Nun hatte ich zwar gerade eine Art Gulasch, aber da ich sowas lange nicht hatte, gibt es gleich noch eine Variante extra. Der Ansatz ist eigentlich immer der gleiche: Zwiebeln werden in etwas Fett angeschmort, dann wird eine Paprikapulvermischung und etwas Tomatenmark dazu gegeben und alles mit angeröstet. Damit hätte man einen „Gulasch-Ansatz“. Die Frage, die sich stellt ist nur die, wie lange man die Zwiebeln schon anschmort, bevor Paprika und Mark dazu kommen. Das hängt von der erwarteten Garzeit der weiteren Zutaten ab. Macht man beispielsweise ein Tunfischgulasch, müssten die Zwiebeln quasi erstmal völlig zerfallen (aber nicht zu stark bräunen). Beim Wadenfleisch von neulich könnte man die rohen Zwiebeln anröteln, das Fleisch braucht so lange, da zerfällt die Zwiebel so oder so.
Sollte man den Plan haben, mehrere Sachen zu einem Gulasch zu verarbeiten, gilt es, vom Ende aus zu denken. Die Zutaten mit den längsten Garzeiten kommen als erstes, dann nach und nach die anderen, mit zeitlichen Abständen, dass zum Schluss alles den gleichen Gargrad hat. Deswegen empfiehlt sich dem Gulaschneuling, sortenreines Gulasch zu machen.

Die Zwiebeln sind angeschmort, Paprikapulvermischung (edelsüß und rosenscharf nach persönlichen Vorlieben) und Tomatenmark sind mit im Topf.

Alles wird gut durchgerührt, dass alles gut anröstet, aber nicht verbrennt. Man könnte auch die Zwiebelstücke nach dem Anbraten an den Rand schieben (oder aus dem Topf nehmen) und dann Tomatenmark und Paprikapulver direkt auf dem Topfboden anrösten, da besteht aber eher die Gefahr, dass es anbrennt.

Damit ich diesmal nicht das Salz vergesse, habe ich es mit in den Ansatz getan. Pfeffer übrigens auch. Und zwei Knoblauchzehen zerdrückt.

Diesmal habe ich mich für Hähnchenherzen entschieden. Die habe ich abgewaschen und tropfnass in den Topf getan. Das ist übrigens diesmal das einzige Wasser, was ich pur dazu gegeben habe.

Da ich als zweite Zutat diesmal Champignons geplant hatte, habe ich hier die Köpfe und Stiele getrennt und letztere klein gehackt. Auch das kam mit in den Topf.

Die Köpfe habe ich geviertelt. Auch die wurden untergerührt und dann alles nach einmaligem Aufkochen bedeckelt.

Es ist erstaunlich, wo plötzlich das ganze Wasser resp. die ganze Soße her kommt. Kenner wissen natürlich, dass Pilze sehr wasserhaltig sind (auch wenn sie sich nicht so anfühlen). Deswegen sieht man sie kaum noch (der Topf stand zwischen den beiden Bildern eine gute halbe Stunde auf dem Herd bei schwacher Hitze). Wer etwas mehr von den Pilzen am Ende spüren will, gibt sie einfach später dazu. Da man sie ja auch roh essen könnte, kann man sich den Zeitpunkt für die Champignons wirklich frei aussuchen.

Dann habe ich einige Muschelnudeln angebraten. Quatsch. 😉 Die Nudeln habe ich ganz normal gekocht und das Wasser abgeschüttet. Ich vermute aber mal, dass ich Euch diese beiden Schritte nicht unbedingt zeigen muss. Zur Not findet ihr in älteren Beiträgen sicher vergleichbares.

Auf die heißen Nudeln und den ebenfalls noch erhitzten Topf kam ein Teil des Herz-Kopf-Gulaschs.

Ordentlich durchrühren (aber nicht so dolle, die Pasta sollte schon in Form bleiben.

Alles kann man dann noch ansprechend anrichten. Heißt: Auf den Teller schütten und mit Petersilie garnieren.

Mahlzeit. Den Rest des Gulasch gab es dann später mit einer Scheibe Vollkornbrot zum Abendessen.
Schlagwort: Paprika
Deutsches Massaker – zerstreut vs. begrenzt
Der Titel ist auf mehreren Ebenen falsch, aber vermutlich habe ich zu viele Boulevard-Medien konsumiert und dabei gelernt, dass a) in der Überschrift übertrieben werden muss und b) die Überschrift nichts mit dem Artikel zu tun haben braucht.
Aber ich möchte meine Synapsenverklebung gern erklären, und dabei bade ich natürlich wieder im Klischee. Und in Lautverschiebungen. Und zwei Ecken, um die rumgedacht werden muss, sind auch dabei. Mindestens.
Das „Deutsche Massaker“ kommt vom ähnlich klingenden „deutschen Moussaka“, wobei Moussaka sich nur an der folgend verarbeiteten Aubergine festmacht. Eigentlich geht es eher in Richtung Minestrone, vermutlich aber auch nur im Sinne von Gemüsesuppe. Und das „deutsch“? Ganz einfach: Kartoffel und Wurst. 😉

Für eine gute Suppe braucht man einen guten Topf, wobei ich, wenn ich mich richtig erinnere, auch schon mal zeigte, dass man Suppe auch in der Pfanne zubereiten kann.

In den Topf kommt gutes Olivenöl, was geht, da nicht mit sehr hohen Temperaturen gearbeitet wird. Und dann geht das Schnibbeln los:

Eine rote Paprika, mundgerecht zerkleinert.

Eine gelbe Paprika, ebenso.

Die kleinen Tomaten habe ich nur halbiert.

Ja, ihr seht richtig. Von den schlanken Auberginen waren noch zwei da, die ebenfalls mundgerecht geschnitten wurden.

Das rote Zeug am Topfrand ist Tomatensaft, damit habe ich das Gemüse so weit aufgeschüttet, dass er gerade so sichtbar wurde.

Salz, Pfeffer, eine Prise Zucker, Knoblauch, Kräuter der Provence wurden noch mit eingerührt.

Alles wurde einmal aufgekocht und sollte dann ein wenig vor sich hin köcheln. Da mir das ganze aber noch zu flüssig schien, habe ich noch fix eine kleine Kartoffel mehrfach über die Parmesanreibe geschoben. Das sollte binden.

Und hat es auch. Nach einer Viertelstunde war die Suppe eigentlich fertig. Ursprünglich wollte ich auch noch Zwiebeln, Gurke und Champignons mit hineingeben, aber die Menge war schon für mehrere Mahlzeiten ausreichend. Und irgendwie hatte ich die Sachen am Anfang vergessen.
Da die Ernährungsrichtlinie Eiweiß vorschreibt, habe ich zwei „Grobwürste“ gescheibelt und noch eine Weile mitziehen lassen. Nicht die optimale Lösung (zu viele minderwertige Fette), aber ich hatte die „Grobwurst“ neulich als für mich neu im Kühlregal entdeckt. Sie hat das äußere Format und Aussehen einer Bockwurst, ist innen aber sichtbar gröber und aromatischer. Sie sollte wohl unbedingt erhitzt werden, klassisch lt. Packung sind aber Grill oder Pfanne. Zu intensive Hitze sollte man ihr aber nicht angedeihen lassen. Und vielleicht wäre der Tipp noch gut, die Pelle vor dem Erhitzen anzustechen. Mein – nicht dokumentierter – Versuch, eine Grobwurst zu braten, ergab einen erschreckenden, weil unerwarteten Knall aus der Pfanne.

Darf man eigentlich Parmesan über das Essen reiben, wenn keine Pasta drunter ist?

Da Frage lässt sich nicht beantworten, man kann es und es ist gut so. Das Kräuterdrüberstreuen wird auf Dauer auch langweilig. 😉
Kommt Zeit, kommt Gulasch
Die Idee, mal wieder ein Gulasch zu kochen, trage ich schon eine Weile mit mir rum, und als ich neulich das richtige Fleisch dafür entdeckte, kaufte ich es gleich mal, Zwiebeln hatte ich noch im Hause. Das reicht – neben ein paar Gewürzen – eigentlich schon für ein puristisches Gulasch. Zwar – so das gängige Klischee – gehört Gulasch zu den Gerichten, die man nicht in kleinen Portionen kochen kann, ähnlich wie Fonds oder Soljanka u.ä. Aber ich glaube, wie jedes gutes Klischee, gibt es auch ein Gegenbeispiel. Um das Ende vorweg zu nehmen: Es wurden doch zwei Portionen draus. Aber abend auch nicht mehr.
Ein gutes Gulasch (da streiten natürlich alle Köche) besteht aus Fleisch und Zwiebeln im Verhältnis 1:1 – nicht unbedingt vom Gewicht, aber vom Volumen. Nun habe ich aber weder die Zwiebeln noch das Fleisch wirklich nachgewogen. Aber ich dachte mir, die vier Zwiebeln sollten reichen. Sehr groß waren sie ja nicht.

Sehr junge Leser/innen sollten das folgende Bild mal überspringen. Die Zwiebeln sind jetzt nämlich nackich … 😉

In einem geeigneten Topf habe ich etwas Sonnenblumenöl gegeben und sanft, aber nachhaltig erwärmt.

Die grob zerteilten Zwiebeln kamen dazu und wurden angeschmurgelt.

Zum Gulaschansatz gehört dann noch eine Mischung aus edelsüßem und rosenscharfem Paprika. Das muss jeder für sich entscheiden, welcher von beiden die Mehrheit und mit welchem Abstand haben soll.

Auch etwas Tomatenmark wird mit angeröstet. Aber nicht anbrennen lassen, das wird dann bitter.

Zwiebeln, Paprika und Tomatenmark gut mischen und schmurgeln lassen.

Oben habe ich ja nur von „dem Fleisch“ gesprochen. Die Frage ist natürlich, welches Fleisch in ein richtiges Gulasch gehört. Drei Köche haben da sicher vier Meinungen. Ich finde grundsätzlich Fleischmischungen mit Sorten, die unterschiedliche Garzeiten haben, schon mal schwierig im Ansatz. Rind und Schwein gleichzeitig im Gulasch. Vor allem, wenn man – wie es sich eigentlich gehört – alles in einem Topf zubereiten möchte.
Wer hier als Leser/in schon länger dabei ist, der wird meine Vorliebe für Gulasch aus Rindfleisch bereits kennen. Aber auch hier nehme ich nicht das Fleisch, was unter dem Label „Gulasch“ gern verkauft wird und das irgendwo aus der Keule des Rindes geschnitten wurde. Wadenfleisch ist das Fleisch der Wahl bei einem richtigen Gulasch. Dazu erwirbt der kundige Käufer Rinderbeinscheibe – schön dick. Bei mehreren Esser/inne/n auch zwei oder drei.

Die Scheibe/n werden in mundgerechte Stücke zerteilt. Sind pingelige Esser/innen mit am Tisch, schneidet man die äußere Haut auch noch ab.

In diesem Bild ↑ verbirgt sich die zweite große Diskussion bei der Gulaschzubereitung. Und ein Löffel. Bleiben wir aber beim Fleisch: Anbraten oder nicht. Geschmackssache. Im aktuellen habe ich mal darauf verzichtet. Das könnte aber auch an der nachfolgenden Zubereitungsart liegen.

Natürlich habe ich auch den abgeschabten Knochen mit ins Gulasch gegeben. Irgendwann hole ich ihn natürlich wieder raus, aber bis dahin kann er sicher dem Gulasch noch was mitgeben. Alles gut durchgerührt.

Bisher war alles eine recht trockene Angelegenheit. Bevor letztendlich doch noch was anbrennt, habe ich ein wenig Wasser dazugegeben. Gerade so viel, dass nix mehr anbrennen kann.

Die Kräuter, die auf dem nachfolgenden Bild zu erkennen sind, sind Thymian. Das habe ich mal aufgeschnappt.

Ein bisschen Schale von einer Bio-Zitrone kam auch noch mit dazu.

Und dann wurde alles noch einmal gut aufgekocht und bei geringer Hitze bedeckelt auf dem Herd gelassen.

So alle Viertelstunde habe ich alles einmal kräftig durchgerührt und geguckt, wie sich der Geschmack entwickelt. Und es schmeckte irgendwie komisch. Und entwickelte sich auch nicht unbedingt in eine Richtung, die ich erwartet habe. Es dauerte einen Moment, bis mir einfiel, dass ich Salz und Pfeffer völlig vergessen hatte. Aber alles war ja noch in der Anfangsphase, so konnte ich es noch nachgeben.
An dieser Stelle noch eine Bemerkung zum Fleisch. Beinscheibe bzw. das Fleisch davon hat den großen Vorteil, am Ende zart und saftig zu sein. Das saftige kommt von den Sehnen, die durch das Fleisch gehen, deren Schnittflächen sind auf dem Beinscheibenbild weiter oben zu sehen. Die Sehnen bedingen aber auch, dass das Fleisch (im Gegensatz zu den anderen Möglichkeiten) sehr lange vor sich hinköcheln muss. Eben so lange, bis die Sehnen geschmolzen sind. Aber sie sind in diesem Rezept nicht das einzige, was schmilzt.

Nach ca. 3 Stunden sah dann der Topfinhalt wie folgt aus. Und der wichtige Hinweis: die Zugabe von Salz und Pfeffer war das letzte, was ich bis dahin dazugegeben hatte. Die Zwiebeln waren fast komplett geschmolzen und fast nicht mehr sichtbar, dafür hatte die Soße eine sehr schöne sämige Konsistenz.

Nach dem Abschmecken kam dann die eine Hälfte in ein Vorratsgefäß (ich prophezeie, wenn das kalt ist, ist es streichfähig. Die andere Hälfte harrte der sofortigen Verwendung.

Dazu parkte ich den Topf beiseite und stellte eine Pfa
nne mit etwas Fett und ein paar Schupfnudeln (natürlich ein Fertigprodukt) auf die Platte.

Auch hier brauchte es ein wenig (aber nur so 5-10 Minuten), bis sie eine angenehme Bräune angenommen hatte.

Der Gulasch aus dem Topf kam oben drüber und alles wurde in der Pfanne gut vermischt.

Und schon war ein leckeres Schmorgericht auch schon fertig.

Zarte Fleischstücke in aromatischer, würziger Soße … Was will man mehr? Natürlich könnte man das Gulasch am Ende noch etwas „aufwerten“, beispielsweise mit klein geschnittenen Paprikaschoten oder Tomaten, Pilze wären auch eine Idee. Euch fällt sicher auch noch was ein. Von Ananas oder Banane würde ich aber abraten.
Fusionata italiana
Wer weiß, ob das Wortspiel in der Überschrift überhaupt das wiedergibt, was ich meine. Wobei ich natürlich die Pointe kenne und feststellen kann, dass alles sowieso schamlos übertrieben ist. Aber vielleicht habe ich gerade ein besonderes Getränk intus, dass sollte einiges erklären und/oder entschuldigen.
Beginnen wir ganz klischeeesk mit wunderbarem Olivenöl, dass in der Pfanne sanft erwärmt wird. Sehr viel mehr soll es auch gar nicht sein, da das gute Olivenöl zum klassischen Braten sowieso nicht so gut geeignet ist. Für solche Aufgaben gibt es hocherhitzbares raffiniertes Olivenöl (wie auch andere Bratfette). Aber für sanfte Methoden kann man schon mal das gute extra naive nehmen. 😉

Sanft erhitzt, bietet es die Basis für allerlei Gemüse, wobei die Vielfalt gar nicht so groß ist, wie das „allerlei“ unterstellt. Da hier aber auch gut variiert werden könnte, ist es der kulinarischen Phantasie der Lesenden überlassen, weitere Früchte hineinzuwürfeln.

Auch wenn es nicht ganz so aussieht, aber es sind doch drei Gemüse, die sich im erwärmten Olivenöl baden: Offensichtlich Zwiebeln, aber auch eine rote Paprika und zwei ebenfalls rote Spitzpaprika. Der Grund für diese Mischung der roten Früchte: Sie waren da und mussten weg.

Auch eine angemessene Würzung darf nicht vergessen werden. Neben den Standards Salz und Pfeffer tragen hier edelsüßer Paprika und Cayennepfeffer zu Aroma und Farbe bei.

Alles wird gut durchgeschwenkt oder -gerührt und schmurgelt sanft vor sich hin.

Nach etwa 10 Minuten kommen noch 4 gewürfelte Tomaten hinzu. Die hatten etwa die Größe von Cocktailtomaten, waren aber nicht kugelförmig. Eine Halbierung vom Blütenansatz zur Spitze hätte eine Art Wappenform in der Schnittfläche ergeben. Bei größeren Früchten kann man gern weniger nehmen. Bei ausgewachsenen Fleischtomaten hätte vermutlich eine gereicht.

Nach dem Unterrühren der Tomaten (die übrigens komplett hinein kamen, um ihrer Doppelfunktion Geschmack und Flüssigkeit nachzukommen) wurde wieder alles bedeckelt und nochmals 10 Minuten bei kleinster Hitze durchziehen gelassen.

Das ergab dann eine rote mediterrane Schmorgemüsemischung, die erstmal mittels Schüssel beiseite gestellt wurde.

Gut zu erkennen schmilzt jetzt in der Pfanne etwas Butter. Ich fand es passender für den weiteren Verlauf.

Diese Gnocchis habe ich selber gekauft. Früher oder später werde ich mich auch mal an einer Selbstverfertigung probieren, bis dahin weiche ich auf italienische Markenprodukte aus … Oder auch andere. Man muss ja mal probieren, welche wirklich gut sind.

Die Gnocchis werden in der Butter solange gelegentlich geschwenkt, bis sie eine goldbraune Farbe annehmen. Dann sind die außen etwas knusprig und innen zart.

Darüber kommt dann die Hälfte des Paprikagemüses.

Alles wird gut durchgeschwenkt und nochmal auf Temperatur gebracht.

Auf dem Teller wird noch das Essen noch mit etwas Schnittlauch aufgepimpt. Vermutlich wäre auch Parmesan eine Idee. Ich hätte sogar welchen im Kühlschrank gehabt. Aber ich habe noch eine Portion Gnocchi und die Hälfte des Gemüses … Das gibts dann morgen – und wenn ich dran denke mit Parmesan oder Pecorino.
Muss ich das Wortspiel in der Überschrift noch auflösen? Oder habt ihr die Vereinigung (Nord- und Süd-)Italiens bemerkt? Genau! Die lag in den Bratfetten, während Süditalien sich im Olivenöl (ganz dem Vorurteil entsprechend) widerspiegelte, fand sich das butternutzende Norditalien bei den Gnocchis. 😉
Sonntag (Tag 125)
„Erstens kommt alles anders und zweitens als man denkt“ sagt Kollege Volksmund so schön und es bezieht sich auf das geplante Mittagessen am Sonntag mit Vattern. Da die ursprünglich geplante Gaststätte gerade winterliche Pause macht, wurde schnell umentschieden und anderweitig reserviert. Das führte letztendlich zu einer kleinen Wiederholung eines Sonntagsessens aus der Vorweihnachtszeit.

Das Erstaunliche sind in dem Zusammenhang nicht die Ähnlichkeiten, sondern die Unterschiede auf den beiden Bildern (s. Link). Es ist zwar der gleiche Tisch, an dem wir gesessen haben, aber immerhin liegen ziemich genau zwei Monate dazwischen.
Der Abend brachte dann ein vermutliches Idealbild einer Mittagsspeise von mir. Buntes Gemüse, zartes, mageres Fleisch, wertvolle Öle und nur ein Hauch „Sättigungsbeilage“. Und: Es bringt den Kreislauf (und damit sicher auch die Verdauung) in Schwung. Grün, Orange, gelb, violett, rot, weiß, rosa, und später auch noch braun durch die Röstspuren.

Fangen wir grün an. In dem Topf mit kochendem Salzwasser tummeln sich ein paar Bohnen zum Blanchieren. Wird ja immer empfohlen. Aber al dente sollten sie bleiben. Nach dem Abschrecken habe ich sie erstmal beiseite gestellt.

In der Pfanne werden Sonnenblumen- und Olivenöl erhitzt; im Rahmen der Möglichkeiten möglichst heiß, denn das nachfolgende Fleisch soll schnell Bräune bekommen.

Das hört übrigens auf den Namen „Lammlachs“ und neigt bei Überhitzung zur Trockenheit. Also schnell nur außen anbraten.
Dies ist übrigens eine der wenigen Zubereitungen, wo ich schon vorher einiges zerschnibbelt habe, mit Rücksicht auf das Fleisch. Zum Beispiel eine Zwiebel.

Zur Würzverstärkung und zur Freude der Kollegen (ich werde das ja wieder auf Arbeit essen) kommt auch noch eine Knoblauchzehe dazu.

Die nachfolgenden Paprikaschoten sind die hauptsächliche Vorarbeit gewesen. Das sind diese kleinen Snackpaprika, die es in bunter Mischung in einigen Gemüseabteilungen gibt.

Auftritt Grünzeug, in dem Falle die Bohnen. Die habe ich vorher noch löffeltauglich gemacht, was in dem fall einer Drittelung entsprach.

Zur Verflüssigung aber auch aus geschmacklichen Gründen schnibbelte ich noch drei Cocktailtomaten mit in die Pfanne.

Alles gut durchrühren oder durchschwenken und dann den Deckel drauf zum weiteren garenden Ziehen (oder ziehendem Garen) unter geringer Hitze.

Irgendwann zwischendurch habe ich auch noch abgeschmeckt: Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer, Majoran, …

Da sich doch ein kleiner Flüssigkeitsspiegel gebildet hatte (Tomate sei dank), habe ich noch nach einer Bindungsidee im Vorratschrank gesucht und wurde mit einem Couscous fündig, das nicht lange gegart werden musste.

Nach ein paar weiteren Minuten bei schwacher Hitze unterm Deckel geköchelt war das Essen bereit zum Abfüllen.

Es sieht etwas weniger aus, als wenn ich Suppen in die Behälter getan hätte. Aber ich muss da unbedingt noch etwas dazu essen. Bei der Menge Cayenne-Pfeffers hatte ich mich ein wenig vertan … Mal sehen, wie das nach dem Aufwärmen wird. Ich werde einen Naturjoghurt als Feuerlöschmittel bereithalten. 😉
Sonntag (15.12.2019)
Normalerweise freue ich mich ja auf die Sonntagsausflüge mit Vattern in irgendein Restaurant der Region. Heute kam dann noch eine gewisse Gespanntheit dazu. Das letzte Mal, dass ich im für heute ausgewählten war, ist schon etwas her. Wer tief gräbt (oder diesem Link folgt), kann da schon mal was finden. Aber seither ist Zeit vergangen und alles entwickelt sich. Wie ich gestern schon andeutete: Ich freue mich auf was gutes, befürchte aber das Gegenteil.
Und als ich die riesigen Teller an den Tisch kommen sah, … Aber die Portionen waren in sehr angenehmer Größe. Es war viel Platz für Deko-Grünzeug. Was aber durchaus positiv zu verstehen ist.

Der Teller war nicht überladen, man konnte wunderbar drauf Arbeiten und die Aromen genießen. Ein kleines Highlight bildete das kleine Salatbouguet mit dem herrlich fruchtigen Himbeerdressing. Die Kartoffeln waren auf den Punkt gegart, das Sößchen war auch sehr lecker. Und der Zander (ja, ich hatte mal wieder Zander) war fast so gut wie er aussieht. Etwas mehr auf der Hautseite gebraten, dafür etwas weniger auf der anderen … Aber ich jammere schon wieder auf hohem Niveau.
Ebenfalls positiv zu vermerken ist die spürbare Gemüseauswahl. Nun war dieses Gericht eins, das genau so auf der Karte stand. Man hätte sich aber auch das eine oder andere selber zusammenbauen können. Dafür standen Karotten-Fenchel-Gemüse, Birnen-Steckrüben-Gemüse und Karotten-Sellerie-Gemüse zur Verfügung. Frische Champignons und Rotweinzwiebeln in Marsala könnte man auch noch mitzählen. Diese Beilagen gab es zu verschiedenen Steaks und anderem Fleisch, waren aber auch bei den Karten-Gerichten präsent, auch wenn sich das Karotten-Fenchel-Gemüse auch unter dem Fenchel-Möhren-Gemüse tarnte.
Den Zander begleitete übrigens das Birnen-Steckrüben-Gemüse, dass man als Wruken-Birnen-Gemüse hätte auch doppelt verkaufen können. Kleiner Scherz. Sicher ein bisschen viel Obst wegen der Richtlinien, aber ich hatte sowieso nicht vor, ein Dessert zu nehmen, also alles gut. Leider erwies sich das Gemüse als derartig schlecht zubereitet, dass ich eigentlich nur davor warnen kann. Birne und Wruke waren gerade etwas erwärmt, aber von irgendeiner Form der Garung war weit und breit nichts zu bemerken. Wer sowohl Birnen als auch Steckrüben kennt, weiß, dass sie gegart und angeröstet wunderbare Aromen entfalten können. Hier nicht. Das lag aber nicht nur daran, dass sie nicht gegart wurden. Sie schmeckten durchaus nach etwas: nach altem, ranzigen, überhitztem Butterfett. Hunger sowie der Zwang, Gemüse essen zu sollen, trieben es aber doch rein. Ein Vergnügen war das nicht.
Der Abend harmonierte mich dann wieder mit den Aromen der guten Küche. Diesmal war ich es aber selber, der hier etwas einfaches, aber doch geschmackvolles zubereitete. Und das auch noch mit frischer Butter in einer sauberen Pfanne. Es geht also, und sollte in Hotelküchen eigentlich auch gehen.

In der Butter und unter einem Pfannendeckel ließ ich sanft ein paar Blumenkohlrößchen garen und leicht anbräunen. Eine fein zerteilte rote Spitzpaprika kam hinzu sowie Salz und Pfeffer. Als der Blumenkohl al dente gegart war, hatte ich drei Eier verschlagen und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss gewürzt. Die Masse kam dann mit in die Pfanne und durfte stocken. Damit das auch oben geschah, habe ich wieder den Deckel geschlossen und alles in Ruhe (= mit wenig Hitze) garen lassen.

Ein paar Schnittlauchröllchen grünten alles nach oben hin ab. Und es zeigte sich zusätzlich, dass ich doch zu recht einen Pizzateller besaß. Normalerweise bin ich nicht so der große Pizzafreund. Wenn es alternativen gibt, nehme ich meist die. Und zur Zeit sowieso. Aber das Blumenkohl-Paprika-Omelett passte wunderbar da rauf und konnte mit Wonne verspeist werden. Etwas Obst gleich hinterher füllte das Karma-Konto noch weiter auf.
Orient und Oxident (04.12./05.12.2019)
Da habe ich doch in der Auslage des Bäckerimbisses noch etwas interessantes entdeckt. Es nennt sich neumodisch „Orient Bowl“ und sieht eigentlich recht ansprechend aus.

Zwei Falafel-Kugeln, etwas Hummus (Nein, der Salat war nicht so welk, dass er schon Humus bildete. Das ist die Creme auf dem Salatblatt.) und klein geschnittenes Gemüse bieten zusammen mir einem gut gewürzten Tomatendressing mal einen interessanten Aspekt in der Ernährung. Die gelben Julienne sind übrigens Möhren, Paprika, Qinoa, Rotkohl, Zucchini und allerlei anderer Kram, die nicht ganz so richtlinientreu ist, ergänzt den Becherinhalt. 😉
Das Dressing ist übrigens so gut gewürzt, dass es alles andere geschmacklich etwas erschlägt. Und man weiß nicht, ob das eher positiv oder eher negativ zu bewerten ist. 😉
Abends gab es dann die Teriyaki-Version eines Vorgängergerichtes:

Die Hähncheninnenfilets haben zwei Tage in Teriyaki-Soße gelegen. Da es Pak Choi immer nur als Gesellschaft gibt, wurde hier dann der zweite nach den gleichen Regeln wie vorgestern verarbeitet. Ergänzt wurde alles noch durch eine gute Spitzpaprika, mundgerecht zerzupft. Die Marinade kam auch noch in die Pfanne, um eine würzige Soße zu ergeben, ansonsten blieben weitere Gewürze fern. Ging auch so.
Drumrum gab es die übliche Frühmischung (Beerenfrüchte, Haferflocken, Miclhprodukt) und am Vorabend des Teriyakis Vollkornbrot mit gut abgelagertem Harzer Käse und fünf Möhren hinterher (Mehr Gemüse!!!).
Tage 36 bis 38 (25. bis 27.11.2019)
Die Tage standen unter den Überschriften „Fortbildung“ und „Dienstreise“, was eventuelle Planungen im Essensrhythmus durcheinanderwirbeln können. Hinzu kommt ein Termin bei der Ernährungsberatung. Das Bewertungsergebnis:
- auf gutem Weg
- Ziel noch nicht erreicht
- es gibt noch Baustellen
Das führte dann am Folgetag gleich zu einem Doppelmissgriff. 😉 Aber die Rahmenbedingungen (wie bspw. überlange Arbeitstage, Weckerklingeln >2 h früher als gewohnt, Lob für die gute Konsequenz der Ernährungsumstellung u.a.) ergaben am Dienstag ein Weißmehlbrötchen mit Salami aus der Tanke zum Frühstück und einen weißen Lion als Dessert nach dem Mittag. Das wiederum war voll nach Vorschrift, hatte aber die Form des sonstigen Frühstücks (Milchprodukt, Früchte, Haferflocken). Das hatte ich mit auf Reise genommen und dann mittags verzerrt Mo, Di). Da ich morgens wirklich schwer etwas runter bekomme und nun noch früher aufstehen muss, habe ich Montag versucht, wenigstens eine grünlich schimmernde Banane zu essen. Aber das geschah sozusagen unter innerem Zwang, was die Hinreise zur Montagsveranstaltung (2h) ein wenig zur Tortur machte. Kurz vor dem Ziel war ich fast soweit, den Fahrer zu bitten, kurz anzuhalten, damit ich mich nach oben erleichtern könne. Ging dann aber doch so. Daraus lernte ich, was zum einen zum Nichtfrühstück zu Hause vor der Abfahrt am Dienstag führte, aber eben auch zum Erwerb des Salamibrötchens, dass ich kurz vor Zielankunft ohne weitere Probleme verzerrte.
Mit dem Schwung der Motivation durch die Ernährungsberatung am Montagabend und dem Gedanken im Hinterkopf, dass ich beim Wochenendeinkauf zu viel Gemüse eingekauft hatte, absolvierte ich noch einen kleinen Kochgig am Abend.

Nach dem Kochen wanderte alles in Vorratsbehälter für die kommenden Tage, als Abendbrot selber gab es dann Lachsschinken auf Vollkornknäcke (Brot war aus). Sowas in der Art hatte ich in der letzten Zeit häufiger verspeist, aber die Beratung kritisierte die fehlende Farbe. Nun ist Lachsschinken durchaus farbig, aber das war natürlich nicht gemeint. „Farbe“ heißt in dem Zusammenhang „buntes Gemüse“. Da muss ich mir noch was einfallen lassen. Das Erkochte, aber eingelagerte ist ein wunderbares Beispiel dafür.

Hähnchenherzen hatte ich angebraten und dann nach und nach Schalotten, Knoblauch, rote Paprika, Petersilienwurzeln, Stangenbohnen, eine Kartoffel (alles halbwegs klein geschnibbelt) zugegeben. Abgelöscht habe ich mit einem halben Liter Tomaten-Gemüse-Saft und gewürzt mit Salz, Pfeffer, Majoran und Thymian. Auch Paprika (edelsüß und Rosenscharf) sind mit dabei. Die Kartoffel hatte eigentlich die Aufgabe, leicht zu zerköcheln und alles etwas zu binden, tat sie aber nicht (obwohl mehligkochend). Könnte an der Säure im Tomatensaft gelegen haben. Ein wenig Bindung kam aber trotzdem rein.
Auch am Dienstagabend schnibbelte ich Gemüse klein und stellte diesmal eine Pfanne auf den Herd. Dort briet ich aber erstmal Knacker (Mettenden) an, die ich vorher in Scheiben geschnitten hatte. Dann kam klein geschnittener Spitzpaprika (weiß) und roter Paprika dazu, nach dem Anschwitzen löschte ich alles mit Tomaten-Gemüse-Saft ab.

Noch etwas einköcheln lassen und dem Paprika ein wenig Zeit zur Angarung geben (das muss nicht viel und alles kann noch ein wenig knackig sein). Irgendwie eine Art Letscho mit Wursteinlage. Wobei die Wurst natürlich nicht der optimale Eiweißgeber ist. Aber auf die Schnelle bekam ich abends nicht besseres mehr frisch.

Bei Mittwoch nahm ich die guten Erfahrungen des Nichtfrühstücks mit und vertagte es auf das Ende der Hinreisezeit, leider wieder mit einem belegten Brötchen. Mittags gab es dann das aufgewärmte Letscho vom Dienstag, dass ich vor dem Verzehr in zwei Teile geteilt und einen davon abgefüllt hatte. Den Abend bestritt entgegen der ursprünglichen Planung doch wieder Vollkornknäcke, diesmal mit Eiersalat mit Fileträucherlingswürfel aufgepeppt. Eine Scharon brache noch etwas Farbe ins Spiel.
Tag 34 und 35 (23.11. und 24.11.2019)
An dieser Stelle bereue ich so ein wenig, dass ich „Tagesberichte“ mache und die dann auch noch durchnummeriere. Okay, manchmal fasse ich zwei Tage zusammen, aber sie sind eben trotzdem so transparent, dass man sieht, ob ein Tag fehlt. Den gestrigen Sonnabend würde ich nämlich gern unter den Tisch fallen lassen. Nicht, dass ich großartig gesündigt hätte. Weißmehlbrötchen mit grober Leberwurst, Kartoffelstampf mit Schnitzel „Wiener Art“ und zum Abendbrot eine Tüte Chips mit Rotwein aus dem Tetrapak. Nein, das habe ich alles nicht gemacht. Was diese Phantasie aber mit der Wirklichkeit zu tun hatte, war ihr Gehalt an Gemüse. Da hing ich ja schon am Freitag etwas in den Seilen, behalf mich aber mit einem krautsalatüberladenen Dürüm. Das Frühstück am Sonnabend ging auch noch (Vollkornbrot mit Eiersalat und etwas Obst danach), über den Rest schweigen wir. Und das, obwohl ich auch noch groß einkaufen war und zum Abend wenigstens hinreichend viel Auswahl beim Gemüse im Haus hatte. Eigentlich sogar zu viel. Das schlechte Gewissen hat sie wohl in den Einkaufskorb gelegt. Nun muss ich sehen, wie ich derer Herr werde.
Der Sonntagmittag erwies sich als sehr erfreuliches Ereignis. Ich konnte mir beim Genießen des abschließenden Cappuccinos ein wohliges Wohlfühlgrinsen nicht verkneifen. Ich war so zufrieden, dass ich über kleine Mängel sehr wohlwollend hinweg sah; das wäre ein Jammern wirklich auf sehr hohem Niveau gewesen.

Die leckere Gänsebrust lag auf einem üppigen Rosenkohlbett und begleitet wurde diese durch einen nussigen Kartoffelstampf (eben Kartoffelstampf mit ein paar Nüssen drin) und einer kleinen „Fruchtschnitte“ – sehr apfelig, die wunderbar zur Gänsebrust passte. Den beigestellten Backpflaumenju hätte ich beinahe völlig ignoriert, aber er verfeinerte den Kartoffelbrei aufs angenehmste.

Der Rosenkohl war fast noch die Krönung des ganzen Gerichtes. Frisch, wunderbar gewürzt, auf den Punkt gegart und so leuchtend grün … Da aßen Auge und Gaumen gleichzeitig mit allen Freuden.
Schwer, das Niveau über den Tag zu halten. Aber wer es nicht versucht … 😉 Ein Lammlachs harrte meiner, den ich in der Pfanne schnell und heiß und kräftig anbriet. Anschließend kam er in Ruheposition auf einen Teller. In den Bratensatz kam etwas Butter, eine kleingeschnittene Schalotte, eine Zehe Knoblauch und vorblanchierte Stangenbohnen, grob geschnippelt. Als das sich wunderbar verband, kam auch noch kleingeschnittener roter Paprika dazu. Alles gut durchschwenken und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Das Fleischstück kam zum Nachwärmen wieder oben rauf und dann war das Abendbrot eigentlich schon fertig.

So muss ein Abendbrot aussehen, dann klappt’s auch mit dem Abnehmen. Hoffentlich. 😉 Nicht dokumentiert, da ungünstig im Licht am Esstisch, ist der wunderbare Garpunkt des Fleisches. Rosa war es, wie aus dem Lehrbuch. Manchmal klappt’s eben doch. 😉
Tag 11 und 12 (31.10./01.11.2019)
Also mal wieder eine Zweitageszusammenfassung. Zumindest beim Selbsterkochten. Langsam vermisse ich die „Sättigungsbeilagen“ schon fast gar nicht mehr, wobei ich schon sehr gespannt auf die kommende Woche bin, wo ich wieder auf die Mittagsversorgungsmöglichkeiten eines Einkaufszentrums und einer büronahen kleinen Teeküche angewiesen sein werde. Das geregelte Arbeitsleben geht wieder los. Und kommt mir jetzt nicht mit dem Thema „Vorkochen“ … Das wird sicher auch immer mal wieder passieren, aber vermutlich nicht die Regel werden. Ich sehe mich da als Herausforderung an die Imbisswirtschaft. 😉
Zugegeben, so ganz bin ich noch nicht dort, wo ich hin will/muss. Die Richtlinie fürs Hauptgericht lautet 50+x % Gemüse, 25 % Eiweißträger, 25-x % „Sättigungsbeilage“. Das ganze begleitet mit hochwertigen(!) Fetten und etwas Obst als Dessert. Mal salopp pauschalisiert. Natürlich gibt es Gemüse, die auch als Eiweißträger gelten (Linsen u.ä.) und Sättigungsbeilagen, die bei der richtigen Zubereitung ebenfalls dem Eiweiß einen Anteil geben. Ich habe da gerade auch eine Idee für einen Kartoffelsalat, der zumindest sehr ernährungsregelnah daherkommt. Trotz Kartoffel.
Aber vom Abstrakten zum Konkreten.

In dieser Schüssel befindet sich Geschnetzeltes, dass ich bereits gewürzt habe. Grundlage war Putenfleisch und ein „Rundgang“ durch das Gewürzfach meines Küchenschranks. Pfeffer, Paprika, Currypulver, Cayennepfeffer, … Salz kam zum Schluss dazu, und etwas Kartoffelstärke (ja, ich weiß, Kohlenhydrate, aber es war wenig). Alles schön durchrühren, damit sich alles gut verteilt, und vor allem der Cayennepfeffer nicht nur an einem Fleischfetzen hängt.

Putenfleisch ist ja an sich so nichtssagend, dass es beinahe jede Würzung dankbar annimmt. Ich bin normalerweise nicht so der große Putenfleischfreund (aus diversen Gründen), aber es bietet natürlich Eiweiß bei geringem Fettgehalt. Letzteres kann man ja durch ein hochwertiges Bratöl etwas auffangen. Hier Sonnenblumenöl.

Durch die Stärkebeigabe bräunt das Fleisch recht zügig, so das man nach wenigen Minuten die Hitze etwas reduzieren und das Gemüse zugeben kann.

Dder kundige Gemüseesser wird die kleingeschnittenen Strünke und die gehackten Böden vom Pak Choi erkannt haben. Die sind etwas robuster und können eine Weile mitbraten.

Mit etwas Gemüsebrühe habe ich den Pfanneninhalt abgelöst, bei der Fleischwürzung hätte es vermutlich auch ein Schuss Wasser getan. Oder Weißwein.

Die grob geteilten Blätter des Pak Choi kommen dann mit in die Pfanne, dann geht alles recht schnell.

Für den guten Geschmack – natürlich nur dafür – kommt noch etwas Butter mit ran. Vielleicht bietet sie sich auch zur Bindung der Soße ein bisschen an, aber da sollte auch die Stärke vom Anfang einen Anteil haben.

Sehr würzig übrigens. Oder pikant. Ich hatte wohl mit dem Cayennepfeffer etwas übertrieben. Aber es war für mich noch auf der guten Seite der Schärfe. Auch das Curry machte sich geschmacklich bemerkbar. Durch die leichte Bindung in der Soße blieb diese angenehm am Fleisch haften und gab ihm einiges mit, was sehr sinnvoll war. Pute eben.
Der Rest des Tages waren dann eher einfache oder bisherige Standard-Gerichte.
Der zweite Tag begann mit einem Fisch-Brunch (von der Reihenfolge der Mahlzeiten war es ein Frühstück, vom zeitlichen Aspekt her ein Mittag). Ich fand ein schönes Stück Lachs im Kühlschrank, was nicht verwundert, da ich es vorher mal gekauft hatte. Meine bisherigen Erfahrungen lagen eigentlich nur auf dem Essen von Lachs und der Zubereitung von diesen kleineren Tiefkühl-Dinger. Aber diesmal war er „frisch“ …

Der mitgebrachte Tipp lautete: 4-5 Minuten Hautseite, 4-5 Minuten Oberseite. Die Hitze unter der Pfanne hatte ich relativ klein, was allerdings trotzdem ausreichte, um die Bratbutter zur Nussbutter werden zu lassen. Aber auch das blieb auf der guten Seite des Genusses.
Damit die Butter nicht noch mehr bräunt, habe ich noch schnell etwas mit in die Pfanne gegeben, dass den Vorgang stoppte.

Diesmal war das klein geschnittener Paprika. Man muss nur aufpassen, dass er nicht unter den Fisch fällt, dann kann man das durchaus gleichzeitig in der Pfanne garen. Und da der Fisch sowieso nur einmal umgedreht wird, geht das.

Sanfte Hitze von unten und hinreichend Zeit führt dann nach dem Wenden des Fisches zu einem solchen Ergebnis. Ich fands gelungen.

Auf dem Teller kam dann noch etwas Salz und Dill über den Fisch, den Paprika hatte ich in der Pfanne schon gesalzen und gepfeffert. Mir fällt auch gerade auf, dass ich einen Zwischenschritt nicht dokumentiert hatte. Vor dem Wenden des Fischs habe ich auch noch etwas Ölivenöl über das Filet und den Paprika gegeben. Mediterrane Note und so.
Und bevor sich gleich ein Inkonsequenz-Shitstorm in die Kommentare ergießt ;-): Ja, ich habe den Lachs auf die Hautseite gelegt. Ich bin ja sonst eher ein Vertreter der Kunsperhaut-nach-oben-Fraktion. Aber der kundige Fischesser weiß natürlich, dass man beim Lachs die Haut im allgemeinen wegen Ledrigkeit nicht mitisst. Also kann sie natürlich der besseren Essbarkeit gemäß nach unten. Im Gegensatz zu Zander u.ä., wo man es ja darauf anlegt, was lecker knuspriges hinzubekommen.
Später – ich war dann unterdessen mal einkaufen – gabs dann noch „Bratenaufschnitt“, nasebefreiend ergänzt durch passenden Meerrettich. Die Fleischtheke des Supermarktes bot etwas Schweinebraten aber auch wunderbares Roastbeef feil, wo ich dann doch zuschlug (also es kaufte). Nicht ganz so regelkonform war dann noch das Stück Leberwurst. Aber ein wenig es für die Seele musste dann auch sein. Die grobe Wurst hatte sogar noch eine fruchtige Einlage: Feigen- und Pflaumenstückchen, was sich geschmacklich aber als sehr dezent erwies. Da erinnere ich mich doch lieber an meine selbst aufgewertete Leberwurststulle seinerzeit. Etwas Obst zum Nachtisch rundete die Mahlzeit und den Tag ab.
