Das selbe mit Herz und Kopf

Nun hatte ich zwar gerade eine Art Gulasch, aber da ich sowas lange nicht hatte, gibt es gleich noch eine Variante extra. Der Ansatz ist eigentlich immer der gleiche: Zwiebeln werden in etwas Fett angeschmort, dann wird eine Paprikapulvermischung und etwas Tomatenmark dazu gegeben und alles mit angeröstet. Damit hätte man einen „Gulasch-Ansatz“. Die Frage, die sich stellt ist nur die, wie lange man die Zwiebeln schon anschmort, bevor Paprika und Mark dazu kommen. Das hängt von der erwarteten Garzeit der weiteren Zutaten ab. Macht man beispielsweise ein Tunfischgulasch, müssten die Zwiebeln quasi erstmal völlig zerfallen (aber nicht zu stark bräunen). Beim Wadenfleisch von neulich könnte man die rohen Zwiebeln anröteln, das Fleisch braucht so lange, da zerfällt die Zwiebel so oder so.
Sollte man den Plan haben, mehrere Sachen zu einem Gulasch zu verarbeiten, gilt es, vom Ende aus zu denken. Die Zutaten mit den längsten Garzeiten kommen als erstes, dann nach und nach die anderen, mit zeitlichen Abständen, dass zum Schluss alles den gleichen Gargrad hat. Deswegen empfiehlt sich dem Gulaschneuling, sortenreines Gulasch zu machen.

Die Zwiebeln sind angeschmort, Paprikapulvermischung (edelsüß und rosenscharf nach persönlichen Vorlieben) und Tomatenmark sind mit im Topf.

Alles wird gut durchgerührt, dass alles gut anröstet, aber nicht verbrennt. Man könnte auch die Zwiebelstücke nach dem Anbraten an den Rand schieben (oder aus dem Topf nehmen) und dann Tomatenmark und Paprikapulver direkt auf dem Topfboden anrösten, da besteht aber eher die Gefahr, dass es anbrennt.

Damit ich diesmal nicht das Salz vergesse, habe ich es mit in den Ansatz getan. Pfeffer übrigens auch. Und zwei Knoblauchzehen zerdrückt.

Diesmal habe ich mich für Hähnchenherzen entschieden. Die habe ich abgewaschen und tropfnass in den Topf getan. Das ist übrigens diesmal das einzige Wasser, was ich pur dazu gegeben habe.

Da ich als zweite Zutat diesmal Champignons geplant hatte, habe ich hier die Köpfe und Stiele getrennt und letztere klein gehackt. Auch das kam mit in den Topf.

Die Köpfe habe ich geviertelt. Auch die wurden untergerührt und dann alles nach einmaligem Aufkochen bedeckelt.

Es ist erstaunlich, wo plötzlich das ganze Wasser resp. die ganze Soße her kommt. Kenner wissen natürlich, dass Pilze sehr wasserhaltig sind (auch wenn sie sich nicht so anfühlen). Deswegen sieht man sie kaum noch (der Topf stand zwischen den beiden Bildern eine gute halbe Stunde auf dem Herd bei schwacher Hitze). Wer etwas mehr von den Pilzen am Ende spüren will, gibt sie einfach später dazu. Da man sie ja auch roh essen könnte, kann man sich den Zeitpunkt für die Champignons wirklich frei aussuchen.

Dann habe ich einige Muschelnudeln angebraten. Quatsch. 😉 Die Nudeln habe ich ganz normal gekocht und das Wasser abgeschüttet. Ich vermute aber mal, dass ich Euch diese beiden Schritte nicht unbedingt zeigen muss. Zur Not findet ihr in älteren Beiträgen sicher vergleichbares.

Auf die heißen Nudeln und den ebenfalls noch erhitzten Topf kam ein Teil des Herz-Kopf-Gulaschs.

Ordentlich durchrühren (aber nicht so dolle, die Pasta sollte schon in Form bleiben.

Alles kann man dann noch ansprechend anrichten. Heißt: Auf den Teller schütten und mit Petersilie garnieren.

Mahlzeit. Den Rest des Gulasch gab es dann später mit einer Scheibe Vollkornbrot zum Abendessen.

Fremdgesteuert gekauftes Fastfood

Es gibt da einen inhaltlich benachbarten Blog, bei dem es schon immer ab und zu, in letzter Zeit aber häufiger mal Mittag aus dem Imbiss gibt. Und da ich dort gern mitlese, schwebt mir schon ein paar Tagen die Idee durch den Kopf, es gleich zu tun. Der Zufall wollte es, dass ich heute ins Büro musste, und so kam ich an einem passenden Imbissdealer vorbei. Leider hatte ich meine Notfallmöhren vergessen, so wurde das Essen als „außer der Reihe“ definiert. 😉
Während der Blogkollege aus dem Süden für den Erwerb vergleichbarer Speise einen Bäckerimbiss frequentiert, ist es bei mir der schön öfter erwähnte Fleischerimbiss. Und so landeten zwei belegte Brötchen im Beutel.

Dies ist eine Leberkäs-Semmel, die mit einem Klecks süßen Senf veredelt wurde. Und bevor jemand neidisch wird: Der Teller drunter ist aus unserer dienstlichen Teeküche und ein „Frühstücksteller“, also kein großer Mittagsteller. Sonst wäre dieses eine Brötchen fast schon ein Brot gewesen. 😉 Im schwierigen, da maßstabslosen Vergleich zum süddeutschen Pendant habe ich allerdings den Eindruck, dass hier sowohl Brötchen als auch Leberkäsestück größer sind. Aber es kommt ja nicht auf die Größe an. 😉

Der süße Senf sieht zwar so aus, als ob er im wesentlichen ins Brötchen eingesickert ist. Da man aber zum unfallfreien Essen das ganze Gebilde sowieso etwas zusammenpressen muss, kommt der Senf auch wieder auf’s Fleischstück.
Das zweite Brötchen beinhaltete eine Scheibe Krustenbraten.

Sowohl der Leberkäse als auch der Braten wurden frisch aufgeschnitten, nachdem sie unter der Wärme- und Präsentationslampe warmgrhalten wurden. Schön war, dass die leckere, knusprige, aber nicht harte Kruste, die beim Schneiden leider abfiel, doch den Weg ins Brötchen fand.

Hier fehlte mir ein kleiner Klecks (mittel-)scharfer Senf, den ich vergaß zu ordern. Normalerweise macht man sich den selber aufs Essen, aber coronaseidank passiert das jetzt hinter dem Tresen mit der fachlichen Kompetenz der Fleischereifachverkäuferin, dass muss man aber wissen. Immerhin, beim Leberkässemmel hatte sie gefragt, aber das war auch das zweite Brötchen, dass sie zubereitete und einpackte …

Deutsches Massaker – zerstreut vs. begrenzt

Der Titel ist auf mehreren Ebenen falsch, aber vermutlich habe ich zu viele Boulevard-Medien konsumiert und dabei gelernt, dass a) in der Überschrift übertrieben werden muss und b) die Überschrift nichts mit dem Artikel zu tun haben braucht.
Aber ich möchte meine Synapsenverklebung gern erklären, und dabei bade ich natürlich wieder im Klischee. Und in Lautverschiebungen. Und zwei Ecken, um die rumgedacht werden muss, sind auch dabei. Mindestens.
Das „Deutsche Massaker“ kommt vom ähnlich klingenden „deutschen Moussaka“, wobei Moussaka sich nur an der folgend verarbeiteten Aubergine festmacht. Eigentlich geht es eher in Richtung Minestrone, vermutlich aber auch nur im Sinne von Gemüsesuppe. Und das „deutsch“? Ganz einfach: Kartoffel und Wurst. 😉

Für eine gute Suppe braucht man einen guten Topf, wobei ich, wenn ich mich richtig erinnere, auch schon mal zeigte, dass man Suppe auch in der Pfanne zubereiten kann.

In den Topf kommt gutes Olivenöl, was geht, da nicht mit sehr hohen Temperaturen gearbeitet wird. Und dann geht das Schnibbeln los:

Eine rote Paprika, mundgerecht zerkleinert.

Eine gelbe Paprika, ebenso.

Die kleinen Tomaten habe ich nur halbiert.

Ja, ihr seht richtig. Von den schlanken Auberginen waren noch zwei da, die ebenfalls mundgerecht geschnitten wurden.

Das rote Zeug am Topfrand ist Tomatensaft, damit habe ich das Gemüse so weit aufgeschüttet, dass er gerade so sichtbar wurde.

Salz, Pfeffer, eine Prise Zucker, Knoblauch, Kräuter der Provence wurden noch mit eingerührt.

Alles wurde einmal aufgekocht und sollte dann ein wenig vor sich hin köcheln. Da mir das ganze aber noch zu flüssig schien, habe ich noch fix eine kleine Kartoffel mehrfach über die Parmesanreibe geschoben. Das sollte binden.

Und hat es auch. Nach einer Viertelstunde war die Suppe eigentlich fertig. Ursprünglich wollte ich auch noch Zwiebeln, Gurke und Champignons mit hineingeben, aber die Menge war schon für mehrere Mahlzeiten ausreichend. Und irgendwie hatte ich die Sachen am Anfang vergessen.
Da die Ernährungsrichtlinie Eiweiß vorschreibt, habe ich zwei „Grobwürste“ gescheibelt und noch eine Weile mitziehen lassen. Nicht die optimale Lösung (zu viele minderwertige Fette), aber ich hatte die „Grobwurst“ neulich als für mich neu im Kühlregal entdeckt. Sie hat das äußere Format und Aussehen einer Bockwurst, ist innen aber sichtbar gröber und aromatischer. Sie sollte wohl unbedingt erhitzt werden, klassisch lt. Packung sind aber Grill oder Pfanne. Zu intensive Hitze sollte man ihr aber nicht angedeihen lassen. Und vielleicht wäre der Tipp noch gut, die Pelle vor dem Erhitzen anzustechen. Mein – nicht dokumentierter – Versuch, eine Grobwurst zu braten, ergab einen erschreckenden, weil unerwarteten Knall aus der Pfanne.

Darf man eigentlich Parmesan über das Essen reiben, wenn keine Pasta drunter ist?

Da Frage lässt sich nicht beantworten, man kann es und es ist gut so. Das Kräuterdrüberstreuen wird auf Dauer auch langweilig. 😉

Sonntagsessen im Frühling

Was sollte man bei der Zubereitung dieses Gerichtes anders machen? Auf jeden Fall mehlig kochende Kartoffeln nehmen. Da ich keine im Haus hatte, nahm ich festkochende. Das geht auch, aber so ganz kommt zum Schluss nicht das dabei heraus, was ich wollte. Wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob ich zum Anfang schon wusste, was am Ende rauskommt. 😉

Die Kartoffeln (roh) wurden gewürfelt und kommen schon mal in den noch kalten Topf.

In Auswertung meines letzten Spargelkochens habe ich diesmal geschälten Spargel gekauft. Man gönnt sich ja sonst nichts. Aber im Nachhinein betrachtet war es die Mehrausgabe wert. Keinen einzigen Spargelfaden hatte ich im Mund. Es kann aber auch daran gelegen haben, dass ich die unteren zwei Drittel der dicken Spargelstangen in kleine Stückchen schnitt und zu den Kartoffeln gab.

Dazu kam dann etwas Wasser. Bei festkochenden Kartoffeln etwas weniger, bei mehligkochenden kann es ein Hauch mehr sein. Wer später noch mit Milch und/oder Sahne arbeiten möchte, kann die auch gleich mit hinein geben und nimmt entsprechend weniger Wasser.

Salz, Pfeffer, Zucker (wenig), etwas Butter (wer findet sie auf dem ↓ Suchbild?).

Das alles wird zum Kochen gebracht. Auf die brodelnde Masse lege ich die Spargelspitzen, drehe die Hitze runter und … (ihr wisst schon)

… mache den Deckel drauf. Jetzt wird alles soweit geköchelt, bis Kartoffeln und Spargel den nötigen Gargrad erreicht haben. Wer den Spargel etwas knackiger mag, legt die Spitzen nicht gleich beim Aufkochen, sondern 5 Minuten später oben drauf.

Danach sieht es dann so aus. Bei der Verwendung von Milch und/oder Sahne wirkt natürlich alles etwas weißer.

Wie man links oben sieht, hatte ich zwischendurch noch die Idee, etwas Schale einer Biozitrone mitzukochen. Erfrischend.

Die Spargelspitzen habe ich rausgenommen und beiseite gestellt. Durch den Topfinhalt (ohne die Zitronenschale) bin ich dann mit dem Kartoffelstampfer. Etwas geriebene Muskatnuss rundete den Geschmack ab.

Von neulich hatte ich noch Salsiccia übrig, die wanderten als ganzes in die Pfanne.

Schön gebräunt (in der Zeit stampfte ich den Topfinhalt und rührte ihn nach dem Muskatwürzen kräftig durch) sind diese Bratwürste mal was anderes.

Zum Schluss wurde alles auf einem Teller zusammengeführt.

Etwas Senf gab den Würsten noch den Rest. Lecker.

Versuch macht kluch

Mein Gemüsedealer hatte da was in der Auslage, dass mich zugreifen ließ. Land und schmal und komisch violett.

Ihr habt’s natürlich längst erkannt, auch wenn die Form eher ungewohnt ist: es sind Auberginen.

Vermutlich sind noch ein oder zwei Adjektive vor dem Namen gewesen, vermutlich ein Land und irgendwas anderes. Aber zu viel Denken stört auch beim Genießen. Und bekannterweise nicht nur dort.

Ein Messer zerschnibbelte die schmalen Auberginen in Ringe. Und etwas Olivenöl in der Pfanne sollte dem Anbraten dienen.

In dem ↑ Bild ist die erste Portion Olivenöl schon spurlos verschwunden … Auberginen sind also auch, wenn sie schmal sind, sehr saugfähig.

Die kleinen, schlecht geförmten Fleischklößchen sind das Innere von zwei Salsiccia.

Beim Braten verloren die Auberginen ihre nette Farbe, nicht nur deswegen gab ich am Ende noch ein paar Frühlingszwiebelröllchen dazu.

Und zum Schluss natürlich Kräuter.
Irgendwo tief in mir drin drängt sich bei dem Gericht ein Verdacht auf: Auberginen sind doch auch nur der Versuch der Olivenbauern, möglichst viel Öl im gebratenen Essen zu binden.

Kommt Zeit, kommt Gulasch

Die Idee, mal wieder ein Gulasch zu kochen, trage ich schon eine Weile mit mir rum, und als ich neulich das richtige Fleisch dafür entdeckte, kaufte ich es gleich mal, Zwiebeln hatte ich noch im Hause. Das reicht – neben ein paar Gewürzen – eigentlich schon für ein puristisches Gulasch. Zwar – so das gängige Klischee – gehört Gulasch zu den Gerichten, die man nicht in kleinen Portionen kochen kann, ähnlich wie Fonds oder Soljanka u.ä. Aber ich glaube, wie jedes gutes Klischee, gibt es auch ein Gegenbeispiel. Um das Ende vorweg zu nehmen: Es wurden doch zwei Portionen draus. Aber abend auch nicht mehr.

Ein gutes Gulasch (da streiten natürlich alle Köche) besteht aus Fleisch und Zwiebeln im Verhältnis 1:1 – nicht unbedingt vom Gewicht, aber vom Volumen. Nun habe ich aber weder die Zwiebeln noch das Fleisch wirklich nachgewogen. Aber ich dachte mir, die vier Zwiebeln sollten reichen. Sehr groß waren sie ja nicht.

Sehr junge Leser/innen sollten das folgende Bild mal überspringen. Die Zwiebeln sind jetzt nämlich nackich … 😉

In einem geeigneten Topf habe ich etwas Sonnenblumenöl gegeben und sanft, aber nachhaltig erwärmt.

Die grob zerteilten Zwiebeln kamen dazu und wurden angeschmurgelt.

Zum Gulaschansatz gehört dann noch eine Mischung aus edelsüßem und rosenscharfem Paprika. Das muss jeder für sich entscheiden, welcher von beiden die Mehrheit und mit welchem Abstand haben soll.

Auch etwas Tomatenmark wird mit angeröstet. Aber nicht anbrennen lassen, das wird dann bitter.

Zwiebeln, Paprika und Tomatenmark gut mischen und schmurgeln lassen.

Oben habe ich ja nur von „dem Fleisch“ gesprochen. Die Frage ist natürlich, welches Fleisch in ein richtiges Gulasch gehört. Drei Köche haben da sicher vier Meinungen. Ich finde grundsätzlich Fleischmischungen mit Sorten, die unterschiedliche Garzeiten haben, schon mal schwierig im Ansatz. Rind und Schwein gleichzeitig im Gulasch. Vor allem, wenn man – wie es sich eigentlich gehört – alles in einem Topf zubereiten möchte.

Wer hier als Leser/in schon länger dabei ist, der wird meine Vorliebe für Gulasch aus Rindfleisch bereits kennen. Aber auch hier nehme ich nicht das Fleisch, was unter dem Label „Gulasch“ gern verkauft wird und das irgendwo aus der Keule des Rindes geschnitten wurde. Wadenfleisch ist das Fleisch der Wahl bei einem richtigen Gulasch. Dazu erwirbt der kundige Käufer Rinderbeinscheibe – schön dick. Bei mehreren Esser/inne/n auch zwei oder drei.

Die Scheibe/n werden in mundgerechte Stücke zerteilt. Sind pingelige Esser/innen mit am Tisch, schneidet man die äußere Haut auch noch ab.

In diesem Bild ↑ verbirgt sich die zweite große Diskussion bei der Gulaschzubereitung. Und ein Löffel. Bleiben wir aber beim Fleisch: Anbraten oder nicht. Geschmackssache. Im aktuellen habe ich mal darauf verzichtet. Das könnte aber auch an der nachfolgenden Zubereitungsart liegen.

Natürlich habe ich auch den abgeschabten Knochen mit ins Gulasch gegeben. Irgendwann hole ich ihn natürlich wieder raus, aber bis dahin kann er sicher dem Gulasch noch was mitgeben. Alles gut durchgerührt.

Bisher war alles eine recht trockene Angelegenheit. Bevor letztendlich doch noch was anbrennt, habe ich ein wenig Wasser dazugegeben. Gerade so viel, dass nix mehr anbrennen kann.

Die Kräuter, die auf dem nachfolgenden Bild zu erkennen sind, sind Thymian. Das habe ich mal aufgeschnappt.

Ein bisschen Schale von einer Bio-Zitrone kam auch noch mit dazu.

Und dann wurde alles noch einmal gut aufgekocht und bei geringer Hitze bedeckelt auf dem Herd gelassen.

So alle Viertelstunde habe ich alles einmal kräftig durchgerührt und geguckt, wie sich der Geschmack entwickelt. Und es schmeckte irgendwie komisch. Und entwickelte sich auch nicht unbedingt in eine Richtung, die ich erwartet habe. Es dauerte einen Moment, bis mir einfiel, dass ich Salz und Pfeffer völlig vergessen hatte. Aber alles war ja noch in der Anfangsphase, so konnte ich es noch nachgeben.

An dieser Stelle noch eine Bemerkung zum Fleisch. Beinscheibe bzw. das Fleisch davon hat den großen Vorteil, am Ende zart und saftig zu sein. Das saftige kommt von den Sehnen, die durch das Fleisch gehen, deren Schnittflächen sind auf dem Beinscheibenbild weiter oben zu sehen. Die Sehnen bedingen aber auch, dass das Fleisch (im Gegensatz zu den anderen Möglichkeiten) sehr lange vor sich hinköcheln muss. Eben so lange, bis die Sehnen geschmolzen sind. Aber sie sind in diesem Rezept nicht das einzige, was schmilzt.

Nach ca. 3 Stunden sah dann der Topfinhalt wie folgt aus. Und der wichtige Hinweis: die Zugabe von Salz und Pfeffer war das letzte, was ich bis dahin dazugegeben hatte. Die Zwiebeln waren fast komplett geschmolzen und fast nicht mehr sichtbar, dafür hatte die Soße eine sehr schöne sämige Konsistenz.

Nach dem Abschmecken kam dann die eine Hälfte in ein Vorratsgefäß (ich prophezeie, wenn das kalt ist, ist es streichfähig. Die andere Hälfte harrte der sofortigen Verwendung.

Dazu parkte ich den Topf beiseite und stellte eine Pfa
nne mit etwas Fett und ein paar Schupfnudeln (natürlich ein Fertigprodukt) auf die Platte.

Auch hier brauchte es ein wenig (aber nur so 5-10 Minuten), bis sie eine angenehme Bräune angenommen hatte.

Der Gulasch aus dem Topf kam oben drüber und alles wurde in der Pfanne gut vermischt.

Und schon war ein leckeres Schmorgericht auch schon fertig.

Zarte Fleischstücke in aromatischer, würziger Soße … Was will man mehr? Natürlich könnte man das Gulasch am Ende noch etwas „aufwerten“, beispielsweise mit klein geschnittenen Paprikaschoten oder Tomaten, Pilze wären auch eine Idee. Euch fällt sicher auch noch was ein. Von Ananas oder Banane würde ich aber abraten.

Fischampel

Die Überschriftenbildung ist schon etwas HomeOfficeKoller beeinflusst. Aber seht selbst.

Bisher kannten wir ja nur Fischtreppen, die gerne in Flüssen Wehre umgehen. Mit Kulinarik hat es nur insofern zu tun, als dass irgendwann mal leckere Fisch sich nach wie vor fortpflanzen können, weil sie trotz der Wehre zu ihren Laichgewässern kommen. Und andere Gründe gibt es sicher auch.

Die Fischampel ist von vornherein kulinarisch; sie fängt mit einem komischen Topf an:

Und natürlich ist der Topf nicht wirklich komisch. Ich wollte nur mal zeigen, dass man nicht für alles einen beheizbaren Mixbecher braucht, wenn man mal eine Kleinigkeit dämpfen will. Das geht auch mit diesem größenadaptiven Dämpfeinsatz, den es für nicht viel Geld im guten Haushaltswarenladen gibt, wenn er unter 800 m² groß ist und demzufolge wieder auf haben könnte.

Vermutlich kann man bei höherem Wasserstand auch Nudeln darin kochen, die man am Ende der Garung einfach am Griff herausziehen kann … Vom Nudelndämpfen würde ich abraten, denn selbst Dampfnudeln werden ja eher gebraten als wirklich gedämpft. Aber lassen wir das.

Zwei Möhren habe ich nach dem Schälen erst der Länge nach halbiert und konnte sie nun besser in kleine Halbmonde schneiden. Wer möchte, kann natürlich auch die ganze Möhre in Scheiben teilen und diese dann halbieren; das ist aber zeitlich aufwändiger. Eine Kartoffel – gewürfelt – kam auch noch dazu.

Eine Tasse Wasser hatte ich unten in den Topf gegeben, Salz und Pfeffer noch über die Siebeinlage.

Dann wurde das Wasser zügig zum Kochen gebracht und darauf geachtet, dass es danach bei geringster Hitze weiter köchelte. Nach etwa einer Viertelstunde, weder Möhren noch Kartoffeln waren wirklich gar, kamen dann die Tiefkühlerbsen dazu.

Wichtig ist übrigens, während des Dämpfens den Deckel geschlossen zu halten, sonst ist’s nicht viel her mit dem Dampf. Die Erbsen mussten ja nur auftauen und Temperatur annehmen, so zog alles im Dampf nochmal knapp 10 Minuten.

Ein oder zweimal habe ich dann doch geluschert und alles einer Garprobe unterzogen. Dabei habe ich es wohl auch etwas durchgerührt.

Als die Möhren al dente, die Kartoffel gar und die Erbse warm war, habe ich zur Abrundung noch ein bisschen Butter untergerührt. Man gönnt sich ja sonst nichts.

In der Zeit, wo das Gemüse dämpfte, erhitzte sich übrigens im Backofen ein Stück ummantelter Fisch. Der wurde erfreulich knusprig (nicht der Fisch, aber der Mantel). Das hätte ich so nicht hinbekommen … Etwas Petersilie begrünte das Ampelgemüse: rote Möhren, gelbe Kartoffeln und grüne Erbsen.

Ein schönes Löffelgericht, ließ sich doch auch der Fisch wunderbar mit dem Besteckteil zerlegen.

Bratkram

Dies ist auch wieder so eine Geschichte, die nur mal so anfing und dann zwischendurch doch besser aussah, als befürchtet. So fehlen die Anfangsbilder, aber wie gewürfelte Kartoffeln und geschnittener Lauch in der Pfanne beim Anbraten (erst nur die Kartoffeln, nach wenigen Minuten erst den Lauch) aussehen, wird sich wohl jeder denken können. Wenn alles ein paar schöne Bratspuren hat, kommt der vielgenutzte Deckel drauf und alles sieht dann so aus:

Da diese Porree-Kartoffel-Mischung kein Alleingericht, sondern eine Beilage werden sollten, hatte ich noch ein wenig damit vor.

Unter dem Deckel werden die Kartoffeln ja nicht knusprig, aber gar (Ausgangspunkt waren rohe, mehlig kochende Kartoffeln). Ich habe sie nicht nur mit Salz und Pfeffer, sondern auch noch mit etwas Kümmel gewürzt. Und dann ging ich mit einer Gabel durch die Pfanne, versucht, möglichst wenig Lauch beim Quetschen zu erwischen.

Jetzt noch ein Schuss Sahne dazu, das wäre eine Idee gewesen. Allein die Vorratshaltung wies keinen Bestand an Sahne aus.

Aber man kann auch mit dem „Frühstücks“-Skyr kochen. Den habe ich zum Zwecke der Cremigkeit mit eingerührt.

Dann war die Beilage auch schon fertig.

Auf dem Teller ergänzt wurde das Stampfkartoffel-Porree-Durcheinander durch sauer eingelegte Bratheringsfilets. Da gibt es käuflings aber auch solche und so’ne. Aber es gibt auch recht gute, auch wenn es nicht so aussieht. 😉

Was mit Pilzen, Speck und Birnen

Manchmal stellen sich ja – gerade auch in diesen Leerlauf-Zeiten – Fragen, die man manchmal sogar beantworten kann. Zum Beispiel: Warum habe ich eingeschweißte Einmal-Essstäbchen in meiner Besteckschublade. In welchem Zusammenhang die mal in mein Haus gekommen sind, weiß ich nicht mehr, vermute aber einen Sushi-Hintergrund und die die damit verbundene Erkenntnis, dass man Reis-Röllchen mit Stäbchen essen kann(!), aber mit einer Gabel oder den frisch gewaschenen Fingern ist es einfacher. Letzteres hat aber den momentanen Nachteil, dass alles ein wenig nach Zitrone und Rosmarin schmeckt. Meine Handwaschseife ist wirklich sehr aromatisch …

Die zweite Frage, die einem so durch den Kopf geht, ist die folgende: Warum gibt es geräucherten – hust … jaja, „geräuchert“, vermutlich mit Flüssigrauch besprüht – Bauchspeck in Plastefolie vakuumiert? Und, Doppelfrage: Warum kaufe ich das Zeug auch noch? Die letzte Frage ist eher einfach, wenn auch wenig schmeichelhaft zu beantworten: Ich hatte Pilze gekauft und wollte eine schöne Pilzpfanne mit Speck machen, war dann aber zu faul, zu meinem Lieblingsfleischer (oder überhaupt einem Fleischer) zu fahren. Da sich aber in der Plastepackung zwei Scheiben „geräucherter“ Bauchspeck in – Zitat von der Packung – „Spitzenqualität“ befanden, dachte ich mir, dass man mal experimentieren könnte. Und dafür war eins der Essstäbchen ganz praktisch.

So oder ähnlich hänge ich auch gern mal Mettenden, Landjäger, Knackwurst oder andere ähnliche Würstchen zum Reifen auf. Probieren wir es auch mal mit einer Speckscheibe. Was daraus wird, kann ich noch nicht sagen. Sie hängt noch. Allerdings ist das labrige Fleisch so weich, dass ich befürchte, das Stück fällt eher runter als dass es im leichten Durchzug trocknet.

Das zweite Stück sollte „frisch“ den Weg in ein Essen finden. Die Konsistenz ist m.E. auch eher grenzwertig, aber auch auf Grund der Darreichung nicht verwunderlich. Ihr kennt ja sicherlich den Begriff „Dry aged“, wie er gern für Steaks u.a. angewandt wird. Es gibt auch „Wet aged“, die Steaks, die es eingeschweißt in den Frischetheken der Discounter gibt, sind beredetes Beispiel für diese Lagerungsmethode. Und ähnlich sieht es auch mit dem Bauchspeck aus.

Trotz seiner Weichheit ließ er sich doch in Stücke schneiden. Immerhin war er gut durchwachsen, sonst wäre er vermutlich streichfähig gewesen. Aber ein scharfes Messer und nur wenig Druck beim Schneiden brachten den Erfolg. Oben links seht ihr übrigens die Schwarte des Speckes. Die entsorgt man ja normalerweise, aber hier war sie so weich …

… da habe ich sie mal mit in die Pfanne gegeben. Immerhin: Das Fleischstück ist ja das gleiche, dass bei einem Schweinekrustenbraten aus Bauch die leckere Kruste ergibt. Prinzipiell. Da diese Stücke natürlich nicht die Tendenz zum aufknuspern zeigten, habe ich die restlichen Speckstücke einige Zeit später mit in die Pfanne getan.

Aber ich sprach von einer Pilzpfanne und nicht nur von ausgelassenem Speck. So folgt jetzt der Auftritt der Pilze. Ich habe sie entstielt, die Stiele aber nicht entsorgt, sondern klein geschnitten und als erstes mit in die Pfanne getan.

Die Köpfe der Champignons wurden geviertelt und folgten dem Schicksal ihrer Stiele.

Neben ein wenig Salz (der Speck brachte schon etwas mit) und Pfeffer, folgten noch zwei kleingeschredderte Knoblauchzehen.

Auch eine Zwiebel, gewürftelt, darf nicht fehlen.

Alles gut durchschwenken und bei sanfter Hitze leicht vor sich hin schmurgeln lassen. Hauptkriterium bei der Garung ist der Zustand der Zwiebeln.

Und was die Garzeit betrifft, muss man auf Spontanideen rücksicht nehmen. In meinem Fall war es noch ein Klecks Stampfkartoffel, was ich in die Mitte des Pilzpfannentellers geben wollte. Dazu verminderte ich die Hitze unter der Pfanne auf ein Minimum (das Gericht war ja eigentlich fertig) und schnibbelte zwei Kartoffeln in eine kleine Schüssel.

Die Schüssel wurde dann noch mit einem locker sitzenden Deckel versehen.

Hintergrund dafür war, dass alles für dreieinhalb Minuten (hängt sehr von der Menge der Kartoffeln ab) in die Mikrowelle wanderte.

währenddessten ruhte der Pfanneninhalt in aller Ruhe bei kleinster „Flamme“.
 

Die gegarten Kartoffeln wurden mit einem Schuss Milch und ein wenig Butter versehen und nochmal für 30 Sekunden in die Mikrowelle gestellt. Vorsicht und Aufmerksamkeit hier bitte, dass die Milch nicht überkocht!

Danach sieht es dann so aus, wird mit Salz und Pfeffer gewürzt und mit einer Gabel zerquetscht.

Etwas grob, aber wer Stampfkartoffeln mit festkochenden Kartoffeln macht, muss sich nicht wundern.

Da das Auge auch mitisst, habe ich mal wieder den Garnierring hervorgekramt, ihn auf einen Teller gestellt und den Pfanneninhalt nach dem Abschmecken drumrum verteilt.

In den Ring kommt der Kartoffelbrei und alles noch eine Bestreuung mit Schnittlauch. Vor dem Servieren darf nicht vergessen werden, dass der Ring nicht mit dazu gehört. Also raus damit.

Sieht doch ganz ansprechend aus. Und schmeckt auch sehr gut. Im Nachhinein geht mir noch ein Gedanke durch den Kopf: Eine Knoblauchzehe hätte es auch getan. Aber so bin ich heute Abend vampirsicher, was ja auch nicht schlecht ist.
Bei so viel Leckerness darf auch ein kleines Dessert nicht fehlen. Zugegeben, das Vanilleeis ist gekauft, aber hochwertig. War auch so direkt aus dem Tiefkühler nicht so einfach aus dem Becher zu bekommen.

Unten drunter befindet sich selbsterkochtes Fruchtmus, dass sich ein wenig an Apfelmus orientierte, aber nur zu einem Viertel wirklich aus Äpfeln besteht. Es entstand in meinem beheizbaren Mixbecher nach dem Motto „Pürieren, Durchkochen, fertig“. Neben den schon erwähnten Äpfeln sind auch noch Birnen (die aus der Überschrift) (ca. ein Drittel) und eine Mandarine mit dabei. Die war eine Notlösung, da mir Zitrone fehlte. Sonst wäre die Farbe des Muses noch etwas heller gewesen. Hauptbestandteil waren übrigens 3 Bananen, die weg mussten. Das ergab eine interessante Mischung (die Banane kam bei der Zubereitung nicht gleich zum Anfang mit dazu, sondern erst nach dem ersten Aufkochen, nach der Zugabe wurde nochmal püriert und fertig).

Spargel.

Frühlingszeit ist Spargelzeit. Und wenn Klischee, dann richtig. Und weil man auch mit dem weißen Gemüse immer mal wieder etwas neues anstellen muss, habe ich meinen beheizbaren Mixbecher und seinen Dämpfaufsatz in die kulinarische Planung aufgenommen. Und wenn man es genau betrachtet, kann man damit sogar auf drei Ebenen dämpfen. Die unterste habe ich mal freundlich ignoriert.
Auf die kleine Fläche unten im Dämpfaufsatz habe ich eine Kartoffel gegeben. Da sie die gleiche Garzeit haben sollte wie der Spargel eine Etage oben drüber, habe ich sie recht schmal geschnitten. Übertreiben muss man dabei aber auch nicht.

Das weiße Zeuch drumrum ist übrigens Salz.

Auf die große Dämpffläche kam der geputzte Spargel. Wenn ich sowas öfter mache, muss ich mir einen speziellen Spargelschäler zulegen. Die normalen Sparschäler sind da nicht so perfekt für.

Deckel drauf und von 0 auf gar in 20 Minuten. Auf dem Spargel war übrigens auch etwas Salz und etwas Zucker.

Und ordentlich Dampf kam dazu. Da ich in den Mixbecher nicht so sehr viel Wasser gegeben hatte (ca. 100 ml), kam der Dampf recht schnell.

Die Zeit des Dämpfens habe ich genutzt, um ein Stück Lammlachs zu braten. Das Fett ist übrigens Öl, die Flaschenöffnung war doch etwas groß … Aber das gute, wenn auch dann etwas erhitzte Olivenöl ging dann noch in eine Soße mit ein.

Als das Lammlachs bei mittlerer Hitze fertig gebraten war, habe ich die Bratenreste mit einem Schuss Milch abgelöscht, in den ich dann noch einen halben Becher Sahne gab.

Das ließ ich einmal gut aufkochen und würzte es mit Salz und Pfeffer.

Als es gut durchgekocht war und ggf. auch noch etwas reduziert, habe ich die Platte unter der Pfanne ausgeschaltet und kurz gewartet, bis nichts mehr kochte. Dabei verquirlte ich ein Ei.

Dieses rührte ich in die nicht mehr kochende Sahnesoße ein und erzeugte damit etwas Bindung. Hier darf wirklich nicht mehr mit Hitzezufuhr gearbeitet werden. sonst gibts Rührei. Wenn mit dem Eiweiß noch was anderen anfangen kann, kann auch nur ein Eigelb nehmen. Geht vermutlich auch und ist geschmacklich dann etwas intensiver.

Zum Schluss wurde alles auf dem Teller zusammengeführt: Das Fleisch, der Spargel, die Soße und die Kartoffelspalten. Es war gar nicht so schlecht. Nur Spargelschälen muss ich unbedingt noch üben. Da war ich wohl etwas zu zaghaft.