Tag 8 (28.10.2019)

Der heutige Tag brachte durchaus eine positive Überraschung. Oder auch mehrere kleine. Ich hatte einen Termin bei meiner Ernährungsberatung und es folgte die Auswertung meines entsprechenden Protokolls. Im großen und ganzen war die Reaktion darauf sehr wohlwollend, meine gestern noch geäußerte Vermutung, dass vielleicht ein bisschen viel Fleisch im Essen war, wurde nicht bestätigt. Wobei, man muss da fein unterscheiden. Fleisch kann im Rahmen der Empfehlungen schon mit dabei sein, nur bei Wurst und ähnlichen Produkten gilt Zurückhaltung. Also mehr Kochschinken, Rohschinken, Fileträucherlinge u.ä. als Brotbelag und weniger Bockwurst, Rauchwurst, Lyoner, … Damit kann ich leben. Eine kleine Umstellung ist es aber trotzdem.
Eine weitere positive Erkenntnis betrifft die 21-Uhr-Grenze für die letzte Mahlzeit des Tages. Die ist nämlich eher so gemittelt und soll vielmehr heißen: ab 2 Stunden vor der Nachtruhe nix mehr essen. Das erleichtert die Tagesplanung noch ein Stück weiter. Denn wenn einer – wie ich heute – um 15 Uhr „frühstückt“ (im Sinne: die erste Mahlzeit des Tages zu sich nimmt), kommt bei 21 Uhr Küchenschluss und alle 5 bis 6 Stunden essen in de Bredouille. Aber so kann ich auch gg. Mitternacht speisen, wenn ich erst gegen 2 Uhr zu Bett gehe – um Urlaub eher wahrscheinlich als während der Arbeitszeit.
Das Frühstück sah aus wie ein Standard, war es sicher auch irgendwie, aber doch wieder anders.

Auf dem Bild ist es noch nicht ganz fertig. Das Rote sind die üblichen Himbeeren, das hellbraune die Haferflocken. Das Weiße ist diesmal Skyr … Man soll sich schließlich abwechslungsreich ernähren. 😉

Nach einer halben Stunde konnte man alles gut verrühren, da die Früchte aufgetaut waren. Zur Hilfe habe ich einen Schuss Früchtsaft mit hinein gegeben. Skyr ist ja etwas fester als Joghurt und gibt nicht ganz so viel Feuchtigkeit für die Haferflocken ab. Bei Quark würde ich das auch machen. Fruchtsaft oder Milch. Je nachdem, was vorrätig ist.
Das schöne rosa Frühstück ist sicher eigentlich eher was für Mädchen. Spätestens der Farbe wegen. Ich war ganz froh, dass ich die Speise in der blauen Schüssel angerührt hatte, des Ausgleichs wegen. 😉 *prust* Aber ich wartete nach dem Verzehr noch ca. 20 Minuten, ob sich das Sättigungsgefühl einstellte, was nicht ganz geschah, so dass noch eine Scheibe Vollkornbrot mit Corned Beef nachfolgte. Das ist übrigens erlaubt, hat ja auch kaum Fett.
Nach der Ernährungsberatung war Zeit fürs „Mittag“. Und da ich mir – wie gestern erwähnt – eine weiße Weste angedeihen lassen wollte, hier die passende Zubereitung dafür. Wobei ein gewisser Gelbschimmer mit dabei ist. 😉

In meinen beheizbaren Mixbecher habe ich unten etwas Wasser gegeben, dass ich mit Kräutern der Provence, Rosmarin-Lemon-Salz und etwas granulierten Knoblauch würzte.

Darüber kam der Dämpfkorb mit einer geteilten Kartoffel.

Deckel drauf …

… und der Dämpfaufsatz. Darein kam der Chicorée und ein Stück Zander. Beides wurde etwas gesalzen und gepfeffert. Ich kramte noch ein wenig im Gewürzschrank und fand auch noch ein Bouillabaisse-Salz, dass ich auch noch auf den Fisch tat.

Deckel rauf und Dampf marsch.

Gare,  gare noch ein Weilchen. Das Fischfilet kam übrigens direkt aus dem Tiefkühler in den Dämpfer. Das funktioniert recht gut, wenn nicht mit zu viel Eis glasiert wurde. Wenn doch, sollten darunter keine Kartoffeln mitgegart werden.

Während das Essen langsam vor sich hin dampfgarte, habe ich noch zwei Teelöffel Skyr mit etwas Dill und Meerrettich verrührt und als kalte Soße mit auf den Teller gegeben. Die Kartoffelstücke waren zwar nach der Garzeit (ca. 15 Minuten bei volle Pulle Dampf, also zeitlich ohne das Aufwärmen) etwas drüber, aber sie hielten sich noch gut zusammen. Vielleicht hätte ich sie auch oben mit raufpacken sollen.
Das „Abendbrot“ wird vermutlich ein Käsebrot und hinterher(!) noch ein Apfel sein. Aber dafür ist ja noch Zeit.

Tag 7 (27.10.2019)

Sonntag. Gehört nicht zu jedem guten Regelwerk auch die Möglichkeit, ausnahmsweise gelegentlich auszubrechen? Okay, nach den letzten zwei Tagen klingt es eher wie ein dauernder Ausbruch. Aber sonntags kommt dann die Fremdbestimmung hinzu und man muss versuchen, das beste draus zu machen.
Fremdbestimmung heißt in dem Zusammenhang: Mittag mit Vattern. Und es heißt auch, 11:30 Uhr Mittag. Während das früher wirklich noch hieß, 11:30 Uhr Mittag, also haben alle 11:25 Uhr am Tisch zu sitzen, weil da das Mittag fertig war, sind wir heute etwas flexibler, da wir nur noch gelegentlich selbst kochen. Meist fahren wir irgendwo hin und lassen uns es gut gehen. Im städtischen Umfeld sitzen wird zwar noch immer meist um 11:30 Uhr am Tisch, aber dann wird erst bestellt. Führte der Weg nach außerhalb, verschiebt die Fahrzeit die Essensaufnahme.
Heute wurde selbst gekocht und ich durfte das „Kleine Convenium“ ablegen. Vattern hatte sich eine fast fertige Ente schicken lassen und wollte die schnellstmöglich verzehren. Dazu gabs dann die dazugehörige Soße, Rotkohl aus dem Glas und Klöße aus dem Karton. Augen zu und durch.
Die relativ kleine Ente war mit Apfelwürfeln und Trockenpflaumen gefüllt und schmurgelte schon im Ofen, als ich die Szenerie betrat. Die Klöße waren auf dem Weg zum einmaligen Aufkochen und das Rotkraut war erwärmt. Nur die Soße träumte noch im Kühlschrank vor sich hin. Unplanmäßig. Denn die Ente und der Rotkohl waren quasi fertig, die Klöße mussten nur noch 10 Minuten ziehen, aber die wiederentdeckte Soße brauchte laut Beschreibung 30 Minuten im Wasserbad im Kochbeutel. Also wurde die Soße ihre Ummantelung beraubt und direkt unter ständigem Rühren im Topf erhitzt. Das gelang recht gut, nur die Soße selber wirkte doch etwas fad, und es war nicht das Salz, was fehlte. Da die Ente aber mit etwas Wasser in einen Bräter getan wurde, um sie zu reaktivieren und sich auch etwas Füllung außerhalb der Ente befand, sammelte das Wasser beim Erhitzen einige Aromen auf, die es dafür prädistinierten, der Soße noch etwas mitzugeben. Die Idee stellte sich als zielführend heraus und so konnte dann auch angerichtet werden.

Letztendlich doch auch einfach und auch lecker. Da weiß man, wie einige Gaststätten so arbeiten, die auch keine Köche im guten Sinne mehr haben sondern nur noch Aufwärmer.
Das Abendbrot des heutigen Tages hab ihr quasi schon mal gesehen. Es war nur nicht so nett auf dem Teller angerichtet, sondern kam aus einer Mikrowellenschüssel: Ente mit Rotkohl, Soße und einem Kloß. 😉 Die Ente war zwar relativ klein, es blieb aber nach dem Essen so viel übrig, dass sowohl Vattern als auch ich noch eine Portion einlagern konnten. Und da der heutige Tag sowieso schon querfeldein lief (gemessen an den Ernährungsregularien), gabs das zum Abendbrot, dann ist es wenigstens weg.
Langsam taste ich mich auch an ungesüßte warme und kalte Tees heran. Immer noch besser als stilles pures Wasser, aber wenn man die richtigen Sorten nimmt durchaus schmackhaft. Morgen Abend ist Termin mit der Ernährungsberaterin. Mal sehen, was sie sagt. Einige Punkte / Sünden sind mir durchaus bewusst. Aber man muss ja nicht nur seine Ernährung umbauen, sondern auch sein Einkaufsverhalten. Ich vermute mal folgende Punkte:

  • mehr Gemüse
  • mehr trinken (die guten Sachen)
  • weniger Fleisch
  • genauer auf die 3 Mahlzeiten achten
  • und vielleicht doch alles etwas lockerer sehen
  • und mit den Messungen anfangen

Für morgen habe ich schon eine Idee, wie ich mir eine etwas weißere Weste verpassen kann. Das geht zwar nicht mehr in die aktuelle Auswertung ein, aber vielleicht in die nächste. „Weiße Weste“ heißt natürlich das Einhalten der Regeln. Und mindestens eine Mahlzeit wird sehr weiß sein.

Tag 6 (26.10.2019)

Sonnabende sind bei mir eigentlich immer die Tage, wo das Essen immer etwas durcheinander gerät. Zumal ich gerade auch etwas mufflig drauf bin, aber das bereits seit gestern. So ganz normgerecht war ja auch schon der gestrige Tag nicht. Einmal die außerplanmäßige große Obstnachspeise am Ende des Tages, zum anderen nur zwei Mahlzeiten. Nun könnte man den Heidelbeerjoghurt zwar als dritte Mahlzeit abrechnen, aber dann stimmen die zeitlichen Abstände in Verbindung mit den Portionsgrößen nicht … Es passt also alles nicht. Und der heutige Tag deutete sich gleich am Anfang als ebenso ein Chaoskandidat an.
Woran mache ich das fest? Ich sage nur: Frühstück 14 Uhr. Fragt nicht warum. Nicht, dass ich so lange im Bett gelegen hätte?! Mitnichten. Aber die Ideen für meine Essenplanung brachten dann zwei nicht unwesentliche Aspekte durcheinander. Der Topf für die beiden Ideen des Mittags ruhte noch ungewaschen im Geschirrspüler und beide Gerichte hatten Zutaten, die teils wider Erwarten längere Zubereitungszeiten aufriefen. Okay, die Tomatensoße musste „nur“ aufgetaut werden. Aber ich hatte mir auch ähnlich wie die Linsen von Tag 2 eine Tüte Erbsen gekauft. Die Linsen verlangte laut Packung 45 min. Garung, aber bei den Erbsen hatte ich wohl die „Tempo-Erbsen“ irgendwie im Hinterkopf, so dass mich die folgende Angabe auf der Tüte doch etwas erschreckte: „Die normale Kochzeit beträgt ca. 2 Stunden.“ Zuzüglich des Hinweises der kochzeitverlängernden Wirkung von Salz. Da ich aber die Brühe für die Suppe wieder selber ziehen wollte, ist die Kochzeit doch wieder kein Problem, kommen eben die Erbsen gleich zusammen mit dem Suppenfleisch ins Wasser. Soweit die Planung
Und da dadurch aber der Frühstücksplatz immer noch nicht inhaltlich belegt war, ergriff ich das Vollkornbrot und eine Dose Fisch. Nun ist derartiger Convenience zwar auch nicht ganz regelkonform, ein Blick auf die Weißblechbedruckung offenbarte aber sehr wenig Zucker und andere böse Zutaten. Aber was nutzen diese Vorteile, wenn das Produkt an sich schon im Ansatz daneben ist.

Lachs in Dijon-Senf-Soße. Gibts von mehreren Herstellern, auch in anderen Soßen. Die kulinarische Idee ist so schlecht nicht, die technologische scheint aber doch daneben zu sein. Lachs ist, was seine Garung betrifft, ein recht empfindlicher Fisch. Bekommt der Koch es hin, ihn auf den Punkt zu garen, ist er lecker und saftig. Bekommt er – der Fisch – zu lange oder zu viel Wärme (wie zum Beispiel beim Eindosen), wird er trocken und beinahe streufähig, wobei dabei selbst Marinaden nur bedingt einiges ausgleichen können. So auch hier.

Dröger Fisch, der intensiv (und damit strukturvernichtend) mit der Marinade gemischt werden muss, um nicht ob seiner Konsistenz zu Hustenanfällen zu reizen. Warum tut man das dem Lachs an?
Kommen wir zu den Erbsen. Mit den Trockenerbsen hatte ich noch nie gearbeitet und so erlebte ich, wie oben bereits angedeutet, einige Überraschungen. Aber ohne Versuch wird man ja bekannterweise nicht kluch und so setzte ich mal wieder Suppe an, das Ziel wäre ein Erbseneintopf. Wie jeder gute Eintopf fängt es mit etwas Suppenfleisch an. Das kann sowas sein, wie einem unter dem Namen verkauft wird, aber auch Beinscheibe, wie bei den Linsen, ist immer eine gute Basis. Ergänzt werden kann das noch durch andere Stücke, selbst einige Wurstsorten eignen sich, vor allem, wenn man bestimmte Würze oder Raucharoma oder anderes mit hineinhaben möchte. Der Erbseneintopf wird – wegen Erstmaligkeit – recht puristisch zubereitet.

Das Stück Suppenfleisch habe ich in mundgerechte Würfel geschnitten. Nun ist ausgekochtes Suppenfleisch nicht jedermanns Sache, aber ich mags, also ist gute Essform schon nicht unwichtig.

Da ich nach der Packungslektüre wusste, dass die Erbsen 2 Stunden brauchen werden, habe ich sie gleich mit in den Topf  gegeben.

Ebenfalls lt. Packung gehören auf 1 Teil Erbsen 3 Teile Wasser. Nun liegt ja auch noch das Fleisch drin, so dass es mir doch etwas wenig Wasser (im Zusammenhang mit der Suppe erschien). Also kamen noch 2 Teile obendrauf.

Fällt Euch bei dem Bild was auf? Außer, dass mehr Wasser drin ist als beim vorherigen Bild. Genau: Frei schwimmende Pfeffer- und Pimentkörner. Die mag ich ja auch besonders gern in der fertigen Speise … Ich lerne es nie ..

Klassiker sind natürlich ein paar Lorbeerblätter …

… und ein wenig Zwiebel . Auch zwei Teelöffel Salz habe ich schon mal mit ran gegeben. Und dann die große Hitze. Bis es kocht. Und wenn es richtig kocht, wird nochmal kräftig durchgerührt, dan die Hitze runter gestellt und das Ganze mit einem Deckel versehen. Nun hat man eine Stunde Zeit für Entertainment oder Hausarbeiten, wobei man 10 Minuten zum Gemüseschnibbeln abzweigen sollte.

Nach einer Stunde sanftem Simmern kam das übliche Gemüse dazu (Möhre, Sellerie, Lauch).

Nochmal die Hitze hochdrehen, bis es wieder kocht und dann auf kleiner Hitze die 2. Stunde leise simmern lassen.

Und dann sind wir auch schon fertig. Abschmecken, leicht abkühlen lassen und genießen.

Zartes Rindfleisch in einer leckeren Erbsensuppe. Ich hätte mir ein paar Kartoffeln in der Suppe gewünscht, die etwas Bindung abgeben. Aber Kartoffeln soll es ja nicht zu viele geben. Wer weiß, wenn sich die Erbsen beim Aufwärmen noch etwas auflösen, vielleicht kommt dann ja auch noch etwas Bindung.
Apropos Erbsen. Diese Trockendinger sind schon eigen. Die Suppe hat knapp zweieinhalb Stunden auf dem Herd gestanden, wobei sie in weiten Strecken nicht wirklich geköchelt sondern nur bei hoher Temperatur gezogen hat. Der Weißheit letzter Schluss sidn die Trockenerbsen jedenfalls nicht. Sie lassen sich gut lagern, was einer ihrer Vorteile ist. Aber ansonsten … naja.

Tag 5 (25.10.2019)

Habt ihr schon mal einen Heidelbeerjoghurt gegessen, der mehr Heidelbeeren als Joghurt enthält? Leckerst! Aber es musste sein. Nicht unbedingt aus mir heraus, aber irgendwie hatte ich einen kleinen „Unfall“ mit dem Tiefkühler. Vermutlich habe ich die Tür nicht richtig geschlossen, so dass da das Fach ein wenig Amok lief. Direkt hinter der Tür lag das Paket Heidelbeeren, dass – leicht angetaut – unter sich ließ, was die Schublade arg verschmutzte. Auch die plötzliche, intensive Eisbildung im Tiefkühler sprach für eine nicht korrekt verschlossene Tür. Nunja, so mussten dann die Heidelbeeren (ca. 100 g, da angefangene Packung) sofort verbraucht werden, eine angefangene Packung Joghurt (ca. 100 g) wartete auch auch den Verbrauch, und so kam das eine zum anderen und wurde ein leckeres Nachtmahl. Völlig außer der Reihe, unbebildert und nicht ernährungsplankonform. Ein Esslöffel Zucker hob das Genussniveau merklich.
Aber beginnen wir mit dem Anfang. Tag 5 der neuen Doktrin der Ernährung. Ein Bund Radieschen warte schon ein wenig dringlich auf seine Verwertung, und so habe ich etwa die Hälfte zerraspelt.

Darauf kam dann ein Viertelpfund Quark (nachdem auch etwas Salz und Pfeffer den Radieschengeschmack heben sollten).

Alles wurde gut ineinander gearbeitet. Durch den Saft der Radieschen wurde dann eine recht joghurtartige Speise daraus.

Und für’s erste kleine Jubiläum (Tag 5!) kamen auch noch 5 roteweiße Knöllchen mit Docht oben rauf. 😉 Keine Angst, ich habe nicht versucht, diese anzuzünden. Aber diese Radieschenquark-Variante kann man sich mal merken, mit noch ein paar Kräutern aufgewertet, passt es sicher auch zu Pellkartoffeln.
Dem Abendbrot zugrunde lag dann die Idee, dass die Kombination von Kartoffeln und Eiern eine der wertvollsten ist, was die in beiden enthaltenen Eiweiße betrifft. Natürlich ist die Kartoffel auch ein hervorragender Stärke und damit Kohlenhydratelieferant, was ja nicht mehr so sehr auf der Agenda steht. Deswegen gab es auch nur eine Kartoffel, klein gewürfelt.

Diese Kartoffelwürfel kamen in heißes Rapsöl und durften schon mal etwas vorgaren. Zeit, um ein Paar Möhren in feine Scheiben zu schneiden.

Und weil man auf einem (Gemüse-)Bein nicht stehen kann (okay, man könnte auch die Kartoffeln zu den Gemüsen zählen …), kommt noch ein gewürfelter Kohlrabi dazu.

Und wenn man eben die Kartoffel mitzählt: Dreibeinige Sachen (Tische, Stühle, sonstiges) stehen auf jeden Fall und immer sicher und kippelfrei. Alte Geometrikerweisheit.

Der Deckel kam jetzt etwas mal noch drauf, damit die Gemüse besser garen und nicht noch roh gleich verbrennen. Natürlich wird während der Bedeckelung die Hitze unter der Pfanne so weit es geht verkleinert.

Nach einigen Minuten unterm Deckel (es ist ja alles klein geschnitten und gart demzufolge recht schnell) kommt für den Geschmack etwas Butter, Salz und Pfeffer an den Pfanneninhalt und wird gut durchgeschwenkt.

Diese Eiermasse besteht aus drei Eiern und einem guten Schuss (100 ml) Joghurt. Normalerweise wäre ja Sahne oder Milch die Flüssigkeit der Wahl, da ich beides aber entweder nicht im Hause oder nicht offen hatte, im Joghurtbecher aber noch einiges auf Verarbeitung wartete (die Reste wurden dann mit „ein paar“ Heidelbeeren versetzt (s.o.)). Ergebnis: Es geht auch.

Da ich aber kein Omelette, sondern eher ein Rührei haben wollte, habe ich während des Stockens der Eier ein paar Mal gut durchgerührt und so kam dann das gemüsierte Rührei dabei heraus.
Gemüse: √
Eiweiß: √
Balaststoffe: √
Lecker: √

Tag 4 (24.10.2019)

Der 4. Tag begann streichfähig. Obwohl es doch auch nur das Dreierlei aus Joghurt, TK-Früchten und Haferflocken ist. Nur ist irgendwie der gesamte Tütenrest aus der Flockentüte in die Schüssel gerutscht. Insgesamt hätte es wohl für zwei oder vielleicht auch drei Frühstücksjoghurts gereicht. Nunja, nach der gewissen Ziehzeit, die es ja auch braucht, um die Früchte auftauen zu lassen, ergab sich eine gut streichfähige Masse im Schüsselchen.

Da habe ich mal meine Frühstücksbanane nicht noch reingequetscht, sondern einfach so hinterher gegessen.
Das Mittag kam aus der Finsternis, obwohl es so hell aussieht. Aber Chicorée ist nunmal ein Gemüse, dass im Dunkeln wächst und ansonsten vermutlich ungenießbar bitter wäre. Der Einfachheit halber gabe ich es in die Schüssel gehobelt und mit einer kleinen Melanche aus Öl, Essig, Senf, Salz, Pfeffer, Petersilie ergänzt. Wobei ich natürlich weiß, dass das keine Melanche ist sondern im besten Fall eine Emulsion. 😉

Aber so ein Salat ist natürlich auch keine Mahlzeit. Nur fürchte ich, dass das doch etwas mehr als die 170g Geflügel geworden sind, die in den Menüvorschlägen u.a. vorkommen …

Als Dessert gab’s passend zum blauen Geschirr noch ein paar Pflaumen.
Der Abend gestaltete sich recht einfaltslos. 2 Scheiben Vollkornbrot mit Nussschinken, der aber auch wieder so mager war, dass ich mir die geschmacksverfeinernde Butter dazwischen nicht nehmen ließ. Eigentlich wollte ich noch ein Bund Radieschen zum Abend wegknabbern, aber ich war dann doch etwas durch andere Tätigkeiten abgelenkt, so dass ich das auf morgen vertage.

Tag 3 (23.10.2019)

Die heutige Verpflegung war im wesentlichen absehbar. „Morgens“ und „mittags“ gab es Linseneintopf. Damit das aber nicht so langweilig wurde, einmal mit Essig und einmal ohne. Außerdem habe ich beim zweiten Essen noch eine Knackwurst beim Erhitzen reingeschnibbelt, da die Reste der Beinscheibe schon beim ersten heutigen Essen aufgebraucht waren. Zur weiteren Erfrischung der Suppe kam jedes Mal auch noch eine klein geschnittene Tomate mit dazu.
Da ich tagsüber jetzt noch kein Vollkornprodukt dabei hatte, gabs das dann zum Abendbrot. Die Leberwurst vom Handwerksfleischer gab genug Geschmack mit ab, um es mit dem Brot aufzunehmen. Dazu gabs dann noch zwei rote Spitzpaprika für den „Gemüseanteil“. Obst wurde heute repräsentiert durch vier große Pflaumen nach dem Mittag und einem Apfel nach dem Abendbrot.

Tag 2 (22.10.2019)

Heute sei auch mal das Frühstück als erste Mahlzeit des Tages dokumentiert, obwohl es etwas ausuferte. Aber egal. Es ist doch etwas Zeit, mich zu disziplinieren. Und wer weiß, wie alles kommt, wenn der Urlaub vorbei ist.

Das sind TK-Himbeeren, die gibt es auch ohne Zucker oder den noch ungesünderen Fruktose-Zusatz. Wie ich heute beim Einkaufen feststellen durfte, ist das bei Beerenmischungen schwierig, sowas ohne Fruktose zu bekommen, zumindest nicht bei der Kette, wo ich heute war. Das andere in der Schüssel sind Haferflocken, offensichtlich schon etwas vorgeschrotet.

Das übergieße ich mit einem halben Becher Joghurt (natürlich meine ich die 500 g Becher). Diese gelblichen Bruchstücke oben drauf sind gefriergetrocknete Mango-Stückchen und – wie sich später herausstellte – in diesem Zusammenhang entbehrlich.

Die werden auch ein wenig in den Joghurt gedrückt, da sie sich noch mit Flüssigkeit vollsaugen sollen. Das lasse ich also einen Moment stehen und erledige unterdessen andere morgendliche Verrichtungen.

Vor dem Verzehr wird alles nochmal gut umgerührt, das Rosa kommt dann von den Himbeeren. Lecker fruchtig und an die mangelnde Süße gewöhne ich mich sicher noch.
Allerdings war ich heute früh doch etwas hungriger, so dass mir die Schale mit dem Joghurt nicht gereicht hat.

Aber so eine schöne Scheibe Vollkornbrot mit Harzer ist doch auch was herrliches. Und da der so gut wie kein Fett drin hat, ist auch eine Zwischenschicht GuteButter erlaubt. Mmmmhhh. Lecker.
Das Mittag ist dafür kaum erwähnenswert. Auf Grund des üppigen Frühstücks und des zu erwartenden geschmackvollen Abendbrotes hielt ich es mit einer Handvoll Nüsse, ein paar Gemüsefragmente (ich schnibbelte für’s Abendbrot) und ein bisschen was fleischiges eher klein.
Die Zeit bis zum Abendbrot befasste ich mich dann unter anderem mit Kochen (und ich fürchte, das Produkt wird in den nächsten Tagen noch ab und an auftauchen).

Beinscheibe im Suppentopf – so beginnen viele gute Eintopfgerichte. Und in die Richtung soll es gehen. Ob man es anbrät (wie hier) oder nicht, ist der jeweiligen Suppe geschuldet. Hier passte es mit dem Braten.

Sieht das nicht schon lecker aus. So schön gebräuntes Fleisch. Aber es ist noch nicht alles.

Zur Suppe gehört Wasser. Das ist hier mit drauf. Dazu zwei Schalotten, ein paar Pfefferkörner und wenig Salz. Dann kam der Deckel drauf und nach einmaligem Aufkochen durfte das alles leicht vor sich hin simmern.

Nach ca. einer halbe Stunde (könnte auch länger gewesen sein) kam das geschnibbelte Gemüse dazu. Die üblichen Verdächtigen: Möhre, Lauch, Sellerie und die fein gehackten Stiele der beigelegten Petersilie.

In dem Becher links befinden sich Tellerlinsen. Die habe ich dann nach dem Studium der Packung gleich mit hinein gegeben. Da stand was von 45 Minuten bis gut drauf.
Tja, und dann wieder aufkochen lassen, Deckel drauf und leise vor sich hin simmern lassen. Ab und zu mal umrühren. Ich habe es wohl in der ganzen Zeit ein oder zweimal gemacht. Und dann abschmecken und abschalten. Abgeschmeckt habe ich mit Salz, Kurkuma, Paprika und einer klein geschnittenen Tomate. Nach deren Zugabe habe ich alles nochmal aufkochen lassen und dann die Herdplatte abgestellt und alles auskühlen lassen.
Als es eine vernünftige Esstemperatur erreicht hatte, gab es Abendbrot.

Zartes Fleisch, natürlich vom Knochen gelöst, und eine leckere Suppe, was will man mehr? Noch eine Portion. Ich fürchte, das gibts zur Abwechslung morgen schon zum Frühstück … 😉

Internes: Andere Kochblogs

Dem geneigten Lesenden wird schon aufgefallen sein, dass es hier auch eine Seite in diesem Angebot gibt, die relativ aktuell die Themen zahlreicher anderer Koch- und Foodblogs auflistetet. Natürlich habe ich hier nicht händisch die Links zusammengetragen und mühsam dort veröffentlicht. Es steckte ein bisschen Rechen- und Programmierpower dahinter. Dabei griff ich auf ein Tool zurück, dass leider seit seiner Veröffentlichung 2011 durch den Entwickler nicht mehr betreut wird. Das Tool zwang mich lange, auf einer alten PHP-Version zu verweilen, da sie unter PHP 7.x nicht mehr lief.
Das Problem ist jetzt gelöst. Meinen momentanen Urlaub nutzend habe ich mich rangesetzt und eine neue Lösung ausgeknobelt. Es basiert zwar auch wieder auf fremden Tools, aber die sind bisher von ihren Programmierern gepflegt. Nur die Datenaufbereitung musste ich völlig neu machen, aber ich glaube, es ist geglückt. Ich werde es die nächste Zeit beobachten. Und einen Vorteil hat die neue Variante auch. Während sonst nur zwei- oder dreimal in der Woche die Seite aktualisiert wurde, passiert das nun im Schnitt mindestens einmal am Tag.
Wer also einen schnellen Überblick möchte, was auf anderen Koch- und Foodblogs so los ist, schaue auf diese Seite. Und für die Anbieter solcher Webseiten, die noch nicht mit dabei sind: einfach die Infos zum Blog (Link, Name, Feed) direkt an mich:

Tag 1 (21.10.2019)

So, es geht los. Knallhart und ohne Rücksicht auf Verluste. 😉 Und da es das Frühstück sicher öfter in ähnlicher Form gibt, sei es nur textlich erwähnt: Joghurt mit TK-Heidelbeeren (natürlich die ungesüßten), Haferflocken und Banane.
Zum Mittag gabs dann Brokkoli-Bowu-Pfanne.

Das Grünzeug sind die klein geschnittenen Stile und Strünke des Brokkoli. Das weißlich-lilane eine in Scheiben geschnittene Schalotte. Das Fett unten drunter ist Ölivenöl. Da kann man ruhig etwas besseres nehmen, da die Pfanne nicht sehr stark erhitzt werden muss.

Ist das Kleinzeug gut angeschwitzt und ggf. auch etwas angebräunt, kommen die geteilten Brokkoli-Röschen oben rauf, etwas Salz und Pfeffer und ein kleiner Schuss Wasser.

Deckel drauf und dann in aller Ruhe bei geringer Hitze vor sich hin garen lassen. Nach einigen Minuten kann man dann die in Scheiben geschnittene Bockwurst mit unter den Deckel werfen. Die muss ja nur warm werden.

So zieht dann alles so weit gar, wie man es möchte. Ein bisschen Erfahrung zur Einschätzung des Gargrades haben wir ja alle. Man kann natürlich auch immer mal prüfen, in dem man den Brokkoli am Stiel anpiekt. Aber dann sollte man doch etwas mehr Wasser oder Brühe zugeben, denn bei jedem Deckellüften geht da einiges verloren.

Das da auf dem Löffel ist Frischkäse mit Meerrettich. Der wird untergerührt.

Und schon kann man guten Appetit wünsche. Das hat auf jeden Fall besser geschmeckt als es aussieht. 😉
Abends ein Rührei mit Lachs und Vollkornbrot.

Das war auch besser als es das Bild der Lichtverhältnisse wegen verspricht. Vielleicht jage ich noch die Grafikbearbeitung rüber, mal sehen, ob die noch was rausholen kann. Das Grünzeug ist übrigens Dill, dem Lachse geschuldet.
Aktualisierung
Sach ich doch, manchmal ist es ganz einfach:

Rosa Wildschweinrücken (20.10.2019)

Mit pilzigen Fleischgerichten habe ich es aber die letzten Tage. Diesmal ist es laut Karte „Rosa gebratener Wildschweinrücken“. Das klingt interessant, aber auch gefährlich. Und das nicht nur, weil ein wenig Jagd und damit Schusswaffengebrauch eine Rolle spielen könnte. Auch das Gericht selber bzw. seine Hauptzutat beherbergt ein gewisses Risiko.

Aber erstmal sieht es schon recht ansprechend aus. Das gut gebräunte unten sind Serviettenknödel, die offensichtlich nochmal angeröstet wurden. Für ein Knödelgericht gab es vielleicht etwas wenig Soße, aber lecker war’s trotzdem. Die Pilze verstecken sich übrigens unter dem „Wildschweinrücken“. Und da lag jetzt nicht der Hase im Pfeffer, sondern der Lachs in der Pfanne. Zu lange.
Schweinelachs ist ein sehr, sehr, sehr mageres Stück Fleisch aus dem Rücken von Wild- wie Hausschwein und neigt zur Dröchheit. Da ist die Idee, es rosa zu garen (wengleich man das mit Schweinefleisch ja eigentlich gar nicht macht) keine so schlechte Idee. Der Punkt zwischen rosa und durch (=dröch =trocken) ist quasi Sekundensache und selbst die Lagerung unter einer Warmhaltung oder auf einem heißen Essgeschirr kann hier einen Grenzübertritt zwischen genial und Schuhsohle bewirken.
Rosa war mein Fleisch jedenfals nicht mehr, als es mir unter die Augen kam. Die entsprechende Auswirkungen waren vor allem an der ersten und der letzten Tranche zu bemerken. Auch hier hätte vielleicht ein etwas mehr an Soße ein klein wenig retten können.
Endlich mal ein kleiner Fehler. Ich habe in dem Restaurant schon so viele tolle Speisen gegessen, da war das mal überfällig. 😉