Drei-Etappen-Essen

Nicht jede Soße, die aus Hackfleisch und Tomaten besteht, ist auch gleich eine Bolognese. Deswegen lasse ich die Bezeichnung auch mal weg, wobei: Sehr viel mehr (außer Gewürze) war wirklich nicht drin. Aber das ganze Essen ist eher ein Gericht á la Rumfort, weil eigentlich alles irgendwie rum lag und fort musste. Geplant war, wie meistens, etwas anderes.
Ein paar Tomaten, solange sie noch Geschmack enthalten, habe ich eigentlich immer im Hause, ergänzt waren diese durch ein paar kleine Paprikaschoten. Die Verzehrung schon sich aber immer weiter nach hinten, so dass ein Blick auf die gelagerten Früchte irgendwann ergab: Also, entweder alles gleich verarbeiten oder morgen wegschmeißen. Ich habe mich für das Verarbeiten entschieden. Das mache ich ja nicht das erste mal, hier ist ein Rezept, dieses Mal habe ich zwei Schalotten genutzt und mir das Pürieren gespart.
In Vorbereitung auf den nächsten Dreh von EiTV wollte ich etwas mit Hackfleisch ausprobieren, und so erwarb ich eines Montags 250 g Thüringer Mett und ebensoviel Beefmett, natürlich vom Fleischer meines Vertrauens und nicht aus der Kühl- oder Tiefkühltheke. Es ist einfach besser. Zu Hause angekommen ließ allerdings die Lust der Verarbeitung nach, so dass ich das Projekt auf den nächsten Tag verschob. Nur fiel mir dann irgendwann später – ich lag wohl schon im Bett – ein, dass ich am Folgetag abends keine Zeit hatte, da mich eine Dienstreise erst sehr spät nach Hause kommen ließ … Was tun? Einfrieren wollte ich das Hackfleisch nicht. Also sah mich der frühe Morgen in der Küche stehen und eine große Pfanne erhitzen. Dort hinein kam erst etwas Öl und dann das zerbröselte Hack. Es gab übrigens kein Spritzen, ein Wasser ziehen, kein Kochen, sondern nur ein schönes Bratgeräusch mit ebenso schönen Bratspuren. Es lebe das gute Hackfleisch!
Die oben erwähnte Soße darüber zu schütten, alles nochmal gut durchkochen zu lassen, abzuschmecken und dann abzukühlen ist nicht wirklich kompliziert, so landete das Sößchen schnell im Tiefkühler. Schöne Gnocchi dazu, das war der Plan. Die kleinen Kartoffelklößchen sind schon lecker, wenn man sie selber macht (oder einen guten Hersteller erwischt). Ich habe mich für die zweite Variante entschieden. Und heute gabs dann Gnocchi in Tomaten-Hackfleisch-Soße. Mmmmhhh.
Gnocchi in Tomanten-Hackfleisch-Soße
Zum Essen macht es sich übrigen gut, Gnocchi und Soße miteinander zu vermengen … Die Trennung erfolgte nur fürs Foto. 😉 Guten Appetit.

Variation de Pomme platté

Heute sollte es, da für die Kaffeezeit größere Kalorienmengen angezeigt wurden, nur ein kleines Mittag geben. Drei Kartoffeln, etwas Salz und Pfeffer ergeben auch einen Rösti … Den hatten wir aber schon ein paar mal.
Feines Rösti
Und wer jetzt meint, dass ist aber kein Rösti, der hat durchaus recht. Irgendwie. Statt der sonst üblichen Scheibe, mit der ich die Kartoffeln zerkleinere, habe ich die feine genommen.
Feine Scheibe
Das ergab dann recht feine Pampe, die ich mit Salz und Pfeffer würzte und dann mit etwas Butter in der Pfanne buk.
Feines Esses
Hier gelang mir auch das erste Mal das freihändige Wenden direkt aus der Pfanne ohne Hilfsmittel. Der Topfdeckel, den ich sonst immer nutzte, ist noch benutzt im Geschirrspüler, stand also nicht zur Verfügung.
Es ist etwas anderes als ein Rösti, was hier zubereitet wurde. Manchmal ist der Reibegrad doch von entscheidener Bedeutung. Das schloss aber nicht aus, dass es trotzdem schmeckte. für ein richtiges Hauptgericht fehlen die Beilagen, aber darüber kann ich mir später noch mal irgendwann Gedanken machen. Ein paar Kräuterquarkkleckse auf dem Fladen wären schon mal eine schöne Anfangsidee … Guten Appetit.
P.S.: Achja – nehmt nicht so viel Salz wie ich, das lief schon fast unter blinder Verliebtheit. 😉
P.S. II: Preisrätsel (1. Preis: etwas mehr Erkenntnis). Betrachtet man das mittlere Bild ganzheitlich, wird man eine leichte Farbtonverschiebung zu den sonst üblichen Bildern feststellen. Die gekonnte Mischung aus zwei 40-W-Glühbirnen hinter weißem Plastik und einer alten, schon leicht vergilbten Energiesparlampe (die sonst übliche Beleuchtung zzgl. etwas Tageslicht), die sonst immer einen warmen gelblichen Ton ergibt, scheint hier leicht ins rotpastellige abgewandert zu sein. Warum? Und warum steht die Reibescheibe so schief auf dem Bild? Zwei Fragen, eine Antwort.

Ernte, scharf

Da hatte ich doch irgendwann im Sommer einen Topf geschenkt bekommen. Darin befand sich eine Pflanze, die früher oder später Chilischoten tragen sollte. Bei meinem grünen Daumen sicherlich ein Kinderspiel. <ironie off> Immerhin kamen mit dem Topf eine Reihe Pflegetipps.
Über den Sommer kam die Pflanze auf den Balkon. Neben Rosmarin, Petersilie und Schnittlauch fühlte sie sich sichtlich wohl, auch wenn ich mal das geforderte regelmäßige Gießen etwas vernachlässigte. Blüten zeigten sich, auch erste Fruchtansätze. Dann wurde es kalt … Die Pflanze kam aufs Küchenfensterbrett, die Gesellschaft: ein Topf Basilikum. Die Früchte verharrten in ihrem Zustand: klein und grün. Nur die Blätter fielen ab, eins nach dem anderem. Aber ein Grundstock an Blättern blieb.
Eine Rückfrage ergab: Wenn die Schoten nicht binnen weniger Wochen rot werden, bleiben sie grün. Würzt aber auch. Ich warte ab. Und die Geduld wird belohnt, entdecke ich doch plötzlich an einer Chili einen leichten Rotton. Da der Basilikum neben der Chilipflanze sowieso ein Suffkopp ist, bekommst auch das scharfe Gewächs regelmäßig Wasser. Und dann folgen die anderen Früchte der einen, die schon rot wurde.
Es ist Zeit, die Pflanze zu erklimmen und die Früchte zu ernten.
Erklimmt die Chilipflanze
Etwas zerstruppt sieht sie ja aus, so fast ohne Blätter. Aber die Chilischoten sind rot.
Rote Chili-Schoten
Jetzt wird geerntet.
Die Ernte.
Aber wie groß sind die Früchte? Das ist auf Fotos immer so schlecht zu erkennen, wenn der Größenvergleich mit etwas bekanntem fehlt. Also legen wir mal ein Streichholz daneben. Das kennt jeder.
Größenvergleich mit Streichholz
Kleiner Scherz. Der Streichholz ist ein extra großes. 😉 Jetzt der Vergleich mit einem echten Holz.
Stolz.
Da bin ich ja ganz stolz auf mich. Immerhin habe ich gehört, dass von den ursprünglichen Chilipflanzen – meine war nicht die einzige der Zucht – nur wenige überhaupt Früchte trugen. Hurra!

Wenn einen die Polenta verfolgt

Wenn auf einer Verpackung das Zauberwörtchen „Neu“ steht, überlege ich selbst bei Produktkategorien, die ich sonst eher meide, ob sie es denn jetzt in einer Qualität herstellen, dass man es essen, trinken oder anderweitig genießen kann. Dann kaufe ich das Produkt und, um das  Ergebnis vorwegzunehmen, bin dann doch wieder enttäuscht. Die Wurstwassermafia hat wieder zugeschlagen, diesmal sogar bei einer Wurstart, der ich bislang etwas mehr Substanz unterstellte: die Schinkenkrakauer.
Dosenwurst
Die pflanzliche Variante zum Wurstwasser ist übrigens die Flüssigkeit aus der Ananasdose, aber das nur nebenbei. Die Krakauer kam im zarten Saitling daher, der naturgemäß nur wenig Schutz vor dem geschmacksnovelliereden Wasser darum bietet. Da half selbst die sofortige Befreiung der Wurst nach dem Dosenkauf noch deren gründliche Abspülung nichts. Sie schmeckte letztendlich wie alle ihre Brüder und Schwestern aus Dose und Glas, wenn auch die Zunge leichte Unterschiede in der Konsistenz zu erkennen glaubte. Schade um den Senf, in den man das Würstchenimitat taucht.Schwaches Würstchen
Krakauer ist doch was anderes
Nun muss man aber mit dieser Wurst irgendwas anstellen, wobei mir beim Blick durch die Küche ein paar Paprikaschoten einfielen, die passend erschienen. Also wurde die Pfanne auf den Herd gestellt und die Würstchen, die nach der Geschmacksprobe übrig geblieben sind, klein geschnitten.
Würstchenschnibbel in Pfanne
Nachdem die Würstchenschnibbel leicht angebräunt sind, kommt der kleingeschnittene Paprika dazu.
Würstchen in der Pfanne, Paprika auf dem Brett
Je bunter, desto bunter.
Bunte Paprikapfanne mit Würstchenimitat
Paprika und Würstchen in der Pfanne sind aber auch noch kein Essen … Natürlich wurde gewürzt: Salz (vorsichtig wegen der Würstchen), Pfeffer, Paprika, Zucker, und was einem noch so einfällt. Dann fiel mir der Maisgries ins Auge. Davon schüttete ich etwas über die Paprika.
Maisgries auf Paprika
Dann schüttete ich mit Wasser auf, es hätte sicher auch eine Brühe sein können. Aber der Paprika war schön aromatisch.
Wasser dazu
Jetzt nochmal alles gut aufkochen lassen, wie es auf der Packung für Polenta (Maisgries) steht.
Aufkochen
In Ermangelung eines Deckels für die Pfanne habe ich, nachdem ich die Hitze unter der Pfanne ausgedreht, die Pfanne aber auf der Platte belassen und etwas kaltgerührt hatte, legte ich dann einen hinreichend großen Teller auf die Pfanne und ließ den Maisgries quellen.
Also, entweder hätte ich weniger Wasser oder mehr Polentagries nehmen sollen. Das Ergebnis erwies sich doch etwas flüssig. Der Farbe wegen habe ich übrigens noch etwas Sahne in die Masse gegeben, für den Geschmack etwas Butter.
Versuch des Anrichtens
Die Flüssigkeit der Paprika-Polenta-Pfanne verhöhnte jeden Versuch der Anrichtung, was dem Geschmack allerdings keinen Abbruch tat. Etwas mehr Polenta wäre eine Idee gewesen.
Pfanne fertigEin paar Kräuter gäben sicher nicht nur einen grünen Farbtupfer, sondern auch einen ernährungsphysiologischen Beitrag. Guten Appetit.
 

Gewitter über Land und Meer

Grau sah es aus an diesem Novembertag, als die Reise auf Deutschlands sonnenscheinreichste Insel ging. Das Wetter verhöhnte diesen Slogan nach Kräften, es hätte nicht verwundert, wenn auch noch Schneegriesel gefallen wäre oder von irgendwoher ein Donner grollte. Kollege Volksmund ist da ja immer mit Tipps parat, auch wenn diese sich mittlerweile überholt haben bzw. auch als falsch nachgewiesen sind. Das gilt im Gewitterfall auch für den Spruch: „Eichen sollst Du weichen, Buchen sollst Du suchen.“ Zumindest auf den ersten Teil des Satzes sollte man manchmal doch öfter hören.
Neben vielerlei Badespaß bietet Usedom dem, der zu gehen, hören, schmecken, sehen, fühlen und spüren fähig ist, allerlei Zerstreuung, Anregung und Betätigung. So verschlug es zwei hungrige Autofahrer in den Süden der Insel. Da das Kulturprogramm wegen Geschlossenheit ausfiel, wurde der niedergehende Nieselregen schnell durcheilt, um dem Ziel der Atzung näher zu kommen. Der Einzug in ein Hotelrestaurant geschah zügig und nicht unbeobachtet, so dass der Service seine Tätigkeit aufnehmen konnte.
Bei diesem Aspekt des gastronomischen Erlebnisses können wir gern ein wenig verweilen, da hier (und nur hier) der positive Teil dieser Geschichte stattfindet. Wohldosierte Aufmerksamkeit dem Gast gegenüber war verbunden mit einem angenehmen, vielleicht etwas ange- aber auf keinen Fall verstaubten Ambiente. Der Gast hatte die Wahl, Getränke gleich oder erst nach dem Studium der Karte zu bestellen, leere Gläser und Flaschen wurden bemerkt, das Besteck entsprechend der Bestellung gerichtet. Und, um das Ende mal vorweg zu nehmen, auch das Ding mit dem Espresso und Cappuccino klappte beinahe makellos, auf jeden Fall besser als in JEDEM(!) anderen bisher besuchten Lokal. Auf die Bestellung je eines doppelten Espressos und eines Cappuccinos kamen die Getränke auf kleinen Tabletts und der Espresso war automatisch ergänzt durch ein kleines Glas Wasser und ein Zuckerdöschen. Das hätte ich mir auch für meinen Cappuccino gewünscht. Aber man hilft sich als Gast gern gegenseitig aus. Das kleine Manko: Zumindest der Espresso unter dem Milchschaumhäubchen hätte durchaus etwas aromatischer und kräftiger sein können. Aber auch das ist Geschmackssache.
Der Besuch fiel zufällig in die 9. Usedomer Wildwochen und so war die Hauskarte durch eine kleine Wildspeisekarte ergänzt. Drei Wildgerichte und eine Suppe standen zur Auswahl, und auch die normale Speisekarte führte das eine oder andere Wildgericht auf. Die Usedomer Waldpilzcremesuppe, eine (unvermeidliche) Soljanka, einen Burger Helbut und Wildschweinmedaillons mit einem Kartoffel-Birnen-Gratin, Gemüse-Julienne und Soße standen neben ein paar Getränken am Ende auf der Rechnung und vorher auf dem Tisch. Die Soljanka war mit Ausnahme der eben gemachten Aufzählung nicht weiter erwähnenswert. Die Waldpilzcremesuppe allerdings war das schleimigste und die Pilze darin das fehlaromatischste, was ich bisher erlebt habe. Man konnte den falschen Eindruck haben, dass über die Pilze vor dem Trocknen noch eine Schnecke rübergelaufen ist, die aber später mit verarbeitet wurde. Warum keine frischen Pilze verwundet wurden – habe ich nicht gehört, wir hätten gerade eine hervorragende Pilzsaison? – wird ein ewiges Geheimnis der Küche bleiben.
Während man sich an den Suppen noch beinahe die Zunge hätte verbrühen können, bestand diese Gefahr bei den Hauptgerichten nicht mehr. Vielleicht waren sie schon vor den Suppen fertig? Man weiß es nicht. Der Wildburger Helbut bestand aus einem großen blonden Sesambrötchen, dass mit gesprengtem Eisbergsalat, Tomatenfragmenten, angebratenem und dann kochend gegartem Wildfleisch und einer cremig-süßen Soße (ich dachte erst, es wäre eine Cocktail-Soße, aber es muss irgendwann mal eine Preiselbeere vorbeigelaufen sein) belegt war. Das Wildfleisch war kein Burger (also Hackfleisch) im klassischen Sinn, sondern war nur in dünne Scheiben geschnitten und „verrückt“ auf den Salat geschichtet. Das Wort „verrückt“ entstammt übrigens der Speisekarte.
Zum Helbut gab es ein Kännchen Bratensoße, einer aromatischen, aber dünnen, eher an Brühe erinnernden Flüssigkeit, die so schmeckte, als ob das im Burger befindliche Fleisch darin gegart wurde. Es könnte auch sein, dass das Fleisch so schmeckte, als ob es in dem Fond gegart wurde, aber das wäre ja fast das selbe. Während man beim Italiener gern mal Brot zum Essen dazu bekommt, um letzte Tropfen leckerer Soße damit vom Teller zu bekommen, war der Inhalt des Kännchens dazu da, über das Burgerbrötchen geschüttet zu werden. Wenn jetzt aber diese nur sehr zart angetoastete sesambestreute und aufgeblasene Mehlwatte mit Flüssigkeit in Berührung kommt, weiß jeder, was damit passiert. Statt des Handwerkerspruches „Nach fest kommt ab.“ gilt hier „Nach feucht kommt Matsch.“ Ursprünglich wollte ich auch nur das Fleisch mit der Soße überschütten, aber die Bauart des Burgers ließ es nicht zu, war doch die cremige Burgersoße nicht unterhalb des Fleisches – wie es sich gehört – sondern obendrauf.
Zart und weich, so war das Burgerbrötchen und auch das Fleisch im Burger. Die Wildschweinmedaillons auf dem anderen Teller waren es nicht. Eigentlich ist sowas ja das feinste vom Tier. Das Filet wird in dicke Scheiben geschnitten, die werden sanft plattiert und dann kurz gebraten. Würzung nicht vergessen. Was aber hier als Medaillons auf den Teller kam, war an Zäh- und Festigkeit kaum zu übertreffen. Das Haus hat übrigens gutes Besteck, was in dem Zusammenhang positiv erwähnt werden sollte. Damit hier nicht nur negatives steht. Vielleicht kommentiert auch der Esser mal, ob er am nächsten Tag Kaumuskelkater hatte. Eine schöne Trainingseinheit für markante Gesichtszüge war der Verzehr der Filetscheiben auf jeden Fall.
Auch der Rest der Tellerauflage bekleckerte sich nicht mit Ruhm. Bei Wein und anderen Getränken gibt es bekanntermaßen eine empfohlene Trinktemperatur. Bei Wildfleischgerichten sollte es sowas auch geben, bei den Gerichten war sie auf jeden Fall nicht erreicht (und gerade Wild lebt von ein wenig Temperatur). Aber auch das Kartoffel-Birnen-Gratin half da nicht dem Wohlempfinden auf die Sprünge.
Im großen und ganzen kann man in diesem Fall nur froh sein, dass die Usedomer Wildwochen am Tag des Erscheinens dieses Artikels ihren letzten Tag haben. Es bleibt zu überprüfen, ob die Gerichte der normalen Speisekarte besser beim Gast ankommen als die von der Spezialkarte. Ansonsten gilt für den Gasthof „to’n Eikbom“ in Dargen auf Usedom: „Eichen sollst Du weichen …“ (Volksmund).

Frittata Potpourri

Aus Anlass eines Anlasses war ich zu einer kleinen Feierlichkeit eingeladen. Jeder bringt was fürs Büfett mit. Ich habe mich mal in Prittata-Variationen versucht. Noch nie gemacht und kosten kann man’s vorher auch nicht, ohne, dass es angeknabbert aussieht. Man zweiter Vorname ist Risiko …
Sechs Frittaten
Auf dem Geburtstag wurden sie kalt serviert, warm hätten sie vermutlich auch geschmeckt, aber dann hätte man sie sicher etwas dezenter würzen können. In der Reihenfolge des Auftretens von links nach rechts:

  1. Frittata mit Schafskäse, Kaminwurz, Curry und Lauch
  2. Frittata mit Shrimps, Sellerie, Speck und Röstchiliflocken
  3. Frittata mit Putenbrustbraten und Zucchini
  4. Frittata Crazy Dog
  5. Frittata mit Hackfleisch und Lauch
  6. Frittata mit gelbem/orangem Paprika und scharfer Paprikasalami

Rechts oben (roter Teller, Nr. 5) war der erste Versuch.
Hackfleisch und Lauch
Vielleicht sollte das Grundprinzip der Frittata kurz erläutert werden. Normalerweise ist es eine gute Art und Weise, reste vom Vortag oder wann auch immer zu verwerten. Diese werden geeignet kombiniert, klein geschnitten und dann in der Pfanne angebraten. Gewürzt wird nach Geschmack, hier habe ich neben Salz und Pfeffer noch etwas Rosen-Paprika verwendet. Dann werden je nach Pfannengröße Eier verquirlt und ebenfalls nach Gusto gewürzt. Für diese kleine ca. 20 cm große Pfanne nahm ich zwei Eier und ein Schuss Milch. Diese Masse wird dann über den Pfanneninhalt geschüttet und bei niedriger Hitze (oder auch im Ofen) stocken gelassen. Wer es hin bekommt, wendet die Frittata auch noch. Mein erster Versuch sah nicht ganz so gut aus:
Frittata, erster Versuch
Für die zweite habe ich Putenbrust und Zuccchini in der Pfanne angebraten, gewürzt und mit der Ei-Milch-Masse übergossen. Anschließend bei kleiner Hitze ggf. unter einem Deckeln stocken gelassen und dann auch noch gewendet.
Putenbrust und Zucchini
Das Ergebnis konnte sich schon sehen lassen, obwohl die Hitze anfangs doch etwas heftig war. Man muss es ja nicht sichtbar machen, wozu hat die Frittata eine Unterseite.
Frittata mit Zucchini und Putenbrust
😉
Die dritte Variante sieht im fertigen Zustand so ein bisschen nach Kürbis aus, ist aber mit orangem Paprika und scharfer Salami. Auch erst anbraten, würzen, Ei rauf und garen. Fertig.
Zutaten einbraten
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Eine Edelversion für den Mann war auch angedacht. Dazu habe ich Sellerie in kleine Würfel geschnitten und angebraten.
Sellerie, Speck und Röstchiliflocken
Etwas Bacon sollte eine räucherische Note abgeben, unterstützt vom gerösteten Chiliflocken oder Röstchiliflocken oder so ähnlich (steht nur ausländisch auf dem Gläschen). Als alles schön angegangen war, kamen die Shrimps dazu.
Alles schön angehen lassen.
Shrimps dazu
Die brauchen keine große Garung, höchstens ein paar Röstspuren. Dann kam schon die Eimasse …
Frittata für den Mann
… und fertig. Selbst umgekehrt auf dem Teller sah das Ding gut aus.
Auf dem Teller.
So, jetzt wird es experimentell. Dazu werden erstmal Zwiebeln, genauer Schalotten, angeschwitzt. Sie können ruhig braun werden, aber natürlich nicht verbrennen.
Zwiebeln anschwitzen
Dazu kommen dann klein geschnittene Würstchen, auch die dürfen leicht anbräunen.
Würstchenscheiben dazu
Ei, Milch, Salz und Pfeffer sind verquirlt, weil es jetzt mal kurz schnell gehen muss. Die Scheiben saurer Gurken sollen nicht wirklich mitbraten. Also die Scheiben in die Pfanne und danach gleich die Eimasse.
Gurkenscheiben dazu
Eimasse dazu
Wenn die unten angestockt, aber oben noch flüssig ist, werden darin Senf, Ketchup und Dänische(!!!) Remoulade(!) verteilt.
Senf, Ketchup und Dänische Remoulade dazu
Dann abwarten, bis die Eimasse stockt. Hier empfiehlt sich wirklich der Deckel auf der Pfanne oder ein Ofen mit Oberhitze. Umdrehen ist ganz, ganz schwer.
Frittata Crazy Dog
Und fertig ist die Frittata Crazy Dog.
Bei der letzten Zubereitung habe ich vergessen, das Anfangsbild zu schießen. Aber klein geschnittene Kaminwurzen, Lauchringe, Currypulver und Schafskäsebrösel, die langsam vor sich hin schmelzen, kann sich jeder vorstellen. Das Endprodukt sah dann so aus:
Frittata mit Schafskäse, Kaminwurzen und Lauch
Wahrscheinlich durch den Käse wurde der besonders fluffig.
Ihr seht also, Frittata ist sehr vielseitig und man kann das Omelette mit allerlei Sachen füllen: Gemüseschnipsel, Fleischreste, Pasta, Kartoffeln, Käse, Kräuter, div. Gewürze, Fisch (gekocht, gebraten, geräuchert) usw. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Es ist ein echtes Rumfort-Gericht. Da kann alles mit hinein, was rumliegt und fort muss. Nur zueinander passen sollten die Zutaten. Aber das ist ja Geschmackssache.

Wiederholungen sind keine Kopien

Darf man bei einem Restaurantbesuch erwarten, dass ob der quasi unveränderten Speisekarte nach dem letzten Besuch auch das gesamte Erlebnis unverändert geblieben ist? Ja.
Darf sich die Abwesenheit des „Chefs“ auf die Qualität des gastronomischen Erlebnisses auswirken? Nein.
Lehrausbildung Ende Oktober – Sowas beginnt doch meist im August? – Darf das Auswirkungen haben? Eigentlich nicht, und wenn, dann nur kleine. Man ist als Gast ja guten Willens, jeder war irgendwann mal Azubi oder Lehrling.
Gerade auch, wenn man für ein Stück Fleisch auf dem Teller über 20 Euro ausgibt, begleitet von einem Hauch Garnitur, etwas BBQ-Soße und etwas Knoblauchbaguette, dann sollte man alle obigen Frage so beantworten dürfen. Allein, es war nicht so. Aber das Knoblauchbaquette war gut. Und der Frischkäsedipp vom gegenüberliegenden Teller. Und beides zusammen. Aber dann folgt schon die Mängelliste.
Die große Cola von gegenüber kam auch wie bestellt, bei meiner großen Pfirsichschorle fehlten die Größe und wesentliche Teile der Schorligkeit. Nunja, die junge Kraft, vermutlich noch am Beginn ihrer großen Gastronomiekarriere, kam nach der Aufnahme der Bestellung nochmal zurück, um vergessene Details (Garpunkt der Steaks) nachzufragen. Schade, dass sie nicht alles nochmal eruiert hat.
Es ist immer schwierig, wenn bei mehreren Personen an einem Tisch unterschiedliche Gänge bestellt werden. Aber ich unterstelle, dass es da in der Ausbildung durchaus eine Regel gibt, die sich auf die Situation „zwei Mann am Tisch, einer mit Vorspeise, einer ohne, sonst nur Hauptgericht, kein Dessert“ anwenden lässt. Das Ziel, dass beide gleichzeitig was zu essen bekommen, lässt sich da unterschiedlich einfach herbeiführen. Im aktuellen Fall wurde die bestellte Vorspeise einfach nicht geliefert (allerdings auch am Ende nicht berechnet). Irgendwie scheint dieser Teil der Bestellung keinen Weg vom Ohr zu Stift und Zettel gefunden zu haben.
Ansonsten: Das Rib-Eye-Steak war nicht wie bestellt medium, sondern medium rare, die Konsistenz ist mit teilweise zart, teilweise eigenartig recht gut beschrieben. Am Rumsteak muss der Koch sehr gehangen haben, es war voller sehnen/Sehnen. Das Röstgemüse wird wohl Tiefkühlware gewesen sein, von keinerlei Saisonalität gestreift.
Überarbeitung oder Stress kann auch kein Grund für die abgerutschte Leistung gewesen ein, waren insgesamt doch nur zwei Tische besetzt. Unter welchen Bedingungen ich nochmal ins Cayenne gehe, weiß ich nicht. Von allein fällt mir das sicher nicht nochmal ein.

Burger nach HM mit Variation vom HN

Eins muss ich sagen: Es ist sicher irgendwo was besonderes, zumal ungewohntes und so auch delikates. Aber es gibt auch anderes, gewohntes, das mindestens genauso lecker ist, wenn es auch ganz anders schmeckt. Bei dieser Bemerkung geht es um den Inhalt eines Glases, von dem mal jemand schrieb, dass es das nur in England oder sehr teuer auf eBay gibt. Ich fand 3,50 € in einem Internetshop, der sich auf britische Produkte spezialisiert hatte, nicht als so hoch, so dass ich es mal probieren wollte.
Worum gehts eigentlich? Vor einiger Zeit wurde ich auf einen Artikel aufmerksam gemacht, in dem der Autor seine Vorstellungen eines perfekten Burgers beschrieb. Nachweislich habe ich zwar auch schon ein paar Burger zubereitet, aber es waren, wenn man es genau nimmt, immer nur Abarten. Aber warum nicht doch mal einen machen, wenn man schon so einen begeisterten Artikel gelesen hat? Brötchen und Rinderhack waren schnell gekauft, der Rest war im Haus.
300g Rinderhack
300 g Rinderhack sollen zwei Burger ergeben. Zum Schluss wird es zwar nur einer und eine Boulette, aber man kann ja was planen. 😉 Das Hack wird gut durchgeknetet. Und durchgeknetet.
Durchgeknetet
Dann wird er laut oben verlinktem Artikel gewürzt. Also nicht. 😉 Ich forme erstmal zwei Bouletten daraus.
Zwei Bouletten
Die werden dann flach gedrückt, möglichst gleichmäßig und in die Form des verwendeten Brötchens gebracht, zumindest so ungefähr.
Die Pattys
Sie hätten ruhig noch etwas flacher ausfallen können, aber das weiß man dann hinterher besser.
Zwischendurch habe ich meine Grillplatte aufgeheißt und ein wenig eingeölt. Darauf kommen jetzt die Pattys.
Anbraten der Pattys
Ist genug Platz auf der Grillplatte, lässt sich auch gleich das Brötchen an der Schnittfläche anrösten.
Brötchen mit anrösten
In aller Ruhe werden die Pattys gegrillt, hier, wie auch bei gutem Steak, wird nur einmal gewendet.
Pattys gewendet
Das wird ein schöner saftiger Burger. Wetten, dass …?
Saftiger Burger
Wenn das Brötchen im Randbereich nicht so richtig anrösten will, kann man es jetzt auch in die Mitte und dafür die Pattys zum Garen an den Rand ziehen.
Brötchen rösten
Dann wird der Burger gebaut. Erst die Unterhälfte des Brötchens.
Burger bauen - Teil 1
Im Hintergrund steht auch schon die oben erwähnte „Soße“. Die kommt dann aufs Brötchen.
Pickles aufs Brötchen
Darauf kommt dann eine Handvoll Feldsalat.
Salat mit rauf
Darauf kommt dann der Burger.
Burger drauf
Empfohlen wird dann ein Klecks Ketchup. Da ich keinen im Haus hatte, nahm ich BBQ-Soße.
BBQ-Soße
Und zur Krönung ganz oben dann die andere Brötchenhälfte.
Burger fertig
Ich habe mal versucht, den Burger zu halbieren.
Halbierter Burger
Im Original war der Patty nicht ganz so rosa, wie er sich hier darstellt. Aber alles in allem war es eine sehr saftige, würzige und leckere Angelegenheit. Vor allem schmeckte man auch das Fleisch mal richtig als Fleisch. Guten Appetit.
 
P.S.:  Was habe ich jetzt mit dem anderen Patty gemacht? Noch ein ganzer Burger wäre zu viel gewesen, also habe ich ihn so gegessen. Nachdem ich einmal abgebissen und mich ein wenig mit dem Fleischsaft bekleckert habe, überlegte ich eine Verfeinerung. So halbierte ich ihn in halber Höhe.
Patty halbiert
Da der Patty doch etwas dick war, war das kein Problem. Bzgl. des Rosa-Tones gilt nach wie vor die Bemerkung von weiter oben: Im Original war das Fleisch nicht so rosa.
Durch einen Zufall, dem ich in absehbarer Zeit noch einen Artikel hier widmen werde, hatte ich ein interessantes Salz im Haus, aromatisiert mit Balsamico-Essig. Und das als Burger-Soße stand als Idee ja auch im oben verlinkten Artikel.
Salz mit Balsamico
Davon streute ich was auf die Schnittfläche.
Gesalzene Schnittfläche
Und klappte den Patty wieder zu.
Innen gesalzener Patty
Eins muss ich sagen: Auch lecker.