Big Steak Sandwich – nur zum Gucken

Meine kleine Antwort auf all die Bäcker-, Bistro-, Croque-, Döner- usw. Produkte, von denen man unbedingt sehen möchte, wie der jeweilige Entwickler sie unfallfrei vorisst. Das geht einfach nicht! Irgendwas kleckert oder krümelt doch immer runter. Dabei könnte das Gesamtkunstwerk durchaus als ernährungsphysiologisch wertvoll durchgehen.
Drei Scheiben Brot mit Aufstrich
Drei Scheiben Vollkornbrot sind doch schon mal eine gute Basis für eine gute Mahlzeit. Dazu kommen als gestrichene Aromaten Senf, Dänische und normale Remoulade (links), Grillsoße und Dänische Remoulade (Mitte) und englische Pickles (rechts). In der Zeit, als die Stullen beschmiert wurden, ruht bereits ein hinreichend großes Steak bei guten 80°C im Ofen, das vorher schön angebraten wurde. Vor der weiteren Verwendung wird das Steak halbiert.
Zwei halbe Steaks aufs Brot
Dazu kommt dann noch etwas Grünzeug, hier leckerer Feldsalat.
Feldsalat
Nun wird gestapelt. Erst die mittlere Scheibe auf die rechte …
Zwei Etagen
… und dann die dritte Scheibe mit 180°-Dreher oben drauf.
Fertig: Big Sandwich
Jetzt wird alles etwas zusammen gedrückt und kann gegessen werden.
Abgebissen
Dieser Abbiss ist unter Aufbringung allen Geschicks entstanden, um noch das Bild hinzubekommen. Die Verspeisung des Restes glich eher einer Völkerschlacht. Aber lecker wars trotzdem. Die saure Note durch die Pickles, die alternativ auch gern durch Balsamico-Essig dargestellt werden kann, mag ich gern im Steakburger.
Wir lernen aber, dass man auch Burger nicht zu hoch bauen sollte. Da gab es doch schon mal Probleme mit höheren Turmbauen. Stichwort Babylon.

Antagonisten

Aus unserer ständigen Reihe „Wortsalat mit Quasselsoße an roten Beten“ heute die Episode: Man guckt eben doch nicht ungestraft Fernsehwerbung. Dazu ein paar einführende Worte. Die kleine Vorsilbe „un-“ verkehrt den Sinn eines Wortes in sein Gegenteil. Aber es gibt Ausnahmen; manchmal haben diese Antagonisten auch eigene Begriffe. Ein typisches Beispiel ist das Wortpaar „Feuer“ und „Wasser“. Aber es gibt mehr:
lecker – bäh
pflanzlich – tierisch
frisch – alt
chemisch – natürlich
usw. usf.
Und dann gibt es plötzlich eine Firma, die Feuer und Wasser vermischt, um im Bild zu bleiben. Ein antagonistisches Pärchen würde mir übrigens noch einfallen: Margarine und Butter. Ok, ganz spontan ist diese Idee nicht, die erwähnten Wortpaare orientieren auch schon darauf. Aber jetzt habe ich sie in der Wewrbung entdeckt: Margarine mit 21% Butter. Das Image des pflanzlichen Brotaufstrichs völlig pervertierend wird hier auf der Suche nach breiteren Käuferschichten ein geschmacklicher GAU produziert.
Butter mit zugesetztem (Raps-)Öl gibt es bekannterweise schon etwas länger. Das macht sie auch gekühlt streichfähig. Der Ölanteil liegt hier bei etwa 15%. Diese Aufstriche gibt es auch in einer sogenannten „Light“-Version (worin sich die Leichtigkeit ausdrückt, verstehe ich nicht), wo Teile der Butter durch ein nicht näher definiertes pflanzliches Fett ersetzt werden. Nachteil: Das schmeckt schon deutlich nach Margarine. Bei der neuen Margarine mit Butterzusatz nähert man sich jetzt aus der anderen Richtung.
Die Margarine mit Butter schmeckt laut einem Pressetext „lecker“ und „… enthält auch gutes Pflanzenöl und ist auch gekühlt streichzart.“ Was ist gut an Pflanzenöl? Um es in einen streichfähigen Zustand zu versetzen, ist eine chemische Behandlung notwendig. Nur die wenigstens pflanzlichen Fette sind bei Zimmertemperatur fest, die einen haben aber einen deutlichen Eigengeschmack (Kokosfett), die anderen werden umweltbedenklich erzeugt (Palmfett). Also ist wohl doch Chemie in der Margarine. Außerdem hat dieses Streichfett normalerweise keinerlei Vorteile gegenüber Butter, was den Fett- oder Kaloriengehalt betrifft. Natürlich gibt es auch Sorten, die unter 85% Fettgehalt liegen. Reingemischtes Wasser hilft da bei dieser Schönung sehr. Nur: Wasser und Öl verbinden sich eher nicht, also werden auch noch Emulgatoren hinein gemischt, was die „Gutebutter“ (frei nach Jochen Malmsheimer) alles nicht braucht.
Bei all den guten Zutaten müsste übrigens Margarine entschieden billiger als Butter sein. Der Blick ins Supermarktregal wirft dann doch die Fragen auf, was am realen System falsch läuft …

Winterabschluss – Heißes Beinfragment

Der Winter neigt sich seinem Ende zu und so hatte ich mal Lust, ein klassisches Schmorgericht zu zaubern. Und da ich hier im Blog wohl noch nie meinen weißen Schmortopf gezeigt habe, ist das doch mal ein schöner Anlass, den auf den Herd zu stellen und anzuheizen.
Schmortopf
Öl und Fleisch tun ihr übriges für einen schönen Ansatz. Im konkreten Fall sind es zwei süße Beinscheiben, die ich meinem Fleischer abschwatzte. Naja, die Überredungskünste lagen einer Handvoll Dollar Euro.
Beinscheiben anbraten
Wenn dieses beiden nicht wirklich klassisch sind für ein Schmorgericht, man hätte sie – rein optisch – auch kurzbraten können. Sieht das nicht lecker aus?
Beinscheiben angebraten
Aber, was gehört noch zu einem schönen Schmorgericht? Natürlich gewürfeltes Wurzelwerk.
Wurzelwerk mit anrösten
Sellerie, Lauch, Möhre in mundgerechter Form ergänzen den Topfinhalt und werden mit angeröstet. Dieses Schicksal ereilt auch das Tomatenmark.
Tomatenmark mit anrösten
Das sorgt sicher auch für Geschmack, bildet aber ebenfalls die Basis für die Bindung im fertigen Gericht. Das Mark darf aber nicht anbrennen. Also wird es alsbald richtig untergerührt.
Tomatenmark untergerührt
Damit aber wirklich nichts anbrennt, kommt noch ein schöner Schuss Rotwein hinzu …
Rotwein hinzu
.. und für etwas mehr Flüssigkeit auch noch etwas Brühe.
Brühe hinzu
Nochmal alles gut – soweit es geht – durchrühren.
Durchgerührt
Dann kommt der Deckel drauf und wir geben allem bei geringer Hitze Zeit. Viel Zeit.
Deckel drauf
Zwischendurch entschloss ich mich, noch ein paar Tomaten mit hinein zu geben.
Tomaten dazu
Halbieren erübrigt sich, früher oder später platzen die Dinger sowieso; gut, wenn dann der Deckel auf dem Topf ist.
Schmoren mit Tomaten
Salz, Pfeffer, Paprika und weitere Gewürze eigener Wahl kann man entsprechend allgemein gültiger Empfehlungen dazu geben. Wenn das Fleisch vom Knochen fällt, ist das Gericht fertig.
Schmorbein fertig
Wer bei diesem Bild genau hinschaut, wird evtl. sehen, dass da was fehlt: Die „Auster des Fleischers“. Das kann mehrere Ursachen haben. Zum einen löst sich bei hinreichend langer Schmurgelzeit das Mark in den Knochen auch vollständig auf und gibt sicher seinen Anteil an der Bindung der Soße. Zum anderen kann sich der Koch auch nach ca. 30 Minuten Schmorzeit diese Delikatesse selber einverleiben. Mmmhhh.
Die beiden Beinscheiben wurden mit aller Vorsicht in Vorratsgefäße umgehoben und die Soße nochmal aufgekocht und dann gleichmäßig verteilt. Nach dem Abkühlen kamen beide zum späteren Verzehr bestimmt in den Kühlschrank. Da diese Kochsession schon etwas her ist, habe ich eine Portion auch schon gegessen. Ein paar Kartoffelwürfel dienten als Soßenträger.
Mahlzeit
Dieses Bild ist mit einem eher ungeeigneten Handy unter ungünstigen Lichtverhältnissen gemacht worden. Es schmeckte bedeutend besser als es auf dem Bild aussieht. Die Kartoffeln befinden sich unter dem Röstgemüse, ein paar Stücke sind ja zu sehen …
Update: Zur zweiten Scheibe gab es übrigens mehr Licht und schönes Kartoffelpüree.
Geschmorte Beinscheibe mit Kartoffelpüree
Für das Püree habe ich Zwiebelwürfel und Knoblauch in einem Topf mit etwas Öl leicht angebräunt, dann eine ordentliche Butterflocke dazu gegeben, mit etwas Milch abgelöscht und alles mit Salz, Pfeffer und Muskat gewürzt. Hinzu kamen die gegarten Kartoffeln, die dann gestampft wurden. Dabei ggf. noch etwas Milch nachgeben und zum Schluss abschmecken. Das Kartoffelpüree kann ruhig etwas trockener sein, es gibt ja genug Soße …

993 Meter

Fangen wir mit dem positiven an: Es ist doch schön, auch die kulinarischen Dienstleister immer mal wieder innovativ sind und neue Varianten eigentlich bekannter Speisen auf den Markt werfen. Die Pizza bietet sich an, um vielfach neue Zusammenstellungen zu probieren.
Pizza 1
Da wird auch mal gern, wie gerade in einem entsprechenden Angebot eines hiesigen Pizzaservices zu sehen, auf eine „normale“ Salamipizza noch Kirschtomaten, Büffelmozzarella und frischer Basilikum zu legen. Das entsprechende Bild findet sich unter diesem Link (Pizza Italia di Bufalo mit Salami, fruchtigen Kirschtomaten, feinem Büffelmozzarella und frischem Basilikum).
Nicht nur, dass es eine gaaaanz leichte Diskrepanz zwischen dem Bild auf der Webseite und dem, was einem dann aus dem Karton anlacht, gibt. Aber wir stellen auch mal wieder fest, dass sich nicht jedes Gericht für einen Lieferservice eignen, genau wie diese Pizza.
Saftige Pizza
Dank der wässrigen Kirschtomaten und des sicher auch noch Wasser abgebenden Mozzarellas war nicht nur der Pizzakarton völlig durchnässt, sondern auch der Pizzateig war eine einzige Matschepampe mit Rand.
Bei aller positiv zu bewertenden Innovationskunst, aber werden neue Produkte bei einem Pizzaservice nicht auch mal auf Transportfähigkeit untersucht? Offensichtlich nicht, sonst gäb’s ja auch keine Pommes im Lieferdienst …
Durchgefallen
Apropos: Über die Büffeligkeit des Mozzarellas wage ich mal keine Aussage, die Salami wirkte aber auch sehr preiswert und das Basilikum war alles, aber nicht frisch. Und dann 6,90 € für sowas bei knapp 1000 m Anfahrt … Gesamturteil: Durchgefallen!

Manchmal muss man eben suchen

Der Sucher kulinarischer Genüsse in der Region hat es manchmal auch schwer. Diesmal waren wir zu dritt unterwegs. Reuterstädtisch ging es diesmal über Bundesstraßen Richtung Süden, aber das Glück war uns nicht hold. Im ursprünglich geplanten Restaurant hing ein Zettel an der Tür: Wegen Büffettauslieferung warmes Essen erst ab 19 Uhr (es war noch 2 Stunden bis dahin). Das nächste hatte noch Winterferien bis 21.03., so fiel mir eine Empfehlung ein, die schon länger auf der to-eat-Liste stand.
Die Fahrt dahin war etwas abenteuerlich, wurde man durch das Navi über einige Nebenstraßen einer mecklenburgischen Kleinstadt in eine lange Sackgasse gelenkt. Aber der Weg war richtig, plötzlich fiel der Name des Ziels in des Fahrers Augen. Ein Parkplatz war schnell gefunden, der Gastraum konnte geentert werden. Ein Tisch fand sich schnell, rückblickend würde ich sagen, dass sich durchaus eine vorherige Reservierung lohnen würde, vor allem zu Zeiten, an denen sowieso viel los ist.
Die Speisekarte war angenehm übersichtlich: eine Handvoll Vorspeisen, zwei Suppen, zwei Pasta- sowie ein paar Fisch- und Fleischgerichte, bei denen man sicher immer etwas findet. Selbst eine Dessertauswahl stand zur Verfügung. Wir teilten das Essen unter uns auf, und harrten des kulinarischen Entertainments. Jeder nahm eine Vorspeise, ein Hauptgericht und auch gleich das Dessert. Bei den Getränken kam der erste kleine Servicetest mit dazu: Eine Schorle, die so nicht auf der Karte stand.
Der Rest dieses Artikels wird langweilig. Die frisch gebratenen Garnelen auf dem Salat zur Vorspeise waren auf den Punkt gegart, die beiden Suppen erschlossen sich spätestens ab dem zweiten Löffel und stimulierten mit Wohlgeschmack und Nachvollziehbarkeit ihrer namensgebenden Bestandteile die Zunge der Esser. Selbst das beigelegte Brot war eine Wucht. Die als Hauptgericht gereichte Pasta war wie sie sein sollte und lecker, die Maishähnchenbrust saftig, das beigelegte Gemüse auf den Punkt und die grünen Schupfnudeln passten zum Cranberry Jus wie das Rote zum Grünen bei der Ampel. Als drittes im Bunde kamen geschmorte Ochsenbäckchen auf den Tisch, deren Zartheit in Zusammenhang mit dem Rotweinjus und den Kräutersaitlingen sowie dem kleinen Kartoffelgratin hervorragend mundeten.
Der rote Faden des wirklich sehr guten Essens fand im Dessert seinen krönenden Abschluss. Egal, ob das Vanilleeis mit Beerenfrüchten, der gratinierte Ziegenkäse mit Feigensenf oder die Cremé Brûlée mit einem selbstgemachten Sorbet daneben. Man kann alles unter einem Sammelbegriff zusammenfassen: Perfekt. Man müsste wirklich sehr stark suchen, um hier irgendwelche Mängel zu finden. Da half auch kein Blick auf die Tische der anderen Gäste. Was man dort zu sehen bekam, wie zum Beispiel ein Rumpsteak, schien alles auf dem gleichen hohen Niveau der Küche zu liegen.
Aber der Service. Wenn es denn überhaupt etwas zu bemängeln gab, dann das: Die Zeitspanne zwischen dem Servieren der abschließenden koffeinhaltigen Verdauungshelfer und der nächsten Aufmerksamkeit unserem Tisch gegenüber war etwas zu lang. (Da mussten wir jetzt ganz schön suchen, um überhaupt etwas zu finden.) Ansonsten kam das, was wir erlebten, dem sehr nahe, was man unter dem Begriff perfekter Service verstehen kann. Müßig, es an den vielen angenehmen Kleinigkeiten festzumachen, die passiert bzw. nicht passiert sind, aber auch genau so sein sollten. Selbst die kleine Fallen, die wir aufbauten, wurden bravourös gemeistert. Leere Getränkegläser wurden gesehen und die Nachbestellung aufgenommen, mit dem Abräumen des Salattellers entschwundene Besteckteile wurden ersetzt, zwischen Hauptgericht und Dessert wurde nach einer kleinen Pause sowie nach dem Dessert nach einem Kaffeewunsch gefragt und zum Abschluss-Espresso kam selbstverständlich das Wasser. Auch während des gesamten Essens war die Aufmerksamkeit auf die Gäste gerichtet, was sich u.a. darin ausdrückte, dass die Bedienung selbst beim Dessert noch wusste, wer was bestellt hatte und nicht nachfragen musste.
Aber irgendeinen Fehler musste das Restaurant Leddermann in Waren doch haben, wenn schon nicht beim Service und auf der Speisekarte, dann doch vielleicht im Sanitärbereich. Aber auch hier durfte ein Niveau erlebt werden, dass selten ist und bisher in der Geschichte dieser kleinen Restaurantkritikrubrik noch nicht vorgekommen ist. Der Ausflug in die Specker Straße 71 in Waren lohnt sich immer, eine Reservierung vorher aber sicher auch.

Majoaufschnitt

Ein kulinarischer Höhepunkt ist Fleischsalat vermutlich nicht wirklich. Fleischbrät, Majo, Gürkchen und im Idealfall noch ein paar Kräuter und Gewürze. FleischsalatMeist hat auch noch die Majonäse die absolute Mehrheit an diesem Salat, der mit dem üblichen Sinn, den man dem Wort „Salat“ unterstellt, aber so gar nichts gemein hat.
Bei Fleischsalat gibt es auch noch Unterschiede in der Qualität, vor allem bei den gekauften Varianten. Neben den Sorten Standard, mit Kräutern und mit Salzgurke unterscheiden sie sich in der Form des verwendeten Bräts, was leider meist so einfach keins ist. Irgendeine anonyme Fleischwurst oder Lyoner wird in dünne Scheiben und dann in Streifen geschnitten und zu dem Salat verarbeitet.
Was soll das?! Kann man da nicht vernünftige Schnittformen rein bringen, so dass man wenigstens was zu kauen hat. Der Verdacht liegt nahe, dass hier wirklich einfach nur Scheibenwurst weiter verarbeitet wurde anstatt beim halbwegs frischen Fleischwurst-Produkt anzufangen.
Für alle diejenigen, die sich diesen Salat auch noch aufs Brot schmieren wollen, gibt es seit einiger Zeit derartige Salate schon in einer Form, bei der die Einlage in kleine Würfel geschnitten wurde, so dass eine gewisse Streichfähigkeit erreicht wurde. Meist sind diese Würfel so klein, dass eine undefinierbare und charakterfreie Masse entsteht. Eiersalat, Tunfischsalat, Fleischsalat, Käse-Obst- oder Geflügelsalat gibt es in der Form.
Nun habe ich noch etwas entdeckt, was eine Weiterentwicklung durch die Brotbelagsindustrie darstellt. Fragen wir uns also mal, was passiert, wenn in die Majonäse des Fleischsalates (es gibt auch eine Eiersalatform) Rindergelantine eingearbeitet wird? Genau. Wir erhalten einen Salat, der eine schnittfeste Masse darstellt:
Fleischsalat in Scheiben
Beworben wird das übrigens mit dem Vorteil, dass damit der Fleischsalat bestens für unterwegs ist. Die haben wohl alle ihren Knigge nicht gelesen! Fleisch- und vergleichbare Salate gehören sowieso nicht aufs Brot, das wird ggf. eher dazu gegessen. Außerdem ist dieser „Aufschnitt“ auch geschmacklich nicht der Bringer, es scheint gut Wasser mit verarbeitet zu sein. Da liebe ich doch den Fleischsalat von meinen Fleischer (nicht das obige Bild). Halb so viel Majo (oder sogar noch weniger) wie bei den Simulanten aus dem Kühlregal und handwerklich erzeugte Fleischwurst als Grundlage.

Deutsche Nudel beflügelt

Naja, der Titel stimmt natürlich wieder mal nicht so ganz und ist der krampfhafte Versuch der Originellität. Auch wenn man den Umweg über den angliphilen Sprachraum nehmen muss, wo die Deutschen auch mal gern als „Krauts“ bezeichnet werden. Und damit genug der Wortklauberei. Wir fangen an mit dem Kraut.
Kraut entblättert
Vom schon bekannten Spitzkohl werden wirder ein paar Blätter entfernt, so dass sie eine gute Portion zu ergeben scheinen. Letztendlich kommt aber eine Portion für zwei heraus. Die Erfahrung vom Endergebnis zeigt, dass es ruhig etwas mehr Kohl, als auf diesem Bild zu sehen ist, hätte sein können.
Kohl und Brühe und Paprika
Außer den Kohlblättern verarbeite ich noch eine Spitzpaprika und etwas eingefrorene Brühe. Und Nudeln. Und eine Hähnchenbrust.
Kohl und Praprika geschnitten
Die Kohlblätter werden in „Flecken“ geschnitten, der Paprika klein.
Zwiebeln und Knoblauch
Vor dem Hintergrund aus Spitzpaprika und Spitzkohl werden noch eine Schalotte (oder mehr) und etwas Knoblauch (oder mehr) kleingeschnitten. Die wandern dann zusammen mit etwas Butter und Öl in die vorgeheizte Pfanne.
Zwiebeln und Knoblauch leicht anschwitzen
Treten erste Bräunungserscheinungen auf, können Kohl und Paprika dazu gegeben werden.
Kohl und Paprika dazu
Zucker, Salz, Paprika und eine gehackte getrocknete Chilischote kommen hinzu.
Würzen
Alles wird gut durchgerührt und dann leicht anschmoren gelassen.
Kohl anschmoren
Zeigt der Kohl erste Bräunungserscheinungen, wird mit etwas Brühe abgelöscht.
Brühe hinzu
Nicht wundern: Die Brühe war teilweise noch gefroren. 😉 Wenn das dann geschmolzen ist, kommt der Deckeln drauf.
Deckel drauf
Der Pfanneninhalt schmurgelt jetzt bei kleiner Hitze vor sich hin.
Schmurgeln bei geringer Hitze
Zeit genug, die Nudeln zu kochen.
Nudeln garen
Sie sollten bei der Fertigstellung noch sehr al dente sein.  Auch die Hühnerbrust bedarf einer Vorbereitung. Eine Brust wird in dicke Tranchen geschnitten und dann in etwas Stärke gewälzt. Etwas Würze kann auch schon verwendet werden. In der Pfanne ist etwas Rapsöl.
Hühnerbrust anbraten
Die Nudeln kommen dann in die Krautpfanne.
Nudeln in das Kraut
Die Hähnchenbruststücke werden noch mit etwas Butter durch die Pfanne geschwenkt.
Hähnchenbrust mit Butter
Dann kann alles zusammen kommen.
Pfanne komplett
Die portionsweise auf Tellern anrichten geht natürlich auch.
Portion
Vor dem Anrichten sollte natürlich abgeschmeckt werden. Spätestens hier sieht man aber auch, dass es anfangs ruhig etwas mehr Kohl hätte sei können.
Nudel-Kraut-Pfanne mit Hähnchenbrusttranchen
Guten Appetit. Klassisch wäre das Gericht übrigens mit breiteren Bandnudeln oder selbst gemachten Nudelflecken in der Größe der Kohlflecken. Aber man kann auch variieren, sollte aber dann vielleicht den Originalnamen nicht verwenden. 😉

Alles falsch

Ein Steak richtig gut zu braten, ist eine Wissenschaft für sich. Hier im Blog wurden bereits einige Varianten dargestellt, letztendlich waren es zwei. Die beiden Varianten, die ich meine, sind einerseits die reine Pfannenvariante, wo durch geschickte Wahl der Temperatur das Steak mit einmaligem Wenden zum einen schön gebräunt und zum anderen wunderbar rosa und saftig wieder aus dem Bratutensil kommt. Die zweite Möglichkeit ist das scharfe Anbraten in der Pfanne und das Nachgaren im Ofen bei niedriger Temperatur.
Warum eigentlich nicht mal andersrum? Mit einem bisschen Vorbereitung.
Vorbereitung für den Ofen
Auf den Drehteller für meinen Heißluftofen liegt etwas Backpapier (zum Schmutzfang) und ein kleines Gitter. Wichtig ist schließlich, dass die heiße Luft auch unter das Fleisch kommt. Wer das Rezept mit einem normalen Ofen (mit Heißluft) nachmacht, nimmt einfach den Rost. Darauf kommt das trocken getupfte Stück Fleisch. Ganz naturell.
Das Rumsteak
Während dieser Vorbereitung heizt der Ofen vor. Wenn man das Erwärmen auf 90-100°C „vorheizen“ nennen möchte. Ist das Geschehen, verschwindet das Fleischstück für eine halbe Stunde darin zum Vorgaren. Genug Zeit für den nächsten Arbeitsschritt.
Bereiten wir also jetzt den Salat vor.
Spitzkohl in Schüssel
Nein, das ist kein komisch gewachsener Salat, das ist einfach nur ein Spitzkohl. Schließlich ist Winter. Eigentlich wollte ich ja mit Feldsalat arbeiten, aber den gab es beim Einkaufen nicht. Vom Kohl pelle ich ein paar der äußeren Blätter ab, der Rest freut sich auf die Verarbeitung in den nächsten Tagen.  Die Blätter werden entstrunkt und dann fein geschnitten.
Krautsalat i.Gr.
Dazu rührt man eine Vinaigrette nach Wunsch an, hier nahm ich Olivenöl, Senf, Salz, Zucker und Balsamico-Essig. Diese wird gut in das Kraut einmassiert, was durchaus wörtlich zu nehmen ist. Deswegen ist auch die Nutzung von Olivenöl so wichtig bei dieser Soße: Das Öl ist gut für die Haut der Hände …
Während der Salat durchzieht (das kann auch ruhig etwas länger dauern, wenn man Kohl als Basis nimmt), können wir langsam an das Vorheizen der Pfanne gehen. Dazu ist es wichtig, ein Bratgeschirr zu nehmen, dass so heiß wie möglich erhitzt werden kann. Immerhin ist das Steak, wenn man es aus dem Ofen nimmt, eigentlich fertig und medium gar. Es fehlen nur noch die Bratspuren mit dem entsprechenden Geschmack.
Pfanne anheizen
Während die Pfanne anheizt, kann sie auch gern zum Anrösten des Brötchens genutzt werden.
Brötchen anrösten
Dazu sollte man natürlich ein Brötchen gewählt haben, dass nicht krümelt. Was in der Pfanne bleibt, verbrennt und gibt unangenehme Aromen.
Aber nun ist alles fertig für den letzten Schritt.
Gleich wirds fertig
Das Fleisch ist nur etwas dunkler geworden und fässt sich an, als ob eine leichte pergamentene Haut drumrum ist. Zur Hautpflege kommt etwas hocherhitzbares Öl drumrum.
Leicht einölen.
Und dann geht es in die hocherhitzte Pfanne. Das kann ruhig etwas rauchen.
Schnell braten
Die Bratrillen kamen vom kleinen Rost. Keine 30 Sekunden braucht das Fleisch in der Pfanne. Man muss nur aufpassen, dass es nicht verbrennt.
Und nebenher bereitet man das Brötchen vor.
Umgedreht
Schön gleichmäßig gebräunt. So muss das sein.
Brötchen vorbereiten
Auf der Unterseite befindet sich etwas Grillsoße nach Wahl. Darauf kommt das Steak.
Das Steak
Darauf kommt jetzt der angemachte Krautsalat.
Krautsalat
Wer mag, gibt noch etwas Grillsoße darauf.
Ein paar Kleckse Grillsoße
Zuoberst kommt dann die zweite Brötchenhälfte und es kann serviert werden.
Der Steakburger mit Krautsalat
Natürlich sei, auch wenn er sich hinterher schlechter isst, der Burger auf seine Rosigkeit getestet. Also her mit dem großen Messer.
So muss ein Steak aussehen
Kein weiterer Kommentar. Nur noch Genuss. Guten Appetit.
 

Eintopf, Einpfann, Einform?

Die einfachsten Dinge sind manchmal doch die besten. Aber das ist ein Gedanke, der hier schon öfter durch die Artikel geisterte. Und sicher auch weiter geistern wird. Gute Grundzutaten, einfache Zubereitung, leckeres Gericht. Diesmal als vollwertige Mahlzeit zu einem anderen Gericht, dass neulich leider fotofrei geblieben ist.
Alles fängt an mit einer Auflaufform.
Auflaufform
In diese geben wir ein paar halbierte rohe Kartoffeln.
Kartoffeln hinzu
Diese Kartoffeln werden mit Salz, Rosmarin, Pfeffer und ggf. anderen backofenfesten Gewürzen versehen.
Würzen
Dann kommt etwas Rapsöl darüber und alles wird gut vermengt.
Ölen und mischen
Wer hat, nimmt jetzt ein passendes Gitter, dass er über die Auflaufform legt. Wer sowas nicht hat, packt das nachfolgende im Ofen nicht darüber, sondern daneben.
gkmtzuhk5
Auf dieses Gitter kann geschickt eine Hähnchenkeule platziert werden.
Hähnchenkeule über den Kartoffeln
Dann verrührt man etwas Öl mit Salz, Pfeffer, Paprika und ggf. anderen interessanten Gewürzen und pinselt die Keule damit ein.
Keule gewürzt.
Das alles kommt jetzt für ca. 35-40 Minuten in den auf 170°C aufgeheizten Heißluftofen. Spätestens, wenn man keinen Heißluftofen hat, sollte man bei Ober- und Unterhitze Kartoffeln und Hühnerbein wirklich nebeneinander legen. Heißluft geht aber sehr viel einfacher.
Dann muss eigentlich nur noch angerichtet werden. Zu den Backkartoffeln gibt es noch das hier schon erwähnte Tzatziki.
Backkartoffeln, Tzatziki, Hähnchenkeule
Guten Appetit.

Summer in the city … ähm … platter

Das Wetter heute Mittag war fast sommerlich, zumindest, wenn man es durch die geschlossenen Fenster beobachtete: Sonne satt und leicht mit Wölkchen bepuderter blauer Himmel. Da dachte ich, mach doch mal was sommerliches zu Mittag.
Zutaten für ein sommerliches Pastagericht
Scharfe Salami, ein paar Datteltomaten, eine spitzpaprika, eine Schalotte, ein paar Knoblauchzehen und natürlich die Pasta. Mehr braucht man fast gar nicht. Achso: Olivenöl, Salz (wenig), Pfeffer (mehr) und was man sonst noch so denkt, gehören natürlich auch noch so hinein.
Apropos Pasta. Dreimal dürft ihr raten, wann ich die geschenkt bekommen habe. Aber bitte dreimal! Nicht gleich beim ersten Mal rausbekommen. 😉
Pasta
Kommen wir aber zur Zubereitung. In einer Pfanne wird das Olivenöl nachhaltig, aber nicht zu stark erhitzt.
Olivenöl erhitzen
Dann kommen die klein geschnittene Schalotte und der Knoblauch, auch zerkleinert, hinein.
Schalotte und Knoblauch anschitzen
Ein Stückchen von der scharfen Wurst wird in Würfel geschnitten und ebenfalls hinzu gegeben.
Paprikasalami hinzu
Der Paprika wird wird ebenfalls klein geschnitten und hinzu gegeben.
Paprika hinzu
Auch die Tomaten (halbiert) dürfen nicht vergessen werden.
Tomaten hinzu
Alles wird einmal durchgerührt, dann die Hitze klein gestellt und der Deckel darauf gegeben.
Deckel drauf
Nun ist es Zeit, die Pasta nach Vorschrift zuzubereiten, sie sollte noch gut al dente sein, wenn sie aus dem Wasser kommt. In der Pfanne gart sie anschließend noch ein wenig nach. Denn dort kommt sie hinein.
Pasta dazu
Auch das wird alles nochmal durchgerührt, ohne die Nudeln zu zerstören.
Pastapfanne
Man könnte jetzt direkt aus der Pfanne essen. Probieren und abschmecken geht auf jeden Fall so. Kräuter, Parmesan oder ähnlichen können dem Essen auch noch beigegeben werden.
Es ist angerichtet
Man kann es aber einfach nur auf einem Teller anrichten und genießen. Guten Appetit. Ich hatte fast mit dem Gedanken gespielt, auf dem Balkon zu speisen … Das Thermometer meinte aber: „Du spinnst, wenn Du das machst.“