Schnelles Mittag im Homeoffice

Auch der Herdnerd kocht nur mit Wasser, auch wenn man es im Topf fast gar nicht sieht. Es ist aber auch wirklich wenig, vielleicht so 5 mm über dem Topfboden und doch zu viel. Aber dazu später mehr. Das Wasser wird erhitzt und – wenn’s kocht – gesalzen.

Bis das Wasser kocht, wird eine große Kartoffel klein gewürfelt. Oder zwei mittlere. Oder drei kleine. Wobei sich dabei eine wichtige Fachfrage stellte: Wenn man im Homeoffice eine Mittagspause macht und sich dabei in den Finger schneidet, ist das dann ein Arbeitsunfall? 😉

Die Kartoffelwürfel kommen ins kochende Salzwasser und werden darin gegart.

Irgendwann zwischendurch fiel mir ein Gedanke ein, den ich neulich mal irgendwo aufgeschnappt habe: Wenn man bspw. Kartoffeln kocht und hinterher noch Brühe oder Sahne oder ähnlich ranschütten will, warum kocht man die Kartoffeln nicht gleich von anfang an darin, dann siehen die Aromen schön ein und werden nicht mit dem Kochsalzwasser weggeschüttet. Also habe ich einen Teil des Salzwassers entfernt und schon mal 100 ml Sahne hinzugegeben und darin die Kartoffeln weiter gegart.

Bei der Zugabe von Sahne (oder Milch) muss man aufpassen, dass nix überkocht. Es kocht nämlich ganz schön hoch. Also: Aufmerksamkeit!

Als die Kartoffeln fast gar waren, habe ich noch naturellen Tiefkühl-Blattspinat dazugegeben.

Der taute zügig auf und wurde dann gut mit den restlichen Topfinhalten verrührt.

Der Topfinhalt wurde noch mit Salz, Pfeffer, Knoblauch und Muskat abgeschmeckt. Während des Kochvorgangs lief im Hintergrund der Heißluftofen bei 200°C und präsentierte dann ein Riesenfischstäbchen formely known as Backfisch.

Das kam noch mit dazu und ergänzte mit der knusprigen Note das Schlonzige des Spinat-Kartoffel-Gemüses. Und geschmacklich passte es auch zusammen …

Das selbe in grün

Dies ist ein klassisches rezeptentwickling by cooking. Es gab eine zu verwirklichende Grundidee, die aber noch Lücken aufwies, die im Zubereitungsprozess zu schließen waren. Und es gab ein Stück luftgetrockneten Speck.
Wenn ihr euch dunkel erinnert: Vor einiger Zeit hatte ich so ein Stück schon mal. Dies ist das zweite Stück aus der Packung, dass gut einen halben Monat offen in der Küche rumgehangen hat, dabei ein wenig vor sich hin tropfte und mittlerweile wunderbar fest und aromatisch ist.

Im Gegensatz zur ersten Scheibe kann ich hier die Schwarte nicht so einfach verwenden. Zumindest traue ich der kurzen Kochzeit keinen sinnvollen Einfluss zu. Deswegen kam sie ab.

Der fettige Teil wurde in Stücke geschnitten, die dann in ein wenig Sonnenblumenöl ausgelassen wurden. Die Hitze war dabei eher niedrig.

Die Zeit des Auslassens nutzte ich zur ausgelassenen Schälung eines Kohlrabis. Den würfelte ich auch noch und gab ihn mit in den Topf.

Weißer Kohlrabi ist nun noch nicht wirklich grün, also kam jetzt die grüne Paprika dazu. Ihr Anblick beim Zubereiten der eher rötlichen Gemüsesuppe führte zur Idee des grünen Pendants.

Etwas grüne Salatgurke kam auch noch mit in den Topf. Da die ja nicht nur kräftig, sondern gleichzeitig auch sehr blassgrün ist, nahm ich das als „Genehmigung“ dafür, auch den Kohlrabi zu verarbeiten.

Auch hier darf das Würzen nicht vergessen werden: Salz, Pfeffer, Thymian, Knoblauch, Frühlingszwiebel (grün und weiß), …

Nach dem Durchrühren und Aufkochen kam auch hier der Deckel drauf und bei kleiner Hitze wurde das Gemüse langsam weich. Das bezog sich vor allem auf den Kohlrabi. Und „die kleinen grauen Zellen“ (aus: Hercule Poirot) begannen zu arbeiten: Während ich bei der roten Gemüsesuppe einfach Tomatensaft hinzugegeben hatte, fiel mir nichts grünes ein, was diese Rolle hätte übernehmen können. Natürlich hatte ich noch im Hinterkopf, etwas Tk-Spinat und evtl. ein paar Tk-Erbsen mit einzurühren, da diese Dinge aber quasi gar waren, sollte das erst relativ zum Ende hin passieren.
Wie es der Zufall so wollte, fiel mir ganz hinten im Vorratsschrank eine Dose grüne Currypaste in die Hände. Leicht überlagert, aber optisch und olfaktorisch noch im Normbereich. Das gleiche traf auf eine kleine Dose Kokosmilch zu, die ich ebenfalls noch aus den Tiefen des Schrankes hervorzog. Es dauerte ein wenig, bis ich durch Schütteln etwas Bewegung in die Dose brachte, aber die daran anschließende Öffnung brachte auch hier den Status: überlagert, aber genießbar.
Und das schöne an der Currypaste: Sie gehörte laut Packungsaufdruck nicht zu denjenigen die erst in der Pfanne angeröstet werden sollte. Also ab in den Topf damit.

Und die Kokosmilch gleich hinterher.

Dann ließ ich alles nochmal ordentlich durchkochen.

Zur Finalisierung kam noch etwas Tiefkühlspinat dazu, der musste ja nur auftauen und anwärmen.

Und dann kam doch wieder der klischeeeske Deutsche durch. Vergleicht mal bitte die beiden nachfolgenden Bilder.

Seht ihr den Unterschied zwischem dem↑ und dem↓? Und was hat der Unterschied mit „deutsch“ zu tun?

Richtig! Das untere Bild macht einen etwas gebundeneren Eindruck, was aber auch stimmt, da ich noch (jetzt kommt das „deutsche“) eine rohe Kartoffel hineingerieben habe und dann alles unter Rühren aufkochen ließ. Bindung fertig, Geschmack runder. Aber scharf war es trotzdem. Das grüne Curry besteht im wesentlichen aus grünen Chilis.

Deswegen habe ich mal auf Kräuter oben drüber verzichtet und das gelb-rote Geschirr herausgesucht. Das Weiße ist Pecorino, auch, um die Schärfe etwas abzumildern. Und ein schönes Glas kalte Milch gab es sicherheitshalber auch dazu.

Deutsches Massaker – zerstreut vs. begrenzt

Der Titel ist auf mehreren Ebenen falsch, aber vermutlich habe ich zu viele Boulevard-Medien konsumiert und dabei gelernt, dass a) in der Überschrift übertrieben werden muss und b) die Überschrift nichts mit dem Artikel zu tun haben braucht.
Aber ich möchte meine Synapsenverklebung gern erklären, und dabei bade ich natürlich wieder im Klischee. Und in Lautverschiebungen. Und zwei Ecken, um die rumgedacht werden muss, sind auch dabei. Mindestens.
Das „Deutsche Massaker“ kommt vom ähnlich klingenden „deutschen Moussaka“, wobei Moussaka sich nur an der folgend verarbeiteten Aubergine festmacht. Eigentlich geht es eher in Richtung Minestrone, vermutlich aber auch nur im Sinne von Gemüsesuppe. Und das „deutsch“? Ganz einfach: Kartoffel und Wurst. 😉

Für eine gute Suppe braucht man einen guten Topf, wobei ich, wenn ich mich richtig erinnere, auch schon mal zeigte, dass man Suppe auch in der Pfanne zubereiten kann.

In den Topf kommt gutes Olivenöl, was geht, da nicht mit sehr hohen Temperaturen gearbeitet wird. Und dann geht das Schnibbeln los:

Eine rote Paprika, mundgerecht zerkleinert.

Eine gelbe Paprika, ebenso.

Die kleinen Tomaten habe ich nur halbiert.

Ja, ihr seht richtig. Von den schlanken Auberginen waren noch zwei da, die ebenfalls mundgerecht geschnitten wurden.

Das rote Zeug am Topfrand ist Tomatensaft, damit habe ich das Gemüse so weit aufgeschüttet, dass er gerade so sichtbar wurde.

Salz, Pfeffer, eine Prise Zucker, Knoblauch, Kräuter der Provence wurden noch mit eingerührt.

Alles wurde einmal aufgekocht und sollte dann ein wenig vor sich hin köcheln. Da mir das ganze aber noch zu flüssig schien, habe ich noch fix eine kleine Kartoffel mehrfach über die Parmesanreibe geschoben. Das sollte binden.

Und hat es auch. Nach einer Viertelstunde war die Suppe eigentlich fertig. Ursprünglich wollte ich auch noch Zwiebeln, Gurke und Champignons mit hineingeben, aber die Menge war schon für mehrere Mahlzeiten ausreichend. Und irgendwie hatte ich die Sachen am Anfang vergessen.
Da die Ernährungsrichtlinie Eiweiß vorschreibt, habe ich zwei „Grobwürste“ gescheibelt und noch eine Weile mitziehen lassen. Nicht die optimale Lösung (zu viele minderwertige Fette), aber ich hatte die „Grobwurst“ neulich als für mich neu im Kühlregal entdeckt. Sie hat das äußere Format und Aussehen einer Bockwurst, ist innen aber sichtbar gröber und aromatischer. Sie sollte wohl unbedingt erhitzt werden, klassisch lt. Packung sind aber Grill oder Pfanne. Zu intensive Hitze sollte man ihr aber nicht angedeihen lassen. Und vielleicht wäre der Tipp noch gut, die Pelle vor dem Erhitzen anzustechen. Mein – nicht dokumentierter – Versuch, eine Grobwurst zu braten, ergab einen erschreckenden, weil unerwarteten Knall aus der Pfanne.

Darf man eigentlich Parmesan über das Essen reiben, wenn keine Pasta drunter ist?

Da Frage lässt sich nicht beantworten, man kann es und es ist gut so. Das Kräuterdrüberstreuen wird auf Dauer auch langweilig. 😉

Sonntagsessen im Frühling

Was sollte man bei der Zubereitung dieses Gerichtes anders machen? Auf jeden Fall mehlig kochende Kartoffeln nehmen. Da ich keine im Haus hatte, nahm ich festkochende. Das geht auch, aber so ganz kommt zum Schluss nicht das dabei heraus, was ich wollte. Wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob ich zum Anfang schon wusste, was am Ende rauskommt. 😉

Die Kartoffeln (roh) wurden gewürfelt und kommen schon mal in den noch kalten Topf.

In Auswertung meines letzten Spargelkochens habe ich diesmal geschälten Spargel gekauft. Man gönnt sich ja sonst nichts. Aber im Nachhinein betrachtet war es die Mehrausgabe wert. Keinen einzigen Spargelfaden hatte ich im Mund. Es kann aber auch daran gelegen haben, dass ich die unteren zwei Drittel der dicken Spargelstangen in kleine Stückchen schnitt und zu den Kartoffeln gab.

Dazu kam dann etwas Wasser. Bei festkochenden Kartoffeln etwas weniger, bei mehligkochenden kann es ein Hauch mehr sein. Wer später noch mit Milch und/oder Sahne arbeiten möchte, kann die auch gleich mit hinein geben und nimmt entsprechend weniger Wasser.

Salz, Pfeffer, Zucker (wenig), etwas Butter (wer findet sie auf dem ↓ Suchbild?).

Das alles wird zum Kochen gebracht. Auf die brodelnde Masse lege ich die Spargelspitzen, drehe die Hitze runter und … (ihr wisst schon)

… mache den Deckel drauf. Jetzt wird alles soweit geköchelt, bis Kartoffeln und Spargel den nötigen Gargrad erreicht haben. Wer den Spargel etwas knackiger mag, legt die Spitzen nicht gleich beim Aufkochen, sondern 5 Minuten später oben drauf.

Danach sieht es dann so aus. Bei der Verwendung von Milch und/oder Sahne wirkt natürlich alles etwas weißer.

Wie man links oben sieht, hatte ich zwischendurch noch die Idee, etwas Schale einer Biozitrone mitzukochen. Erfrischend.

Die Spargelspitzen habe ich rausgenommen und beiseite gestellt. Durch den Topfinhalt (ohne die Zitronenschale) bin ich dann mit dem Kartoffelstampfer. Etwas geriebene Muskatnuss rundete den Geschmack ab.

Von neulich hatte ich noch Salsiccia übrig, die wanderten als ganzes in die Pfanne.

Schön gebräunt (in der Zeit stampfte ich den Topfinhalt und rührte ihn nach dem Muskatwürzen kräftig durch) sind diese Bratwürste mal was anderes.

Zum Schluss wurde alles auf einem Teller zusammengeführt.

Etwas Senf gab den Würsten noch den Rest. Lecker.

Fischampel

Die Überschriftenbildung ist schon etwas HomeOfficeKoller beeinflusst. Aber seht selbst.

Bisher kannten wir ja nur Fischtreppen, die gerne in Flüssen Wehre umgehen. Mit Kulinarik hat es nur insofern zu tun, als dass irgendwann mal leckere Fisch sich nach wie vor fortpflanzen können, weil sie trotz der Wehre zu ihren Laichgewässern kommen. Und andere Gründe gibt es sicher auch.

Die Fischampel ist von vornherein kulinarisch; sie fängt mit einem komischen Topf an:

Und natürlich ist der Topf nicht wirklich komisch. Ich wollte nur mal zeigen, dass man nicht für alles einen beheizbaren Mixbecher braucht, wenn man mal eine Kleinigkeit dämpfen will. Das geht auch mit diesem größenadaptiven Dämpfeinsatz, den es für nicht viel Geld im guten Haushaltswarenladen gibt, wenn er unter 800 m² groß ist und demzufolge wieder auf haben könnte.

Vermutlich kann man bei höherem Wasserstand auch Nudeln darin kochen, die man am Ende der Garung einfach am Griff herausziehen kann … Vom Nudelndämpfen würde ich abraten, denn selbst Dampfnudeln werden ja eher gebraten als wirklich gedämpft. Aber lassen wir das.

Zwei Möhren habe ich nach dem Schälen erst der Länge nach halbiert und konnte sie nun besser in kleine Halbmonde schneiden. Wer möchte, kann natürlich auch die ganze Möhre in Scheiben teilen und diese dann halbieren; das ist aber zeitlich aufwändiger. Eine Kartoffel – gewürfelt – kam auch noch dazu.

Eine Tasse Wasser hatte ich unten in den Topf gegeben, Salz und Pfeffer noch über die Siebeinlage.

Dann wurde das Wasser zügig zum Kochen gebracht und darauf geachtet, dass es danach bei geringster Hitze weiter köchelte. Nach etwa einer Viertelstunde, weder Möhren noch Kartoffeln waren wirklich gar, kamen dann die Tiefkühlerbsen dazu.

Wichtig ist übrigens, während des Dämpfens den Deckel geschlossen zu halten, sonst ist’s nicht viel her mit dem Dampf. Die Erbsen mussten ja nur auftauen und Temperatur annehmen, so zog alles im Dampf nochmal knapp 10 Minuten.

Ein oder zweimal habe ich dann doch geluschert und alles einer Garprobe unterzogen. Dabei habe ich es wohl auch etwas durchgerührt.

Als die Möhren al dente, die Kartoffel gar und die Erbse warm war, habe ich zur Abrundung noch ein bisschen Butter untergerührt. Man gönnt sich ja sonst nichts.

In der Zeit, wo das Gemüse dämpfte, erhitzte sich übrigens im Backofen ein Stück ummantelter Fisch. Der wurde erfreulich knusprig (nicht der Fisch, aber der Mantel). Das hätte ich so nicht hinbekommen … Etwas Petersilie begrünte das Ampelgemüse: rote Möhren, gelbe Kartoffeln und grüne Erbsen.

Ein schönes Löffelgericht, ließ sich doch auch der Fisch wunderbar mit dem Besteckteil zerlegen.

Bratkram

Dies ist auch wieder so eine Geschichte, die nur mal so anfing und dann zwischendurch doch besser aussah, als befürchtet. So fehlen die Anfangsbilder, aber wie gewürfelte Kartoffeln und geschnittener Lauch in der Pfanne beim Anbraten (erst nur die Kartoffeln, nach wenigen Minuten erst den Lauch) aussehen, wird sich wohl jeder denken können. Wenn alles ein paar schöne Bratspuren hat, kommt der vielgenutzte Deckel drauf und alles sieht dann so aus:

Da diese Porree-Kartoffel-Mischung kein Alleingericht, sondern eine Beilage werden sollten, hatte ich noch ein wenig damit vor.

Unter dem Deckel werden die Kartoffeln ja nicht knusprig, aber gar (Ausgangspunkt waren rohe, mehlig kochende Kartoffeln). Ich habe sie nicht nur mit Salz und Pfeffer, sondern auch noch mit etwas Kümmel gewürzt. Und dann ging ich mit einer Gabel durch die Pfanne, versucht, möglichst wenig Lauch beim Quetschen zu erwischen.

Jetzt noch ein Schuss Sahne dazu, das wäre eine Idee gewesen. Allein die Vorratshaltung wies keinen Bestand an Sahne aus.

Aber man kann auch mit dem „Frühstücks“-Skyr kochen. Den habe ich zum Zwecke der Cremigkeit mit eingerührt.

Dann war die Beilage auch schon fertig.

Auf dem Teller ergänzt wurde das Stampfkartoffel-Porree-Durcheinander durch sauer eingelegte Bratheringsfilets. Da gibt es käuflings aber auch solche und so’ne. Aber es gibt auch recht gute, auch wenn es nicht so aussieht. 😉

Was mit Pilzen, Speck und Birnen

Manchmal stellen sich ja – gerade auch in diesen Leerlauf-Zeiten – Fragen, die man manchmal sogar beantworten kann. Zum Beispiel: Warum habe ich eingeschweißte Einmal-Essstäbchen in meiner Besteckschublade. In welchem Zusammenhang die mal in mein Haus gekommen sind, weiß ich nicht mehr, vermute aber einen Sushi-Hintergrund und die die damit verbundene Erkenntnis, dass man Reis-Röllchen mit Stäbchen essen kann(!), aber mit einer Gabel oder den frisch gewaschenen Fingern ist es einfacher. Letzteres hat aber den momentanen Nachteil, dass alles ein wenig nach Zitrone und Rosmarin schmeckt. Meine Handwaschseife ist wirklich sehr aromatisch …

Die zweite Frage, die einem so durch den Kopf geht, ist die folgende: Warum gibt es geräucherten – hust … jaja, „geräuchert“, vermutlich mit Flüssigrauch besprüht – Bauchspeck in Plastefolie vakuumiert? Und, Doppelfrage: Warum kaufe ich das Zeug auch noch? Die letzte Frage ist eher einfach, wenn auch wenig schmeichelhaft zu beantworten: Ich hatte Pilze gekauft und wollte eine schöne Pilzpfanne mit Speck machen, war dann aber zu faul, zu meinem Lieblingsfleischer (oder überhaupt einem Fleischer) zu fahren. Da sich aber in der Plastepackung zwei Scheiben „geräucherter“ Bauchspeck in – Zitat von der Packung – „Spitzenqualität“ befanden, dachte ich mir, dass man mal experimentieren könnte. Und dafür war eins der Essstäbchen ganz praktisch.

So oder ähnlich hänge ich auch gern mal Mettenden, Landjäger, Knackwurst oder andere ähnliche Würstchen zum Reifen auf. Probieren wir es auch mal mit einer Speckscheibe. Was daraus wird, kann ich noch nicht sagen. Sie hängt noch. Allerdings ist das labrige Fleisch so weich, dass ich befürchte, das Stück fällt eher runter als dass es im leichten Durchzug trocknet.

Das zweite Stück sollte „frisch“ den Weg in ein Essen finden. Die Konsistenz ist m.E. auch eher grenzwertig, aber auch auf Grund der Darreichung nicht verwunderlich. Ihr kennt ja sicherlich den Begriff „Dry aged“, wie er gern für Steaks u.a. angewandt wird. Es gibt auch „Wet aged“, die Steaks, die es eingeschweißt in den Frischetheken der Discounter gibt, sind beredetes Beispiel für diese Lagerungsmethode. Und ähnlich sieht es auch mit dem Bauchspeck aus.

Trotz seiner Weichheit ließ er sich doch in Stücke schneiden. Immerhin war er gut durchwachsen, sonst wäre er vermutlich streichfähig gewesen. Aber ein scharfes Messer und nur wenig Druck beim Schneiden brachten den Erfolg. Oben links seht ihr übrigens die Schwarte des Speckes. Die entsorgt man ja normalerweise, aber hier war sie so weich …

… da habe ich sie mal mit in die Pfanne gegeben. Immerhin: Das Fleischstück ist ja das gleiche, dass bei einem Schweinekrustenbraten aus Bauch die leckere Kruste ergibt. Prinzipiell. Da diese Stücke natürlich nicht die Tendenz zum aufknuspern zeigten, habe ich die restlichen Speckstücke einige Zeit später mit in die Pfanne getan.

Aber ich sprach von einer Pilzpfanne und nicht nur von ausgelassenem Speck. So folgt jetzt der Auftritt der Pilze. Ich habe sie entstielt, die Stiele aber nicht entsorgt, sondern klein geschnitten und als erstes mit in die Pfanne getan.

Die Köpfe der Champignons wurden geviertelt und folgten dem Schicksal ihrer Stiele.

Neben ein wenig Salz (der Speck brachte schon etwas mit) und Pfeffer, folgten noch zwei kleingeschredderte Knoblauchzehen.

Auch eine Zwiebel, gewürftelt, darf nicht fehlen.

Alles gut durchschwenken und bei sanfter Hitze leicht vor sich hin schmurgeln lassen. Hauptkriterium bei der Garung ist der Zustand der Zwiebeln.

Und was die Garzeit betrifft, muss man auf Spontanideen rücksicht nehmen. In meinem Fall war es noch ein Klecks Stampfkartoffel, was ich in die Mitte des Pilzpfannentellers geben wollte. Dazu verminderte ich die Hitze unter der Pfanne auf ein Minimum (das Gericht war ja eigentlich fertig) und schnibbelte zwei Kartoffeln in eine kleine Schüssel.

Die Schüssel wurde dann noch mit einem locker sitzenden Deckel versehen.

Hintergrund dafür war, dass alles für dreieinhalb Minuten (hängt sehr von der Menge der Kartoffeln ab) in die Mikrowelle wanderte.

währenddessten ruhte der Pfanneninhalt in aller Ruhe bei kleinster „Flamme“.
 

Die gegarten Kartoffeln wurden mit einem Schuss Milch und ein wenig Butter versehen und nochmal für 30 Sekunden in die Mikrowelle gestellt. Vorsicht und Aufmerksamkeit hier bitte, dass die Milch nicht überkocht!

Danach sieht es dann so aus, wird mit Salz und Pfeffer gewürzt und mit einer Gabel zerquetscht.

Etwas grob, aber wer Stampfkartoffeln mit festkochenden Kartoffeln macht, muss sich nicht wundern.

Da das Auge auch mitisst, habe ich mal wieder den Garnierring hervorgekramt, ihn auf einen Teller gestellt und den Pfanneninhalt nach dem Abschmecken drumrum verteilt.

In den Ring kommt der Kartoffelbrei und alles noch eine Bestreuung mit Schnittlauch. Vor dem Servieren darf nicht vergessen werden, dass der Ring nicht mit dazu gehört. Also raus damit.

Sieht doch ganz ansprechend aus. Und schmeckt auch sehr gut. Im Nachhinein geht mir noch ein Gedanke durch den Kopf: Eine Knoblauchzehe hätte es auch getan. Aber so bin ich heute Abend vampirsicher, was ja auch nicht schlecht ist.
Bei so viel Leckerness darf auch ein kleines Dessert nicht fehlen. Zugegeben, das Vanilleeis ist gekauft, aber hochwertig. War auch so direkt aus dem Tiefkühler nicht so einfach aus dem Becher zu bekommen.

Unten drunter befindet sich selbsterkochtes Fruchtmus, dass sich ein wenig an Apfelmus orientierte, aber nur zu einem Viertel wirklich aus Äpfeln besteht. Es entstand in meinem beheizbaren Mixbecher nach dem Motto „Pürieren, Durchkochen, fertig“. Neben den schon erwähnten Äpfeln sind auch noch Birnen (die aus der Überschrift) (ca. ein Drittel) und eine Mandarine mit dabei. Die war eine Notlösung, da mir Zitrone fehlte. Sonst wäre die Farbe des Muses noch etwas heller gewesen. Hauptbestandteil waren übrigens 3 Bananen, die weg mussten. Das ergab eine interessante Mischung (die Banane kam bei der Zubereitung nicht gleich zum Anfang mit dazu, sondern erst nach dem ersten Aufkochen, nach der Zugabe wurde nochmal püriert und fertig).

Spargel.

Frühlingszeit ist Spargelzeit. Und wenn Klischee, dann richtig. Und weil man auch mit dem weißen Gemüse immer mal wieder etwas neues anstellen muss, habe ich meinen beheizbaren Mixbecher und seinen Dämpfaufsatz in die kulinarische Planung aufgenommen. Und wenn man es genau betrachtet, kann man damit sogar auf drei Ebenen dämpfen. Die unterste habe ich mal freundlich ignoriert.
Auf die kleine Fläche unten im Dämpfaufsatz habe ich eine Kartoffel gegeben. Da sie die gleiche Garzeit haben sollte wie der Spargel eine Etage oben drüber, habe ich sie recht schmal geschnitten. Übertreiben muss man dabei aber auch nicht.

Das weiße Zeuch drumrum ist übrigens Salz.

Auf die große Dämpffläche kam der geputzte Spargel. Wenn ich sowas öfter mache, muss ich mir einen speziellen Spargelschäler zulegen. Die normalen Sparschäler sind da nicht so perfekt für.

Deckel drauf und von 0 auf gar in 20 Minuten. Auf dem Spargel war übrigens auch etwas Salz und etwas Zucker.

Und ordentlich Dampf kam dazu. Da ich in den Mixbecher nicht so sehr viel Wasser gegeben hatte (ca. 100 ml), kam der Dampf recht schnell.

Die Zeit des Dämpfens habe ich genutzt, um ein Stück Lammlachs zu braten. Das Fett ist übrigens Öl, die Flaschenöffnung war doch etwas groß … Aber das gute, wenn auch dann etwas erhitzte Olivenöl ging dann noch in eine Soße mit ein.

Als das Lammlachs bei mittlerer Hitze fertig gebraten war, habe ich die Bratenreste mit einem Schuss Milch abgelöscht, in den ich dann noch einen halben Becher Sahne gab.

Das ließ ich einmal gut aufkochen und würzte es mit Salz und Pfeffer.

Als es gut durchgekocht war und ggf. auch noch etwas reduziert, habe ich die Platte unter der Pfanne ausgeschaltet und kurz gewartet, bis nichts mehr kochte. Dabei verquirlte ich ein Ei.

Dieses rührte ich in die nicht mehr kochende Sahnesoße ein und erzeugte damit etwas Bindung. Hier darf wirklich nicht mehr mit Hitzezufuhr gearbeitet werden. sonst gibts Rührei. Wenn mit dem Eiweiß noch was anderen anfangen kann, kann auch nur ein Eigelb nehmen. Geht vermutlich auch und ist geschmacklich dann etwas intensiver.

Zum Schluss wurde alles auf dem Teller zusammengeführt: Das Fleisch, der Spargel, die Soße und die Kartoffelspalten. Es war gar nicht so schlecht. Nur Spargelschälen muss ich unbedingt noch üben. Da war ich wohl etwas zu zaghaft.

Nachträge

Eigentlich bin ich ja nicht nachtragend. Wobei ich mir manches trotzdem merke. 😉 Aber für echtes Nachtragendsein fehlt mir die Lust, mir Verfehlungen zu merken.
Mein Fotografiergerät ist da eher nachtragend und zeigt mir Bilder, die ich noch nicht verblogt habe. Eins ist das hier:

Wer sich mit der internationalen Küche auskennt, wird vermutlich eine kleine Anlehnung entdecken. Was trotzdem nicht ausschließt, dass es einer der am schlechtesten aussehenden Speisen ist, die ich je fabriziert habe.

„Das Auge isst mit. – Das Auge hat sich schon übergeben.“

Geschmacklich ging’s übrigens.
Basis ist wieder die Kartoffelsuppe von neulich. In der Pfanne ist sie diesmal, weil ich vorher in dieser zwei gewürfelte Zwiebeln in etwas Butter Farbe hab nehmen lassen. Dann kam zum Ablöschen und zur eigenen Erwärmung die Suppe oben drauf.
Nebenbei erinnerte ich mich an Shakshuka, dieses nahöstliche Gericht u.a. aus Tomaten und Gemüse, in dem rohe Eier gegart werden und das mich ein bisschen fasziniert. Was ich da schon gesehen habe, sah sehr ansprechend aus.
Und so dachte ich mir: ‚Das muss mit Kartoffelsuppe doch auch gehen.‘ Das Ergebnis zeigt das Bild. Die Suppe war dafür eindeutig noch zu flüssig und vermutlich garen im Original die Eier langsamer. Naja.
Die anderen beiden Bilder sind schon optisch etwas attraktiver.

Wer genau hinsieht, erkennt neben 2 gewürfelten Kartoffeln und dem zerkleinerten Rest der schon erwähnten bratfähigen Blutwurst auch noch eine gewürfelte Zwiebel und einen ebenso behandelten Apfel. Kartoffel und Blutwurst kamen zuerst in die mit Rapsöl gefettete Pfanne, dazu Salz und Pfeffer. Als die Kartoffel fast gar waren, kamen Zwiebel und Apfel hinzu.

Und ganz zum Schluss etwas Butter und Schnittlauch, für Geschmack und Optik. Ich weiß nicht, ob das jetzt so eine Art Himmel-un-Ääd-Pfanne ist, könnte aber sein. Und ist wirklich lecker.

Einsersuppe

Für die Einsersuppe gibt es keine Zubereitungsbilder. Aber ich werde versuchen, es bildreich zu beschreiben. Was brauchen wir?
1 kleinen Blumenkohl
1 mehlig kochende Kartoffel
1 l Wasser
1 TL Salz
1 Prise Pfeffer
1 Prise Kümmel
1 Prise Pfeffer
1 halber Becher Creme fraiche
1 Topf
1 Löffel
Den Blumenkohl zerteilt man in seine Röschen, den Strunk kann man auch noch klein schnippeln und mit in den Topf geben. Die Kartoffel wird auch klein gewürfelt und kommt in den Topf, genau wie das Wasser und die Gewürze. Dann wird alles 1x aufgekocht und 1 halbe Stunde leicht vor sich hinköcheln gelassen.
Dann braucht man eigentlich nur noch 1x kräftig durchrühren und dabei die Creme fraiche einarbeiten. Das ist schon alles.

Natürlich hübscht die abschließende Kräutergabe das alles noch etwas auf.

Zur Präsentation habe ich diesmal das farbige Geschirr genommen. Weiße Suppe (wobei es fast ein Püree ist) auf weißem Teller … So kann man sich vielleicht bei der Kalorienaufnahme bescheißen (was ich nicht sehe, geht auch nicht auf die Hüften), aber als Bild kommt es nicht so gut rüber. 😉
Und warum das Ding „Einsersuppe“ heißt, ist doch klar geworden, oder?