Da stand er noch rum, meine Ausführung eines Plattengrills: eine passende Grillplatte auf einer Induktionsplatte. Und etwas Gemüse lag auch noch rum. Da muss sich doch mal was draus machen lassen.

Etwas Olivenöl auf die Grillplatte geben. Eigentlich ein Widerspruch in sich, da beim Grillen gern auch mit Temperaturen gearbeitet wird, die nicht gut sind güt ein gutes Olivenöl. Aber diesmal ist die Temperatur nicht so hoch, also kann man es nehmen.

Es duftet nach Olivenöl, es könnte also mediteran werden. Mit Anlehnungen an fernöstlicher Zubereitungsart.

Cocktailtomaten habe ich in je drei Scheiben geschnitten. Das macht man am besten quer, soll heißen: Ist die Blüte oben oder unten, schneidet man parallel zur Arbeitsfläche. Etwas Salz schadet nicht.

Eine Schote Spitzpaprika habe ich in Scheiben/Ringe geschnitten. Die kommen auch auf die heiße Platte.

Die Tomaten sollten auch mal umgedreht werden, wenn sie erste Grillspuren erhalten haben.

Eine Schalotte, in Ringe geschnitten, eine gehackte Knoblauchzehe, wer will: etwas Chili, und etwas Paprika (je nach Vorlieben edelsüß oder scharf) ergänzen den Platteninhalt.

Kennt ihr diese Tische, bei denen in der Mitte auf einer heiße Edelstahlplatte köstliche Speisen direkt am Gast zubereitet werden. Das kommt irgendwo aus dem Fernöstlichen. Mit geeignetem Besteck wird auch hier das Gemüse schön auf der heißen Platte gemischt, es darf ruhig etwas schaden nehmen, aber auch anrösten.

Wart ihr eigentlich neugierig, was in dem Topf ist. Genau: Spaghetti. Die kommen direkt aus dem Topf auf die Grillplatte.

Dort werden sie gut mit den anderen Sachen auf der Platte vermischt.

Was fehlt ist noch ein tiefer Teller, auf dem angerichtet wird.

Und wenn man keinen Parmesan im Hause hat, tut es übrigens auch Feta. Der braucht auch nicht gerieben zu werden, da reicht bröseln. ,-)
Einmal geplatzter Kragen an Tzatziki (zweimal ergänzt)
(03.09.2016) Um es kurz zu machen: In den letzten Tagen habe ich in zwei Koch-/Foodblogs Gerichte abgebildet und beschrieben gesehen, über die mir immer mal wieder der Kragen platzt. In letzter Zeit habe ich versucht, mich dementsprechend zurück zu halten, aber jetzt bin ich mal so weit, den entsprechenden Autoren jedwedes kulinarische Verständnis (unberechtigt, aber sehr emotional) abzusprechen.
Auf jeden Fall ist ein Verfall kulinarischer Standards festzustellen, wenn schlechtester Abklatsch eines im originalen sehr leckeren und relativ gut definierten Gerichtes als Höhepunkt hochgejubelt und mit einem produktbeschreibenden Begriff belegt wird, bei dem die vorgestellten Gerichte nichts, aber auch gar nichts mit dem ursprünglichen zu tun haben.
Entschuldigung, aber ich bin darüber etwas erregt, vielleicht, weil ich auch zu lange geschwiegen habe. Aber ich habe mich schon ein paar Mal darüber ausgelassen, da wollte ich eigentlich nicht schon wieder mit dem Thema nerven. Aber es kam dieser Tage geballt aus verschiedenen Richtungen, da musste ich schon aus Seelenhygiene heraus darüber schreiben.
Stichwort: Gyros. Auf einem Drehgrill(! – da kommt der Name übrigens her) wird ein Fleischspieß geröstet, bis er eine schöne Kruste bildet. Danach wird die äußere Schicht grob abgeschnitten, so dass sich wieder eine neue Kruste bilden kann. Der Fleischspieß besteht übrigens nicht im wesentlichen aus Hackfleisch wie beim Döner, sondern aus aufgespießten Fleischfladen. Aber auch der Schnitt ist ein anderer. Während beim Döner die äußere Schicht eher abgehobelt wird (also dünn abgeschnitten), ist das Gyros etwas dicker geschnitten. Kruste auf der einen Seite, saftiges Fleisch auf der anderen.
Ein weiterer Unterschied zwischen Döner und Gyros ist dann auch noch die Würzung, aber über die möchte ich mich nicht auslassen. Da hat vermutlich jede Familie ihre eigene. Das gleiche trifft auf die Mischung der Fleischsorten zu. In diesen beiden Punkten gibt es übrigens noch die meisten Berührungspunkte zwischen den oben angesprochenen Fleischgerichten aus den Blogs und einem „normgerechten“ Gyros. Aber eine ordentliche Kruste oder eventuell die dafür sinnvolle Anwendung eines Drehgrills ging den beiden Angeboten ab.
Allein die Tatsache, dass es einen Begriff wie „Pfannengyros“ überhaupt gibt, halte ich für extrem verwerflich. Ich mache den Lebensmitteleinzelhandel für diese Verwässerung des Begriffs hauptverantwortlich. Was dort zum Teil unter dem Namen angeboten wird, ist unter aller Würde. Sicher: Kaum jemand hat einen Drehgrill zu Hause zu stehen und der Wunsch nach dem Verzehr eines guten Gyros ist oftmals groß. Warum also nicht einen kulinarischen Krüppel anbieten, den der wohlwollende Koch zu Hause mit einer einfachen Pfanne zubereiten kann? Es ist ja so schön einfach. ABER EBEN KEIN GYROS! „Nach Gyrosart gewürztes Geschnetzeltes“ wäre der einzige sinnvolle Name, wenngleich etwas sperrig, aber wenigstens richtig und nicht Meister im Aufbau falscher Erwartungen.
In dem einen Blog wird übrigens eine kantinöse Version des Geschnetzelten beschrieben. Wer sich das Bild des Gerichte ansieht, wird schnell meinen Hauptkritikpunkt nachvollziehen können: Hellgraues Fleisch, vermutlich in eigenem Saft gegart, ohne jedwede Grillspuren und die damit normalerweise verbundenen Geschmackserlebnisse. Nichts. Gar nichts. Aber bei aller Kritik, hier ist etwas richtig gemacht worden: die Zwiebeln kamen erst auf dem Teller zum Fleisch.
Beim anderen Blog wurden die Zwiebeln schon vor dem Braten unters Fleisch gegeben. Dann wird zwar eine gute Eisenpfanne genommen, die man schön heiß hätte machen können, um das Fleisch richtig kross anzurösten, aber dann werden Zwiebeln dazwischen gemischt, die eher verbrennen und sich damit große Hitze in der Pfanne verbietet. Grilleffekt ade. Die Farbe des Fleisches kommt vom Paprika, der in einer zu heißen Pfanne auch eher verbrennt, also als Gyros-Würzung auch eher sparsam (eigentlich gar nicht) verwendet werden sollte. Ich will nicht ausschließen, dass am Ende ein wohlschmeckendes Fleischgericht herausgekommen ist. Die Zutaten und die Zubereitung sprechen dafür, dass es ein leckeres Geschnetzeltes geworden ist, aber eben kein Gyros.
Es gibt eine ganze Reihe feststehender kulinarischer Begriffe, unter denen man sich etwas vorstellen kann, wenn man von ihnen hört oder sie liest. Ein paar sind mittlerweile geschützt, so dass man wirklich auch das bekommt, was man erwartet (zumindest, wenn der Koch alles richtig macht). Das „Wiener Schnitzel“ gehört dazu (paniertes Kalbsschnitzel) oder Nürnberger Lebkuchen. Weitere Beispiele gibt es. Sauce Hollandaise wäre ein Kandidat dafür, auch geregelt und geschützt zu werden. Unter dem Namen wird auch viel Blödsinn verkauft. Oder eben Gyros. Ich könnte mich da für eine EU-Norm begeistern.
Ergänzung
(13.09.2016) Da gibt es einen schönen Spruch: „Immer, wenn Du denkst: ‚Schlimmer kann es nicht mehr kommen.‘, kommt es schlimmer. Und man fängt sich – vielleicht etwas übertrieben – an zu fragen, ob es Ignoranz (nicht gegenüber diesem Blog, sondern ganz allgemein) oder Gleichgültigkeit ist. Oder vielleicht auch noch was viel schlimmeres. Aber da schlägt mir doch vor einigen Tagen ein Kochblogbeitrag entgegen, der eine schallende Ohrfeige gegenüber all denen ist, für die Salz im wesentlichen NaCl mit einigen anderen Mineralsalzbeimengungen ist oder Milch ein Drüsensekret von Kühen, Ziegen und anderen Tieren ist.
Hausgemachtes Fastfood ist das Motto, unter denen das Grauen seinen Lauf nimmt. Wobei ich gleich zu Beginn betonen möchte, dass das fertige Gericht durchaus schmackhaft oder köstlich oder was auch immer sein kann. Das will ich nicht bestreiten (wobei ich da in einigen Details meine Zweifel habe). Es geht um die missbräuchlich verwendeten Begrifflichkeiten. Sehr positiv hervorzuheben ist vor allem das Bestreben, alles selber zuzubereiten, selbst Teile, die man kaufen kann. Aber eben nicht unbedingt muss. Das betrifft zum Beispiel auch die nicht einfache Gewürzmischung. Meine Hochachtung. Ehrlich. Immerhin ist das Nachbauen eines Döners – darum gehts – nicht so einfach, wie man denkt.
Nun mag sich der kundige Leser vielleicht fragen: „Gehts hier im Beitrag nicht eigentlich um Gyros?“ Und recht hat er. Aber es gibt die Verbindung. Weiter oben habe ich schon über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Döner Kebab und Gyros philosophiert. Die Gemeinsamkeiten sind augenscheinlich: die äußere Form (wenn man nicht so genau hinschaut) und die Zubereitung am Drehspieß. Sicher ist auch das eine oder andere Gewürz sowohl im einen wie im anderen. Aber ansonsten Summieren sich die Unterschiede.
Oder auch nicht. Im erwähnten Blogbeitrag steht oben drüber Döner, gewürzt wird übrigens mit einem selbst gemachten Gyrosgewürz. Als Fleisch wird Schweineschnitzel verarbeiten. Das spricht ebenfalls eher für Gyros, wird doch Schweinefleisch nur bei diesem Drehspießgericht verwendet. Dönerspieße bestehen aus Rind-, Kalbs-, Geflügel-, Lamm-, Hammel- und/oder Putenfleisch. Mit einem bisschen Bildung und dem Wissen um die Herkunft der Gerichte dürfte diese Zuordnung eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Aber nein, da wird ge-crossover-t bis es kracht. Wie wäre es, wenn Dürüms als Frühlingsrolle verkauft werden?
Wie gesagt: Das selbstgemachte Fladenbrot mit der Füllung aus nach Gyrosart gewürzten Geschnetzeltem, Salat, Soße, Gemüse ist vermutlich recht wohlschmeckend und eine schöne Idee. ABER ES IST KEIN DÖNER! UND KEIN GYROS!
2. Ergänzung
(17.09.2016) Nicht-Gyros scheint gerade Mode zu sein. Liebe Foodblogger, denkt doch bitte mal an meinen sowieso etwas zu hohen Blutdruck! 😉
Bisher war ich ja immer der Meinung, das zu oft unter dem Namen „Gyros“ bzw. „Pfannengyros“ ein „nach Gyrosart gewürztes Geschnetzeltes“ angeboten wird. Aber mittlerweile ist es manchmal nicht mal mehr das. Dieser Tage veröffentlichte ein Kochblog ein Gericht unter dem Namen „Pfannen Gyros“, das nicht mal mehr nach Gyrosart gewürzt wurde. Paprika, Rosmarin, Pfeffer. Und Zwiebeln, die bereits unter das rohe Fleisch gemischt wurden und eigentlich beim Anbraten eher verbrennen, als dass das Fleisch die notwendige Behandlung erhielte, um auch ungedreht ein wenig gyrosähnlich zu werden. Aber wo bleiben die wunderbaren Aromen von Knoblauch, Oregano, Thymian, Kreuzkümmel oder Majoran? Namensmissbrauch auf ganzer Ebene. Was übrigens auch hier wieder nicht gegen das Gericht als solches spricht, stellt es doch in seiner marinierten Art eine der wenigen sinnvollen und schmackhaften Zubereitungsarten für Schweineschnitzelfleisch dar.
Besonders kurios wurde es aber dieser Tage noch woanders. Wobei ich das in zwei Sinn-Formen meine. Der kreative Umgang mit Standards ist ja durchaus positiv zu sehen. Und so ist Gyros mit Krautsalat in einer ungewöhnlichen „Teigtasche“ eine durchaus interessante Idee. Tzatziki war natürlich auch dabei. Das kann ich mit sehr lecker vorstellen. Wenn’s denn wenigstens Gyros gewesen wäre. Aber nein: Es war hier mal wieder ein schönes (keine Ironie) „Pfannengeschnetzeltes, nach Gyrosart gewürzt“. Die Würzmischung klingt wirklich gut und das Fleischgericht in der „Egg Waffle“ war und ist sicher lecker. Nur eben kein Gyros.
In dem Zusammenhang besonders lustig (voll Ironie) ist ein Satz in dem Blogbeitrag, der vermutlich im Sinn stand: Ich weiß, dass es nicht originalgetreu ist, also mach ich mal eine relativierende Bemerkung. Leider ging das völlig nach hinten los.
Ich verwende für mein Gyros Schweinefleisch, genauer gesagt Schweinenacken. Schwein ist natürlich nicht das für Gyros typische Fleisch, da wäre Lamm auf jeden Fall authentischer, aber da wir kein Lamm essen, weiche ich einfach auf Schwein aus.
Tja, da wurde mal wieder Gyros mit Döner Kebab verwechselt. Schweinefleisch ist DAS Fleisch für Gyros. Lamm, Rind und Hammel gehören eher in den Döner. Das kommt übrigens von der Herkunft. Gyros kommt aus dem eher christlichen Griechenland, der Döner aus der muslimisch geprägten Türkei. In letzterer wird traditionell kein Schweinefleisch gegessen. Anders als bei den Griechen.
Je länger ich mich mit dem Thema befasse, reift bei mir eine Idee, wie man ein sehr gyrosnahes Geschnetzeltes auch aus der Pfanne hinbekommen kann. Falls ich das mal irgendwo finde, werde ich es loben. Versprochen. Auch wenn es aus der Pfanne kommt. Deal? Warten wir also mal ab.
Nur ein Gedanke
Wenn selbst eine Vebu-Sprecherin sagt, dass Nahrungsergänzungsmittel notwendig sind, dass man regelmäßig ein Blutbild erstellen und sich auch sonst gut von Ärzten betreuen lassen sollte, dann meint sie doch, dass vegane Ernährung nicht vollwertig ist und mit ihr Mangelerscheinungen auftreten können, oder?
Milchschorle, ohne Sprudel und ohne noch viel mehr
Wenn Milchprodukte ungekühlt den Lebensmitteleinzelhandel passieren, werde ich gleich etwas skeptisch.
Sie ist tot, Jim. (irgendwo bei Startrek)
Aber man muss seine Befindlichkeiten auch mal überwinden und sich für Neues öffnen.
Wer sich für alles öffnet, ist nicht ganz dicht. (alte Staubeckenweisheit)
Lesen wir also die informativen Aufdrucke auf dem Etikett. Beste Milch aus der Heimat (Münsterland – sie haben ja nicht von meiner Heimat geschrieben, also warum nicht Götz Alsmanns Heimat), guter Fruchtsaft und ein Schuss Wasser vereinigen sich zu einem Getränk, das glücklich macht.
Trinkwasser (tot), Milchpermeat (auch tot), Magermilch (leer), Säfte aus Konzentraten und Extrakten (tot), Zucker, Pektin, Zitronensäure und „natürliche Aromen“ (schmeckt wie was, kommt aber woanders her) machen in ihrer Mischung sicher glücklich – vor allem den Hersteller. Und den Handel.
Der Mensch, der die „Stille Fruchtmilchschorle“ (kein Scherz, so heißt das wirklich) kauft, wird mit pfandfreiem Müll – immerhin in einer plastiküberzogenen Glasflasche – erfreut. Dazu hat das Getränk mehr Kalorien als Cola, sieht aber dank Farbstofffreiheit (doch noch was positives gefunden) grau und blass aus.
Aber sie ist lt. Etikett „bunt und fruchtig“ im Geschmack. Was da die Synästheten zu sagen, wenn etwas bunt schmeckt. Dass eine Schorle ggf. doch etwas anders schmeckt als das unverdünnte Original, habe ich als Schorlentrinker mittlerweile auch schon mitbekommen. Und ich verschorle fast alles, Säfte, manchmal Nektare, Limonaden u.a. Was schade ist: Cola-Schorle geht gar nicht. Was erstaunlich ist: bei Ginger-Ale-Schorle schmeckt man sogar den Ingwer. Gemüsesaftschorlen flocken komisch aus (wenn man mit Sprudel verschorlt) und auch Citrus-Säfte sollten ohne Fruchtfleisch sein. Schmeckt zwar trotzdem, sieht aber komisch aus.
Mit Kohlensäure geht Milchschorle vermutlich auch nicht. Aber mit Wasser kann man Milch schon verdünnen. Auch Magermilch lässt sich verdünnen. Wobei mir dabei der alte Witz bzgl. amerikanischem Bier einfällt: Bud light ist der gelungene Versuch, Wasser zu verdünnen.
Und ihr denkt, nur die Politik verscheißert euch …
P.S.: Habt ihr oben auch Staub-Ecken-Weisheit gelesen und nicht das ursprünglich gemeinte Stau-Becken-Weisheit?
P.S.II: Milch essen, die aus der jüngsten Periode des Erdaltertums (Paläozoikum) stammt, also 250-300 Mio. Jahre alt ist? Milch-Perm-Eat. Blödes Wortspiel. Milchpermeat (s. o.) ist eine Flüssigkeit, die bleibt, wenn man Milch Fett und Eiweiß – also die wertvollen Sachen – entzieht.
Ist es zwar (Marken-)Bio, ist es doch irgendwie Kacke
Warum darf eine bekannte Biofirma mit Abitur(!) ein irreführendes Industrieprodukt auf den Markt werfen? Rote Bete Cracker mit 5,3 % Rote-Bete-Saft-Pulver. Allein die Farbe erinnert ein wenig an Rote Bete. Ansonsten haben die Cracker nichts, was nach Roten Beten schmeckt.
Das da irgendwie richtige Rote Bete mit reinverarbeitet werden, hätte ich jetzt schon erwartet.
Aber nein, nur ein wenig kastriertes Saft-Pulver hat es in das Produkt geschafft, vermutlich einzig der färbenden Wirkung wegen.
Aber Dinkelmehl und Dinkelschrot sind drin.
Und vieles andere.
Und alles Bio.
Bis auf das Salz, aber Salz gibt es auch nicht in Bio.
Schade eigentlich. So wird mit vielen guten Ideen und Ansätzen doch nur wieder hochverarbeiteter Industrieschrott produziert.
Neues, leckeres, ungewöhnliches
Als ich neulich mal an einer kleinen Brotstange knusperte, hatte ich so eine kleine kulinarische Idee, aber vielleicht gibt es das ja schon?
Beim Wochenendeinkauf entdeckte ich eine interessant gefüllte neue – zumindest mir – Schokolade. Nach Traube-Nuss, Kornflakes und Taccos als Füllung, stand auf dieser Verpackung „Salzbrezel“.

Das Bild zeigt, dass da eher kleine Nuggets drin sind, so etwa in Erdnussform, die aber aus dem Material zu bestehen scheinen, aus dem auch Salzbrezeln bestehen. Inklusive dem sie umhüllenden Salz. Und ich muss sagen: So schlecht schmeckt diese Schokovariante nicht mal. Aber ich mag ja auch das Bretonische Karamell (das ist auch mit einer Spur Salz) sehr gern.
Nun fehlt nur noch jemand, der meine Idee der letzten Woche entweder verwirklichlicht oder mich darauf aufmerksam macht, wo es das schon gibt: Grissini mit Rosmarin, die in geeignete Schokolade getaucht sind. Das müsste doch lecker sein.
1. Platz ohne Bedeutung
Lieferserviceportale schossen ja mal wie Pilze aus dem Boden, mittlerweile hat sich der Markt wohl schon ein wenig bereinigt. Aber es scheint doch immer noch mehrere zu geben, so dass ein bekannter Nachrichtensender einen Vergleichstest machen konnte. Vom Testsieger habe ich unlängst eine E-Mail bekommen:
Lieferando.de belegt den 1. Platz beim großen Test der Lieferservice-Portale vom Deutschen Institut für Service-Qualität im Auftrag von n-tv.
Wir überzeugten in allen untersuchten Bereichen als Einzige mit der Note „sehr gut“ und setzten uns damit als Testsieger gegen neun Konkurrenten durch.
Der Test ist eigentlich genauso sinnfrei wie die Portale selber (großstädtisches Umfeld vielleicht mal außen vor gelassen). Warum?
- Die Portale leben auf Kosten der Lieferservice, die müssen Prozente abdrücken für wenig Gegenleistung.
- Kein Portal hat wirklich alle Anbieter, das heißt, die Suche über mehrere Apps oder Webseiten geht trotzdem weiter.
- Kein Portal hat irgendwas mit dem Essen selber zu tun, dessen Qualität das einzige Kriterium sein sollte, weil es das einzige ist, was mit dem Menschen wirklich in Berührung kommt.
- Kein Portal hat Einfluss, auf die Gerichte, auf die Auslieferer, auf den damit verbundenen Service. Nichts.
- Lustig sind Portale, die auf Restaurants u.ä. verweisen, die es z.T. seit Jahrzehnten nicht mehr gibt (Pizza-Taxi.de hat sowas im Angebot, selbst das Gebäude ist vor Ewigkeiten abgerissen und durch eine Versicherungsagentur ersetzt worden. Oder wie wäre es mal mit einem Besuch in der Broiler-Bar?).
- Spaßig wird es, wenn der Auslieferer den Besteller bittet, das nächste mal doch bitte telefonisch zu bestellen und nicht per Internet …
Die Auswahl in Neubrandenburg ist sowieso eher übersichtlich, aber wenn ich mir die beim o.g. Testsieger ansehe, gibt es 5 Lieferservice. Angeblich. Die Recherche in meiner Menü-Karten-Ablage unter meinem Wohnzimmertisch ergab 15 unterschiedliche Anbieter, wobei ich bei zweien ihre mittlerweile Nichtexistenz unterstelle und mind. eine Umbenennung (und ggf. Einstellung des Lieferservice) vermute. Und einer der im Internet angegebene ist dafür nicht mit dabei.
Also: Die Auswahl umfasst höchstens die Hälfte der möglichen, gerade auch die (regionalen) Big-Player sind nicht dabei. Und sowas nennt sich Testsieger. Im Abzocken? Man muss sich also nur die passenden, wenn auch unwichtigen Kriterien für einen Test zusammensuchen, um sich feiern zu können.
Greifen wir doch mal ein Beispiel heraus. Einer der im Portal ausgewiesenen Lieferservice hat einen Mindestbestellwert von 8,- €. Dafür bekommt man zum Beispiel eine 30 cm Pizza mit Mozzarella oder eine Calzone Hawaii oder ein Zigeunerschnitzel mit Sättigungsbeilage. 19% MwSt., 15% Vermittlungsgebühr abgezogen, bleiben 5,28 €, Der Koch bekommt Geld, der Fahrer bekommt Geld, das Auto kostet Geld, die Hütte um den Koch herum kostet Geld und die Zutaten wollen auch noch bezahlt werden. Ich frage mich schon immer, wie sich das rechnet ohne Selbstausbeutung und billigste, minderwertige Zutaten.
Planung und etwas Zeit gleich lecker
Es ist Sommer. Dieser Tage mal so richtig. Und da bekommt man Lust auf leichte Sommerküche. Und mir gelüstet es nach … Gulasch. Manchmal ist es schon komisch. Aber man kann den Gelüsten ja ruhig mal nachgehen, vor allem, wenn abschließend sooo was leckeres dabei heraus kommt. Allerdings braucht es doch etwas Planung und etwas Zeit, aber: Was macht der Herd an einem heißen Samstag, wo einem beim Hausputz sowieso eher nach was leichtem ist? Richtig: Er langweilt sich. Also gibt man ihm eben was zu tun.
Man kann Gulasch natürlich mit dem Fleisch kochen, was in den Läden als Gulaschfleisch verkauft wird. Aber dann ist es kacke (um mal eine gerade in Mode gekommene Floskel zu bemühen). Man kann aber auch zur Fleischtheke seines Vertrauens gehen und nach einem Blick in die Auslagen und dem nicht erblicken des Gesuchten eine Bestellung aufgeben. Dabei muss man irritierte Blicke der Fachkraft hinterm Tresen mal gekonnt ignorieren. Die Bestellung lautet: Zwei Rinderbeinscheiben, ca. 6 cm dick.
Wenn man diese in der Hand hält und in seiner Küche hat, gehts auch schon los. Ein kleiner Tipp dazu: Man sollte nicht abends mit dem Zubereiten anfangen, außer, man ist ggf. Spätschläfer. Aber das nur nebenbei. Die Beinscheiben werden im rohen Zustand grob zerteilt. Das Fleisch wird vom Knochen gelöst und in 3 oder 4 große Brocken zerteilt, Sehnen, Haut und sonstiges kann alles dran bleiben.
Der Rest ist erst mal kein Geheimnis, das habe ich mit dünneren Beinscheiben schon mal gemacht. Zwiebeln anbraten, wieder raus aus dem Topf, Fleischbrocken und Knochen anbraten, Tomatenmark mit Paprika anbraten, Mit etwas Wasser ablöschen. Zwiebeln wieder in den Topf, alles gut vermengen und Deckel drauf. Entgegen des Originals habe ich dann nach einer Viertelstunde nicht mit Wasser aufgefüllt, sondern mit klein geschnittenen Tomaten und roten Spitzpaprika. Und eine halbe Chilischote habe ich auch noch mit hinein geworfen. Einmal aufkochen und dann bei kleinster Hitze leicht vor sich hin simmern lassen. Alle halbe Stunden mal umrühren und die Schärfe prüfen. Sollte sie zu heftig werden, ist es Zeit, die Chilischote wieder zu entfernen.
Irgendwann, so nach 4 oder 5 Stunden, wenn das Fleisch so zart ist, dass man es mit einem Löffel teilen kann, nimmt man die Fleischbrocken aus der Soße und zerteilt sie in halbwegs mundgerechte Stücke (oder noch etwas größer). Dabei werden auch Hautreste und andere unschöne Teile entfernt. Die Soße im Topf wird hingebungsvoll mit einem Pürierstab bearbeitet und alles abgeschmeckt. Danach kommt das Fleisch wieder in den Topf und kann noch etwas ziehen. Man könnte es auch anrichten. Oder eindosen und zwischenlagern. Das habe ich Samstagabend gemacht. Und heute, zwei Tage später, wurde getafelt.

Mit Teigwaren habe ich es ja nicht so, also kamen gute gekaufte Gnocchi in den Topf und wurden in 2 Minuten lt. Vorschrift gegart. Nebenher darf das Gulasch bewundert werden:

Fleischig und schön viel Soße. Ein richtiges Mecklenburger Gulasch. 😉 Und in der kalten Form mit einer interessanten Eigenschaft:

Das Gulasch ist fast schnittfest. Das könnte daran liegen, dass die Soße im wesentlichen aus Zwiebeln und etwas püriertem Gemüse besteht. Es könnte auch an den beiden Knochen von den Beinscheiben liegen, deren Mark sicher auch ein wenig zur Bindung beitrugen. Und an den ausgekochten Sehnen und Häuten des Beinscheibenfleisches. Kein Mehl und keine Tüte kann dieses wunderbare Mundgefühl – so rein und intensiv – erzeugen.
Aber erwärmen sollte man das Gulasch trotzdem wieder. Dabei wird es auch flüssiger.

Und dann wird nur noch angerichtet.

Auch wenn die Fleischbrocken in den Gulasch für ein vornehmes Essen noch zu groß sind, Messer und Gabel sind hier nicht das Besteck der Wahl. Da reicht ein Löffel; für die Gnocchi und die Soße sowieso, aber auch das Fleisch lässt sich wunderbar mit der Löffelkante zerteilen … Einfach nur lecker.
Manches muss ich nicht verstehen, oder?
Der Landvolk Presse Dienst des Landvolk Niedersachsen Landesbauernverband e.V. veröffentlichte unlängst eine Pressemitteilung, die letztendlich vor dem Verzehr von Rohmilch warnt. So heißt es in der Pressemitteilung (die auch durch andere Webseiten verbreitet wurde):
Rohmilch vor dem Verzehr immer abkochen
Rohmilch ist eine Form der Milch, die so nur direkt ab Hof angeboten wird. Einige Höfe haben entsprechende „Milchtankstellen“ installiert, wo interessierte Verbraucher sich selber Milch zapfen können. Die Bauern sind verpflichtet, den Hinweis mit dem Abkochen an den Ausgabestellen gut sichtbar anzubringen.
Nun meine Frage: Warum kaufe ich Rohmilch, wenn ich sie zu Hause abkochen muss und ich dann keine Rohmilch mehr habe?
Wenn ich Milch trinken will, die leichte Kondensmilcharomen hat, dann kaufe ich H-Milch oder ESL-Milch, bei Rohmilch möchte ich doch den ursprünglichen Geschmack und nicht den nach dem „vor dem Verzehr unbedingt gut abkochen“ sicher vorhanden Einheitsgeschmack.
Lecker aus dem Fahrradkeller
Da glaubt man, eine gute Idee zu haben, und im Nachhinein ist sie doch etwas überlegenswert. Oder es mangelte nur ein wenig an der Ausführung in der besonderen Situation. Na, hinterher ist man immer schlauer. Deswegen bitte nicht wundern, dass die Aufnahme diesmal etwas halliger klingt als sonst. Aber wenn man mit ungewohnter Technik arbeitet …
Eine der zu Grunde liegenden Ideen war, dass wir bei unserem kleinen Restauranttest unsere Eindrücke möglichst frisch in eine Audiodatei pressen, um es möglichst authentisch rüber zu bekommen. Angedacht war, dazu zu den Restaurantbesuchen ein Mikro mitzunehmen und gleich auf der Heimfahrt (aber nicht gleich in der Gaststätte!) ein lauschiges Plätzchen zu finden und die Bewertung aufzunehmen. Frisch vom Tisch also.
Aber vielleicht ist es doch besser, das Ereignis doch etwas sacken zu lassen, eine Nacht drüber zu schlafen (oder mehr) und dann etwas geläuterter darüber zu philosophieren, wie gut Vorspeise, Hauptgericht, Dessert, Kaffee und Service waren. In der Radiosendung und auch in unten anhängender Audiodatei (ist ja die gleiche Aufnahme, nur ohne Musik) befindet sich so ein frischer Eindruck. Zwischen abschließendem Bezahlen und Aufnehmen lag keine halbe Stunde.
Aber schon aus Sicht des Zeitpunktes der Niederschrift dieser Worte hat sich meine Meinung schon in einigen Punkten etwas relativiert. Was nicht heißen soll, dass meine unten zu hörenden Meinung falsch geworden ist, nur möchte ich – nicht mehr im Suppenkoma – einen Punkt etwas herausstellen, der zwar kurz erwähnt wird, dem ich aber als Kritikpunkt größere Bedeutung beimessen möchte. Die Portionsgröße. Ich weiß, es ist mein Lieblingsthema.
Punkt 1 (und das ist durchaus positiv vermerkt, weil es nicht selbstverständlich ist): Laut Speisekarte gibt es alle Speisen auch in einer „Seniorenportion“*. Leider habe ich keine gesehen, aber selbst, wenn man von 2/3 der normalen Portionsgröße ausgeht, vermute ich selbst hier eine Übergröße.
Punkt 2: DIE PORTIONEN SIND (mal wieder) EIN ANSCHLAG AUF DIE GESUNDHEIT. Ein Bauarbeiter, der den ganzen Tag mit einer Schubkarre Zement in den 4. Stock karrt (ohne jede motorisierte Hilfe) verbraucht dabei nicht mehr Energie, als eine normale Portion liefert. Gerade auch bei Bratkartoffeln, was naturgemäß nicht die kalorienärmste Zubereitungsform der leckeren Knollen ist, sollte man auf eine bewusste Dosierung achten. Ich habe ca. die Hälfte von dem gegessen, was ich auf dem Teller hatte und die Portion, die wieder zurück in die Küche gegangen ist, wäre in einem halbwegs kalorienbewussten Restaurant auf 2 Tellern gelandet.
Aber genau das ist der Punkt, und deswegen soll diese Kritik auch nicht überbewertet werden, sondern als kleine Ergänzung zum Audiofile einfließen: Man muss ja einen Teller nicht leer essen. Sicher: Es ist schade um die wieder zurückgehenden und damit entsorgten Lebensmittel, aber irgendwie müssen wir die Wirte doch mal dazu bringen, endlich vernünftige Portionen auf die Teller zu bekommen. Die sollen lieber eine Dessertkarte (nicht nur eine Eiskarte) in ihr Portfolio mit aufnehmen, falls wider Erwarten doch mal jemand nicht satt geworden ist. Oder vielleicht kann man sich mal ein Nachschlag-System einfallen lassen? Oder dreht das „Senioren-Portion“-System doch einfach um. Bietet grundsätzlich kleinere, vernünftige Portionen an und gegen einen kleinen Aufpreis einen zusätzlichen Schlag mit auf den Teller.
So, nun zum Audio. Viel Spaß. 18
Weitere Infos zum Radhaus Jürgenstorf gibt es hier.
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*) Nebenbei bemerkt: An dieser Stelle schreibe ich mal einen Preis aus für einen sinnvollen neuen Begriff für „Seniorenportion“, weil dieser den Sinn nicht trifft. Stellt sich die provokante Frage, ob diese Portion minderdentalfreundlich püriert ist, oder geschmacksbeeinträchtigt überwürzt? Oder eben einfach nur kleiner, was gemeinhin damit verbunden wird. Aber auch als Nicht-Senior möchte man manchmal nicht so viel essen und eine kleinere Portion bestellen …
