch alles hinein kommt, ist dem persönlichen Geschmack geschuldet: Kräuter, Zwiebeln, Erbsen, gekochte Eier, Schinken, Gewürzgurken, Käse, Tomaten, Sardellen, Lauch, Joghurt, Majonäse, Brühe, Essig und Öl, Brät und vieles andere mehr.
Das Auge ist aber auch mit, also muss so ein Kartoffelsalat auch ansprechend aussehen, was bei Fertigprodukten meist nur bedingt gelingt. Aber manchmal haben die Lebensmittelchemiker, Hersteller und Abfüller auch mal eine Idee und verpassen dem Kartoffelsalat eine neue Rezeptur oder ein neues Aussehen (was nicht unbedingt immer was miteinander zu tun haben muss).
Damit der Kunde das neue Aussehen seines Kartoffelsalats auch bemerkt oder nicht irgendwann davon überrascht wird, wird rechtzeitig vorgewarnt. Weil man aber nicht sagen möchte, dass der Salat neu zusammen gerührt wird und deshalb anders aussieht,  gibt man dem Gericht eben ein neues Design:

Ein neues Rezept wäre vielleicht auch eine Idee gewesen, aber nun sieht er erstmal nur neu aus.

Oder sollte doch eine neue Verpackung gemeint sein? Da sollte der Verbraucher dann mal gleich aufpassen, ob im neuen Becher auch genauso viel Kartoffelsalat zum mindestens gleichen Preis enthalten ist.